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oder Freiheit ist keine Randnotiz – Die Piratenpartei
1. Die Piraten sind ein Zugewinn für die parteipolitische Landschaft Deutschlands. Sie haben das Potenzial zur realpolitischen 6. Kraft der politischen Willensbildung in kürzester Zeit zu werden.
2. Die Zeiten des eingespielten Ping-Pongs der etablierten Parteien geht zu Ende. Die beiden sog. „Volksparteien“ CDU und SPD entfalten immer weniger gesellschaftliche Integrationskraft. Rechnet man die Nicht- Wähler mit ein, so stellen sie nicht einmal mehr 50% des politischen Willensbekundung.
3. FDP und Grüne stagnieren oder entwickeln sich sogar rückwärts in ihrer Programmatik und in ihrem Spürsinn für gesellschaftlich wichtige Fragen. Der FDP ist der linksliberale Flügel (Dahrendorf & Co.) völlig abhandengekommen. Geblieben ist eine hohle Freiheitsrhetorik des ökonomisch Stärkeren. Bei den Grünen fehlt jeder Elan; die konsequente Anti-Atompolitik wie auch die pazifistische Grundüberzeugung wurden aufgegeben. Die Linke thematisiert wohl angemessen die Frage der sozialen Gerechtigkeit, flüchtet sich aber allzu schnell in Zwangs- und Einheitsvorstellungen. Die Ausgestaltung von Freiheit und Individualität ist deshalb schwerpunktmäßig das Terrain der Piraten.
4. Die Piraten sind in ihrer Aufbauphase klug genug, sich thematisch zu konzentrieren: Grundrechte verteidigen, Freiheiten im Netz gewährleisten, staatlichen Kontrollwahn begrenzen, Open Access als Produktivkraft entfalten.
Sie lassen sich nicht auf politisch fremdes Terrain von Sprachdreschmaschinen und ihren gestanzten parteipolitischen Textfallstricken locken. Besser momentan ein weißes Blatt als ausgekochter schwarzer Filz, der lächelnd mit weißen Zähnen zur Bundestagswahl wirbt.
5. Die Piraten werden als realpolitische Kraft schneller neue politische Terrains erobern, als den etablierten Parteien lieb sein wird: z.B. neue Forschungs- und Technologiepolitik, neue Bildungspolitik in Schulen und Hochschulen, Chancengleichheit konkret, Freiheit der Inhalte mit praktischen Konsequenzen. Sie pfeifen auf den zementierten Konsens der tausend Lobbyistenverbände. Was nicht funktioniert, gehört abgeschafft. „Unter den Talaren Muff von tausend Jahren“ stellt sich im digitalen Zeitalter neu für sämtliche Formen von Bürokratie und fremder Lebensplanung.
6. Die Piraten entern den Bundestag als realpolitische Aufmerksamkeitsbühne mit TV-Millionenpublikum ab dem 27. September. Sollten sie die 5%-Hürde im ersten Anlauf nicht überwinden, wird das nichts an der neuen Bewegung ändern. Sie werden 100%ig eine Wahlkampf-Parteienfinanzierung erhalten und sich bis 2013, so oder so, professionalisieren.
7. Ein postmoderne Dienstleistungsgesellschaft mit einer Vielfalt von Interessen, Bedürfnissen und Lebensqualitäten ruft systembedingt die Piraten auf die politische Agenda. In Berlin wird man sich an sechs oder gar sieben politische Parteien gewöhnen müssen. Die politischen „Legosteine“ (Google-Zeitalter) werden nicht nur symbolisch neu kombiniert und vernetzt. Immer neue attraktive Fäden werden die Piraten als Enterwerkzeuge spinnen.
Noch sechs Tage bis zur Bundestagswahl.
Das gilt auch für verbrauchte Abituraufgaben mit Lösungen. Mit Steuergeldern finanziert und dann privat verscherbelt.
www.freitag.de/community/blogs/bildungswirt/bundesweit-abiturpruefungen-in-der-dunkelkammer
Piraten, wo seit ihr?
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Bildungswirt schreibt: "Die Linke thematisiert wohl angemessen die Frage der sozialen Gerechtigkeit, flüchtet sich aber allzu schnell in Zwangs- und Einheitsvorstellungen. Die Ausgestaltung von Freiheit und Individualität ist deshalb schwerpunktmäßig das Terrain der Piraten."
Über die den linken ja immer wieder pauschal attestierten gleichmachereien oder wie es hier heißt "zwangs- und einheitsvorstellungen" wüßte ich gern genaueres - so macht es jedenfalls den eindruck, als wäre es einfach so hingeschrieben, weil dieser vorwurf nunmal im raum steht, virulent ist ... Und zum andern wird, erstaunlicherweise ohne jegliche kritische sichtung des personals resp. der in dieser partei virulenten vorstellungen, der piratenpartei eine rolle und entwicklung vorausgesagt, was schon beinahe einer verklärung gleichkommt, oder einer eschatologie: da kommt der retter, die retterin ... Welche gedanken macht man sich bei den piraten eigentlich über die von der politik zu setzenden rahmenbedingungen für die "ausgestaltung von freiheit und individualität"? Und was macht den autor z.b. so sicher, daß sich die "Piraten als realpolitische Kraft schneller neue politische Terrains erobern" werden - etwa weil die mitgliederschaft so jung ist? |
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klara wird mich dafür hassen aber:
die piraten sind ein demografisches phänomen. ihre stärke ziehen sie daraus, dass die mitglieder der anderen parteien schneller wegsterben als die der piraten. mfg mh |
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klara ist zwar nicht mein name, sehr geehrter herr, aber trotzdem antworte ich darauf: wenn das die einzige stärke der piraten sein sollte, siehts am ende doch nur wieder bitter aus - es gäbe dann in gestalt der piraten wohl eine neuauflage der "volkspartei" nach bajuwarischen vorbild, pro wahl über 50% ...
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Hallo Jayne,
ich will hier zu den Piraten diskutieren und nicht zu den Linken. Dazu habe ich zigfach Kommentare abgegeben, aus denen ersichtlich wird, dass die Linke eine notwendige 5. Kraft im Land ist.(Stichwort: wider alle Lafontaine-Verteufelungen).Die Einheits- und Zwangsvorstellung zeigt sich z.B. im Schulbereich: Eine Schule für alle, eine Phobie gegen das Gymnasium ...da ist nicht viel verstanden. Hier geht es mir um die 6. Kraft (aber nicht in der schiefen Diskussion um das bescheuerte Interview bei der JF) Gruß BW |
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ja, bitte sehr, aber ich werde mich doch wohl auf einzelne passagen in Ihrem text beziehen dürfen - und was die "einheits- und zwangsvorstellungen" der linken im bildungsbereich betrifft, die "phobie gegen das gymnasium": ja, die linke favorisiert gesamtschulen, ein gemeinsames lernen bis klasse 8 oder 10, dies aber bei deutlich mehr lehrpersonal, geringerer klassenstärke, und das schließt weder die existenz von gymnasien, noch die von spezialschulen aus.
Sehr froh wäre ich über die beantwortung meiner schon oben formulierten frage, was Sie so sicher in bezug auf die entwicklung der piraten zur "6.kraft" macht? |
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"Sehr froh wäre ich über die beantwortung meiner schon oben formulierten frage, was Sie so sicher in bezug auf die entwicklung der piraten zur "6.kraft" macht?"
Ich rede eher von Wahrscheinlichkeiten, sichtbaren Plausibilitäten. Die Netzintelligenzler werden selbstverständlich - angesichts des traurigen Zustands der politischen Parteien - eigene Ausdruckformen im politischen Raum suchen. Die aktuellen Gründe und Antriebsmotive sind bekannt. Zudem sind Piraten aber auch Menschen aus Fleisch und Blut, die auch real genau hinschauen, wohin die gesellschaftliche Reise geht. Folglich werden sie sich für gesellschaftliche Konfliktfelder öffnen und dann erst "positionieren". VGl. z.B. bedingungsloses Grundeinkommen. Wenn sie in der Schulpolitik anfangen, wird es an die Inhalte ganz konkret gehen, mit äußerlichen Organisationsreformen ist es da nicht mehr getan. Stichworte: Selbsttätigkeit-Sprachkompetenz - Internetkompetenz. (zurzeit in der Schule weitgehend Fehlanzeige. Wird von den Parteien bisher nur auf der Spruchebene gestreift.) |
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Für mich wird der 27.9. auch eine Art "Reality Check". In meiner Umgebung wollen soviele Menschen Piraten wählen, dass sie an die 15% bekämen. Je niedriger das Ergebnis der Piraten wird, desto weiter hat sich mein Leben offenbar von der "realen" Gesellschaft entfernt.
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Mein Lieber,
du scheinst dich doch schon weit entfernt zu haben.15%, aber warum nicht nach den Sternen greifen? Der Internetgalaktische Himmel ist sehr, sehr, sehr weit. Gruß BW |
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In meinem Wahlbezirk haben die Piraten 5,6% Prozent erreicht, bei der Kommunalwahl.
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Daraus folgerst du 5,6% bei der Bundestagswahl und rundest auf auf 15% - so in etwa?
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Natürlich nicht!
Wäre meine Umgebung repräsentativ, dann wäre dieses Ergebnis vorstellbar. Wie unrepräsentativ sie ist, erfahre ich dann am 27.9. ;-) |
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Noch bleiben dir 6 Tage, um die Flagge zu hissen.
Vielleicht heißt dieses Medium in 2 Jahren: Piratenfreitag, wer weiß? |
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@BW: Die Piraten als "realpolitische" Kraft? Haben die ihre Fundi-Phase schon hinter sich? Na dann, wann werfen die ihre Bomben auf den Kosovo? Wann koalieren sie schwarz/schwarz-knochenkreuz?
HL |
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Hallo Chryselers,
von der Bildung zu den Piraten - ich wußte, dass du doch so ein flexibler norddeutscher Jung bist. "realpolitische Kraft"? - schaun wir mal, die "Fundiphase" (übrigens von den "Realos" angehefteter Begriff)dauert vielleicht länger als gedacht - why not? "Bomben auf den Kosovo"? - definitiv nein. Man muss doch nicht Kardinalfehler der Grünen wiederholen. Die Piraten werden auch außenpolitisch m.E. schnell eine vernünftige Position beziehen. Mit der Piratenflagge lassen sich auch verschiedenen Späße anzetteln, aber doch keine schwarz-schwarzen. Gruß BW |
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Dringend zu beachten! Hier steht ein hochbrisanter, schwer substanzieller Beitrag, der geeignet ist, Wahlabsichten am kommenden Sonntag zu ändern!!!
www.freitag.de/community/blogs/meisterfalk/der-pirat-auf-dem-landweg |
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Seh ich wohl ähnlich wie du.
Das kommende neue Zion in Form der Piratenpartei ist ja wohl nur als Satire realistisch. |
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Seid realistisch, fordert das Unmögliche. Piraten auf dem See- und Landweg.
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Ob eine sechste Kraft letzten Endes einen wirklichen Zugewinn für die parteipolitische Landschaft darstellen wird, wie Du in Punkt 1 hoffst, bezweifle ich stark.
In Italien hat sich auch einmal etwas bewegt, als das starre parteipolitische System sich auflöste. Und was haben wir jetzt? Eben! Hierzulande haben die Grünen auch einmal das Parteienspektrum erweitert und einen Zugewinn für die parteipolitische Landschaft dargestellt. Sie hatten weiland auch nicht sehr viel mehr zu bieten als einen Programmpunkt. Und was haben wir jetzt? Na ja! |
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Ich will hier nicht orakeln, was das Land verträgt. Auch eine neue Schwarz-Rot oder Schwarz-Gelb -Bühne wird vertragen, ja, das Volk entscheidet sich dafür. Wenn da mal nicht doch Piraten gebraucht werden, zu Lande, zu Wasser, zu Luft?
Die Grünen werden sich wieder radikalisieren müssen oder sie dümpeln einfach so weiter in kleinen Farbenspielen.Vielleicht helfen die Piraten bei der Gärung? Gruß BW |
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Nachtrag zu deinem "Na ja!"
Werde morgen am besten noch einen Beitrag zur Piratenpartei anbieten, damit das Lustprinzip im weiten Sinne klarer wird: www.freitag.de/community/blogs/bildungswirt/zum-lustprinzip-der-bundestagswahl |
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Meinst du - Größte-Piraten-Zukunft ?
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Ausgabe 06/12
09.02.2012
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