rolf netzmann

der weg nur ist das ziel

06.11.2010 | 03:30

Die Anzahl jugendlicher Selbstmörder steigt wieder

In welcher Gesellschaft leben wir, dass Jugendliche in ihr keine Zukunft mehr sehen und ihr junges Leben selber beenden? Jetzt veröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind alarmiernd, auch für die Politik?

2008 töteten sich 210 junge Menschen zwischen 15 und 19 Jahren, 2007 waren es noch 196. Selbst 17 Kinder unter 15 Jahren brachten sich um, 2007 waren es 24.

"Viele Kinder haben Zukunftsängste", sagte der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut Ulrich Müller aus Fulda. "Es hat den Anschein, dass es eine Krise nach der anderen gibt." Das mache die Zukunft für sie unabwägbar und kaum noch kalkulierbar.

Außerdem fehle es den Jugendlichen an Spielräumen, weil ihre Freizeit wegen des größeren Drucks in der Schule immer kürzer werde. Gerade in den Städten gebe es immer weniger Räume, in denen Kinder ohne Einschränkungen spielen und entdecken könnten, sagte Müller, der im Vorstand der Landeskammer der hessischen Psychologen arbeitet.

Zahlen, die uns vor Augen halten sollten, was die heranwachsende Generation von dieser Welt, die wir Erwachsenen prägen, hält.

Quelle : n-tv.de, 06.11.2010

 

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 06.11.2010 um 03:46
Zukunftsängste? Ich glaube an diese Begründung nicht. Eine gute Zukunft war für die Menschen nie garantiert. Tausende und Abertausende Generationen vorher hatten viel mehr Gründe um Ihre Zukunft zu fürchten als die Jugend von heute. Wenn jeder sich damals umbringen würde, wäre die Erde jetzt menschenleer. Übrigens: Dir größte Zukunftsängste entstehen logischerweise in den Krisengebieten, nicht in der Europa. Wie hoch ist da die Anzahl jugendlicher Selbstmörder? Vermutung: sehr niedrig.
weinsztein schrieb am 06.11.2010 um 04:04
Was wäre also Ihre Begründung, Krem-Browning?
rolf netzmann schrieb am 06.11.2010 um 04:27
Die jüngste Shell Jugendstudie hat als ein Ergebnis gebracht, dass die heutige Jugend wieder politisierter ist. Wenn Jugendliche aber, um nur ein Beispiel zu nennen, erleben müssen, dass von den Erwachsenen gewählte Politiker einen bereits existierenden gesellschaftlichen Konsens wieder auflösen, um 4 große Energiekonzerne zu beschenken und dabei das Entsorgungsprobem in ihre Generation verschieben, oder noch weiter nach hinten, dann entstehen Zukunfttsängste.
@Krem-Browning, ihr Einwand stimmt nur zum Teil. Sicherlich war für die Masse der Bevölkerung eine gute Zukunft nie garantiert. Und doch sind die existentiellen Gefahren heute plastischer und greifbarer für die Jugend, sie sind konkreter, was die unmittelbare Lebenssituation betrifft.
Und in Krisengebeiten gibt es keine verlässlichen statistischen Angaben wie in Deutschland, daher mutmassen wir nur.
rolf netzmann schrieb am 06.11.2010 um 04:32
Die jüngste Shell Jugendstudie hat als ein Ergebnis aufgezeigt, dass die Jugend von heute wieder politsierter ist. Sie erlbt aber auch die globalen Gefahren konkreter, Klimawandel, eine Politik, die auf die existentiellen Fragen der Menschheit keine Antworten gibt, ein weiter so, es ging bisher ja immer gut. Das erzeugt Zukunfstsängste, was passiert mit dem Atommüll in Gorleben, unter welchen Wetterbedingeungen werden wir in 20 Jahren leben. Insofern, Kfrem-Browning, hinkt ihre Argumentation. Es sit eben so, dass heute vieles plastischer erschient, konkreter erlebbar ist als in früheren Generationen.
Ehemaliger Nutzer schrieb am 06.11.2010 um 09:25
Ähm... entschuldigen Sie bitte, aber wie stellen Sie sich das vor? Ein Jugendlicher sitzt vor dem Fernsehe und mitkriegt, dass 4 große Energiekonzerne beschenkt wurden... und dann denkt er verzweifelt: Nee, das geht gar nicht, ich muss mich dringend mal umbringen?

Wissen Sie, wie stark der Überlebensinstinkt ist? Und wissen Sie, was so alles passieren muss, bevor man entscheidet, sich umzubringen... und insbesondere bevor man es wirklich tut?

Sie schreiben: "Und doch sind die existentiellen Gefahren heute plastischer und greifbarer für die Jugend, sie sind konkreter, was die unmittelbare Lebenssituation betrifft."

Na ja... noch vor relativ kurzer Zeit litten die Menschen überall (auch in Europa) von Hunger, unheilbare Krankheiten (die heutzutage entweder nicht mehr existieren oder problemlos behandelt werden), lokalen Kriegen ohne Ende, heiliger Inquisition, erbarmungslosen adligen Herren, Ausbeutung, Räuber et cetera. Fast jeder stand fast jede Zeit unter der Gefahr, ermordet, vergewaltigt, misshandelt, missbraucht oder was auch immer werden. Aber das waren natürlich keine existenzielle Gefahren bzw. wenn schon, dann nicht solche, die man konkret spüren kann. Aber heute!.. wenn man z.B. mitbekommt, dass große Energiekonzerne von den Politikern beschenkt wurden!.. da gibt es natürlich keine Möglichkeit mehr, sich vor dem Fernsehe bequem einzukuscheln... man muss die Chips-Tüte und Cola-Flasche verzweifelt ihrem Schicksal überlassen und sich dringend umbringen, bevor es zu spät wird...
carlfatal schrieb am 06.11.2010 um 05:43
Vielleicht hat Krem-Browning mit seiner Vermutung nichtmal Unrecht, daß die Selbstmordquote in Krisengebieten relativ gering ist, Einige der weltweit höchsten sind in Ländern wie Russland, Weißrussland und Kasachistan, solches hab´ ich zumindes in letzter Zeit irgendwo gelesen. Möglicherweise sind zementierte Verhältnisse für Menschen mit dem Wunsch nach Entwicklungsmöglichkeiten tödlich, und nun ja, mir wird´s in D gerade auch ein wenig zu unbeweglich, zu betoniert, Schlechte Verhältnisse ohne Aussicht auf Verbesserung: das ist die Hölle, wie ich sie mir vorstelle,
mfg, cf
Ehemaliger Nutzer schrieb am 06.11.2010 um 08:56
Werden Jugendliche wirklich sooo sehr durch politische Einflüsse geprägt das sie sich deswegen für Suizid entscheiden, weil sie Angst vor einer unvorhersehbaren Zukunft haben? Ich bin sehr skeptisch gegenüber einem "Nanni-Staat" der für sich das Recht in Anspruch nimmt für diese gefährdeten Jugendlichen sorgen zu müssen. Das ist gefährlich. Es braucht keinen Führer der sagt wo's lang geht!

Also, selbst wenn Misstrauen oder Ohnmacht gegenüber arroganter wie hilfloser Politik sicher eine große Rolle im Alltag junger Menschen spielt, bleibt immer noch die Tatsache bestehen, das einem Suizid bekannte Anzeichen, Verhaltensweisen, voraus gehen die durchaus erkannt werden können. Zumindest von den Eltern! Oder wird in Deutschland nicht mehr mit den eigenen Kindern gesprochen?

Welche anderen Faktoren verursachen / liefern also wichtigere Motivationen als die "Politik"? Ängste bei Schule und Versagen bei Ausbildung.

@ Krem-Browning: Fakten bitte, konkret! Haha, Europa schön reden ist total an der Realität vorbei! In "Krisengebieten" ist es ironischerweise genau umgekehrt. Ich habe immer wieder erlebt das genau diese unsicheren Zukunftsperspektiven zu viel Solidarität und Kreativität führte.
Auf die Fresse hauen
Kosovo

Das löst Energien aus, die eher in Richtung Europa (oder USA) abzielen als ins Grab.
Migrations-Kandidaten
Kosovo
Deaktivierter Nutzer schrieb am 06.11.2010 um 08:59
oh mann, kein kommentar wäre hier wohl die richtige reaktion, vielleicht aber auch kopfschütteln.
Ernst schrieb am 06.11.2010 um 12:29
Eine Differenz von 14 Suiziden über 2 Jahre hinweg ist nun nicht gerade eine signifikante Aussage. Dazu benötigt man schon wesentlich mehr Jahre im Vergleich.

Suizide in der BRD über alle Altersgruppen hinweg in langen Zeitreihen finden sich hier: www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/Gesundheitswesen/AktuellSuizid,property=file.pdf
rolf netzmann
life is illusion, adventure, challenge...but not a dream
Ort:
berlin
Mitglied seit:
2 Jahre 10 Wochen
Zuletzt aktiv:
24.05.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 322
Kommentare: 841
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
12:56
Untitled hat gerade einen Kommentar geschrieben.
12:56
Rosa Sconto hat gerade einen Kommentar geschrieben.
12:51
Rosa Sconto hat gerade einen Kommentar geschrieben.
12:35
Untitled hat gerade einen Kommentar geschrieben.
12:34
Lethe hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG