Carsten

Carsten Herkenhoff

28.03.2009 | 16:48

Freitagslesen

Jetzt habe ich mir doch mal den "Freitag" geholt, die Wochenzeitung, bei der ich mir neulich ein Blog installiert habe. Beim "Freitag" wurde ja stark versucht, eine Community aufzubauen. Und bei solchen Projekten ist ja immer die Frage: Wenn das Internet als solches schon eine Community ist, wozu dann noch eine? Über die Printausgabe gibt es positive Dinge zu sagen, wie auch negative. Das Blatt ist ziemlich werbefrei, kostet dafür 2,90€. Damit ist es quasi doppelt so teuer wie meine einstige Lieblingszeitung "Die Woche", die letzten Endes eingestellt werden musste. Beide Blätter gleichen sich in der Hinsicht, dass sie nicht eine so klassische Aufmachung bieten wie Süddeutsche oder FAZ. Dafür sind die Texte fast patchworkartig angelegt, ein Zusammenhang ist schwer herzustellen. Oftmals ist der Grund, weswegen da ein Artikel geschrieben wurde, mir auch schleierhaft. Ganz nett finde ich grundsätzlich die Idee, Autorenbeiträge neben die von Bloggern aus der Community zu stellen. Dazu kommen dann Artilkel vom Perlentaucher und von The Guardian. Naja, die kann ich auch noch selber lesen, dazu brauche ich kein Printprodukt. Aber immerhin: Ein schöner Mut zum Anders-Sein. Begeistert bin ich allerdings nicht von "Der Freitag". Ich habe dort keinen guten Autor gelesen. Vieles dreht sich um Berlin, entweder thematisch oder durch den Autor, so dass das Blatt teils in die typische Berlin-Spirale gerät: Thematisch intressiert das nur Berlinaffine bzw. berlinintern und berlinextern interessiert es niemanden. Ich frage mich, wie angedeutet, auch zu oft, was der einzelne Autor mir sagen möchte und oft endet ein Artikel, bevor ich die Frage beantworten könnte. Aber laut Titel ist das blatt ja auch nur ein "Meinungsmedium", da muss niemand erklären, beweisen, erläutern, sich stellen. Da pustet man nur seine Meinung raus. Mir scheint dies als tragender Gedanke einer Wochenzeitung zu mager zu sein. So wie Leipzig seine Ostalgie hat halt Berlin seine gefühlte Linksintellektualität. Und vielleicht erklärt mir mal jemand, ob das nicht einfach nur Relikte sind.
 
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Kommentare
Steffen Kraft schrieb am 30.03.2009 um 11:34
Vielen Dank für Ihre Gedanken zum Freitag. In der Tat sind wir manchmal etwas berlinlastig. Das sollte sich ändern, finde ich. Wir arbeiten daran.
Carsten
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