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"Kritische Vergangenheitsaufarbeitung - und Vergangenheits-Bewältigung oder nur ein "Ablenkungsmanöver"
Werden große Räder von langer Hand gedreht?
Was steckt hinter der "Vertrieben-Politik" der Bundesregierung, "kritische Vergangenheitsaufarbeitung - und Vergangenheits-Bewältigung oder nur ein "Ablenkungsmanöver" von den eigentlichen Problemen der Gesellschaft ?
Und setzt die Bundesregierung in einer fast unheilig anmutenden Allianz zwischen CDU und SPD (toleriert von der FDP), die sich hier nicht einmischt, gar auf die "falschen Symbole" und "Signale?
Bevor Herta Müller den Nobelpreis für Literatur zugesprochen bekam,
erhielt sie, gerade sie, den "Franz-Werfel-Preis für Menschenrechte", der von Bund der Vertriebenen (BdV) vergeben wird.
Was hat Herta Müller mit den Menschenrechten zu tun?
Fast nichts, noch genauer: überhaupt nichts.
Im Rumänien Ceausescus war sie systemloyal.
Seit sie 1987 in Berlin ankam, wurde sie zum geistig-politischen Wendehals und begann damit, die Securitate und Ceausescu zu beschimpfen.
Verfolgt, verurteilt, eingesperrt wurde sie im totalitären Rumänien, wo sie nie konkret opponiert hat, nie.
Trotzdem wurde sie hier im Westen bald als "Dissidentin" wahrgenommen, weil sie zu einem antikommunistischen, kommunismuskritischen "Symbol" gezielt "gemacht", umfunktioniert wurde.
Weshalb wurde Herta Müller überhaupt der Menschenrechtspreis des "BdV" zugesprochen und bald darauf auch noch der "Nobelpreis"?
Ein abgekartetes Spiel?
War das wieder eine "politische Entscheidung", statt einer literarischen?
Wünschen gewisse Kreise, dass die "Vertrieben-Politik" in den Mittelpunkt gerückt wird - auch welchen Gründen auch immer?
Verbirgt sich dahinter massive Protektion und kulturpolitischer Lobbyismus?
Und ist ´Herta Müller die richtige "Galionsfigur", wenn es darum geht, "deutsche Geschichte" aufzuarbeiten - mit "Flucht und Vertreibung"?
Ist Herta Müller eine "repräsentative Vertriebene" ?
Oder ist sie nur ein falsches Symbol, auf das gewisse konservative Kreise aus CDU (Konrad Adenauer-Stiftung) und SPD (Michael Naumann) setzten, um höhere politische Ziele umzusetzen?
Die Brisanz der Thematik, die mich als Zeitzeugen und Historiker seit Jahren nicht mehr zur Ruhe kommen lässt, ist leider noch nicht in das Bewusstsein der Allgemeinheit vorgedrungen.
Die Desinformation der anderen Seite war zu stark.
Wahrheiten liegen noch brach. Keiner fragt danach - oder doch, in anderem Kontext, hier etwa?
Herta Müller stammt aus dem kleinen Ort Nitzkydorf im rumänischen Banat.
Mit den vielen Heimat-Vertriebenen aus ganz Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion hat sie allerdings wenig zu tun, weil gerade sie es war, die mit der Kritik der "deutschen Gemeinde" im Banat debütierte.
Sie sagte sich los von der deutschen Identität der Menschen dort im Banat, das nach 1918 a Rumänien gefallen war (Versailler Vertrag).
Sie unterstellte ihren Landsleuten "latenten Faschismus" in den Köpfen, (selbst hier im deutschen fernsehen im Jahr 1984, als sie frie reisen durfte (Reise-Kader), sie kritisierte ihre Banater Schwaben in ihrem Debüt-Werk "Niederungen" ( 1982 mit dem Segen der RK Partei in Rumänien in deutsche Sprach everöffentlicht!) und wurde dementsprechend hier und dort von Landsleuten als "Nestbeschmutzerin" wahrgenommen.
Wie kommt es nun urplötzlich, dass gerade die Vertriebenen selbst, der BdV, in einem Augenblick von Selbstvergessenheit ihre "Kritikerin" und so untypische "Vertriebene"mit einem Menschenrechtspreis auszeichnen?
Nur weil es gerade opportun ist?
Nur weil das von langer Hand so geplant und eingefädelt wurde?
Herta Müller hat beginnend mit dem Jahr 1982 bis in die jüngste Zeit hinein die Vertriebenen scharf kritisiert, ihre Landsmannschaften und Einzelindividuen, oft ohne Grundlage.
Zuletzt schimpfte sie im Rahmen einer Ehrung in der Paulskirche gegen die Evangelische Kirche der Siebenbürger Sachsen A.B., der sie den Vorwurf machte mit Ceausescus Securitate paktiert zu haben. Von diesen Skandalen ( siehe dazu auch des SWR- Report aus Mainz ... wie ein befreundeter Schriftsteller H, H. der Securitate auslieferte ...)
Trotzdem: Der Bund der Vertriebenen auf einem Auge blind - und die Politiker, die hinter solchen Entscheidungen stehen, diese durchsetzen, obwohl längst erwiesen ist, dass sie auf das falsche Pferd gesetzt und gewettet haben, machen munter weiter.
Dabei opfern sie Prinzipien und setzen machiavellisch auf ein Mittel, das durch den Zweck geheiligt wird.
Aus meiner Sicht: ein Problem und ein Skandal!.
Carl Gibson
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Interessante Sache, allemal.
Hast Du mal den BdV um eine Stellungnahme dazu gebeten? Vielleicht könntest Du auch Auszüge aus der den Preis begründenden Laudatio hier einstellen, vielleicht sogar mit Link auf das ganze Dokument?(Irgendetwas müssen die ja seinerzeit verlautbart haben dazu.) Dass allerdings eine selber gar nicht Vertriebene, in einem kommunistischen Regime gar höchst Privilegierte (Reisefreiheit), die tatsächlich Vertriebene wie einen Großteil ihrer eigenen deutschen Volksgruppe und diese insgesamt in die Nähe des Faschismus rückt, besonders geehrt wird, vermag mich nun gar nicht zu verwundern. Wer den Verlust seiner Heimat im Osten - sei es in Pommern, Ostpreußen, Sudetenland, Banat oder einem sonstigen alten deutschen Reichs- oder Siedlungsgebiet - thematisiert, bekommt doch sehr schnell die Stigmata eines Deutschtümlers, Revisionisten, Revanchisten, Faschistoiden oder dergleichen aufgeätzt: da passt Herta Müller doch bestens ins Bild und kommt tatsächlich "wie bestellt". |
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Ich wollte meinen Augen und Ohren nicht trauen, Magnus, als im Herbst von der Verleihung des "Franz-Werfel-Menschenrechtspreises an Herta Müller hörte.
Ich habe die Sache in einem Kommentar in "Die Presse" aus Wien, Österreich angesprochen und an diversen Stellen in Internet. Unglaublich: Der Bund der Vertriebenen ehrt die eigene Kritikerin? Wer das noch versteht, wird selig! Was war vorher geschehen: Herta Müller hat die Ehrengabe der Heine-Gesellschaft erhalten. Sie bedankte sich dafür, indem sie erklärte, mit Heine hätte sie eigentlich nichts am Hut! Mit den "Vertriebenen" hat sie nichts am Hut - aber auch nicht mir dem Zeit-Kritiker Heinrich Heine! Mit wem hat sie denn überhaupt etwas am Hut? Und nach welchen "höchst sonderbaren" Kriterien werden diese "Literatur-Preise" vergeben, die sich dann doch als "politische" Preise entpuppen. War dieser letzte Nobelpreis an Herta Müller auch ein "politischer" Preis … etwa wie der Friedensnobelpreis 2009 an US-Präsident Obama? Wird Herta Müller von gewissen politischen Kreisen vereinnahmt? Weshalb? Cui bono? Und weshalb das große Schweigen im sonst so turbulenten Blätterwald? Raum für Verschwörungstheorien aller Art! Will man über Herta Müller die "deutschen Vertriebenen" wieder in die Diskussion bringen, sie rehabilitieren? Will man gar einen Teil der "deutschen Geschichte" rehabilitieren? Du und ich hätten überhaupt nichts dagegen, wenn es so wäre? Aber es muss die richtige Person sein, die als Symbol dafür gerade steht. Herta Müller jedenfalls ist diese Person nicht. Sie ist viel zu umstritten. Ihre Vita ist dunkel vor ihrer Ausreise 1987 aus dem kommunistischen Rumänien - und ihre moralische wie politische Integrität ist nach meiner Auffassung nicht gesichert. Wir werden eine Diskussion bekommen: auf literaturwissenschaftlicher, -historischer und sprachlich- ästhetischer Ebene, auf moralischer Ebene und auf politischer Ebene. Dann wird sich zeigen, was Sache ist. Herta Müller sah den Feind in der "deutsche(n) Gemeinde" (Niederungen, Grabrede) - die se deutsche Gemeinde, die tüchtig ist, sich nicht verunglimpfen und verspotten lässt, legt das Gewehr auf das erzählerische Ich an. Und im Kopf ertönt ein lauter Knall. Den Lärm der vielen Denunziationen höre ich immer noch! Herta Müller tat so, als sei sie "doppelt" verfolgt waren, von den Landsleuten und von den Kommunisten. Sie war mit dem RKP- Mitglied Richard Wagner, heute Publizist in Berlin, verheiratet und dieser von 1972- 1985 mit der kommunistischen Partei als Mitglied. Auch er durfte 1985 hier nach Münster kommen, während seine Landsleute an der grünen Grenze totgeschlagen wurden. Heute haben Müller und Wagner alles vergessen. Auch die CDU-nahe Konrad Adenauer-Stiftung (sie prämierte Herta Müller 2004 mit ihrem KAS- Literaturpreis) und Michael Naumann von der SPD ( er hat H. Müller als Nobelpreiskandidatin nominiert)haben einiges ignoriert - wie jetzt, aufgrund höherer Fügung, der Bund der Vertriebenen! Wie sich die Dinge doch wandeln! Der eine oder andere wird noch nachzudenken haben über diese Dinge, die noch manche Fragen aufwerfen und vielleicht auch noch einige Macht-Spielchen aufdecken werden. Carl Gibson |
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erst vor wenigen tagen diskutierte ich im freundeskreis (ausser mir waren anwesend: ein literaturwissenschaftler, ein ehemaliger schulleiter, eine kunsthistorikerin sowie eine verlegerin) über die schriftstellerin herta müller.
wir besprechen u.a. regelmässig bücher, die wir lasen bzw. lesen. einige bücher der autorin, die uns allen einstimmig eher als eine unscheinbare und viel zu hoch eingeschätzte autorin erscheint, sprechen in der tat für unsere einschätzung. sie erwähnen ihr buch "niederungen", darin springt einen eine geradezu fade und oberflächliche behandlung der sprache, des stoffes und der themen an, die sprachbehandlung wirkt im großen ganzen lustlos - geradezu einfallslos und mitunter auch epigonenhaft, weil man darin "ersehnte" vorbilder in abgeschwächter form entdeckt.ich(wir) können die begründung der jury bzw. des nobelpreiskommites in keinster weise nachvollziehen, dieser meinung sind im übrigen auch eine reihe weiterer meiner freunde und bekannte, ich kenne bisher nur einen ehemaligen lehrer, der herta müller verteidigt, weil er sie vor jahren einmal bei einem schriftstellerkongress persönlich kennenlernte und als eine sympathische dame beschreibt. dies mag ja alles so sein, aber mich persönlich stimmen einige ihrer, herr gibson, vorwürfe nachdenklich. diejenigen interviewes, die ich von herta müller kenne, bekräftigen meine vermutung. in der art und weise, wie sie dort z.b. über ihre arbeit, ihre intentionen, absichten artikuliert, erkenne ich weniger eine inellektuelle als vielmehr ein naives bauernmädchen, wenn ich das mal so salopp formulieren darf. warum lobt man herta müller so über den klee? wo sind die kritischen stimmen, die literaturkritiker, die sich ansonsten jeden tag über literaten vom kaliber einer h. müller echauffieren und ihre tiraden abspulen? herta müller wurde beinahe aus dem nichts hoch und hinauskatapultiert, ich stelle mir durchaus eine reihe anderer, weitaus talentierterer schriftsteller/innen als preiträger/innen vor, schließlich geht es hier um eine der höchsten auszeichnungen, die man sich aufgrund literarischer leistungen und nicht als bonusdissidentin verdienen muß. eine manipulierung von seiten höchster kulturträger, institutionen ist wirklich nicht auszuschließen, das ist eine gängige praxis. man denke allein an die vielen jungen literatinnen und literaten, die bereits nach ihren erstlingswerken, sei es ein roman oder gedichtband...mit allen nur erdenklichen preisen überschüttet werden. hier ist ein abgesprochenes zusammenspiel zwischen verlagen, literaturkritikern, potentiellen juroren und anderen institutionen sehr evident. warum nicht zunächst eine stipendiumsvergabe - gut, dies wird auch praktiziert, aber die weiteren arbeitsergebnis dieser stipendiaten überzeugen mich zumeist nicht von der tatsächlichen qualität. das monsieur naumann ein "kleiner diktatorischer" kulturstrippenzieher ist, ist so neu nicht. das konnte man u.a. bei der vergabe einiger filmförderungen bestens eruieren. wie in der politik, wirtschaft, usw., so existieren auch innerhalb des kulturbetriebs fest zusammengefügte eingespielte und korrupte strukturen. anders sind viele der entscheidungen und abläufe gar nicht erklärbar. |
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Starker Tobak, lieber el greco!
Manche dieser Aspekte, die bei kritischen Geistern nur Verblüffung und Kopfschütteln hervorrufen, habe ich immer wieder in unzähligen Diskussionen und Debatten angesprochen. Ihre Essenz: "ich(wir) können die begründung der jury bzw. des nobelpreiskommites in keinster weise nachvollziehen, dieser meinung sind im übrigen auch eine reihe weiterer meiner freunde und bekannte, ich kenne bisher nur einen ehemaligen lehrer, der herta müller verteidigt, weil er sie vor jahren einmal bei einem schriftstellerkongress persönlich kennenlernte und als eine sympathische dame beschreibt. dies mag ja alles so sein, aber mich persönlich stimmen einige ihrer, herr gibson, vorwürfe nachdenklich. diejenigen interviewes, die ich von herta müller kenne, bekräftigen meine vermutung. in der art und weise, wie sie dort z.b. über ihre arbeit, ihre intentionen, absichten artikuliert, erkenne ich weniger eine inellektuelle als vielmehr ein naives bauernmädchen, wenn ich das mal so salopp formulieren darf. warum lobt man herta müller so über den klee? wo sind die kritischen stimmen, die literaturkritiker, die sich ansonsten jeden tag über literaten vom kaliber einer h. müller echauffieren und ihre tiraden abspulen? herta müller wurde beinahe aus dem nichts hoch und hinauskatapultiert, ich stelle mir durchaus eine reihe anderer, weitaus talentierterer schriftsteller/innen als preiträger/innen vor, schließlich geht es hier um eine der höchsten auszeichnungen, die man sich aufgrund literarischer leistungen und nicht als bonusdissidentin verdienen muß. eine manipulierung von seiten höchster kulturträger, institutionen ist wirklich nicht auszuschließen, das ist eine gängige praxis. man denke allein an die vielen jungen literatinnen und literaten, die bereits nach ihren erstlingswerken, sei es ein roman oder gedichtband...mit allen nur erdenklichen preisen überschüttet werden. hier ist ein abgesprochenes zusammenspiel zwischen verlagen, literaturkritikern, potentiellen juroren und anderen institutionen sehr evident. warum nicht zunächst eine stipendiumsvergabe - gut, dies wird auch praktiziert, aber die weiteren arbeitsergebnis dieser stipendiaten überzeugen mich zumeist nicht von der tatsächlichen qualität. das monsieur naumann ein "kleiner diktatorischer" kulturstrippenzieher ist, ist so neu nicht. das konnte man u.a. bei der vergabe einiger filmförderungen bestens eruieren." In der Tat - einer ihrer ausschließlichen Befürworter ist Michaal Naumann, lange Mit-Herausgeber der ZEIT. Auch in Cicero, war er jetzt (glaube den Chefredakteur stellt) erscheint sie auf dem Titelbild - und innen kommt der Verleger vom Carl Hanser- Verlag zu Wort. Eine Volksverdummungsveranstaltung - von Fans für das Lesepublikum, dem man sagt, was es zu lesen und was es zu kaufen hat. (Dazu habe ich hier einen Blog- Beitrag veröffentlicht.) Naumann ist ein Fan von Herta Müller, ergo unkritisch. Er hat sie quasi durch die Hintertür im Namen der BRD nominiert - und dabei andere, verdienstvolle Autoren ignoriert, bewusst übergangen. Darf das so sein und so bleiben? "Who the fuck is Herta Müller" - fragte vor Jahren bereist der kritische Autor Klaus Bittermann aus Berlin - und kam zur Schlussfolgerung ... sie sei eine rabiat gewordene Volksdeutsche, die Literatur zum Davonlaufen produziere. Jeder kann der Wert der Herta Müller-Literatur selbst überprüfen. So etwa ist in keiner Weise preisverdächtig, schon gar nicht nobelpreiswürdig! War es doch ein politischer Preis? Was sagen die Befürworter: Herta Müller hat das Banat in die Diskussion gebracht! Ja, in der Tat, als "Hölle auf Erden", mit dumpfen Menschen, die sich gegenseitig hassen! Herta Müller hat die "vertriebenen" wieder ins Gespräch gebracht! Die nach Russland deportierten Volksdeutschen aus dem Banat und Siebenbürgen! In der Tat, mein Vater war auch dabei - und mein Schicksal wurde dadurch mit determiniert. bis hinein in Opposition und Widerstand. Jetzt profitieren die "Vertrieben" im Augenblick davon! Deshalb schweigen sie zum Vorleben der Herta Müller unter der Kommunisten-Decke ... und werfen ihr sogar noch den Franz-Werfel-Preis für "Menschenrechte", hört, hört! nach, obwohl Herta Müller in Rumänien nie regimekritische Positionen bezogen hat. Wenn wir das a posteriori- Geschwätz ehren wollen, dann können wir auch Erich Mielke von der Stasi den Friedensnobelpreis zusprechen, nachdem er sagte: Ich leibe doch alle Menschen! Was soll diese Heuchelei? Die Vertriebenen machen kurzfristig bei dem Täuschungsmanöver mit, weil sie sich etwas davon versprechen! Aktualität! Und sogar Kanzlerin Merkel begrüßt den Nobelpreis für Deutschland, auf den ersten Blick etwas Positives, in der Hoffnung, dass keiner kommt und bei Herta Müller hinter die Kulissen guckt, ihre Literatur überprüft und eine umfassende Vita einfordert. Herta Müller hat den echten Widerstand gegen Totalitarismus verhöhnt, ohne dass es bisher Konsequenzen gegeben hätte. Wo ist das kritische Fernsehen? Schläft es gut? Nein, nein: Es lässt sich sogar von Herta Müller missbrauchen, für ihre Denunziation instrumentalisieren (Report aus Mainz), nur damit die Autorin einen Verfolgungs-Mythos zementieren kann, der nichts mit der Realität in der Ceausescu-Diktatur zu tun hat. Die kritische Debatte kommt noch. Lügen haben kurze Beine, die Wahrheit hat keine, dichtete Herta Müller über einem ihrer so genannten Essays - aber wir werden der Wahrheit Beine machen. Carl Gibson |
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Ich habe gerade zur Sicherheit noch einmal nachgeschaut: Reich-Ranicki lehnte im Oktober jeden Kommentar zum Werk Herta Müllers ab, als diese den Nobelpreis für Literatur verliehen bekam.
Dass RR seit Jahren dafür plädiert, Philip Roth möge den Preis endlich bekommen, ist bekannt; ich glaube aber kaum, dass er sich allein deshalb so ungewöhnlich spröde gezeigt hat. Zumindest ist es sehr bemerkenswert, wenn der prominenteste deutsche Literaturkritiker sich zu einem Nobelpreis für eine deutschsprachige Schriftstellerin partout nicht aüßern will. |
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Gut recherchiert, Magnus! Und die literaturkritische Ziehtochter von Marcel Reich-Rancki, Elke Heidenreich, hat sich auch nur zur Frisur von Herta Müller geäußert - aus kollegialer Solidarität zu einem Verlagsmanager, der Herta Müller über alle Maßen schätzt und aus Rücksicht auf eventuelle Interessenskollisionen mit dem Hausverlag, der heute viele Autoren und Kollegen verlegt. Wie könnte man nur dem eigenen Verlag indirekt schaden, wenn man eine Meinung äußert, ohne dass man explizit danach gefragt wird.
Seitdem aus vielen Verlagen eine wenige Mammut-Verlagsanstalten geworden sind, ist es auch mit dem Pluralismus der Meinungen nicht mehr weit her. Wozu anecken, wenn man auch konform gehen kann! Wer meine Debatten zum Thema auf www.siebenbuerger.de nachlesen will, der findet dort auch einen Herta Müller-Verriss des Marcel Reich-Racki zu dem Buch "Der Fuchs war schon damals der Jäger". Es wollte RR einfach nicht gefallen! Dass er eine künftige Nobelpreisträgerin ablehnte, dass konnte der "Literaturpapst" damals nicht wissen. Ergo sagte er im Oktober 2009 nach der Entscheidung in Stockholm nur: "Kein Kommentar". Basta! Nur sagt dieses Nichtssagen mehr als tausend Worte. Carl Gibson |
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so ist es, lieber carl gibson.
ich hätte mir ferner wortmeldungen und reaktionen von kalibern wie martin walser, günter grass...gewünscht. von den jüngeren autoren/innen erwarte ich dagegen nicht viel, denn sie selbst könnten ja mal eine erfolgsreise der herta müller antreten und plötzlich auf dem podium oder doch dem parnass stehen, aber in den nächsten 5-10 jahren dürfte das nicht der fall sein - wenn man einmal bei der statistik der internationalen preisträger/innen verharrt. andererseits würde mich gar nichts mehr überraschen. man denke z.b. an walter kempowski, was und wen kritisierte er nicht, er getraute sich, rackerte sich an der faktischen und belegbaren geschichtsschreibung ab - auch hier schreibe ich: das verdient höchsten respekt! aber man lud ihn selten, den unbequemen, zu talk-shows und dergleichen ein, überging ihn auch offensichtlich bei dem ein oder anderen preis, die er sich, der aufrichtige berserker authentischer geschichteaufklärung...redlich verdient hätte. seine tagebücher sind vielsagend, nicht nur in bezug auf das ignoriert-und übergangen-werden. quer- u. direktdenker hatten es schon immer... |
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Richard Wagner 02.11.2009 08:54 +Feedback
Rumänische Botschaft Am gestrigen Sonntag, Allerheiligen, anlässlich der Verleihung des Franz-Werfel-Menschenrechtspreises, hat Herta Müller eine Abschrift des Telefonats zwischen Bischof Albert Klein aus Hermannstadt in Siebenbürgen und den Organisatoren des Kirchentags in Berlin, im Frühjahr 1989, zitiert. Der Bischof hatte die Ausladung von Herta Müller und mir von einem Rumänien-Podium zur Bedingung der eigenen Teilnahme gemacht. www.boersenblatt.net/sixcms/detail.php?id=345771 Das Telefonat, das er im Namen seines Kirchenvorstands (Bischofsvikar Dr. Christoph Klein, Landeskirchenkurator Hermannstädter, Hauptanwalt H. G. Binder, Dekan Dr. Pitters und Prof. Dr. Paul Philippi) führte, fand am 16.3.1989 statt. Ihm vorausgegangen war ein Protestschreiben des rumänischen Botschafters in Deutschland an die Kirchentagsleitung. Ceausescu-Botschafter Marcel Dinu schrieb damals unter der Anschrift „Gnädige Frau Dr. Wolf“ und im Deutsch seines Vorzimmers unter anderem dieses: „Ich möchte Ihnen sagen, dass ich Ihrer Einladung nicht Folge leisten kann, und die Gründe dafür mache ich Ihnen in diesem Schreiben bekannt. (....)Aus dem Text Ihres Schreibens ersieht es sich deutlich, dass es die vorgesehene Veranstaltung in West Berlin nicht von dem Wunsch des Verstehens und Kennenlernens der rumänischen Wirklichkeiten, sondern, im Gegenteil, von dem Wunsch der Verleumdung meines Landes ausgeht. Ein Beweis dafür ist die Teilnahme an dieser Veranstaltung einer Person, die uns durch ihre oft geäußerte, offengekündigte, feindselige, antirumänische Position sehr bekannt ist. Noch dazu, kann die Art und Weise, in der Sie das Thema Rumänien zu erörtern beabsichtigen, als ein Versuch der Einmischung in den inneren Angelegenheiten meines Landes aufgefassen werden und das kann man keinesfalls akzeptieren gleich wer diesen Versuch macht. Unter diesen Bedingungen habe ich Zweifel, dass die Veranstaltung in Berlin irgendwie zu einem gegenseitigen Kennenlernen , zu einer Annäherung zwischen unseren Ländern und Völkern beitragen könnte.“ Unterzeichnet hat der Botschafter den Brief so: „Ihr aufrichtiger Marcel Dinu.“ In diesem Schreiben sind Herta Müller und ich anonymisiert, zum Inbegriff des Staatsfeinds erklärt. Die Namen und Details nennt wenige Tage später der Bischof im Telefonat. Albert Klein ist inzwischen verstorben, sein Nachfolger ist der damalige Bischofsvikar Dr. Christoph Klein. Ebenfalls im Amt ist auch Prof. Dr. Paul Philippi. Und der Botschafter Marcel Dinu? Auch er dient weiterhin seinem Land. Zur Zeit als Botschafter in Ägypten. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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