Buchmesse

Leipziger Buchmesse 2011

14.03.2011 | 17:30

Der Freitag auf der Leipziger Buchmesse 2011

Auch in diesem Jahr ist der Freitag auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Wir laden Sie während der vier Messetage zu Interviews und Gesprächen an unseren Stand (Halle 5, Stand D407), aber auch außerhalb des Messegeländes ein.

Auftakt ist am Donnerstag, den 17. März. Ab 13.30 Uhr spricht die Politikchefin des Freitag, Ulrike Winkelmann, mit Merle Hilbk über ihr neues Buch Tschernobyl Baby. Wie wir lernten, das Atom zu lieben. Hilbk reiste ein Vierteljahrhundert nach der Reaktor-Katastrophe durch die verwaiste Tschernobyl-Region und trifft auf Mascha, die im Jahr der Katastrophe geboren wurde. Mascha kannte ihren Geburtsort bisher nur aus Erzählungen. Erst während der mehrmonatigen Reise versteht sie langsam, woher sie kommt. Hilbks Reportage zeigt Versuche von Menschen, der verwaisten Landschaft ein Vierteljahrhundert nach dem Super-GAU wieder habhaft zu werden.

Am Abend bittet Philip Grassman, Chefredakteur des Freitag, den israelischen Schriftsteller Ron Leshem zum Gespräch. Leshems neuer Roman Der geheime Basar spielt in Teheran. Es ist die Geschichte des jungen Kami, der aus der iranischen Provinz in die Hauptstadt kommt. Er wird mit einem exzessiven Leben konfrontiert, dass unter der streng muslimischen Oberfläche existiert, trifft auf Filmdiven, schwule Beamte und verliebt sich in die Tochter eines Ministers. Der geheime Basar gewährt Einblicke in ein widersprüchliches Land, von dem wir nur wenig wissen...
Die Diskussion, die um 18 Uhr beginnt, findet im Rahmen der Reihe „Jüdische Lebenswelten“ im Ariowitsch-Haus, Zentrum Jüdischer Kultur, in der Hinrichsenstraße 14, 04105 Leipzig statt.

Am Freitag, den 18. März diskutiert Freitag-Verleger Jakob Augstein ab 19.30 Uhr im Rahmen des Freitag-Salons über das Thema „Brotlose Kunst. (Wie) kann man vom Schreiben leben?“. Gesprächspartner sind Isabelle Lehn, Autorin, Claudius Nießen, Geschäftsführer des Literaturinstituts Leipzig, Kathrin Schmidt, Autorin des KiWi-Verlags und Trägerin des Deutschen Buchpreises 2009, sowie René Strien, Geschäftsführer des Aufbau-Verlags.
Der „arme Poet“ prägt das Literatenbild in der Öffentlichkeit. Viele Nachwuchsautoren leben in einem ständigen Spagat: Die Zeit, die beim Schreiben verwendet werden könnte, wird beim Gelderwerb verschwendet. Ist der Vertrag mit einem Verlag unterschrieben, sind viele Schriftsteller zunächst erleichtert – doch mit der ersten Abrechnung stellt sich Ernüchterung ein. Zu klein erscheinen die Einkünfte aus oftmals jahrzehntelanger Arbeit, in der viel Herzblut steckt. Doch nicht nur bei den Autoren gibt es Unsicherheiten auf dem Weg in die Bestsellerliste. Auch bei den Verlagen gibt es wirtschaftliche Risiken: Liegt die Auflage wie Blei in den Regalen der Händler, können sie bestenfalls ihre Kosten decken. Wie können Verlage und Autoren also heute noch von der Literatur leben?
Der Freitag-Salon findet im Vortragssaal der Bibliotheca Albertina, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig statt. Der Eintritt ist frei.

Am Samstag, den 19.März spricht Michael Angele, Leiter des Freitag Kultur-Ressorts, zunächst um 11 Uhr mit Arye Sharuz Shalicar über sein Buch Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude. Arye kam als Sohn jüdischer Migranten aus dem Iran in den muslimisch geprägten Berliner Wedding. Seine Freunde halten ihn für einen Muslim, bis sich herausstellt, dass er Jude ist. Den Demütigungen entzieht er sich als Mitglied einer Jugendgang. Über Arye Sharuz Shalicars autobiografischen Roman schrieb Magnus Klaue im Freitag: „Was seine Lebensgeschichte über Antisemitismus, Islam und Migrationspolitik in Deutschland aussagt […] – darüber zu streiten wäre lohnender als über genetische Alltagsreligion.”
Heute lebt Arye Sharuz Shalicar in Israel, seit Oktober 2009 ist er Pressesprecher der Isralischen Armee.

Anschließend wird Wolf Wondratscheck ab 12 Uhr zu Gast am Stand des Freitag sein. Wondratscheck gilt als „einer der ersten Pop-Stars der Lyrik“ (NDR). Sein Gedichtband „Chucks Zimmer“ wurde 1974 ein Bestseller. Seit den achtziger Jahren schreibt Wondratscheck auch vermehrt Prosa. Sein neuestes Werk Das Geschenk erschien Anfang März. Chuck, der Held aus seinem Gedichtband, ist mittlerweile erwachsen geworden. Er wollte eigentlich als unangepasster Einzelgänger leben, ist mittlerweile aber Vater eines 14-jährigen Sohns. Der sitzt ihm mürrisch gegenüber und will, wie seinerzeit Chuck, von den Erwachsenen nichts wissen. Da beginnt Chuck, von sich selbst zu erzählen...
 
Am letzten Messetag, Sonntag, den 20. März, moderiert Kathrin Zinkant, Wissensredakteurin des Freitag, ab 11.30 Uhr im Sachbuchforum (Halle 5, Stand A210) eine Diskussionrunde zur Frage, wieviel Gefühl die Vermittlung von Wissen eigentlich braucht – oder auch vertragen kann. In den Bestsellerlisten haben sie inzwischen einen sicheren Stand -- laufen Bücher über Glück, Anstand und andere subjektiven Befindlichkeiten den klassischen Sachbüchern also allmählich den Rang ab? Ist Wissen über den Bauch leichter zu vermitteln, und wenn ja: warum?

Dieses Blog wird in der Zeit der Buchmesse von Redakteuren des Freitag-Kulturressorts regelmäßig mit Berichten aus Leipzig gefüllt.

 

 
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Kommentare
Joachim Petrick schrieb am 14.03.2011 um 20:31
Danke für den Hiweis!
archinaut schrieb am 14.03.2011 um 22:05
Danke für das reichhaltige Programm.....
Ist es möglich, für Freitag Abend Karte/Platz zu reservieren?
Buchmesse schrieb am 15.03.2011 um 16:29
Lieber archinaut, der Eintritt ist frei und es gibt leider keine Möglichkeit im Voraus einen Platz zu reservieren. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!
Rapanui schrieb am 15.03.2011 um 16:49
Wo findet denn der Freitag-Salon am 18. März statt?
Buchmesse schrieb am 15.03.2011 um 17:12
Lieber Rapanui, danke für die Nachfrage. Ich habe den Blogbeitrag dahingehend erweitert. Der Freitag-Salon findet im Vortragssaal der Bibliotheca Albertina, Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig statt.

maps.google.de/maps?q=bibliotheca+albertina
archinaut schrieb am 16.03.2011 um 02:44
Liebe Buchmesse (komicher Name !-)),
danke für den Tip.....!
archinaut schrieb am 16.03.2011 um 02:44
Liebe Buchmesse (komischer Name !-)),
danke für den Tip.....!
kay.kloetzer schrieb am 15.03.2011 um 02:23
also am freitag abend bin ich da (als pause in der dtv-nacht) und vielleicht am samstag. archinaut, wie erkennen wir uns? soll ich einen freitag dort tragen, wo das herz schlägt? irgendwie?
archinaut schrieb am 16.03.2011 um 02:47
Trage Dein Herz,
wo der Freitag schlägt,
liebe kay.kloetzer !

(..am suchenden Blick werden wir uns erkennen ;-))
Ehemaliger Nutzer schrieb am 15.03.2011 um 10:49
Verehrte Redaktion, gerne wäre ich von Südfrankreich nach Leipzig gereist, doch mein neues Buch "Die Totengräber der Demokratie" wurde nicht einmal von Ihrer Werbeabteilung für gut genug befunden, überhaupt eine von mir bezahlte Anzeige in "der Freitag" für dies Buch schalten zu dürfen. Das empfinde ich als Kränkung! Was also soll ich auf der Buchmesse in Leipzig?

Herzliche Grüsse
Monsieur Rainer
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