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Kaschiert demagogische Hetze gegen Langzeit-Arbeitslose und Sozialschwache staatliches Versagen? Und spaltet Guido Westerwelle die bundesdeutsche Gesellschaft?
FDP-Chef Westerwelle ist nicht irgendein "Dummschwätzer" von der Hinterbank, der im karnevalistischen Treiben narrenfrei vom Leder ziehen kann! Nein, Guido Westerwelle ist der "Außenminister" das Bundesrepublik, ihr oberster "Diplomat" - und als socher hat er die Pflicht, außenpolitischen Schaden von diesem Land abzuwenden.
Was macht er daraus? Er tritt innenpolitisch in das Fettnäpfchen überhaupt und versursacht einen Skandal, der ihn Kopf und Kragen kosten könnte - und die FDP, inzwischen im freien Fall, den Ruin, das politische Aus.
Es ist politisch unverantwortlich und instinktlos, verbal gegen die Ärmsten der Armen im Land Front zu machen wie Westerwelle jetzt und vor ihm schon Roland Koch oder Jürgen Rüttgers von der CDU. Das führt zu einer Spaltung der Gesellschaft - und das in einer Zeit, wo Zusammenstehen angesagt ist.
Westerwelle spricht in einem Atemzug vom „Wohlstand“ der ALG II-Empfänger als einem spätantiken Dekadenz-Phänomen, an dem Rom schon scheiterte.
Ein schlechter Witz ist das - und eine unverhältnismäßige wie unsensible Taktlosigkeit, nicht anders, als würde man feststellen, das Römische Weltreich sei am Sodom und Gomorra-Verhalten seiner Cäsaren gescheitert, am allgemeinen Wertverfall, speziell im Bereich bestimmter Sexualpraktiken.
Was ist Dekadenz überhaupt?
"Dekandent" ist, wer als saturierter, überversogter Volksvertreter über die Armut der Vielen lästert, deren Wohl er eigentlich fördern sollte.
Und was ist "spätrömische Dekadenz"? Heine hat darauf geantwortet in "Deutschland, ein Wintermärchen" mit dem Hinweis auf die "römischen Damen", die "Terpentin" soffen, damit sie den "Urin" besonders "wohlriechend" bekamen. - Es geschah nicht nur um des Reimes willen!
Rom verfiel, weil seine "Sitten und Werte" verfielen, trotz desPhilosophen Mark Aurel als Kaiser.
Niedergang, Dekadenz:
Die Römer "kotzten" ihr nich aus Hunger verzehrtes Essen wieder hervor, indem sie den Gaumen mit einer Feder kitzelten, um neue Delikkatessen hinunter zu schlingen - aus Langeweile und Überdruss.
Heute kommen Spitzen-Politiker wie Guido Westerwelle von der FDP daher, vergessen, dass sie selbst einer Minderheit angehören, wettern gegen andere Minderheiten ... und wundern sich dann, wenn das Volk "kotzt" bei solchem Verhalten.
Nicht die Wohlstandsgesellschaft ist "zum Tode krank" und dekadent, sondern die Politiker, die sie hervorgebracht hat und von denen sie regiert wird.
Unser "Niedergang" hängt mit dem Werteverfall der Jetztzeit unmittelbar zusammen - und mit der Verachtung der Philosophen und der anderen Eliten, die verkommen.
Die Arbeitslosen sind an allem schuld !?
Solche in den Raum gestellten Provokationen sind einfach nur primitiv und in einer funktionierenden Demokratie moralisch nicht tragbar.
Wettern Politiker nun gegen ihr eigenes Wählerklientel, um in fremden Wassern im Trüben zu fischen - aus eklatantem Verkennen der geistigen wie konkreten Situation der Zeit heraus?
Oder nur aus politischer Dummheit?
Westerwelle, der bis zu seinem Amtsantritt als bundesdeutscher Außenminister ganz geschickt agierte und argumentierte, scheint den Redeschreiber gewechselt zu haben? Oder den politischen Berater?
Unsensibel wie Jürgen Rüttgers vor Monaten in der Nokia-Arbeitsplatzdebatte und dem unseligen Vergleich mit den "rumänischen" Faulenzern, die den Ruhrpottkumpel die Arbeit wegnehmen, oder der vorpreschende Koch im Abkanzeln der ALG II-Bezieher, verfällt jetzt auch der sonst "liberale" Westerwelle billiger Effekthascherei, wenn er in demagogischer Polemik den noch zu erwerbenden "Wohlstand" der Ärmsten hier im Land anprangert. Eine Farce?
Welcher "Wohlstand" ist da gemeint? Es reicht nicht einmal, um menschenwürdig über die Runden zu kommen, um den Alltag zu bestrieten.
Was wissen Westerwelle, Koch und Rüttgers konkret vom Los eines arbeitslos gewordenen Bürgers, der vom bürgerlichen Sein über Nacht ins soziale Nichts fällt,
ohne eigene Schuld - und nur deshalb, weil der Staat an verschiedenen Fronten versagt hat?
Westerwelle, Koch und Rüttgers reden aus ihrer seit Jahrzehnten „saturierten“ Position heraus wie die Blinden von der Sonne, wobei sie Millionen beleidigen und kränken, die nichts für ihre augenblickliche Situation können, denn diese ist „hausgemacht“, beginnend mit dem Plattmachen in den Neuen Bundesländern und in Osteuropa bis hin zu den Auswirkungen der Welt-Finanzkrise, deren Eintreten absehbar war, aber von der Bundesregierung in Vorfeld aufgrund makropolitischer Faktoren nicht abgewendet werden konnte.
Diese Demagogie grenzt an Volksverhetzung, denn hier wird tatsächlich gegen Teile des deutschen Volkes Stimmung gemacht, gehetzt, wobei die Würde des Einzelbetroffenen substanziell tangiert wird.
Potentielle Volksverhetzung wäre von der Staatsanwaltschaft zu prüfen.
Hat der Staat versagt,indem er nationale Interessen auf internationaler Ebene nicht durchsetzen konnte?
Erinnert sei nur an den „Gipfel von Heiligendamm“, wo eine Kanzlerin Angela Merkel sich nicht gegen die englisch-amerikanische Finanzlobby durchsetzen konnte, obwohl die desaströse Hedge-Fond-Thematik bereits als echtes Damokles-Schwert über allen Köpfen kreiste.
Was kann der ALG II –Empfänger dafür, dass der Staat ihm keinen Arbeitsplatz anbieten kann?
Der Staat hat versagt – über die ihn tragenden Parteien und vorausschauenden Politiker, und nicht der letzte in der Kette, nicht der Kleinste im Räderwerk der Abhängigkeiten!
Jetzt den „kleinen Mann“ einfach zu beschimpfen ist deplatziert, aber auch unklug, weil jeder kleine Mann eine Wählerstimme hat. Die Konsequenzen für die FDP und die CDU werden nicht ausbleiben, genauso wenig wie sie bei der SPD ausblieben, die für das Machwerk „ALG II“ und für die damit verbundene Stigmatisierung und Ausgrenzung breiter Bevölkerungsschichten bereits abgestraft wurden. Wo bleibt die politische Kultur?
„Charisma und Augenmaß“ forderte Max Weber einst vom verantwortungsvollen Politiker. Was macht Westerwelle daraus? Einen billigen PR-Gag, der noch in die „Spaßgesellschaft von gestern“ passte, aber keineswegs in die triste Realität von heute, die in allen Bereichen der Gesellschaft von echtem Niedergang gezeichnet ist.
Die großen Volksparteien haben versagt – und da sie regierungstragend sind, hat die Regierung dieses Staates mit versagt, da es ihr nicht gelungen ist, Schaden von deutschen Volk abzuwenden.
Was wir jetzt haben, ist „sozialer Unfrieden“, wo ein Graben aufgerissen wird zwischen denen, die „noch“ Arbeit haben und den Vielen, die keine Arbeit mehr finden können, weil es schlechthin keine Arbeit gibt.
Die so genannte Arbeitsagentur hat nichts zu bieten – sie ist schachmatt, und sie „verwaltet“ nur noch, ohne Rezepte, ohne Vision, ohne Lösungen, weil Staatsgelder eingesetzt werden, um völkerrechtlich fragwürdige Krieg zu führen oder um das Versagen eines längst schon maroden und ineffizienten, ja betrügerischen Banken-Systems aufzufangen. Für das Banken-Unwesen sind Steuermilliarden da und Bürgschaften in unverantwortlicher Höhe. „Bad-Bank“(s) werden gegründet, um das Versagen gieriger Manager ohne große Eigen-Haftung auszubaden!
Ist das moralisch legitim oder doch ethisch höchst suspekt?
Millionen leben in bitterer Armut in einem der reichsten Länder der Welt – und verantwortungslose Bankenchefs zahlen sich wieder Prämien und Boni aus, nachdem sie mit Steuermilliarden gerettet wurden.
Wie viele ALG II –Empfänger wären mit den Milliarden am Leben zu halten, die allein von den Landesbanken im Süden und im Norden der Republik an den Finanzmärkten der Welt verbrannt wurden und in Fehlspekulationen bzw. Falschinvestitionen verrauschten?
Wäre das keine Betätigungsdomäne für die FDP und Westerwelle, für die Christdemokraten und Christsozialen, für Koch und Rüttgers?
Mit den Versagern und Nieten in Nadelstreifen gilt es abzurechnen bei drastischer Verschärfung der Manager-Haftung, nicht mit dem Fließbandarbeiter, dessen Arbeitsplatz man gerade gekappt hat. Der arbeitslos gewordene Bürger ist Opfer, nicht Täter.
Als rationale Parteien, die sich vom Liberalismus eines Smith ("Wohlstand der Nationen") herleiteten, nicht vom vormarxistischen Manchester- und Raubtierkapitalisms neuzeitlicher „Heuschrecken“, Volksparteien (?), die auf christlich soziale Werte aufbauen, sollten Liberale von der FDP und Konservative aus CDU/CSU sich auch an das „Verursacherprinzip“ erinnern, für Haftung und für Transparenz sorgen, wo offenbares Versagen von Individuen und Parteien zu Tage tritt.
Demagogie und Hetzparolen, primitive Neidkampagnen und ähnliche Effekthaschereien der schnöden Art passen nicht in diese Zeit - sie verschaffen nur den Rattenfängern von links und rechts Zulauf, die mit solch destruktiven Praktiken selbst auf Stimmenfang gehen.
Transparenz ist angesagt – und Nachhaltigkeit, auch in Sachen „politische Polemik“.
„Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“
So wird sich keiner aus der Affäre ziehen können. Denn der kleine Mann auf der Straße, der das Politiker-Versagen auf eigener Haut täglich ausbaden muss, wird sich an die Parolen erinnern, sie werten und abstrafen.
Von Sympathie getragen himmelhochjauchzend in dem Wahl-Himmel katapultiert – und nun, nach Fettnäpfchen und Kurzsichtigkeit in Depression und politische Bedeutungslosigkeit hinabgestürzt? Hochmut kommt vor der Fall! Aber auch Hybris und politische Kurzsichtigkeit.
So kann es gehen, wenn die Zeichen der Zeit verkannt werden – und wenn man im saturierten Elfenbeinturm der überversorgten Politiker-Kaste an den Realitäten der Jetztzeit blind vorbei lebt!
Wacht auf, solange es noch Zeit ist!
Reißt das Ruder um und rudert dorthin, wo ihr herstammt, zu den Wurzeln, zu den "Werten" an der "Basis", mögen die nun liberal, sozialdemokratisch oder christlich humanistisch sein.
An euren Früchten wird man euch erkennen, messen, würdigen oder fallen lassen; denn das sind die Spielregeln einer Demokratie.
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Du schreibst: "Wacht auf, solange es noch Zeit ist!"
Ich sage Dir, ich bin hellwach. Dein Text liest sich wie eine Rede, die auf irgend einem Gewerkschaftstag gehalten worden ist. Allerdings ergreifst Du merkwürdigerweise Partei für die Bundeskanzlerin: "Erinnert sei nur an den 'Gipfel von Heiligendamm', wo eine Kanzlerin Angela Merkel sich nicht gegen die englisch-amerikanische Finanzlobby durchsetzen konnte, obwohl die desaströse Hedge-Fond-Thematik bereits als echtes Damokles-Schwert über allen Köpfen kreiste." Ich wüsste nicht, dass diese sich gegen eine englisch-amerikanische Finanzlobby hätte durchsetzen wollen. Die von der rotgrünen Regierung in Deutschland zugelassenen Hedgefonds sind doch nicht gegen FDP/CDU/CSU durchgedrückt worden. |
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Das Debakel der aufziehenden Finanzkrise mit Superbetrügern wie Madoff war auf dem Gipfel von Heiligendamm absehbar.
Kanzlerin Merkel hat in der Tat versucht, US Präsident George W. Bush die deutsche Position bzw. die deutschen Bedenken zu vermitteln, ist aber an der Arroganz der Macht (US-Banker und englische Großbanken bzw. deren Lobbyisten aus der City of Westminster) kläglich gescheitert. Deutschland konnte sich damals nicht durchsetzen, obwohl ein großer Hedgefond bereits im Vorfeld in Not geraten war und über Nacht in einer Sammelaktion der internationalen Großbanken, zusammen getrommelt von FED-Chef Alan Greenspan, mehrere Milliarden eingesammelt werden mussten, um den in die Schieflage geratenen Hedgefond zu stabilisieren. Weltweit existieren bis zu 2 000 hochspekulativer Hedgefonds mit undurchschaubaren Finanzspekulationen, die das Welt-Finanzsystem jederzeit zum Kollabieren bringen können. Die großen, zum Teil zahlungsunfähigen Versicherungen und Investmentgesellschaften AIG, Freddy Mac, Fanny May, Hypo Real Estate etc. - mit Finanzrisiken in Billionenhöhe, repräsentieren nur den Gipfel des Eisbergs. Die betrügerisch ergaunerten Milliardensummen eines Madoff wurden eingesetzt, um regierungsnah Interessen durchzusetzen, was bedeutet, dass etwa die Bush-Regierung ihr System und Leute wie Madoff protegierte, obwohl das finale Debakel absehbar war. Wohin Regierungen kommen, wenn sie sich international in Abhängigkeiten begeben, sehen wir jetzt im Alten Europa, wo ganze Staaten mit immensen Milliarden an Schulden vor dem Finanzkollaps stehen. Zu meiner "Sonntagsrede" oben - mir ging es auch darum, darauf hinzuweisen, dass hinter dem Versagen von Parteien, Regierungen und Staaten viele Millionen Einzelschicksale stehen. Der Einzelne muss die Fehler und Fehleinschätzungen der Hochbezahlten existentiell ausbaden. Hinter dem Milliardenbetrug des Madoff stehen abermalstausende wertlos gewordene Wertpapier-Depots, verlustgegangene Versicherungen, Schrottimmobilien etc. und jede Menge gescheiterter Existenzen, die nur deshalb scheiterten, weil sie viel zu lange dem "System" vertrauten. |
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Gerhard Schröder, Bundeskanzler der BRD a. D., ist nicht der einzige Wirtschafts- und Energie-Lobbyist.
Da wäre noch der ehemalige Super-Minister a. D. Clement, Landesvater in NRW, heute in anderen Diensten, auch das ehemals grün eingefärbte politische Talent Joschka Fischer, Außenminister der BRD a. D., heute mit Energie als Berater unterwegs! Pecunia non olet, sagten die Römer. Und cui bono, fragen wir heute. Der Lobbyismus ist eine große Gefahr für die Demokratie! Und aus der Sicht der Hartz IV-Empänger ist die Servilität gerade von einstigen Sozialdemokraten und Grünen ein Hohn auf die soziale Gerechtigkeit. Die synthetisch hoch gehaltenen Preise an der Tankstelle, in den Apotheken, auf dem Wohnungsmarkt etc., die von einer Handvoll Monopolisten und Konzerne diktiert werden, ohne echten Widerstand aus der Politik, müssen gerade von den Ärmsten der Armen bewältigt werden. Was wissen unsere Politiker davon? Überversogt und saturiert leben sie in Wolkenkuckucksheimen und auf Inseln der Seligen, ohne von der Not der Menschen zu wissen, die sich nicht einmal mehr den Gang zum Hausarzt leisten können. Andere werden zu Söldnern und dienen ihre "Leistungen" dort an, wo der Preis stimmt, jenseits von Prinzipien und Verantwortung. Moral - das ist eine antiquierte Angelegenheit von vorgestern. |
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schrieb am
15.02.2010 um 05:25
Ich stimme Ihnen zu und stelle erfreut
fest (siehe auch unten), dass hier "POLITICAL CORRECTNESS" NICHT dominiert, im Gegensatz zu anderen (u.a.) Publika- tionen. |
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Hallo Carl, altes Haus,
freut mich, dass Du hier "bloggst", und zumal nicht schlecht! "Googel" mal meinen Namen, dann findest Du auch meinen Zeitgeist-Blog; vielleicht rufst Du mich nach all der Zeit auch mal an? (Es sei denn, Du wärest ein anderer Carl Gibson, der Dir auch noch so ähnlich sähe; dann bitte ich um Entschuldigung!) |
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Hallo Magnus,
auch ich war erfreut festzustellen, dass Du hier schreibst? Zufall? Freie Geister treffen sich stets an einem "freien Ort", seit der Zeit der Griechen in der "Agora", der Römer auf dem Forum, der Germanen unter freiem Himmel im Rat (Thing?). www.freitag.de ist ein Ort, wo die Begriffe "Zensur" an sich und "Zensur" a priori (Selbstzensur!) nicht gefragt sind. Freie Meinung? Das gilt hier! Alles andere führt uns zurück zu Honecker und Ceausescu! Man hat mir "Offene Briefe" nicht veröffentlicht bzw. gelöscht (FR, FAZ, DIE ZEIT) nach dem guten alten "Deleatur" der Zensoren und Liktoren aus dem Absolutismus, obwohl "Zensur" in diesem unserem Lande nicht stattfindet! (Laut Verfassung!). Schlecht für unsere Demokratie! Der Journalismus ist in einer Krise - und mit ihm die Demokratie. Ich habe Deine Beiträge zur "Dresden"-Diskussion gelesen ... und die Debatte über die "symbolische Zahl" "35 000 Opfer", eine Zahl die wesentlich entfernt ist von der ursprünglich kursierenden : 350 000! Man hat sich geeinigt auf "35 000", obwohl "Opfer" und Zeitzeugen anderes zu berichten wissen. Eine Null mehr oder weniger? Kein Problem für Massenmörder und Diktatoren wie Stalin - sie fügten der zu knapp ausgefallenen Vertilgungsliste der GULAg-Opfer oder der Todeskandidaten schnell noch Mal ein Null hinzu. (Die "Historiker" von heute lassen gern einmal eine Null weg, damit das Kriegsverbrechen der anglo-amerikanischen Allierten nicht zu krass ausfällt! Wie viele Opfer gab es bei dem Brand in Hamburg? Auch etwa 35 000? ) Und in Hiroshima und Nagasaki? Wer hat die Opfer gezählt? Wir wissen nur, dass die zynisch entwickelte und auch zweifach abgeworfene Atombombe 300 000 US-Soldaten das Leben rettete. Die toten Japaner zählte keiner, nicht anders als in Dresden oder in Hamburg! Das sind Fakten. Ein halbes Jahrhundert nach Kriegsende müssen sie auf den Tisch - wie andere Tabus!) Stalin agierte menschenverachtend, damit sich der Aufwand auch lohnt. Diesen Zynismus der Tyrannen beherrschte auch Hitler. Wir werden telefonieren. Meine Homepage oben ist bekannt. Was sind schon 20 Jahre in der Entwicklung eines Menschen, der gesamten Menschheit? Machen wir weiter, klären wir auf, hier und dort, aber immer an einem freien Ort. Bis bald! |
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Hallo Fro,
ich habe Ihren Beitrag "deutscher Michel" kommentiert - nach dem Diktum Heines ... im Land der Buchen und der Linden, wird niemals sich ein Brutus finden! Widerstandskämpfer kaum, aber dafür Duckmäuser und Speichellecker aller Art! Jetzt meldet sich "Moralist" Seehofer zu Wort, der Mann von der CSU, und meint, Hartz IV-Bezieher sollten "jede" Arbeit annehmen! Adios Amigos? Seehofer, der unter Missachtung aller christlich-familiären Tugenden, seinem Plaisir nachging, sollte sich einmal selbst an die Nase fassen als CSU-Chef und sich fragen, wie seine Amigos aus der Bayerischen Landesbank viele Milliarden der bayerischen Steuerzahler verjubelten, nur um im "Willen zur Macht-Poker" korrupter Banker mitzuspielen! Ein Sunpf der Sonderklasse mitten in Deutschland! Die Ärmsten der Armen hat Seehofer von der CSU und Bayerischer Ministerpräsident im Amt nun aufs Korn genommen und zum Abschuss freigegeben, nicht aber die alten Seilschaften aus der betrügerischen Landesbank-Vorstandsetage, die Volkvermögen verjubelte, um sich selbst über Boni und Prämien zu bereichern. Der Saustall ist nicht "ganz unten" auszumisten, bei den Ärmsten der Armen, sondern ganz oben, wo die Heuchelei thront und die allgegenwärtige Lüge. Nutzen wir die Zeit. Fro und sagen wir hier was Sache ist, so lange wie wir es noch können. |
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Lieber Carl,
es freut mich ungemein, Dich nach in der Tat circa zwanzig Jahren hier wiedergefunden zu haben. Mit dieser persönlichen Geschichte will ich indes andere Teilnehmer des Forums nicht länger behelligen. Dass sich zu Deiner schon damals unmissverständlichen Ablehnung des kommunistischen Systems in u.a. Rumänien, dessen Verwerflichkeit Du selbst am eigenen Leibe brutal erleben musstest, inzwischen auch noch die Kritik an der kapitalistischen Lügenmonokratie beigesellt, zeigt mir, dass Du nicht dort stehengeblieben bist. Dass Du mir hier gar in Sachen Dresden beispringst, wird kaum unserer Bekanntschaft von damals geschuldet sein und erquickt mich daher im Sinne der jüngsten und ersten aller nietzscheanischen Tugenden, der Redlichkeit, umso mehr. |
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Lieber Magnus,
Nietzsche hat auf zwei Phänomene großen Wert gelegt, auf die "intellektuelle Redlichkeit" und auf die "innere Wahrhaftigkeit"! Wir haben damals vor 20 Jahren in Würzburg bei Frankenwein die "Gaya Scienza" gelebt im Geist der blühenden Provence und der Minnesänger vor der Ausrottung der Katharer durch das Papsttum - archaisch in dionysischer Landschaft im Steinbruch in den Spiegelungen und Reflexionen des Mainwassers bei "Domina" und anderen seltene Rebsorten, die nur dort gedeihen, wo Urwürzigkeit und noch gegeben ist. Was ist aus Nietzsches Werte-Welt geworden? Die große Heuchelei! "Ecrasez l'infame", zitierte Nietzsche seinen Gewährsmann Voltaire - und forderte mit Zola ein "J'accuse"! Genau da mache ich heute weiter. Ich will es nicht hinnehmen, dass sich die "große Lüge" breit macht auf der Welt und Leviathan zum endgültigen Triumph verhilft. Solange die Welt aufgeteilt war in Gut und Böse, wusste man, wo die Welt des Bösen zu suchen war. Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus weltweit ist es auch zu einer Verschiebung gekommen in der Welt und Gegenwelt von Gut und Böse. Die allgegenwätige Lüge vermengt mit Heuchelei in allen Formen, Lobbyismus, Korruption; Sodom und Gomorra in Reinkultur haben manches eingeebnet - und die letzten Aufrechten des Geistes sind zur raren Spezies verkommen, hier und jetzt. Täuschung, Verfälschung, Desinfromation überall als "Mittel der Willens zur Macht" in aktueller Form. Wer durschschaut die Maskerade, die Potjomkinschen Dörfer? Ein paar Wenige, unerschüttert bis zuletzt! Und wer hat den Mut, das freie Wort zu erheben? Eine Minderheit! Friede den Hütten - Krieg den Palästen, las ich einst bei Büchner! Die Zeit ist reif, den Dingen auf den Grund zu gehen ... in der historischen Aufarbeitung, in der geisten Wertung ... und in der konkreten Politik! Umwertung aller Werte? Das Gebot der Stunde - hier und jetzt? |
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Lieber Magnus,
Nietzsche hat auf zwei Phänomene großen Wert gelegt, auf die "intellektuelle Redlichkeit" und auf die "innere Wahrhaftigkeit"! Wir haben damals vor 20 Jahren in Würzburg bei Frankenwein die "Gaya Scienza" gelebt im Geist der blühenden Provence und der Minnesänger vor der Ausrottung der Katharer durch das Papsttum - archaisch in dionysischer Landschaft im Steinbruch in den Spiegelungen und Reflexionen des Mainwassers bei "Domina" und anderen seltenen Rebsorten, die nur dort gedeihen, wo Urwürzigkeit noch gegeben ist. Was ist aus Nietzsches Werte-Welt geworden? Die große Heuchelei! "Ecrasez l'infame", zitierte Nietzsche seinen Gewährsmann Voltaire - und forderte mit Zola ein "J'accuse"! Genau da mache ich heute weiter. Ich will es nicht hinnehmen, dass sich die "große Lüge" breit macht auf der Welt und Leviathan zum endgültigen Triumph verhilft. Solange die Welt aufgeteilt war in Gut und Böse, wusste man, wo die Welt des Bösen zu suchen war. Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus weltweit ist es auch zu einer Verschiebung gekommen in der Welt und Gegenwelt von Gut und Böse. Die allgegenwätige Lüge vermengt mit Heuchelei in allen Formen, Lobbyismus, Korruption; Sodom und Gomorra in Reinkultur haben manches eingeebnet - und die letzten Aufrechten des Geistes sind zur raren Spezies verkommen, hier und jetzt. Täuschung, Verfälschung, Desinfromation überall als "Mittel der Willens zur Macht" in aktueller Form. Wer durschschaut die Maskerade, die Potjomkinschen Dörfer? Ein paar Wenige, unerschüttert bis zuletzt! Und wer hat den Mut, das freie Wort zu erheben? Eine Minderheit! Friede den Hütten - Krieg den Palästen, las ich einst bei Büchner! Die Zeit ist reif, den Dingen auf den Grund zu gehen ... in der historischen Aufarbeitung, in der geisten Wertung ... und in der konkreten Politik! Umwertung aller Werte? Das Gebot der Stunde - hier und jetzt? |
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schrieb am
15.02.2010 um 01:15
Lieber Carl,
Dein Feuer der Freiheit lodert wie eh und je. Um jetzt aber wirklich der Peinlichkeit weiterer persönlicher Beweihräucherung zu entkommen, sage ich hier in diesem "thread" nichts mehr. Auf bald. Magnus |
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@Carl Gibson
Nietzsche hat auf zwei Phänomene großen Wert gelegt, auf die "intellektuelle Redlichkeit" und auf die "innere Wahrhaftigkeit"! Nun ist es ja nicht so, daß "intellektuelle Redlichkeit" und "innere Wahrhaftigkeit" keine hübschen Worte seien. Redlich und wahrhaftig sollen wir sein, klar, und gut, natürlich. Pro bono contra malum. Trotzdem zucke ich jedes Mal zusammen, wenn ich dergleichen Forderungen lese. Über die Gründe für mein vegetatives Unbehagen nachdenkend komme ich zu dem Ergebnis, es liege womöglich daran, daß die genannten Begriffe so schwer zu operationalisieren sind. Anders ausgedrückt: Man bringt diese luftig schwebenden Ideengebilde nicht auf den Boden runter. Und brächte man sie, so platzten sie - blubb! - beim ersten Kontakt mit einem Steinchen. Gottchen ja, daß man nicht wissentlich Scheiß reden und schreiben soll, ist schon klar. Mein Problem ist der Dreck, den ich unwissentlich so von mir gebe, sei es, weil ich zu wenig weiß, sei es daß ich mir aus innerem Drange heraus Illusionen mache über mich und die Welt. - Dann mach dir halt keine Illusionen mehr. - Ach. "Sich keine Illusionen mehr machen": da beginnen sie erst. (KARL KRAUS) ...archaisch in dionysischer Landschaft im Steinbruch in den Spiegelungen und Reflexionen des Mainwassers bei "Domina" und anderen seltenen Rebsorten, die nur dort gedeihen, wo Urwürzigkeit noch gegeben ist. Dieser Blähsprech, noch in der Beschreibung eines Saufgelages. "Urwürzigkeit", nicht einmal dieser Begriff findet seinen Weg hinab vom Zecherhimmel zu einem realen Weinberg. "Ecrasez l'infame", zitierte Nietzsche seinen Gewährsmann Voltaire - und forderte mit Zola ein "J'accuse"! Genau da mache ich heute weiter. Ob du dich da nicht ein bisserl überhebst? (in des Wortes doppelter Bedeutung) Abgesehen davon darf ich dran erinnern, daß Zola seinen Offenen Brief "J'accuse" 1898 schrieb, Nietzsche aber bereits seit 1889 in geistiger Umnachtung lebte. Ciao Wolfram |
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@Wolfram:
Nietzsche war ein "Zeitkritiker" - das machen wir ich auch, wobei das "J' accuse" allen hier zusteht, die Missstände diagnostizieren und mutig ansprechen. Nur so entsteht Auflärung. Manchmal vollzieht sie sich auch in der "entrückten Sprache" des Gaya-Scieza-Dionysikers, der feststellt, dass er einen alten "Zeitkritiker" (Magnus!)nach 20 Jahren wiedergefunden hat, immer noch als "Auflärer" unterwegs, eben wie Voltaire, Heine, Zola und Nietzsche. - "Mit dem Hammer philosophieren"? Wie Nietzsche - gegen das Kreuz oder gegen Hammer und Sichel? Das mag jeder für sich selbst entscheiden, Hauptsache, er bleibt bei der "intellektuellen Redlichkeit" und der "inneren Wahrhaftigkeit", gerade wenn er zur opportunistisch eingefärbten Politiker-Kaste zählt. Ciao, Carlos |
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@Carl Gibson
Ja, hab ich denn oben nur Scheißdreck geschrieben, so daß du gar nicht drauf einzugehen brauchst? Ciao Wolfram |
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@Wolfram - Das Nichtgesagte, das war der Konsens!
"Überheben" will ich mich bestimmt nicht, da Hybris bekanntlich böse abgestaft wird. Aber es ist ja schon viel gewonnen, wenn einige "Tabus" jenseits von "Zensur" angesprochen werden und undogmatisch im breiten Forum kritisch kontrovers diskutiert werden. |
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@Carl Gibson
Das Nichtgesagte, das war der Konsens! Ich glaube, wir lassen das. Ich nagle stattdessen lieber einen Pudding an die Wand, das scheint mir eine einfachere Aufgabe. Ciao Wolfram |
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Ja, diese Hetze auf Arbeitslose ist schon mies, passt aber gut zu Westerwelle (Seine politischen Freunde nennen ihn auch "Scarface").
Selbst der dämlichen FDP dürfte eigentlich nicht entgangen sein, dass an der Verschlechterung der Umstände für die werktätige Bevölkerung (als deren Vertreter sich die FDP ja darstellen will) am wenigsten die Arbeitslosen etwas können. Vielmehr ist im Zuge der Globalisierung in Kombination mit multiplen deutschem Organversagen diese Situation entstanden. Und der Staat, das sind eben nicht nur die Unternehmer und die jungen erfolgreichen. Und ein Beamter (als Abgeordneter ist Westerwelle dies ja nunmal auch, wenn auch rechtlich besonders gestellt) hat primär der Gemeinschaft als solches zu dienen. Die FDP war aber immer eine ehrliche Partei: offene, harte Klientelpolitk. Das fand ich auch wiederum sympathisch, nicht so wie die feige SPD, die mit ihrer neuen Mitte es allen recht machen wollte. Noch ein kurzes Wort zum Lobbyismus: Es wird immer auf die USA geschimpft, weil sie eine Nation der Lobbyisten seien. Das stimmt, ist aber auch politisch gewollt. Jeder Lobbyist, jeder ihrer Dachverbände muss sich registrieren und im Bedarf Frage und Antwort stehen? Und die Kartoffelrepublik Deutschland? Da denkt schließlich der Beamte schon an alles (gibt ja auch genügend), deswegen braucht man keinen Lobbyismus. Und genau deswegen haben wir einen der Übelsten überhaupt. Man kennt nur die Sperspitze, besonders, weil sie unter Schröder in einer Dreistigkeit aufgetreten sind (der ja jetzt selber Lobbyist ist), dass auch dem dämlichsten aufgefallen sein dürfte, dass wir etwas vergleichbares haben, blöderweise in einer politischen Grauzone, weil ja Lobbyismus in der Form gar nicht vorgesehen und nicht als spezielle Form der politischen Meinungsäußerung verstanden wird. Da sollte man mal ran. Aber unter CDU / FDP ist das eher unwahrscheinlich. Meint ganz unlobbyistisch: Calvin |
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"Es ist politisch unverantwortlich und instinktlos, verbal gegen die Ärmsten der Armen in die Land Front zu machen wie Westerwelle jetzt und vor ihm Roland Koch oder Jürgen Rüttgers von der CDU."
Da ist eben der Knackpunkt: daß eben genau das politisch durchaus verantwortlich gehandelt ist, frei nach dem Motto, jetzt wird sich zeigen, ob die jahrzehntelange Arbeit für die Entsolidarisierung der Menschen Früchte trägt. Da ist ganz einfach: Klassenkampf von oben. Und irgendwie hab´ ich hier in den Kommentaren was ganz Seltsames gerochen, geht´s da noch wem so? |
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Seltsam trifft es wohl - ich kanns noch nicht so recht einordnen.
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Es riecht wie ein Blumenwiese, die auf verbrannter Erde steht.
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Je älter eine Demokratie desto anfälliger wird sie für Lobbyismus und Korruption.
Koch und Rüttgers haben das nahezu ungestraft und unbeschadet überstanden, einschliesslich ihrer verbalen Entgleisungen. Wetten ob es bei Westerwelle auch so läuft werden noch angenommen. Ich finde das der Passus "Dem Volk zu dienen und sein Wohl zu mehren" aus der Vereidigung gestrichen werden sollte, das wäre wenigstens konsequent. Und ehrlich, im Sinne der FDP. Wer wissen will warum das so funktioniert sollte nicht Nietzsche, Büchner und Voltaire zitieren sondern dem "Volk" aufs Maul schauen. Das schaut RTL, holt sich seine Informationen aus der Springer/Bertelsmann Presse und liest kein 10 Seiten langes geistiges Ejakulat auf Linksnet.de Wer soll da noch in Bildung investieren? Entmündigung klappt nach wie vor famos... |
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Zu Eff Jay:
"Je älter eine Demokratie desto anfälliger wird sie für Lobbyismus und Korruption". "Bestechlichkeit" ist auch in diesem Land ein Thema, obwohl die "Demokratie" hier noch nicht alt ist. Auf der Liste der korruptionsanfälligen Staaten liegt Deutschland im oberen Mittelfeld. Hier ist man weniger korrupt als in Nigeria oder Pakistan, aber immer noch viel bestechlicher als etwa in den skandinavischen Staaten. In vielen Staaten der Welt gehört das "Schmieren" nach wie vor zu den "Geschäftspraktiken", im Balkan ebenso wie in Russland oder in arabischen Ländern. Wenn deutsche Rüstungslobbyisten a la Schreiber unterwegs sind, um Waffen an den Mann zu bringen, fließt Geld, das unter Politiker verteilt wird! In der Regel fließt Schwarzgeld, in Russland und in der sonst so sauberen Schweiz, oft in der Form von kleiner oder größeren Aufmerksamkeiten und "Geschenken". Wie gerecht wurde das Volkvermögen der DDR aufegteilt? Geld stinkt nicht! Eff Jay: "Ich finde das der Passus "Dem Volk zu dienen und sein Wohl zu mehren" aus der Vereidigung gestrichen werden sollte, das wäre wenigstens konsequent." Die "Heuchelei" hat viele Formen - auch die Unantastbarkeit der Würde - im GG garantiert - ist nicht faktisch einzulösen. Es bleibt bei der "regulativen Idee", wobei des dem letzten in der Kette, dem ALG II-Bezieher am bittersten aufstößt, wenn seine Würde schon aus materiellen Gründen vielfach in Gefahr ist. Noch ein Wort zu dem unseligen Ausdruck "HARTZ IV" - auch eine politische Unsensibilität und Taktlosigkeit der Sonderklasse, benannt nach dem ominösen VW-Personal-Manager ...."mit den Spesenrekorden", bei Nutten in Whirlpools gut bekannt ... ( so etwa der O-Ton von Liedermacher Reinhard Mey" zur Bezeichnung der "Scheiß-Reform" (auch Mey!). Beschränken wir uns auf die Fakten, die Polemik liefern die Politiker schon selbst. Früher schauten Politiker auf Stimmenfang dem "Volk aufs Maul", um ihm "nach dem Mund zu reden" - heute wildern sie in fremdem Lager, indem sie die Stigmatisierten und Ausgegrenzten auch noch verbal als "Faulenzer" beschimpfen. In den kommunistischen Staaten des ehem. Ostblocks wurden "parasitäre Elemente" einfach verhaftet und ins Gefägnis geworfen. Doch die Idee war nicht neu. Gesetze gegen "Arbeitsscheue" und anderes "Gesindel" hatten schon die Nazis vor dem 2. Weltkrieg - und die passenden "Arbeitslager" dazu. Eines davon war "Dachau". Wehret den Anfängen. |
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carlfatal schrieb: " ganz einfach: Klassenkampf von oben."
In der Tat! Wer gegen Teile des deutschen Volkes unverantwortlich hetzt, darf sich nicht wundern, wenn gesellschaftlicher Unfrieden aufkommt, der sich zu Aufruhr und Rebellion steigern kann. Noch sind die Kochtöpfe voll, wenn auch oft nur mit dem Fastfood der Konzerne. Aber das kann sich ändern, wenn die Staatskassen leerer werden und der Staatsbankrott droht - wie heute, nicht in entlegenen "Bananen- oder Kartoffelrepubliken", sondern hier in der EU. Wütende französische Fabrikarbeiter oder Bauern machen es dem "deutschen Michel" vor, wie man auf Barrikaden geht und vor Ministerien mit einer Ladung Mist den Volkswillen bekundet: Vox populi, vox ... Calvin schrieb: "Selbst der dämlichen FDP dürfte eigentlich nicht entgangen sein, dass an der Verschlechterung der Umstände für die werktätige Bevölkerung (als deren Vertreter sich die FDP ja darstellen will) am wenigsten die Arbeitslosen etwas können. Vielmehr ist im Zuge der Globalisierung in Kombination mit multiplen deutschem Organversagen diese Situation entstanden." Richtig erkannt. Das Gesetz von Ursache und Wirkung - actio - reactio - hat auch hier seine Gültigkeit. Seit die Globalisierung in der Welt ist, seitdem China die Werkbank der Welt darstellt und zu einem Zehntel der Herstellungskosten fast alles produziert, was die Welt nachfragt, selbst in Gefängnissen und KZs, wo viele Millionen Sträflinge umsonst schuften und den echten Wettbewerb verzerren, seitdem sterben hier die Produktionsunternehmen aus, bis hin zu Großunternehmen wie Quelle. Die Folge: Ein Herr von Arbeitslosen, die nirgendwo mehr Lohn und Brot finden, weil es einfach keine Arbeit gibt! Wer redet da noch von "angemessener Arbeit" Die "Arbeitlosen" von heute sind "Opfer" eines Systems, dass sich selbst ad absurdum geführt hat; ihre Lage ist nicht selbstverschuldet. Und noch ein Wort zum Lobbyismus - in Brüssel tummeln sich Tausende aus diesem Bereich. Jeder will zu seinem Zweck gelangen. Und worin besteht dieser Zweck? Preise künstlich hoch zu halten, z. B. in der Pharmaindustrie! Die Kassen sollen es bezahlen, sprich die Beitragszahler. Es ist einiges faul in Staate ... Es ist auch moralisch suspekt, wenn Spitzen-Entscheidungsträger der Politik den "Interessenkonflikt" aus den Augen verlieren, wenn sie gleich nach der Niederlegung des hohen Amtes (Kanzler, Minister) "in die Wirtschaft gehen", um dort Geld zu scheffeln und um indirekt noch nicht ganz lupenreine Demokraten rein zu waschen bzw. obskuren Unternehmen ohne Datenoffenlegung mit ihrem "guten" Namen zu Image, ja Prestige verhelfen. Wenn es mit dem politischen Versagen so weitergeht und der Schwarze Peter den Ärmsten der Armen zugeschoben wird, und sogar noch in demagogischer Form, dann werden die Konsequenzen nicht ausbleiben. Im unfreien Tretwerk, im Laufrad, beobachtet von einem Big Brother in vielen Bereichen, sind fast alle Bürger, ohne dass sie die Gängelung und Festlegung via Existenzbestreitung und hohe Preise durchschauen. Die so genannten "Hartz IV-Empfänger aber steuern auf die Verzweiflung zu, die ihnen ein menschenwürdiges Dasein unmöglich macht. Die Schwächsten zu schützen, ist Aufgabe des Rechtsstaates. |
Ausgabe 06/12
09.02.2012
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