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15 Mandate werden die Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus besetzen. Das ist ein Erfolg, mit dem sicherlich keiner gerechnet hat. Es ist aber auch eine politische Verantwortung. Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass sich das Schicksal der Bundespartei „Piraten“ in Berlin entscheidet. Wollen sie sich dauerhaft in der Politik etablieren und nicht wieder in der Versenkung verschwinden, dann müssen sie diese Herausforderung annehmen.
Politik soll transparenter werden, so lautet eine der Kernforderungen der Piraten. Berlin hat auch nach der Wahl immer noch 60 Mrd. Schulden. Wenn die Piraten dafür sorgen, dass die Stadt ihre Einnahmen sinnvoll einsetzt, dass das, was der Berliner Rechnungshof seit Jahren in Millionenhöhe moniert, nämlich die Verschwendung unserer aller Steuern, beendet wird, wäre dies schon ein Erfolg.
Wenn die Kungelrunden der Politiker öffentlich würden, wenn wir als Steuerzahler und Bürger erfahren, was in den Sitzungen beispielsweise des mächtigsten Parlamentsgremiums Hauptausschuss entschieden wird, könnten sich die Piraten das auch als Erfolg verbuchen.
Notwendig ist jetzt konkrete Politik, die durchaus auch utopisch sein darf. Nur wer das Utopische im Blick hat, wird das Realistische erreichen. Den etablierten Parteien Konkurrenz machen, kreativ und mit Bodenhaftung im realen Leben, den herkömmlichen Politikbetrieb aufsprengen und Politik auf das zurück führen, was sie sein soll, nämlich Dienst am Bürger, diese Chance bietet sich jetzt 14 Piraten in den nächsten 5 Jahren. Wenn sie zeigen, dass Politik anders als bisher funktionieren kann, würde auch der immer weiter um sich greifenden Politikmüdigkeit entgegenwirken.
Hoffen wir, dass die Erwartungen der Piratenwähler erfüllt werden, und dass 15 Freibeuter nicht in den Mühlen eines realitätsfernen Märchenschlosses namens Abgeordnetenhaus mit Fahrdienst, Büro und Parlamentsbediensteten dem süßen Duft der Macht erliegen oder eingeschläfert werden.
Sie haben nur diese eine Chance.
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P.S.
Ist aber sehr gut, dass sie reingekommen sind. Gestern abend war ich auch gleichzeitig frustriert über die gegenüber ihrem Höchststand in Berlin halbierte Linke. Das bin ich heute immer noch. Da könne die Piraten aber nichjt all zu viel für. Zwar haben auch die Linken 12000 Stimmen an die Piraten abgegeben, aber die grünen haben in dieser Beziehung noch viel mehr Federn lassen müssen. Sie sind drin. Der Wähler hat gesprochen. Es war unfair von mir zu sagen, dass ich Ihnen nicht all zu viel zutraue. Der Wähler hat ihnen eine Chance gegeben und ich will es auch gerne tun. Das Argument, dass die Grünen vor 25 JAHREN relativ unbeholfen so wie jetzt die Piraten angefangen haben, stimmt ja. Ich hoffe jedenfalls, dass sie sich nicht dahin entwickeln, wo die Grünen jetzt inhaltsmässig und ideologisch angekommen sind. Aus Cem Özdemir hat heute morgen wieder die Staatsräson pur gesprochen. "Merkel gerne unerstützen, blah, blah, blah, nicht nur Parteipolitik, blah, blah,blah, aber danach muss die CDU ziegen wohin sie will, blah,blah,blah, ach wir sind ja so geil auf die Macht blah, blah, blah. ;)" Die Piraten haben mit dem Netz eine wichtigen thematischen Schwerpunkt , der die Gesellschaft immer mehr verändern wird, der eine Basis für ihre weitere programmatische Entwicklung bietet. Sie haben noch Utopien. Die Berliner Haushaltslage werden sie Roten rathaus noch ausführlich kennenlernen. Ich schließe mich dem Wunsch des Autors an, dass sie mit den Utopien im Blick das Realistische erreichen werden. Die Linke darf sich über eine Halbierung ihres Höchststandes in Berlin auch nicht wundern, denn selbst wenn sie vielleicht auch mitgeholfen haben Schlimmeres zu verhindern, so haben sie in Berlin auch Hartz IV mitgetragen. |
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Ära Rot-Rot ist beendet, die Zeichen stehen auf rot-grün, möglicherweise sogar auf eine große Koalition mit der CDU. Eins ist jedenfalls klar, um die rot-rote Suppe weiter zu kochen, bedarf es der Beteiligung der Piraten.
Kernforderung der Piraten heißt Transparenz, o.k, steht als zweiter Tagesordnungspunkt auf dem Programm. Aber wie sollen die Piraten dafür sorgen, dass unsere Milliardenverschuldung zusammenschrumpft? Das Piratenprogramm ruft nach Neuerungen, die in der Realität nicht finanzierbar sind und dem Staat eher noch mehr kosten werden. So ist die Rede von der Abschaffung der Regelstudienzeit, eine Lehrkraft für 15 Lernende, Einführung eines kostenlosen Mittagessens in Schulen, zur Entfaltung der Selbstbestimmung des Individuums individuelle Planung der Schullaufbahn usw. Den Ruf nach Stärkung der Hausbesetzerkultur kann ich jedoch nicht richtig einordnen. Alles in allem kann frischer Wind nie schaden und die geforderten Peiteipunkte werden so manch Alteingesessenen herrausfordern. Viele Grüße Katharina N. |
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Das sind haargenau die Argumente gegen die Grünen vor 25 Jahren. Ist die Alternative utopiefreie Realpolitik?
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Zwar schreiben Sie viel, kommentieren aber kaum etwas, trotzdem, weil so oder so alle nur für den Gulli quasseln
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Transparenz und Demokratie – da haben die Piraten etwas zu bieten - mit diesen Themen können sie interessante überparteiliche Bündnisse schließen - und könnten auch auf Unterstützung der Berliner Bürgermehrheit setzen.... Bin gespannt, wie sie sich machen. Hoffentlich bleiben sie lobbyistenresistent.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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