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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Meine Frau weint

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Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

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Politik : Wie ein Wahlplakat zu für uns Deutsche unangenehmen Fragen führt...

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Wer jetzt in Berlin unterwegs ist, kann sie nicht übersehen, die unzähligen Wahlplakate zur Abgeordnetenhauswahl. Für ausländische Touristen bedeuten sie aber auch eine Beschäftigung mit uns Deutschen und unserer Geschichte.

Es war gestern Abend, als mir ein 20jähriger mexikanischer Tourist ein Handyfoto mit der Frage zeigte, was er da aufgenommen habe. Das Bild zeigte ein bereits in vergangenen Wahlkämpfen verwendetes, aber immer noch hochaktuelles Plakat der Linkspartei, „ Nazis raus – aus den Köpfen“.

Zunächst erklärte ich dem jungen Mann, dass Deutschland wie Mexiko aus Bundesländern mit jeweils eigenen Parlamenten besteht und die Berliner im September ihr Parlament neu wählen. Als ich ihn danach fragte, ob er den Begriff „Nazi“ kenne, antwortetete er sofort. Ja, Hitler war Nazi.

Wie erstaunt war er, als ich ihm sagen musste, dass es in Deutschland heute noch Nazis gibt. Nach einer kurzen Denkpause blickte er mich fragend an. Die seien doch schon alle tot, so lange wie das her sei, gab er mir zur Antwort.

Noch erstaunter war er, als ich ihm erklärte, dass in Deutschland bereits die dritte Generation an Nazis existiert, neue Nazis, junge Männer und Frauen wie er. Dass es in Deutschland immer noch Menschen gibt, die den Holocaust leugnen und Hitler für einen guten Mann halten, war ihm völlig unverständlich.

Nach einer etwas längeren Denkpause fragte er mich sehr ernsthaft, warum wir Deutschen so etwas zulassen. Danach drehte er sich um, ging, und ließ mich mit dieser unbeantworteten Frage ratlos zurück.

Ja, warum lassen wir es zu, dass in der Mitte unserer Gesellschaft eine menschenverachtende, rassistische und ausländerfeindliche Ideologie immer noch ihren Platz behaupten kann?

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.