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Borussia Dortmund ist der einzige börsennotierte deutsche Profifußballverein, ein Schwergewicht des deutschen Fußballs. Sie sind mehrfacher deutscher Meister und Pokalsieger, dazu Champions League – und Weltpokalsieger. Mit diesem Club kann sich der Berliner Fußball-Zweitligist 1. FC Union Berlin nicht messen, so könnte man meinen. Und doch haben die Köpenicker etwas vorzuweisen, das weder die Borussen noch der Primus Bayern München präsentieren können. Die „Eisernen“ haben Fans, die beim Stadionneubau zehntausende Arbeitsstunden, teilweise in ihrem Jahresurlaub, leisteten und ihrem finanziell nicht auf Rosen gebetteten Verein damit erhebliche Kosten sparten.
Nun gibt der Verein seinen treuen Fans etwas davon zurück und geht damit, wieder einmal, einen neuen Weg im deutschen Profifußball.
„Das Stadion An der Alten Försterei wird künftig den Mitgliedern und Sponsoren des 1. FC Union Berlin gehören. Um das zu ermöglichen, wurde in den vergangenen Monaten die „An der Alten Försterei“ Stadionbetriebs GmbH & Co. KG in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die „An der Alten Försterei“ Stadionbetriebs AG hat ein Stammkapital von 3,5 Mio. Euro, das durch eine Kapitalerhöhung um bis zu 5,0 Mio. Euro auf maximal 8,5 Mio. Euro erhöht werden kann.
In der Zeit vom 1. bis zum 31. Dezember 2011 haben alle Mitglieder und Sponsoren die Möglichkeit, bis zu zehn Exemplare von insgesamt maximal 10.000 Exemplaren der „Alte-Försterei-Aktie“ zum Stückpreis von 500,- Euro zu zeichnen. Ziel ist es, eine Mehrheit von mindestens 51% des Aktienbesitzes in Streubesitz der Unioner zu legen.“
So ist es auf der Homepage des 1. FC Union Berlin zu lesen.
Diese Kapitalerhöhung soll den Fremdkapitalanteil an der Finanzierung des Baus der neuen Haupttribüne mit 3500 Plätzen signifikant senken. Und so erklärt der Präsident auf der Homepage weiter:
„Am Ende wird Union in einem bundesligatauglichen Stadion spielen, dessen Fremdkapitalanteil unter 40% liegen soll. Das ist im Vergleich zu den meisten anderen Stadionbauten in Deutschland eine sensationelle Quote“, so Dirk Zingler.
Der Verein setzt damit einen Weg konsequent fort, den er seit Beginn der Präsidentschaft des Bauunternehmers und langjährigen Union-Fans Dirk Zingler eingeschlagen hat. Schließlich waren es die Fans, die dem Club auch in den schwärzesten Zeiten die Treue gehalten haben, Mitte der 90-er Jahre zu Tausenden für den Erhalt ihres Vereins durch Berlin demonstrierten und erst vor wenigen Jahren bei „Bluten für Union“ ihre Blutspendegelder an den Verein spendeten, um dessen Überleben zu sichern. Sie sind es, die zu Tausenden in ihre Alte Försterei strömen und ihre Mannschaft nach vorn pushen. Und so ist es nur folgerichtig, dass sie auch diejenigen sein werden, denen das Stadion ihres Vereins gehört.
Dass dies auch ganz pragmatische Gründe hat, ist auch logisch. Union wahrt damit seine Unabhängigkeit von anderen Geldgebern und setzt den Weg der Konsolidierung weiter fort. Solider Aufbau der Grundlagen, die für eine langfristige Etablierung im bezahlten Fußball notwendig sind, das ist der Weg, den Präsident Zingler, Geschäftsführer Kosche, ein Unioner Torwartidol, sowie Trainer Neuhaus gemeinsam gehen. Dazu passen noch zwei andere Fakten. Uwe Neuhaus ist inzwischen der dienstälteste Zweitligatrainer, was die Kontinuität unterstreicht. Und, die Namensrechte am Stadion standen nie zum Verkauf, wie der Verein wiederholt betont hat.
Die „Eisernen“ zeigen damit, dass ein Verkauf an finanzkräftige Investoren nicht der einzige Weg ist, um wirtschaftlich überleben zu können. Und sie zeigen, dass sie nie vergessen haben, dass Fußball ein Sport für die Fans ist, die gern für ihren Verein mehr als nur das Geld für den Eintritt oder die Mitgliedschaft geben.
Wie heißt es auf der Homepage der Köpenicker:
Andere Vereine haben Fans – bei Union haben die Fans einen Verein.
Und am Ende dieses Blogs darf eines nicht fehlen. Herzlichen Glückwunsch zum Tor des Monats!
In diesem Sinne, weiter so, viel Erfolg und
NIEMALS VERGESSEN, EISERN UNION
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Habe ich da etwas nicht verstanden? Union Berlin baut ein neues Stadion. Die Fans leisten zehntausende Arbeitsstunden kostenlos. Und „dürfen“ zusätzlich die Erhöhung des Stammkapitals von 3,5 auf 8,5 Millionen finanzieren. Als „Gegenleistung“ für den Subbotnik. Was für eine großherzige Tat der Klubführung! Es erinnert an Tom Sawyer, der sich von den Kindern seines Dorfes den Zaun anstreichen lässt, dafür Geschenke kassiert und als Wohltäter gefeiert wird. Scherz beiseite: Es ist erfreulich, wenn sich ein Sportclub nicht als Heimstätte von Sponsoren versteht sondern als Einrichtung der Mitglieder und Fans. Wenn ohne die Letzteren allerdings weder das Stadion gebaut noch das Gesellschaftskapital aufgebracht werden kann, dann schuldet der Klub ihnen die Existenz. Ohne Fans kein Klub, ohne Klub kein Klubvorstand. „Nun gibt der Verein seinen Fans etwas davon zurück“ (Rolf Netzmann) stellt – mit Verlaub - die Wirklichkeit auf den Kopf!
Heribert Schramm |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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