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-Die Wahrheit satirisch betrachtet-
Wer mag da noch ruhigen Gewissens von Vorbildern aus der Ordnungshüter-Szene sprechen? Sie ermahnen den ordnungswidrigen Bürger, machen Alkoholkontrollen auf Deutschlands Straßen, verhängen empfindliche Geldstrafen, erstatten Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und erheben den warnenden Zeigefinger, falls letzterer nicht gerade zum Halten von Gläsern und Flaschen zwecks flüssiger Eigenversorgung eingespannt sein sollte.
Innerhalb der vergangenen drei Jahre wurden insgesamt 670 Disziplinarverfahren gegen Beamte der Bundespolizei in Deutschland eingeleitet, von denen ganze 239 als Alkoholdelikte zu Buche schlugen. Da es sich hierbei um, wie gesagt, „erwischte“ Beamte handelte, scheint dies nur die Spitze des Eisbergs zu sein, wenn man weiß, dass die gesamte Truppe der deutschen Bundespolizei über immerhin 30.000 Frauen und Männer stark ist. Und genau das muss sie auch, um, nüchtern gesagt, ein gesetzeskonformes Gegengewicht darstellen zu können, das mindestens dem Anteil von 50 Prozent entspricht, damit sich der Bürger nicht so ganz allein gelassen vorkommt.
Nach publizierter Ansicht des Suchtforschers Michael Klein seien insbesondere Politiker und Priester anfällig für den Alkoholmissbrauch. Dies läge etwa daran, dass in diesen Berufsgruppen Stress, Verantwortung und Isolation zusammenträfen.
Dass genau diese Punkte ebenso auf die deutsche Polizei zutreffen, wurde in diesem Zusammenhang nicht erwähnt, liegt aber logischerweise auf der Hand.
Nun fragt man sich allerdings, weshalb dem Suchtforscher nun gerade diese beiden Berufe ins Auge gefallen sein mögen, wobei wir doch genau wissen, dass Stress und Verantwortung in deutschen Landen nahezu in allen Berufsgruppen beheimatet sind, wenn man weiß, dass für den Deutschen stressfreie Arbeit grundsätzlich überhaupt nicht als Arbeit sondern eher als Freizeit eingestuft wird. Wo es keinen Stress im Beruf gibt, da wird tunlichst für ausreichenden Stress gesorgt, wobei wir natürlich oft den Eindruck gewinnen, viele Unternehmer und leitende Persönlichkeiten hätten provisionsgesteuerte Abkommen mit der Pharmaindustrie geschlossen, da schließlich Erkrankungen stressgeplagter Mitarbeiter als gesichert und somit als provisionswürdig gelten, selbst wenn sie nicht gleich zu Alkoholikern geworden sind und ungünstigstenfalls zu den rund 42.000 Toten zählen, die jedes Jahr in Deutschland zu beklagen sind.
Doch zurück zur Polizei. Sie dient der Bundesrepublik Deutschland und (ver)tritt Verfassung und aktuelles Recht. Nachdem man nun auch noch Polizistin, Wintersportlegende und Goldmädchen Claudia Pechstein nach Spiegel-TV-Informationen angeblich hervorragende Kontakte zu den Berliner Hell’s Angels nachweisen konnte, kann es natürlich sein, dass ihre Kolleginnen und Kollegen den „Alkohol im Dienst“ und „Alkohol am Steuer“ nur noch als Kavaliersdelikt einstufen und möglicherweise in Berufung gehen, um gleiches oder zumindest ähnliches Recht für alle Beamten einzufordern, wobei allerdings noch gar nicht raus ist, für wie link oder recht eben solche polizeilichen Kontakte zur motorisierten Rockerszene be- oder verurteilt werden. Bundespolizistin Pechstein dementiert zumindest die Kontakte, während die restliche Bundespolizei Klarheit möchte. Stellt sich also der Leser berechtigt die Frage, wie Beamte Klarheit schaffen sollen, die sich zuvor selbst benebeln.
Natürlich stellt sich gleichfalls die Frage dahingehend, wie die Aufgaben der Bundespolizei in naher Zukunft der Realität angepasst werden können. Nachdem denn der alkoholisierte Normalbürger berechtigt eine Kontrolle seiner Person sowie seiner inneren Werte künftig ablehnen wird, um nicht von ebenfalls alkoholisierten Beamten falsch beurteilt werden zu können, sollten die Bundespolizisten die kommenden Jahre mit Hilfe von ...HIER LESEN SIE WEITER...
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Sie ermahnen den ordnungswidrigen Bürger, machen Alkoholkontrollen auf Deutschlands Straßen, verhängen empfindliche Geldstrafen, erstatten Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und erheben den warnenden Zeigefinger, falls letzterer nicht gerade zum Halten von Gläsern und Flaschen zwecks flüssiger Eigenversorgung eingespannt sein sollte.
Und was lernt uns das? Daß Polizisten auch nur Menschen sind. Eine donnernde Erkenntnis, gewiß, aber - ehrlich gesagt - wir ahnten solches bereits. Nach publizierter Ansicht des Suchtforschers Michael Klein seien insbesondere Politiker und Priester anfällig für den Alkoholmissbrauch. Mein früherer Chef bei der MPU hat mal gesagt, Montagearbeit sei der halbe Alkoholismus. Das war von ihm überspitzt gemeint, klar, aber da ist was dran. Nun sind Politiker, ich meine jetzt speziell Abgeordnete, eine Art Montagearbeiter de Luxe. Sie wohnen in ihrem Wahlkreis und haben dort ihre Familie, die Woche über jedoch hocken sie in Berlin oder München oder Hannover herum und hetzen dort von Termin zu Sitzung und wieder zurück. Eine elende Existenz, die nur kaputte Typen freiwillig anstreben, ja dafür kämpfen, diese elende Existenz führen zu dürfen. Wundert sich einer, daß in den Parlamenten die Trinkerquote höher sein dürfte als in der Normalbevölkerung? www.youtube.com/watch?v=02d9zHtHzzs www.youtube.com/watch?v=qBLly91faFc Und, klar, die Alkoholiker- oder allgemeiner Suchtquote wird bei Leuten, die im Schichtbetrieb arbeiten müssen, höher sein als normal. Zu den Schichtarbeitern zählen auch die Polizisten. Ciao Wolfram |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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