Gaby Küppers M.A., Marburg,Gießen

Blog von Gaby Küppers M.A., Marburg,Gießen

28.03.2011 | 11:39

Kommunalwahl 2011 in Hessen- Wahlniederlage für DIE LINKE

 

Das Wahlergebnis der Kommunalwahl in Hessen macht deutlich wohin die Wählerschaft will: weg von den ewig Gestrigen und hin zur altbewährten hessischen Sozialpolitik gepaart mit dem fast schon militanten Bestreben, die Natur mittels grüner Politik zu erhalten.

DIE LINKE hat nicht nur in Marburg, sondern auch in ganz Hessen deutliche Einbußen erleben müssen. Das Wahlziel, die Mandate in allen Kommunalparlamenten zu verdoppeln, ist nicht erreicht worden, der im Sommer angekündigte "heiße Herbst" war noch nicht mal lauwarm- DIE LINKE ist mit der Realpolitik deutlich überfordert!

Das erkennen nunmehr auch die Wähler und berufen sich auf Politiker, die nicht nur die nötige Erfahrung für das "politische Geschäft" mitbringen, sondern auch Genossinnen und Genossen in ihrer Crew haben, die kompetent und glaubwürdig soziale Politik machen können.

Diese Mannschaft hat die Linkspartei auf allen Ebenen nicht vorzuweisen! Im Mittelpunkt der Linkspartei steht die innerparteiliche Auseinandersetzung mit hausgemachten Konflikten, die schlüssig belegen, dass die Linkspartei noch nicht einmal ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden kann und dadurch unglaubwürdig ist.

In Folge dessen wenden sich nicht nur immer mehr Bürger von der Linkspartei ab. Viele treten aus dieser Partei bundesweit aus, nachdem auch diese erkennen mussten, dass der Traum von einer knallroten Politik aus geträumt ist !!

Den einzigen Verdienst, den man der Linkspartei zurechnen kann ist die Tatsache, dass diese die Wahrnehmung für unsoziale politische Entscheidungen geschärft hat. Als "soziales Korrektiv" hat sie dafür gesorgt, dass die anderen Parteien ihre Überlegungen neu diskutieren und zu modifizierten Ergebnissen kommen mussten. Dadurch haben beispielsweise die SPD ihr soziales Profil stärken, die GRÜNEN ihre Natur- und Menschen schützende Politik besser darstellen können.

Die Wähler haben das verstanden , wie das aktuelle Wahlergebnis der Kommunalwahl 2011 in Hessen sehr deutlich zeigt!

Gaby Küppers M.A.

 

 
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Kommentare
Jacob Jung schrieb am 28.03.2011 um 14:33
Ich rolle das Feld mal von Hinten auf:

Die Linke ist auf Landesebene in vielen Fällen aktuell "nur" ein "soziales Korrektiv", wie Sie auch selber schreiben. Diese Funktion ist allerdings sehr wichtig, wie man zweifelsfrei daran erkennen kann, dass sich alle Parteien am Programm dieser Partei bedienen.

Ein entscheidender Faktor: Sozialpolitische Themen, Atompolitik, Kapitalismuskritik und Pazifismus tauchen bei den Etablierten nur in direkter Korrelation mit Wahlkämpfen auf und werden danach konsequent zurück gebaut. Angesichts der Tatsache, dass DIE LINKE in ihrer jetzigen Form erst seit weniger als vier Jahren besteht, wird hier noch mehr Zeit ins Land gehen müssen, bis die Wähler die Kontinuität der wichtigen Themen bei dieser Partei realisieren und entsprechend abstimmen.

Vergleicht man die bisherigen Wahlergebnisse auf kommunaler, landes- und bundespolitischer Ebene mit den ersten Jahren der Grünen, so kann man allerdings nicht bestreiten, dass DIE LINKE eine Bewegung repräsentiert, die schon jetzt eine erhebliche Unterstützung in der Bevölkerung erfährt.

Die nach außen wahrnehmbare Zerrissenheit der Partei kann auch als Zeichen für die basisdemokratische Grundausrichtung gewertet werden. Keine andere Partei ist so sehr darum bemüht, ihre Inhalte und Programmpunkte aus der Gesamtheit der Mitglieder zu beziehen. Die damit verbundene Diskussions- und Veränderungsbereitschaft ist keine Schwäche der Partei sondern eher ein Zeichen für einen neuen politischen Weg, der die Vorstellungen, Bedürfnisse und Wünsche der Mitglieder in den Mittelpunkt der Programmdebatte stellt. In diesem Zusammenhang von "hausgemachten Konflikten" zu sprechen, wird dem basisdemokratischen Anspruch der Partei nicht gerecht.

Im Zusammenhang mit den etablierten Parteien von Glaubwürdigkeit zu sprechen, halte ich für gewagt. Weder der Wechselkurs der Union, noch die Lobbypolitik der FDP, der Opportunismus der SPD oder die neue bürgerliche Ausrichtung der Grünen haben in der Öffentlichkeit das Bild hinterlassen, dass man mit Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit in Zusammenhang bringen würde.

Die Kategorisierung der Linken als "ewig Gestrige", in Ihrem Beitrag wohl auf die SED Vergangenheit der PDS bezogen, wird die Partei sicher noch über einen langen Zeitraum begleiten und belasten. Wenn man sich hier jedoch vor Augen führt, welche Ergebnisse die Partei trotz dieser einmütigen Abwertung in den Medien in ihrer kurzen Geschichte erreichen konnte, dann gewinnt man eine Vorstellung vom künftigen Potenzial einer linken Bewegung in Deutschland.

Liebe Grüße, Jacob Jung
Knüppel schrieb am 28.03.2011 um 14:59
Liebe Gaby Küppers,

ich habe Ihrem Blog im Grunde wenig hinzuzufügen, weil ich Ihre Einschätzung teile, möchte jedoch an folgendes erinnern:

Als die Grünen anfingen "so etwas wie eine Partei" zu werden, war die Bezeichnung "chaotisch" für deren Agieren nocht freundlichst untertrieben. Und ... , obwohl die damals neuen Parteimitglieder der Grünen aus den unterschiedlichsten Gruppierungen kamen (das reichte damals ja von der ML-Sektierergruppe bis zu den "sich selbst verwirklichenden Frauen der evangelischen Kirchengemeinden"), womit DIE LINKE. immer noch zu kämpfen hat, blieb den Grünen erspart, nämlich die Vereinigung von zwei sehr unterschiedlich strukturierten und zusammengesetzten Parteien (PDS und WASG).

Ich ärgere mich durchaus darüber, dass ein einheitliches Auftreten der jungen Partei so oft nicht gelingt (ich muss hier nicht erwähnen, dass auch immer noch die ganz unterschiedliche Sozialisation von "gestandenen" erst SED-, dann PDS- und jetzt DIE LINKE.-Parteimitgliedern aus dem Osten Deutschlands der überwiegend gewerkschaftlich geprägten Ex-WASG-Mitgliedschaft aus den westlichen Bundesländern gegenüber steht, aber diese unterschiedliche "Mentalität" schlägt sich immer noch durch).

Wie gesagt, zumindest damit hatten die Grünen in ihrer Anfangsphase nicht zu kämpfen.

Ich erinnere mich gut, den "Vereinigungsparteitag" von PDS und WASG damals den ganzen Tag über bei Phoenix verfolgt zu haben. Ich habe gesehen, wie die Nerven blank lagen, wie einfache PDS-Mitglieder geweint haben, weil sie meinten "sie würden untergebuttert" und das gleiche bei der WASG, die zeitgleich in anderen Räumen, im selben Gebäude über den Zusammenschluß diskutierte.

Es war die aufgeheizte Stimmung nach Schröders "Hartz IV- Angriff" auf die Arbeitslosen (die SPD hatte wieder einmal "die kleinen Leute verraten") und es gab in diesem Land niemanden (schon gar nicht die Grünen, die Hartz IV ja mit beschlossen hatten, weil ihre Klientel kaum von Arbeitslosigkeit bedroht war), der SPD-GRÜNEN-CDU/CSU-FDP in ihrer "Verschwörung gegen Arbeitslose und Arme" die Stirn bot.

Ich war am Abend, nachdem die Vereinigung von PDS und WASG zur neuen Partei DIE LINKE. beschlossen war, fix und fertig, ich habe geheult. Am nächsten Tag bin ich in die neue Partei eingetreten.

Vielleicht "kennen" Sie mich, liebe Gaby Küppers bereits als "Pragmatiker" - ich mache heute kaum noch etwas, das keinerlei Aussicht hat umgesetzt zu werden, ich bin einfach zu alt, um meine verbleibende Lebenszeit zu verschwenden :-) -. Trotzdem habe ich noch nicht aufgegeben, daran zu glauben, dass aus der Partei DIE LINKE. eine wirklich ernst zu nehmende linke Kraft in unserer "degenerierten" Parteienlandschaft wird, sie ist ja noch so jung, in ihrer jetztigen Aufstellung ...

Beste Grüße
Knüppel
luggi schrieb am 28.03.2011 um 18:34
Bevor man/frau einen Gifttrunk kredenzt, sollten doch erst einmal Zahlen eine Rolle spielen. Und liebe G.K.M.A., wie sehen die aus? Linke 2006 1% - 2011 2,9%. Verloren haben andere Parteien, CDU und SPD.

Weitaus interessanter wäre ein Artikel zum Anteil ungültiger Stimmzettel von etwa 5%. Sind 5% hessische Wähler zu dumm den einen oder anderen Kreis anzukreuzen?
Gaby Küppers M.A., Marburg,Gießen
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18:20
fahrwax hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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Ismene hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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anna T. hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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