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Dass Rauchen der Gesundheit nicht gerade förderlich ist und dass die Krankenkassen pro Jahr erhebliche Summen für die Folgeschäden des Tabakkonsums ausgeben, ist bekannt. Die Pläne eines bis dahin unbekannten EU Kommissars für ein weitestgehend rauchfreies Europa liegen seit einiger Zeit auf dem Tisch.
Nun plant also die Bundesregierung eine Erhöhung der Tabaksteuer. Möchte sie damit den Weg der letzten Jahre weiter gehen, der zu Nichtraucherschutzgesetzen in den Bundesländern führte? Möchte sie entwöhnungswilligen Nikotinsüchtigen mittels Erhöhung des Preises das Aufhören erleichtern? Schön wäre es, wenn dies die Gründe sein könnten, das wäre ja noch zu verstehen.
Nein, es ist eine Erhöhung einer reinen Verbrauchssteuer, auf Tabak, um energieintensive Industriezweige wie die Metallurgie von einer geplanten Erhöhung der Ökosteuer auszunehmen. Der Beitrag der Industrie an dem Konjunkturpaket der Bundesregierung wird dadurch weiter verringert.
Zur Zeit nimmt der deutsche Fiskus etwa 13 Milliarden Euro pro Jahr an Tabaksteuer ein. Im nächsten Jahr wird er etwa 500 Millionen Euro weniger an Ökosteuer einnehmen, weil die oben erwähnten energieintensiven Industrien entlastet werden. Dafür sollen die Raucher etwa 200 Millionen mehr an Steuern zahlen. In den Jahren 2012/2013 betragen die Mindereinnahmen aus der Ökosteuer etwa 580 Millionen Euro, die durch die Tabaksteuer mit prognostizierten 700 Millionen Mehreinnahmen gegenfinanziert werden sollen. Gegenfinanziert? Werden diese Zahlen Realität, ergibt sich per saldo eine satte Mehreinnahme für den Staat.
Nun argumentieren Politiker der Regierungskoalition zusammen mit den Spitzenvertreten der deutschen Wirtschaft mit dem Argument der Arbeitsplätze. 870.000 Arbeitsplätze seien durch die geplante Erhöhung der Ökosteuer gefährdet, so heisst es von Wirtschaftsvertretern. Hermann Gröhe, der CDU Generalsekretär, meinte, dass den Deutschen die Arbeitsplätze immer noch wichtiger als die Glimmstengel seien. Und der CDU Ministerpräsident des Saarlandes, Peter Müller, mahnte an, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht aufs Spiel zu setzen, indem sie durch Steuern über Gebühr belastet werde.
Andere Worte kommen von der Grünen-Chefin Roth. Sie meinte, die Lobbyisten hätten sich wieder einmal durchgesetzt und ihren Einfluß auf die Kanzlerin gezeigt. So ist es eben auch zu betrachten. Anstatt sich mit den mächtigen Wirtschaftsverbänden und deren Lobbyisten anzulegen, wählt die Bundesregierung den Weg, der weniger Widerstand bedeutet, die Erhöhung einer Verbrauchssteuer.
Von einem gesundheitspolitischen Apekt dieser Steuererhöhung war übrgens nirgendwo die Rede. Der dafür verantwortliche Ressortchef Rösler war zu diesem Thema nicht zu hören oder sehen, er setzt lieber ein Bund-Länder-Arbeitsgruppe ein, um über den Ärztemangel in ländlichen Gebieten zu diskutieren
Insofern geht die Bundesregierung ihren Weg doch weiter, den der Steuergeschenke an die Wirtschaft. Und ich gehe jetzt erstmal eine rauchen.
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Rolf Netzmann: "Dass Rauchen der Gesundheit nicht gerade förderlich ist und dass die Krankenkassen pro Jahr erhebliche Summen für die Folgeschäden des Tabakkonsums ausgeben, ist bekannt."
Dass Abgase und Feinstaub der Gesundheit auch nicht gerade zuträglich sind ist ebenso gut bekannt? Und wie hoch die Summen sind, welche die Krankenkassen für die Folgeschäden ausgeben sind auch nicht so bekannt, gell? Aluminiumherstellung ist beispielsweise eine dieser "energieintensiven Industrien". Steht im Verdacht, Alzheimer und Allergien auszulösen. (www.scienceblogs.de/lob-der-krankheit/2008/12/aluminium-die-evidenz.php). Aber psssst! Sonst kommt womöglich noch einer auf die Idee, die Summen, welche für die Krankenkassen als Folgeschäden aus dem Arbeitsprozess dieser "energieintensiven Industrien" resultieren, aufzurechnen...Muss ja nicht sein, denn ein Sündenbock wurde bereits ausgemacht. |
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Life Miles, sie haben ja Recht, nur wie sie selber schreiben, ein Sündenbock wurde schon gefunden. Der eigentliche Skandal ist doch, dass die Wirtschaft wieder geschont wird und dafür einfach mal wieder eine Verbrauchssteuer erhöht wird, die in 3 Jahren sogar mehr einbringen soll als die Steuermindereinnahmen für die Industrie, der Staat also auf Kosten der ach so bösen raucher sogar noch Gewinn macht
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schrieb am
26.10.2010 um 01:39
Völlig d'accord mit Ihnen, rolf netzmann.
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Leif und Rolf: d'accord !
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Es ist jetzt klar: Schwarz-Gelb sorgt sich nicht mehr ob sie sich lächerlich machen. Aber so absurd diese Idee ist, sie hat System: der Schwarzmarkt wird zunehmen darauf werden die "Sicherheits"-Organisationen dann von Tabak-Mafia schwafeln...
Und in Deutschland wird alles mit kalbsäugigem Blick beobachtet. |
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Man könnte denken, die Tabak-Mafia hat eine Lobby in Berlin. Aber eigentlich bevorzugen die andere Methoden. Oder gibt es vielleicht doch 2 (zwei) Tabakmafien?
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schrieb am
27.10.2010 um 19:07
Nö Luggi, das hat jedes System immer schnell kapiert: Ziesen- und Bierfabrik ist ein Muss, sonst wird's kritisch.
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WAS Wer Kauft denn noch Zigaretten in Deutschland? Bei uns im Betrieb läuft das AMEISEN PRINZIP Täglich wechseln Stangen aus Luxenburg die Besitzer von Kaffe gar nicht zu Reden Kaffepads 100 Stück zu 3,99 Normal Röstung
extra Stark zu 4,99 allein bei mir im Büro liegen immer 4 bis 6 Packungen zu a100 rum. Die Kaffekasse und die Maschiene sind für jeden öffentlich ein Kaffe kostet 10 Cent mann wird zwar nicht reich aber die vielen Lkw Fahrer nutzen dies gern und oft. EIN VOLK STIMMT IMMER MIT DEN FÜSSEN AB Ein Zitat von einem Mitarbeiter "von mir aus können die Zigaretten 100 Euro kosten ich kaufe KEINE Zigaretten in Deutschland" in diesem sinne Eykiway |
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@ volle Zustimmung
Rauchen für Afghanistan, rauchen für den Aufschwung! Wäre es nicht ebenso interessant die Steuer für Alkohol anzuheben? Die "Getränke"-Lobby ist allerdings noch präsenter und effizienter in der Verhinderung ihrer Vormachtstellung auf dem Markt der Umnebelung als die Raucher-Lobby. |
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Tolle Lobbyistenpolitik die unsere Politik veranstaltet. Dank gilt Schwarz-Gelb... Die Raucher finden sich ja seit neustem in guter Gesellschaft mit den Ärmsten unserer Gesellschaft.... Angie Ade... sag ich da nur... Grün regiert die nächsten 4Jahre...
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@ hmburger, nur die Grünen brauchen auch Geld und die Verbrauchssteuern anzuheben ist nun mal der einfachste Weg mit dem geringsten zu erwartenden Widerstand für jede Regierung, egal wer die Macht hat....
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Eigentlich ist eine Steuer auf Tabak, wie auch auch Alkohol nicht recht einzusehen. Warum soll jemand, der gerne raucht oder Bier dem Orangensaft vorzieht, dafür bestraft werden? Das ist nur vertretbar, wenn mit dem Rauchen besondere Kosten für die Allgemeinheit entstehen, wie zum Beispiel Autofahrer Kosten verursachen für Straßenbau. Das wären dann beim Rauchen die Kosten für erhöhte Gesundheitsausgaben. Allerdings tragen diese Kosten die Kassen, nicht die Allgemeinheit. Und die Kassen haben nichts von der Steuer. Ob die Krankenkassen aber wirklich durch Raucher belastet werden, scheint mir höchst zweifelhaft. Jeder Mensch hat irgendeine Krankheit vor dem Tod und verursacht im letzten halben Jahr seines Lebens erhebliche Krankenkastenkosten. Und wenn es zutrifft, dass Raucher früher sterben (denken wir jetzt mal nicht an Loki Schmidt), ist dies kostenintensive halbe Jahr einfach etwas früher. Das spart dann wieder Ausgaben der Rentenversicherung. So gesehen: der Staat müsste das Rauchen eigentlich subventionieren...
Viele Grüße, Tartaruga |
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Schildkröte schrieb am 27.10.2010 um 15:15
Liebe Schildkröte, Sie dürfen den Bogen gern weiter spannen. Für jegliche Steuern gibt es nur einen legitimen Grund: Der Staat benötigt für seine Aufgaben Geld. Für diese Begründung gibt es nur ein Prinzip der Beschaffung: Entsprechend der Leistungsfähigkeit soll jeder Bürger zahlen. Im Ergebnis ist dann nur eine einzige Steuer wirklich berechtigt und gerecht: Die Besteuerung der Einkünfte. Indirekte Steuern wie z.B. MwSt, Tabaksteuer, Kaffeesteuer usw. sind somit Unfug. Viele davon sollen nicht nur Einnahmen generieren, sondern gleichzeitig auch noch Verhaltensweisen 'steuern'. In der Regel laufen beide Effekte gegenläufig ab; damit widersprechen sie sich eben. Zu unterscheiden von Steuern sind Gebühren und Abgaben. Diese sind bedingt durch staatliche Vorleistungen und sollten auch zweckgebunden bestimmt und verwendet werden. Leider ist die Realität anders. |
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Ich hatte mir in meinem Blog auch Gedanken zum Thema gemacht, ich füge einen Link hier ein
www.freitag.de/community/blogs/binikatz/leute-raucht Ich sollte vielleicht noch anfügen, daß ich Nichtraucherin bin ... |
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Ich zitiere aus der "Süddeutschen Zeitung" vom 3.11.2010, S. 1:
„Energiekonzern RWE trickst bei Atomsteuer Berlin - Noch vor der Einführung der Atomsteuer zum Jahreswechsel tauscht der Energiekonzern RWE 92 Brennelemente im hessischen Atomkraftwerk Biblis B aus, um Steuerzahlungen zu vermeiden. Man werde in den nächsten Wochen wegen eines „außerplanmäßigen Stillstands“ fast die Hälfte der 193 Brennelemente auswechseln, teilte der Konzern mit. RWE spart dadurch 280 Millionen Euro.“ Legt man die anfängliche Steuererhöhung ab 2011 von 0,22 Cent pro Zigarette zugrunde, so müssten, lediglich um dieses Defizit auszugleichen, die deutschen Raucher 1 272 727 272,73 Zigaretten mehr konsumieren. Hoffentlich sind sie fit genug, um diese Last zu schultern … |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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