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Das BZÖ ist auf der Palme. Jörg Haider, Parteigründer und Ikone des österreichischen Rechtspopulismus, soll schwul gewesen sein. Oder zumindest bisexuell. Das jedenfalls behauptet die Bild-Zeitung, und präsentiert gleich noch den deutlich jüngeren Ex-Geliebten. Ausgerechnet vor dem ersten Todestag des Kärtner Nationalhelden, dem in den kommenden Tagen an unzähligen Orten gedacht werden soll. In Klagenfurt hat man sogar extra einen alten Bunker aufgehübscht, um Haider dort eine Ausstellung zu widmen. Und nun ruiniert der Kellner René N. das ganze schöne Arrangement.
Da kann einem aufrechten Rechten schon die Sicherung durchbrennen. Zum Beispiel dem stellvertretenden BZÖ-Chef Gerald Grosz, der der BILD postwendend mit Schmähungen wie „deutsche Klopapierzeitung“ und „Käseblatt der Piefke“ an den Ruf will, als würde ihr das etwas ausmachen. Aber irgendwie muss sich die Empörung ja Luft machen, und sei es mittels verstaubter antideutscher Ressentiments. Denn einfach „grausig“ sei es, „was der Familie Jörg Haiders, seinen Freunden, den vielen Österreichinnen und Österreichern, die in ihm heute noch ein Vorbild sehen“, durch die Enthüllung aus dem Ausland angetan worden sei. „Fürchterliches posthumes Stalking von Hochstaplern und grausigen Geschäftemachern“, so hat Grosz seine Pressemitteilung überschrieben.
Bei seinem politischen Amoklauf ist Grosz nicht alleine unterwegs. An seiner Seite die Granden des BZÖ wie Bundeschef Josef Bucher („pietätlose Sudelkampagne“), Kärntens Vorsitzender Uwe Scheuch („ungeheuerliche Schmutzkübelkampagne“) oder Landeshauptmann Gerhard Dörfler („Schmuddelberichte“). Kurt Scheuch, Fraktionschef im Kärtner Landtag, konstatiert „fassungslos“ historische Dimensionen. Es handele sich um die „fieseste Schmuddelkampagne, die es in Österreich je gegeben hat“.
Aber was ist eigentlich geschehen? Doch nicht viel mehr als das Outing Haiders als Mann mit homosexuellen Neigungen, wenn denn die BILD und ihr Kronzeuge die Wahrheit sagen. Das aber sollte im 21. Jahrhundert weder eine Schande noch ehrabschneidend sein. Die Aufgeregtheit des BZÖ fällt damit auf es selbst zurück. Denn deutlicher hätte die Partei nicht machen können, was sie von Schwulen und Bisexuellen hält. Oder, wie es BZÖ-Chef Bucher formulierte: „Manche Medien haben jede Ethik und jeden Anstand verloren und versuchen, mit dem verstorbenen Jörg Haider ihr Geschäft zu machen und sein politisches Wirken posthum zu zerstören“. Ein homosexueller Haider könnte niemals Vorbild für das BZÖ und Kärnten sein, das ist die unmissverständliche Botschaft.
Wir werden erleben, dass das BZÖ seinen Nationalhelden postwendend fallen lässt, sollte sich der Bericht der BILD bestätigen. Das wäre ein neuerlicher Beleg für sein homophobes und rechtsextremes Weltbild. Es würde aber auch deutlich machen, welchen miesen persönlichen Stil man in diesem Spektrum pflegt.
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Na und?
Jörg Haider ist doch nicht mehr, ob schwul oder nicht. Im englischen gibt es die Redewendung 'to flog a dead horse' (=sinnlos auf etwas herumreiten)- die fällt mir hier als angemessenes Wortspiel ein. |
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Mein erster Gedanke war auch: Ist doch nett, die Rechten über sich selbst stolpern zu sehen.
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Liebe Titta, zunächst geht es hier doch schlicht um ganz schlechten Stil - um nichts anderes! Ich kenne Anna nicht, sie kennt mich nicht. Warum spult sie sich dann auf meine Kosten so auf. Als Negativfolie für ihre Selbstinszenierung („gestandene Journalistin“ und dieser Quatsch…) halte ich jedenfalls nicht freiwillig her. Das wirst Du doch verstehen. Das hat nichts damit zu tun, ob man vom Fach ist oder nicht. Eher mit Benimm und Netiquette.
Zum zweiten Punkt: Mein Angebot an die Community ist mein Beitrag. Ich erwarte nicht, dass alle das „würdigen“ und ihn lesen. Und natürlich erwarte ich noch weniger, dass alle zu meinem Thema in die Diskussion einsteigen. Wir leben in einem freien Land. Andererseits kann, und das tun sicher die meisten auch nicht – niemand erwarten, dass ich mich zu allen Kommentaren äußere. Schau Dir doch das bunte Sammelsurium aus Anmerkungen, Bemerkungen, Witzen usw. an. Das ist zu weiten Teilen ein Selbstläufer, und das ist gut so, in einer Community. Ich bin jedenfalls weder der Masterkommentator meiner eigenen Beiträge noch der Diskussionsleiter. Ich halte es da wie diejenigen, die den Beitrag lesen: Wenn ich etwas interessant finde, melde ich mich. So wie jetzt. Beste Grüße, Carsten |
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"Mein Angebot an die Community ist mein Beitrag."
Könnte man auch als schlechten Stil verstehen. Etwas reinwerfen und sich dann nicht um die Reaktionen kümmern, die man damit auslöst. "Andererseits kann, und das tun sicher die meisten auch nicht – niemand erwarten, dass ich mich zu allen Kommentaren äußere." Das wird wohl auch keiner hier so erwarten. Aber die Alternative ist ja auch nicht, jeden Kommentar zu beantworten oder keinen. Zu Annas Kommentar zu Ihrer Person/Ihren Beiträgen möchte ich nach wie vor nichts sagen. Ich habe sie, also Anna, hier in der Community bisher immer als sehr überlegt und konziliant erlebt, nicht als Selbstdarstellerin. Und Sie dagegen bisher eben kaum, ich kann Sie und Ihr Auftreten hier nicht einschätzen. |
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@Titta
Liebe Titta, vielleicht war ich nicht klar genug. Ich lasse mir hier von niemandem persönlich an den Karren fahren. Nicht mehr und nicht weniger. Wer was von meinen Texten hält, kann er/sie hier gerne schreiben – oder eben nicht. So halte ich es auch. Wie schon gesagt: eine offene Community, ein freies Land. Niemanden hier muss ich nach der Lektüre meiner Texte an die Hand nehmen. Die sind alle schon groß. Haltungsnoten, Kommentar-Statistik, also bitte… Beste Grüße, Carsten |
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Leider ist die Suche auf der Homepage des Dradio nicht sehr ergiebig. Ich bin mir aber sicher, dass schon am Tage nach seinem Tod davon berichtet wurde, er sei auf dem Weg zurück von einem bekannten Lokal der Schwulenszene gewesen. Außerdem wurde berichtet, die Homosexualität Haiders sei ein offenes Geheimnis gewesen, nur wurde nicht darüber berichtet, weil er Kärntner Landeshauptmann viel mehr Schlagzeilen lieferte als der Absturz eines schwulen Politikers. Warum nach seinem Tod nicht darüber berichtet wurde, ist mir nicht klar. Leider kann ich keinen schönen Link anbieten.
Nur das hier habe ich noch gefunden: "Insofern ist es ziemlich naiv, ein Theaterstück über CSU-Leute zu schreiben, die alle ein paar Leichen im Keller haben und den Kampf aller gegen alle kämpfen. Sie treffen sich auf der Beerdigung des längst abgesägten Parteifreunds René, der unglücklicherweise ein paar Video-Kassetten mit intimen Geständnissen hinterlassen hat, auch über das Gebaren der Partei. René war zunächst Idealist, dann aber korrupt; er hatte Affären, er war krank, vor allem aber war er schwul; und sein Autounfall war, wir ahnten es, Selbstmord. Diese offenbar von der Vita des Jörg Haider inspirierte Flachsinns-Tragödie wird nun von Albert Ostermaier in der Form des bauerntheatralischen Volksstücks dargeboten." Hier zu finden: www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/927293/ |
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Die taz schrieb was.
>"Haider schwul? Wen interessiert das?", titelte die Wiener Presse im vergangenen Dezember. Um dann anzuheben: "Es ist schon fast eine der klassischen Stadtlegenden. Der Freund eines guten Bekannten eines Cousins soll mit Jörg Haider Sex oder zumindest einen Kontakt gehabt haben, der dorthin hätte führen sollen."< >Freilich, ganz so moralisch hochstehend wird die Zurückhaltung der Rechercheure schon nicht gewesen sein: Letztendlich hatte wohl nie jemand genug belastbare Beweise auf dem Tisch, die für ein Outing ausgereicht hätten.< >Der Landeshauptmann fuhr dann in das Lokal "Zum Stadtkrämer", Klagenfurts bekannteste Schwulenkneipe. Dort wurde er zufällig fotografiert, als er mit einem bisher unbekannten jungen Mann an der Bar saß und sich ausgiebig betrank.< |
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am 21.10.2008
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schrieb am
09.10.2009 um 21:44
Haider? Tot?
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..ja sogar ermordet...hihi
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@ Rainer Kühn:
Niemals. Solche Lichtgestalten sterben nicht, sie fahren nur auf, um zu sitzen zur Rechten des Vaters. Denk auch mal an Elvis Presley, John Lennon oder Michael Jackson! Du willst doch nicht allen Ernstes andeuten, die könnten tot sein! |
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Nicht tot - genau. Darum auch der Artikel der BlindZeitung: Erweckung, Wiederauferstehung, Aktivierung der Gefolgschaft und erfolgreicher Endkampf gegen die erstarkende (hüstel) Linke.
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Eigentlich kann ich dem Blog und der darin vertretenen Ansicht nur zustimmen. Wir leben im 21 Jahrhundert und da ist da sollte doch jeder über seine sexuelle Identität selbst bestimmen dürfen.
So eine gewisse Schadenfreude, wenn die Rechte über ihr vollkommen veraltertes Weltbild stolpert, habe ich natürlich auch. Den Homosexuellen gleich welchen Geschlechts nützt aber so eine stille Genugtuung leider nichts. |
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@Carsten Hübner,
mal ganz abgesehen davon, dass diese "schlimmen Gerüchte" :-) bereits kurz nach dem Tod Haiders aufkamen und die Meldung im Grunde keine mehr ist, die irgendeine Relevanz hat ... wer sich ein wenig mit den Themen Homosexualität und Homophobie beschäftigt hat, kennt die Klischees, Mythen und Ängste, die weiterhin durch Länder, wie Deutschland, Österreich u.v.a. wabern. Mich macht das als Schwulen zwar immer noch aggressiv und streitlustig, aber ich bin andererseits auch ziemlich müde gegen all die Dummheit, Ignoranz und die irrationalen Ängste zu kämpfen. Können Sie das verstehen? Dass ich sowohl Haider, als auch seine Partei strikt ablehne, erwähne ich nur am Rande. Zu dessen rechtsextremer Gesinnung passte allerdings genau das Versteckspiel um die eigene sexuelle Identität. Verlogen, scheinheilig und zum K ...! Jetzt habe ich "endlich" mal etwas von Ihnen gelesen und nehme an, dass Sie, wie ich gelesen habe, auf Kommentare nicht antworten? Zitat: "„(…) Dass sind die, die hier mit vollem Namen auftauchen und kaum auf Kommentare antworten - Carsten Hübner etc. Mich nervt letzteres (…)“ www.freitag.de/community/blogs/streifzug/wird-derfreitag-zur-netzpeinlichkeit Na, dann nehmen Sie meinen Kommentar doch vielleicht einfach als "leicht genervtes" Statement zur Kenntnis oder sie lassen es... SexPower |
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Das Posting von Anna ist schlicht eine Unverschämtheit. Dazu sage ich hier nichts mehr. Ansonsten bin ich sehr wohl der Meinung, dass die latente Homophobie, je nachdem in welchem Gewand sie gerade daher kommt, auf die Tagesordnung gehört. Die Haider-Geschichte hat in Österreich mächtig für Wirbel gesorgt, also ist sie mir einen Beitrag wert. Die Verlogenheit der Rechten auf dem Präsentierteller – schöner als in diesem Fall geht es kaum. MfG Carsten Hübner
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@Carsten Hübner
Ich habe mal nachgezählt. 4 Blogbeiträge von Ihnen und innerhalb dieser 6 Kommentare, dazu 4 weitere. Kann man da wirklich von einem weiterführenden Dialog, einer Diskussion, einem wirklich Austausch mit der Community sprechen, der etwas weiter- bzw. vorantreibt? Der das Thema weiterführt und befruchtet? So jedenfalls hatte ich Annas Kritik in dem Punkt verstanden. Die übrigen kann ich nicht beurteilen, da ich nicht vom Fach bin. LG Titta |
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Liebe Titta, zunächst geht es hier doch schlicht um ganz schlechten Stil - um nichts anderes! Ich kenne Anna nicht, sie kennt mich nicht. Warum spult sie sich dann auf meine Kosten so auf. Als Negativfolie für ihre Selbstinszenierung („gestandene Journalistin“ und dieser Quatsch…) halte ich jedenfalls nicht freiwillig her. Das wirst Du doch verstehen. Das hat nichts damit zu tun, ob man vom Fach ist oder nicht. Eher mit Benimm und Netiquette.
Zum zweiten Punkt: Mein Angebot an die Community ist mein Beitrag. Ich erwarte nicht, dass alle das „würdigen“ und ihn lesen. Und natürlich erwarte ich noch weniger, dass alle zu meinem Thema in die Diskussion einsteigen. Wir leben in einem freien Land. Andererseits kann, und das tun sicher die meisten auch nicht – niemand erwarten, dass ich mich zu allen Kommentaren äußere. Schau Dir doch das bunte Sammelsurium aus Anmerkungen, Bemerkungen, Witzen usw. an. Das ist zu weiten Teilen ein Selbstläufer, und das ist gut so, in einer Community. Ich bin jedenfalls weder der Masterkommentator meiner eigenen Beiträge noch der Diskussionsleiter. Ich halte es da wie diejenigen, die den Beitrag lesen: Wenn ich etwas interessant finde, melde ich mich. So wie jetzt. Beste Grüße, Carsten Upps! Doppelt gepostet. Tut mir leid. |
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Lieber Herr Hübner,
wenn ich das richtig sehe, sind Sie seit drei Wochen Community-Mitglied. Deshalb heiße ich Sie hiermit - etwas verspätet - herzlich willkommen. Ich bin jetzt schon ein "Follower" und hoffe weiterhin auf treffende Texte, kritische Kommentare und bereichernde Blogs von Ihnen. |
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@Friedland
Very nice! Thanks! |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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