Carl Gibson

Symphonie der Freiheit

21.02.2010 | 12:20

Politiker und Moral

 

 

 

 

 

 

Ein "Politiker" - was ist das?

Ein Repräsentant des Volkes, der über die Geschicke des Staates und seiner Mitmenschen entscheidet, so wie es ihm gerade in den Sinn kommt? Nach Gusto?

Oder wie es gerade "opportun" ist?

Ist ein Politiker also ein Opportunist, der das Fähnlein dorthin dreht, woher der Wind weht?  Gar ein Demagoge, der dem Volk auf den Mund schaut, um ihm dann nach dem Mund zu reden?

Die aktuelle Debatte, wo ein Politiker auftritt und gegen weite Teile des Volkes wettert, weil sie nicht so wollen, wie er will, zwingt uns, der Berufs-Politiker-Kaste den "Spiegel" vorzuhalten und zu fragen, ob ein Ethos ihr Handeln bestimmt, langfristige, fundierte Werte,

 oder ob es doch nur ein gauklerisches Seiltanzen ist, immer wendig, immer flexibel, bereit, so zu handeln, wie es die Situation (und die politische Vernunft - nach Augenmaß und Verantwortung)  gerade verlangt?

„Gute Leute“ gehen nicht in die Politik, hört man gelegentlich!

Ist das so?

Dann haben wir nur das Gegenteil davon in der Politik!

Und wo sind die guten Leute?

In der Wirtschaft? In der Wissenschaft? In der Kunst?

In der Versenkung? Im Untergrund? Resignativ in der Einsamkeit?

 Nur weil sie sich „nicht verbiegen“ wollen?

Weil sie an einem Ethos festhalten wollen? An Werten, die heute als antiquiert gelten?

Mancher Politiker von heute hat kein Problem damit.

Unbeschwert reist er von einer Wahlveranstaltung zur anderen und sagt seinen Wählerpublikum gerade das, was es hören will, dickfellig und ungeniert, nach dem Motto: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern“.

Wenn es gerade opportun ist, gegen gewisse Bevölkerungsschichten zu hetzen, dann wird eben gehetzt, demagogisch und rücksichtslos, Hauptsache es amortisiert sich anderswo.

Wen scheren heute noch „Charisma und Augenmaß“?

 Der Politiker – ein „hehrer Geist“ , eine „moralische Autorität“?

 Wie frei ist ein Politiker noch  - und wie souverän?

Und was ist er ohne die Partei, die ihn nominiert hat - als autarke "Persönlichkeit"?

Wem  "dient" er?  Der Partei,

die ihn gemacht hat, die immer Recht hat, 

oder etwa den Interessen des Volkes

vielleicht auch  nur sich selbst, indem er unter altruistischem Deckmantel eigene Interessen verfolgt,

die eigene Überversorgung,

wobei die saturierten Deutschen, den es immer noch sehr gut geht, bei allem Jammern und Wehklagen,

ihren Politikern unkritisch zujubeln und das mittragen, was von ihren so genannten Repräsentanten beschlossen wird?

 Was ist mit den "Anhängigkeiten" und "Interessenskonflikten" der Abgeordneten und der Berufspolitiker allgemein?

Sollten diese nicht über noch viel mehr „Transparenz“ a priori unmöglich gemacht werden? Glasnost und Perestroika auch bei uns?

Gehören Parteispenden nicht gänzlich abgeschafft?

Die kleinen und die großen Summen?

Stimulieren große Summen zu mehr politischen Engagement? Cui bono?

 

Lobbyismus, Nepotismus, Korruption sind keine Mittel der Politik in einer funktionierenden Demokratie!

Und eine "demagogische Hetze", wie wir sie gerade aus dem Munde von höchst suspekten moralischen Autoritäten erleben, ist es auch nicht.

 Politiker halten der Gesellschaft den Spiegel vor und werfen mit Steinen auf Gestrandete, obwohl sie selbst im Glashaus sitzen.

 Drehen wir doch einmal den Spieß um,

halten wir ihnen den Spiegel vor,

fragen wir nach dem "wahren Gesicht" oder der verzerrten Fratze dahinter

und überprüfen wir die "moralische Basis" dieser Steinewerfer,

die vielleicht morsch ist und das auf Sand gebaute Kartenhaus bald zum Einsturz bringt.

 Unsere Politiker von heute sind das Spiegelbild unserer Gesellschaft, die so ist, wie sie ist.

Und jedes Volk hat die Politiker, die es verdient.

Carl Gibson

 

 

 

 

 

 
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Kommentare
Cato42 schrieb am 21.02.2010 um 15:33
Und auf vorgeschriebenen Bahnen
zieht die Menge durch die Flur.
Den entrollten Lügenfahnen folgen
alle - Schafsnatur. (Goethe)
Carl Gibson schrieb am 21.02.2010 um 15:53
Es gibt einen "Herdentrieb" - die Masse folgt dorthin, wohin der "Leithammel" sie lenkt.

(Nietzsche spricht auch vom Glück der Herde!)

Bei den Lemmingen ist das fatal - da wird die "unkritische Gefolgschaft", die man dem Tier nicht vorwerfen kann,
zum Todes-Trieb.

Die Deutschen sind schon einmal einem Hammel gefolgt -
daraus wurde eine Thanatos-Erfahrung für
55 000 000 Menschen, Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Und was haben wir heute:
Das Glück der Vielen ( glücklichen Sklaven?) - das Gück der "größtmöglichen Zahl"? (J. Bentham)

Die gerade arg Beschimpften aus der Ecke haben nicht viel von diesem Glück!

Gerade lese ich:
Demagoge Westerwelle will "Die Schwachen vor den Faulen" beschützen!

Wer die Schwachen sind, das wissen wir alle!
Doch wer sind die Faulen?

F (Faule) D ( demagogische) P( Pöbler.Partei)?

Eine neue Lesart!

Schauen wir Mal, ob sie Akzeptanz findet, Cato42!
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