rolf netzmann

der weg nur ist das ziel

22.05.2011 | 03:34

Wachstum und das Bewusstsein der Endlichkeit des Seins

 

In der aktuellen Ausgabe des FREITAG beschäftigen sich viele Artikel mit der Frage des Wachstums. Wachstum in der Beziehung  zu einer sinnentleerten Konsumtion oder  zu einer sich in unterschiedliche Richtungen entwickelnden Weltwirtschaft . Was heißt dies aber für die individuelle Lebensführung?

Die zahlenmäßig größte Gruppe der Bevölkerung, die von einem sich immer mehr als Konsumtion definierenden Wachstum abgekoppelt ist, ist dies nicht freiwillig. Viele  Empfänger von Hartz IV sind wider Willen die Probanden einer anderen Lebensführung.

Noch intensiver  sind es aber diejenigen, die sich freiwillig unserer dominierenden Lebensweise  verweigern, welche  ihren Sinn zunehmend durch die   Konsumtion von Gebrauchsgütern und  Dienstleistungen definiert.  Egal ob  Asketen  oder Vegetarier, diese Menschen  wollen  anders leben. So hat Wachstum  auch mit dem Bewusstsein zu  tun, dass die Ressourcen dieses Planeten nicht endlos sind. Wachstum wird hier in eine Beziehung  zu der Bewusstheit der Endlichkeit des Seins gesetzt.  Zur  Zeit  schöpfen wir die Ressourcen dieses Planeten ab, als ob diese sofort nachwachsen würden.

 Wer seine persönliche Lebensführung  ändert,  ist sich dieser  Endlichkeit  bewusst .  Nachhaltiges Wachstum bedeutet,  diesen Zusammenhang zwischen der menschlichen Lebensweise und der Endlichkeit der Ausbeutung unserer Natur anzunehmen und das eigene Verhalten danach auszurichten. Wer aus Lebensmitteln, deren Ablaufdatum naht, noch etwas  Kreatives zaubert, anstatt sie weg zu werfen, belohnt sich selber und die Umwelt. Wer Abends  ein Buch gegen den Fernseher eintauscht, fördert  seinen Geist. Wachstum ist somit auch eine Frage der Individualität und der kreativen Lebensführung.   Wachstum ist nicht nur wirtschaftlich und als ökonomische Kennziffern zu definieren,  sondern zuallererst  als  ein Leben im Einklang mit der Natur. Wachstum neu zu definieren bedeutet, die Menschen als integralen Bestandteil der Natur anzunehmen.  

Wachstum bedeutet also auch das schrittweise Ersetzen einer Lebensweise, in der  die  Konsumtion von immer mehr und immer neueren  Gütern eine wesentliche Triebfeder darstellt,  durch eine Kultur des Lebens, die aus der  bewussten Annahme unserer Natur und  der gemeinsamen Endlichkeit des Seins  erwächst. 

 
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Kommentare
born2bmild schrieb am 22.05.2011 um 12:16
"das Bewusstsein der Endlichkeit des Seins"

Wie schön, dass die Endlichkeit des Seins endlich ein Bewusstsein entwickelt hat.
So viel gehäufte bewußtlose Schwurbelei, in der jemand die Gedanken, die er nicht hat, nicht in Worte fassen kann, gehört selbstverständlich in die Top Blogs des irgendwie linken Meinungsmagazins.
Zeit für mich, bewusst eine Auszeit zu nehmen.
poor on ruhr schrieb am 22.05.2011 um 22:14
@rolf netzmann
Es stimmt schon, dass jeder was für ein nachhaltiges Wachstum tun kann.

Den Hinweis auf die eigene Endlichkeit finde ich auch sehr richtig und angebracht.

Die Hartz-IV Empfänger haben mir im Zusammenhang in dieser Thematik eher Bauchschmerzen gemacht.

Hartz IV ist vom Staat verordnete Armut!

Ein Hartz IV-Empfänger kann sich die Produkte in der Ernährung , die etwas mit nachhaltigem Wachstum zu tun haben eben nicht leisten.

Außerdem haben die ökonomischen Kennziffern , die das wachstum erfassen total versagt so wie der Teil der Wirtschaftswissenschaft, der diese Ziffern heute immer noch als selig machenden Teil des Konzepts der Marktwirtschaft anpreist.

Diese Kenziffern gehören abgeschafft.

Deine Gedanken gehen aber grundsätzlich in die richtige Richtung.

Danke für das Blog.

Herzliche Grüße

aus Essen

por
rolf netzmann schrieb am 23.05.2011 um 15:42
hallo poor,

es stimmt, hartz iv ist staatlich verordnete armut. nur gerade deshalb sind hartz iv empfänger ja vom konsum abgekoppelt und wider willen diejenigen, die eine solche lebensweise bereits leben müssen. das gleiche trifft im übrigen, nur als beispiel, auf allein lebende väter oder mütter zu, die weniger als 1500 euro netto verdienen, ihnen bleiben nur 950 euro als selbstbehalt, wovon sie alles, auch ihre miete, bezahlen müssen....

rolf
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