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Sie zitieren: “Intelligenz existiert in positiver Korrelation mit dem Willen zur Selbstbewahrung. Seit Adorno wissen wir, dass diese Korrelation in Frage gestellt werden kann - das war die suggestivste Idee der älteren Kritischen Theorie.”
Das haben Sie nicht verstanden? Tatsache? Na gut, ich auch nicht. Philosophotainment - ist das eben. Zu Sloterdijk kann man ein durchaus zwiespältiges Verhältnis pflegen. Wir leben einerseits in Zeiten, da nichts so wichtig ist, wie Vertrauen. Ich vertraue Sloterdijk, auch wenn ich tatsächlich nicht alles verstehe. Ich bin - das ist bei Bankkunden so wie bei Konsumenten von Weisheit - darauf angewiesen, dass er mich nicht bescheißt und wenn er mich bescheißt, dann zu meinem Besten. Andererseits gibt es nichts Fruchtbareres für die Aneignung von Wissen, Meinungen, Fakten und Sachverhalten, als eine gewisse Abneigung. Man ist, wenn einem etwas verdächtig ist, gezwungen, wesentlich gründlicher zu lesen, damit man seine Vorbehalte auch artikulieren kann. Von daher ist das doch eine prima Voraussetzung. Sloterdijk - das ist ein Showtalent. Kürzlich gab es mal einen Look in sein Arbeitszimmer. Der hat den Flachbildschirm so schräg auf dem Tisch, wie früher die Schräge eines Stehpults oder so. Sieht cool aus, aber ob es gut ist für die Herstellung von Weisheit? Wer weiß. Eigentlich wollte ich aber nur sagen, dass mir der Text gefallen hat und der Rest ist Eigengebrabbel. Magda |
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Danke schön!
Es ist nicht so, dass ich mir gar nichts vorstellen kann unter dem Satz "Intelligent existiert in positiver Korrelation (...)", aber für mich gibt es zu wenig Anhaltspunkte, um sinnvoll anzunehemn, genau das sei vom Autor gemeint und genau das sei nun auch eine sinnvolle Darlegung eines Sachverhaltes. Was heißt "Intelligenz existiert"? Existenz lebt, besteht, ist da? Was heißt in positiver korrelation? Wodurch positiv? Wieso nicht einfach neutral? Sofern sich jemand als Philosoph ausgibt, denke ich schon, dass er es anderen schuldig ist, sich in einer Klarheit auszudrücken, die gerade sein eigenes Fach in den letzten Jahren gefordert hat und die sich auch oft eingestellt hat. Ich mag Gedichte, ich mag Lieder, die ein paar Dinge im Unklaren lassen. Es gibt genügend Situationen für Menschen, die eben unklar sind. Aber wer einen Sachverhalt deuten und erklären will, der sollte deutlich preis geben, was er wie meint, damit man damit etwas anfangen kann. In der Hinsicht hapert es beim lieben Sloterdijk, wobei ich nicht unterestellen möchte, dass er "bescheißt", das sicher nicht. Er ist nur etwas zu verliebt in sein eigenes Sprachvermögen. |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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