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Über den Artikel von Ulrich Schäfer wird hier in der Community ja ausgiebig diskutiert. Warum aber werden die in diesem Artikel genannten Fakten so angezweifelt? Dass die Billionen an Vermögen und Millionen an vernichteten Arbeitsplätzen nicht mit detaillierten Fakten unterfüttert sind, stimmt. Nur gibt es dafür überhaupt konkrete Zahlen oder kann dies nur geschätzt werden?
Dass die Dauerrivalität zwischen dem FBI und der CIA dazu geführt hat, dass offensichtliche Anschlagsvorbereitungen nicht erkannt wurden, stimmt auch. Und dass Geheimdienste in der Wahl derjenigen Kräfte, die sie unterstützen und die für die Geheimdienste die Dreckarbeit erledigen, nicht wählerisch sind, ist ebenfalls richtig.
Daraus aber zu schließen, dass El Kaida überhaupt nicht existiert, ist das zulässig? Die bis heute nicht ausgeräumten Unstimmigkeiten bei der Ausführung von 9/11 lassen viel Raum für Spekulationen. Nur heißt das, dass es wirklich die Amerikaner selber waren, die das WTC in Schutt und Asche legten? Haben amerikanische Geheimdienste den Tod von mehr als 3100 eigenen Staatsbürgern billigend in Kauf genommen? Das ist schwer vorstellbar!
Außerdem, wen haben die amerikanischen Spezialkräfte dann mehr als ein Jahrzehnt gejagt und schließlich erschossen? Wen, wenn nicht Bin Laden?
Kommen wir zu den realen Fakten. Die Anschläge in Madrid und London sind solche Fakten. Sie haben mehr als 250 Menschenleben gekostet. Der Anschlag in Bali kostete ebenfalls mehr als 200 Urlauber das Leben. Sollte all das das Werk der CIA sein? Sollten amerikanische Agenten ein Loch in den Rumpf des US-Kriegsschiffes gesprengt haben, das in Jemen vor Anker lag? 8 Seeleute, alles US-Bürger, verloren dabei ihr Leben. Die Beispiele ließen sich weiter fortsetzen.
El Kaida ist kein Mythos, sondern Realität. Und El Kaida hat eine permanente Gefährdungssituation aufgebaut, auf die die westlichen Industriestaaten reagiert haben. Auch hier wieder reale Fakten. Das gemeinsame Terrorabwehrzentrum von Polizei und Geheimdiensten in Deutschland beruht auf der richtigen Annahme, dass polizeiliche und geheimdienstliche Erkenntnisse für eine effektive Terrorabwehr gebündelt werden müssen. Dieses Zentrum kostet finanzielle, personelle und technologische Ressourcen, es kostet viel Geld. Geld, was dem Staat an anderer Stelle fehlt. Als erkannt wurde, dass El Kaida den Luftfrachtverkehr zu nutzen beginnt, um seine todbringende Fracht zu transportieren, wurden die Kontrollen der Luftfracht auf den deutschen Flughäfen verstärkt. Auch dies, es wurde dafür neues Personal eingestellt, gab es nicht zum Nulltarif.
Die Behauptung von Ulrich Schäfer, dass El Kaida den ökonomischen Bankrott anstrebt, ist also nicht von der Hand zu weisen. Die westlichen Industriestaaten haben beträchtliche technologische, finanzielle und personelle Ressourcen seit 2002 in die innere Sicherheit gesteckt.
Dass mit dem Argument der Terrorabwehr auch Freiheits – und Bürgerrechte geschleift wurden, darauf bin ich in meinem ersten Blog zu diesem Thema bereits eingegangen. Dass all die realen und im Vorfeld vereitelten Terroranschläge aber nur dem Ziel galten, diese Rechte einzuschränken, wer mag daran ernsthaft glauben?
Kommen wir zu dem moralischen Bankrott. Dieser rührt aus einer Veränderung in unserer Gesellschaft seit 2002. In Europa haben seitdem Parteien, die ausländerfeindliche Positionen vertreten, einen deutlichen Zulauf erfahren. Genannt seien hier der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, die Schwedendemokraten oder die Wahren Finnen. Viktor Orban hat in Ungarn mit dieser Politik sogar eine satte absolute Mehrheit bei der letzten Parlamentswahl eingefahren. In Deutschland war die NPD politisch tot. Inzwischen sitzt sie bereits die zweite Legislaturperiode im Sächsischen Landtag und auch im Schweriner Landtag beginnt sie nun ihre zweite Legislaturperiode. Sie ist für viele Deutsche wählbar geworden. Ausländerfeindliches Gedankengut reicht heute bis weit in die Mitte unserer Gesellschaft.
Nun wäre es falsch, für all dies El Kaida allein in Haftung zu nehmen. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die diese Entwicklung befördert haben. Nur stimmt eben auch, dass Muslime heute mehr als früher als Feindbild der Deutschen gelten. Dies wiederum fördert das Abschotten der Bürger muslimischen Glaubens, sie rücken näher zusammen. Es führt zur der Bildung von Parallelgesellschaften mitten in Deutschland. Weltoffenheit, Toleranz und die das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen verkümmern damit, Ausländerfeindlichkeit in all ihren Facetten wird damit gefördert. Die Ausweisung von Sinti und Roma aus Frankreich zeigt, dass ein solches Verhalten sogar Staatsdoktrin werden kann. Es ist schizophren, dass in einer immer mehr globalisierten und vernetzten Welt auf der anderen Seite eine Erhöhung der eigenen Nation einhergeht. Eine Erhöhung, die den Platz für integrationswillige und integrationsfähige Ausländer immer mehr einengt.Bemerkenswert ist doch auch, dass sich die Ausländerfeindlichkeit nicht gegen beispielsweise in Deutschland lebende Italiener oder Griechen, sondern deutlich gegen Araber und andere Muslime richtet.
Kommen wir noch einmal zur NPD. Im Berliner Wahlkampf verwendet diese Partei ein Plakat, auf dem ein fliegender Teppich zu sehen ist. Darüber steht „Guten Heimflug“. Hier wird ein der Öffentlichkeit bekanntes arabisches Symbol, der fliegende Teppich, mit einer zutiefst menschenverachtenden Botschaft verbunden.
Zusammengefasst ist festzustellen, dass der Einfluss von El Kaida auf die westliche Zivilisation objektiv vorhanden ist. Ob wir ihn sehen und welche Schlüsse wir daraus ziehen, ist eine ganz andere Frage. Wie sehr westliche Geheimdienste in Aktivitäten des Terrornetzwerkes involviert sind, wird die Öffentlichkeit nie ganz erfahren.
Nur dass El Kaida in den letzten Jahren die Veränderungen in unserer Gesellschaft mit geprägt hat, lässt sich nicht leugnen.
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Zitat Netzmann: "Zusammengefasst ist festzustellen, dass der Einfluss von El Kaida auf die westliche Zivilisation objektiv vorhanden ist."
Es ist alles noch viel schlimmer und doch so offensichtlich, man konnte es im Freitag bei Bill Bryson lesen: " ... selbst nach vorsichtigsten Schätzungen ist die Treppe die zweithäufigste Ursache von Unfalltoden, weit hinter Autounfällen, doch weit vor Ertrinken, Verbrennen und ähnlich argen Missgeschicken. Obendrein kommen Treppenstürze die Volkswirtschaft teuer zu stehen; man muss sich nur die anfallenden Arzt- und Krankenhauskosten vergegenwärtigen sowie die Kosten, die durch den Arbeitsausfall entstehen. In Anbetracht dessen ist es schon merkwürdig, dass man dem Treppensturz nicht mehr Aufmerksamkeit zollt." Der Clou: Sturz auf spanisch: caida. Apropos spanisch: "Nachdem sich beispielsweise der mutmassliche Organisator der Anschläge (Madrid 2004) nach wenigen Wochen gemeinsam mit sieben weiteren Terrorverdächtigen bei einer Razzia in die Luft gesprengt hatte, konnte man der Presse entnehmen, dass die Polizei ihn seit Jahren überwacht hatte. (AP) Außerdem waren zwei der mutmaßlichen Attentäter Polizeispitzel gewesen, unter ihnen derjenige, der den Sprengstoff besorgt hatte. Die Polizei wusste vom Verkauf des Sprengstoffes und der Waffen an die Attentäte. Weiterhin kam ans Licht, was in solchen Fällen offenbar dazugehört: eine Daten-Löschaktion. Der neugewählte Ministerpräsident Zapatero beschuldigte die Regierung seines konservativen Amtsvorgängers Aznar, vor ihrem Ausscheiden sämtliche Daten zu den Terroranschlägen vom 11. März gelöscht zu haben. „Am Regierungssitz gab es kein einziges Papier, keine einzige computergespeicherte Information, weil ein massives Löschmanöver stattgefunden hat“, sagte Zapatero vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Für den Zeitraum vom 11. März - dem Tag des Anschlags - bis zum Tag der Parlamentswahl am 14. März lägen im Amt des Regierungschefs keinerlei Informationen über eingegangene Nachrichten, Beratungen und Entscheidungen vor. (ZDF) Auch die große Tageszeitung "El Mundo" recherchierte intensiv und veröffentlichte mehr als ein Jahr nach den Anschlägen interne Polizeidokumente, die belegten, dass die Nationalpolizei und der Geheimdienst genau über die Attentäter informiert waren." Mehr - auch zu 9/11 und London 2005. |
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@born2bemild, das stimmt ja alles, nur wo lässt sich daraus die Schlußfolgerung ziehen, dass es die spanischen Behörden waren, die den Anschlag verübt haben? Auch die US-Behörden hatten vor 9/11 Hinweise auf ein Attentat und haben diese nicht ernst genommen. Was Sie schreiben, zeigt doch nur, wieder einmal, die schlampige Arbeitsweise der Sicherheitsdienste.
Und meine Kernaussage, dass El Kaida durchaus Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung der europäischen Staaten hatte, wird dadurch auch nicht widerlegt. Dieser umfasst nänlich mehr als nur Attentate, er umfasst das Beeinflussen von Denk- und Verhaltensweisen der Bevölkerung auf der Grundlage erlebter gesellschaftlicher Realitäten. Dabei ist es unerheblich, wer die Attentate verübt und wie weit Polizei und Geheimdienste davon vorher wussten. Die ausländerfeindliche Stimmung in Europa hat nach 2002 zugenommen, was sich nicht nur, aber eben auch, in den Wahlerfolgen diverser rechter Parteien zeigt. |
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schrieb am
06.09.2011 um 17:23
Die Aussage:
>>...weil ein massives Löschmanöver stattgefunden hat“,... Die Antwort: >>Was Sie schreiben, zeigt doch nur, wieder einmal, die schlampige Arbeitsweise der Sicherheitsdienste.<< War das schlampig, dass beim Löschen nichts vergessen wurde? >>...dass es die spanischen Behörden waren, die den Anschlag verübt haben?<< Eine alte Methode, Herr Netzmann. Man unterstellt jemand etwas, das er/sie gar nicht behauptet hat, um die angebliche Behauptung dann ad absurdum zu führen. Je nach Publikum dem man sowas vorführt kann das klappen. |
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ich unterstelle gar nichts, ich behaupte nur, dass die Tatsache, dass Sicherheitsdienste im Vorfeld von Anschlägen wussten oder sogar Spitzel in deren Reihen hatten, noch lange nicht heisst, dass es El Kaida oder deren Unterstützer waren, die diese Anschläge verübt haben.
Und meine Kernaussage, dass seit 2002 die Ausländerfeindlichkeit in Europa zugenommen hat und dass daran auch der den islamistischen Zellen zugeschriebene Terror verantwortlich ist, wird ja auch nicht angezweifelt. |
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Alle reden immer von 9/11 und Bin Laden. Der islamische Terrorismus ist doch seit den späten 80er Jahren weltweit unterwegs:
Philippinen, Russland, Tadjikistan, Afghanistan, Somalia, Bosnien, Kosovo...jetzt haben hier einige im Westen plötzlich Angst, weil es ihre U-Bahn oder ihr Linienbus sein könnte, der als nächster mit Wucht in die Gärten Allahs gebombt wird, oder weil ihr enthaupteter Kopf demnächst auf youtube unter den unablässigen Zitaten von Koranversen von bärtigen Mujahedeen präsentiert wird, oder weil bald seine Organe verkauft werden. Wer fragt eigentlich wie sich die islamische Welt verändert hat? Wer fragt hier eigentlich danach, ob die verstärkte Hinwendung zum koranischen Glauben auch nicht die Aufnahme des Jihad gegen die Ungläubigen bedeutet. Aber solange man ja mit Hilfe der Saudis gute Geschäfte machte redete man nicht drüber... |
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schrieb am
06.09.2011 um 17:34
Anfang der 90er jahre gab es besorgte Anfragen von geldanlegern, ob man wg. Ende des Kalten Krieges aus Rüstungsbeteiligungen aussteigen sollte. Die meisten Banken empfahlen: "Nicht aussteigen. Es wird neue regionale Kriege geben und weiter aufgerüstet werden". Das hat sich bewahrheitet. (Nostradamus was working hard in this time).
Seit dem 11.09.2001 schickten Alle, die viel Geld in der Rüstung stecken hatten, dem Osma bin Laden zu jedem Geburtstag ein Glückwunschtelegramm. Oder doch nicht? Bin Laden erklärte über Al Jazeera, er habe mit den Anschlägen, entgegen den Behauptungen von George W. Bush, nichts zu tun. Deswegen gingen die Glückwünsche dann doch an George W. Bush und seine Mannen. Sicher keine falsche Adresse, oder? |
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@claudia
Bush war und ist ein Idiot sondersgleichen. Aber er ist sicherlich nicht der spiritus rector von 9/11. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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