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oder der müßige Streit um die verbrauchten Abiturprüfungsaufgaben
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„Kostenfreier Zugang zu allen zentralen Prüfungsaufgaben (mit Lösungshinweisen!) via Internet“ ist immer noch die unerfüllte Forderung für die gymnasiale Oberstufe genauso wie für den Haupt- und Realschulbereich. Der aktuelle Streit in Hessen um die sinnvolle Verwendung von verbrauchten Abitur-Prüfungsaufgaben zeigt sich in neuem Licht. Er hat bundespolitische Bedeutung, da bisher in keinem anderen Bundesland eine vernünftige Gesamtregelung vorliegt.
Die Linken haben sich in ihrer Großen Anfrage vom 07. April 2009 in der Sache verstärkt auf vielfältige Darlegungen des Bildungswirts gestützt, bis hin zur Übernahme ganzer Textteile in die offiziellen 22 Fragen an die Landesregierung.
Die Linken hatten vorher höflich gefragt. Man sollte wissen, dass auch allen anderen Landtagsfraktionen umfangreiche Infos und Einschätzungen aus Blog-Beiträgen und Artikeln zur Verfügung gestellt wurden und entsprechend kommuniziert wurde (nur die CDU äußerte sich nicht).
Seit dem 08. September 2009 sind die 22 Antworten der Landesregierung, nach 154 Tagen Bearbeitungszeit, im Landtagsinformationssystem veröffentlicht.
Höchstwahrscheinlich wird der Streit auf der nächsten Plenarsitzung des Landtags, 17. bis 19. November 2009, verhandelt. Differenzierter Sachverstand und Fingerspitzengefühl im Interesse der Jugend wird allen fünf Parteien und ihren Volksvertretern unterstellt.
In der Großen Landtagsanfrage der Fraktion Die Linke betreffend Verkauf der Rechte am Landesabitur (Drucksache 18/338) heißt es zur Genese des Konflikts in der Vorbemerkung der Fragestellerin:
„Im Oktober 2008 hatte sich die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit einer Kleinen Anfrage betreffend die Zugänglichkeit zu zentralen Prüfungsaufgaben (Drucksache 17/522) an die Landesregierung gewandt. Die Antworten derselben liegen inzwischen vor, sind jedoch zum einen reichlich unbefriedigend und zeugen zum anderen von einem naiv-fragwürdigen Umgang mit der einschlägigen Rechtsmaterie.
So behauptet der ehemalige Kultusminister Banzer (CDU) beispielsweise, die Abituraufgaben könnten durch das Ministerium nicht im Internet veröffentlicht werden, weil sie Zitate von urheberrechtlich geschützten Werken enthielten, deren allgemeine Zugänglichmachung durch § 53 des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urhebergesetz, UrhG) verboten sei. Deshalb sei die Veröffentlichung aller Prüfungsaufgaben unmöglich. Diese Aussage hält einer juristischen Prüfung keineswegs stand und ist bezüglich ihres Wahrheitsgehaltes als falsch anzusehen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Land Hessen 2 bis 2,5 Millionen Euro pro Jahr für die Erstellung zentraler Prüfungsaufgaben ausgibt, hiernach jedoch lediglich “für die Bereitstellung der verwendeten Abituraufgaben eines Jahres eine Verwaltungskostenpauschale in Höhe von 100 Euro pro Aufgabenset (3 Aufgaben)” von den entsprechenden Verlagen erhält, nicht akzeptabel: Das Land hat aus dem Verkauf eines Wertes in Höhe von 2 bis 2,5 Millionen Euro im Jahr 2007 4.400 Euro und im Jahr 2008 5.700 Euro eingenommen – und diesen somit mit jeweils durchschnittlich rund 99,8 v.H. “Verlust” verkauft.“
Pointiert dargelegt wird der bisherige Streit u.a. in folgendem Interview:
Mehr ...
www.bildungswirt.de/2009/10/28/verkehrte-welt-im-hessischen-landtag-oder-kultusministerium-teil-1/
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Die Nachdenkseiten.de sind schneller als die Freitag-Community. Seltsam, dass hier über "irgendwie links" ellenlang diskutiert wird und an anderen Orten es um reale Politik und deren Gestaltung geht. Im Kokon schläft es sich offenbar gut.
Gruß BW |
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Zu meiner Zeit und meinem Glück gab es noch keine Zentralabitur.
Wie man mit alten Fragen oder Altfragen Geld verdienen kann, sehe ich aber jetzt im Studium. Es gibt unzählige Bücher, die Prüfungsfragen sammeln und Kommentieren. Am berühmtesten ist wohl die "Schwarze Reihe". Wer den Begriff vor seinem Arzt fallen lässt, dürfte ein leichtes Stöhnen ernten. Wie ich das finde, weiß ich nicht genau, es handelt sich ja auch um eine staatliche Prüfung, ich habe es aber so kennen gelernt und weiß den Service zu schätzen. Dass man aber für Altfragen für das Abitur Geld bezahlen soll, ist schon die Höhe. Meine Familie hätte das Geld dafür sicher aufgebracht, aber es gibt ja auch Menschen, denen das Kindergeld auf ihr ALG-II angerechnet wird. Hatte Bertelsmann da seine Finger im Spiel? Ist ja auch ein Verlag... Danke für die Infos. |
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Nein, nicht Bertelsmann, die üblichen Schulbuch-Verlage. Man muss die Verlage aber hier nicht an den Pranger stellen, sie nehmen eben, was sie kriegen können und zwar für einen Apfel und ein Ei. Die dementsprechende Politik wird in den Schulministerien gemacht. Kaum ein Journalist blickt da durch.
Die FAZ und FR weigern sich. Der Freitag weiß nicht so recht??? Mal sehen, ob Christian Füller von der Taz was reißt. Im Grunde beschämend. Und wenn ich dann noch lese mit was sich die Community im mainsteam beschäftigt ... Gruß BW |
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Hallo BW,
leider verliere ich den Überblick, weil ich seit der Umstellung auf "Beta-Pro" hier beim Freitag weder über "Mein Freitag" noch per Mail informiert werde, wenn sich bei gemerkten Artikeln etwas tut. Deswegen habe ich Deine Antwort erst jetzt gelesen. Ich kann SO nicht arbeiten, liebe Redaktion und IT-Crowd. |
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Vielleicht sollte man den Wert so einer Frage einfach auf 5000000000 (9 Nullen) Euro festlegen, dann fällt sie nicht mehr durchs Nachrichtenraster.
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Ist doch ein Thema von TEssa oder letztlich JA
Beta-Beta ---brauchen wir Beta-Blocker für Blogger? |
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@BW
Was macht Ihr Hessen da bloß für einen Kram? In HH bekommt die Schule nach jedem Abi eine CD, da sind alle Zentralaufgaben drauf, ich kopiere davon welche für meine Kurse und druck sie aus und schon wissen die Schüler, wie sowas für sie aussehen kann, wenn es für sie so weit ist. Alles völlig problemlos. HL |
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Problemlos wäre, wenn alles im Netz veröffentlicht werden würde. Jeder hätte Einblick, was denn im schulischen Prüfungswesen läuft.
Die eine CD pro Schule gibt es in Hessen auch. Der Lehrer ist dann die "Entscheidungsinstanz", soll das so sein? Gruß BW |
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Die Schüler fragen mich, wo isses? Und dann geb ich ihnen, was sie wollen. Ich selbst entscheide da gar nichts.
Oder meinst Du französische Verhältnisse? Da soll es, hab ich mal gelesen, so sein, dass am Tag nach der Zentralprüfung die Aufgaben in den Zeitungen diskutiert werden. Kann reizvoll sein, wenn sich das regelmäßig zu einer Verständigung über den Sinn von Schule, Abitur etc. ausweitet. HL |
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Französische Verhältnisse wären mir lieber als deutsche Verschwiegenheit.
Deine Redlichkeit und dein Engagement glaub' ich dir aufs Wort. Nur was machen Schüler, die ganz andere Lehrer haben? Auch für Eltern und zukünftige Lehrerstudenten wäre die Veröffentlichung sehr sinnvoll...und und und .... Kurz und gut: Die verbrauchten Abiaufgaben plus Lösungen gehören kostenfrei ins Netz! (Dazu eine ganze Artikelserie in meinem Blog www.bildungswirt.de unter der Kategorie "Abitur verkauft") |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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