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Ein Millionenheer "ohne Lobby" am Pranger und in die Ecke gestellt - oder
Die Denkfehler in realitätsfremden Politikerköpfen?
"Die "Vielzuvielen" sind unser Problem", könnten verantwortungslose Demagogen von heute ausrufen, die unbedingt "polarisieren" wollen, obwohl die Zeit nach dem Gegenteil verlangt. Versöhnung wäre angesagt in schwerer Zeit, soziale "Solidarität" der Mitmenschen untereinander, nicht geschürter Hass, Trennung und Spaltung.
Wir erinnern uns: "Die Alten sind unser Problem", sagte der langjährige, seinerzeit recht populäre Bundesminister Norbert Blüm in einem Augenblick der Selbstvergessenheit ... und beleidigte mit dieser "populistischen" Aussage ( an sich eine Tatsachenbehauptung in falscher Form) viele Millionen "Rentner", "Trümmerfrauen" und Männer der ersten Stunde.
CDU-Freund und späterer NRW-Landesvater Jürgen Rüttgers legte nach und forderte nicht weniger demagogisch "Kinder statt Inder"! Ein Affront auch dies. Millionen ausländischer Mitbürger fühlten sich auf einmal ausgegrenzt!
Ja, so kann man im Trüben fischen, die "Vielzuvielen ohne Lobby" beleidigen, um ein paar Wenige in das richtige Lager zu führen?
Politische Klugheit ist das nicht, bestenfalls "politische Kurzsichtigkeit, ja Dummheit", denn die vielen Rentner und eingebürgerten Menschen "mit Migrationshintergrund", wie das "neudeutsch" euphemistisch umschrieben wird, sind auch Wähler, nachtragende Wähler vielleicht, die sich erinnern können.
Und wen trifft es heute - die "Leistungsschwachen"?
Wieder "Millionen ohne Lobby"?
Sind das wirklich nur Diejenigen, die "keine Leistung" erbringen können - oder,
wie von realitätsfremden, überversorgten und saturierten Politikern unterstellt, "keine Leistung erbringen wollen"?
Wohl kaum!
Alle gesellschaftlichen Schichten sind betroffen, bis auf die vom Staat überversorgten Landes- und Bundespolitiker und das Heer von Staatsbeamten mit geregelten Bezügen und oft mehrfachen Renten, denen das Wort "Leistung" immer schon etwas suspekt war.
Nicht erst seit der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 steigt die Zahl der Sozialhilfeempfänger (ALG 2 / Hartz IV) kontinuierlich an.
Die "Niedergang" oder die so genannte "Dekadenz" begann bereits mit der Wertpapierkrise nach dem Platzen der Internet- und High-Tech-Blase um die Jahrtausendwende bzw. nach den Anschlägen vom 11. September in New York und Washington,
die einen Kollaps der Börsen- und Finanzmärkte nach sich zogen mit dem Versagen eines ausgeuferten Kapital-Systems, das auf einer großen Lüge aufgebaut war. Als die Wahrheit ans Licht kam, stürzte der Turm von Babel und der verrückte Tanz um das Goldene Kalb brach abrupt ab.
Dem "Werteverfall" in den Wertpapierdepots folgte bald der "Wertezerfall" in den demokratischen Gesellschaften des Westens bis hin zu dem in den Volkswirtschaftlehrbüchern noch als "unmöglich" verkündeten Staatsbankrott einer Länder,
die sich in Sachen ökonomischer "Wahrheit" genau so verhalten hatten wie die Zocker und Spekulanten an der Wall Street: rücksichtslos, egoistisch, verantwortungslos, ohne die Auswirkungen auf die Existenz der Letzten in der Kette zu bedenken, die alles ausbaden müssen.
Die Letzten:
Das sind nicht nur die vielen Arbeitslosen in Deutschland,
die Leistungsverhinderten.
Nein, das sind auch die vielen Mittelständler und Selbständigen, die als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise zu Almosenempfängern wurden.
Wenn die Auftragseingänge zurückgehen oder ganz ausbleiben, müssen mittelständische Unternehmen die Tore dicht machen, Leute entlassen, eventuell sogar aufgeben.
Und huntertausenden von Einzel- oder Klein-Unternehmern gerade aus dem Dienstleistungsbereich ergeht es nicht besser, weil "kein Geld da ist", um ihre Leistung nachzufragen und zu bezahlen. Man spart und schrumpft - entsprechend schrumpfen die Steuereinnahmen, währen die Staatsaufgabe für Arbeit- und Soziales steigen.
Arbeitsbeschaffung ist heute angesagt! Das ist das Gebot der Stunde!
Wenn der Staat im Ausland Krieg führen kann, und das noch ohne völkerrechtliches Mandat,
wenn er Luxus-Transporter bestellen kann, um das europäische Flugzeugbauwesen zu subventionieren,
wenn er ein korruptes, verlogenes, marodes und vielfach betrügerisches Banken- (Un)wesen mit - ungedeckten Milliardenbürgschaften am Leben halten kann, wenn ausländische Unternehmen mit Milliarden gestützt werden sollen, nur um einen Abzug vom Standort Deutschland zu verhindern,
dann muss auch Geld das sein, um den vielen - nicht aus eigener Schuld - Gestrandeten "Arbeit und Brot" zu sichern.
Da setzt die soziale Verantwortung und Fürsorgepflicht des Staates ein, die wichtiger ist als eine kontroversierte Kriegsführung als Bürgerkriegspartei am fernen Hindukush.
Martin Lindner (?) von der CSU stärkt Westerwelle den Rücken ... so etwas hörte ich heute in den Nachrichten des Bayerischen Rundfunks! Martin who?
Was weiß dieser CSU-Mann vom Leben eines Sozialhilfempfängers, der keine Arbeit "leisten" kann, weil es keine Arbeit gibt?
Der Staat kann seinen Bürgern keine Arbeit anbieten - und die freie Wirtschaft kann es auch nicht. Es gibt schlechthin keine Arbeit.
Doch das ist in den Köpfen der Demagogen gerade aus den bürgerlichen Parteien noch nicht angekommen.
Guido Westerwelle, der jetzt die Linken aufs Korn nimmt und wüst beschimpft und die anderen, die ihm "den Rücken stärken" wollen, sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.
Wie Blinde von der Sonne reden, so ignorieren FDP-Chef und Vizekanzler Guido Westerwelle und Co. Tatsachen und verkennen das eigentliche Problem in einem "Denkfehler", denn man versierten Politikern nicht zugetraut hätte in Sachen : Sozialneid:
Im Prinzip kommt es nicht darauf an, dass ein vom Staat am Leben gehaltener Bürger, der nichts für seine Notlage kann, "ohne zu arbeiten" nur geringfügig weniger Mittel zu Existenzbestreitung hat, als ein Arbeitnehmer in Arbeit.
Das Kriterium ist vielmehr: Was braucht ein Mensch, um in Würde zu überleben?
Eine "Grundversorgung"!?!
Wenn diese bei einem Erwachsenen "ohne Arbeit" bei 800 - 1000 Euro liegt, dann soll der Arbeitnehmer, Angestellte oder Beamte einfach wesentlich mehr verdienen, indem man ihn mehr verdienen lässt.
Entweder - Oder!
Entweder der "Bürger in Arbeit" bekommt wesentlich mehr,
oder man entkoppelt die staatlichen Leistungen für Langzeitarbeitslose und ALG 2-Bezieher von der verfassungsmäßig vorgegebenen Kategorie "Würde".
Hohe Mieten, hohe Lebenshaltungskosten, hohe, lobbydiktierte Preise in vielen Bereichen erfordern nun einmal ein "Mindesteinkommen".
Kann der Staat nicht dafür aufkommen, weil er Rüstung kaufen und Kriege führen muss, dann müssen alle Preise fallen - und die Kaufkraft des Euro ( einer Währung mit sieben Siegeln und tausend Risiken, siehe :Staatsbankrottfall Griechenland) muss steigen.
Die Quadratur des Kreises?
Wo bleibt der wirtschaftspolitische Sachverstand der Bundesregierung mit ihren vielen subventionierten Wirtschaftsforschungsinstituten?
Deutschland lässt auch seine "Eliten" verkommen.
Was ist ein "Akademiker" heute noch wert, wenn er keine Arbeit hat?
Was ist ein Künstler wert, der am Rand der Gesellschaft leben muss, weil die ignorante Gesellschaft weder Bildung, noch Wissen, noch Kunst bracht.
Demagogen aller Kasten vereinigt euch - und drauf auf die Kleinen, drauf auf die "Anderen", den sie haben es nicht besser verdient!
Die "Vielzuvielen", von den Nietzsche einst sprach, sind heute andere geworden. Aber sie haben heute alle miteinander ein großes Problem: Die Existenzbestreitung in "Würde".
Als die Entrechteten einst zum Klassenkampf antraten, um das Menscherecht zu erkämpfen und für alle Zeiten durchzusetzen, war die Berufung auf die "Würde" noch Illusion.
Heute muss der Staat darauf achten, dass seine Bürger nicht in die Kriminalität abgedrängt werden, auf die Barrikaden gehen wie in Frankreich oder gar ins Lumpenproletariat zurückfallen.
Der Armutsbericht der Bundesregierung verzeichnet 11,5 Millionen Bundesbürger, die als "arm" gelten oder von derArmut in nahre unmittelbar betroffen sein können. "Arm" ist, wer weniger Einkommen zur Existenzführung hat, als der bundesdeutsche Durchschnittlohn ( ca. 22 000 Euro?).
Allein in derNundeshaupstadt Berlin leben ca. 230 ooo Arbeitslose.
Millionen "Betroffene" sind "Kinder".
Die Lage ist ernst - wir sollten sie nicht zynischen Demogagen überlassen.
Gedanken zum tristen Alltag ... aus der Sicht eines zeitkritischen Philosophen, der daran glaubt, dass man vieles positiv verändern kann, wenn man es denn verändern will. Zuerst kommt der Mensch ... mit seinen allzumenschlichen, elementaren Bedürfnissen und dann ... kommt alles andere.
Carl Gibson
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Einige "Blog-Themen" gehen einfach unter.
Schon deshalb, weil sie von immer neuen Themen überlagert, verdrängt werden, unabhängig von ihrer Güte und Relevanz. Wo kann man eine Themenübersicht erkennen, nachschlagen? Vieles läuft parallel, vieles überschneidet sich. Die Folge: Die Sachen werden nicht ausdiskutiert oder vertieft. Neue Themen, (die vielleicht schon vielfach erörtert wurden, wo?) : Brauchen wir eine Partei der Arbeitslosen, angesichts der Tatsache, dass Millionen Betroffene keine "Lobby" haben!? Das Versagen des Staates - treibt er seine Bürger in die Schwarzarbeit? Treibt er seine Bürger dazu, ihr weißes und schwarzes (illegal erworbenes, unversteuertes) Geld ins Ausland zu bringen? Was ist mit dem Ausland, das diese kriminellen Gelder aufnimmt und damit Geschäfte macht? Mehr Transparenz hier und dort? Ist "Armut" ein Thema in der BRD? Oder schämen wir uns, auf einmal "arm" zu sein? Soviel pro domo - Carl Gibson |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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