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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Meine Frau weint

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Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

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Natürlich kommt einer wie Breivik nicht aus dem Nichts. Und er ist natürlich auch ein Produkt der Zeit, in der er lebt sowie seiner Umgebung. Nur damit allein sind seine Taten nicht zu erklären. Dass wir heute in einer Zeit leben, in der Ruhe und Gelassenheit kostbare Güter inmitten allgegenwärtiger Hektik sind, sollten wir nicht vergessen. Dass heute die Mainstream Presse kaum noch differenziert betrachtet, sondern Halbwahrheiten als Nonplusultra des Wissens verkauft, ist leider auch eine Wahrheit. Eine der fünf Weltreligionen, eine Inspiration von Wissen auch für Europa, wird grundlos diskreditiert. Der Islam als Religion ist weder terroristisch noch radikal. Ein Merkmal aller fünf Weltreligionen ist unter anderem ihre Barmherzigkeit. Wer so argumentiert, muss konsequenterweise die Kreuzzüge und die Inquisition der Katholischen Kirche ebenfalls als terroristisch und radikal geißeln. Im Namen von Religionen und Weltanschauungen sind immer wieder Verbrechen verübt worden. Eine Reduktion des Islam auf seine terroristische Fratze allein ist daher unzulässig, nur leider herrschende Meinung. Diese extrem verkürzte Sicht wird durch die meisten Medien immer noch verbreitet, entgegen der Realität. Kommt jemand auf die Idee, die gesamte Katholische Kirche derart an den Pranger zu stellen, nur weil deren Priester sich an Kindern vergangen haben? Der deutsche Staat zahlt an diese Organisation Kirche immer noch Millionen im Jahr, weil die Caritas eine Vielzahl sozialer Aufgaben übernimmt.

Ob eine differenziertere öffentliche Berichterstattung einen von einer Idee besessenen Menschen wie Breivik von seinen Taten abgehalten hätten, darf bezweifelt werden. Nur wäre die theoretische Argumentationslinie für ihn anders aufzubauen gewesen.

Die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse haben einen Mann wie Breivik dazu getrieben, sich als neuer Tempelritter im Kampf gegen die Gefahren zu sehen, die aus seiner Sicht Europa bedrohen. Dass es mit Norwegen ein Land traf, das im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten einen liberalen und weltoffenen Umgang auch mit Anhängern des Islam praktiziert, ist von daher nicht verwunderlich. So ist die Antwort der Norweger, weiter diese Offenheit zu praktizieren, genau die richtige. Damit lassen sich Menschen wie Breivik nicht stoppen, ein christlicher weißer Verteidiger des Abendlandes. Nur damit lässt sich zeigen, dass Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Rassen und Religionen friedlich zusammen leben können.

Von einer Idee besessene Menschen, die für deren Umsetzung alle Regeln brechen, wird es immer geben. Ob das im Namen des Islam oder für die Rettung des Abendlandes passiert, ist dabei irrelevant. Nur dass die Mehrheit der Menschen durch öffentliche Berichterstattung ein eindimensionales Feindbild aufgezeigt bekommt, dient einer differenzierten Betrachtungsweise wenig. Der arme Irre Breivik, die konvertierten Europäer und die zu allem entschlossenen islamistischen Terroristen, ist das die Realität? Wer hinterfragt, warum dieses Bild so aufgebaut wird und wem dieses öffentlich propagierte Feindbild dient? Lassen sich doch so die Sicherheitsgesetze problemlos verlängern und Bürgerrechte weiter abbauen. Eine pluralistische, weltoffene und demokratische Zivilgesellschaft rückt damit allerdings in weite Ferne.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.