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oder Berhard Bueb, der „strengste Lehrer Deutschlands“
Deutschland im Erziehungs- und Bildungsnotstand. Die Katastrophe naht und am 27. September ist Bundestagswahl. Regierungskälber, Provinzkälber, grüne Wiesental-Kälber wissen nicht weiter, verabschieden sich in die Sommerferien. Jedoch: Ruhe bewahren ist erste Bürgerpflicht, keine Panic auf der Titanic. Leisten wir uns einige Rückblicke, Ausblicke und hören wir, was ein ganz besonderer Kälberflüsterer für Weisheiten anzubieten hat.
PISA, TIMSS, schlechte Zeugnisse quer durch die Republik, der Ruf nach nationalen Bildungsstandards, ein Heer von anscheinend besorgten Beratern, ermüdendes Politikergezänk, vollmundige Reformrhetorik, gelangweilte Schüler, frustrierte Lehrer, verunsicherte Eltern – was ist los in Deutschlands Schulen?
Das System Schule scheint krank zu sein, schwer krank: Schein oder Sein, Wahrheit oder Irrtum? Wie lauten die Antworten?
Ausführliche Bestandsaufnahmen und Diagnosen gibt es zum schulpolitischen Waterloo alle Jahre wieder, durch viele Schwarzweiß- Brillen gesehen und gleichzeitig als buntes Stimmengewirr vorgetragen: aufgeregt, mahnend, unterkühlt, laut, leise, marktschreierisch, beschwichtigend, beschwörend, aufrüttelnd und fast immer mit einem Quäntchen Wahrheit gewürzt: Ja, die Verwahrlosung der Sitten und die Eskalation der Gewalt an Schulen stoppen, der Vergreisung der Lehrerschaft entgegenwirken, die Lehrerausbildung neu regeln, den Beamtenstatus von Lehrern abschaffen (und bei der nächsten Sitzung in den politischen Gremien und in der Tagespresse wieder verteidigen), die Eltern an ihre erzieherischen Aufgaben erinnern . Vor allem die Eltern und Großeltern, auch durch 68er Eskapaden irregeleitet, Staatsautoritäten untergrabend, tragen eine große Mitschuld an der ganzen Misere.
Die Republik diskutiert ernsthaft über Bildung, könnte man meinen, gar Bildungsstreiks werden von Studierenden ausgerufen. Bund und Länder bereiteten sich in den letzen Monaten intensiv auf den nationalen Bildungsgipfel vor, die Bundeskanzlerin reiste bildungsbeflissen durchs Land - reisen soll bekanntlich bilden - und Massenblätter lancierten ihre bildungspolitischen Positionen und pädagogischen Lieblinge. Die FAZ z.B. puschte den Disziplinmatador und ehemaligen Internatsleiter Bernhard Bueb: “Deutschlands strengster Lehrer” titelt die Bildzeitung zustimmend. Bueb ist seit 2006 der neokonservative Liebling, gefragter Festredner, pädagogischer Frontmann a.D., aus altem Schrot und Korn. Aus der Buebschen Bücher-Mottenkiste wird im Jahr 2006 zuerst Lob der Disziplin hervorgeholt und dann, im September 2008 nachgeladen, mit dem neuen Buch Von der Pflicht zu führen. Neun Gebote der Bildung. Konservative Medienunternehmen investieren hier mit großer Münze, sorgen für die nötige Verbreitung des Heil versprechenden Gedankenguts. Medienpräsenz wird systematisch organisiert, auch bekannte Talkshows wie z.B. bei Anne Will gehören ins Repertoire. Mehr Führung mit Bueb und den neun Geboten wird auch im Hessischen Rundfunk (ttt-Sendung) untergebracht. Ein paar einkalkulierte kritische Stimmen runden die auf Seriosität bedachte Marketingstrategie ab. Man will doch nicht indoktrinieren, sondern „aufklären“.
Man fragt sich, warum eigentlich nur 9 Gebote, warum nicht gleich 10 Gebote, in Stein gemeißelt, vom Bueb-Moses-Internat zur erzieherischen Heilung der deutschen Jugend? In ‚Lob der Disziplin’ heißt es: „Die Achtung vor der Autorität der Älteren, vor allem der Eltern, müssen wir Kindern und Jugendlichen abverlangen. Dem vierten der zehn Gebote, du sollst Vater und Mutter ehren, muss heute so dringend Geltung verschafft werden wie zu alttestamentarischen Zeiten, als die Würde und selbst das Überleben der Eltern gefährdet war. Wir nähern uns wieder diesen Zeiten, denn nicht nur die Achtung vor den Eltern, sondern vor den Älteren überhaupt wankt. Wer Autorität besitzt, darf Respekt und Achtung erwarten, aber auch Gehorsam. (Bueb 2007, 10. Auflage, S. 57) Weiter können interessierte Erziehungshungrige erfahren: „Wer versucht, Jugendliche ohne Strafen vor Drogen, Alkohol und Rauchen zu bewahren, wird scheitern. Jugendliche sind ungefestigte Persönlichkeiten und solchen „Verführern“ nicht gewachsen, insbesondere wenn sie in der Gruppe von Gleichaltrigen angeboten werden.“(109) Das Salem-Internat mit Bueb ist nach eigenen Angaben mit wohlmeinenden Gesprächen mit den Jugendlichen gescheitert. Deshalb wurden tägliche Urinproben als pädagogisch-praktische Konsequenz eingeführt. „Jeden Morgen wird ein Schüler nach dem Losverfahren bestimmt, der eine Urinprobe abzugeben hat. Wenn die Prüfung einen positiven Befund ergibt, wird der Schüler fristlos entlassen. Bereits bei der Aufnahme im Internat müssen Eltern und Schüler unterschreiben, dass sie dieses Verfahren akzeptieren.“ (110). Das ist definitiv Klartext, da bleibt kein Auge trocken. Zusätzlich sind Entgleisungen zu lesen wie “Die Menschen klären, die Sachen stärken” (164).
Korrekt heißt die pädagogische Grundformel selbstverständlich beim Reformer Hartmut von Hentig: “Die Menschen stärken, die Sachen klären”. Der Freudsche Versprecher - von Autor und Lektor! - läßt tief blicken. Besonders peinlich ist diese Entgleisung auch deshalb, weil Bueb auf der selben Seite explizit von Hentig hervorhebt. “Der große Unruhestifter in Sachen Bildung und Erziehung der Nachkriegszeit und Nestor pädagogischer Theorie und nachdenkender Praxis, Hartmut von Hentig, hat es verdient, schon wegen seiner genialen Formel zur Beschreibung der Tätigkeit aller Lehrer und Erzieher in den pädagogischen Olymp aufzusteigen.” (164). Dann diese fundamentale Patzer! Von dort ist es nicht weit zur neuen Verpackung: Alle Macht den Schulleitern!, so der FAZ-Vorabdruck (04.09.2008) aus den neun Geboten.
Erziehung ist für Bueb wesentlich Führung und Gefolgschaft, immer mit den besten Absichten, versteht sich von selbst. Ansonsten tischt Bueb Binsenweisheiten und oberflächlichen bildungspolitischen Konsens auf. “Kinder und Jugendliche brauchen gestaltete Gemeinschaften.” Dissens bricht bei klugen Pädagogen jedoch sofort auf, wenn er ständig betont “unter Führung von Erwachsenen.” Bueb fordert die Ganztagsschule – wer inzwischen eigentlich nicht? Dann kommt die spezielle Buebsche Variante: “Als wesentliche Voraussetzung für das Gelingen der Ganztagsschule gilt, dass dieselben Erwachsenen, die morgens unterrichten, nachmittags als Partner im Spiel auftreten – nämlich die Lehrer.” Fürchterlich. Dann gäbe es für Schüler kein Entrinnen mehr: die durchgeplante Lehrerschule als überwachendes Erziehungs-Gesamtprogramm. Der eingepasste Lehrer als 7.00 bis 17.00-Arbeitnehmer für die Erziehungsanstalt der Zukunft? Immer mit dem wachenden Auge, dem Gärtnerblick, dass die Pflänzchen doch nach Plan wachsen und gedeihen. Der Obergärnter, der Minister, der Staatssekretär mit Hofstaat, hätten dann auch noch gleich die Lehrer, so ganz zufällig, unter herrschaftlicher Lehr-Kontrolle.
Und das soll der Ausweg aus der “Erziehungs- und Bildungskrise” sein? Mit Bueb zurück in die Führerzukunft?
Wir brauchen stattdessen starke selbstverantwortliche Schulen (sprich: Schulgemeinden aus Schüler, Eltern, Lehrer und Schulleitern mit demokratischer Schul- und Lernkultur) mit Personal- Budget- und Programmhoheit. Wir brauchen die Auflösung bürokratisch-ministerialer Gängelungen - das sieht Bueb im Grundsatz auch so - die schnelle Beseitigung der Überregulierungen im Schulalltag.
Muss deshalb das Berufsbeamtentum für Lehrer abgeschafft werden? Ein alter Vorschlag, den Bueb erneut aufwärmt und ernsthaft glaubt, dass sich die Lehrer dafür selbst einsetzen müssten, in ihrem ganz genuinen Interesse. Wo lebt der Mann?
Nehmen wir einmal an, dass die Lehrer tatsächlich sagen würden: Warum nicht? – so schlage ich als Beobachter vor: Als Pilotprojekte sollten zuerst die Kultusministerien und Schulämter dienen. Abschaffung des Berufsbeamtentums, jawohl: denn Führung heißt Vorbild sein für mehr Flexibilität, Kreativität und Zivilcourage. Das wäre der Praxistest der Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit zur beamtenrechtlichen Reform.
Gut, dass wir uns noch unseres eigenen Verstandes bedienen und diesen nicht beim Pförtner, pardon “Führer”, abgeben. Von dem einstigen Reformpädagogen Bueb ist nicht mehr viel geblieben. Man hört bisweilen – die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber. Vielleicht stimmt das gar nicht? Es gibt z.B. gar keine Wiesental-Kälber und Bueb ist auch kein Kälberflüster, sondern nur ein konservativer Hirten-Trommler aus der pädagogischen Provinz.
Denis Scheck (und sein TV-Team in »druckfrisch« vom 06.10.2008) kommentierte zu Buebs neuestem Buch: »Eine Pflicht zu führen kenne ich offen gestanden nur von Blindenhunden. “ Von wegen Kälberflüsterer.
Und ein letztes: Ist das die „neue Bildungsrevolution“, von der Frank Schirrmacher als FAZ-Mitherausgeber, Feuilleton-Chef und neuer Ludwig-Börne-Preisträger träumt?
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"Wer Autorität besitzt, darf Respekt und Achtung erwarten, aber auch Gehorsam."
Wem man "Respekt und Achtung [...], aber auch Gehorsam" erweist, der ist eine Autorität. Die anderen können ja gerne sich mal ins Wartezimmer setzen ... Autorität ist kein Besitz, den man erwirbt, sondern etwas, das man von anderen zugesprochen bekommt. |
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Ich applaudiere!
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ich auch :-)
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Autorität qua Rolle, qua Funktion muss die "Zustimmung" erzwingen oder das System ist gefährdet. Genau das sieht Herr Bueb durchaus richtig.
Wer spricht zu? |
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Ich
die Frage ist nur ob ich ebenso wie Herr Bueb das System erhalten möchte |
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Was heißt "System erhalten". So zu allgemin, was soll ersonst wollen. Könntest du das konkretisieren?
gruß bw |
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Was er will ist einfach. Das was jeder will, der Fachliteratur publiziert. In erster Linie seine eigenen Überzeugungen verbreiten, weil man davon ausgeht das das wichtig ist für die Menschen, Staaten, Konsistenz von 30 Meer langen Stahlträgern etc (und in zweiter Linie manchmal money). So hat Herr Bueb eben eine aus meiner Sich widerliche reaktionäre Überzeugung und tut sie kund.
Eine Umsetzung seiner Forderungen würde allerdings meiner Ansicht ein erstarken des deutschen Untertanengeistes, der ohnehin durch permanentes Kriechen vor Autoritäten ( vor allem in Schule und Arbeit) und dem Schwimmen mit der Masse stark genug ist, bewirken. Un dadurch wird eventuell dem aktuelle System der Autoritäten und der Unmündigkeit durch eine Verschärfung eine zusätzliche Stütze gegeben. |
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"Autorität qua Rolle, qua Funktion muss die "Zustimmung" erzwingen oder das System ist gefährdet. Genau das sieht Herr Bueb durchaus richtig."
Da meinst Du doch nicht ernst? Da könnte ja jeder kommen, sich ein Schild umhängen und ich mache, was er sagt (oder sie). Natürlich nehme ich erst mal an, das mein Lehrer eine Autorität hat und erkenne die an, aber wenn er sie sich dann nicht auch verdient, ist sie eben weg, Funktion hin oder her. (Der Lehrer ist hier nur als Beispiel zu verstehen) |
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Die Amtsautorität lag mir quasi auch sogleich als Gegenargument auf der Zunge.
Beim Amt gilt allerdings die Autorität nicht der Person, sondern wirklich nur der Rolle, die die Person einnimmt. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das ist höchst zwiespältig bis unangenehm für die Person. Denn man wird ja nur als Rollenträger akzeptiert und nicht als Person. Diese "geborgte" Autorität verunsichert zunächst einfach nur. Man möchte die Leute nehmen und schütteln. Aber selbst "höhere Würdenträger" wissen noch, es gilt nicht ihnen privat. Ich weiß aber, daß Amtsträger das durchaus anders empfinden können. |
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PS.
Zum Rollenverständnis gehören immer zwei. Der, der es erhält, und der, der es akzeptiert. Also der, der dem Rollenträger die Autorität entgegenbringt. Und das selbstverständlich und unhinterfragt. Und das ist dann das, was dich als Rollenträger so in Erstaunen versetzt. (Oder was dich als Rollenträger eben anmacht. Hat ja auch was.) |
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@titta
Wo ist bei dir das Gegenargument? Die Rolle wird für die meisten zur zweiten Natur. |
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@Bildungswirt
"Die Rolle wird für die meisten zur zweiten Natur." Das ist erst einmal eine These, eine Behauptung, die du verallgemeinerst. Ohne Begründung, ohne stichhaltiges Argument. Meine Intention war erst mal nur, einen persönlichen Eindruck zu schildern. Keine Argumentation aufzubauen. |
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@titta
Lass uns die Sache etwas abkürzen. Du hattest definitiv von "Gegenargument" gesprochen. Vergessen wir das.Du wolltest jetzt einen "persönlichen Eindruck schildern". Okay. Dennoch würde ich es begrüßen, wenn du genauer auf den Beitrag eingehen würdest. Was meinst du z.B. zu meinem zusätzlichen Vorschlag zur Abschaffung des Berufsbeamtentums? Wie siehst du das bei Schirrmacher. Streifzug hat mal von einem "Dampfplauderer" gesprochen. Hatte wohl argumentativ nichts geliefert, aber vielleicht intuitiv richtig gelegen? Gruß BW |
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@Bildungswirt
Meine Wortwahl war unpräzise, völlig recht. Da du als Lehrer nur einen Anstellungsträger hast, die Ausbildung dir nur diese eine Option eröffnet bzgl. deiner Ausbildung, gilt hier für mich die Fürsorgepflicht des Anstellungsträgers. Deshalb habe ich mit dem Berufsbeamtentum von Lehrern erst mal keine Probleme. Dein Vorschlag in dem Zusammenhang ist folgerichtig. Schirrmacher kann ich nicht ernstnehmen, weshalb ich mich mit dem nur am Rande beschäftige. Anderes würde ich als verlorene Zeit einordnen. Im Bildungswesen wird sich erst wirklich was ändern, wenn die Wirtschaft laut schreit. Also wenn qualifiziertes Personal fehlt. Das soll ja wohl bald soweit sein. Proteste und Initiativen der Betroffenen stoßen ja auch weiterhin auf taube Ohren. Sieh dir nur das Debakel mit den Bachelorstudiengängen an. |
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Liebe Titta,
ich will mal einige Nebelkerzenwurfgeschosse aufzählen: Abschaffung der Berufsbeamtentums - wird in regelmäßigen Abständen von ganz unterschiedlichen Akteuren gefordert (deshalb mein Test: Fangen wir doch beim "Kopf", sprich der Führungsetage an) Ween überhaupt, hätte das nur langfristig positive Aspekte. "wenn die wirtschaft laut aufschreit" - Fachkräftemangel Das gehört zum Konzert dazu, garantiert Journalisten wieder hunderte von Artikeln. Die Probleme sind längst viele Jahre vorher erkannt, interessiert aber nicht. Um 5 nach 12 schreit man ... Wenn du das auf das ganze Beschäftigungssystem umrechnest, reden wir hier von einem Bereich von 1 bis 2%. Medienwirksam lässt sich das aber hochkarätig als DIE Meldung verkaufen (wenn nicht gerade etwas Besseres da ist) Schirrmacher? Da dürfte Streifzug Recht haben. Er ist gut für den Frankfurter Römer, den Festsaal, offensichtlich ungeeignet für tatsächliche Umgestaltung auf der Großbaustelle "Bildung". Da müßte man ja in Gummistiefeln und mit Arbeitshandschuhen augerüstet bei aufgeklärtem Kopf zupacken. Besser wir reden nur mal drüber, war doch wieder einmal ein schöner Festakt. Von den Honoratoren (das sind doch die, die Honorar für Anwesenheit bei der Finanzkasse einholen?) ist diesmal auch keiner in der ersten und zweiten Reihe eingeschlafen. Fortschritt. |
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@Bildungswirt
Bei der Sachlage liegt mir die Frage auf der Zunge: Wie schaffst du es, bei dem Frustpotential noch aktiv zu bleiben, mit Lust und Engagement? Und dann beantworte ich mir die Frage selbst. Wegen der Sache eben. Geht mir ja mit meiner Organisation auch nicht anders. |
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@titta
Das Frustpotenzial ist kleiner als es aussieht. Ich schwimme wie die meisten Europäer auf der Sonnenseite des Lebens. Dazu Aktiv-Rhizomatiker, ein Freund der Aperspektivität der Welt, Okzident und Orient umarmen sich - da gibt es auch viel zu lachen. Im Ich-Du-Wir-Weltverhältnis ist die "Sache" eingebettet. Grüße BW |
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So ein Vollnazi*.
Oh Ja! *Vollnazi meint hier jemanden der rückwärts gerichtetes Gedankengut erschafft, welches, wenn man es umsetzt, zur Schaffung einer faschistischen Ordnung dienen kann. Nur falls es Zweifel geben sollte, wie das gemeint war. |
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Du hast wohl unten erklärt und relativiert, was du meinst. Trotzdem: halte ich für nicht angemessen. Nazi ist eindeutig konnotiert. Bueb ist keiner.
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Vermutlich hast Du Recht, Du kennst ihn ja besser, aber was ich von ihm lese (bei Dir) ließ mich obiges sagen. Deswegen nehme ich das unangemessenerweise nicht zurück.
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@merdeister
Bist aber hartnäckig. Bueb - Nazi? Nee, das geht nicht. Eher von der Nachhut der Wandervögel der 20er Jahre, die später auch von den Nazis aufgesogen wurden. Für Jugendliche, ein bißchen Lagerfeuerromantik, Gemeinschaftserlebnis, Freigymnastik. Nur mit dem nackt-durch-die-Botanik-springen, das war vorbei. |
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Vielleicht verwende ich das Wort Nazi zu flapsig, das könnte an jahrelangem Titanic-Konsum liegen.
Wenn ich das zurücknehme würde ich andere Kraftausdrücke verwenden, weil mir wirklich anders wird, wenn ich seine Aussagen lese. Aber es bringt uns ja auch nicht weiter, wenn ich darauf beharre. Dann sage ich, er erinnert mich an Professor Umbridge. |
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@merdeister
Nee, nee, am Titanic-Konsum liegts nicht. Bitte weiter lesen. Auch mal einen Kraftausdruck ist okay. Nur in diesem Fall muss ich sehr hartnäckig bleiben, da du dich sonst unnötig diskreditierst. Da muss ich als der "Ältere" einfach dazwischenrufen - Irrfahrt bitte beenden, der Kopf braucht nicht den Felsen zur Härteprüfung heranziehen. Merdeister, du hast sonst immer sehr witzige Einfälle, vielleicht so gegen Bueb und seinen Kontrollwahn. |
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Ich frag mich ja immer, was hat der Bueb da nur für Bübchen auf seinem Internat. Mich erinnert das an einen Auspruch/Kritik meines Kunstlehrers über/an Freud, der seine Lehre über die Psyche anhand von psychisch Erkrankten entwickelt habe.
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@titta
Das Internat Salem versteht sich als "Elite-Schule" im Schwabenländle. Ohne Disziplin kein Splin. Was soll die Freud-Anspielung? Sagt das etwas über die Qualität der Freudschen Theorien? |
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Nee, aber sagen Buebs Erfahrungen in seinem Elite-Internat was über Jugendliche oder Erziehung im allgemeinen?
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@titta
"sagen Buebs Erfahrungen in seinem Elite-Internat was über Jugendliche oder Erziehung im allgemeinen?" Seine Erfahrungen beziehen sich auf eine Sondersituation begüterter Jugendlicher. Dafür legt er sich viel zu weit aus dem Fenster. Das hat nur sehr begrenzten Aussagewert für das allgemeinbildenden Schulwesen. In der konservativen Medienstrategie und deren Wirkungen spielt das keine Rolle. "ehemaliger Schulleiter des Elite-Internats salem" - das zieht! Die Begriffe "Elite", "Gymnasium", "Schulleiter" im Sinne von hochgestellter Funktionsträger (eben nicht nur ein einfacher Lehrer) werden besetzt und in die Strategie mit eingebaut. Das kommt besonders im Fernsehen sehr gut an, genau so beabsichtigt. |
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Buebs eigene Erfahrungen und Beispiele gingen mir beim Lesen schnell auf die Nerven. "Zum Beispiel" ist kein Beweis, heißt es ja so schön...Bueb leitet aber ständig aus seinen Beispielen Anleitungen fürs allgemeine Schulwesen ab.
Die Lektüre des schmalen Büchleins dauerte überdurchschnittlich lange, weil ich ständig mit dem Kopf schütteln musste. Da schickte ich meine Kinder doch neunmal lieber auf "Klaras" Gemeinschaftsschule als auf ein derart geführtes Elite-Internat. |
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Eigentlich habe ich gar keine Lust, über Bueb und seine Erkenntnisse zu diskutieren.
Lust hätte ich, ihn mit seiner Methodik an die Schule zu schicken, an der ich selbst mal lehrenderweise tätig war. Eine Gesamtschule in einem sozialen Brennpunkt einer Industriestadt, die schwer am wirtschaftlichen Umstrukturierungsprozeß leitdet. Da würde ich gerne mal Mäuschen spielen, wie Bueb da klar käme. |
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Vielen Dank für Deinen Beitrag!
gerade das scheint der neue trend zu sein, durch objektive und häufiger subjektive erfahrungen werden die 68er zu den sündenböcken erklärt. mehr autorität, mehr grenzen, mehr kontrolle, mehr gehorsam. erinnert euch daran, dass ihr schafe seid, kein widerspruch ihr seid schafe, benehmt euch wie schafe, wir die schäfer, kein widerspruch, wie sind eure schäfer, haben es so zu eurem besten entschieden. |
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>Jeden Morgen wird ein Schüler nach dem Losverfahren bestimmt, der eine Urinprobe abzugeben hat. Wenn die Prüfung einen positiven Befund ergibt, wird der Schüler fristlos entlassen.< zitierst Du Bueb.
Warum ist er so zaghaft? Die römishe Armee kannt doch die wunderbare Einrichtung des 'Dezimierens'. Könnte man nicht bei disziplinarischen Verstößen einfach dezimieren? Das schüfe aber Disziplin in den von Bueb herbeiphantasierten Ganztags-Lehr-Anstalten! Mir scheint, daß da einfach wild drauflosgesabbelt wird, weil man nicht mehr weiß, wie man die Geister beherrschen kann, die man aus der Flasche geholt hat. 'Bildung' ist schon lange durch 'Ausbildung' ersetzt worden, 'Wissen' durch 'Kenntnisse', 'Autorität' durch 'Despotie'. Echte Autorität hat man nicht qua der Stellung [in der Gesellschaft, in der Schullasse, im Freitags-Blog ;-)], sondern die muß man sich erwerben. Das ist jedoch mühsam. BW, da hast Du einen sehr engagierten, hübssch zornigenArtikel geschrieben. Laß Dich aber nicht von den Superernsten bei Deinem Sarkasmus erwishen, sonst bekommst Du Schimpfe! ;-) |
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Gut, ich pass auf.
Schimpfe ? hat das was mit Schimmel zu tun? |
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Kein Schimmel - es ist 'alles in tockenen Tüchern', wie man heutzutage so gern sagt. ;-)
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Zumindest die Konservativen können zurzeit sehr viel in trockene Tücher bringen.
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"die durchgeplante Lehrerschule als überwachendes Erziehungs-Gesamtprogramm." - leider ist es in der Praxis meiner Erfahrung nach oft so, dass Lehrer nicht gegen das erzieherische Versagen von Eltern ankommen, weil sie vergleichsweise wenig Zeit mit den Schülern verbringen und nur als Pädagogen wahrgenommen werden. Das ist ein relevantes Problem. Obwohl Buebs Lösung sicher nicht die beste ist.
Besonders vorsichtig wäre ich mit "demokratischer Schul- und Lernkultur" - Schüler sind erst auf dem Weg, sich für das demokratische Gestaltungsprinzip zu qualifizieren, in der Schule selbst kann zu viel Mitbestimmung auch schaden. Ansonsten: Applaus, Applaus, Applaus! |
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Hallo Tom,
"Besonders vorsichtig wäre ich mit "demokratischer Schul- und Lernkultur" - Schüler sind erst auf dem Weg, sich für das demokratische Gestaltungsprinzip zu qualifizieren, in der Schule selbst kann zu viel Mitbestimmung auch schaden. Ansonsten: Applaus, Applaus, Applaus!" Die Bemerkung von dir und Applaus für den Atrikel passen nicht zusammen. Da ist etwas schief gelaufen. Schule als Polis organisieren ist noch nicht bei dir angekommen. Ab 12- bis 14 Jahren können die Kinder /Jugendlichen deutlich mehr, als die Erwachsenen meinen. Simple Lehrertricks der Scheinbeteiligung werden sofort durchschaut. Man spielt dann zum Schein vielleicht sogar mit. Man muss den Kinder etwas Zu-Muten im doppelten Sinne.Eben nicht Vorsicht, sondern mehr Demokratie wagen. Das Wagnis erfordert nicht all zuviel Mut. Wenn man sich bei Erwachsenen nicht einig ist, dann bin ich immer für Wettbewerb bei gleichen Startbedingungen. So auch in der Schule. Verschiende Wege nach Rom. Gruß BW |
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Hallo Bildungswirt,
Auf die Gefahr hin, ein bisschen extremistisch zu klingen: Bildung ist zu wichtig, um sie nur den Schülern zu überlassen. In den vergangenen Jahren habe ich selbst erfahren, wie gut es ist, dass die Schüler nicht überall mitbestimmen dürfen. Ich bin auch der Meinung, dass mehr Beteiligung als im gegenwärtigen Zustand nötig ist. Aber eine regelrechte "Polis" wäre doch ziemlich gefährlich für eine ausgewogene Lernkultur. Dies und Applaus für den Artikel passt durchaus zusammen - die ersten Absätze des Beitrags finde ich sehr gelungen! Gruß Tom |
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Hallo Tom,
"Bildung ist zu wichtig, um sie nur den Schülern zu überlassen. In den vergangenen Jahren habe ich selbst erfahren, wie gut es ist, dass die Schüler nicht überall mitbestimmen dürfen." Von nur den Schülern überlassen ist doch keine Rede. Der Staat hat verfassungsrechtliche Aufgaben. Nur wo sind die Schüler Subjekte ihres Lernprozesses? Mich interessiert deine konkrete Erfahrung, warum es "gut ist,dass die Schüler nicht überall mitbestimmen dürfen." Wichtig. gruß bw |
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Würde mich auch sehr interessieren, das konkrete Beispiel.
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Also ich habe die Erfahrung gemacht, dass Unterricht streng nach Lehrplan extrem trocken ist, die Schüler lernen nur für Klausuren und vergessen es danach sofort wieder. Wenn aber Schüler beginnen selbst etwas zu machen, wir haben z.B. eine Projektwoche im Jahr die von Schülern organisiert wird, dann wird eher effektiv gearbeitet, weil das Interesse der Schüler da ist. und diese Sachen bleiben auch.
oder auch die JZK www.freitag.de/community/blogs/chrisliegtindersonne/schweinkram-jugendzukunftskonferenz-x |
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@Chris...
Da bin ich mal gespannt, was Tom, im Unterschied dazu, zu erzählen hat. Könnte eine spanende Diskussion werden. Jedenfalls so viel: Bulimie-Lernen in der Schule ist eine weitverbreitete Krankheit. Diagnose erstellt, Therapie staatlich verweigert. |
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Hallo BW,
Dann erzähle ich mal. Die von Chrisliegtindersonne erwähnte Einheit von Lernen und Vergessen habe ich natürlich auch erlebt. Begeisterung der Schüler (und das durch Mitgestaltung) für das Thema ist da natürlich das beste Gegenmittel. Besonders in den nicht-naturwissenschaftlichen Fächern habe ich aber erlebt, dass der Druck von oben auf die Schüler wichtig war. Hier war ein regelrechtes Desinteresse am Unterrichtsstoff vorhanden, und je mehr freie Hand man den Schülern ließ, desto weniger haben sie sich damit auseinander gesetzt. Viele Schüler hätten Musik, Kunst und Ethik abgeschafft, wenn sie die Möglichkeit dazu gehabt hätten. Und das hat meiner Erfahrung nach nichts mit den angewandten pädagogischen Methoden zu tun. Wenn allein die Schüler meines Gymnasiums darüber entschieden hätten, wofür die Gelder für Ganztagsangebote verwendet würden, hätte es auch sicher keine Philosophie-AG oder Russisch-AG gegeben und der Chor hätte einen schweren Stand gehabt. Seltsamerweise hatten die Schüler aber immer Verständnis dafür, wenn neue Sportgeräte gekauft werden mussten. Und statt für neue Spinde kämpfte die Schülervertretung für einen Getränkeautomaten. Die meiste Demokratie (wenn man das so formulieren kann) gibt es allgemein im Sportunterricht, weil der Lehrer hier außerhalb der Leistungskontrollen Teile der Unterrichtsgestaltung den Schülern überlassen kann. Das führte an meiner Schule leider dazu, dass sich der Unterricht oft einseitig gestaltete (erst wurde Fußball gespielt, dann wünschten die Schüler sich Fußball, anschließend gab's Fußball und dann für die Vielfältigkeit mal Volleyball - ich hoffe, ich gehe nicht zu sehr ins Detail, aber ihr wolltet ja "konkrete" Erfahrungen). Natürlich sind das hier alles meine subjektiven Standpunkte und mancher Schüler wird das Ganze sicher anders sehen. Gruß Tom |
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Hallo Tom,
vorerst nur soviel (bin auf dem Sprung) Du weißt, was Bulimie-Lernen ist (hast es selbst erfahren) und bist zukünfitg ein Gegner dieses Unsinns? "Besonders in den nicht-naturwissenschaftlichen Fächern habe ich aber erlebt, dass der Druck von oben auf die Schüler wichtig war. Hier war ein regelrechtes Desinteresse am Unterrichtsstoff vorhanden, und je mehr freie Hand man den Schülern ließ, desto weniger haben sie sich damit auseinander gesetzt. Viele Schüler hätten Musik, Kunst und Ethik abgeschafft, wenn sie die Möglichkeit dazu gehabt hätten. Und das hat meiner Erfahrung nach nichts mit den angewandten pädagogischen Methoden zu tun." Nur zur Vorsicht (weil das verstärkt angemahnt wird) die Klarstellung: Ich anerkenne deine subjektive Erfahrung, den Erleben, bezweifle aber, ob du daraus solche Ableitungen angemessen rechtfetigen kannst. Der Unterricht ist z.B. in Poltik und Wirtschaft oft so langweilig und zudem bieder, das Desintersse der SChüler eine ganz normale Reaktion ist. Manchmal wäre es sogar besser, die Stunden wären nicht gehalten worden. Wer z.B. in Musik ein Reden und Abfragen über Musik macht, der hat nicht verstanden um was es geht. Einem Musikleher auf der Höhe der Zeit, in fast allen Musikstilen bewandert, schüleraktivierend orientiert, dem rennen die Schüler die Bude ein."Druck von oben" (was du rechtfertigst) ist völlig unnötig. Soweit erstmal BW |
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oh man da schreib ich mirn Wolf un dann ist alles weg :(
na gut nochma, aber kürzer Jeder Schüler hat unterschiedliche Interessen. Für das eine Interessiert er sich, für das andere nicht. Ich selbst habe z.B. in Physik immer Bücher gelesen und könnte heute keine einzige Physikalische Formel aufsagen ( 7 Jahre!), genau sowenig wie ich mehr als 10 Sätze über ne Fuge von Bach verlieren könnte. Dafür kann ich nen paar mehr Sachen über die Novemberrevolution erzählen und weis was nen Kondratjew-Zyklus ist. Es gibt nur wenige die entweder so Bildungsbegierig oder so Karrieregeil sind dass sie überall was tun. Das lernen ohne Interesse für eine bestimmte Klausur ist langfristig sinnlos, weil es vergessen wird. Ich hatte z.b. nie ne schlechte Note in Physik, aber ich habe heute keine Ahnung was das ist. Im Sport konnten wir zwischen verschiedenen Kursen wählen die jeweils verschiedene Schwerpunkte hatten. In unserem Sportkurs wurde zusätzlich noch, das Aufwärmen von Schülern geleitet. Hin und wieder wurde auch diskutiert was wir als nächstes machen wollen. Bei uns gibt es viele AGs(Chor,Theater,Ukulala-Projekt Cafetenteam etc; keine der Projekte hat Mangel an Teilnehmern), die werden zwar von den Lehrern gleitet, aber ohne Schüler die freiwillig sich aus Interesse einbringen würde es diese nicht geben. Nochma kurz zur Projektwoche: Das Philosophie-Projekt, war das einzige, was Geld gekostet hat, 20 Euro, weil es in nem Pfadfinderheim war und dort auch übernachtet wurde, trotzdem war es komplett überlaufen und ich wurde rausgelost Die Sache mit dem Getränkeautomat ist natürlich doof, aber sowas wäre bei uns nicht möglich ( ein Schulsprecher Kandidat hat mal damit geworben, aber wurde nur dritter). Die SV hat bei uns nen eigenes Konto, von dessen Geld sie vor allem Partys organisiert. 6 mal im Jahr. Dabei gibt es bei jeder Party freiwillige Helfer für Getränkeverkauf, Einlass, Garderobe. Am Ende steht jedes mal ein plus. das überschüssige Geld wird dann für die Schule ausgegeben oder dem Ukulala-Projekt gespendet Natürlich ist auch meine Schule nicht perfekt gewesen, aber es sind einige Dinge möglich die auf anderen Schulen nicht möglich sind Also bei uns sind es vor allem Gesellschaftswissenschaften die eher das Interesse wecken, als die Naturwissenschaften. |
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Hallo Tom Zille,
wo bist du abgeblieben? kleine Fortsetzung, du schriebst: "sicher keine Philosophie-AG gegeben".(als Einwand für die Schüler-Mitbestimmung) Ich sage dir, das muss eindeutig am Lehrer liegen. Er hatte vielleicht nicht verstanden, dass Philosophie ein Tätigkeit ist, Schüler das nur lernen, wenn sie selbst philosophieren. Das hat nur am Rande damit zu tun, dass man etwas Philosophiegeschichte betreibt. Im Philodophieunterricht sollte Spaß, Erkenntnis, Logik, Witz mit dem immer größer werdenden Feuer der Neugier gekoppelt sein. Die Kurse sind brechend vol, wenn man das als Lehrer versteht. Noten spielen ein Statistenrolle, sie laufen eben im Schulfilm mit. Gruß BW |
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Hallo Tom Zille,
wo bist du abgeblieben? kleine Fortsetzung, du schriebst: "sicher keine Philosophie-AG gegeben".(als Einwand für die Schüler-Mitbestimmung) Ich sage dir, das muss eindeutig am Lehrer liegen. Er hatte vielleicht nicht verstanden, dass Philosophie ein Tätigkeit ist, Schüler das nur lernen, wenn sie selbst philosophieren. Das hat nur am Rande damit zu tun, dass man etwas Philosophiegeschichte betreibt. Im Philodophieunterricht sollte Spaß, Erkenntnis, Logik, Witz mit dem immer größer werdenden Feuer der Neugier gekoppelt sein. Die Kurse sind brechend vol, wenn man das als Lehrer versteht. Noten spielen ein Statistenrolle, sie laufen eben im Schulfilm mit. Gruß BW |
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Hallo ihr,
ich war nur mal kurz in Köln, bin jetzt aber wieder im Freitag und es kann weitergehen. Also: Die genannten Schlussfolgerungen ziehe ich ja gerade deshalb aus meinen Beobachtungen, weil wir in den musischen Fächern öfter als anderswo Lehrer hatten, die durchaus "auf der Höhe der Zeit" waren und sich z.B. auch für Death Metal - Musik interessierten. Hier fehlte es wirklich am elementaren Interesse der Schüler für das Unterrichtsthema, es lag nicht immer an einem pädagogischen Manko. Die Philosophie-AG setzte übrigens vor allem auf das selbsttätige Diskutieren und Argumentieren der Schüler, die Thesen der Philosophen bildeten immer nur den Ausgangspunkt. An einer Debatte sind bereits im Unterricht aber - meiner Erfahrung nach - nur etwa 20 Prozent der Schüler interessiert, der Rest ist entweder zu faul oder unfähig, seine Gedanken zu artikulieren. Denn wenn die Schüler untereinander debattieren, kann es kaum am Lehrer liegen, wenn sich jemand nicht beteiligt. Natürlich stimme ich zu, dass interessanter Unterricht die Hauptbedingung für mitgerissene Schüler ist. Und dass es da gravierende Mängel gibt, übersehe auch ich keineswegs. Gruß Tom P.S.: Ich beneide Chrisliegtindersonne um jene besuchte Schule, an der die Gesellschaftswissenschaften mehr Interesse wecken als die Naturwissenschaften. Welch ein PARADIES!!! |
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Lieber Tom,
"An einer Debatte sind bereits im Unterricht aber - meiner Erfahrung nach - nur etwa 20 Prozent der Schüler interessiert, der Rest ist entweder zu faul oder unfähig, seine Gedanken zu artikulieren." Jetzt wissen wir's. Zu faul, unfähig. Liegt wahrscheinlich an den Genen, das Faulheitsgen bie 80%? Kann doch nicht dein Ernst sein oder? Deine sog. Erfahrung ist doch sehr eingeschränkt. Gruß BW |
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Hallo BW,
das "sog." muss ich mir leider verbitten - die Begründungen mögen falsch sein, aber die Erfahrung ist zumindest real. Natürlich sind Faulheit/Unfähigkeit nicht genetisch bedingt! Gruß Tom |
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Stimmt, hatte ich vergessen darauf hinzuweisen. Danke.
Generell würde ich das Buch empfehlen, jedoch verspielen sich einige Autoren in der wissenschaftlichen Zirkuskuppel mit Zügen der Religionsgemeinde. So trifft man Bueb nicht wirklich. Die sog. "kritische Wissenschaft" ist im eigenen Sprachjargon gefangen, verwechselt die Arena. |
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@chris..
Lieber Chris in der Sonne liegen, das wäre unter Bueb schwerer möglich - hast du dich abgemeldet? Was tust du für die Gemeinschaft, streng dich an, sonst fehlts später - wir wollen alle, glaub mir Chris, dass du in der Sonne liegst, jetzt aber nicht, später, später mal ...Urinprobe heute abgegeben? Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Bueb als verkappter Leninist? Zu deinen Bemerkungen: Das ist eine groß angelegte Medienstrategie zur Bildungs- und Erziehungspolitik. Bueb ist nur ein Schiff in der konservativen Flotte, gezielt nach vorne gespielt. Was die Auswirkungen betrifft - vieles geht einfach unter, wird nicht registriert, außer auf Kongressen mit CDU-nahen Claqueuren. Jeder Praktiker weiß, dass die alten Konzepte so nicht mehr wirken. Nebenbei: Bueb hat von neuen Medien überhaupt keinen Schimmer, sie sind für ihn eher Teufelszeug, Kinderverführer. Da würde der pädagogische Gärtner am liebsten sofort mit dem Zensurrechen durchs digitale Beet fahren. In diesem Sinne - viel Spaß in der Sonne. Gruß BW |
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tut mir leid, aber die tage sind grad so sonnig, das darf ich nicht verpassen
tja wenn das Geld nicht mehr reicht um die Leute bei der Stange zu halten, dann muss eben der gute alte Untertanengeist wieder her und dass konservative thinktanks da voll mitmischen ist wohl auch nichts verwunderliches Das mit dem spielerischen Lernen, den bunten Bildchen und netten Stimme die einem zur richtigen Rechnung gratuliert ist zwar alles ganz nett, aber was einem der Lehrer nicht erklären kann, schafft Software auch nicht. Medien können die Bildung begleiten, aber alles steht und fällt mit der Kompetenz des Lehrers und dem Willen des Schülers |
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achja und ich geh jetz erstmal wieder in der Sone lesen un dann später ab ins Schwimmbad
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@merdeister
Doch, so ist die immanente Logik. Wer nicht zustimmt, annimmt, sich einfügt, der wird bestraft, ausgesondert. Die staatlich zuerkannte Autorität für den Lehrer kann nur so durchgesetzt werden. |
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Ergänzung: Das Ganze nennt man auch verordnete Lehr-Herrschaft.
Dass es empirisch sehr unterschiedliche Lehrertypen gibt, auch mit vielen guten Absichten, das steht auf einem anderen Blatt. |
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Lieber Bildungswirt,
das hört sich gar nicht "nach Dir" an, zumindes habe ich Dich dann z.T. falsch eingeschätzt oder wir liegen einem Missverständnis auf. Nun bin ich mir nicht sicher,wie ich meine Position deutlicher machen kann. "Wer nicht zustimmt(...) der wird bestraft" das hat doch nichts mit der Erziehung zu einem Demokraten zu tun? Mir ist klar, das jeder Schüler irgendwann macht, was er soll oder muss egal ob ein Lehrer seinen Respekt verdient hat oder sich Autorität erworben hat. Sollte das aber der Fall sein, ist es eine Form von Gewalt. Und Gewalt ist für mich kein Mittel zur Erziehung. Ich hoffe Du siehst, das ich Dir ein wenige entgegen gekommen bin (oben schon). Leider fehlt mir gerade die Zeit um das nochmal auszuführen... Bis später merde |
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Lieber Bildungswirt,
das hört sich gar nicht "nach Dir" an, zumindes habe ich Dich dann z.T. falsch eingeschätzt oder wir liegen einem Missverständnis auf. Nun bin ich mir nicht sicher,wie ich meine Position deutlicher machen kann. "Wer nicht zustimmt(...) der wird bestraft" das hat doch nichts mit der Erziehung zu einem Demokraten zu tun? Mir ist klar, das jeder Schüler irgendwann macht, was er soll oder muss egal ob ein Lehrer seinen Respekt verdient hat oder sich Autorität erworben hat. Sollte das aber der Fall sein, ist es eine Form von Gewalt. Und Gewalt ist für mich kein Mittel zur Erziehung. Ich hoffe Du siehst, das ich Dir ein wenige entgegen gekommen bin (oben schon). Leider fehlt mir gerade die Zeit um das nochmal auszuführen... Bis später merde |
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@merdeister
"das hört sich gar nicht "nach Dir" an, zumindes habe ich Dich dann z.T. falsch eingeschätzt oder wir liegen einem Missverständnis auf. Nun bin ich mir nicht sicher,wie ich meine Position deutlicher machen kann. "Wer nicht zustimmt(...) der wird bestraft" das hat doch nichts mit der Erziehung zu einem Demokraten zu tun?" Das hast du komplett falsch verstanden. "Wer nicht zustimmt, ..." - ist doch nicht meine Position, sondern ich habe die Logik beschrieben, die im Schulsystem herrscht. Bueb will die Unterwerfung des Schülers unter die gegebene Ordnung, die Akzeptanz des Lehrers qua Staatsautorität. Das ist das Gegenteil von dem, was ich vertrete. Vgl. alle meine Artikel zu Bildung/Bildungspolitik. Gruß BW |
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Ups.
Sag ich ja, Missverständnis, oder Unverständnis meinerseits aber jetzt ist alles wieder gut. |
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@jörn käbisch
Können wir unser Hintergrundgespräch öffentlich führen, für mich ist da nichts Privates dabei? Aber doch in den Einschätzungen sehr unterschiedliches. Gruß BW |
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Hört, hört, Redakteure munkeln im Dunkeln?
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Soll selbstverständlich heißen: Lieber Jörn Kabisch ...
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Chleudert den Purschen zu Poden, zerrt ihn ins Licht der Community.
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Bitte kein Zwangs-Coming-Out im Freitag.
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Es geht um eine unterschiedliche Einschätzungen der Aktualität von Bueb. Ebenso, welche Medienstrategie dahinter steht.
Habe Jörn Kabisch mitgeteilt, dass ich das lieber öffentlich machen würde.Mir ist vor allem Print-Freitag zu zahm.DA sollte m.E. eine Bueb-Medien-Kritik rein, wenigstens als Community-Beitrag. Nur es gibt keine weltbewegenden Geheimnisse.Um "Zwangs-Coming-Out" geht es auch nicht. |
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Jörn Kabisch äußert sich leider nicht. Ich wollte ihm den Vortritt lassen. Mal sehen ...
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lieber bw und alle,
etwas grundsätzliches hätte ich gern in die diskussion über bildungsanstalten und konzepte gebracht: die historische dimension, die funktion der schule in der gesellschaft. das klingt vielen wahrscheinlich zu abstrakt, aber konkret heißt das: die alte familie als ursprüngliches mädchen für alles hat mit ihrer abdankung die ausbildung und erziehung großenteils dem gemeinwesen überantwortet. aber nicht ganz. in der halbtagsschule mit fachunterricht faktisch und de jure haben die eltern die volle verfügungsgewalt, das elternrecht. seit etlichen jahrzehnten aber ist die elternpraxis zum "Phantom Familie" geschwunden. dafür gibt es einige ursachen. aber die wirklichkeit ist die überforderte familie. ganztagsschule, am besten das internat, soll das defizit auf der elternseite ausgleichen. das professionelle stützgewebe von der kita bis zur oberstufe soll das kind für das gemeinwesen erziehen und bilden. natürlich nur zum wohle und allerbesten des kindes. wenn ich die kolonne lehrer/innen, die ich als schüler vor mir hatte, in der erinnerung vorbeidefilieren sehe, können vielleicht anderthalb mein placet haben. der übrige lehrkörper war albern bis ärgerlich. kein wunder, bei der auslese der ausleser. das büb-chen aus dem süden fügt sich wunderbar ein ins bild der heilen bis heiligen familie, das von denselben parteien hochgehalten wird wie die neue alte schule. quia absurdum. bw, ich nehme mal an, dass du weißt, dass die mehr oder weniger autonome schule eine uraltforderung der menschenbildungsfraktion ist. vergeblich. wenn du den faden schule aufnimmst, hast du den ganzen pullover gesellschaft aufribbelnd in der hand. ein wuchtiges thema, allemal. |
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Neue Lehrer braucht das Land
aber: Der Fisch stinkt vom Kopf her ... |
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schrieb am
20.07.2009 um 21:18
'wenn du den faden schule aufnimmst, hast du den ganzen pullover gesellschaft aufribbelnd in der hand. ein wuchtiges thema, allemal.'
Ich ribbel mal zurück zu einer der ersten wuchtigen Maschen, bzw. Mechanism. Irgendeinen Knotenpunkt muss ich finden, um pragmatisch mal Lösungsideen/-Fragen herauszuhauen. Der erste Knoten sollte aufgelöst sein, indem in Schulen auf unterschiedliche Begabungs-, bzw. Lerntypen eingegangen wird. Lernen sollte ganzheitlich sein. Nicht Auswendiglernen (hatte hier auch jemand geschrieben), sondern verstehen, was gelernt wird. Dadurch entsteht wirkliche Motivation und der Schüler merkt sich Gelerntes, also Verstandenes. Zu Lehrern: Warum können angehende Lehrer nicht eine Art Aufnahme- oder Motivationsprüfung ablegen? Ist in anderen Studiengängen, in denen es nicht um Menschen at hand geht, schließlich auch üblich (ok, Ausnahmen, wie z.B Medizin usw. sind klar). (Wieviele Lehrer gibt es, die diesen Beruf gewählt haben, da sie nix besseres wußten? Und die wenigen, die alles geben, mutieren zu Sozialarbeitern, die an oft an bestimmten Schulformen fehlen…) Klar, für Forschung und Änderung an den Wurzeln ist keine Kohle vorhanden, und demnach nur für 'gekaufte' potentielle Eliten(förderung)an irgendwelchen Internaten. |
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Du gehst gleich mehrere Knotenpunkte an:
Lehreausbildung, Motivations- und Eignungsfrage. Ja, da müßte viel mehr getan werden. Die Analysen und Erkenntnisse liegen seit vielen Jahren auf dem Tisch. Praktisch läuft wenig. Neue Lernkulturen Ja, verbesserte Diagnose, individuelle Förderung ist vonnoten. DAs sagen inzwischen auch alle Bildungspolitiker gebetsmühlenhaft. Auch hier gibt es kein Erkenntnisproblem. Der Lakmustest wäre ein radikale Neuerfindung des Prüfungswesens und der Prüfungsdidaktik. Solange soviel Unsinn geprüft wird, sind die Lippenbekenntnisse zu neuen Lernkulturwn eben Lippenbekenntnisse. "Schön, dass wir mal darüber geredet haben". Grundlegende Veränderung im SChulsystem, in den Lern- und Prüfungskulturen sind nicht in erster Linie eine Frage des Geldes. Vieles könnte kostenneutral erfolgen. WEr allerdings die viergliedrige Selektion aufrechterhalten will, scheut dazu eine Diskussion, die auf konkrete Ergebnisse und Zeitpläne hinausliefe. Vgl. auch mehrere andere Beiträge von mir zur SChul- und Bildungspolitik:u.a. www.freitag.de/community/blogs/bildungswirt/bildungspolitik-zukunft-fuer-alle Gruß BW |
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Nee, zwei SChüler haben Bueb öffensichtlich zu ernst genommen.
Der dritte fragt sich - hey, was soll das? |
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So, was sind jetzt noch mal ihre bildungspolitischen Thesen, insbesondere diejenigen, zu denen Sie sich durch Bueb haben inspirieren lassen?
Was die mehr oder weniger starke Empörung über Bueb angeht - da genieße ich lieber meine eigene, und zwar live beim Lesen des Buches. |
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"zu denen Sie sich durch Bueb haben inspirieren lassen?" - wohl ein kleiner Scherz am Rande?
"Was die mehr oder weniger starke Empörung über Bueb angeht - da genieße ich lieber meine eigene, und zwar live beim Lesen des Buches." Vorfahrt für ihre eigene Empörung. Bei mir war es kein Genuss, eher notwendige Pflichtlektüre aus professionellen Gründen. Ansonsten lese ich keine drittklassigen Bücher. |
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"zu denen Sie sich durch Bueb haben inspirieren lassen?"
Ich nehm's auf meine Kappe, vielleicht missverständlich ausgedrückt. Inspiration nicht im Sinne von geistiger Nähe, sondern nur im Sinne von Aktion-Reaktion... Bueb lässt seine Bombe platzen, das setzt bei Ihnen Denkprozesse in Gang, und die münden vielleicht in eigenständigen Thesen... Drittklassige Bücher? Meine Lektüre ist zwar schon etwas her, ich meine aber mich daran erinnern zu können, dass das Buch zumindest in sich schlüssig, argumentativ relativ dicht und verständlich geschrieben ist. Das ist mehr als man von vielen anderen Sachbüchern sagen kann. Und außer Acht lassen sollte selbst derjenige, bei dem Buebs Thesen das kalte Grausen verursachen, nicht, dass es sich bei Bueb immerhin um einen Praktiker handelt. Er hat sich also tagein, tagaus mit realen essentiellen Problemen seiner Arbeit auseinandersetzen müssen und diese zufriedenstellend lösen müssen. Das macht sein Fazit nicht zwangsläufig zum Maß aller Dinge, sollte aber als STREITSCHRIFT (!) zumindest nicht von vorneherein verachtet werden. |
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"und die münden vielleicht in eigenständigen Thesen..." (Bueb ist dazu völlig überflüssig)
Vgl. meine Artikel im Freitag zur Bildung. Alternativ: www.bildungswirt.de Oder mein neuestes Buch (2008): Michael Miller, Lob der pädagogisch-gastronomischen Vernunft. Alle reden von Schule - was ist zu tun? Ansichten eines Kneipenbesitzer. (Im Juli-Heft 2009 der Zeitschrift Universitas ist druckfrisch eine Besprechung dazu zu lesen) Da findest du genung "eigenständige Thesen" und viel mehr. Bueb und Praktiker? Naja, er war weitgehend SChulleiter, Orgamensch, Managementaufgaben, Repräsentationen ... Zudem: Es gibt genügend blinde Praktiker, das ist per se kein Gütezeichen. "sollte aber als STREITSCHRIFT (!) zumindest nicht von vorneherein verachtet werden." Das ist der Untertitel des Buches. Deshalb streit im mich hier ausnahmensweise ganz gern mal. (Allerings gestehe ich, dass das auf diesem Niveau schnell langweilig wird) Bedenke aber immer: Konservative haben eins besser begriffen als Linke. Das Prinzip der Wiederholung ihrer Botschaften, Sperrfeuer und immer wieder fast das Gleiche und immer wieder von Neuem. Das ist auch eine Differenz, die ich mit Grassmann/Kabisch habe. Die Linke sucht oft nach ultimativ Neuen (hatten wir doch schon EINMAL, können wir nicht bringen) Soviel Neues gibt es gar nicht. Sog. Kreativität ist oft ein Mangel an Information. Gruß BW Verachtung? - ist mir fremd. |
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Darf ich mir das selber zusammensuchen, ja? Wie zuvorkommend. Hoffentlich wird man in Ihrer Kneipe besser bedient. ;-)
Ein Schulleiter ist ein Praktiker. Auch wenn er selten Unterricht erteilt, setzt er Pädagogik um. Und dass eine als Schulleiter gewonnene Innensicht sich grundlegend fast unterscheiden muss von der Außensicht der Bildungswissenschaftler, scheint mir auch auf der Hand zu liegen. Anders als der Wissenschaftler hat der Praktiker ja immer den Handlungszwang als ständigen Begleiter. Schön, dass Sie kritisieren, wenn man versucht, nur schillernde neue Thesen zu generieren, weil man in einem schwerwiegenden gesellschaftlichen Problem nur Anlass für Unterhaltung und Abwechslung sucht. Doch wenn Sie bei Bueb von "Mottenkiste", "Binsenweisheiten und oberflächlichem bildungspolitischen Konsens" reden, dann scheinen Sie ihm durchaus mangelnden Unterhaltungswert, fehlenden Neuigkeitsgehalt vorzuwerfen. Man muss keinen Logikgrundkurs absolviert haben, um da einen Widerspruch zu sehen. |
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Für heute soviel:
"Darf ich mir das selber zusammensuchen, ja? Wie zuvorkommend. Hoffentlich wird man in Ihrer Kneipe besser bedient. ;-)" Was soll der giftige Ton? Ich hatte Ihnen m.E. klar geantwortet. Ich bin nicht dazu da, Sie zu bedienen. Haben Sie mein Buch gelesen? Das ist ein Angebot - Sie können es annehmen oder ablehnen, "selber zusammensuchen". "Ein Schulleiter ist ein Praktiker. Auch wenn er selten Unterricht erteilt, setzt er Pädagogik um. Und dass eine als Schulleiter gewonnene Innensicht sich grundlegend fast unterscheiden muss von der Außensicht der Bildungswissenschaftler, scheint mir auch auf der Hand zu liegen." Praktiker so allgemein verwendet, sagt nichts über eine konkrete Praxis. Pädagogik umsetzen? - nur welche??? Sowohl Innen- als auch Außenansichten sind mir bestens bekannt. Eine grundlegende Unterscheidung? Nein. Wer als Lehrer nicht über ein differenziertes Theoriewissen verfügt, ist selten auch ein guter Praktiker. Auch zur didaktischen Handwerkerkiste gehört ein differenziertes Reflexionsvermögen. Freundliche Grüße BW |
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klar, sag ich doch, bw: der fisch stinkt zuerst am kopf. bei den fortschritten in der organtransplantation könnte das auch hoffen lassen. was not tut, ist aber eine erneuerung an haupt und gliedern und unbedingt auch an den strukturen. überfordert das nicht die beste chirurgie?
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deshalb doch auch soviel Nebelkerzenwurfgeschosse.
und immer wieder flach durch die Mitte. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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