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„Die neuere Geschichte der Medizin ist eine Geschichte der Verachtung der eigenen Vergangenheit bei fast unbegrenztem Optimismus bezüglich gegenwärtiger Möglichkeiten.“
Ruediger Dahlke, * 1951, dt. Arzt und Therapeut
Dementis sind häufig, wenn ein Thema mit unangenehmen Wahrheiten verbunden ist. Die Atomkraft galt lange als sicher, nach Fukushima wird langsam vielen deutlich, wie hoch der Preis für diese Technologie sein werden wird.
Wenn jemand krank ist, gilt es als sicherste Lösung, eine qualifizierte medizinische Betreuung in Anspruch zu nehmen. Die Medizin hat ihr Fukushima-Erlebnis noch vor sich. EHEC mit nicht übermäßig vielen Erkrankten brachte einzelne Einrichtungen an den Rand der Leistungsfähigkeit, es gab jedoch verhältnismäßig wenig tödliche Krankheitsverläufe. Wie ist das generell gesehen?.
Nach Lucian Leape, Professor für Gesundheitspolitik an der Universität Harvard, hat man im Krankenhaus ein Risiko von 1 zu 200, eine schwere oder gar tödliche Komplikation durch Medikamente zu erfahren, im Gegensatz zu einem Risiko von 1 zu 2.000.000, wenn man ein Flugzeug besteigt.
Folgende Links zur Vertiefung:
www.webmm.ahrq.gov/perspective.aspx?perspectiveID=28; www.npsf.org/download/LLI-Unmet-Needs-Report.pdf;www.nzz.ch/nachrichten/politik/schweiz/aktuell/goetter_in_weiss_sollen_vom_hohen_ross_steigen_1.555407.html;
2 Millionen Menschen erleiden in den USA schwere Nebenwirkungen nach der Einnahme von Medikamenten. 100.000 Patienten sterben daran. Demnach sind schwere Arzneimittelfolgen die vierthäufigste Todesursache in den USA - dicht nach Krebs, Herzleiden und Schlaganfall. (Nature, Bd. 446, S.975, 2007)
www.nature.com/nature/journal/v446/n7139/edsumm/e070426-03.html
Ein drastisches Beispiel von Illustration der Systemlogik, nach der gut gemeintes medizinisches „friendly fire“ tödlich endet, hat Bernhard Lown veröffentlicht:
„Viele Fehler (...) könnten vermieden werden, wenn dem Patienten zugehört würde. Kein Beispiel ist lehrreicher und tragischer als das von Betsy Lehman, einer Gesundheitskolumnistin des ,Boston Globe". Sie starb plötzlich im Alter von neununddreißig Jahren im Bostoner "Dana-Farber Cancer Institute" gegen Ende einer außerordentlich belastenden dreimonatigen Brustkrebsbehandlung. Sie erlag nicht ihrer Krankheit, sondern einer massiven Überdosis eines Versuchspräparates gegen Krebs, das ihr Herz zerstörte, als sie im Begriff war, nach Hause zu gehen.
Die Obduktion ergab keine sichtbaren Hinweise auf das Vorliegen von Brustkrebsmetastasen in ihrem Körper. Der ungeheuerliche Irrtum war nicht der Fehler eines einzelnen unerfahrenen und überarbeiteten jungen Arztes - er war ein schrecklicher Fehler, der von wenigstens einem Dutzend Ärzten, Krankenschwestern und Apothekern einschließlich einiger Oberärzte übersehen worden war.
Vier aufeinander folgende Tage hindurch hatte man ihr das Vierfache der erlaubten Maximaldosis verabreicht, aber niemand hatte dies bemerkt. Die Dosis wurde über mehrere Tage verordnet, obgleich die Patientin sich bitter über ihre heftigen Reaktionen auf das Medikament beklagte. Aber niemand hörte zu!Frau Lehman machte ihre Arzte wiederholt darauf aufmerksam, dass irgendetwas schrecklich falsch gehandhabt werde. Aber trotz der Tatsache, dass sie eine wohlbekannte Persönlichkeit auf dem Gesundheitssektor war, wurden ihre Klagen ignoriert. (Richard Knox: Doctor's orders killed cancer patient. Boston Globe, March 23, 1995)
Noch unbegreiflicher ist, dass kurz vor der Lehman-Tragödie eine andere Frau auf ähnliche Weise vergiftet und mit einem schweren und bleibenden Herzschaden zurückgelassen worden war. Das Krankenhaus schrieb diese Tragödie lediglich 'menschlichem Versagen' zu. Diese beiden Zwischenfälle ereigneten sich an einem der angesehensten Krebskrankenhäuser der Welt, einer Parade-lnstitution ftir die onkologische Forschung in den USA. Wenn sich so etwas am Dana-Farber Institut zutragen kann, kann es auch überall sonst geschehen.
Kein Gesundheitssystem bleibt von Fehlschlägen verschont, es sei denn, der Patient steht im Mittelpunkt der Überlegungen all derer, welche die Medikamente oder Maßnahmen anordnen.
Ich kehre zu meiner zentralen These zurück: Unser Gesundheitssystem droht zusammenzubrechen, wenn der ärztliche Berufsstand sein Augenmerk vom Heilen wegbewegt, das damit beginnt, dem Patienten zuzuhören. Die Gründe für diese Verschiebung schließen unter anderem eine romantische Neigung zur unbekümmerten Technologie mit ein, die in großem Umfang als ein Mittel zur maximalen Aufbesserung des Einkommens begrüßt wird. Da es unökonomisch ist, viel Zeit mit dem Patienten zuzubringen, wird die Diagnose mittels Ausschlusskriterien gestellt.
Dies öffnet die Schleusen für endlose Tests und Prozeduren. Klagen wegen ärztlicher Kunstfehler sollten eigentlich als bloße Pusteln auf dem Angesicht eines kranken Gesundheitswesens angesehen werden. Sie sind nicht der Anlass, sondern die Folgen dessen, was die Medizin in den USA kränkeln lässt. Das medizinische Versorgungssystem wird erst dann gesunden, wenn der Patient wieder in den Mittelpunkt des Tagesablaufs eines Arztes rückt.“ (aus: B. Lown: Die verlorene Kunst des Heilens. Frankfurt/M. 2004, S. 194-196)
Jetzt könnte ein Kritiker sagen: Wenn ein Medikament falsch dosiert wird, sei dies nichts, was grundsätzlich gegen den Einsatz von Medikamenten spräche. Es geht jedoch nicht um Überdosierung , sondern um die Nebenwirkungen, die beim bestimmungsgemäßen Gebrauch von Medikamenten auftreten. Darauf beziehen sich die oben genannten Zahlen!
Giftige Substanzen als Medizin zu verkaufen und dabei horrend zu verdienen, hat seit den Tagen von "Old Bill" Rockefeller, Vater von John D. (dem ersten) in der Pharmaindustrie Tradition: Er verkaufte amerikanischen Bauern abgefülltes Rohöl als Vorbeugungs- und Behandlungsmittel gegen Krebs unter dem Namen "Nujol". Trotz Widerstand aus der Ärzteschaft wurde Nujol mehrere Jahrzehnte lang verkauft. In der Herstellung kostete es die Standard Oil Company 1/5 Cent, der Apotheker mußte 21 Cent dafür hinlegen. (Morris A. Bealle: Drug Story, zit. in Hans Ruesch: Die Pharma Story, München 1998), S 155 f)
Wie oft soll sich noch der Vorgang wiederholen, dass angeblich erfolgversprechende Mittel von der Pharmaindustrie auf den Markt gebracht werden, die behördlichen Prüfungen bestehen, und dann nach einigen Jahren die Pharmafirma selbst das Mittel sang- und klanglos wieder vom Markt nimmt, dann nämlich, wenn die Berichte über Nebenwirkungen zugenommen haben, wie z.B. die Firma Merck mit ihrem "erfolgreichen" Medikament "Vioxx" ( Umsatz in 2003: 2, 5 Milliarden Dollar)?
Es ist ein jeglicher Empirie Hohn sprechender Zustand, wenn durch die seit 1978 in Gang befindliche behördlich vorgeschriebene Nachzulassung von naturheilkundlichen Mitteln, die teilweise seit Jahrzehnten gebräuchlich waren, seit 2005 vom Markt verschwunden, sind und immer noch verschwinden, nur weil die vorgeschriebenen Wirkungsnachweise weder systembedingt noch finanziell leistbar sind, auf der anderen Seite aber der pharmazeutische Markt mit Medikamenten überschwemmt ist und neue zusätzliche Medikamente entwickelt und auf den Markt gebracht werden, die nur unzureichend klinisch erprobt sind, aber kurzzeitig den behördlichen Vorschriften entsprechen.
Das Fazit: Sie können an der besten und hochgelobtesten medizinischen Einrichtung sein, die Sie sich vorstellen können, eines sollten Sie als Patient nie tun: Einfach das einnehmen, was Ihnen gesagt wird. Fragen Sie sich schlau.
Ich wünsche allen gute Gesundheit und im Bedarfsfall den Widerspruchsgeist einer bekannten chinesischen Prinzessin, die später mal Jim Knopf heiraten durfte.
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@bertamberg, "Dementis sind häufig, wenn ein Thema mit unangenehmen Wahrheiten verbunden ist. Die Atomkraft galt lange als sicher, nach Fukushima wird langsam vielen deutlich, wie hoch der Preis für diese Technologie sein werden wird."
ich zitire mal kurz. ;-) "Etwa 45 Prozent von 1’080 untersuchten Kindern unter 15 Jahren aus der japanischen Präfektur Fukushima wurden positiv auf eine radioaktive Bestrahlung der Schilddrüse getestet, wie ein Bericht der japanischen Kernsicherheitskommission offenlegt." www.gegenfrage.com/fukushima-fast-die-halfte-aller-kinder-verstrahlt/ |
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@glaubdir
Walter Russell warnte bereits Anfang des 1900 Jahrhunderts vor dieser mörderischen Technologie bei industrieller Nutzung der Atomspaltung. www.walter-russell.org/de/AtomkraftArtikel.php |
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@nil, nun gibt es ja nicht nur untersuchungen, daß in der nähe von atomkraftwerken die krebserkrankungen höher sind, sondern man sollte da auch nochmal andere mögliche faktoren mit einbeziehen. ich war gerade etwas im bereich mikrowellen, handystrahlen, scalarwaffen und mind control unterwegs. ich denke, man sollte das in überlegungen über ursachen mit einbeziehen, besonders, wenn wir wieder zur bevölkerungsreduktion kommen. von den giften in nahrungsmitteln und im trinkwasser mal ganz zu schweigen. ;-)
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Was habt ihr denn alle?
Ich schuette seid 12 Jahren Nujol erfolgreich rein, hat noch gar kein Krebs... ... mein Auto. Nur leichte Ablagerungen in der Oelwanne und Durchfall am Auspuff. Mein Urologenmechaniker sagte mir "keine Sorge, leichte Nebenwirkungen, steht auch auf dem Beipackzettel". P.S. In Wiki steht da wieder nix, wie so oft, immer schoen von den Bonzen in der PR Abteilung manipuliert. ..."In der Herstellung kostete es die Standard Oil Company 1/5 Cent, der Apotheker mußte 21 Cent dafür hinlegen"... Bei diesen Gewinnspannen kann man sich ein Jahrhundert spaeter grosszuegig diese Institutionen leisten: - Rockefeller Foundation - Rockefeller Center - Nelson A. Rockefeller Institute of Government - Rockefeller Museum - Rockefeller University, früher Rockef. Inst. f. Medical Research Man kann's gar nicht oft genug wiederholen: Power Structure Research de.wikipedia.org/wiki/Power_Structure_Research |
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>>hat man im Krankenhaus ein Risiko von 1 zu 200, eine schwere oder gar tödliche Komplikation durch Medikamente zu erfahren, im Gegensatz zu einem Risiko von 1 zu 2.000.000, wenn man ein Flugzeug besteigt.<<
Die Zahlen machen Eindruck, zweifellos. Man kann auch vor Pilzvergiftungen waren, indem man die Vergiftungsrate bei im Wald gesammelten Pilzen mit dem Konsum von Äpfeln vergleicht. Damit, dass der Vergleich angreifbar ist könnte eventuell erreicht werden, dass ein tatsächlich vorhandenes Risiko weniger ernst genommen wird. Nicht dass ich nicht auch medizin/pharmaziekritisch wäre. Aber mit hinkenden Vergleichen zu arbeiten, halte ich für kontraproduktiv. Wenn ich mich in ein Krankenhaus begebe, dann tue ich das, weil meine Gesundheit durch Krankheit oder Unfall erheblich beeinträchtigt ist. Und weil dort eine Chance besteht, das Risiko des „Totalabsturzes“ zu mindern. Gesunde Menschen gehen nicht in ein Krankenhaus, es sei denn, sie arbeiten dort. Wenn ich ein Flugzeug besteige, dann nicht, weil ich ein ohne Flugzeug sehr hohes Absturzrisiko mindern will. Ich gehe von einem in der Regel „gesunden“ Flugzeug aus. Ein Vergleich zum Krankenhaus wäre also nur möglich mit der Frage, bei wievielen havarierten („kranken“) Flugzeugen ein Absturz mit Todesfolgen vermieden werden kann. --- Nebenwirkung: Wirkung eines Medikamentes, die wegen einer erwünschten Hauptwirkung in Kauf genommen wird. Zum Beispiel kann man langezogenen schwarzen Tee gegen Durchfall einsetzen, muss dann aber wegen des Coffeingehaltes mit Einschlafstörungen rechnen. (Das Risiko einer tödlichen Erkrankung wäre in diesem Falle unverhältnismässig) Wenn ein Organ nicht gesund ist, kann das Risiko einer Nebenwirkung falsch eingeschätzt werden. Besonders tragisch ist es natürlich, wenn eine Nebenwirkung wegen einer Fehldiagnose unnötig riskiert wird. Es könnte also jemand, um einen sicheren Krebstod zu vermeiden, ein gewisses Infarktrisiko in Kauf nehmen. Vertretbar ist das natürlich nur dann, wenn das Risiko des Infarktes deutlich geringer ist als das Risiko des Krebstodes ohne Behandlung. Und wenn keine risikoärmere Alternative verfügbar ist. Wenn der Infarktfall eintritt und im Körper keine Metastasen eines tatsächlich vorhanden gewesenen Krebses gefunden werden, dann war die Krebstherapie erfolgreich, aber in diesem Falle die Nebenwirkung zu heftig. Möglicherweise, weil ein schon vor der Behandlung vorhandenes erhöhtes Infarktrisiko nicht beachtet wurde. Die Entscheidung, lieber das Risiko der Erkrankung auf sich zu nehmen um sich dem Nebenwirkungsrisiko einer Behandlung nicht auszusetzen ist für erwachsene Menschen möglich: Man kann zum Arzt gehen oder nicht. Für den Fall, dass man hin geht, halte ich eine sachliche Aufklärung über Diagnose, Behandlungsalternativen und deren Erfolgschancen und Risiken für wichtig. --- >>Die Dosis wurde über mehrere Tage verordnet, obgleich die Patientin sich bitter über ihre heftigen Reaktionen auf das Medikament beklagte.<< Hier müsste nach dem Grund gefragt werden: Möglicherweise ist das Personal überlastet oder zu wenig qualifiziert? Profitmaximierung, angewandt im Klinikbereich, hat solche Folgen. Dass die Gesundungschance durch profitorientierte Privatklinken veringert wird habe ich hierzulande auch schon gehört, und zwar von Leuten aus dem Pflegebereich. Das Vorbild USA ist uns natürlich immer einen Schritt voraus... --- Dass die Pharmaindustrie im Kapitalismus an der Hauptwirkung Kapitalrendite interessiert ist und Heilung von Leiden eine Nebenwirkung, das ist schon so. Bei manchen Medikamenten ist die Hauptwirkung fraglich, aber solange sie den Zweck erfüllen, Profit zu bringen, sind sie aus betriebswirtschaftlicher Sicht gerechtfertigt. --- "Nujol" besteht aus langkettigen aliphatischen Kohlenwasserstoffen. Das ist allgemein unter dem Namen "Paraffinöl" bekannt, ein Erdölraffinerieprodukt. Bislang wusste ich nur, dass das Zeugs gegen Verstopfung empfohlen wurde, als Alternative zum etwas weniger profitablen Rizinusöl. Gegen Krebs? Fetzige Werbestrategie. Vor dreissig Jahren haben Vitaminhersteller mal behauptet, wer sich mit Vitamin E vollpumpt, werde keinen Krebs bekommen. Das ging auch so lange, bis sich nicht mehr verschweigen liess, dass Menschen von der heftigen E-Überdosis krank wurden. Alle paar Jahre wird eine neue Sau durchs Dorf gejagt, und immer wieder fallen Menschen drauf herein, die über ihr Auto mehr wissen als über den menschlichen Körper. --- Facit: Das Problem ist die Hauptwirkung Kapitalrendite, die Heilwirkungen zur Nebenwirkung degradiert: Meine Empfehlung: Pharmaaktien kaufen und sich dran gesundstossen. Eine Alternative wäre natürlich, den alten Zopf "Kaputalismus" mal abzuschneiden. Aber wer will das schon? Wo bleiben denn dann die schönen Aktien? Eben. |
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@ claudia schrieb am 09.07.2011 um 11:21
"Man kann auch vor Pilzvergiftungen waren, indem man die Vergiftungsrate bei im Wald gesammelten Pilzen mit dem Konsum von Äpfeln vergleicht." Hallo Claudia, der Vergleich beruht doch darauf, dass es für uns mittlerweile normal geworden ist, zu fliegen, in gleichem Maß nehmen wir Medikamente, wenn wir krank sind. Das Beispiel stammt von einem Arzt, der es als unverhältnismäßig betrachtet, wenn hier ein so krasser Unterschied hinsichtlich des Risikopotentials vorhanden ist. Das hat nichts mit ihrem Vergleich zwischen Äpfeln und Giftpilzen zu tun, wenn Sie das anführen, sind Sie diejenige, die verharmlost. Zu "Risiko einer Nebenwirkung falsch eingeschätzt" oder "Nebenwirkung wegen einer Fehldiagnose": Wenn klar ist, dass viele Cholesterinsenker nur deswegen gegeben werden, weil die Grenze vor einigen Jahren von 300 auf 200 gesenkt wurde (wogegen sich einige Ärzte ohne Erfolg zu wehren versuchten), werden Sie feststellen, dass eine gesellschaftlich sanktionierte Fehldiagnose wie „hoher Cholesterinwert“ eine Behandlung zur Folge hat, die zahlreiche Nebenwirkungen und Gesundheitschädigungen auslösen kann. Selbst in der noch von langer Hand lancierten schulmedizinischen Fachpresse nimmt die Kritik daran immer größeren Raum einen, und es wird oft unumwunden zugegeben, daß der Einsatz von Lipidsenker als bloße Laborkosmetik unter dem Schnitt keinen Vorteil bringt, zuallerletzt aber imstande ist, das kardiovaskuläre Risiko zu minimieren. So konnte z.B. eine coronarschützende Wirkung (dies wurde bei Frauen untersucht) von Cholesterinsenkung nicht nachgewiesen werden, vielmehr muss man einen "Nettoschaden" durch Cholesterinsenker annehmen. Darüberhinaus sind die Nebenwirkungen der Lipidsenker beträchtlich. Eine typische Nebenwirkungspalette ist zum Beispiel folgende (Auszüge aus der Nebenwirkungsliste einiger Lipidsenker aus der Roten Liste): „Erbrechen, Schwindel, Juckreiz, Mundtrockenheit, Geschmacksstör., Schlaflosigkeit, Hepatitis, cholestatischer Ikterus, Appetitlosigkeit u. Parästhesien, psych. Stör. (einschl. Angstzustände). In Einzelf. Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, tox. epidermale Nekrolyse. Selten Hypersensitivitätssyndrom: Anaphylaxie, Angioödem, Polymyalgia rheumatica, Dermatomyositis, Urtikaria, Asthenie, Gesichtsrötung, Schüttelfrost, Dyspnoe, Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl sowie Eosinophilie, Pankreatitis, Stomatitis, Ödeme, Abweichungen and. Leberfunktionsparameter, einschl. Erhöh. der alk. Phosphatase u. des Bilirubins mögl. Gehalt von Butylhydroxyanisol kann bei entspr. veranlagten Pat. zu Überempfindlichkeitsreakt. (Reizungen an Haut, Augen u. Schleimhäuten) führen. Sehstörungen (einschl. verschwommenes Sehen u. Doppeltsehen), Juckreiz, Urtikaria, Abnormalitäten des Haaransatzes/der Haare, Miktionsstör. (einschl. Dysurie, Pollakisurie, Nykturie). Sehr selten: Pankreatitis, Gelbsucht, Hepatitis, fulminante Lebernekrose, Anaphylaxie, Angioödem, periph. Polyneuropathie, Parästhesie, Rhabdomyolyse mit akut. Nierenversagen. Vereinzelt Sehnenerkrank. (auch m. Ruptur). Miktionsstör., sex. Dysfunkt., Stör. d. Skelettmusk. (z. B. Schmerzen einschl. Gelenkschm., Muskelschwäche), Parästh., Überempfindl.reakt. (Anaphylaxie, Angioödem, L.E.-ähnl. Syndr.), Pankreatitis, Ikterus, Hepatitis, fulminante Lebernekrose“. Zu „Hauptwirkung Kapitalrendite“: Das ist ziemlich zynisch, was Sie da schreiben. Ich habe nichts gegen Kapitalrendite, aber Wagnis und Gewinn sollten in einem angemessenen gesellschaftlich akzeptierten Verhältnis stehen, und zu der Frage „Wieviel soll's denn sein?“ wird noch viel Arbeit nötig sein. |
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@ claudia schrieb am 09.07.2011 um 11:21,
ergänzend zu: bertamberg schrieb am 12.07.2011 um 13:30 "Nujol" war "Rohöl". Das was heute "Paraffinöl" heißt, ist gereinigtes Öl. als "Steinöl" wird es auch als Mittel für ausleitende Zwecke innerlich angewandt. Das Problematische an Nujol dürften die Verunreinigungen gewesen sein, die Rohöl enthält. Insofern hinkt der Vergleich mit Vitamin E, denn das ist ein essentieller Wirkstoff, ebenso wie Sauerstoff oder Wasser. "Essentiell" bedeutet nicht, dass "viel viel hilft": Eine Überdosis Sauerstoff kann zur Sauerstoffintoxikation führen, es haben sich Leute schon beim Wasser-Wetttrinken übernommen und sind danach tot zusammengebrochen. Insofern hat Vitamin E auch einen Bereich, innerhalb dessen es wichtige Funktionen erfüllt, die andererseits bei Minderversorgung suboptimal ablaufen. Relativ dehydriert kann man noch ziemlich lange leben, auch mit einem Minimum an Sauerstoff (die Murmeltiere machen es uns im Winterschlaf vor), leistungsfähig ist man dabei aber bei weitem nicht. Welche Mindestversorgung an einzelnen Vitalstoffen vorhanden sein sollte, was optimal ist und wann ein Umschlageffekt ins Negative zu erwarten ist, darüber gibt es reichlich Stoff zur Diskussion. Es ändert aber nichts an dem Umstand, dass Vitamin E ein lebensnotwendiger Stoff ist. Ich halte wenig von der Gabe synthetischer Vitalstoffe für längere Zeit, aber der größte Schaden entsteht meines Erachtens durch Präparate, die erstens nicht hypoallergen sind und zweitens zu wenig an eigentlich individuell benötigten Wirkstoffen enthalten. |
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@zusammen, ein interessantes interview zum thema "wie die pharmaindustrie die forschung kauft" gabs gerade letztens bei deutschlandradio kultur. ;-)
"Der Politikpsychologe Thomas Kliche untersucht die verdeckten Methoden der Korruption in der Gesundheitsforschung durch die Industrie. Beide Seiten wüssten, wie das Spiel laufe, sagt der Wissenschaftler, "offiziell und unterhalb der Kriminalitätsgrenze"." www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1498728/ und hier zum anhören. ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/07/06/drk_20110706_1409_bf500f67.mp3 |
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Dass mittlerweile Schätzungen dahin gehen, dass 75% der Forschung gesponsort und beeinflusst ist, hätte ich nicht gedacht. Danke für den Link
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@ Claudia
Da gebe ich Ihnen VOLLKOMMEN Recht, Sie sind der Fachmann, nicht ich. "Alle paar Jahre wird eine neue Sau durchs Dorf gejagt, und immer wieder fallen Menschen drauf herein, die über ihr Auto mehr wissen als über den menschlichen Körper." Mich interessiert eben besonders als Nichtfachmann der Volksverarsche-industrielle-Komplex, da darf ich meinen Senf dazugeben, da ich aus Lebenserfahrung und -Umständen eine andere Brille aufhabe als die meisten. --- "Profitmaximierung, angewandt im Klinikbereich, hat solche Folgen...Das Vorbild USA ist uns natürlich immer einen Schritt voraus... " Meine Rede, sehr schön. --- @ Alle "...dass 75% der Forschung gesponsort und beeinflusst ist, hätte ich nicht gedacht..." Das versuche ich durch meine Beiträge Transparent zu machen. Ich kann mich noch an ein "Reisebüro" in FFM / Offenbach in den 90ern erinnern, EINZIGES GESCHAEFTSFELD: die hatten in Deutschland immer Aerztekongresse (***** Hotel incl. Familie) fuer japanische Pharmazeutische Unternehmen gemacht und grosses Geld verdient, sonst nichts. Ob der Franchising-Hamburger 90% der Einnahmen in die Werbung steckt (Volksverarsche bzw. Cholersterinfrage, um beim Thema zu bleiben) oder LEO-Panzer mit Bakschich nach Saudi-Arabien verkloppt werden, alles das gleiche, die Leute muessen sensibiliert werden !!! Abschliessend: Warum bekommt der Politikpsychologe Thomas Kliche nur im Deutschlandfunk eine Plattform, und nicht in der Zeit, FAZ, Stern, SZ, Spiegel etc.etc.etc. (Mainstreammedien), die kneifen sich vor Angst bei evtl. Anzeigenkundenverlusten der (Pharma) Lobby in wirtschaftlich schlechten Werbekundenzeiten die Arschbacken zusammen... |
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@tlacuache, deine abschließende aussage stimmt leider. ;-)
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@merdeister, eine gute einstellung. nicht einfach glauben, was einem so erzählt wird. ;-)
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Na scheint's Henri Nannen schreit aus dem Grab,
aber den Thomas Kliche drucken die auch nicht ab. ;-) |
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Merdeister,
Zu: www.stern.de/gesundheit/gesundheitsnews/gebaermutterhalskrebs-hpv-impfung-in-der-kritik-647240.html ..."Deutschland zuständige Unternehmen Sanofi-Pasteur MSD so: 'Zahlen und Tabellen, die nicht in den Publikationen veröffentlicht sind, stehen nur den Kollegen zur Verfügung, die unmittelbar an der Auswertung der Ergebnisse beteiligt waren, d.h. der Zentrale in den USA !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!" Eigentlich sitzt ja Sanofi Pasteur MSD in Lyon und nicht in den USA, aber bestimmt nicht in Mannheim. GlaxoSmithKline ist in Ludwigshafen und nicht in London. Zu: www.stern.de/magazin/heft/stern-nr-26-22062011-risiko-roentgen-1697408.html Risiko Röntgen: Sind Wilhelm Röntgen, Becquerel, Marie und Pierre Curie jetzt schon wieder Anzeigenkunden im deutschen Blätterwald? Die Firma S...... lacht sich buckelig ueber den Artikel, sie werden deshalb keinen Umsatz verlieren, oder wird demnaechst beim Merdeister in der Praxis / Firma / Klinik bald nicht mehr geröntgt ? Ich kann mich noch gut an die Bleihüllen beim röntgen 1972 erinnern, war nich' so neu, dass es nicht ganz ungefaehrlich ist... Schicken Sie mir bitte noch ein paar Beispiele aus dem deutschen Mainstreamblätterwald, in denen explizit deutsche Pharmaunternehmen angegriffen werden. Die kommen bei mir sofort in die Munitionskiste. Danke vorab. Hier mal Beispiele die nicht in den Mainstreammedien stehen, nur mal die Links beachten... "22.03.2011 Erneut Millionenstrafe für Bayer wegen Gentech-Reis-Skandal" www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/23500.html oder Tödlicher Ausverkauf: Wie BAYER AIDS nach Asien importierte. WDR Doku video.google.com/videoplay?docid=-6072672358568083571 oder www.netdoktor.de/News/Bayer-Skandal-Gesundheitsmi-1058980.html oder vioxxskandal.twoday.net/stories/503019/ Ich finde da nix von den Mainstreammedien, vielleicht gab es sogar mal einen Artikel, aber im Archiv ist es jetzt wohl auf Seite 198 im Google gelandet... :-(((( |
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@tlacuache schrieb am 10.07.2011 um 10:32
"Schicken Sie mir bitte noch ein paar Beispiele aus dem deutschen Mainstreamblätterwald, in denen explizit deutsche Pharmaunternehmen angegriffen werden." Jörg Blech vom Spiegel schrieb auch nur Blech und ist mittlerweile wohl eingenordet. 2005 erschien von ihm: www.amazon.de/Heillose-Medizin-Fragw%C3%BCrdige-Therapien-sch%C3%BCtzen/dp/3596179165/ref=tag_stp_s2_edpp_url Danach: www.amazon.de/Die-Krankheitserfinder-Patienten-gemacht-werden/dp/3596158761/ref=tag_stp_s2_edpp_url Perlentaucher.de Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 29.09.2003 "Und dass dem Patienten in diesem Buch kein Rat zuteil wird, was er tun soll, wenn an ihm eine der vermeintlichen Krankheiten diagnostiziert wird, findet der Rezensent auch schade." Das scheint der perfekte Spagat zwischen reißerischem Journalismus und realer Schonung der Anzeigenkunden zu sein. |
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Mehr zu Jörg Blech:
de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Blech |
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aktueller Schmankerl zum Thema:
10.07.2011 Zielkonflikt Wikipedia-Autor arbeitet für Sanofi-Aventis "Der Gründer des Internetportals Wiki-Watch, Wolfgang Stock, arbeitet seit Juli 2009 als Kommunikationsberater für den Pharmakonzern Sanofi-Aventis. Zuvor hatte Stock Artikel in Wikipedia zu Gunsten von Sanofi-Aventis umgeschrieben. Stock gründete Wiki-Watch im Jahr 2009, seit Herbst 2010 ist das Projekt als Arbeitsstelle an der juristischen Fakultät der Universität Frankfurt (Oder) angesiedelt. Wiki-Watch will nach eigenen Angaben "die faszinierende Wissensressource Wikipedia transparenter machen" und die Qualität des Online-Lexikons verbessern. Vor Ansiedlung des Projekts an der Uni, im April und Mai 2009 schrieb Stock unter dem Benutzernamen "Wsto" mehrfach Wikipedia-Artikel zu "Sanofi-Aventis" und deren wichtigstem Produkt, dem Analoginsulin Lantus um. Gleichzeitig überzog er die Wikipedia-Artikel des pharmaunabhängigen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen und dessen damaligen Leiter Peter Sawicki mit Kritik."!!!... www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,773475,00.html Sanofi ist meines Wissens kein Spiegelanzeigenkunde, aber ich kann mich irren... |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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