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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Meine Frau weint

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Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

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Kultur : Die Endlichkeit des Seins

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Jeder Mensch braucht Haltepunkte im Leben. Sie geben uns innere Stabilität und sorgen für psychisches Wohlbefinden. Eine intakte Partnerschaft, eine Arbeit, die mehr Berufung als nur nur ein Job ist, ein gemütliches Heim und Freunde sind solche Haltepunkte.
Was aber, wenn diese erodieren, sich auflösen und wegbrechen? Wenn die Partnerschaft zerfasert und auseinanderbricht, kommt mehr als nur die physische Einsamkeit. Die Phase der Stabilität wird abgelöst von einer Phase des Suchens nach der eigenen Identität, der Unsicherheit und vielleicht sogar Verzweiflung. Verbleibende Haltepunkte wie Freunde oder die Arbeit werden in ihrer Bedeutung überhöht wahrgenommen. Die Endlichkeit jeden Seins wird spürbar, intensiv und real.
Irgendwann geht diese, sehr schmerzhafte Phase über in eine Phase des neu Ankommens, psychische Stabilität wird wieder erlebbar. Die Erkenntnis, sich etwas Neues aufgebaut zu haben, verschafft Glücksgefühle, eine vorher so möglicherweise nie gekannte innere Stärke ist fühlbar.
Tritt dann noch ein neuer Partner in unser Leben, verbreitert sich die emotionale Basis noch mehr. Die Endlichkeit des Seins wird nicht mehr wahrgenommen, obwohl sie weiterhin existiert. Das reale Leben bereitet wieder Freude, Genuß und aktive Lebensgestaltung bestimmen das Gefühlsleben.

Doch was ist, wenn diese Phase jäh endet? Wenn sich die Erkenntnis Bahn bricht, dass der neue Partner doch nicht passt und unser Unterbewusstsein die gespeichterten Lebenserfahrungen mit der Realität abgleicht und unsere Seele sich wehrt? Oder wenn die Endlichkeit des Seins brutal erlebbar wird, der Partner, auf den wir so viel gesetzt haben, der unser Stabilitätsanker in den Stürmen des Lebens geworden ist, stirbt? Wo sind dann die Haltepunkte, die wir brauchen?

Sind es dann vielleicht die Kinder aus der zerbrochenen Beziehung, gar der Ex-Partner, mit dem im Streit gebrochen wurde? Was bürden wir diesen Menschen damit für eine Verantwortung auf, die sich aus unserer eigenen seelischen Not Bahn bricht? Diese Menschen müssen, um Halt geben zu können, ja auch nur, um zuhören und Trost spenden zu können, eine ungeheure menschliche Größe beweisen. Erlebte Erniedrigungen und Demütigungen, die ihr Unterbewusstsein gespeichert hat, müssen sie beiseite schieben, um diese ihnen angetragene Rolle anzunehmen. Sie müssen eine emotionale Bindung wieder aufnehmen, die vielleicht schon Jahre nicht mehr existiert. Auch sie haben ihr Leben weitergelebt, sich weiter entwickelt, auch sie sind neue Bindungen eingegangen.

Wer hier besteht, wer Vater oder Mutter, Ex-Mann oder Ex-Frau wirklich in einer Phase tiefer emotionaler Verzweiflung und Trauer beistehen kann, verdient höchsten Respekt. Er lebt eine Mitmenschlichkeit, die nicht alltäglich ist und die auch nicht jeder leben kann.
Wer hier ablehnt, wer diese angetragene Rolle nicht annimmt, verdient aber ebenso Respekt, dafür, dass er offen zu sich steht. Und er verdient es keinesfalls, dafür gescholten zu werden.

Die Endlichkeit des Seins trifft jeden von uns, wir wissen es und verdrängen es immer wieder, weil wir es nicht wahrhaben wollen. Diese Schutzfunktion unserer Seele wird aber immer wieder durchbrochen, auch durch solche Fälle.

Und es ist eine sehr persönliche Entscheidung, wie wir damit umgehen. Nur wir selber treffen sie und dürfen zu Recht erwarten, dass sie respektiert und nicht hinterfragt wird.

zuerst veröffentlicht unter mann-im-netz.blogspot.com

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