rolf netzmann

der weg nur ist das ziel

12.11.2010 | 03:55

Ein Bambi für sein Lebenswerk

Gestern Abend wurden in Potsdam die Bambi´s 2010 vergeben. Für sein Lebenswerk wurde Udo Lindenberg ausgezeichnet. Der Panik-Rocker hat es verdient, finde ich. Lindenberg spielt virtuos mit der deutschen Sprache, " und in seiner bodenlosen Lodenhose hingen seine Hoden lose", er singt einfühlsam und unter die Haut gehend, "Wozu sind Kriege da" und er rockt natürlich, mit ironischen Texten , "Da lieb ich mich doch erstmal selber".

Mit dem unverzichtbaren Hut und der Sonnenbrille, in Lederhose und Nietengürtel steht er auf der Bühne. Den Bambi in die  Höhe reckend widmet er ihn seinen Eltern Gustav und Hermine, " ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre". Dann kommt er zu seinem Thema, das ihn schon immer beschäftigt hat, Ost und West, das zusammen gehen, sein "Mädchen aus Ostberlin". Dieses Mädchen steht mit ihm auf der Bühne, Anna, die die Hauptrolle in seinem Musical singen wird, welches ab Januar im Theater am Potsdamer Platz in Berlin aufgeführt wird. Udo hat die Lacher auf seiner Seite, als er erklärt, dass er es sich jeden Abend ansehen wird.

Das Lebenswerk von Udo Lindenberg, das ist Musik, waren in den 70-ern und 80-ern volle Hallen, die " Dröhnlandsinfonie ", ausverkaufte Tourneen, das sind heute aber auch die Likörelle des Malers Lindenberg, die es bis in das Kanzleramt geschafft haben. Das sind unzählige Hits, Duette mit Nina Hagen und Alla Pugatschowa, um nur zwei Künstlerinnen zu nennen. Das ist das legendäre Panicorchester, Carl Carlton und Frank Diez, das sind unzählige Hits, rockig, aber auch sanft und schwermütig.

Und immer auch politisches Engagement, die Lederjacke für Honecker und die geplatzte Tournee durch die DDR, die er nach 1990 mit vielen Auftritten nachholte. Das sind "Gitarren statt Knarren" und der legendäre "Sonderzug nach Pankow" und leise Lieder, wie das dahingehauchte " Messer in mein Herz".

Hinter dem Lebenswerk geht es immer weiter, und Udo hat noch viel vor. Herzlichen Glückwunsch gilt es einem großartigen Künstler zu sagen, und, wir sehen uns im Theater am Potsdamer Platz. Vielleicht sitzt der Meister ja dann neben mir.

 

 
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Kommentare
kay.kloetzer schrieb am 12.11.2010 um 04:10
mal abgesehen davon, dass diese veranstaltung nicht der erste beweis war, dass die deutschen im TV nicht mal feiern können - hat uns udo nicht gerade den " jakob-grimm-preis deutsche sprache" (!) bekommen? wenn das die norm ist, möchte ich gern den einwanderunsgtest machen.
rolf netzmann schrieb am 12.11.2010 um 04:22
stimmt, den hat er bekommen, die Laudatio dafür war im Freitag abgedruckt. Udo ist eben ein Original, lies dir seine Texte mal in Ruhe durch, es lohnt sich, auch, was die Sprache betrifft...
Gustlik schrieb am 12.11.2010 um 08:26
carmen kam und der nebel ging.
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