rolf netzmann

der weg nur ist das ziel

23.07.2011 | 03:24

Oslo könnte ein Wendepunkt sein, wenn...

9/11 ist als Synonym für den bis dahin verheerendsten Terroranschlag in der Geschichte der Menschheit in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen. Seine Folgen reichen bis in die Gegenwart, wie der Anschlag in Oslo vor erst wenigen Stunden zeigt.

Nach dem Anschlag in New York verkündete der damalige US-Präsident Bush den Krieg gegen den Terror, der bis heute andauert. Hunderte von Milliarden Dollar wurden für diesen Krieg bisher ausgegeben. Tausende Zivilisten bezahlten als Kollateralschaden diesen Krieg  mit ihrem Leben, zuletzt eine bisher unbekannte Anzahl Norweger. Es stellt sich aber die Frage, welche Ergebnisse dieser Krieg bisher brachte. Oslo zeigt wieder einmal, dass er nicht zu gewinnen ist. Die USA und ihre Verbündeten stehen einem  Gegner gegenüber, der weder völkerrechtlich noch militärisch mit der Armee eines souveränen Staates vergleichbar ist.  Am ehesten sind El Kaida, Taliban und andere Gruppen noch mit den europäischen Partisanen des zweiten Weltkrieges oder den lateinamerikanischen Guerillabewegungen der 70er und 80er Jahre vergleichbar. Militärisch hoffnungslos unterlegen, setzen sie gezielte und wirkungsvolle Nadelstiche gegen ihren übermächtigen Gegner.  Nur, während die Partisanen gegen einen Aggressor und die Guerillas gegen Diktatoren kämpften, richtet sich der Kampf der heutigen Terrorgruppen gegen den Westen als System. Sie agieren dezentralisiert und voneinander unabhängig, so gehen norwegische Ermittler von inländischen Tätern aus. Und sie betrachten die NATO Truppen in Afghanistan als Aggressoren.  Sie stellen ihren Terror gegen einen aus ihrer Sicht  staatlichen Terror der USA und ihrer Verbündeten. Dass die  USA ein selbst nach der eigenen Rechtsprechung illegales Lager wie Guantanamo  nicht auflösen, ist nur Wasser auf ihre Mühlen.

Wenn aber dieser Krieg gegen den Terror militärisch nicht zu gewinnen ist, wie soll der Terror dann gestoppt werden?  Die Taliban rekrutieren ihre neuen Mitkämpfer auch aus den Slums von Karatschi. Hier hausen die Menschen unter  menschenunwürdigen Bedingungen und ohne jede Perspektive. In Jemen, wo der arabische Arm von El Kaida beheimatet ist, herrscht ebenfalls bittere Armut. Hier haben es radikale Gruppen leicht, ihren Nachwuchs zu rekrutieren und den Hass auf den reichen Westen zu schüren.

Wäre es angesichts der Tatsache, dass mehr als eine Milliarde Menschen weltweit in menschenunwürdigen Verhältnissen leben, nicht Zeit, diese zu ändern? Sicher, auch dieser Krieg gegen Armut, Unterernährung, Wasserknappheit und eine hohe Kindersterblichkeit würde lange dauern und die Terrorgruppen würden währenddessen immer  wieder  Tod und Zerstörung bringen.  Eine solche Strategie des Westens wäre aber nachhaltiger und auf lange Sicht tragfähiger, als weiterhin auf die militärische Karte zu setzen. Die erste Reaktion des, nach eigener Aussage, ersten pazifistischen US-Präsidenten deutet jedoch nicht auf ein solches Umdenken hin. Sie steht mit ihrer Kernbotschaft, dass der Krieg  gegen den Terror weitergeführt werden muss, in der unseligen Tradition von Obamas Vorgänger Bush. Dieser hatte sich nach den Anschlägen von Madrid und London genau so geäußert.

So werden weiter Milliarden Dollar in einen sinnlosen  Krieg gesteckt  und es werden weiter Zivilisten durch High Tech Waffen sterben, Kollateralschäden eben, unvermeidbar. Und El Kaida, Taliban und andere Gruppen bekommen auch weiterhin die Legitimation für ihren Kampf gegen den Westen.

Und so wird sich die Spirale der Gewalt weiter drehen, ohne Aussicht auf ein Ende.  Oslo könnte ein Zeichen für eine  Wende in diesem Krieg sein,  doch wer will in der herrschenden Hysterie dieses Zeichen erkennen?

 
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Kommentare
Kurt C. Hose schrieb am 23.07.2011 um 03:53
Entschuldigen sie mich dass ich mich nicht sofort über ihrem Beitrag meines Mageninhalts entledige...

KCH

hat grade lecker gegessen...
Ehemaliger Nutzer schrieb am 23.07.2011 um 08:29
Oh man, ihr Blogbeitrag ist nicht mehr Halbwissen, das ist schon Intelligenzverweigerung. Alles deutet darauf hin, das der Terroranschlag nicht von Al Quaida oder sonsitgen Islamisten verübt wurde- das war auch schon heute Nacht um 3:24 bekannt. 2 Minuten Recherche hätten ausgereicht, um das herauszufinden. Und deshalb ist ihr Beitrag von vorne bis hinten Schwachsinn. Das was sie schreiben, ist nicht einmal Spekulation nach den derzeitigen Erkenntnis ist es einfach nur falsch und Lügnerei auf dem Rücken von über 80 Toten.
Rosa Sconto schrieb am 23.07.2011 um 08:52
@ halten besser andere nicht für dümmer als sich selbst. Ihre Kommentare sind oft nicht einmal Halbwissen!
Gold Star For Robot Boy schrieb am 23.07.2011 um 08:48
Hallo Herr Netzmann.Sicher ist es berechtigt zu fragen, wann endlich die staatsterroristischen Aktivitäten der USA und ihrer Verbündeten in strategisch wichtigen, ressourcenreichen Regionen der Welt beendet werden.
Nur wird dies nicht passieren.Genau so wird der islamische Extremismus weiterhin verdeckt von westlichen Geheimdiensten
unterstützt bzw. toleriert werden, auch sogenannte sting operations werden nach wie vor Gewalttaten und Extremismus provozieren.

Nur: Mit Oslo hat das alles herzlich wenig zu tun, wie Sie mittlerweile vielleicht schon bemerkt haben.

Our terrorists

Wie die USA auch 10 Jahre nach den Anschlägen die Wahrheit verschweigen

ISAF-Mandatsverlängerung:Märchenstunde im Bundestag
Rosa Sconto schrieb am 23.07.2011 um 08:59
Es ist nichts weiter als eine norwegische "Oklahoma" Version. Das zeigt mal wieder die Horror-Fratze der Rechtsfaschisten die vor keiner Gewalt zurück schrecken und ich bin überzeugt das die Zellen in Deutschland noch zu viel gewaltsamerer Energie fähig sind. Und im Fall Dresden werden diese Irren auch noch von Polizei, Politikern und pseudo-intellektuellen Labertüten verharmlost.
apatit schrieb am 23.07.2011 um 10:12
Kurz und richtig, stimmt!
rolf netzmann schrieb am 23.07.2011 um 13:53
Dass norwegische Medien inzwischen berichten, dass der Täter der rechtsextremen Szene zuzurechnen ist, ist richtig. Es war wohl kein Anschlag, der von islamistischen Gruppen verübt wurde.
Nur bleibt meine Kernaussage, dass der Krieg gegen den Terror militärisch nicht gewinnbar ist, davon völlig unberührt und trotzdem eine Wahrheit. Und dass die dafür in den letzten 10 Jahren verpulverten Milliarden von Dollar besser für die Bekämpfung von Armut und Unterernährung sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen von Millionen Menschen aufgewendet werden könnten, bleibt ebenfalls wahr.
Terroranschläge werden effektiver unterbunden werden, wenn den Tätern der soziale Nährboden entzogen wird. Das aber wird so schnell nicht passieren.
Ideologische Verblendung und der Hass auf vermeintlich besser Lebende haben dann weniger Existenzberechtigung, wenn alle Menschen der Welt am vorhandenen Reichtum teilhaben können.
Mein Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen der Opfer, gilt dem ganzen nowegischen Volk in diesen swchweren Stunden.
Und Terror gegen unschuldige Menschen hat noch nie in der Menschheitsgeschichte etwas verändert, sondern eine Gewaltspirale immer nur weiter am Laufen gehalten, auch dies bleibt wahr. Solange diese Spirale keiner der an ihr Beteiligten stoppt, indem er sich ihren Mechanismen verweigert, wird sie weitergehen.
rolf netzmann
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