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In der Tradition von Tittas Blog-Serie kann hier wieder eine Sammlung in den Kommentaren entstehen: mit gefundenen Gedichten.
Fundort: keine Vorgaben. Vom eigenen Kopf über einst Auswendiggelerntes bis Internetsuche ist alles er- und gewünscht.

wilbertbaan // CC BY-NC-SA 2.0
Motto: Manch einer beschwert sich momentan, es gebe dieses Jahr gar keinen richtigen Sommer. Was ist denn ein "richtiger" Sommer? Ist Regen nicht auch schön? Steht der nur dem Herbst zu?
Wenn die Tropfen an die Scheibe prasseln und in der Ferne die Autos über die regennasse Fahrbahn schlittern, wenn ein Blumenkübel vom Wind fünf Stockwerke hinabgestürzt wird und krachend am Boden zerschellt.

fritscdejong // CC BY-NC-ND 2.0
Oder dieser Moment vor dem Sturm, wenn sich langsam die Wolken zusammenziehen, warme Luft die Haare zerzaust und den Menschen atmen lässt nach einem drückenden Tag...
...oder etwas ganz anderes.
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fuer titta
dein regen flieht schon wieder, da mein baum noch dampft. dein regen kommt, während ich grille. wäre wasser eine dusche, würde ich baden. da es aber wie butter auf dem brot ist, tu' ich so, als hätte ich es nicht bemerkt. |
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Gute Idee
Der Regen hatte die Wege ausgewaschen, sie lagen jetzt voller Bucheckern und die Biker hatten Mühe ihre Geschwindigkeit einzuhalten. Dir war kalt, deswegen wolltest du schnell zurück. Aber auch das Apartment war kalt und wir hatten keine Lust zu lesen oder fernzusehen, wir gingen einfach ins Bett, damit ich dich wärmen konnte und du mich. Wolfgang Bittner in: Überschreiten die Grenze / Granicę przekroczyć Athena-Verlag 2004) |
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sommerlied
wir sind die menschen auf den wiesen bald sind wir die menschen unter den wiesen und werden wiesen, und werden wald das wird ein heiterer landaufenthalt Ernst Jandl |
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die menschen am horn von afrika
und die wenigen auf antarktika möchten auch mal regen sehn. |
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beides wunderschön, aber das Gedicht in Buchstaben hat es mir besonders angetan.
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Wer weiß
Es ist Herbst da draußen Vielleicht auch Winter Oder Sommer Wer weiß das schon so genau Wer weiß Was da los ist Da draußen Wenn alles in Veränderung begriffen Wenn etwas geht Den Schatten sucht Zurückbleibt Anderes beginnt Ins Licht strebt Gebiert Wer weiß Ist es wirklich Herbst da draußen Vielleicht noch Sommer Oder schon Winter Wer weiß das schon Eigentlich müsste Frühling sein Um das Neue zu begrüßen Aber wer kann das schon genau sagen Manchmal schneit es im April |
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Kleine Geschichte
Litt einst ein Fähnlein große Not, halb war es gelb, halb war es rot, und wollte gern zusammen zu einer lichten Flammen. Es zog sich, wand sich, wellte sich, es knitterte, es schnellte sich,- umsonst! es mocht nicht glücken, die Naht zu überbrücken. Da kam ein Wolkenbruch daher und wusch das Fähnlein kreuz und quer, dass Rot und Gelb, zerflossen, voll Inbrunst sich genossen. Des Fähnleins Herren freilich war des Vorgangs Freudigkeit nicht klar - indes, die sich besaßen, nun alle Welt vergaßen. Christian Morgenstern |
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Der Regen regnet sich nicht satt.
Es regnet hoffnungslosen Zwirn. Wer jetzt 'ne dünne Schädeldecke hat, Dem regnet's ins Gehirn. Im Rachen juckt's. Im Rücken zerrt's. Es blöken die Bakterienherden. Der Regen reicht allmählich bis ans Herz. Was soll blos daraus werden? Der Regen bohrt sich durch die Haut. Und dieser Trübsinn, der uns beugt, Wird, wie so manches, subkutan erzeugt. Wir sind porös gebaut. Seit Wochen rollen Wolkenfässer Von Horizont zu Horizont. Der Neubau drüben mit der braunen Front Wird von dem Regen täglich blässer. Nun ist er blond. Die Sonne wurde eingemottet. Es ist, als lebte sie nicht mehr. Ach, die Alleen, durch die man traurig trottet, Sind kalt und leer. Man kriecht ins Bett. Das ist gescheiter Als dass man klein im Regen steht. Das geht auf keinen Fall so weiter, Wenn das so weiter geht. (erich kästner - rezitation im regen) |
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Die Wolken haben sich getürmt und getürmt,
der Regen fällt und fällt, Die acht Schichten der Himmel falzen sich zu einer Schwärze, Und die weite flache Straße dehnt sich. Ich halte in meinem Zimmer nach Osten ein, still, still, Ich tätschle mein neues Weinfäßchen. Meine Freunde sind abgefallen oder weit von hier, Ich neige den Kopf und halte still. II Regen, Regen, die Wolken haben sich getürmt, Die acht Schichten der Himmel sind Schwärze, Das flache Land verwandelt sich zum Strom. »Wein, Wein, hier ist Wein!« Ich trinke an meinem Ostfenster. Ich denke an Gespräche und Menschen, Und kein Kahn, kein Wagen kommt. (…) (ezra pound - die reglose wolke) |
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Das innerste Afrika
Komm in ein wärmeres Land mit Rosenwetter Und grünen laubigen Türen Wo unverkleidete Männer Deine Genossen sind. Dahin! Dahin Möcht ich mit dir, Geliebter Komm aus deinem Bau deinem lebenslänglichen Planjahr ewigen Schnee / Wartesaal wo die Geschichte auf den vergilbten Fahrplan starrt die Reisenden ranzig / Truppengelände TRAUNERN IST NICHT GESTATTET Unter die sachten Tamarisken In den Tropenregen, der die Losungen Abwäscht, trockenen Protokolle. Sieh das Meer, das dagegen ist Mit fröhlichen Wellen, und ins Offene geht dahin Dahin führt kein Weg. Wenn du gehst, hebt die Zeit ihre Flügel. Nimm den Pfad gleich links durch die Brust Und überschreite die Grenze. Wo die Zitronen blühn, piff paff! En quelque soir, par exemple, le touriste naïf EUROPA SACKBAHNHOF die verdunkelten Züge aus der vierten Welt vor Hunger berstend / hinter der Zeitmauer Getöse unverständliche Schreie / Blut sickert aus den Nähten der Niederlage / Zukunftsgraupel und fast will / Mir es scheinen, es sei, als in der bleiernen Zeit Sie können dich töten, aber vielleicht Kommst du davon Ledig und unbestimmt komm! ins Offene, Freund! Nicht im Süden liegt es, Ausland nicht Wo unverkleidete Männer Wo der Regen Denn nicht Mächtiges ists, zum Leben aber gehört es Was wir wollen wo dich keiner Das innerste Land, die Fremde Erwartet. Du mußt die Grenze überschreiten Mit deinem gültigen Gesicht. Dein rotes Spanien, dein Libanon Erreiche es vor der Rente. Wir befinden uns, sagte er, auf einer schiefen Ebne. Alles deutet darauf hin, daß es abwärts geht. Schließen Sie ein- mal die Augen und hören Sie, wie es knirscht. Das ist das Ende. Warten wir ab, wir werden es erleben. Wir sind auf dem besten Weg. Wir brauchen nur fortzufahren mit der Übung. Vor einiger Zeit konnten wir z. B. das Brett oder wie man es nennen will zurückwippen über den Null- punkt und sagen: es geht aufwärts! Jetzt ist es eine end- gültige Schräge in den Keller. Zu den Kakerlaken, meine Damen und Herrn. Bleiben Sie ruhig, gehn Sie in die Firma, wickeln Sie sich in die Plane, fassen Sie sich kurz. Wir haben die furchtbare Nachricht vernommen, wir haben nichts hinzuzusetzen. Adieu. Sagte der Mann in Itzehoe und glitt hinter dem Fenster hinab. Non! wir werden den Sommer nicht mehr in diesem geiz- igen Land verbringen, wo wir immer nur einander ver- sprochene Waisen sind, komm Steckmuscheln, Zikaden Mach dich auf Lebenslänglicher Leib: SIEH DAS MEER, DAS DAGEGEN IST. ERREICHE ES VOR DER RENTE. DU MUSST DIE GRENZE ÜBERSCHREITEN. volker braun |
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In Erwartung der Heimkehrer
Ist das die Hütte meiner Lieben dort vorn auf dem Sand, die wacht wie ich mit dem Regen? Ich, Sohn des Odysseus, warte auf Post aus dem Norden… Die Seeleute riefen ihn, aber er reiste nicht ab. Er hielt die Schiffe zurück und wandte sich zu den Bergen. - O Stein, auf dem mein Vater für einen Rasenden gebetet, dich verkaufe ich nicht für Juwelen. Ich werde nicht gehen, werde nicht gehen, nicht gehen! Die Stimmen meiner Lieben durchdringen Mauern und Wind. - O Mutter, warte auf uns vor der Tür. Wir kehren heim. Diese Zeit ist anders als ihr glaubt. Wie der Seemann es will, so weht der Wind, und das Schiff bezwingt der Strömung Lauf! Was hast du uns gekocht? Wir kehren heim. Sie haben unsere Ölvorräte geraubt und unsere Säcke Mehl. Bring Kräuter, bring Erbsen vom Feld, wir kehren heim! Die Schritte meiner Lieben sind Seufzer des Steins in eiserner Hand, und schlaflos stehe ich mit dem Regen. Umsonst lass ich meinen Blick in die Ferne schweifen, denn ich werde bleiben … auf dem Stein … unter dem Stein …halte Stand. Mahmoud Darwish |
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Musikalischer Vers
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14. Juli 80:
Na, das sieht mir ja beinah schon puffig aus, der Klacks Tulpen mitten im Giersch; aber sagt was ihr wollt, diese eigentlich nur mangels gärtnerischer Pflege aufgekommene Laszivität hat mir rückhaltlos imponiert aus: Peter Rühmkorf, So viele Stücke auf der Staffelei mittlerweile (1989) |
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Ich schaue zu, wie sich die alte Welt
in mir erhebt und immer wieder streitet, und wie die neue sanft darübergleitet, so wechselweis verdüstert und erhellt. Ich schaue zu. Wie endigt wohl der Krieg? Wird sich der trübe Rauch zu Boden schlagen und morgendliche Klarheit drüber tagen? ICH schaut mir zu. Vielleicht wirkt dies den Sieg . . . Christian Morgenstern aus: Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben. Piper Verlag, München. 1939 |
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Der Regen fällt.
Schimmern benetzt die Adern dieser Stadt. Von Ferne bellt ein Hund, den jemand rausgeworfen hat. Glitzern jedes Blatt der Bäume. Wer es sieht, darf glücklich gähnen. in den Augen funkeln Träume. Stille – Stille dann Sirenen. |
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schrieb am
18.07.2011 um 20:16
Ähm... ja. Das nenne ich mal Stimmung. Wenn man schon aus der Ferne erkennt, dass ein Hund nicht einfach so bellt, sondern rausgeworfen wurde...
Unter anderen Umständen hätte ich gefragt, ob Sie Unterstützung brauchen... aber Sie wissen ja schon. |
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@Fahrenheit 451
Zitat: "Ähm... ja. Das nenne ich mal Stimmung. Wenn man schon aus der Ferne erkennt, dass ein Hund nicht einfach so bellt, sondern rausgeworfen wurde... " Da gibt es schon Unterschiede. Ob jetzt fröhlich zur Kommunikation in die Nacht gebellt wird, aggressiv, zur Begrüßung, oder weil er im Regen ausgesetzt wurde und wieder rein will. |
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Das Gedicht legt fest, was es schreibt:
Dass der Hund rausgeworfen wurde. Dass er bellt. Dass er bellt, weil er rausgeworfen wurde, steht nirgends. |
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Ging @ Fahrenheit 451
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Faust 2011
Es strebt der Mensch, solang er wirrend irrt Zwar weiss ich nichts, doch will ich vor allem von allem auch nichts wissen Hier bin ich unbehaust im 32 Stock Meiner in meiner Seele gewiss den Menschen fern, dem Himmel nah hier darf ich s sein. Der Geist, der sich stets im Ungeist erst bejaht Kluges Zeug kann man selten in Zungen reden kann es weniger noch schreiben wird weder Leib noch Seele heilen es wird nichts beim Alten bleiben Rätselhaft Dunkles aber vors Auge gestellt, fordert ein magisches Recht, indem es die Sinne voller Strenge gefesselt hält bleibt der Geist ein dreister Dealer. Und die Gäste in der Nacht Walter Kohl hier, Joachim und Christian Gauck da- gauckeln ihre wackere Rechenschaft als kommode Menschen Postkarten Pracht (PP) bis zu guter Letzt sie uns auf einen Beckmann adrenalingesteuert gar nicht fies doch feist im Menschenfleisch bescheuert und belämmert um den Schlaf gebracht. Hab Acht, wenn Du nach Rom kommst oder war es Hannover, Weimar, Leipzig, Hamburg, Dresden, München, Düsseldorf, gar Berlin? Warte nur ein Weilchen, Dann kommt der Harnack Mein Gott Walter! mit seinem Hackebeilchen, Facebook auch zu Dir Aufstehen!, der Kohldampf fordert seinen ungestümen Aus- und Freigang raumfüllend seinen gen Himmel stinkenden Tribut |
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Schööööön, danke
Grüße |
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das ist eine frei assoziierte Ode an Goethes Faust
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Goethes milder Wutbürger Faust
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@Ullrich Läntzsch
Grüsse mit besten Tschüss zurück |
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@Ullrich Läntzsch
Grüsse mit besten Tschüss zurück |
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@Ullrich Läntzsch
Grüsse mit besten Tschüss zurück |
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Guter Raum im Bösen
Der sicherste Ort in der Welt im Guten ist der Raum im hohlen Zahn des Bösen |
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sähe ich gern im Schaukasten!
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Die große Fracht
Die große Fracht des Sommers ist verladen, das Sonnenschiff im Hafen liegt bereit, wenn hinter dir die Möwe stürzt und schreit. Die große Fracht des Sommers ist verladen. Das Sonnenschiff im Hafen liegt bereit, und auf die Lippen der Galionsfiguren tritt unverhüllt das Lächeln der Lemuren. Das Sonnenschiff im Hafen liegt bereit. Wenn hinter dir die Möwe stürzt und schreit, kommt aus dem Westen der Befehl zu sinken; . doch offnen Augs wirst du im Licht ertrinken, wenn hinter dir die Möwe stürzt und schreit. (Ingeborg Bachmann) |
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au ja - ich mach auch mit, also denn dann:
erinnerung weiße möwen höre ich immer noch singend lachen neben fernen feuern roter drachen und das matt gestaltete mehr und immer mehr will sich zu ungeheuren stürmen auftürmen daneben das große staunen das ich noch einmal zu versuchen suche löst sich auf in allerkleinste wunder wie die wunder von der vergeblichkeit meiner erinnerung die wie die stümpfe von statuen sind und du katze - fauch und du feuer - rauch und du kind - lauf und du mond - in glanz, zieh auf denn nur schwach schwelender dunst ist bis zum letzten augenblick |
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.... eine schöne Idee, liebe cassandra....,
ich geb auch mal eins:: So breitete mein Körper sich aus, nachts waren meine Arme Schnee, meine Füße sturmgepeitschtes Land, und ich wuchs an wie ein Fluß beim Wolkenbruch und wurde fruchtbar mit allem, was in mich fiel, Keimungen, Gesänge zwischen Blatt und Blatt, Käfer, die sich begatteten, neue Wurzeln, die aufstiegen zum Tau, Stürme, die noch immer da schütteln, die Türme des Lorbeer, den Scharlachbusch der Haselnuß, die heilge Geduld der Lärche, und so war meine Jugend Erdreich, besaß Inseln, Schweigen, Berg, Wachstum, vulkanisches Licht, Lehm der Wege, den wilden Rauch verbrannter Äste. aus: "Wo der Regen geboren wird" von Pablo Neruda 1964, übertragen von Gerda Schattenberg/Erich Arendt |
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Pakikid
Sommer, Sonne, Strahlenschein das Kind der Straße stirbt allein und stirbt es auch im kühlen Schatten das Licht der Welt spendet einen matten Atem - los fließt Plastik, von Öl umgeben durch die Gosse, keine Chance für ein Leben in Hitze, Hemd & Hüttenkrümel auf ein Vier-Jahres-Zeiten ICH |
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Danke an alle, das ist eine wunderschöne Sammlung geworden.
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Der Schicksalsfluß wäre furchtbar
hätte ich nicht meine Krebse alles fließt zum Meere hin doch die Krebse kriechen langsam zurück zu den Quellen Imants Ziedonis |
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Danke, liebe Cassandra, für das Blog und die Fortsetzung von Tittas Serie!
Passend kommt mir natürlich nochmals deren "Resümee aus der Sommerzeit des Lebens" in Erinnerung. In diesem ihrem schönsten Blog schwingt ja auch mit: der Sommer als die Jahreszeit der prallen und reifen Früchte zeigt auch zugleich schon den Umschlag ins Vergehen und Sterben an. Nur drei Tage vor ihrem Tod schickte sie mir eine ganze Reihe von wunderschön fotografierten Bildern mit prächtigen Blumen von ihrem Dachbalkon. Kurz zuvor war ihre beste und langjährige Freundin gestorben, und bei ihrem letzten Besuch mit ihrem Mann an deren Grab soll sie beim Weggehen gesagt haben: "Bis bald, Lisa!" Und mir schickt sie die Blumenbilder mit dem Kommentar: "Das ist momentan fast das einzige, was mich tröstet. Ich habe Lisa versprochen, mich um meine Dachterrasse zu kümmern, damit sie Freude hat beim Runterschauen." Möge sie sich nun beim Herunterschauen, wenn möglich, erfreuen an den vielleicht letzten Rosen auf ihrer Dachterrasse, an der weitergeführten Seite mit den Gedichten hier, nicht zuletzt an ihrer von mir hier niedergelegten Rose und dem entsprechenden Lied dazu! Von den wunderbaren Sängerinnen meiner früheren, opernbegeisterten Tage habe ich die Version mit Anneliese Rothenberger ausgewählt, hier mit dem ebenso wunderbaren Fritz Wunderlich, der ebenfalls allzu früh aus dem Leben gerissen wurde: Oder, für den, der's so lieber mag: |
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Mein Lieblingssommergedicht vom Regen:
Grüner Juni Tropische Stimmung im märkischen Garten. Regendünste dicken die Luft, Sämig schon vom blühenden Duft Der Holunder, die zu Wäldern entarten. Als wir begannen, wurzelten wir Schößlinge vier von dem wilden Flieder. Jetzt beugen vierzig Bäume sich nieder, Bekrochen von allerlei niederm Getier. Und durchflogen von Vögeln. Die blaue Meise Ist wie ein Tropfen im Schaum versunken. Da hat im Herbst die Drossel getrunken. (Narkotische Kräfte zur glücklichen Reise.) Nur fehlt nur noch, daß Kolibris fliegen Durch unsern tropischen Regengarten. Daß wir auf Paradiesvögel warten, Läßt uns über alle Zweifel obsiegen. (Eva Strittmatter) |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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