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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
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9/11 ist als Synonym für den bis dahin verheerendsten Terroranschlag in der Geschichte der Menschheit in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen. Seine Folgen reichen bis in die Gegenwart, wie der Anschlag in Oslo vor erst wenigen Stunden zeigt.

Nach dem Anschlag in New York verkündete der damalige US-Präsident Bush den Krieg gegen den Terror, der bis heute andauert. Hunderte von Milliarden Dollar wurden für diesen Krieg bisher ausgegeben. Tausende Zivilisten bezahlten als Kollateralschaden diesen Krieg mit ihrem Leben, zuletzt eine bisher unbekannte Anzahl Norweger. Es stellt sich aber die Frage, welche Ergebnisse dieser Krieg bisher brachte. Oslo zeigt wieder einmal, dass er nicht zu gewinnen ist. Die USA und ihre Verbündeten stehen einemGegner gegenüber, der weder völkerrechtlich noch militärisch mit der Armee eines souveränen Staates vergleichbar ist.Am ehesten sind El Kaida, Taliban und andere Gruppen noch mit den europäischen Partisanen des zweiten Weltkrieges oder den lateinamerikanischen Guerillabewegungen der 70er und 80er Jahre vergleichbar. Militärisch hoffnungslos unterlegen, setzen sie gezielte und wirkungsvolle Nadelstiche gegen ihren übermächtigen Gegner.Nur, während die Partisanen gegen einen Aggressor und die Guerillas gegen Diktatoren kämpften, richtet sich der Kampf der heutigen Terrorgruppen gegen den Westen als System. Sie agieren dezentralisiert und voneinander unabhängig, so gehen norwegische Ermittler von inländischen Tätern aus. Und sie betrachten die NATO Truppen in Afghanistan als Aggressoren. Sie stellen ihren Terror gegen einen aus ihrer Sichtstaatlichen Terror der USA und ihrer Verbündeten. Dass dieUSA ein selbst nach der eigenen Rechtsprechung illegales Lager wie Guantanamonicht auflösen, ist nur Wasser auf ihre Mühlen.

Wenn aber dieser Krieg gegen den Terror militärisch nicht zu gewinnen ist, wie soll der Terror dann gestoppt werden? Die Taliban rekrutieren ihre neuen Mitkämpfer auch aus den Slums von Karatschi. Hier hausen die Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen und ohne jede Perspektive. In Jemen, wo der arabische Arm von El Kaida beheimatet ist, herrscht ebenfalls bittere Armut. Hier haben es radikale Gruppen leicht, ihren Nachwuchs zu rekrutieren und den Hass auf den reichen Westen zu schüren.

Wäre es angesichts der Tatsache, dass mehr als eine Milliarde Menschen weltweit in menschenunwürdigen Verhältnissen leben, nicht Zeit, diese zu ändern? Sicher, auch dieser Krieg gegen Armut, Unterernährung, Wasserknappheit und eine hohe Kindersterblichkeit würde lange dauern und die Terrorgruppen würden währenddessen immer wieder Tod und Zerstörung bringen.Eine solche Strategie des Westens wäre aber nachhaltiger und auf lange Sicht tragfähiger, als weiterhin auf die militärische Karte zu setzen. Die erste Reaktion des, nach eigener Aussage, ersten pazifistischen US-Präsidenten deutet jedoch nicht auf ein solches Umdenken hin. Sie steht mit ihrer Kernbotschaft, dass der Krieg gegen den Terror weitergeführt werden muss, in der unseligen Tradition von Obamas Vorgänger Bush. Dieser hatte sich nach den Anschlägen von Madrid und London genau so geäußert.

So werden weiter Milliarden Dollar in einen sinnlosen Krieg gesteckt und es werden weiter Zivilisten durch High Tech Waffen sterben, Kollateralschäden eben, unvermeidbar. Und El Kaida, Taliban und andere Gruppen bekommen auch weiterhin die Legitimation für ihren Kampf gegen den Westen.

Und so wird sich die Spirale der Gewalt weiter drehen, ohne Aussicht auf ein Ende. Oslo könnte ein Zeichen für eine Wende in diesem Krieg sein,doch wer will in der herrschenden Hysterie dieses Zeichen erkennen?

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.