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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Meine Frau weint

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Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

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Politik : Hätten wir uns ohne el Kaida auch in diese Richtung entwickelt?

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Über den Artikel von Ulrich Schäfer wird hier in der Community ja ausgiebig diskutiert. Warum aber werden die in diesem Artikel genannten Fakten so angezweifelt? Dass die Billionen an Vermögen und Millionen an vernichteten Arbeitsplätzen nicht mit detaillierten Fakten unterfüttert sind, stimmt. Nur gibt es dafür überhaupt konkrete Zahlen oder kann dies nur geschätzt werden?

Dass die Dauerrivalität zwischen dem FBI und der CIA dazu geführt hat, dass offensichtliche Anschlagsvorbereitungen nicht erkannt wurden, stimmt auch. Und dass Geheimdienste in der Wahl derjenigen Kräfte, die sie unterstützen und die für die Geheimdienste die Dreckarbeit erledigen, nicht wählerisch sind, ist ebenfalls richtig.

Daraus aber zu schließen, dass El Kaida überhaupt nicht existiert, ist das zulässig? Die bis heute nicht ausgeräumten Unstimmigkeiten bei der Ausführung von 9/11 lassen viel Raum für Spekulationen.Nur heißt das, dass es wirklich die Amerikaner selber waren, die das WTC in Schutt und Asche legten? Haben amerikanische Geheimdienste den Tod von mehr als 3100 eigenen Staatsbürgern billigend in Kauf genommen? Das ist schwer vorstellbar!

Außerdem, wenhaben die amerikanischen Spezialkräfte dann mehr als ein Jahrzehnt gejagt und schließlich erschossen? Wen, wenn nicht Bin Laden?

Kommen wir zu den realen Fakten. Die Anschläge in Madrid und London sind solche Fakten. Sie haben mehr als 250 Menschenleben gekostet. Der Anschlag in Bali kostete ebenfalls mehr als 200 Urlauber das Leben. Sollte all das das Werk der CIA sein? Sollten amerikanische Agenten ein Loch in den Rumpf des US-Kriegsschiffes gesprengt haben, das in Jemen vor Anker lag? 8 Seeleute, alles US-Bürger, verloren dabei ihr Leben. Die Beispiele ließen sich weiter fortsetzen.

El Kaida ist kein Mythos, sondern Realität. Und El Kaida hat eine permanente Gefährdungssituation aufgebaut, auf die die westlichen Industriestaaten reagiert haben. Auch hier wieder reale Fakten. Das gemeinsame Terrorabwehrzentrum von Polizei und Geheimdiensten in Deutschland beruht auf der richtigen Annahme, dass polizeiliche und geheimdienstliche Erkenntnisse für eine effektive Terrorabwehr gebündelt werden müssen. Dieses Zentrum kostet finanzielle, personelle und technologische Ressourcen, es kostet viel Geld. Geld, was dem Staat an anderer Stelle fehlt. Als erkannt wurde, dass El Kaida den Luftfrachtverkehr zu nutzen beginnt, um seine todbringende Fracht zutransportieren, wurden die Kontrollen der Luftfracht auf den deutschen Flughäfen verstärkt. Auch dies, es wurde dafür neues Personal eingestellt, gab es nicht zum Nulltarif.

Die Behauptung von Ulrich Schäfer, dass El Kaida den ökonomischen Bankrott anstrebt, ist also nicht von der Hand zu weisen. Die westlichen Industriestaaten haben beträchtliche technologische, finanzielle und personelle Ressourcen seit 2002 in die innere Sicherheit gesteckt.

Dass mit dem Argument der Terrorabwehr auch Freiheits – und Bürgerrechte geschleift wurden, darauf bin ich in meinem ersten Blog zu diesem Thema bereits eingegangen. Dass all die realen und im Vorfeld vereitelten Terroranschläge abernur dem Ziel galten, diese Rechte einzuschränken, wer mag daran ernsthaft glauben?

Kommen wir zu dem moralischen Bankrott. Dieser rührt aus einer Veränderung in unserer Gesellschaft seit 2002. In Europa haben seitdem Parteien, die ausländerfeindliche Positionen vertreten, einen deutlichen Zulauf erfahren.Genannt seien hier der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders, die Schwedendemokraten oder die Wahren Finnen. Viktor Orban hat in Ungarn mit dieser Politik sogar eine satte absolute Mehrheit bei derletzten Parlamentswahl eingefahren. In Deutschland war die NPD politisch tot. Inzwischen sitzt sie bereits die zweite Legislaturperiode im Sächsischen Landtag und auch im Schweriner Landtag beginnt sie nun ihre zweite Legislaturperiode.Sie ist für viele Deutsche wählbar geworden. Ausländerfeindliches Gedankengut reicht heute bis weit in die Mitte unserer Gesellschaft.

Nun wäre es falsch,für all dies El Kaida allein in Haftung zu nehmen. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die diese Entwicklung befördert haben. Nurstimmt eben auch, dass Muslime heute mehr als früher als Feindbild der Deutschen gelten.Dies wiederum fördert das Abschotten der Bürger muslimischen Glaubens, sie rücken näher zusammen. Es führt zur der Bildung von Parallelgesellschaften mitten in Deutschland. Weltoffenheit, Toleranz und die das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen verkümmern damit, Ausländerfeindlichkeit in all ihren Facetten wird damit gefördert. Die Ausweisung von Sinti und Roma aus Frankreich zeigt, dass ein solches Verhalten sogarStaatsdoktrin werden kann. Es ist schizophren, dass in einer immer mehr globalisierten und vernetzten Welt auf der anderen Seite eine Erhöhung der eigenen Nation einhergeht. Eine Erhöhung, die den Platz für integrationswillige und integrationsfähige Ausländer immer mehr einengt.Bemerkenswert ist doch auch, dass sich die Ausländerfeindlichkeit nicht gegen beispielsweise in Deutschland lebende Italiener oder Griechen, sondern deutlich gegen Araber und andere Muslime richtet.

Kommen wir noch einmal zur NPD. Im Berliner Wahlkampf verwendet diese Partei ein Plakat, auf dem ein fliegender Teppich zu sehen ist. Darüber steht „Guten Heimflug“. Hier wird ein derÖffentlichkeit bekanntes arabisches Symbol, der fliegende Teppich, mit einer zutiefst menschenverachtendenBotschaft verbunden.

Zusammengefasst ist festzustellen, dass der Einfluss von El Kaida auf die westliche Zivilisation objektiv vorhanden ist. Ob wir ihn sehen und welche Schlüsse wir daraus ziehen, ist eine ganz andere Frage.Wie sehr westliche Geheimdienste in Aktivitäten des Terrornetzwerkes involviert sind, wird die Öffentlichkeit nie ganz erfahren.

Nur dass El Kaida in den letzten Jahren die Veränderungen in unserer Gesellschaft mit geprägt hat, lässt sich nicht leugnen.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.