Teil I: Meine erste Einführung in das Projekt.
Wer meint, Berlin-Neukölln wäre auf Dauer nur in Verbindung zu setzen mit Jugendgewalt – erinnert sei an das Buch „Das Ende der Gewalt“ von Kirsten Heisig -, Rütli-Schule und Drogenhandel (Hasenheide), kann sich bald eines Besseren belehren lassen. Am 29. Mai 2011 findet im Heimathafen Neukölln eine Opernaufführung der besonderen Art statt. Das Besondere besteht nicht primär im Titel der Oper – Webers „Der Freischütz“ gilt als deutsche Nationaloper und ist auf vielen deutschen Bühnen schon gespielt worden.
Was nun das Besondere ist, darüber ließ ich mich aufklären von Judith Bodenstein – ihres Zeichens Produktionsleiterin dieser Aufführung – und dem Regisseur Maximilian von Mayenburg.
(Dass es zu dieser privaten Werkseinführung kam, war der Bekanntschaft mit Judith Bodenstein aus meiner Zeit an der unrühmlich (selbst) abgewickelten „Internationalen Hochschule für Exekutives Management“ Berlin geschuldet. Dort studierte sie gemeinsam mit der Co-Produktionsleiterin Cornelia Reimer bis zum 30. September 2010 Kulturmanagement.)
Im dem Heimathafen benachbarten Cafe „Melusine“ erfuhr ich - mit einem Ohr Frau Bodenstein, mit dem anderen Ohr den hereinströmenden Musikklängen lauschend -, dass vor einem Jahr die künstlerischen Protagonisten Grandy, von Mayenburg und Gromer –allesamt Stipendiaten oder Studenten - beschlossen, die Oper „Der Freischütz“ aufzuführen. Keine gestandenen Stars, kein Auftragswerk, sondern Eigeninitiative in Verbindung mit Kreativität! Als Spielort wurde der Heimathafen Neukölln ausgewählt.
Um den künstlerischen Freiraum nicht durch logistische Aufgaben unnötig einzuengen, übernahmen Bodenstein und Reimer ab Dezember 2010 die Produktionsleitung. Für beide, 23 und 21 Jahre jung und jetzt Studenten an einer Hamburger Hochschule, ist es die bisher größte Herausforderung in der Betreuung eines Projektes. Im Laufe der Monate habe sich eine große künstlerische Gemeinschaft gefunden, die mit dieser Opernaufführung sowohl für sich aber auch für Neukölln werben wolle.
Mehr darüber unter www.freischuetz-im-heimathafen.de
Dann erhielt ich die Gelegenheit, einer Probe beizuwohnen. Darüber im nächsten Blogbeitrag.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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