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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
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In der aktuellen Ausgabe des FREITAG schreibt Jo Hochfeld über einen angeblichen Berliner Theaterskandal. Gemeint ist das Stück "Ich bin nicht Rappaport" im Berliner Schlossparktheater. Hier wird der Schauspieler Joachim Bliese, der die 70 inzwischen weit überschritten hat, schwarz angemalt, um einen Afroamerikaner darzustellen.

Zunächst fällt bei dem Autor des Kommentars der angenehm sachliche Ton auf, und, dass er auf auf das Urheberrecht hinweist, dass es aufführenden Bühnen verbietet, dieses Stück woanders als im Central Park und mit anderen Darstellern als dem Schwarzen Midge und dem Juden Nat aufzuführen.

Nun ist das Schlossparktheater das Lieblingstheater von mir und meiner Partnerin. Wir besuchen dort regelmäßig Aufführungen und sind immer wieder gern dort, weil die Qualität der Stücke, das Bühnenbild und die Darsteller beeindrucken. "Alexandra",das Bühnenstück über das Leben der Sängerin, war einfach ein glanzvoller Abend. ( Siehe meinen Blog dazu ). Dieter Hallervorden als Intendant hat den Mut, nicht nur Klassiker auf die Bühne zu bringen, sondern modernes Theater zu gestalten. Kabarett wie zu Silvester mit Arnulf Ratings "Stresstest Deutschland", übrigens sehr zu empfehlen, wechselt sich mit Lesungen, Solostücken und, ja auch, klassischem Theaterrepertoire ab.

Warum nun aber dieser angebliche Skandal? Kann das Blackfacing wie bei Bliese wirklich in einen Kontext zu den rassistisch motivierten Minstrel Show gesetzt werden? Oder ist es nicht die künstlerische Freiheit von Theatermachern, die ein Stück auf die Bühne bringen, das so universell geschrieben ist, dass es überall auf der Welt handeln könnte? Hallervorden hat sich nach eigenen Angaben um einen afroamerikanischen deutschen Darsteller bemüht und keinen gefunden.

Möglich ist auch etwas anderes. Die Vorwürfe des Rassismus kursieren im Internet, sind also auch anonym. Das Schlossparktheater ist ein privates Theater. Im Gegensatz beispielsweise zum hoch vom Berliner Senat geförderten Deutschen Theater erhält es keine staatlichen Zuschüsse. Allerdings hat es vor einiger Zeit von der Lottostiftung Berlin zur Sicherung des Spielbetriebes 600.000 Euro erhalten. Mehr als eine halbe Million, dass ist viel Geld, Zuwendungen, die andere freie, privat finanzierte Berliner Kultureinrichtungen auch gerne auf ihren Konten hätten.

Liegt hier der Grund, dass ein Theater, das ein fester Bestandteil der Berliner Kulturszene ist, das von den Zuschauern angenommen wird und innovativ ist, jetzt so angegriffen wird? Das Argument des Rassismus erscheint mir an den Haaren herbeigezogen und nicht stichhaltig. Eine Verbindung zu den Minstrel Shows, in denen schwarze US-Bürger verunglimpft wurden, ist hier nicht gegeben, zumal Hallervorden und sein Ensemble sich schon aus urheberrechtlichen Gründen strikt an die Originalfassung halten mussten.

Etwas mehr Gelassenheit und Respekt vor dem Ensemble des Schlossparktheaters wäre hier wirklich wünschenswert. Eine solche, auch unsachliche Schmutzkampagne, hat es nicht verdient.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.