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Der forcierte Nobelpreis
Das Wendehals-Paradigma: Herta Müller und der deutsche Konservativismus
Oder
Vom seltsamen Wandel der Kommunisten zu Antikommunisten
Die deutsche Einheit hat ein altes Phänomen wieder aufleben lassen, das in Deutschland nach 1945 schon von sich reden machte: den "Wendehals".
Politische Opportunisten gab es nicht nur in der späteren Bundesrepublik, sondern auch in der DDR. „Der Mensch ist ein Entwicklungswesen“, sagte man sich und wendete den Hals, sanft gedrängt von den nicht immer perfekt umgesetzten Notwendigkeiten der Entnazifizierung im Westen Deutschlands bzw. von dem Anpassungsbestrebungen im stalinistischen Osten. Helden und "Widerstandskämpfer" traten plötzlich auf, von deren regimekritischen Haltungen und Taten man im Dritten Reich kaum etwas gehört hatte. Aus Millionen von NSdAP- Mitläufern wurden über Nacht geläuterte Demokraten. Katharsis-Erlebnisse vollzogen sich zuhauf, neue Metamorphosen, wie sie noch kein Ovid erlebt hatte und Wandlungen der Farbwechsler und Farbtäuscher in allen Farbtönen des Regenbogens.
Entspricht diese Anpassung durch Wandel einer anthropologischen Konstante mit existentiellen Wurzeln?
Vielleicht! Der Opportunist überlebt jede Veränderung – und als politischer Überlebenskünstler par excellence stellt er sich auf jede Situation ein, jenseits von Wert und Ehre und oft mit allen Mitteln der Heuchelei, Hauptsache, er erreicht seinen mehr oder weniger profanen Endzweck. Machiavelli lässt grüßen – und dahinter Cesare Borgia!
Aber wozu die Aufregung? Saulus-Paulus-Wandlungen hat es immer schon gegeben, seit biblischen Zeiten.
Aus manchem aufrechten Linken ist über Nacht ein Kritiker des Kommunismus geworden, ja ein notorischer Bekämpfer jener Weltanschauung, die ihm einst Heil bedeutete als Erlösungsrezept der gesamten Menschheit.
Wie kam es zu diesem Wandel?
Vollzog er sich aus Einsicht in das Versagen einer Doktrin oder war es nur billiger Opportunismus, der Vorteile versprach und in manchen Fällen sogar Anerkennung und Ehre?
War es bei Herta Müller und ihrem damaligen Gatten Altkommunist Richard Wagner viel anders?
Wie kam es, dass aus verwöhnten Hätschelkindern des einst liberal eingefärbten Ceausescu-Kommunismus plötzlich Konservative wurden, linke Charaktere, die sich auf einmal vor den Karren der konservativen Gegnerseite spannen ließen, um willfährig und unkritisch Zielsetzungen zu verfolgen, die ganz anders waren als die geistigen Position des Ausgangs?
Und wie kam es aber auch, dass die deutschen Konservativen aus den Reihen der SPD und CDU "selbst" in ihrem kulturpolitischen Spielchen des Willens zur Macht das einstige "systemloyale" Verhalten ihrer neuen Zöglinge und Protagonisten ignorierten, ja sogar ungeschehen machen wollten, indem sie sie aus der kritischen Debatte verdrängten oder eine kritische Debatte darüber überhaupt unmöglich machten?
Kann das "moralische Versagen von gestern" als „Jugendsünde“ abgetan werden?
Schwamm drüber?
Alles Schnee vorngestern?
Oder ist es eine Frage der Moral und des politischen Anstands, genauer hinzusehen und hinter die Kulissen und in die Lebensläufe zu blicken, wenn eine Nomierung in Stockholm ansteht?
Ist das konsequente Dahinterblicken, Recherchieren, Bewerten im Fall Herta Müller ausgeblieben? Weshalb?
Fragen über Fragen!?
Solange ich anderen Dingen nachging, nahm auch ich nur Zwischenergebnisse zur Kenntnis, erstaunt und verblüfft, um dann, bedingt durch die Zwänge des Alltags und der Existenzbestreitung weiter wegsehen zu müssen. Erst bei näherer (wissenschaftlich-stingenten) Betrachtung im Rahmen der historischen Aufarbeitung der Kommunismus- und Securitate-Materie gewahrte ich dann, was hier gespielt wurde:
Herta Müller, ein Vehikel der Macht, ein Instrument in einer – auf den ersten Blick vielleicht sonderbar anmutenden – Zweck-Allianz zwischen CDU und SPD, um eine Politik durchzusetzen, die auf den ersten Blick auch nichts Verwerfliches darstellt, ganz im Gegenteil: namentlich die Vertrieben-Thematik und die Integration Rumäniens in die Europäische Union.
Und dieser notorische Querulant dahinter, der unbekannte Philosoph Carl Gibson, der als radikaler Zeitkritiker immer wieder den Finger auf die Wunde legt, schonungslos Kreise stört, schlafende Hunde weckt und das, was der Schnee von gestern längst verdeckte wieder hervorkramt und zur Debatte stellt, seit zwei Jahren schon - öffentlich! Weshalb beharrt er auf einem reinen, integren, intakten Symbol ohne einsehen zu wollen, dass kaum jemand „perfekt“ ist und sein kann in dieser allzu menschlichen und allzu unzulänglichen Welt der „creatio imperfecta“?
Ein Ärgernis nur: die nicht ganz makellose Galionsfigur Herta Müller. Ein Symbol - ein falsches Symbol?
Weshalb akzeptiert dieser verbohrte, halb fanatisierte Bursche nicht die real politische Tatsache, dass es Gründe der Staatsraison gibt, so zu handeln und nicht anders?
Längst schon habe ich geantwortet, indem ich vielfach und an vielen Stellen öffentlich fragte, ob es „Einsicht“ war, die Herta Müller veranlasste, sich vom Kommunismus zu entfernen!
Nur, hat sie sich auch wirklich vom Kommunismus, den sie als Ideologie nie kritisiert hat, losgesagt und in öffentlicher Erklärung distanziert?
Oder hat sie sich nur davongeschlichen im Versuch, auch ihr Ankämpfen gegen die eigene "deutsche Gemeinde" im Banat vergessen zu machen?
Das bloße Beschimpfen der „Securitate“ via Literatur in mehr oder weniger bewusster Mischung von „Fiktion“ und „Realität“ reicht da längst nicht aus.
Herta Müller und ihr früherer Gatte, RKP- Mitglied Richard Wagner, hatten seit der Einreise in die Bundesrepublik 1987 ausreichend Zeit und Möglichkeiten, in systematischer Koordination der Aktivitäten ein „neues Profil“ zu gewinnen, indem sie den Hals um 180 Grad wendeten - mit Hilfe der linken Presse sogar.
Was war vor 1987? Der BRD- Nomalbürger, der Herta Müller und die Verhältnisse im kommunistischen Rumänien nicht kennt und in der Regel nichts von ihr gelesen hat, kann ihre Aussagen nicht überprüfen - ihr nimmt sie so hin, unverifiziert - und der deutsche Journalist macht es ebenso!
Dank der Informationsflut, die schnell in Desinformation umschlagen kann, sind Bürger, Journalisten und blauäugige Professoren aus den Elfenbeintürmen der Alma Mater einfach "überfordert". Wozu nach historischer Wahrheit fragen, wenn die Legende genügt?
Als ich wieder zeitkritisch zu agieren begann und ab 2008 in „Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur“ neben der Darsellung der ersten freien Gewerkschaftsgründung in Osteuropa SLOMR 1979 in Bukarest nun auch in öffentlicher Kampagne unbequeme Frage zu Herta Müllers angeblicher Dissidenz aufzuwerfen begann, war es schon spät, sehr spät.
Der Plan war bereits umgesetzt – und der Zug in Richtung Nobelpreis rollte bereits, nachdem die profane CDU-SPD-Allianz über den Preis der KAS bereits im Vorfeld die Voraussetzungen geschaffen hatte.
Stoppen, ganz zum Schweigen bringen konnte man mich in der immer noch „offenen, freien Gesellschaft“ nicht vollständig.
Aber man konnte wenigstens verhindern, dass ich mit meinen Argumentationen breites Gehör finde.
Also behinderte man mich und würgte meine bescheidene Meinung dort ab, wo das Machtgefüge funktionierte und wo das Hausrecht galt:
Bei der CDU –nahen Konrad Adenauer-Stiftung über Prof. Dr. Günther Ruether und im Magazin DIE ZEIT über Mitherausgeber Michael Naumann (?) von der SPD, der Herta Müller stark gefördert, protegiert und in Stockholm im Namen der BRD nominiert hat. „Störe unsere Kreise nicht“, so die Botschaft der Kulturemissäre der CDU und der SPD im harmonischen Kanon, richtungsgweisend für die Große Koalition in Berlin.
Was will dieser Bursche eigentlich? Weshalb lässt er uns nicht in aller Ruhe unsere Politik machen … mit den Mitteln unserer Wahl?
Weshalb spuckt er uns dauernd in die Suppe, indem er unsere Mittel in Frage stellt?
Weshalb schweigt er nicht und bleibt ein Philosoph und Hungerleider?
Weshalb mischt er sich ein?
Da nicht jeder – auch noch so noble Endzweck – die Mittel heiligt.
Weshalb?
Das einst liberale Wochenmagazin DIE ZEIT verfuhr selbst machiavellistisch, löschte meinen „Offenen Brief an Herta Müller“ auf ihrer Online-Seite,
kürzte meine Kommentare zur Securitate-Materie bzw. zu den Unwahrheiten und Ungereimheiten des Herta Müller Artikels drastisch - in Berufung auf "Redundanz"
und beendete nach nur wenigen Tagen die selbst begründete „Securitate“- Diskussion für alle Leser.
Das ist nach meiner Auffassung ein Skandal und ein einmaliger Vorgang, der ein eindeutiges Licht auf die "Freiheit der Meinungsäußerung", auf "Pressefreiheit" und ausgeübter "Zensur" wirft.
Dabei geht es nicht um meine Anliegen oder Person - es geht um das Prinzip!
Bestimmte Ungereimtheiten aus dem Artikel
„Die Securitate ist noch im Dienst“
aus der angeblichen Feder von Herta Müller in DIE ZEIT vom 23. Juli 2009, nachträgliche Retuschierungen und Abänderungen dort durch die Redaktion, sollten nicht bekannt und diskutiert werden.
Neben der Tatsache, dass Herta Müller, die die "Securitate nur vom Hörensagen her kennt, die weder verfolgt, noch echt diskriminiert wurde, ganz im Gegenteil, und dem Aspekt, dass Müller die gesamte Dissidenz Oppositioneller lächerlich macht mit Sätzen wie "Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit" ( so will sie sich der Verhaftung durch die Securiate entzogen haben, ein Hohn!) enthält der Bericht eine fatale Zwischenüberschrift, deren Inhalt hart an der Grenze der "Volksverhetzung" agesiedelt ist:
"Die Verleumdung gehört zum Brauchtum der Banater Schwaben".
Potentielle Vorlksverhetzung wäre von einer zuständigen Staatsanwaltschaft sofort zu überprüfen gewesen - von Amts wegen!
Wer hat diese Aussage, die mich und meine Landsleute verunglimpft,formuliert:
Herta Müller oder die ZEIT-Redaktion?
Gerta Müller sagte, die ZEIT sei es gewesen! Doch hat sie den Artikel autorisiert? Oder hat die ZEIT- Redaktion da noch mehr in den Müller-Artikel "hineingeschrieben" - und den inexistenten Bahnhof Poiana Brasov bei Kronstadt in Siebenbürgen gar "erfunden"?
In der Selbstapologie Herta Müllers wimmelt es von Ungereimtheiten und Lügen. Ihre vollständige "Vita", die immer noch aussteht, könnte einiges aufklären. Weshalb versagt sie uns den Lebenslauf?
Und was macht die einst liberale DIE ZEIT?
Sie würgt willkürlich ab – wie bei Ceausescu und Honecker?
Wurde befürchtet, dass einige Wahrheiten ans Licht kommen könnten, die den lange vorbereiteten "Nobelpreis" noch gefährden könnten, die allen Lobbyismus und Protektion zunichte machten? Auch das große Verlagsgeschäft dahinter, das in Sachen internationaler Urheberrechte-Handel kein Pappenstiel ist, sondern Summen in Millionenhöhe? Idealismus oder Geschäft? Kein Wunder, wenn das verfassungsgarantierte Menschenrecht "freie Meinungsäußerung" auf dem Altar des Goldenen Kalbs geopfert wird!
Ein Mittel, um bestimmte politische Zielsetzungen durchzudrücken? Ist DIE ZEIT nur noch da, um die Prioritäten in Politik und Kunst einzelner Mit-Herausgeber zu transportieren bzw. zum Erfolg zu führen?
Dieses Prozedere eines absolutistischen "Deleatur", bekannt aus der Zeit des Heine-Verlegers Campe "mit der großen Schere" oder des Lenau-Zensors Fürst von Metternich, nun bei der ZEIT zu erleben, schockte mich, erschütterte mich.
Befinden wir uns auf dem Weg in eine Meinungsdiktatur?
Und somit in einer Zustand, der die Prinzipien der Demokratie zunichte macht und der eigentlichen Diktatur vorausgeht?
Die „Belletristin“ darf ihre Sicht der Dinge weiter verbreiten, surreal, irreal – jetzt nach dem Nobelpreis gar dogmatisch wie das Bibelwort in der Papstpredigt, unfehlbar? Und der unbekannte Dissident aus der Kommunisten-Zelle, der alles anders erlebt hat damals in der Opposition gegen Ceausescu, der soll bitte schweigen!? Der Nobelpreis wurde möglich, weil eine Diskussion zur Frage der moralischen und politischen Integrität von Herta Müller nicht geführt bzw. abgewürgt wurde, indem u. a. meine Gegenargumente im
- abrufbar auf www.siebenbuerger.de auf der breit wirkenden Plattform DIE ZEIT- Online gelöscht worden waren.
(Hausrecht bzw. Persönlichkeitsrechte-Schutz contra öffentliches Interesse?)
Einer darf auf dem Markt seine Botschaft verkünden,
der andere soll aus den tiefen Katakomben schreien, wo ihn keiner hört! Ist das gerecht und demokratisch?
Sonderbar!
Dass Machtpolitiker aus SPD und CDU ihre Strategien und Zielsetzungen durchdrücken, überrascht mich nicht.
Verblüffend nur:
Der stille Schrei der Schriftsteller, der ausgebliebene Aufschrei!
Moralische Entrüstung, wenn ein ethisch definierter Idealisten-Preis wie jener von Alfred Nobel an eine Person vergeben wird, deren moralische Integriät nicht gesichert ist?
Weit gefehlt!
Stille Akzeptanz und Duldung eines ethischen Missstands.
Voltaire, Rousseau,Heine, Nietzsche, Zola, ja selbst Nobel, der einen "ethisch definierten Preis" der Menscheit vermacht hat, würden sich im Grabe umdrehen angesichts solcher Verwerfungen der Moral nach der Erfahrung des Totalitarismus in Europa, besonders im Land der "Dichter und Denker".
War war vor Müllers Ausreise in die bis dahin suspekt betrachtete Bundesrepublik 1987?
Wir wissen es nicht, weil Herta Müller keinen ausführlichen, lückenlosen Lebenslauf vorgelegt hat.
Die Forschung benötigt diese Vita, wenn sie Exegese betreiben und Werke interpretieren will, jenseits der Textimmanenz.
Und der kritische BRD-Bürger und Europäer will auch wissen, weshalb eine Autorin, die vom "Hass" motiviert und getrieben gegen ihre Landsleute anschreibt, einen Nobelpreis bekommt!
Herta Müller hat die Welt bisher mit simplen Mythen abgespeist,
unter anderem mit dem Mythos einer "doppelten Verfolgung" (!) durch ihre deutschen Landsleute im Banat - und durch Ceausescus "Securitate"! Wurde sie auch von der Rumänischen Kommunistischen Partei ihres Gatten Richard Wagner verfolgt, der diese verbrecherische Einrichtung von 1972-1985 als "RKP-Mitglied" stützte und ihre Politik billigte?
Die Beweise ihrer angeblichen Verfolgung ist Herta Müller der Welt schuldig geblieben.
Unkritische Establishment-Medien haben das alles bisher geschluckt, ohne investigativ zu recherchieren.
Herta Müller scheut es aber nicht, selbst das öffentliche Fernsehen (ZDF, Report aus Mainz erst jüngst) vor ihren Karren zu spannen, um diese Mythen weiter zu zementieren, statt konsequent aufzuklären.
Wo blieb der Aufschrei der Kritiker?
Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki verweigerte einen Kommentar zur Nobelpreisvergabe an Herta Müller.
Doch sein no comment sagt mehr als tausend Worte!
Und die sonst nicht redefaule Elke Heidenreich?
Sie schwieg bisher – wie hundert andere Schriftsteller-Kollegen aus dem deutschen Sprachraum, wie Übergangene und Nichtnominierte vom Format eines Siegfried Lenz oder Martin Walser (beide als Jugendliche in den Reihen der NsdAP ausgemacht, also „mega-out!)
oder ein Peter Handke aus Österreich.
Als die als „Nestbeschmutzerin“ apostrophierte, stigmatisierte Elfriede Jelinek den Nobelpreis für Literatur bekam, waren die Reaktionen unüberhörbar, gerade hier in Deutschland – diesmal aber schweigt die Welt, weshalb?
Und wie lange noch?
Der Skandal nährt den Skandal!
Herta Müller hat in ihrem Debütband „Niederungen“ ihre deutschen Landsleute aus dem Banat angegriffen und ihnen 1984 im Deutschen Fernsehen unberechtigt latenten Faschismus unterstellt.
Weshalb?
1982 befanden sich die Banater Schwaben mit dem Rücken zur Wand, mitten im Exodus, in Agonie, bedrängt von einen fast schon wahnsinnig gewordenen Ceausescu, der über die Systematisierung der Dörfer im Banat und in Siebenbürgen und die anstehende Umsiedlung der deutschen Minderheit in urbane Zentren ihre Auflösung via Assimilation beschlossen hatte.
Diese besondere Situation verkennend, sah Herta Müller ihre eigenen Gegner in den Reihen der Banater Schwaben, die, um ihre nationale Identität zu erhalten und die Zukunft ihrer Kinder zu sichern, in die BRD ausreisten, nicht aber im repressiven Ceausescu-Staat oder in der Kommunistischen Partei Ceausescus, der Herta Müllers Gatte, der Dichter Richard Wagner, damals noch angehörte.
Im Jahr 2009 war Herta Müller immer noch dabei, ihre Landsleute zu beschimpfen, u. a. mit dem potentiell volksverhetzenden Ausspruch in dem ZEIT-Artikel von 23. Juli 2009:
„Die Verleumdung gehört zum Brauchtum der Banater Schwaben“ und ihren alten und neuen Kritikern eine Securitate-Mitwirkung zu unterstellen oder vorzuwerfen.
(Selbst mir, der ich im Gegensatz zu Herta Müller und Richard Wagner seit 30 Jahren nicht mehr in Rumänien war, weil mir gedroht worden war, wird eine "Securitate"-Mitwirkung unterstellt, gar eine Nähe zur Mafiaorganisation Cosa Nostra. Wahrheit interessiert Müller und Wagner nicht mehr - sie beschimpfen nur noch andere. Wer nicht für sie ist, ist Teil der Securitate, so ihr Tenor, auch in Sachen Aufarbeitung ihrer Securitate-Dossiers, die echt sind, wenn sie für sie sprechen und die "gefälscht" sind, wenn sie Herta Müller als "Kommunistin" und Securitate-Spionin ausweisen.)
Ein Angriff auf die Evangelische Kirche der Siebenbürger Sachsen A. B. anlsässlich der Preisverleihung ( Franz Werfel-Preis des Bundes der Vertriebenen! Man staune!) erfolgte auf den Fuß – und zwar vom traditionellen Ort der Freiheit aus, inmitten der Paulskirche.
Aus meiner Sicht:
Ein Skandal auch dies!
Die Vertriebenen, denen Herta Müller lange Jahre mehr als skeptisch gegenüber stand, ehren nun gerade ihre Kritikerin –
und Herta Müller nutzt die Ehrung, um erneut zu denunzieren,
wobei sie – wie so oft, Fiktion und Realität nach eigenem Ermessen mischt und in die Welt sendet.
Der größte Schuft im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant! Oder?
Man glaubt ihr immer noch und nur ihr, weil die Gegenstimmen bisher unterdrückt wurden oder nur marginales Gehör fanden.
Was wird aus der Meinung der Andersdenkenden?
Im Land der Buchen und der Linden, wird niemals sich ein Brutus finden, dichtet Heinrich Heine an einer Stelle!
Kuschen, ohne aufzumucken?
Duckmäusertum an allen Fronten?
Das machte die Diktatur möglich – 1933 das Tausendjährige Reich Hitlers und später den Unrechtsstaat DDR.
Mit dem Zeitkritiker Heinrich Heine hat Herta Müller nach eigener Aussage trotzdem nichts am Hut,
ebenso wenig wie mit den Gesellschaftskritikern Voltaire, Zola, Nietzsche.
Aber sie ließ sich von der Heine-Gesellschaft ehren und nahm die Auszeichnung an – wie den Preis der konservativen Konrad Adenauer-Stiftung (KAS) im Jahr 2004, obwohl sie die Identität und Wertewelt der heute CDU-nahen Deutschen im Banat verhönt hatte.
Das sind Fakten, die uns zu denken geben sollten!
(Spontane Gedanken und Essenzen aus mehreren hundert Kommentaren seit Juli 2008 - hier als "Blog-Beitrag aus einer Fülle von offenen Fragen.)
Als „Entsprungener“ der Ceausescu-Diktatur habe ich die Pflicht, über die Realitäten in Rumänien vor der Revolution 1989 aufzuklären. Das schulde ich den Opfern am Wegrand.
Das hier wurde geschrieben auch angesichts der Tatsache, dass das muntere Treiben weiter geht, auch nach dem Nobelpreis, in der gleichen Art wie bisher.
Ich werde weiter dagegen halten.”
Frage an alle "kritischen Köpfe" in diesem Land:
Ist der Kritizismus tot in Deutschland, im Journalismus und in der Forschung?
Hier kann eine neue Diskussion beginnen.
Erste Gegenstimmen melden sich – doch es müssen noch mehr werden,
wenn uns subtile Desinformations- Manipulations-, und Instrumentalsierungsstategien aus den obskuren Schaltzentralen der Macht nicht noch big-brother-mäßig suggerieren sollen, was wir zu denken und zu tun haben.
Auch Kulturpolitik ist ein Mittel der profanen Politik. Wehret den Anfängen!
Carl Gibson, MS- Auszug aus dem noch nicht edierten Buch „Der forcierte Nobelpreis. Von der Wahrheit der Lüge . Der Fall Herta Müller aus moralischer und politischer Sicht.“
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@Carl Gibson
Aus manchem aufrechten Linken ist über Nacht ein Kritiker des Kommunismus geworden, ja ein notorischer Bekämpfer jener Weltanschauung, die ihm einst Heil bedeutete als Erlösungsrezept der gesamten Menschheit. Das mit der Erlösung ist möglicherweise ein wichtiger Hinweis auf den Mechanismus, nach dem du suchst. Während meiner Unizeit hat mal einer vom Kommunistischen Hochschulbund (Maoisten) einen vom Sozialistischen Hochschulbund (Links-Sozialdemokraten) gefragt: "Ja, glaubst du denn nicht an Revolution?" So kamen mir diese Leute denn oft auch vor. Sie sind irgendwann ihrem Pfarrer zuhause davongelaufen und haben sich zu Kommunisten gewandelt. Die Denk- und Verhaltensstrukturen aber sind gleich geblieben: Sich in eine Ideologie verbeißen und dabei jegliche Distanz zu der Ideologie und auch zu sich selbst und dem eigenen Denken verlieren. Glauben. So gesehen ist es kein allzu erstaunliches Wunder, daß sich diese Leute später, als sehr anpassungsfähig erwiesen haben - sie haben sich eigentlich nie geändert. Meine persönliche Erfahrung zeigt mir, daß es gerade die wildesten und radikalsten Linken der 68er-Generation waren, die später am entschiedensten und willfährigsten auf die andere Seite geschwenkt sind. Ich, der ich damals gerne als naiver Liberaler verspöttelt wurde, hatte mir eine (empirisch natürlich niemals nachprüfbare) Theorie zugelegt: Vielleicht ist es so, daß das Potential an Radikalität und Aufsässigkeit eine feste Größe ist, die jeder mitbekommen hat und die nicht vermehrbar ist. Wer in seiner Jugend zuviel davon verschüttet, wer in seiner Jugend ein revolutionäres Feuerwerk abbrennt, hat später nichts mehr davon, er wird umso leichter eine Beute der "Realität". Den ersten Schock in dieser Richtung bekam ich noch während des Studiums. Ich hatte einen Kommilitonen von der Radikalen Linken getroffen, der mit strubbeligem Haar durch die Gegend gelaufen war und von der Revolution kündete. Plötzlich war er, immer noch Student, gut gekleidet und die Haare waren adrett geschnitten. Gutgelaunt zog ich ihn damit auf, er aber meinte bierernst und ohne jegliche Verlegenheit, er stehe jetzt kurz vor dem Staatsexamen und er müsse danach ja eine Stelle als Lehrer bekommen. Er habe deshalb auch vor kurzem sein Abo des "Berliner extra-diensts" gekündigt. Das mit der Abokündigung sagte er mir im übrigen von sich aus, ich mußte es nicht aus ihm rauskitzeln, er hat anscheinend den Widerspruch zu dem, was er die Jahre zuvor gemacht und gesagt hatte, gar nicht bemerkt. Der revolutionäre Stoff ist aufgeraucht, jetzt wird Biedersinn getrunken. Ciao Wolfram |
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@Wolfram - Ja, der Mensch ist ein Entwicklungswesen - und nur Idioten bleiben bei Ihrer Haltung! So etwa argumentieren Leute wie Innenminister a. D. W. Schily, RA Ströbele oder Außenminister a. D. Joschka Fischer.
Man "entwickelt" sich, das ist natürlich, auch wenn man früher RAF-Terroristen verteidigt hat. Den drei oben genannten politischen Talenten kann man nichts vorwerfen, da ihre Vita transparent ist und ihre Entwicklung von extrem links nach rechtskonservativ bürgerlich vor den Augen der Öffentlichkeit stattfand, demokratisch eben. Keiner von den Drei hat ein totalitäres System gestützt, als es noch an der Macht war. Das macht den Unterschied zu Herta Müller aus, die mit den Roten des Diktators Ceausescu paktierte. In welchem Umfang, danach soll die Öffentlichkeit kritisch fragen. Auch nach der Nobelpreisverleihung. Das ist eine Frage der Moral, oder? Keiner der Vielen, die ihre Haltung und ihr Bewusstsein seit der APO-Zeit geändert haben, hat einen Nobelpreis bekommen. Deshalb müssen wir das Handeln der Herta Müller auch vor ihrer Ausreise in die BRD ethisch bewerten. Vor ihrer Ausreise aus Rumänien war Herta Müller eine priviligierte Westreisende, ebenso wie ihr damaliger Gatte, Altkommunist Richard Wagner. Sie kamen 1984/ 1985 in die freie Bundesrepublik und kehrten freiwillig in die Ceausescu-Diktatur zurück, ungezwungen an den Ort, wo sie verfolgt worden sein sollen? Wo bleibt da die Logik und der gesunde Menschenverstand? DDR-Oppositionelle aus dem Widerstand gegen die SED-Diktatur haben da auch noch ein Wörtchen mitzureden, oder? Wollen wir den Opportunismus heilig sprechen und jedes Wendehals-Verhalten hinnehmen, auch wenn es falsche Signale setzt, nur weil es einflussreiche politische Kreise so wollen? Beste Grüße Carl Gibson |
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Carl Gibson
Das macht den Unterschied zu Herta Müller aus, die mit den Roten des Diktators Ceausescu paktierte. In welchem Umfang, danach soll die Öffentlichkeit kritisch fragen. Auch nach der Nobelpreisverleihung. Das ist eine Frage der Moral, oder? Ich weiß nicht recht. Eigentlich wird der Literatur-Nobelpreis nicht einem guten Menschen verliehen, sondern dem Autor eines guten Werks, zumindest sollte dies so sein. Wenn ein literarischer Text einmal da steht, dann hat er seine eigene Qualitäten (oder eben nicht). Wenn ich später erfahre, daß der Autor ein amoralisches Dreckschwein war (ist), dann wird das meine Einstellung zum vielleicht ehdem geschätzten Autor ändern, der Text als solcher ändert sich dadurch aber nicht. War er zuvor gut, bleibt er es. Literaturkritik läßt sich nicht durch die Lektüre von Geheimdienstprotokollen gestalten. Ciao Wolfram |
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Ach ja, Herr Gibson wirft einmal mehr mit Dreck gegen die vermeintliche Nestbeschmutzerin Herta Müller. Wir erinnern uns:
"Nur Herta Müller, die damals an der Zensur vorbei oder mit dem Plazet der Zensur irgendwie ihr nestbeschmutzerisches Skandalbändchen herausbringen konnte, sah die Gründe der Niederungen ihres Umfelds nicht in der versagenden sozialistischen Gesellschaft, sondern bei ihren engstirnigen Landsleuten. Also beleidigte sie diejenigen, die noch lasen. Also beleidigte sie auch mich." (Carl Gibson: Symphonie der Freiheit. Dettelbach: Röll 2008. S. 366f.) Der Blog-Eintrag oben deutet bereits an, dass die Belege für seine Vorwürfe auch im neuen Buch extrem mager sein dürften. Schade nur, dass jemand wie er seine Energie immer wieder in persönlichen Rachefeldzügen verschwendet. |
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@Wolfram: Wenn wir von einer reinen "textimmanenten Interpretation" ausgehen, müssen wir uns fragen, ob Herta Müllers literarisches Werk nobelpreiswürdig ist, unabhängig von der moralischen Wertung.
Welches der Werke Müllers hat Nobelpreisniveau? "Niederungen"? Bestimmt nicht! Das ist ein Debütwerk, das einen Ermutigungspreis erhalten hat, weil man vielleicht eine junge Autorin der "5. deutschen Literatur" im fernen Rumänien ermutigen wollte, um dort im Banat auszuharren und um dort litarisch weiter zu machen, was seinerzeit (1984) so auch von Herta Müller öffentlich verkündet worden war. Dass sie bald schon - nach der Flucht ihre Mentors Nikolaus Berwanger in die BRD (1984) - zusammen mit ihrem Gatten die Meinung ändern sollte, war noch nicht abzusehen. In linken bundesdeutschen Kreisen sah man Herta Müller als eine Art "Dissidentin" - und nach 1987, als Herta Müller vom sicheren Hafen Berlin aus anfing, gegen Ceausescu und die Securitate zu agitieren, aber nicht gegen die RKP, wurde dieses unbegründete Dissidenten-Image mit Hilfe des SPIEGEL und der Süddeutschen Zeitung (Olaf Ihlau) weiter etabliert und ausgebaut. Es folgten Werke wie "Herztier", in welchem das Securitate- und literarische Oppositions-Sujet rein fiktional thematisiert wird. Ist "Herztier" nobelpreiswürdig? Oder beginnt hier bereits die Vermengung von "Dissidenz" und literarisch gestalteter Realität? Und ist letzendlich "Atemschaukel", rein textimmanent betrachtet, gut für den Nobelpreis? Wie hoch ist der Anteil Oskar Pastiors ( an Konzeption, ausgearbeiteten Texten, Wortmaterial etc.) an diesem Werk? Wenn wir auf der "rein textimmanenten Interpretationsebene" bleiben, müssen wir uns fragen, ob Herta Müllers Werk den Vergleich mit dem beachtlichen und viel prämierten Werk eines Siegfried Lenz standhält, eines Martin Walser oder eines Peter Handke. Ich habe da meine Zweifel, allein aus literaturhistorisch-ästhetischen Überlegungen heraus. Die Spanne: "Kitsch" oder "Weltliteratur" sahen auch schon andere. Es gibt die Zustimmung der Fans, die unkritisch ist - bis hin zur Nominierung durch Michael Naumann von der SPD ( seinerzeit Kulturbeauftragter der BRD) - und andererseits die totale Ablehnung als postexpressionistisches Epigonentum. Das aber ist nur eine Ebene. Als ehemaliger Dissident frage ich aus der Sicht des oppositionellen Zeitzeugen und werfe die Frage auf, ob die Vermengung von "Dissidenz" und literarischer Wertung zulässig ist? Wir hatten das schon mehrfach, speziell bei GULAG-Aufklärer und Kommunismus-Kritiker Alexander Solschenizyn, der auch den Nobelpreis bekam, obwohl das Sprachlich-Literarisch-Ästhetisch-Literaturhistorische nicht ganz überzeugen konnte. Nach meiner Auffassung muss ein ethisch definierter Preis auch moralisch und politisch bewertet werden, schon dann wenn die "Nominierung" im Namen der Bundesrepublik erfolgt? Wurde Herta Müller fern von der Öffentlichkeit, quasi durch die Hintertür von interessierten Kreisen nominiert? Weshalb gerade sie und kein anderer Schrifsteller deutscher Zunge? Carl Gibson Weshaln w |
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@Carl Gibson
Welches der Werke Müllers hat Nobelpreisniveau? "Niederungen"? Bestimmt nicht! Um es gleich vorneweg zu sagen: Herta Müller ist für mich eine ziemlich unbekannte Frau, sowohl was das Werk betrifft (ich habe noch nichts von ihr gelesen), als auch in Hinsicht auf ihre Lebensgeschichte (da bin ich nur oberflächlich informiert, ich will da momentan auch nicht viel ändern). Worum es mir ging, war deine Argumentation, die sich nahezu ausschließlich auf der biographischen (sprich: politischen) und moralischen Ebene bewegte. Diese Ebene ist für einen Literaturpreis ziemlich nebensächlich. Ob der Nobelpreis literarisch gerechtfertigt ist, kann ich, wie gesagt, nicht beurteilen, es ist mir auch ziemlich wurscht. Ich suche mir meine Lektüre eh nicht nach der Preisliste eines Autors zusammen. Ciao Wolfram P. S.: Das Wort "forciert" im Titel des Blog gibt mir Rätsel auf. Was ein "forcierter Nobelpreis"? |
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schrieb am
07.02.2010 um 12:06
"Welches der Werke Müllers hat Nobelpreisniveau? 'Niederungen'? Bestimmt nicht!"
Das sehen diverse ernstzunehmende Literaturwissenschaftler und Literaturkritiker völlig anders. Ich zitiere z.B. einmal das KLG: "Indem Herta Müller Provinz als psychosozialen Zustand analysiert und kritisiert, wird 'Niederungen' aktuell und überregional bedeutsam, über die Demontage banatschwäbischer Lebens-, Vorstellungs- und Wertewelt hinaus. Nicht minder bedeutsam und viel gelobt ist die sprachliche und poetische Qualität der 15 Prosaminiaturen [...]. Es dominieren kurze und einfache Sätze, die sich mit vielfältigen Mitteln der Wiederholung, Variation und Opposition, der Metaphorisierung und Rhythmisierung zu komplexen Bild- und Sinngefügen verdichten. [...] Die oft lyrisch verdichtete Prosa bricht und mischt Wirklichkeit und Traum, präzise Beschreibung und phantasievolle Verfremdung, Gegenwart und Geschichte; so entstehen Texte von teilweise magisch anmutender Evokations- und Assoziationskraft und zuweilen von hintergründigem Witz." (Auslassungen aus urheberrechtlichen Gründen) |
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@Schackerbilly:
Im kommunistischen Rumänien Ceausescus bildete sich nach der KSZE-Sicherheitskonferenz in Helsinki im Jahr 1975 eine Menschenrechts- und Bürgerprotestbewegung aus, die in vielfacher Form die offizielle Politik der Rumänischen Kommunisten Partei kritisch hinterfragte und gesellschaftliche Veränderungen anstrebte: der Streik der Bergarbeiter aus den Schiltal und die Menschrechtsbewegung der Schriftstellers Paul Goma im Jahr 1977 , letztere als Solidarisierungsaktion mit der "Charta '77"- Bewegung in der Tschechoslowakei unter Pavel Kohout und Vaclav Havel. Dann folgte die Gründung der "Freien Gewerkschaft rumänischer Werktätiger" SLOMR im Feburar 1979 in Bukarest. Nach deren Niederschlagung organisierte ich die Wiedererrichtung der SLOMR in Temschburg/Timisoara im Banat, in der zweitgrößten Stadt Rumäniens, wurde verhaftet, verurteilt, ins Gefängnis geworfen. Die Dokumente dazu finden Sie im Internet.(Kurzbereicht in:Horch und Guck, Zeitschrift zur kritischen Aufarbeitung der SED-Diktatur,Berlin,Sept. 2009) SLOMR war die erste größere freie Gewerkschaft in Osteuropa, fast zwei Jahre vor "Solidarnosc" in Polen. Das alles ist in meinen von Ihnen oben zitierten Buch beschrieben. Das Buch hat zudem den Untertitel: Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur". Diesen konkreten politischen "Widerstand" gab es in vielen Formen in Rumänien. Herta Müller und ihr RKP-Gatte Richard Wagner gehörten nicht zu diesem Widerstand, ja sie leugneten seine Existenz sogar in dem SPIEGEL-Interview aus dem Jahr 1987, um sich im gleichen Atemzug als "doppelt Verfolgte" darszustellen, verfolgt von den eigenen Landsleuten und von der "Securitate"! ( Weshalb Wagner von 1972 - 1985 Mitglieder der RKP (Auftraggeberin der Securitate) war, sagte er nicht.) Ich kam bereits 1979 hier an, gab Interviews bei Radio Freies Europa, klärte auf, u. a. auch in der FAZ, und brachte im Jahr 1981 eine UNO-Klage gegen das Ceausescu-Regime als SLOMR-Auslandssprecher auf den Weg - unter Lebensgefahr. (Terrorist Carlos bombte seinerzeit für 1000000 US-Dollar-Securitate-Lohn im Englischen Garten in Müchen am RFE/RL-Sitz, als ich gerade als Zeitzeuge in Genf bei der UNO unterwegs war/ Februar 1981) Während diese UNO-Klage zwischen Genf und Bukarest hin unher geschoben wurde und Ceausescus Regierung damit beschäftigt war, mich zu diskreditieren und zu kriminalisieren,(WCA/ILO-Dokumentation im Internet in drei Weltsprachen abrufbar!) nutzte Herta Müller einen ihrer ersten Fernsehauftritte in diesem Land, um in einer Generalverdächtigung allen Banater Schwaben latenten Faschismus zu attestieren. In diesem Rahmen beleidigte sie auch mich - wo ich, der Mann aus der Zelle, gerade dabei war, Ceausescu vom Westen aus zu bekämpfen! Ein Dolchstoß?) Wohlgemerkt 1984! Herta Müller und Richard Wagner standen nicht nur im Jahr 1979 auf der Seite der Kommunisten, sondern auch noch 1984/85, wo sie frei durch dieses Land reisen konnten, während andere freiheitsliebende Landsleute an der grünen Grenze erschlagen wurden. Haben Sie auch darüber in der "Symphonie der Freiheit" gelesen? Weshalb sollte ich mit Dreck werfen? Ich schwieg bis 2005. Erst als ich den Aufarbeitungsstand der Vergangenheitsbewältigungsdiskussion zur Kenntnis genommen hatte, um festzustellen, dass wichtige Hausaufgaben von der so genannten politologisch-historischen Forschung noch nicht erledigt worden waren, fast 15 Jahre, nach dem Fall des Kommunimus begann mein Überprüpfen und mein Aufklären. Die tiefere, differenzierte Debatte aber beginnt erst jetzt. Die Rolle mancher Akteure von damals wird zu überprüfen sein. Die Materie Herta Müller ist allerdings nur ein Randkapitel in meinem Buch. Das moralisch-politische Bewerten der Gesamtdiskussion heute hat eine andere Relevanz. Aus meiner Sicht stellt Herta Müller das "falsche Symbol" dar, um Brücken nach Europa zu bauen, da sie sich von der "Hass-"Inspiration der "Niederungen" "noch nicht distanziert" hat und weil sie auf die destruktiven Prinzipien von Trennung und Spaltung setzt, statt auf positiven symphonischen Zusammenklang. Wenn SPD (Naumann) und CDU ( KAS) auf Herta Müller als Integrationsfigur - auch für die Vertriebenen -setzen, entscheiden sie sich nach meiner Auffassung für eine Person, deren moralische Integrität noch nicht gesichert ist. Das aber ist ein "falsches Signal". Wir können das gemeinsame Haus Europa nicht auf Lügen und Sand-Fundamenten aufbauen. Selbst der Papst in Rom forderte dazu auf, in die "Symphonie der Freiheit" einzutreten. Lesen Sie bitte noch etwas mehr in meinem Testimonium authenticum, das keine "Fiktion" ist, sondern nackte Widerstandsrealität aus der Ceausescu-Diktatur. Carl Gibson |
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schrieb am
07.02.2010 um 12:11
Ich hatte ehrlich gesagt mit genau dieser Reaktion gerechnet: Es ist der altbekannte Rückzug in die Opferrolle, mit dem Sie seit ewigen Zeiten Ihren abstrusen Rachefeldzug gegen Herta Müller rechtfertigen. Langweilig.
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Wolfram stellt fest und fragt:"Das Wort "forciert" im Titel des Blog gibt mir Rätsel auf. Was ein "forcierter Nobelpreis"?"
Ein Preis, der "politisch" via Lobbyismus, etablierte, in der Regel geheime Machstrukturen etc. durchgesetzt wird, ist ein "forcierter" Preis. Ein solch "forcierter" Preis war der Literaturpreis der konservativen, CDU-nahen Konrad-Adenauer Stiftung an Herta Müller im Jahr 2004. Da er nach meiner Meinung - als politischer Preis - für "Dissidenz" vergeben wurde, habe ich Herta Müller aufgefordert, ihn zurückzugeben, da nach meiner Auffassung eine Verquickung von literarischer "Fiktion" und "realistischem Widerstand" nicht erfolgen darf, weil so die Realität entstellt und verzerrt wird, sprich die historische Wahrheit auf den Hund kommt. Aus den Reihen der in "Niederungen" (1982) verunglipften Banater Schwaben ( in der Regel traditionelle CDU-Wähler) gab es seinerzeit einen Aufschrei in vielen Protesbriefen an die KAS. Ich persönlich habe im Jahr 2008 bei der KAS nachgefragt, ob die Vita von Herta Müller vor 1987 der KAS bekannt ist oder nicht. Die KAS wollte darauf nicht eingehen und verschanzte sich hinter der Haltung einer "Jury", die sich mit dem zufriefen gab, was Herta Müller an biographischem Hintergrund vorgelegt hatte. Damit sollte ich mich begnügen - und nicht weiter nachfragen. Bei Ceausescu oder Honecker hätte ich das akzeptieren müssen, nicht aber im freien Rechtsstaat, oder? Meine Auffassung von Moral und Geselschaft ist vielleicht konservativ - deshalb frage ich auch an dieser Stelle: Hat das "Wendehals-Prinzip" seine soziale Akzeptanz gefunden - hier in der BRD und überhaupt? Ist es noch wichtig oder unwichtig, ob jemand für die Staatssicherheit der DDR oder für die Securiate Ceausescus gearbeitet hat oder nicht? Herta Müller selbst wirft anderen vor, für den rumänischen Geheimdienst tätig gewesen zu sein! Sie beschuldigt andere zusammen mit ihrem Ex-Gatten Richard Wagner. Beide weigern sich aber, den gleichen Maßstab an die eigene Vita zu legen und für Transparenz zu sorgen. Glasnost und Perestroika auch hier? Wenn die Gesellschaft der Bundesrepublik zur Schlussforlgerung kommt: Alles Schnee von gestern, Schwamm drüber, ... weshalb noch an der Illusion "Gerechtigkeit" festhalten ... dann muss ich dieses potentielle Mehrheits-Verdikt zur Kenntnis nehmen und mit meiner - vielleicht antiquierten - Moralvorstellung von Integrität und Ethos leben. Seit zwei Jahren bemühe ich mich darum, diese Frage zu klären - öffentlich. Es könnte ja sein, dass ich die Zeichen der Zeit verkannt habe und dass die ZEIT richtig liegt? Sind meine Fragen nun legitim und grundsätzlicher Natur - oder nicht? Das müsste zu beantworten sein, auch wenn man nicht selbst zu den unmittelbar "Betroffenen" zählt. Ein KZ-Opfer wird immer anders werten als ein Folterknecht oder gar ein Schreibtischtäter. Carl Gibson |
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schrieb am
08.02.2010 um 07:13
"Ein KZ-Opfer wird immer anders werten als ein Folterknecht oder gar ein Schreibtischtäter. "
Dafür, dass Sie derart hart gegen andere austeilen, können Sie verdammt schlecht einstecken. Daher nur kurz und bündig: Niemand spricht Ihnen ab, Opfer des Ceaucescu-Regimes gewesen zu sein. Das ist aber noch lange keine Grund dafür, jahrzehntelang in dieser Opferrolle zu verharren und mit ihr diese vollkommen unsubstantuierte Angriffe gegen Herta Müller zu rechtfertigen. Wenn Sie sich allerdings schon selbst indirekt mit KZ-Opfern vergleichen, lege ich Ihnen ans Herz, vielleicht einmal Imre Kertesz zu lesen. Das ist auch ein Literaturnobelpreisträger. Da könnten Sie eine Menge über Alternativen zum Verharren in der Opferrolle lernen. |
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@Positive Stimmen zu Herta Müller gibt es viele.
Viele Rezensionen lagen schon fertig in den Schubladen wohlwollender Rezensenten, noch bevor "Atemschaukel" auf den Markt kam. Ein Buch ist ein Produkt, das vermarktet werden soll. Ein Name soll auch vermarktet werden - über den Nobelpreis, über den "Oscar" über alle möglichen PR- und Marketing-Strategien, die viel Geld bedeuten, Umsätze in karger Zeit. Kunst ist auch Kommerz. Doch ist es wichtig, ob Siefried Lenz, Martin Walser und Nobelpreisträger Günter Grass in der NSdAP waren oder nicht? Lenz und Walser wurden vielleicht deshalb nicht in Stockholm nominiert? Günter Grass machte einen PR-Gag aus seiner frühen NSdAP-Zugehörigkeit. Er hatte den Nobelpreis schon - und steigerte nur noch die Auflage seiner Publikationen, indem er in der Diskussion blieb. Doch was macht die "offene Gesellschaft" mit der Moral? Alles unter den Teppich, was aneckt und nicht gefällt? Carl Gibson |
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schrieb am
08.02.2010 um 07:06
"Viele Rezensionen lagen schon fertig in den Schubladen wohlwollender Rezensenten, noch bevor 'Atemschaukel' auf den Markt kam."
Belege für diese zweifelhafte Behauptung??? Wie immer Fehlanzeige. |
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@Schackerbilly
"Ohne Haftbefehl gehe ich nicht mit"! Mit diesen Worten widersetzt sich Herta Müller einer Securitate-Verhaftung. Heldenhalft fürwahr, nur leider irreal, fiktiv -eine "erfundene Wahrnehmung" ist das aus literaurwissenschaftlicher Sicht, bloße Phantasie, erdichtete, synthetisch erschaffene Wirklichkeit. Wer in dem Unrechtsstaat DDR gelebt hat oder wer gar noch den totalitären NS-Staat mit seiner GESTAPO erleben musste, der weiß wohl, dass sich keiner der Verhaftung durch einen Geheimdienst einer Diktatur entziehen kann, schon gar nicht in Berufung auf Recht und Gesetz. Stellen Sie sich vor, die Widerständler im Dritten Reich Esler, Bonhoeffer, Rommel oder Staufenberg hätten nach der Vorlage eines "Haftbefehls" verlangt? Eine Illusion! In Diktaturen gibt es keine elementaren Menschenrechte, dort herrschen Willkür und Terror nach innen wie nach außen. Als Radio Freies Europa am am Frühmorgen des 4. April 1979 von deutschen Boden aus die Gründung der Freien Gewerkschaft rumänischer Werktätiger SLOMR nach Rumänien meldete, wurde ich nach nur wenigen Stunden verhaftet, in die Securitate-Zentrale nach Temeschburg verbracht, dort zwei Tage lang neben anderen Mitstreitern verhört, dann in einem "schnellen Prozeß" abgeurteilt (ohne Verteidiger!) und anschließend ins Gefängnis verbracht, ohne einen "Haftbefehl" gesehen zu haben. Einzelne Mithäftlinge bekamen nicht einmal ihr "Urteil" in schriftlicher Form zu Gesicht. So war das damals in Ceausescus Diktatur. Herta Müller hörte dort von diesen Dingen - und sie machte "Literatur" daraus, "Belletristik" nach ihrer Auffassung und nach ihrer Vorstellung, was "Fiktion" ist und was "Wahrheit" zu sein hat. Mit der "real sozialistischen Wirklichkeit" im Detail hat das oft wenig zu tun. Erfindungen verfälschen eben. Nur ist zu erwarten, wenn Herta Müller Interviews gibt und zu biographischen Aspekten Aussagen vornimmt, dass diese genau stimmen. (Sonst enstellt sie die historische Wirklichkeit einer Zeit in Rumänien.) Oder dürfen sich Autoren eine "Vita" und einen "Curriculum" frei zurechtlegen? Künstlerische Freiheit auch in der Selbststilisierung? Nach Herta Müllers eigener Aussage (DIE ZEIT vom 23. Juli 2009, "Die Securitate ist noch im Dienst" - in der Online-Fassung im Internet abrufbar) existieren von ihr zwei Securitate Dossiers: Eine gute Akte und eine böse Akte. In der guten Akte erscheint sie als eine Art Systemkritikerein und Dissidentin, in der bösen Akte, der so genannten Attrappe, erscheint Herta Müller als Kommunisten und Agentin der Securitate. Was ist wahr, was ist falsch! Herta Müller sagt, die gute Akte sei echt, die böse Akte sei von der Securitate zusammenkompiliert, also gezielt gefälscht worden. Woher soll nun der neutrale Leser, Wissenschaftler, Gutachter, Bewerter etc. wissen, welche der ( von der CNSAS - dortige, rum. Gauck-Birthler-Behörde) freigegeben Akten authentisch ist und welche manipuliert? Wer instrumenatlisiert hier wen - und zu wessen Vorteil? Cui bono? Wem nützt das alles? Aus meiner Sicht hat der bundesdeutsche Bürger ein Recht darauf zu erfahren, ob er von einer "moralischen Autorität" in Stockholm vertreten wird - oder nicht. Diese Frage versuche ich seit zwei Jahren öffentlich zu klären. Breite Debatten darüber mit diversen Argumenten in mehreren hundert Beiträgen können nachgelesen werden, u. a. auf www.siebenbuerger.de im Allgemeinen Forum dort. Jeder kann zu eigenen Schlussfolgerungen kommen. Ich jedenfalls würde es nicht hinnehmen wollen, wenn ein füherer Spitzel der Staatssicherheit wie z. B. Ibrahim Böhme von der SPD, unentdeckt geblieben, heute die BRD in einem hohen Amt repräsentieren würde. Klären wird doch die Fakten. Die Ergenisse und Bewertungen stellen sich dann von selbst ein. Carl Gibson |
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schrieb am
08.02.2010 um 10:01
"Diese Frage versuche ich seit zwei Jahren öffentlich zu klären. Breite Debatten darüber mit diversen Argumenten in mehreren hundert Beiträgen können nachgelesen werden, u. a. auf www.siebenbuerger.de im Allgemeinen Forum dort.
Jeder kann zu eigenen Schlussfolgerungen kommen." Ist mir nur zu gut bekannt. Dort ist in der Tat extrem viel von Ihnen zu lesen. Offenbar haben Sie sehr, sehr viel Zeit. Dennoch gelingt es Ihnen auch in diesem Forum nicht, ernstzunehmende Belege für Ihre vagen Behauptungen zu liefern. Vielmehr stellen Sie kontinuierlich die Beweispflicht auf den Kopf. Nicht gerade ein Prinzip, das von der sonst immer wieder proklamierten Moral und Rechtstaatlichkeit zeugt. "Ich jedenfalls würde es nicht hinnehmen wollen, wenn ein füherer Spitzel der Staatssicherheit wie z. B. Ibrahim Böhme von der SPD, unentdeckt geblieben, heute die BRD in einem hohen Amt repräsentieren würde." Erneut werfen Sie Äpfel und Birnen in einen Topf. "Klären wird doch die Fakten. Die Ergenisse und Bewertungen stellen sich dann von selbst ein. " Gut. Liefern Sie Fakten und handfeste Beweise. Bislang haben Sie das nämlich nicht getan. Anschließend können wir uns erneut unterhalten. Sollte es Ihnen allerdings weiterhin nicht gelingen, konkrete Beweise zu liefern, würde ich Ihnen vorschlagen, lieber wieder zur Lenau-Forschung zurückzukehren. Vielleicht können Sie ja auch bei der Gelegenheit noch einmal etwas über Fiktionalität, Biographie, Autobiographie und den autobiographischen Roman nachlesen. Ich habe angesichts Ihrer obigen Beiträge stark den Eindruck, dass es dort bei Ihnen einige Lücken gibt. |
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@Schackerbilly:
Nur keine Bange, ich kann sehr wohl sehr dezidiert differenzieren und habe noch nie Äpfel mit Birnen verglichen, schon gar nicht in einer so wichtigen Debatte. Zu Nikolaus Lenau. Da Sie ja so gut informiert sind und auch schon frühere Beiträge aus meiner Feder gelesen haben, wissen Sie, dass ich lange Jahre an mehreren Hochschulen Literatur studiert habe. Mein Werk: Lenau. Leben - Werk - Wirkung, Heidelberg, 1989, erschien nachdem ich mich ca. fünf Jahre intensiv mit der Literatur- und Geistesgeschichte des 19. Jahrhunderts beschäftigt hatte. Das mag Ihnen verdeutlichen, dass ich auch die "Belletristik" der Spätgeborenen Herta Müller aus meinem schwäbischen Umfeld in Temeschburg im Banat beurteilen kann, methodisch wie geistesgeschichtlich. In der Lenau-Forschung gab es bereits vor hundert Jahren Bestrebungen des Freud-Schülers Isidor Sadger, das gesamte Oeuvre des Spätromantikers und Vormärzaufklärers Lenau als "pathologisch" determiniert zu deuten - Kunst, nach Lombroso, eine Emanation von Krankheit? Ich wehrte mich dagegen, vehement. Was würden Sie sagen, wenn wir diese einseitige These auf Herta Müllers Literatur anwenden würden? Wäre da eine exakte Vita hilfreich? Präzise Angaben zur Genese ihrer Werke? Moralische Wertung, etc. etc? Da "Lenau" im Banat geboren wurde, schrieb ich meine weit verbreitete Monographie vor 20 Jahren auch aus der Sicht eines Brückenbauers zwischen den Kulturen bzw. auch als Beitrag des Banats zur europäischen Geistesgeschichte. Damals schon hätte ich sehr berechtigt gegen Herta Müllers polemische Banater Schwaben-Attacken wettern können. Das habe ich nicht getan. Ich schrieb seinerzeit nur einige Essays zur Thematik, sah aber von einer Veröffentlichung ab. Erst 2005 kamen in Rahmen der Recherchen zur "Symphonie der Freiheit" die vielen unbeantworteten Fragen auf, die die Forschung in den kommenden Jahren noch aufgreifen wird. Carl Gibson |
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@Schackerbilly: Sind Sie schon auf und davon, nachdem Sie mir so knapp Ihre "Meinung" gegeigt haben, ohne weiter auf meine Argumente einzugehen? Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt - einige Leute folgen mir in diverse Foren und Blogs, nur um zu widersprechen. Eine Debatte über die "Fakten" wäre mir lieber.
Auf "Arte" läuft gerade eine Sendung über die Krise der Printmedien und über das Ende auch etablierter Zeitungen, bedrängt durch das neue "Medium" Internet und durch uns, die "Blogger" und "Bürger-Journalisten", die "professionelle Journalisten" bald überflüssig machen könnten. Die "Berufs-Journalisten" sägen sich selbst den Ast ab, auf dem sie sitzen und machen sich leider selbst überflüssig, weil sie oft - jenseits der Journalisten-Ehre - "unkritisch" agieren und eben nicht jenen längst überfälligen "investigativen Journalismus" praktizieren, dem der Stern-Chef gerade das Wort redet. Das Gebot der Stunde: Das ist der hier und in anderen Blogs von uns allen vorexerzierte "Graswurzel-Journalismus", der nicht nur "Meinungen", sondern in vielen Fällen "Fakten" in Umlauf bringt, zur Diskussion stellt - und nicht, wie boshaft unterstellt, in machen Fällen gezielte Fehlinformationen streut und Desinformation betreibt. Der traditionelle Journalismus hat seine Machtstellung bereits eingebüßt - die konventionellen Zeitungen haben keine Monopolstellung mehr - und je schlechter sie journalistisch arbeiten, indem sie Fakten ignorieren, desto eher geraten sie in Anhängigkeiten von Geldgebern und riskieren den Ruin. Ich selbst musste die Erfahrung machen, dass mehrere meiner Leserbriefe nicht gedruckt wurden, Offene Briefe (gerade an Herta Müller) zurückgehalten und sogar gelöscht wurden - und dies obwohl ich anbot, alle Angaben mit Beweisen zu untermauern. Sind kritische Journalisten bereits eine ausssterbende Spezies? - Oder dürfen sie nur nicht, wie sie gerne wollen? Carl Gibson |
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schrieb am
12.02.2010 um 08:37
Das war erneut die erwartete, seit langer Zeit bekannte Reaktion: Herr Gibson schmollt und sieht sich als Opfer einer umfassenden Verschwörung.
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schrieb am
16.02.2010 um 14:14
Achso, lieber "Schackerbilly" (sehr eleganter "Nick"),
jetzt wollen Sie Herrn Gibson also auch noch als Paranoiker, Mimose und Verschwörungstheoretiker einseifen. Das ist ein sattsam bekannter Trick. Wenn Sie schon mit solchen potentiell ehrabschneiderischen Dingen kommen, dann bitte mit Klarnamen. Ich vermute aber, dass ein "Schackerbilly" dafür zu feige sein dürfte. |
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Es gibt "Opfer" und "Opfer".
Echte Opfer von Terror und Gewalt haben in der Regel keine Schwierigkeiten, Beweise vorzulegen, die ihre Verfolgung glaubhaft machen und belegen. Sie können Ross und Reiter nennen; sie können sagen, wann sie verfolgt wurden, wo sie verfolgt wurden und wer ihnen was angetan hat. Wer konkret politisch gegen ein totalitäres System opponierte, landete fast immer im Gefängnis, wenn er nicht vorher umgebracht wurde. "Pseudo-Opfer" hingegen unternehmen die abstrusesten Verrenkungen und schlagen die wildesten Purzelbäume, um sich in eine Rolle zu stilisieren, die ihnen nicht zusteht. Sie arbeiten am Mythos - aber nicht an einer "neuen Mythologie", auch nicht an einem "mythopoetischen Welt-Entwurf", sondern an der eigenen Mythisierung. Rücksichtlos und nur an eigenen Interessen ausgerichtet, führen sie den "Widerstand" und die echte Dissidenz anderer ad absurdum, schaden der Sache und verfälschen die historischen Wirklichkeiten. Wer hindert sie daran, tacheles zu reden? Haben sie etwas zu verschweigen? Gerade von geistigen oder "moralischen Autoritäten" erwarte ich, dass sie sich an die Wahrheit halten.Immer! Wer anderen den Spiegel vorhält, wer vom Glashaus aus mit Steinen wirft, denunziert, ausgrenzt, hetzt und spaltet, der sollte überprüfen, ob er selbst in den Spiegel blicken kann und ob er nicht auf tönernen Füßen steht. Ich verweise auf den Blick des tyrannischen Schweins aus "Animals Farm" von George Orwell, das sich - nach diversen Wandlungen mit einer Identitätsfrage konfrontiert sieht. Wer bin ich? Eine von Ethos getragene Autorität sollte diese Frage beantworten können, für sich und für die Welt,ohne dabei zu lügen. |
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Lieber Carl,
mein lieber Schwan, Du bohrst hier ja wirklich dicke Bretter. Zu den literarischen Fähigkeiten Herta Müllers kann ich nichts sagen, da ich nichts von ihr gelesen habe; bezüglich ihrer politischen Verstrickungen kenne ich mich ebensowenig aus; wäre ich allerdings - in dem Falle als Altschwabe - von ihr volksgruppenmäßig pauschal beschimpft worden und von einer Diktatur ins Gefängnis geworfen, während die Dame quer durch Europa tingeln durfte, so schwiege ich wahrscheinlich so schnell auch nicht stille. Die ZEIT indes, ich habe mich dort nur einmal testweise online versucht, ist eines der übelsten Presseorgane der Republik, allezeit zensurbereit, mit ihrem notorischen Bilderberger Joffe an der Spitze. Wer sich von dorther Heil erwartet, kann gleich direkt in den Tartaros einfahren. Und was diesen "Schackerbilly" anlangt, so hast Du wohl einen der Üblichen, möglicherweise gar dafür Bezahlten am Hals, die nie mit Klarnamen auftreten und dabei noch nicht einmal in der Lage sind, sich einen halbwegs unpeinlichen Decknamen zuzulegen. |
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Um es vorweg zu nehmen, Magnus: Herta Müllers kleine Satire "Das schwäbische Bad" beleidigt auch dich als "Urschwabe", nicht nur mich als "Banater Schwabe" oder "Donauschwabe" mit einem Urahn aus "Svevia" - Oberschwaben (Ott!) mütterlicherseits.
In der Geschichte wird ein untypischer "Baderitus" geschildert, wo drei Generationen nacheinander in das gleiche Badewasser steigen, wobei nach diesem "Baderitus", den jeder Berliner aus dem selbst erlebten "Zuber-Bad" kennt, das Wasser immer brauner und dreckiger wird. Die Schwaben sind also Dreckschweine, die sich in den eigenen Exkrementen suhlen wie Wildsäue? Die Schwaben in Oberschwaben, Augsburg, in der Patenstadt Ulm, auf der Schwäbischen Alp, in Rottweil, Aalen, St. Louis, Australien, in Entre Rios am Amazonas und im rumänischen, ungarischen oder serbischen Banat sind genau so tangiert und werden mit beleidigt, weil das "schwäbische Bad" auf "archetypisch" macht und keine Ortseingrenzung kennt. Ergo trifft der Hohn alle "Schwaben", auch die in Stuttgart-Möringen, ganz egal wo sie sich heute aufhalten. Besonders getroffen wird dabei die Identität der Banater Schwaben, die sich damals, als das unselige Geschichtlein erschien, mitten in der Agonie befanden, im Exodus in die BRD, nur um die nackte Haut, Kultur und Sprache, sprich "Identität" und die Zukunft ihrer Kinder zu retten. Ein verrückt gewordener Ceausescu bedrohte damals (1982) die deutsche Minderheit im Banat und in Siebenbürgern mit der so genannten "Systematisierung der Dörfer", d. h. die Landbevölkerung sollte in Städte umgesiedelt werden mit dem Hintergedanken, "Assimilation" der Deutschen in Rumänien zu betreiben, um sich so der deutschen Minderheit dort zu entledigen. Sie wurde dann gegen harte Mark verkauft. Auch eine Lösung. Das Versagen der Herta Müller: Sie erkannte nicht die Tragweite ihrer Satire, die als "Dolchstoß" aufgefasst werden konnte, die den Interessen des Diktators und seiner KP diente, aber die "deutsche Gemeinde" dort im Banat schwächte. Ob gewollt oder nicht - Herta Müller betätigte sich als "Totengräberin des Deutschtums im Banat" indem sie die "besondere Situation" der existentiell exponierten Minderheit verkannte. Linke Autoren von "DER SPIEGEL" wie F.C. Delius standen ihr bei, nachdem ihr Bändchen "Niederungen" in der BRD erschienen war. Delius bezeichnete das Banat in einer Rezension (SPIEGEL, 1984)als "die Hölle auf Erden". Meine Heimat, die ich noch als Garten Eden erlebt hatte, erschien über Nacht als Sodom und Gomorra mit rückständigen Menschen, die sich gegenseitig hassen. Fakt ist, Herta Müller sagte später (1987) nach ihrer Ankunft hier in der BRD - die Rückständigkeit und Dummheit ihrer Landsleute hätten ihr den "Hass" eingegeben, um "Niederungen" schrieben zu können. Die vom "Hass" inspirierte, höchst kontroversierte Literatin hat den "Nobelpreis" für Literatur erhalten, nachdem sie durch die Hintertür nominiert worden war und ohne dass eine Debatte über ihre fragwürdige Vergangenheit und "moralische Integrität" geführt worden wäre. Das ist nach meiner Einschätzung ein Skandal. Du hast es auf den Punkt gebracht, Magnus: Herta Müller hört man zu und glaubt ihr ihre "Fiktionen" ( lit. wiss.: "erfundene Wahrnehmung"!) , während die echten Widerständler, die gegen Totalitarismus und Diktatur ankämpften und ins Gefängnis geworfen wurden, kein Ohr finden. "Zensiert" wurde ich als Aufklärer und Zeitzeuge in der "Frankfurter Rundschau", in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", auf SPIEGEL- Online und besonders in DIE ZEIT- Online partiell, aber wirkungsvoll. Es ist mir nicht gelungen, diesen Nobelpreis zu verhindern, weil man mit der Wahrheit hinterm Berg gehalten hat in der so kritisch liberalen Presse. Aber die Debatte wir weiter gehen! Carl Gibson |
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Lieber Carl,
ohne Dir als ein der Materie weitaus Unkundigerer, zumal noch als der Jüngere, altkluge Ratschläge geben zu wollen, rege ich doch einmal an, in einer Zeit, da Kriegspräsidenten und Klimalügner Friedensnobelpreise erhalten, den Einsatz satirischer Mittel auch im Zusammenhang mit Herta Müller in Erwägung zu ziehen. Sollte ihr "Hass" auf die eigenen, vorgeblich so rückständigen Landsleute sie tatsächlich zu diesem ihrem "Werk" inspiriert haben, so muss sie vielleicht symbolisch mal in dieselbe braune Exkrementenwanne gesetzt werden, derer sie so rumäniendeutsch-untypisch-elegant und heroisch zu entsprungen sein vorgibt. Wenn ich die Dinge geprüft habe - ich habe zwar keinen Anlass, Deinen Ausführungen zu misstrauen, kenne aber das Werk selbst bisher nicht - , nehme ich mich dieser Aufgabe möglicherweise schon aus eigenem Antriebe heraus an. Ich hatte mich im übrigen schon gewundert, weshalb diese Schriftstellerin wohl einen Literaturnobelpreis erhalten habe; inzwischen kann ich mir das schon eher erklären. Und wenn dies alles so zutrifft, handelt es sich selbstverständlich um einen Skandal ersten Ranges, der entsprechend konsequent betreut gehört. |
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schrieb am
16.02.2010 um 14:01
Nachtrag
In der Tat ist das Gejammere von Journalisten, die jeden Schund verbraten, sie seien auf dem absteigenden Ast, also lächerlich wie unangebracht. Inzwischen gibt es eben jede Menge Blogs, in denen man Besseres und zumal Wahrhaftigeres als in der Mainstreampresse lesen kann, und obendrein auch noch kostenlos. Wer jeden Monat ein stattliches Gehalt einfährt, den ganzen Tag zur Recherche und zum Schreiben zur Verfügung hat, dann eben doch nichts Vernünftiges zustande bringt, kann von mir kaum noch Mitleiden erwarten. |
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Der "Skandal ersten Ranges" in Fall Nobelpreis an Herta Müller ist noch unterm Teppich, Magnus!
"Herta who?" Das fragt die Welt - und keiner hat noch geantwortet. In meinen "Erinnerungen" zum "Widerstand in der Ceausescu-Diktatur", habe ich einige Fragen gestellt, nachdem mir manche Ungereimtheiten und Lügen aufgefallen waren. Herta Müller und ihr ehemaliger Gatte Richard Wagner drohten mir nach der Erscheinung meines Buches mit ihren "Anwählten" und Gericht, wenn ich denn weiter Verleumderisches oder Diskreditierendes über ihre Person verbreite. Ich, der Dissident, aus der Zelle, sollte schweigen und ihre Version der Dinge hinnehmen. Das habe ich nicht getan. Darauf hin machte ich meine Erfahrungen mit der freien, kritischen Presse. Nach mehr als einem Jahr des öffentlichen Ankämpfens schrieb ich als Reaktion auf einen von Lügen durchsetzten Bericht der Herta Müller einen "Offenen Brief" an die Autorin und veröffentlichte ihn auf "DIE ZEIT-Online". Nach einigen Tagen wurde er gelöscht. Die Reste der Debatte zur "Securitate" sind heute noch abrufbar. Der gesamte "Offene Brief an Herta Müller aus der Feder eines Zeitzeugen und Opfers der Ceausescu Diktatur" kann heute von jedermann nachgelesen werden unter: www.siebenbuerger.de im Allgemeinen Forum dort, auch auf www.banatblog.eu Die Argumente sind die gleichen - und alle Fragen sind noch offen. Jeder kann sie stellen. Die Wahrheitsfindung, ob sie eine Verfolgte war, dürfte die deutsche Öffentlichkeit heute noch mehr interessieren, denn andere deutsche Autoren wurden bei der Nominierung übergangen. Lügen haben kurze Beine, die Wahrheit hat keine, schreibt Herta Müller in ihren so genannten Essays. Aber die Freitag-Kommentatoren können der Wahrheit Beine machen. Carl Gibson |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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