Cassandra

findelfantasie

27.01.2010 | 21:00

Nach 1978 geboren? Dann lesen.

Eine mögliche Antwort für Streifzug.


[Der Text ist sehr flott entstanden, lagerte nicht Jahre lang in meinen Archiven.]


Bist du nach 1978 geboren?
Und du meinst, wenn du vor 1978 geboren wurdest, hat das hier nichts mit dir zu tun? Du solltest trotzdem weiterlesen, um zu verstehen, warum die Pampas-Generation, die du aufgezogen hast, andere Helden hervorbringen muss und wird!
Wenn du als Kind in den 80er, 90er gar den ersten Jahren des neuen Jahrtausends leb(te)st, ist es kaum zu glauben, dass du bei dieser Erziehung überhaupt so lange überleben konnten!


Nein, als Helden würde man uns dennoch nicht bezeichnen.


Warum?


Wir saßen im Auto:

  • mit Kindersitz,
  • mit Sicherheitsgurt
  • mit Airbag!

Unser Bett war wahlweise voll gestopft mit pädagogisch wertvollen Beißringen samt Gütesiegel oder trug zumindest biologisch abbaubare Farbe zur Schau! Aber Gott bewahre, dass wir das eine oder andere genüsslich in den Mund stecken konnten, bevor der nächste besorgte Erwachsene angerannt kam...


Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir, trotz albernem Kindersicherheitsverschluss, öffnen, und an die Flasche mit eurem giftigen Insektenvernichtungsmittel kamen wir auch, wenn sie auf dem obersten Regalbrett stand. Nur, dass ihr das in eurer gestressten Welt nicht alles mitbekommen habt, freutet ihr euch doch, wenn wir uns so friedlich hinter dem hochwertigen Puppenhaus mit drei Stockwerken, das ihr schon immer haben wolltet, versteckten, um still und heimlich den süßen Hustensaft auszutrinken.


Statt dies zu bemerken, machtet ihr euch immerfort Sorgen um die ständige Bedrohung, die Türen und Schränke  für unsere Fingerchen sein könnten – und ob  in eurem mit dem Millimetermaß ausgemessenen Garten nicht doch schon wieder ein Blättchen Löwenzahn aufgetaucht war!
Wenn wir zur musikalischen Früherziehung, zum Förderunterricht für (finanziell) Hochbegabte oder Leistungsverein für Nachwuchssportler gehen wollten, wurden wir von euch ins Auto gesetzt und trotz manchmal aufkeimender Widerrede gefahren („mein Kind, so ist es sicherer“)!


Unsere Lieblings-Schuhe durften wir nicht so lange behalten, bis sie wirklich zu klein waren, sie wurden bereits vorher in den Altkleidercontainer entsorgt, mit der Begründung: "Was denken denn sonst die Nachbarn?". Bei weiterem Protest wiest ihr uns scharf darauf hin, die Schuhe bekämen nun Kinder, denen es nicht so gut gehe wie uns.  Einfache Fahrräder wurden nicht akzeptiert, es musste immer direkt das Beste vom Besten sein, um hinterher auf den teuren Preis und die verhältnismäßig geringe Nutzung hinweisen zu können, wenn wir mit euch und nicht den gekauften Gegenständen bzw. den imaginären Geschwistern spielen wollten.

Und wenn wir einen Platten hatten und wissen wollten, wie das zu beheben war, lernten wir vom Vater laut zu seufzen, die verlorene Zeit zu beklagen und mit dem Rad im Kofferraum zum nächsten Reparaturservice zu fahren.
Überhaupt hattet ihr wenig Zeit für uns, die Einzelkindgeneration. Und wenn doch jemand da war, dann das Kindermädchen, dass seiner Freundin den ganzen Tag über unser Telefon erzählte, wie schrecklich doch dieser Job und vor allem Kinder seien!

Ewiglich lauschten wir euren endlosen Monologen, die wohl idealtypischen Abenteuergeschichten ähneln sollten:

"Wasser tranken wir vom Wasserhahn und nicht aus Flaschen!
Einen Kaugummi legte man am Abend auf den Nachttisch und am nächsten Morgen steckte man ihn einfach wieder in den Mund!
Wir aßen ungesundes Zeug (Schmalzbrote, Schweinsbraten,…), keiner scherte sich um Kalorien und wir wurden trotzdem nicht dick!
Wir tranken Alkohol und wurden nicht alkoholsüchtig!

Wir tranken aus der gleichen Flasche wie unsere Freunde und keiner machte deswegen ein Theater oder wurde gleich krank!
Wir verließen frühmorgens das Haus und kamen erst wieder heim, wenn die Strassenbeleuchtung bereits eingeschaltet war. In der Zwischenzeit wusste meistens niemand, wo wir waren ... und keiner von uns hatte ein Handy dabei!

Wir haben uns geschnitten, die Knochen gebrochen, Zähne raus geschlagen und niemand wurde deswegen verklagt. Niemand hatte Schuld - außer wir selbst. Das waren ganz normale, tägliche Unfälle und manchmal bekamst du hinterher sogar (als erzieherische Zugabe) noch eins auf den Po!

Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht besonders.

Wir hatten nicht: Playstation, Nintendos, X-box, 200 Fernsehsender, Videos, DVDs, Dolby-Surround-Sound, iPods, eigene Fernseher, PCs und Internet, Jahreskarten im Fitness-Club, Handys ... Wir hatten Freunde!“

 

Wenn wir dann aber selbst versuchten einfach rauszugehen und uns auf der Straße zu treffen oder zum nächsten Haus zu marschieren, zu klingeln oder gar so hinein zu gehen, ohne Termin und ohne Wissen der Eltern, blieb zumindest letzteres nicht lange so! In einer kinderlosen Straße, bevölkert von  humorlosen Karrieristen, kann man kein eigenständiges Leben führen. Nicht allein seinen Weg gehen, ohne gebracht und abgeholt zu werden!!

Was blieb?


Das Fernsehprogramm, das sahen viele nie, manche  sehr schnell, war dümmlich und bloß euer Mittel zum Zweck, genau, wie der strikte Zeitplan, an den wir uns zu halten hatten. Quantität schlägt nicht Qualität.  Wir schwänzten die Nachhilfe, den Klavierunterricht, gingen in den fast sterilen Garten, machten, was Kinder tun, auch wenn wir es nicht durften:

Wir aßen Würmer, aber lieber noch Ameisen. Aber die Prophezeiungen trafen ein: Wir bekamen Neurodermitis, Allergien, Asthma, denn nicht nur eure private Garten-Chemie sondern auch die eurer Fabriken in der Umgebung tat ihr Übriges. Ganz abgesehen von der hundertsten Impfung.
Wir mussten bei der kleinsten Abnormalität zum Hausarzt, Hautarzt, in die hochspezialisierte Kinderklinik. Dass euer Stress den Umweltfaktoren bei der Ausbreitung der sonst harmlosen Krankheiten noch half, merktet ihr nicht.

Ihr sagt: Manche Schüler sind nicht so schlau wie andere, aber euer Kind muss es sein. Es darf  nicht durch Prüfungen rasseln, gar Klassen wiederholen oder das Gymnasium verlassen. Ist dem nicht so, inszeniert ihr emotionale Elternabende oder droht dem Direktor persönlich mit eurer wichtigen Stellung in der vorgesetzten Behörde.

Ihr überwachtet alles, was in eure Reichweite kam, und wundert euch heute, dass wir unorganisiert sind. Ihr gabt uns ausschließlich und scheinheilig Müsli aus den Bioläden (die ihr mit eurem Auto angefahren hattet) und moniertet, dass wir vor dieser Monokultur zu McDonalds, Burger-King, Döner-Bude, Snack-Bar, Imbiss-Stand, Pizza-Ecke, M-Take-Away, Selecta-Automat flüchteten – und es euch ja wissen ließen, in der Hoffnung, dass es endlich genießbares Essen geben möge. (Nein! Nicht wirklich von McDoof, das war lediglich ein Hilferuf.)

Zur Schule fuhren wir spätestens ab der Oberstufe mit dem Auto, das wir euch abgequatscht hatten. Wenn man nichts ändern kann, muss man die Situation wenigstens ausnützen.

Wir sind dank eurer Erziehung vor dem Fernseher so vollgestopft mit Angst, hässlich oder zu dick zu sein, dass der weibliche Teil unserer Generation sich regelmäßig übergibt oder zum Schönheitschirurgen rennt.  In unserer dank euch ach so aufgeklärten Welt ist man sexuell nicht frei, sondern an bestimmte Auflagen gebunden, das erste Mal ist vermeintlich nie zu früh, aber immer zu spät. Wer sich nicht mit einer Reihe von sexuellen Abenteuern ausweisen kann, wird auch von euch nur verächtlich gemustert.

Unsere Taten hatten immer Konsequenzen. Das war klar und wir versuchten uns dennoch vor der Peinlichkeit zu verstecken, die es mit sich brachte, wenn der Anwaltsvater ICQ verklagen wollte, weil er mitbekommen hatte, dass jemand Unbekanntes sein Töchterchen darüber kontaktiert hatte. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstieß, war klar, dass die Eltern ihn automatisch aus dem Schlamassel herausboxten – und ihm noch Mut zuredeten. Wie soll man da Grenzen finden?!

Eure Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht, z.B. die netten Betreiber von Atomkraftwerken und kreativen Lobbyisten der Pharmaindustrie.

Ihr hattet Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Eure Spielwiese bewohnen nun wir.

Mit alldem musstet ihr umgehen und wusstet ihr umzugehen, da das eine aus dem anderen folgt. Nicht immer erfolgreich zwar, aber mit den Auswirkungen müsst ihr euch ja nicht mehr herumquälen. Nun ist die neue Generation am Zug.


Geboren vor 1978!
Gehörst D U auch dazu?
Gratuliere!
Ihr seid wahre HELDEN.


Helden, die sich mit ihrer 68er Vergangenheit schmücken und heute FDP wählen.
Helden, die ihren Kindern vorwerfen das zu sein, was sie ihnen aufgenötigt haben.
Helden, die es den wenigen, die Widerstand gegen dieses eingefahrene Götterbild der Elterngeneration üben, schwer machen,  indem sie sie abstrafen, wenn sie sich in ihren Bildungsanstalten nicht wunschgemäß anpassen.
Helden, die vor allem sich selbst sehen, aber nicht den Schaden, den sie für alle folgenden Generationen der Sesselhocker, lethargischen Personen, Menschen, die ihrem Leben weder Sinn noch Ordnung zu geben wissen, geschaffen haben.


Geboren nach 1978 ?

Dann musst du kämpfen. Nicht, wie deine Eltern, gegen ehemalige Nazis, sondern vor allem gegen das Chaos, das man mit dir angestellt hat. Viel Glück dabei.

 
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Kommentare
merdeister schrieb am 27.01.2010 um 21:10
1:0 für Cassi
merdeister schrieb am 27.01.2010 um 21:11
Ist das gemeint, wenn man sagt: "Die Revolution frisst Ihre Kinder"?
Cassandra schrieb am 27.01.2010 um 22:06
Wer holt denn immer die Guillotine heraus? Hier spielt immer jemand anders den Jakobiner...
merdeister schrieb am 27.01.2010 um 21:11
Das wird SIE eine Weile beschäftigen.
Cassandra schrieb am 27.01.2010 um 21:57
Na hoffentlich!
merdeister schrieb am 27.01.2010 um 21:12
Warum vier Kommentare?

Weil drei nicht genug waren!
Cassandra schrieb am 27.01.2010 um 21:58
:)))
weinsztein schrieb am 27.01.2010 um 21:18
also Cassandra, wenn Du meine Tochter wärest, dann ...

:)))
merdeister schrieb am 27.01.2010 um 21:25
Cassi ist doch die Tochter von JA...

...wo habe ich das nur gehört?
weinsztein schrieb am 27.01.2010 um 21:53
Cassandra Augstein?
Echt?
Cassandra schrieb am 27.01.2010 um 21:58
Hiermit dementiere ich dieses Gerücht. Vielleicht solltest du dir mal die Ohren waschen, merde, oder dir überlegen, mit wem du Umgang pflegst.
Cassandra schrieb am 27.01.2010 um 21:59
...ach mist, dazu zähl ich wohl auch. Vergiss also letzteres.
Cassandra schrieb am 27.01.2010 um 22:05
Wenn ich deine Tochter wäre, wären die Temperaturen um mich herum Türkeimäßig-angenehmer, jedenfalls wärmer als momentan hier. Das wolltest du doch sagen, oder? ;)
weinsztein schrieb am 27.01.2010 um 22:09
Nein, ich schwiege Dich eisig an. Hier haben wir jetzt 1° und eine Kältewelle ist angekündigt.
Cassandra schrieb am 27.01.2010 um 22:10
Ach, im Vergleich zu hier ist das warm. Noch. Wer weiß, wie es in den nächsten Tagen bei dir aussieht.
weinsztein schrieb am 28.01.2010 um 00:59
Tut mir leid, liebe Cassandra, ich hatte mich vertippt. Jetzt, zur Zeit (kurz vor 1 Uhr MEZ, kurz vor zwei in der Türkei) sind es 12°. Aber nur hier an der Ägäis, anderswo hierzulande ist es viel kälter, in Thrakien liegt über 2 m hoch der Schnee.
Cassandra schrieb am 28.01.2010 um 16:33
Hatte ich mir schon gedacht, googlen hat mir die Temperatur bei dir verraten.
weinsztein schrieb am 27.01.2010 um 21:20
merdeister, ich glaube, jetzt sind es schon 6 Kommentare... und es werden immer mehr, vermute ich. Denn wir wollen der Kleinen ja Mut machen, oder?
merdeister schrieb am 27.01.2010 um 21:33
Weinsztein, ich würde Dir zustimmen, wenn Du das mit der "Kleinen" nicht gesagt hättest. So halt ich mich da raus...
Cassandra schrieb am 27.01.2010 um 22:01
Welche Kleine...? smily
weinsztein schrieb am 27.01.2010 um 22:02
Na Du da oben
Cassandra schrieb am 27.01.2010 um 22:08
Also als "klein" würde ich mich ehrlich gesagt nicht titulieren. Aber das kann ich auch wenig beeinflussen, meine Eltern sind auch keine Zwerge.
Streifzug schrieb am 27.01.2010 um 21:20
Undankbares Balg!

Pssst, dein Text ist ein Volltreffer ;)
Cassandra schrieb am 27.01.2010 um 21:50
Nichtdoch. Ich bin dir über die Maßen dankbar, das weißt du doch :p
weinsztein schrieb am 27.01.2010 um 21:23
Ah, da ist ja Streifzug. Ich wollte gerade schreiben: typisch für seine Generation, dass er jetzt kneift.
Hat sich ja erledigt.
Magda schrieb am 27.01.2010 um 21:44
Tja, das sind die inneraltbundesrepublikanischen Generationendebatten. Da steh ich interessiert am Zaun rum und gucke zu.

Aber sehr amüsant.
weinsztein schrieb am 27.01.2010 um 21:57
Liebe Magda,

Du solltest eingreifen, meine ich. Deine DDR-Jugenderfahrungen von nach 1978 könntest Du - uns ein weiteres Mal bereichernd - hier einfließen lassen.

Herzliche Grüße
weinsztein
Magda schrieb am 27.01.2010 um 22:07
Ich lasse fließen, aber nach 1978 wirds bei mir nicht mehr so richtig jugendlich.

Ich bin ja die streifzug-Generation.
Mir ist allerdings aufgefallen, dass es mit dessen Generation durchaus Ähnlichkeiten gibt, die Ost-West-übergreifend sind.

Auch herzliche Grüße
Magda
Cassandra schrieb am 27.01.2010 um 22:09
Was war/ist denn grundsätzlich anders, Magda?
Magda schrieb am 27.01.2010 um 22:45
"Was war/ist denn grundsätzlich anders, Magda?"

Meinst Du jetzt mit Deiner Generation oder mit der von Streifzug?

Gemeinsam erlebe ich bei dem, was Streifzug so geschrieben hat, dass wir - wie vielleicht auch im Westen - mehr Hoffnung auf die Zukunft hatten.

Grundsätzlich anders war die Gewissheit, dass bei uns die Zukunftspläne durch Kräfte, die man nicht beeinflussen konnte, durchkreuzt werden konnten. Die rein theoretisch begrenzten Möglichkeiten waren einem immer präsent.

Grundsätzlich anders war, dass wir uns in allem, wirklich in allem in Richtung Westen orientierten. Musik, Bücher, Mode - alles war westlich beeinflusst. Das war umgekehrt ganz sicher nicht so.
Das änderte sich später ein bisschen bei mir, bei anderen blieb das so bis die Wende kam.

Aber so richtig glücklich bin ich mit meinen Antworten auch noch nicht .

Na, mal sehen.
Ludwig Hasselberg schrieb am 27.01.2010 um 23:02
Meinereiner sitzt rittlings auf dem Zaun und weiß nicht recht, zu welcher Seite er gehört - prä oder post.
Und ja, im Osten war natürlich erst einmal alles anders. Kindersitze gab es in unserem Familien-Trabi nicht, geschweige denn Airbags. Und Sicherheitsgurte für hinten wurden auch erst irgendwann in den 80ern nachgerüstet.
Es war natürlich alles anders, doch trotzdem passen die Ossis ganz wunderbar in dieses Land heutzutage, mit seiner Apathie, seiner geistigen Armseeligkeit.
Denn es waren zwar nur Trabante, aber es war trotzdem Konsum. Konsum als Sinnersatz, als Surrogat für Erfüllung - das war irgendwie schon angelegt für weite Teile der Bevölkerung.
Magda schrieb am 28.01.2010 um 09:47
Das mit dem Konsum stimmt schon. Vor allem für die nach 1978er gilt es. Aber die Jagd nach seltenen Sachen war ziemlich kräftezehrend, bescherte aber auch herrliche Erfolgserlebnisse. Der Mangel schafft durchaus "highlights."

Aber ich merke schon hier: Es gab auch in der DDR verschiedene Milieus. Ich war in einem, wo alle gut verdient haben, aber niemand Geld hatte. Man pumpte sich was bis zum Monatsersten. Anderswo waren die Leute sparsam, bauten die Datsche auf und so was. Ich hatte nie Geld, weil ich immer alles verjuxte, mein späterer Mann nicht minder. Der ist heute noch so, aber bitteschön... bleiben wir eben arm. Überhaupt waren direkte Existenzsorgen ziemlich selten. Die Mangelgefühle bei mir bezogen sich auf Bücher, Medien, Debatten usw.

Und - die Kinder waren nicht so im Mittelpunkt. Die gingen in den so verpönten Kindergarten, weil fast immer beide Eltern arbeiten gingen.

Man hatte gar nicht die Zeit, sich so ausufernd um die Sprößlinge zu kümmern. Daraus entstanden dann die - ganz selten mal in Filmen aufgegriffenen Probleme.
Cassandra schrieb am 28.01.2010 um 20:31
Vielleicht gibt es in Generationen Tendenzen, zu einem bestimmten Trend zu neigen. Das sind dann die Dinge, die von der Außenwelt abhängen, von der jeweiligen politischen Situation, die "alle" mehr oder weniger erfahren.

Ansonsten gibt es mE keinen Unterschied, der klar mit dieser Generationenfrage zusammenhängt. Ein Mensch setzt sich natürlich aus vielen Faktoren zusammen, aber es gibt in meinem Alter genauso Pessimisten wie Optimisten. Es kommt immer darauf an, wie man sich von den aktuellen Begebenheiten beeinflussen lässt.

Klar, ich sehe den Trend in meinem Umfeld eher in Richtung Sicherheit streben, weil man uns erzählt, dass wir schlechte Chancen haben. Mag sein, dass ich naiv bin, daran glaube ich nicht. Das Leben ist zu einem großen Teil, was man daraus macht.

Ich behaupte einfach mal, dass es in den Jahren rund um 68 auch einfacher war zu rebellieren, als das heute der Fall ist. Dann ist es keine Frage des Charakters, dort mitzulaufen, sich damit zu schmücken womöglich. Das ist aber wieder nur meine Einschätzung eines Teils. Ein Teil ist ein Teil ist ein Teil. Damit blende ich den Rest, die positiven Menschen, die idealistischen, die klugen, individuellen, intelligenten etc.pp. aus. Das ist mir bewusst. Manchmal soll es aber so sein, als Effekt quasi :)

Die Frage ist jetzt: Kann man eine Menschenmasse, die zufällig im selben Zeitraum geboren wurde, tatsächlich in einen Topf werfen, nur aufgrund einer bestimmten Tendenz, die von außen einwirkte? Dass diese ihre Auswirkungen hatte, will ich nicht in Abrede stellen, aber eine ganze Definition...hm.
born2bmild schrieb am 27.01.2010 um 23:08
Helden sterben früh.
Die anderen ergrauen.
Auch die 68er wurden, werden 64.
Kommen ins Heim. Nicht Stamm.

Talkin' 'bout MY generation

People try to put us down
Just because we get around
Things they do look awful cold
I hope I die before I get old

Birkenstock-Version:
tinyurl.com/krppg4

Und nu?

will you still need me
will you still feed me
when I'm sixty-four ?
archinaut schrieb am 27.01.2010 um 23:55
"Ihr überwachtet alles, was in eure Reichweite kam, und wundert euch heute, dass wir unorganisiert sind:" Wacker ausgeteilt, große Cassandra, man fragt sich manchmal, wo die Freiräume geblieben sind, wilde Grundstücke, verbotene, trotzdem verheissungsvolle Spielplätze, unvermauerte Abbruchhäuser, echte Feinde wie Eltern in stabilen verbitterten Ehen, Lehrer, die man noch provozieren konnte, weil sie sich für klug und erwachsen hielten und nicht in Zynismus und/oder Hypochondrie verfallen waren......

Aber es kommt bestimmt alles wieder, in Berlin veranstalten die 16-jährigen illegale Parties in Ruinen, wer weiss, vielleicht stehen im Mai wieder die ersten Tramper in Dreilinden?
Cassandra schrieb am 28.01.2010 um 15:56
Lieber Archinaut, das denk ich auch. Jedenfalls hoffe ich es. Manchmal tut austeilen ganz gut, auch, wenn das meist sehr einseitig abläuft.
archinaut schrieb am 29.01.2010 um 22:50
Brücken stehen nie auf einem Bein....
ähh, Ufer:-))
Cassandra schrieb am 29.01.2010 um 22:57
jaja, weiser archinaut :)

Aber ab und an auf einem Bein hüpfen hat was. Balancetraining.
archinaut schrieb am 29.01.2010 um 23:09
... als Vorstufe zum F L I E G E N''''''
Cassandra schrieb am 30.01.2010 um 02:01
Auch das. Aber du musst auch manchmal auf dem Boden das Gleichgewicht halten können, wenn dir ein Bein gestellt wird z.B.
archinaut schrieb am 30.01.2010 um 02:50
Maulwürfe sind klar im Vorteil....
Cassandra schrieb am 31.01.2010 um 00:56
Ach ne. Nichts gegen luggi, aber ich lebe lieber über der Erde.
weinsztein schrieb am 28.01.2010 um 01:09
Ach noch was, liebe Cassandra, hier sind ja doch einige Vor-78-er versammelt unter Deinem blog: wen schätzt Du denn als FDP-Wähler ein?
Und wären die Betreffenden dann so nett, sich zu ihrem ekligen Wahlverhalten zu bekennen?

Also erst einschätzen, Cassandra, danach bitte die Bekenntnisse derjenigen, welche...
oranier schrieb am 28.01.2010 um 14:16
@ Weinsztein

Ich bekenne mich schuldig, aber in umgekehrter Reihenfolge als von Cassandra diagnostiziert.

Mit 18 durfte ich zwar noch nicht wählen, mir waren aber im Entstehungsprozess meines poltischen Bewusstseins die CDU und die FDP zu lasch. "Der Kopf-ab-Jäger" von der CSU, das war ein Mann, nach meinem Holze geschnitzt. allmähliche Umorientierung durch linksliberale Lehrer am Erzbischöflichen Kolleg (!). Endgültige Verlinkung durch Geworfensein in die Studentenproteste beim Studienbeginn 1968.

1969 meine erste Bundestagswahl. Wen wählen? Die ADF, ein von dem Marburger Soziologen Werner Hofmann initiiertes Wahlbündnis von Kommunisten und Linkssozialisten, praktisch ohne Basis, als völlig chanchenlos eingeschätzt (Zielsetzung: über 5 %, Ergebnis: 0,6 %). Also SPD, damit vielleicht die große Koalition fortgeführt werde? Nein, deshalb aus wahlarithmetischen Gesichtspunkten: FDP.

Hurra! Großer Sieg! SPD-FDP. Demokratie "wagen" (!) - Berufsverbote, schließlich: Raketen- "Nach"-Rüstung. Zugegeben auch: "Ostverträge". Dennoch: nie wieder SPD, nie wieder FDP. ein einziges Mal die Grünen, Ralf Fücks zum Bürgermeisteramt verholfen.

Vae Voctoribus!
oranier schrieb am 28.01.2010 um 14:17
Vae Victoribus!
Cassandra schrieb am 30.01.2010 um 02:15
Jemand hat mal gesagt: "Früher oder später werden wir alle FDP-Wähler" - deine Reihenfolge ist aber eindeutig besser, Oranier.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.01.2010 um 07:47
Von mir gibt es ******.

Hat Streifzug aber auch gekriegt. Beide super gut.
Persönlich unterscheide ich zwischen einer Kindheit auf dem Lande. Und der in einer Stadt. Vielleicht Großstadt auch gesondert.

Zeit ist relativ. Aus meiner Perspektive hat sich nichts geändert. Die Erwachsenen auf den Straßen sehen immer noch so aus wie früher. Also zu meiner Kindheit. Genauso. Und die benehmen sich auch so.
Das finde ich so eigenartig. Und ich überlege, ob die Leute, welche mich auf der Straße sehen, dass auch von mir denken. Das ich schon immer so eine Schrulle war. Und niemals Kind.

Kinder
sehen auch immer noch so aus wie früher. Und die sind auch nicht anders drauf, als wir es waren.
Die Umstände ändern sich. Die Menschen nicht.

Das es überhaupt 68er gegeben hat, halte ich für ein Gerücht. Das sich so eine Typ wie Joschka Fischer selbst als solcher bezeichnet, sagt doch schon alles.
68er. Ist doch auch ein Schimpfwort. Oder?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.01.2010 um 07:49
PS:
Wir sind alle Helden. Denn wir haben Tschernobyl überlebt. Und diverse weitere Zwischenfälle in der heimischen Atomindustrie.
Cassandra schrieb am 28.01.2010 um 15:59
Stimmt, Chrisamar. Ich halte auch nicht viel von dem Generationengeschwafel. Was ist schon eine "Generation"? - Vielleicht schreibe ich dazu mal was, wenn ich Zeit habe.
Sotho Talker schrieb am 28.01.2010 um 10:16
ja die 68er wollten die welt verändern.

so... die welt HAT sich verändert.

aber eins kann man den 68ern nicht vorwerfen: DIE waren das ganz sicher nicht.

selber ein kind der "generationsgrenze" zu sein bringt eine eigene interessante perspektive auf dieses thema.

medial präsent war diese generation (für damalige verhältnisse!), aber gesellschaftlich bewegen konnte sie nicht wirklich, und wenn dann nur an der oberfläche und in kleinen bereichen. (die wahrheit schmerzt!)

somit erklären sich auch beide texte.
sowohl die alte generation als auch die junge: beide suchen die verantwortung für alles was schiefgelaufen ist beim anderen (die positiven aspekte werden ohnehin völlig ausgespart)

der wahre "schuldige" ist aber die gesellschaftliche trägheit bei veränderungen und die aufrechterhaltung der illusion einer revolution die eben keine war!

und somit ist für die tatsächliche veränderung die mit der welt vorgegangen ist genau der schatten jenes "establishments" verantwortlich den die 68er so engagiert, aber erfolglos, bekämpften, denn die verantwortlichen von heute und der letzten jahrzehnte sind (von wenigen ausnahmen ohne echten einfluss abgesehen) kein teil der damaligen bewegung gewesen, die ja nicht die gesamtheit einer generation umfasst hat sondern eben nur einen kleinen teil, auch wenn das gerne ein bischen selbstverliebt so dargestellt wird.

den 68ern bleibt nur ihr scheitern einzugestehen, nicht ein scheitern in der umsetzung, denn es gab keine umsetzung, sondern ein viel tiefergehendes scheitern, ein scheitern ihre ideale auch nur ansatzweise in der gesellschaft zu verankert zu haben.

dieses scheitern ist um so schlimmer weil es nicht eingestanden wird und versucht wird irgendwie ein mythisch verklärtes bild zu schaffen.

die jungen sollten nicht zu hart über diese 68er urteilen, denn eines bleibt bewundernswert an dieser generation: sie hat nie wirklich aufgegeben.
Streifzug schrieb am 28.01.2010 um 10:24
Scheitern?
Ein weites Feld.

born2bmild schrieb am 28.01.2010 um 11:11
Scheitern -> Scheiterhaufen
Gescheitheit?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.01.2010 um 11:30
Das wirklich Absurde ist doch, dass es z.B. Nazis immer noch gibt. Und in meiner Wahrnehmung ist es so, dass es immer mehr davon gibt.
Auch die Medienwunder der 68er gibt es ja noch. Wenn die auch immer mehr zur Lachnummer werden. Z.B. Rainer Langhans und seine Kommune. Oder Peter Sloterdijk & sein Bhagwhan.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.01.2010 um 11:35
Und die CSU!
Statt FJS wurde der Sohn verknackt. Für die Geschäfte, welche der Familientradition entsprechen. Die Junioren gleichen dem Alten auch optisch wie Zwillinge.
Und Albrecht hat sich auch selbst geklont. Jetzt ist er blond und tarnt sich als Frau. Frau Minister.
Sotho Talker schrieb am 28.01.2010 um 11:37
der link wirkt wie eine anklage und ich habe auf verständnis gehofft...
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.01.2010 um 11:40
Und der Staatsfunk! Alles voller Clone:
- Hardy Krüger Clon heisst auch Hardy Krüger.
- Der Sohne von Thun, heisst doch auch wie
sein Vater.
- Julio Iglesias = Julio Iglesias
- Wussow gibt es als mänlichen & als weiblichen Clon!

Alles wie immer. Nur das Publikum wechselt.
Sotho Talker schrieb am 28.01.2010 um 11:41
aha :) so funktioniert das hier. unterkommentare sindnicht möglich. nun den. der vorige kommentar geht "@Streifzug"

und dieser hier

@chrisamar
[quote]
Das wirklich Absurde ist doch, dass es z.B. Nazis immer noch gibt
[/quote]

weil dieses gesellschaftsphänomen meiner meinung nach kein kind des 20.jhdts ist sondern diese ideologie viel älter.

die geschichte der menschheit belegt meine these.
Cassandra schrieb am 28.01.2010 um 16:03
Sotho,

"die jungen sollten nicht zu hart über diese 68er urteilen, denn eines bleibt bewundernswert an dieser generation: sie hat nie wirklich aufgegeben."

Ist das "die Generation" oder einzelne Mitglieder dieser "Generation"?
hibou schrieb am 28.01.2010 um 17:02
mein Scheitel ist aber links?
Hermanitou schrieb am 28.01.2010 um 11:44
Große Dinge... das schöne Lied von Georg Danzer passt dazu, ich habs vor einiger Zeit ins Schwäbische transformiert, hoffe, man kanns trotzden verstehen:

Ond i ka mi no erinnern, es war zeitig in der Früh
Wie dr Mond no blass am Himmel g'standa isch
I ben leise aus der Tür g'schlupft, i war no a kloiner Bua
Große Dinge wollt i tun, des war mol g'wiß

I bin romgrennt ueber'd Wies hundert Meter bis zum Wald
Mit am Pfeil ond Bogen en der kloina Hand.
Ond em dünna Morgennebel war die Sonn scho ontrwegs
Ond Spinna dia hent feine Fäden g'spannt - über's Land.

Net weit auf oiner Lichtung han i mir a Hütte baut
Aus'm Reisig, des dort g'lega isch am Grund
Han mi g'fühlt wi an Indianer und han durch die Äste g'schaut
A paar Heidelbeern reig'steckt in da Mund

I war frei und ogebonda, koiner hot zu mir was g'sagt
Nur a Kuckuck aus der Ferne war zu hörn
Ond so isch der Tag verganga, bis zur Abenddämmerung
I han g'spürt, die ganze Gegend hot mi gern - bis hoch zu de Stern...

Große Dinge zu vollbringen, war mei allergrößter Wunsch
Große Dinge an die kloine Buba g'laubn
Böse Drachen zu bezwingen, a Prinzessin zu befrein
Ond dem Bua vom Nachbarn oine runterhaun - der tät blöd schaun !

Große Dinge zu vollbringa, war mei allergröschter Wunsch
Große Dinge an die kloine Buba g'laubn
Blöde Lehrer niedersinga ond mei Freundin zu befrein
ond der Frau vom Nachbarn onderd’ Röcke schaun- i tät mers traun!

Ond i kann mi no erinnra, als dann Abend worda isch
Bin i hoim do hot die Omama scho gwartet
Die hot gschempft: "Mensch, bisch du dreckig,
wie du aussiesch, kloiner Bua,"
doch dann hot se mit'm Kaiserschmarrn net g'spart

Große Dinge zu vollbringen, war mei allergröschter Wunsch
Große Dinge an die kloine Buaba g'laubn
Mittlerweile hot sich des ellas sozusagen relativiert
Nur den Kaiserschmarrn, den tät i gern no han - der war ein Traum !

in memoriam Georg Danzer 1946-2007
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.01.2010 um 11:57
Als Teeny war ich großer Danzer-Fan. Habe mehrere Konzerte in HH gesehen & sass immer auf der Bühne zu seinen Füßen. Mit den anderen Fans. Da war ich ca. 14.
Den Tätte ich lieber Hochdeutsch gelesen. Aber trotzdem: Danke!
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.01.2010 um 11:57
Pardon,
den Text hätte...
Hermanitou schrieb am 28.01.2010 um 14:08
@chrisamar:
Den nächsten Liedtext gibts auf höchstem Deutsch, versprochen!

Tja, Danzer tot, dann bleiben nur noch Fendrich und Ambroß von den großen Austria-Singern.
Bis denne
Hermanitou
Cassandra schrieb am 28.01.2010 um 16:20
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.01.2010 um 17:15
@ Cassandra
Danke für den Film.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.01.2010 um 12:20
@ Hermanitou

danke für den Liedtext von Georg Danzer, ein tiefsinniger Denker, Texter und Musiker.

Werde die alte Cassette von ihm mal wieder einlegen ("Keine Angst" aus den 90ern).

Hab nicht mitbekommen, dass er gestorben ist.
Ein Verlust! :(
Hermanitou schrieb am 28.01.2010 um 14:10
@Feli

Es gibt eine saugute DVD mit den Austria3, (Fendrich/Danzer/Ambros), da lebt der Danzer ziemlich noch und es amcht echt Spaß, anzuschauen und zuzuhören.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.01.2010 um 17:22
@ Hermanitou

Fendrich & Ambros sind mir zu schmierig.
Da gibt es aber einen anderen Österreicher. Und der ist ziemlich gut. Vermutlich ist er das Beste, was Österreich zu bieten hat:
Hubert von Goisern.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 28.01.2010 um 12:26
Hi Cassandra,

"Guten Tag - ich will mein Leben zurück..."

Die Reklamation von Wir sind Helden find ich ein super gutes Lied, o b w o h l ich vor 1978 geboren bin!!!

:)
poor on ruhr schrieb am 28.01.2010 um 13:29
Klasse Cassi! Toll! Du hast recht!
oranier schrieb am 28.01.2010 um 14:20
@ Cassandra

Gratuliere! Eine adäquate sinnreiche und kritische Antwort auf unkritische Nostalgie.
Cassandra schrieb am 28.01.2010 um 16:04
Danke. Genau das sollte es sein.
Lethe schrieb am 28.01.2010 um 14:25
irgendwann verwischen sich die Grenzen zwischen Opfer und Täter. Wir sind gespannt auf eure Kinder. Davon abgesehen ist es [i]billig[/i], die eigenen Fehler mit dem zu entschuldigen, was die Elterngeneration verbockt hat
Cassandra schrieb am 28.01.2010 um 16:07
Es ist genauso billig den eigenen Kindern zu erzählen, wie toll man selbst war/ist - und wie verweichlicht sie.

Die Entscheidungen jedes Einzelnen kommen nicht aus dem Nichts, sondern haben ihre Vorgeschichte in Erfahrungen und Genetischen Veranlagungen. Ich spreche niemandem seinen Teil der Verantwortung ab. Im Gegenzug sollte sich aber auch niemand von seinem Teil befreien.
ich schrieb am 28.01.2010 um 14:29
Sämtliche Mitglieder der Band "Wir sind Helden" wurden vor 1978 geboren. Hat das irgendetwas zu bedeuten?
Cassandra schrieb am 28.01.2010 um 15:52
:) ja
Deaktivierter Nutzer schrieb am 29.01.2010 um 19:59
Es gab mal ein schönes Rowohlt-Buch mit dem schönen Titel "Wir waren Helden für ein Tag". Forever Punk!
poor on ruhr schrieb am 28.01.2010 um 15:34
@cassandra
Besonders gut gefallen hat mur, dass Du die Rolle der Hleden auseinandergenommen hast. Damals als ich so bescheuert war, zur Bundeswehr zu gehen wollte ich wohl einer sein, aber gottseidank wird man älter und man kann sich von den Idiotien seiner Jugend verabschieden. Heldendenkmäler mit verblichenen Knochen darunter haben wir in Deutschland mehr als genug. Es sind viel zu viele! Nie weider Krieg!
Cassandra schrieb am 28.01.2010 um 16:08
Genau. Helden sind tot. Wir leben. Wer sich selbst als Held sieht...
Titta schrieb am 28.01.2010 um 19:26
Hallo Cassandra,

ist deine Darstellung der beschriebenen Verhältnisse und Befindlichkeiten nun die Beschreibung einer bestimmten Generation oder nicht doch eher die einer bestimmten Schichtenzugehörigkeit?
Das habe ich mich auch schon bei Streifzugs Beitrag gefragt, aber bei deinem noch viel mehr.

Wäre dies der Fall, träfe dann die Kritik (auch vieler Kommentatoren) an den 68ern immer genau haarscharf daneben.

Selber in den 60ern geboren, würde ich mich dennoch nicht als den 68ern zugehörig fühlen. Ich konnte schon genießen von den Früchten...

Ich denke, jede Generation muß sich auf ihre Weise von der davor emanzipieren. Nur warum man darüber ins Greinen geraten muß, verstehe ich nicht.

Liebe Grüße
Titta
Cassandra schrieb am 28.01.2010 um 20:05
Hallo Titta, es geht eigentlich weniger um die einzig richtige Wahrheit...schon gar nicht um eine gegreinte.

Liebe Grüße,
Cassi

PS. Schön von dir zu hören...
merdeister schrieb am 28.01.2010 um 20:22
Titta,
wo bist Du gewesen und was ist mit Ernst passiert?
Cassandra schrieb am 28.01.2010 um 20:31
Ich dachte, es sei sein jüngerer Bruder?
Titta schrieb am 28.01.2010 um 20:50
Ach, seit letzter Woche weiß ich:
Wahrheiten gibt's eh nicht mehr seit der flüchtigen Moderne, wenn, dann überhaupt nur noch relative. Und Ethik ist jetzt vor allem nur noch eine der Professionen, weshalb sie gleichzeitg professionell und ebenso relativ geworden ist.

So, jetzt weiß der merdeister auch, womit ich mich die letzte Woche beschäftigt habe. Mit der Ethik, und ihrem Hauptgegenstand, dem Guten, was mich aber, wie mir reflektiert wurde, kein Stückchen besser gemacht hat. Was dann aber auch wiederum prima zur flüchtigen Moderne paßt, weil da das Wissen eh zu nichts Eigentlichem mehr führt, außer zu der ewigen Wiederholgung von Lernen, Vergessen, weil das Wissen nicht mehr aktuell ist, Lernen, Vergeseen ...
Und das alles resultiert aus dem Verlust des Göttlichen wie dem Gewinn der persönlichen Freiheiten und führt zu einer Funktionalisierung aller Lebensbereiche, damit eben auch zur Funktionalisierung von Lerninhalten.
Wollte ich euch nur schnell mal eben kundtun, weil demnächst kann ich das ja wieder vergessen...

Übrigens ist es ein sehr schönes Gefühl, wenn man vermißt wird.
Danke!
Titta schrieb am 28.01.2010 um 20:54
PS.
Was mit dem Ernst gewesen ist?
Ich glaub, der hat mich gefressen.
merdeister schrieb am 28.01.2010 um 21:35
Scheiß auf die Moderne! Lass uns tanzen:

Wort
Magda schrieb am 29.01.2010 um 10:00
"Nur warum man darüber ins Greinen geraten muß, verstehe ich nicht."

Jeder greint über andere Sachen, liebe Titta. Schon vergessen?
Titta schrieb am 29.01.2010 um 17:50
@merdeister

Bussi.
Geiler Vorschlag! Tanzen wir auf die Verhältnisse und den Ernst einfach weg. (Hat JA eigentlich noch mal was in Richtung Communitytreffen gesagt? Wenn er uns schon pflegen will, dann auch richtig mit Schampus und allem! Magda, hast du gehört, Alk ohne Ende und umsonst. Ich sorg auch dafür, daß dir an dem Abend der Nachschub nicht ausgeht.)
Titta schrieb am 29.01.2010 um 17:53
@Magda

Schläge als Erziehungsmittel, so was vergißt man nicht, nein.
merdeister schrieb am 29.01.2010 um 19:43
JA gibt so viele Interviews zur Gartenpflege, der zum feiern gar keine Zeit. Wir sollten das mal wieder einfließen lassen. Juni fände ich nett und der Salon zählt nicht :-p
Deaktivierter Nutzer schrieb am 29.01.2010 um 20:01
alles macht nix, wenn wir tanzen, galore! ;o(
lles machtz
Magda schrieb am 29.01.2010 um 20:16
Ach Titta nicht schon wieder. Auch andere Menschen haben ein Leben.

Nicht immer dasselbe. gähn...
Titta schrieb am 30.01.2010 um 01:16
@merdeister

Juni fänd ich auch klasse. Ab Juli ist bei mir MT angesagt. Und Berlin mal ohne Frieren wäre eine ganz neue Erfahrung für mich. War das letzte Mal vor 16 Jahren da.
Cassandra schrieb am 30.01.2010 um 02:11
Gartenparty?
Titta schrieb am 30.01.2010 um 12:54
@Cassi

Bei JA?
Schön, das eröffnet dann auch die Möglichkeit des Gartenfrevels bei ihm, mit der ich immer noch sehr liebäugele.

@Magda

Ja dann schlaf schön.
I.D.A. Liszt schrieb am 29.01.2010 um 00:00
Sehr schön, Cassi. Ene angemessene Replik auf unseren gestreiften Freund.

Du hast ja mit vielem recht. Und viele der Kommentare haben auch in vielem recht.

Jede Münze hat zwei Seiten usw. usf. etc.pp.

Wir - die Prä-78er - haben uns aber an eurer Generation vorauseilend gerächt, indem es unter den Post-78ern ganz viele Kevins und Chantals gibt.
Cassandra schrieb am 30.01.2010 um 02:03
Na toll. Da bemerkt man dann die vielen kreativen Eltern, von denen Streifzug sprach: Kevin und Chantal.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 29.01.2010 um 22:57
1979, das wär was gewesen, da hätt ich was erzählen können, aber so?
Cassandra schrieb am 29.01.2010 um 22:59
Soll ich den Titel ändern oder machst du's auch so?
Cassandra schrieb am 29.01.2010 um 23:01
smily
Deaktivierter Nutzer schrieb am 29.01.2010 um 23:09
ok, am 5.januar des jahres machte ich bei schnee und eis meine führerscheine fürs auto und motorrad in osnabrück, einmal in zehn minuten die innenstadt umkreisend. alle waren sehr nett, weils sehr ungemütlich war. und im sommer gings mit eigenem käfer in rot mit 50 ps nach frankreich. also: 1979. verkehrskollaps.
Cassandra schrieb am 30.01.2010 um 02:09
hmm. Jetzt nach Frankreich....mir ist gerade kalt, der Gedanke wärmt ein wenig. Imaginär.

Ich habe meinen Führerschein auch im Januar gemacht, die Stimmung des Prüfers war der Außentemperatur angeglichen. Aber war nur Autochen. Ansonsten setz ich auf meine BahnCard.
Cassandra schrieb am 30.01.2010 um 02:11
...und es war natürlich weder 78 noch 79.
oranier schrieb am 30.01.2010 um 02:35
Haste gleich bestanden, oder so:

Will einer (!) über 'ne Kreuzung fahren, kommt eine (!) von links und nimmt ihm die Vorfahrt. Er kann gerade noch 'ne Vollbremsung machen, beide kommen zum Stehen. Er kurbelt die Scheibe runter und ruft: "Sie haben wohl keine Fahrprüfung gemacht!" Sie ruft zurück: "Vielleicht öfter wie Sie!"
Titta schrieb am 30.01.2010 um 12:49
Ja, ja, oranier, zwei Dinge werden sich nie ändern auf dieser Welt.

1. Männer haben immer recht.
2. Die Welt ist eine Scheibe.
Cassandra schrieb am 31.01.2010 um 00:55
Nur, lieber Oranier, dass die Frau nicht "wie" sondern "als" sagen würde, weil sie im Unterschied zu den meisten Männern diese grammatische Regel beherrscht.
luggi schrieb am 31.01.2010 um 01:21
Dieser Kommentar wurde aufgrund eines Verstoßes gegen die Netiquette/AGB gelöscht.
Cassandra schrieb am 31.01.2010 um 01:42
Howgh.

Nunja, luggi, aber damit wird das hier von O. gezeichnete Szenario noch unwahrscheinlicher, als es ohnehin schon ist.
luggi schrieb am 31.01.2010 um 02:03
Dieser Kommentar wurde aufgrund eines Verstoßes gegen die Netiquette/AGB gelöscht.
oranier schrieb am 19.02.2010 um 11:02
Da bin ich wohl missverstanden worden. Meine ironische Antwort habe ich löschen lassen, weil sie mir im Nachhinein, zumal im Zusammenhang mit dem nun gelöschten, als zu milde erschien. Aber dieser Kommentar ist natürlich auch zu löschen, wegen seiner eindeutigen sexistischen Beleidigung in der Anrede an mich.
Grüße
oranier
oranier schrieb am 19.02.2010 um 11:09
Da bin ich wohl missverstanden worden. Meine ironische Antwort habe ich löschen lassen, weil sie mir im Nachhinein, zumal im Zusammenhang mit dem nun gelöschten, als zu milde erschien. Aber dieser Kommentar ist natürlich auch zu löschen, wegen seiner eindeutigen sexistischen Beleidigung in der Anrede an mich.
Grüße
oranier

Ich bitte zu meiner Orientierung um Nachricht, ob die Redaktion die Sache nach der Löschung etwa auf sich beruhen lassen will, denn ich habe das jedenfalls nicht im Sinn.
o.
Tessa schrieb am 19.02.2010 um 13:17
Lieber luggi,

persönliche Beleidigungen anderer Nutzer verstoßen gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wiederholte Verstöße gegen die AGB führen zu einer Sperrung des Accounts. Bitte wahren Sie einen respektvollen Umgang miteinander.

Herzliche Grüße
Tessa
Cassandra schrieb am 19.02.2010 um 13:32
Pfui, pfui, wiesu blus?

Cassandra schrieb am 19.02.2010 um 13:58
Ich bin mal so frei. Den Grund der Löschung habe ich herausgenommen:

luggi schrieb am 31.01.2010 um 01:21

@titta
1. Männer haben eine Scheibe.
2. Die Welt hat immer Recht.

und ich habe geschrieben
Cassandra schrieb am 19.02.2010 um 14:08
schon gesehen :)

Vielen Dank. Bei youtube steht als einziger Kommentar: "Um das lustig zu finden, muss man wohl links sein."

Derjenige ist kein Kenner. er hat das "irgendwie" vergessen...
oranier schrieb am 19.02.2010 um 17:35
Liebe Tessa,

ein butterweicher Kommentar, wie ich finde.

Persönliche Beleidigungen verstoßen gegen das Strafgesetzbuch und können bei Anzeige und Strafverfolgung mit einer Geldstrafe oder bis zu einem Jahr Haft geahndet werden. "Unsere Nutzungsbedingungen" sind dafür völlig irrelevant. sie heben, egal, wie formuliert, das Strafgesetz nicht auf, sondern können insoweit nur unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit greifen.

Wenn man bedenkt, dass es ein halbes Monatsgehalt (15 Tqagessätze) kostet, einen Polizisten "Witzbold" zu nennen, dann mag luggi sich ausmalen, zu welchem Urteil ein solches Bündel an Beleidigungen führen könnte, das er, völlig losgelöst von einem streitbaren Disput, in dem ich mich mit ihm befunden hätte und der scharfe Worte zwar nicht rechtfertigen, aber vielleicht wenigstens erklären könnte, aus keinem anderen Interesse als dem der bloßen persönlichen Verunglimpfung meiner Person hier losgelassen hat.

Grüße
oranier
oranier schrieb am 19.02.2010 um 18:02
Hallo Cassandra,

Ich mache mir ernsthafte Gedanken darüber, wieso ich hier nach über zwei Wochen über solche gezielten und gebündelten Beleidigungen gegen meine Person stolpere und niemand, nicht du, nicht Titta, nicht sonst jemand daran Anstoß genommen hat.

Dieser Umstand empört mich ebenso wie er mich verwundert, und dass du nun, nachdem der Kommentar durch meine Intervention beseitigt wurde, ihn noch meinst abschließend verharmlosen zu müssen, indem du der Sache eine scheinbar scherzhafte Wendung gibst, dazu fällt mir nun wirklich nichts mehr ein.
SiebzehnterJuni schrieb am 19.02.2010 um 20:32
Hallo Cassandra, ich glaube, es ist wirklich sinnvoll, einen eigenen Blog zu schreiben, nachdem ich sehe, was hier so los ist - und das bei einem so wunderbaen Artikel von Dir!! Ciao friedrich
Titta schrieb am 19.02.2010 um 23:52
Lieber Oranier,

da du mich direkt angesprochen hast, möchte ich dir auch direkt antworten.
Ich habe den Kommentar von luggi gelesen und fand ihn daneben, genauer, ich fand ihn mehr als grenzwertig, also die Grenze war überschritten, ja.
Ich habe es gemerkt, ich habe die Grenze gespürt, die überschritten war, aber nichts dazu gesagt.

Nun frage ich mich, wieso ich nichts gesagt habe.

Eine Erklärung, die ich aber nicht als Entschuldigung mißverstanden haben möchte, ist:
Ich bin hier selbst schon so oft in beleidigender Weise persönlich angegangen worden, daß ich so etwas bereits nicht mehr wirklich ernst nehme. Vielleicht habe ich selbst dabei ein wenig das Maß und auch das Gefühl verloren. Für meine Grenzen und für die von anderen.

Gut ist das nicht. Wenigstens bin ich durch deine Intervention darauf aufmerksam geworden.

Eine Frage an dich: Wieso hast du so lange gewartet mit deinem Einwand?

Was mich nun beschäftigt, daß mein/unser fehlendes Anstoßnehmen dich mehr zu beschäftigen scheint als die Beleidigungen selbst.

Liebe Grüße
Titta
luggi schrieb am 20.02.2010 um 00:11
Die Beleidigung steht oben:
Datum 30.01.2010
Uhrzeit 02:35

Und die Beleidigung war nicht allgemein, sie war personifiziert.
Titta schrieb am 20.02.2010 um 02:51
luggi,

dein gelöschter Kommentar steht nach meinem Dafürhalten in keinem Verhältnis zu dem Witz von Oranier.
Erwartet hätte ich jetzt schlichtweg eine Entschuldigung von dir.
Stattdessen spitzt du weiter zu.
oranier schrieb am 20.02.2010 um 15:50
Liebe Titta, liebe Cassandra,

ich verstehe, ehrlich gesagt, eure Einwendungen nicht recht. Erstens ist die Erde in wirklichkeit eine Kugel, liebe Titta, und also hat hier tatsächlich wieder mal der Mann gegen dich recht. Und zweitens ist es ja wohl erwiesen, dass Frauen nicht einparken können. Das alleine wäre ja aber nicht so schlimm, jedoch können sie im Gegensatz dazu offenbar ausparken, und das ist allerdings die leidige Voraussetzung dafür, dass sie unsereinen im Straßenverkehr ständig behindern und gefährden.

Und dass die Geschichte oben wahr ist, dafür verbürge ich mich. Die hat mir selber einer erzählt.

Und was, liebe Cassandra, ermutigt dich angesichts solch signifikanter defizitärer Eigenschaften dazu anzunehmen, sie könnten wenigstens korrekt sprechen?

Ein weiterer Mangel, dass sie nämlich naturgegeben schwache und wehrlose Personen sind, findet allerdings seinen gerechten Ausgleich in einer feinen gesellschaftlichen Konvention: dass ihnen nämlich ungerufen sogleich todesmutige starke Ritter mit mehr als schlagkräftigen Waffen beistehen, sobald sie den gefährlichen Angriffen von alten Parkinson- und Alzheimer-kranken Rollstuhlfahrern ausgesetzt sind.

Den Ruch, dass die Frauen auch noch undankbare Geschöpfe sind, solltest du, liebe Cassandra aber nun schleunigst durch eine entsprechend ergebene Dankesadresse zerstreuen.

Meint jedenfalls mit freundlichen Grüßen der
oranier
Cassandra schrieb am 20.02.2010 um 17:40
Liebster Oranier,

Frauen können nicht Auto fahren? Natürlich nicht. Aber Männer noch viel weniger, da ihre Triebe sie permanent daran hindern. Manchmal, aber nur manchmal, hat der liebe Gott ein Einsehen.



Ich vermute, dass die Gene beim Verfassen deines Kommentars ebenfalls die Überhand hatten, da du so deine Position dem weiblichen Geschlecht gegenüber zu erhöhen hofftest - denn wie wir in Augsteins Blog lesen durften, können wir Frauen ja mit kleinen Lichtlein nichts anfangen.

Die Schlussfolgerung daraus, Frauen seien schwach und hilflos ist aber leider nicht ganz korrekt, mein Lieber. Vielmehr bietet diese Annahme eine Grundlage dafür, dass Männer sich toll vorkommen können.
Als Ergänzung passt hier der Ausschnitt eines Textes von einem Blogger dieses Forums, den ich über die Maßen schätze. Ich gehe aber aufgrund deiner Kommentare davon aus, dass du bisher so ignorant warst und noch nichts von ihm gelesen hast:

Für den übrigen Warenmarkt gilt auch noch: den angestrebten Artikel als wertlos heruntermachen, um den Preis zu drücken. Doch das ist hier ein Problem, denn der Verkäufer ist hier selber die Ware und möchte und sollte deshalb tunlichst gelobt werden. Das Heruntermachen kann dann in diesem Falle nach dem Erwerb geschehen.


Aber, dieses Feilen an der scheinbaren Überlegenheit will frau ihnen ja nicht nehmen, dann sind sie nämlich tödlich beleidigt und man kann noch weniger mit ihnen anfangen...

Du siehst, Undankbarkeit ist jedenfalls in meinem Fall zutreffend wie Dankbarkeit nach meinen Ausführungen unnötig ist. In Punkto sprachliche Fähigkeiten verstehe ich überhaupt nicht, woher du das Fragezeichen nimmst.

Herzliche Grüße,
Cassi
oranier schrieb am 01.03.2010 um 00:06
Liebe Titta,

hier meine späte Antwort. Warum ich mit meiner Intervention so lange gewartet habe? Ich habe den Kommentar in seiner schlimmen beleidigenden Dimension erst so spät wahrgenommen.

Deine Gedanken über den Verlust von Maß und Gefühl angesichts des Erduldens von grenzüberschreitenden Beleidigungen haben auch mir nun wiederum sehr zu denken gegeben - danke dafür!

Du fragst, warum dein /euer fehlendes Anstoßnehmen mich mehr beschäftigt als die Beleidigungen selbst. Meine Antwort ist schlicht: weil ich mich dir und Cassandra hier in nicht geringem Maße freundschaftlich verbunden fühle. Freundschaftlich verbunden fühle ich mich zuumal mit Leuten von einigem intellektuellen und charakterlichen Niveau, mit denen ich bereits einen fruchtbaren Austausch hatte, und Freunde können mich eben mehr enttäuschen als irgendjemand, der grundlos andere mit solchen schlimmen Anwürfen angreift.

Dass der sich trotz deines entsprechenden Hinweises eben nicht entschuldigt, sondern sich stattdessen diese groteske Umkehrung einfallen lässt, als sei ich hier der Beleidiger, das ist wohl seinem besonderen intellektuellen und charakterlichen Niveau geschuldet.

Was er dergestalt hier wohl noch unbedingt offenbaren musste.

ebenfalls liebe Grüße
oranier
Deaktivierter Nutzer schrieb am 29.01.2010 um 23:20
als berufsjugendlicher braucht man ein neues gesicht:
Cassandra schrieb am 30.01.2010 um 02:05
Wie oft...? Schmerzhaft zuweilen, oder?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 30.01.2010 um 12:52
keine ahnung, friebe fragen. ist jedenfalls vor '78 geboren.
Giuseppe Navetta schrieb am 31.01.2010 um 05:18
Schöner Artikel oder Beitrag!

Bemerken möchte ich lediglich, dass es ja sehr unterschiedliche Entwicklungen der sogenannten 68er - Protestgeneration in den europäischen Ländern gab, bzw. diese schon damals recht unterschiedlich waren. Ich kann einem, wie ich finde, clowneskem Langhans nicht soviel abgewinnen, an jeder Ecke scheint bei diesem Typus die meistenteils groß- oder bildungsbürgerliche Herkunft durch, die auf leicht modifizierte Weise dann an die nächste Generation weitergegeben wird. Ebensowenig sehe ich unsere "BRD 68er" als einen bedeutsamen Bestandteil der traditionellen linken Kultur im Sinne der Arbeiterbewegung an - das waren sie und wollten sie vielleicht auch nicht sein.

Ebensowenig aber halte ich etwas vom generell in den Medien in Mode gekommenen 68er - Bashing, ganz so, als wenn es nichts wichtigeres gäbe. Vieles davon halte ich für ausgesprochene Wichtigtuerei, Pier Paolo Pasolini hat zu seiner Zeit mehr oder weniger alles Entscheidende und Kontroverse schon dazu gesagt und Ausgüsse im Format eines Herrn Fleischhauers beispielsweise sind geradezu lächerlich dazu - schon der Vergleich verbietet sich im Grunde genommen.

Als kurz nach dem Pariser Mai 68 Interviews der Bevölkerung im TV auftauchten, konnte man ganz im Gegensatz zu den deutschen Kommentaren nach dem Attentat auf Dutschke, positive Stimmen aus der Bevölkerung vernehmen, was mit großer Wahrscheinlichkeit auch damit zusammenhing, das die revoltierenden Studenten ganz bewußt den Kontakt zur Arbeiterschaft und den Gewerkschaften suchten.

In Italien mündete ein Teil der damaligen Bewegung in den in den Siebzigern dort neu gegründeten von den traditionellen Großgewerkschaften autonomen Basisbewegungen der Arbeiter. Wer auch nur ein wenig Kenntnis von süditalienischen Lebensverhältnissen und den Arbeitsbedingungen aus der damaligen Zeit hat, kann die Militanz und Verweigerung dieser Basisgruppen verstehen (Heute sind es in der Landwirtschaft tätige Immigranten, deren Würde in einer dort fast schon vorherrschenden protofaschistischen Gesellschaft mit Füßen getreten wird, die revoltieren.)

Giuseppe Navetta schrieb am 31.01.2010 um 19:23
Kleine Ergänzung: Im Gegensatz zu den zum Teil positiven Kommentaren der Pariser Bevölkerung zu den Protesten hörte man in Berlin nach dem Attentat Kommentare wie "...die gehören ja sowieso in ein Arbeitslager oder gleich erschießen...".
Mittelstandskind Ost schrieb am 02.02.2010 um 19:51
Sehr schön Guiseppe,
So ist es, und selbst unter den Studenten war es doch nur eine Minorität, die die kommunistische Ideologie vertraten. Der SDS, das war für die Meisten doch nur der Todfeind („Auf der Flucht erschiessen“). Wenn etwas an der 68er Generation in Deutschland bemerkenswert ist, dann doch die Veränderung der Kultur. Die neuen Technologien und Wirtschaftspotentiale (materielle Sättigung der Mittelschicht, TV, Massenmobilität usw.usf.) führten zu einer Bewusstseinsänderung die mit dem alten Überbau und Strukturen der früheren Generationen nicht mehr kompatibel waren. Die Erfahrung mit der Nazivergangenheit führte auch zum moralischen Bruch mit den Eltern. Der „Identifikationskampf der Generationen“ (wie er immer abläuft) vollzog sich besonders augenscheinlich.
So würde ich das meinen Kindern erklären.
Das Gefasel von 68ern ist immer mit Intention.
Überhaupt ist Generation ein stark schwammiger Begriff,
Cassandra schreibt z.b.
„Zur Schule fuhren wir spätestens ab der Oberstufe mit dem Auto, das wir euch abgequatscht hatten.“
Diese Annahme das Jugendliche von ihren Eltern Autos geschenkt bekommen trifft wahrscheinnlich auf keinen Jugendlichen in Prenzlau zu, aber dafür auf viele Jugendliche in Memmingen.
Wenn die jüngeren Menschen und ihre Kultur in Deutschland zu charakterisieren wären, dann würde ich zuerst dass Internet als maßgeblichen Faktor nennen. Des Weiteren die kollektive (es gibt nich viele Ausnahmen) Erfahrung, eine geringer erträglichen Karriere einzuschlagen als die Eltern (das trifft auf die meißten Kinder von Arbeitslosen ebenso zu wie auf die Kinder der Mittelschicht). Und dann müßte man noch das Verhältnis zur Elterngeneration klären, das Verhältnis zu der Kultur, in die die Generationen hereinwachsen.
Die Kultur, die in Deutschland „herrscht“ brüstet sich mit ihrer Freiheit, Freiheit in allen Dingen…
Doch was ist das für eine Freiheit… die Einen zerstört sie, weil sie nicht mit ihr klarkommen, weil sie sich an nichts halten können, weil alles relativ ist und nichts sicher , weil alles Risiken birgt und nichts gesehen wird wofür es sich zu regen lohnt.
Die Anderen erkennen die Heuchelei der Eltern weil alles voller Widersprüche steckt, weil sie das Glück haben endlsoe Freiheit zu genießen, aber nur wenn der Geldbeutel endlos ist,
weil alles so frei ist, aber doch so viel von den Eltern abhängt,
weil alles so frei ist, aber alle Ansprüche an einen stellen,
weil alles so frei ist aber man immer politisch korrekt sein muss,
weil alles so frei ist, man aber immer eine Lohnarbeit haben muss,
weil alles so frei ist, außer eben der Zwang der Vermehrung, der Vermehrung des Kapitals.

Und wenn ihr mich jetzt entschuldigt oder wenn ihr meinen Kommentar für zu unübersichtlich erachtet, nehmt zur Kenntnis
ich muss lernen für mein Studium, damit ich den Stand meiner Eltern hinfortrage mit mir.

Gruß MOst

PS.: Im Übrigen muss ich feststellen, dass meine Gedanken denen eines Gleichjährigen Azubis aus der Oberlausitz, oder denen eines Sohnes türkischer Einwanderer aus dem Ruhrpott, oder denen des Vietnamesen der im Gemüseladen um die Ecke seiner Eltern aushilft, oder etwa denen des Kindes vom schwäbischen Bauernhof, wo alles Bio ist und immer Knete da is, vollkommen verschieden sind (wahrscheinlich).
Cassandra schrieb am 04.02.2010 um 03:03
Lieber Guiseppe, vielen herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar!

Ich habe mir zwar schon sagen lassen, dass es in der Bewegung jene und andere Strömungen gab, aber richtig Ahnung habe nicht. Somit: bildend :)

Dennoch, wenn ich auch keine Ahnung habe: Das, was ich bisher gehört habe, empfinde ich als überaus sympathisch. Mir stinkt Lethargie, ich hätte gerne Veränderungswille. Mein Blog, wenn auch nicht durch und durch unernst gemeint - und gewiss an vielen Stellen auch wahr - war vor allem eine Antwort auf Streifzugs Blog, den ich direkt in der ersten Zeile verlinkt habe.

Eine Bekannte erzählte mir übrigens einmal eine ganz ähnliche Geschichte, wie du sie hier bringst: Sie war zum Studium ausgezogen und irgendwann während dessen dann den gerade gegründeten Grünen beigetreten. Zu Hause hörte sie daraufhin Kommentare wie: "Für Ungeziefer wie euch müsste man die Konzentrationslager wieder aufbauen."

Was ich lediglich ernüchternd finde, ist, wie viele ihre damalige Position mittlerweile in Gegenteil verwandelt haben. Sobald man Geld hat und einer anderen Klasse angehört, hat man eben auch weniger Interesse daran, die unter einem daran zu beteiligen...
Cassandra schrieb am 04.02.2010 um 03:10
Liebes Mittelstandskind Ost,

vollkommene Zustimmung. Ich selbst habe von meinen Eltern auch nie ein Auto bekommen, hätte es auch nicht, wenn ich sie darum gebeten hätte :)

Was ich gezeichnet habe, war eine Variation, wie im ersten Satz geschrieben. Ich sehe den Begriff "Generation" sehr kritisch und so gut wie nie zutreffend. Dazu müsste ich jetzt sehr, sehr weit ausholen, vielleicht tue ich das in einem späteren Blog. Im Moment nur so viel: Es gibt in jeder Generation solche und solche. Der einzige Unterschied ist, dass sie auf andere Situationen reagieren müssen. Natürlich prägt das auch, aber ja nicht völlig vereinnahmend. Es kommt hauptsächlich immer noch darauf an, wie ich das letztendlich mache. "Charakter"sache.

Aber eins kann ich wohl mit gutem Gewissen behaupten: "Frei" fühlt sich fast keiner. Ich sehe einen Trend in Richtung Sicherheitsstreben.

Gute Nacht. Cassandra
Giuseppe Navetta schrieb am 04.02.2010 um 16:53
@Cassandra...stimmt, für einige vielleicht zuviele Personen ist Deine Einschätzung leider stimmig, sobald sie ihre Schäfchen ins Trockene gebracht haben, spielt die soziale Frage von da an nur eine untergeordnete Rolle, glückerlicherweise trifft das aber nicht auf alle Personen zu. Die Ignoranz der Wohlsituierten oder der Machthaber gegenüber der sozialen Frage, ist aber, um es etwas pathetisch ausdrücken, nicht nur einfach zynisch sondern vorallendingen auch dumm, setzt sie doch auf Dauer bzw. inzwischen schon mittelfristig absehbar die demokratische Ordnung "aufs" Spiel.

Beste Grüße

Giuseppe
Uwe Theel schrieb am 12.02.2010 um 18:33
@ cassandra

ich bin vor 1978 geboren und frage Dich, was meinst Du, warum kommt mir Dein Text so (selbst)mitleidheischend vor, schmeckt mir so nach stecken gebliebenen Tränen?

Streifzugs Text erzählt einfach und geradeheraus von einem wirklichen Leben, das ich auch kenne, Dein Text von verpassten Gelegenheiten, derer man sich mit Nachmachern tröstete und tröstet.

Du bewohnst keine "Spielwiese", die "wir" einmal gehabt hätten, sondern greinst allenfalls keine solche zu haben, auch nur in der Kindheit gehabt zu haben, ohne wirklich davon zu wissen, was "wir" hatten/haben.

Die Welt als ganzes ist übrigens nie eine Spielwiese gewesen, wiewohl es Ecken der Art auf ihr gibt, die auch zu nutzen sein sollen.

Von Deiner plumpen Anti-68er-Anmache schweige ich hier.

Ich glaube gerne, dass Du es nicht leicht hast, aber wie soll es auch befriedigend sein, nur immer mit dem leben zu müssen, was man macht, um nur nicht so werden zu müssen, wie man glaubt, dass die eigenen Eltern, versagt habend, seien? So war die Negation der Negation, glaube ich, nicht gemeint.

"(Be)Kämpfe" nur weiter so! Die notwendigen Kämpfe werden aber nach vorne geführt und nicht gegen die eigenen Gespenster der Vergangenheit.

Ich weiß wovon ich spreche, ich wählte noch nie FDP und ich habe eine Tochter, die gut 10 Jahre nach 1978 geboren wurde.

la lotta continua

U.T.
Cassandra schrieb am 12.02.2010 um 21:43
Du hast meinen Text nicht verstanden. Macht aber nix.
Cassandra schrieb am 12.02.2010 um 21:50
Noch eins:

und frage Dich, was meinst Du, warum kommt mir Dein Text so (selbst)mitleidheischend vor, schmeckt mir so nach stecken gebliebenen Tränen?


Das kann ich dir nicht beantworten. Das musst du schon selbst tun.
merdeister schrieb am 12.02.2010 um 21:55
2:1 für Cassi.

"Ich weiß wovon ich spreche"

Sag den Satz nur oft genug vor Dich hin, dann klingt er merkwürdig bekannt. Wie aus einer fernen Vergangenheit, die niemals Zukunft werden sollte.
Cassandra schrieb am 12.02.2010 um 21:58
Uwe Theel schrieb am 12.02.2010 um 23:48
@ cassandra

Es sieht verdammt so aus, als könntest Du Deinen eigenen Text nicht verstehen, aber vielleicht beherzigst Du den naßforschen Rat von merdeister und liest ihn Dir oft genug laut vor, um zu bemerken, daß Du Dich bei jedem, angefangen von Deinen Eltern bis zu allen ihren Generationsgenossen darüber beklagst, welches harte Schicksal sie Dir bereitet haben – Du nennst es „Chaos“. Diese Klage steht bei Dir an der Stelle des berichteten Glücks von Streifzug in deren Text. Ich werde jetzt hier nicht jeden Deiner Sätze einzeln zitieren, um Dir das zu belegen, jeder der lesen und verstehen kann, wird das selbst schaffen.

Ein Beispiel kann ich mir aber nicht entgehen lassen: Der 68er-Generation die Erfindung ds Privatfernsehehns und des Fastfoods zu Ruuhigstellung ihrer Kinder vorzuwerfen, ist nun wirklich mehr als lächerlich.

Wenn Du dann „dramaturgisch“ in platter Umdrehung der Sätze von Streifzug deren Haltlosigkeit suchst zu belegen, dann ist dies nicht das Hervorbringen von Gedanken, die etwas sagten, sondern mechanistisches Wortgedrechsel.

Deinen Kinder jedenfalls, falls Du welche hast, die können einem wirklich leid tun, aber ich bin sicher, Du hast einen besseren Grund, Deine Kinder aus jedem Schlammassel herauszuboxen, als meinen Eltern ihn im Fall der Fälle hatten, oder ich ihn bei meiner Tochter hätte?! Womit ich zu der Frage komme: Wie hast Du denn Deinen Text gemeint, den Du als „Antwort“ auf Streifzugs Erinnerung verstanden wissen willst? Wirklich gefragt hat Streifzug nämlich gar nicht, aber sehr überzeugend von sich erzählt.

Schließlich: Dass Dir Deine Tränen über Dein Unglück, daß Du – ich kann es letztlich nicht wissen, aber Du hast es so geschildert – in Deinem Elternhaus erfahren hast, stecken geblieben sind, offenbart sich mir darin, daß Du außer, dem das Gegenteil belegenden, klagenden Groll nichts von Dir offenbarst, das darauf schließen ließe, Du habest Dich von Deinen Eltern emanzipiert und würdest wenigstens Deine eigenen Fehler begehen, statt nur den Scheiße weiter zu machen, den Deine Eltern Dir offenbar nur beigebracht haben.
Uwe Theel schrieb am 13.02.2010 um 00:01
Hallo, lieber merdeister

solche chicen, hermetischen Kurzsätze, die gewöhnlich mehr daher rühren, dass man selber nicht weiter nachdenken will oder kann, sind es mir nicht wert ausführlicher beantwortet zu werden. Du solltest Sätze (syntaktisch ist das Folgende nicht einmal ein Satz, sondern könnte allenfalls ein Buchtitel sein) wie "Wie aus einer fernen Vergangenheit, die niemals Zukunft werden sollte." jedenfalls nicht einmal für einen gelungenen Aphorismus halten, solange Du mir gegenüber nicht genauer damit herausrückst, in welcher Weise ich Dir bekannt vorkomme, was Du über meine Vergangenheit weißt und selbst nicht einmal ansatzweise über Deine Zukunft zu berichten weißt.

Aber eine Zukunft als Schiri könntest Du vielleicht haben. Nach allem, was ich im Sportteil so lese, sind Regelkenntnisse da heuzutage nicht mehr vonnöten, solange man Ergebnisse nach Wett(er)lage festlegen kann.
merdeister schrieb am 13.02.2010 um 00:38
"Deinen Kinder jedenfalls, falls Du welche hast, die können einem wirklich leid tun"

Rote Karte.

Disqualifiziert!

Der Schiedsrichter.
luggi schrieb am 13.02.2010 um 00:46
merdi, mach dir nüscht draus. Der UTe braucht 15 Nebensätze für einen unverständlichen Satz. Aba Hinternkarte war gerecht, fertig.
Uwe Theel schrieb am 13.02.2010 um 00:53
Hallo Schiri,

ich weiß nicht, ob cassandra so begeistert ist, dass Du jetzt schon zweimal ihre Post von mir beantwortest. Aber falls Du hier nicht nur der Oberpostmeister, sondern auch Blogwächter bist, dann identifiziere Dich bitte ordentlich als solcher.

Ich bin hier Blogger und reagiere auf Texte, so wie ich sie verstehe und was sie mir mitteilen, Irrtümer eingeschlossen.

Im übrigen bin ich weder eine rote Waldameise, sonder höchstens ein Roter, noch verteile ich irgenwelche Fleiß- oder sonstigen Kärtchen.
luggi schrieb am 13.02.2010 um 01:04
Na geht doch. Es geht mit wenich Nebensätzen. Viellicht sollte man, um bestimmte Dissonanzen zu vermeiden, in Erwägung einer längst hergebrachten Überlieferung, die sich auf das Erfahrungspotenzial, das aber in Unkenntnis...huch, was schreibe ich denn hier? Ich habe einen Text nicht verstanden, dann frage ich oder lasse ihn rechts liegen.
merdeister schrieb am 13.02.2010 um 01:13
"ich weiß nicht, ob cassandra so begeistert ist, dass Du jetzt schon zweimal ihre Post von mir beantwortest"

Schwarmintelligenz!
Uwe Theel schrieb am 13.02.2010 um 01:42
Liebe Waldameise, lieber Maulwurf,

da ihr mir hier jetzt, zwar nicht sonderlich intelligent, im Schwarm kommt, nochmal langsam zum mitsprechen:

Ich habe cassandra im weiteren Sinne zum Thema 68 und die Folgen angesprochen und als erstes auch eine Verständnisfrage gestellt, inzwischen zwei (gell luggi?).

Wenn Cassandra da nicht wirklich drauf antwortet, ihre Sache, dann war`s das eben. Ihr zwei lieben Waldgesellen habt aber gar nicht zum Thema geredet, geschweige denn geantwortet, dann noch über die Ecke an mich rangequatscht und wollt mir jetzt sagen, wie Blog geht?!

Ich habe nichts gegen Ironie und witzige Formulierungen, aber hier als Platzhirsche den eventuellen Neuling mit wenn auch noch so kurzen Nebensätzen im Nebenhinein zu vergraulen, das klappt bei mir nicht.

Vorschlag zur Güte: Redet witzig aber vernünftig irgenwie dann doch zum Thema, auch persönlich gefärbt, aber laßt das hohle Reviermarkieren. Ok?

Gruß

ut
merdeister schrieb am 13.02.2010 um 10:17
Verehrter Uwe!

Wieder ich.

"Ungefragt" ist mein zweiter Nick*.

In diesem Wald röhren alle Hirsche durcheinander und wie man in ihn hineinruft, so schallt es aus ihm heraus oder eben nicht. Ich kann mir vorstellen, dass die werte Cassandra nach der plump gegreinten Geburt ihrer Tochter in diesem Kommentarstrang, keine Lust mehr hatte, weiter mit Dir zu diskutieren.
Wer antworten auf persönliche Fragen haben möchte, sollte für eine gute Gesprächsatmosphäre sorgen.

Da ich selber keine langen Sätze kann, war ich so frei und habe ein paar gesammelt. Die Antworten liegen am Wegesrand.

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mögliche Antwort

Pssst, dein Text ist ein Volltreffer

Ansonsten gibt es mE keinen Unterschied, der klar mit dieser Generationenfrage zusammenhängt.

Ein Mensch setzt sich natürlich aus vielen Faktoren zusammen

Kann man eine Menschenmasse, die zufällig im selben Zeitraum geboren wurde, tatsächlich in einen Topf werfen, nur aufgrund einer bestimmten Tendenz, die von außen einwirkte?

Manchmal tut austeilen ganz gut, auch, wenn das meist sehr einseitig abläuft.

Früher oder später werden wir alle FDP-Wähler" - deine Reihenfolge ist aber eindeutig besser, Oranier.

den 68ern bleibt nur ihr scheitern einzugestehen, nicht ein scheitern in der umsetzung, denn es gab keine umsetzung, sondern ein viel tiefergehendes scheitern, ein scheitern ihre ideale auch nur ansatzweise in der gesellschaft zu verankert zu haben.

die jungen sollten nicht zu hart über diese 68er urteilen, denn eines bleibt bewundernswert an dieser generation: sie hat nie wirklich aufgegeben.

Ist das "die Generation" oder einzelne Mitglieder dieser "Generation"?

Gratuliere! Eine adäquate sinnreiche und kritische Antwort auf unkritische Nostalgie.

Davon abgesehen ist es [i]billig[/i], die eigenen Fehler mit dem zu entschuldigen, was die Elterngeneration verbockt hat

Es ist genauso billig den eigenen Kindern zu erzählen, wie toll man selbst war/ist - und wie verweichlicht sie.

Nur warum man darüber ins Greinen geraten muß, verstehe ich nicht.

es geht eigentlich weniger um die einzig richtige Wahrheit...schon gar nicht um eine gegreinte.

Wir - die Prä-78er - haben uns aber an eurer Generation vorauseilend gerächt, indem es unter den Post-78ern ganz viele Kevins und Chantals gibt.

Was ich gezeichnet habe, war eine Variation, wie im ersten Satz geschrieben. Ich sehe den Begriff "Generation" sehr kritisch und so gut wie nie zutreffend.
-------------------------------------

Den Kontext musste selber suchen.

Auf Anfrage des Users wurden einige Teile des Kommentars entfernt.

*Auf die Anatomie dieser Erkenntnis bin ich sehr gespannt.
Uwe Theel schrieb am 13.02.2010 um 13:45
Lieber merdeister alias dermeister ;-)

danke für den Text von heute 10:17.

Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob Du deine Antwortsatzliste jetzt als Antwort von Dir an mich, oder als Antwort für cassandra an mich gemeint hast. Mir erscheint er als eine wilde Mischung, deren "Anatomie" es aber nicht so richtig hergibt in einer möglichen Antwort von mir da jetzt zu unterscheiden. Immerhin es gibt ein paar Punkte, da möchte ich etwas sagen:

ad Generation: Da kann man viel schreiben. Im gegebenen Zusammenhang bestehe ich weiter darauf, dass man zwar sein gutes und sein schlechtes Erbe kennen und gegnenüber einer konkreten Adresse, nicht Pappkameraden oder gar in Hohlformeln, kritisieren darf, aber darüber die eigenverantwortliche Auseinandersetzung mit den selbstfabrizierten Fehlern und Taten/Nichttaten (letztere sind nicht notwendig Untaten) irgendwann - expressiv verbis, wenns im Blog geschieht - selbst in die Hand nehmen muß.

... was mich führt zu

b) Greinen: Cassandras Text ist nur einen selbstmitleidige Klage, die Streifzugs menschlichen Text, den ich schon vorher kannte, mechanisch ausbeutet, ohne auch nur einmal über die Mechanik der hohlen Umkehrung hinaus zu kommen. Wo Streifzeug sein Herkommen aus der Kindheit realistisch und poetisch beleuchtet, klagt Cassandra über das von ihr selbst angeblich nicht (mit)zu verantwortende Dunkel auf dem eigenen Weg in geborgten Formeln.

Einem Deiner Antwortsätze könnte ich entnehmen, dass Du dem Greinen auch nichts abgewinnst. Allerdings bleibt offen, ob du zustimmst, dass Cassandra greint(e), oder ob Du mir - mit kurzem, unausgeführten Satz - den Vorwurf machen wolltest, ich würde dem 78er es nur genauso zurückgeben? - Sei versichert ich greine nicht.

Den Satz "Wir - die Prä-78er - haben uns aber an eurer Generation vorauseilend gerächt, indem es unter den Post-78ern ganz viele Kevins und Chantals gibt." von Dir habe ich schon mal hier irgendwo gelesen. Ich weiss nicht, ob Selbstzitate, was bringen, aber Rache durch Vornamengebung, Rache überhaupt scheint mir hier nicht die Lösung. - Und sowieso: Meine Tochter heißt nicht Chantal.

Was mich zu der in Deinem Satzgefüge anscheined auftauchenden, von mir nie konkret behaupteten Tochter Cassandras (oder meintest Du deren Blogtext?) bringt, durch deren angebliche Verwendung im Argument durch mich, ich Cassandra etwa gekränkt haben könnte: Ich glaube, ich habe mich weder im Ton noch im Inhalt vergriffen, wenn ich die pauschal vorgebrachte Kritik des angeblich bedingungslosen Herausboxens der eigenen Kinder durch alle 68er - dies zu deren Unheil - im Namen des Vertrauens, das wir allerdings unbedingt in unsere Kinder haben sollten und der damit einhergehenden Liebe und Freundlichkeit im Umgang mit ihnen in Schutz nahm. Cassandra hat hier offensichtlich keine Quelle der Erfahrung von Urvertrauen mitbekommen, aber darauf sollte sie, wenn sie denn wollte, selbst antworten; ich habe sie selbst darauf auch angesprochen.

Das waren ein paar Worte zum Kontext.

Mit freundlichen Wünschen für ein schönes Wochenende

ut
Cassandra schrieb am 13.02.2010 um 20:41
Uwe Theel, dieser Text ist weder eine Zustandsbeschreibung noch autobiographisch, wie ich auch schon weiter oben in Antworten auf Kommentare schrieb. Ein Text ist ein Text und eine Person ist eine Person. Wenn eine Person einen Text einstellt, dann kann man von dem Text nicht unbedingt eindeutig auf die Person rückschließen. Tut man es doch, könnte die angesprochene Person dies mE als anmaßend und zuweilen persönlich angreifend auffassen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die von merdeister erwähnte Stelle, in der du ausdrückst, du bedauertest meine Kinder, sofern ich denn welche hätte.

Antwort kann man folgendermaßen verstehen: Ich denke, dass der von Streifzug eingestellte Text v.a. nicht hinterfragte Nostalgie widerspiegelt und in der Folge aus den erinnerten Erfahrungen (ob sie so rosarot waren oder auch nicht) schließt, dass die kommenden Generationen zu blöd seien, ebenfalls einfach und unbeschwert zu leben. Dies habe ich versucht durch die "platte Umkehrung", wie du es nennst, zu parodieren. Dabei überhöhte ich Situationen, die in Einzelfällen oder in abgeschwächter Form zutreffen. Ich könnte das jetzt noch weiter ausführen, verzichte aber darauf, denn dies ist bereits in den Kommentaren anderer Blogger als auch meinen Antworten darauf geschehen. Du kannst es weiter oben nachlesen. Sollten danach noch fragen ungeklärt geblieben sein, antworte ich dir selbstverständlich gerne.

Zum Schluss noch ein Zitat von dem auch von dir (?) geschätzten Streifzug:

Texte sind oft wie Blumen. Verschiedene Muster, Variationen, Interpretation sind in ihnen wie Dimensionen, Blätter eingebettet, oft nicht sofort sichtbar, so wie eine Blume morgens geschlossen ist.

(…)

Meiner Meinung nach weist Kritik auf die Vielfalt, die vielleicht noch unsichtbaren, nicht sofort zugängigen Blätter hin. Leistet Hilfestellung, schärft die Sinne, vermehrt Wissen, leitet an auf dem Weg zu Erkenntnis.

Man kann als Textkritiker hingehen, ein Blatt ausreißen, die Blume wegwerfen und laut sagen: Dieses Blatt ist die Blume (…).

Eine auf ein einzelnes Blatt reduzierte Interpretation erinnert mich allerdings an Jungs, die über ein Feld gehen und Blumen mit einem Stock einfach den Kopf abschlagen. (...)
Uwe Theel schrieb am 13.02.2010 um 21:30
Hallo Cassandra,

Deiner Unterscheidung von Text und Autor, ihrer nicht notwendigen Identität kann und will ich natürlich nicht widersprechen. Insofern täte es mir leid, wenn meinen Kritik dann doch zu persönlich angekommen wäre.

Allerdings sah ich den Text von Streifzug als einen sehr persönlichen (autobiographischen) Text an und konnte ihm zudem auch so gar keinen Ton abgewinnen, dass er die Nachgeborenen schlicht für "blöd" erklärt hätte, dass eine Reaktion, wie Du sie für deinen text erklärst darauf erfolgen müßte. Auch die Reaktionen in Streifzugs Blog bestärken mich in meiner Wahrnehmung des von mir genannten Charakters von Streifzugs Text.

Gerade deswegen hätte ich erwartet, wenn schon an Streifzugs Bild der Dinge Kritik geübt würde, diese dann auf derselben Ebene käme. Du sagst, dass dem nicht so wäre, das will ich Dir abnehmen. Allerdings frage ich mich dann, was an Deinem Text dann die dort gemachten - kurz gesagt - Anti-68er-Aussagen stützen sollte, wenn eine persönliche Erfahrung, deren Ausdruck wegfiele. Deine "Parodie", wie Du es nennst müsste sich dann aus einer anderen Quelle, politiktheoretischer, psychologischer, o.ä. Natur speisen. Dazu liefert Dein Text aber keine Anhaltspunkte, sehe ich von ideologischen Quellen ab, die sich "unbemerkt" durchsetzten. Leute, wie Götz Aly haben ganze Bücher so geschrieben und versuchten sich dabei noch wissenschaftlich zu gerieren.

Ich will Dir hier keine solche Position unterstellen, jetzt hier auch nicht unbedingt eine Diskussion über die 68er angestrengt herbeiführen. Meine Reaktion auf Deinen Text, war genauso persönlich, wie ich Streifzugs treffende Erzählung verstanden habe; ich habe sie verteidigt.

Poltisch beurteile ich 68 deswegen nicht vollkommen unkritisch, bin aber nach wie vor mit meiner Generation solidarisch; merdeister hat recht, "wir" haben nie aufgegeben, ich habe das aber bei mir nie als verblendete Sturheit begriffen. Genausowenig käme mir meine Kritik an 68, nicht einmal als Parodie so "überhöht" und bezogen auf "Einzelfälle" - die Du übrigens nicht einmal konkret als solche nanntest - aus der Feder.

Mit freunlichen Grüßen

ut
Titta schrieb am 14.02.2010 um 01:08
@luggi und merdeister

Da kann jetzt einer auch mal mehrere Nebensätze ineinander verschachteln, und ihr wollt ihn gleich vertreiben.
Bäh!
Ihr gönnt mir aber auch gar keinen Spaß hier.
luggi schrieb am 14.02.2010 um 01:25
Och titta, UT ist uns herzlich willkommen (Punkt) Nebensätze können gefährlich sein (Punkt) Das (Komma) kann man (Komma) wenn man will (Komma) hier sehen (Punkt) Jetzt folgt ein Link (Doppelpunkt)
www.spreeblick.com/2008/10/30/nebensatz-des-jahres/

Pah, Schachtelsätze...olle...
...Kommasophistin.
merdeister schrieb am 14.02.2010 um 09:57
@ Titta,

Das nächste mal musst Du uns früher Bescheid sagen, dann randalieren wir nicht so Herr Rum.

Ich glaube es ist aber noch mal gut gegangen.
Uwe Theel schrieb am 14.02.2010 um 16:05
@ Titta

... danke.

Der Schachtelsatz geht weiter.

freundliche Grüße

ut
Titta schrieb am 15.02.2010 um 01:04
luggi,

Kommasophistin. Also! Ich sophiste doch nicht mit der Interpunktion, auch nicht mittels der Interpunktion. Sophisterei ist ein böser Vorwurf. Ich tu's doch nicht für Geld!
luggi schrieb am 15.02.2010 um 01:16
Danke
Sophie T. Asinus

na komma in meine Pfisterei, da zeig ich dir, wie sich Interpunktion auf dem Streußelkuchen festsetzt
Titta schrieb am 15.02.2010 um 01:20
Bin gestern auf einen wunderbaren Schachtelsatz gestoßen. Ich zitiere mal aus: Friedrich Torberg, Die Tante Jolesch.

"Um mich von der Nichtswürdigkeit des weiblichen Geschlechts im allgemeinen und der Unsinnigkeit meines Liebeskummers im besonderen zu überzeugen, entwickelte er mir seine erfahrungssatte Lebensphilosophie, die sich auf merkwürdige Weise den in seiner Jugend von Wedekind und Kaurl Kraus verfochtenen Thesen annäherte und ungefähr darauf hinauslief, daß >Liebe< in der bürgerlichen Welt immer und überall etwas Käufliches sei und daß man sie deshalb besser gleich in der deklariert käuflichen Form genießen solle, das wäre die sauberste Lösung, und die habe er sich schon frühzeitig zu eigen gemacht."

Was benutzen die heute eigentlich als Lehrmaterial auf den Journalistenschulen? JA sprach ja auch schon davon, daß er die Kommaregeln nicht beherrsche. Erinnert mich an den Mechaniker der Deutschen Post vor 20 Jahren, der zur Reparatur des Telefons ohne Handwerkszeug erschien und dafür einen Schraubendreher von uns geborgt haben wollte.
Titta schrieb am 15.02.2010 um 01:23
Auf dem Streuselkuchen ist keine Interpunktion, sonst müßte er ja Streiselkuchen heißen, oder Sträuselkuchen.
luggi schrieb am 15.02.2010 um 01:41
Uwe Theel schrieb am 15.02.2010 um 02:19
Hallo Titta,

bevor ich meine Nachtruhe beginne, eine kurze Antwort auf deinen Frage "Was benutzen die heute eigentlich als Lehrmaterial auf den Journalistenschulen? "

Ich habe im letzten November am Medientag des Hessischen Rundfunks teilgenommen und da haben mir in zwei Workshops gestandene Rundfunkleute in meinem Alter allen ernstes erklärt, Radiotexte dürften keine hypotaktischen Strukturen aufweisen, eine Parataxe, sei das höchst der Gefühle.

Die hatten noch so tolle "Regeln", wie "keine Zahlen"", dafür "einige", "viele" oder "wenige" benutzen.

Für die Möglichkeiten des Gegegnteils hier noch ein herrlicher Satz, diesmal nicht über kurze und lange Sätze, sondern über den Schwerpunkt und die geraden oder krummen Linien, denen er folgt:

"Die Linie, die der Schwerpunkt zu beschreiben hat, wäre zwar sehr einfach, und, wie er glaube, in den meisten Fällen, gerad. In Fällen, wo sie krumm sei, scheine das Gesetz ihrer Krümmung wenigstens von der ersten oder höchstens zweiten Ordnung; und auch in diesem letzten Fall nur elliptisch, welche Form der Bewegung den Spitzen des menschlichen Körpers (wegen der Gelenke) überhaupt die natürliche sei, und also dem Maschinisten keine große Kunst koste, zu verzeichnen."

Wer hat`s geschrieben?

Gute Nacht allerseits.
Cassandra schrieb am 15.02.2010 um 13:28
Uwe Theel,

gut, dann ziehen wir das ganze also auf dem von dir gewünschten Deutsch-Grundkurs-Niveau auf. Leider eignet sich mein Text nicht für Interpretationen, wie sie in der Schule üblich sind, aber das macht nichts, wir versuchen es trotzdem.

1) Wie oft kommt im Text der Autorin die Zahl „68“ vor? Welche Bedeutung könnte das für die Intention des Textes haben?

2) Untersuchen Sie im Folgenden den von Streifzug eingestellten Originaltext.
a) Betrachten Sie die Satzstruktur. Sie werden bemerken, dass mehr als 90 Prozent des Textes aus deutlichen Vergleichen zur Gegenwart bestehen. Wie steht der Autor wohl zu einer Kindheit heutzutage im Vergleich zu seiner eigenen?

b) Welche Kindheit ist demnach besser? Welche wird abgewertet? (Tipp1: Nicht alle Texte lassen sich Wort für Wort lesen. Oftmals findet man den Sinn zwischen den Zeilen. Dies ist aber ebenfalls belegbar.)

3) Kehren Sie nun zu Cassandras Blog zurück. Inwiefern kann man auf Basis der eben erlangten Kenntnisse von Ironie sprechen? Was will die Autorin wohl damit verdeutlichen?
Tipp2: Manchmal kommt es vor, dass sich Texter nicht an die in der Schule aufgestellte Regel halten, dass ein Text nur eine Deutung hat, die allein der Lehrer bestimmt. Höchstvorsichtig sollte man werden, wenn der Lehrer beginnt zu behaupten, er würde den Text gar besser verstehen als der Autor. In solchen Fällen spricht man allgemein von verblendeter Arroganz.
4)Deuten Sie folgenden Kommentar, den Streifzug als Antwort auf Cassandras Blog schrieb:
Pssst, dein Text ist ein Volltreffer ;)

Tipp3: Bei Beantwortung der Fragen kommt es in erster Linie auf den Inhalt an. Verklausulierte Texte sind zwar ganz nett, zeugen aber oftmals davon, dass versucht wird die Haltlosigkeit der eigenen Meinung/das Abweichen vom Thema zu verbergen bzw. das Herausstellen der eigenen Person zu erreichen.
Uwe Theel schrieb am 15.02.2010 um 16:00
@ Cassandra,

ach nö Lady, da dachte ich, wärst Du am 13.02.2010 um 20:41 schon mal weiter gewesen.

Außerdem - ist zwar nicht wichtig, aber hat gewisse Bedeutung - Deutschlehrer bin ich unter anderem selber und eine solche Aufgabenstellung wie o. sieht zwar aus wie eine, würde mir aber nicht mal auf Grundkursniveau über den Tisch gehen.

Ich fühle mich auch nicht mal parodiert. Außerdem wärest Du selbst diejenige, die diese "Aufgaben" lösen müßte. Ich habe meine Interpretation, wenn sie Dir auch nicht gefällt schon gegeben. Wie Du Deine eigenen Text verstehst und in welcher Weise er derart pauschalisierend auch nur als Ironie durchgehen sollte, hast Du bis heute nicht erklärt.

Aber jeder, wie er möchte.

Tipp: Schönes Tippen.
Cassandra schrieb am 16.02.2010 um 15:18
Uwe Theel,

ich scheine dE ja nicht in der Lage zu sein, deine Frage zu beantworten und weiß auch nicht, was der Sinn meines Textes ist.

Wieso also nicht bei der Meinung bleiben und erst gar nicht versuchen meine Erwiderungen auch nur zu bedenken? Cassandra sei Alice Millers "begabtes Kind", das sich verzweifelt gegen die Ausbeutung der bösen, bösen Elterngeneration richtet und nichts auf die Reihe bekommt, da ihr Leben aus nichts anderem besteht als "Negation". Dieser Text als auch die Kommentare wären ergo symptomatisch für alles, was ich weiterhin schreiben und tun werde.

Deine und Streifzugs Kindheit war also nur positiv. Und meine nur negativ; darüber definiere ich mein Sein. Was soll ich dazu denn bitte sagen? "Ich hasse meine Eltern"? "Die 68er (die Zahl kommt übrigens nur ein einziges Mal vor) sind alle blöd"? Wenn du das lesen willst: Sehr schön. Dann tu das. Leider wanderst du dabei in die entgegensetzte Richtung, die ich beabsichtigt hatte.

Nur frage ich mich: Wieso forderst du mich dann dauernd auf, deine Frage doch zu beantworten? Das ist längst geschehen. Wenn du meinen Text nicht mit einem ironischen Augenzwinkern lesen kannst, weil du meinst, das gäbe er nicht her, dann akzeptiere ich das gern und ich werde mir Gedanken darum machen, warum dem so ist. Alles andere - deine drei Lösungsmöglichkeiten, die du als die einzig möglichen statuierst - ist Humbug.

Nochmal, nur für dich, auch, wenn es oben schon ein paar Mal steht: Generationsgeschwafel ist mE in dem Maße Quatsch. Von dieser meiner Position aus gesehen ist es haltlos, dass Streifzugs Text von einer verweichlichten Airbag-Generation spricht, genauso wie von den "coolen" vor 78ern. 68 hat auch (sic) seine FDP-Wähler, wie meine Altersklasse auch (sic) Leute aufweist, die ihre Meinung am linken Rand platziert haben. Dies könnte man im Folgenden auch an Kaugummi, Fahrrad und Schuhen festmachen. Daher heißt der Text eine mögliche Antwort auf Streifzug.
oranier schrieb am 19.02.2010 um 00:18
"dann identifiziere Dich bitte ordentlich als solcher."

Steht ein Auto an der Grenze vor der Zollschranke. Geht ein Zollbeamter hin und fragt den Fahrer: "Können Sie sich identifizieren?"
Der schaut in seinen Rückspiegel und sagt: "Ja, das bin ich."
Uwe Theel schrieb am 19.02.2010 um 01:02
@ oranier am 19.02.2010 um 00:18

An ihren Tatworten will ich sie erkennen.

ut
oranier schrieb am 19.02.2010 um 17:04
@ ut

"Tatworte", auch gut, "Sprachhandeln" heißt das wohl sonst. Hast du auch ein griffiges Wort dafür, wenn jemand beim Bohren dünner Bretter noch einen Holzhammer benützt?
goedzak schrieb am 21.02.2010 um 00:39
Sacht ma, ihr 68+x-Macker, macht et Spaß, über 3 Wochen lang auf einem spontan und locker hingeschüttelten Spaßtext rumzuhacken? Wenn einer sowat mit euch machen würde, gäbs ein echtet Greinen, janz bestimmt!
Die Deutschlehrer haben wohl zuviel Ferien, wa?
Uwe Theel schrieb am 22.02.2010 um 11:49
Lieber Oranier,

eine Diskussion anhand von Searle bis hin zu Habermas et. al. über die Theorie und Praxis der Sprechakte, die ich durchauss zu führen in der Lage wäre, wollte ich hier nicht unbedingt lostreten

Mir ging es eigentlich nur darum, dass alle "Taten" hier im Blog einfach geäußerte Worte (hoffentlich in Satzform)sind, durch die der Schreiber tatsächlich eben "handelt"; da erzählst Du mir nichts neues, allerding geht es der Srechakttheorie ursprünglich mehr um grammatische Zusammenhänge in Sprachewrwerb und Gebrauch, erst Habermas hat das ausgeweitet auf Kommunikation im größeren Zusammenhang. Sonst sollte uns übloicherweise Watzlawick reichen, was Deinen Reaktion gut erklären können würde.

Zurück zur SDache: Wenn sich also jemand als Blogwächter o.ä. geriert, dann erwarte ich, dass er dies nicht nur zwischen den Zeilen durchschimmern läßt, sonderm, so rum oder so rum, sich dazu bekennen sollte, ich könnte auch schlicht sagen, sich als solcher bezeichen lassen muss.

P.S.: Wenn Das Brett so dünn ist, dann frage ich mich, warum Du dann hier überhaupt mitliest. Nennenswert in die Diskussion, die so uninteressant gar nicht sein müsste, hast Du jedenfalls nicht eingegriffen, dass Du mich derart angehen könntest.
Uwe Theel schrieb am 22.02.2010 um 11:57
@ goedzak am 21.02.2010 um 00:39

"Wenn einer sowat mit euch machen würde, gäbs ein echtet Greinen, janz bestimmt!"

Jolffahrer??? - Nich nur de Backen uffpusten, goedzack, pfeiifenn!!!
goedzak schrieb am 22.02.2010 um 12:05
Na, wenn das, was Du machst, Pfeifen ist, dann das zierliche Pfeifen eines Menuetts bzw. gepfiffene Löckchen auf ner Glatze.

Bin übrigens Manta-Fahrer.
Uwe Theel schrieb am 22.02.2010 um 12:20
Dit mit dem Manta ha ick befürchtet, da war noch nie wat zierlich oder wirklich dahinta.
thinktankgirl schrieb am 22.02.2010 um 12:31
@ uwe theel

Angekommen! Gratuliere!
goedzak schrieb am 22.02.2010 um 12:32
Pardon, hatte mich verschrieben, es sollte heißen: FANTA-Fahrer, d.h. ich beliefere Getränkemärkte.
Streifzug schrieb am 22.02.2010 um 12:40
Du meinst bestimmt die FANTAstischen Vier

Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.04.2010 um 01:01
Dieser Kommentar wurde aufgrund eines Verstoßes gegen die Netiquette editiert.
misterl schrieb am 12.02.2010 um 18:44
Pflegestufe Balg. Mich wundert nach dem Text an sich nichts mehr. Es paßt zusammen. Danke.
Cassandra schrieb am 12.02.2010 um 21:48
Interessant. Lässt du mich an deiner Ferndiagnose teilhaben?
misterl schrieb am 20.02.2010 um 00:14
Spät aber immerhin. Überversorgt mit Zuneigung, Gefahren aus dem Weg räumen und damit negative Erfahrungen sammeln verhindert. Sie sind das Salz in der Suppe der persönlichen Sozialisation. Also an sich unmündig groß gehätschelt aber strotzend vor Selbstbewußtsein. Kein Problem mit letzterem aber mit der Kombination.

Die Helden, die das hervor bringen wird springen wahrscheinlich mit ungezählten Airbags acht Stufen auf einmal runter, weil man ja hinfallen könnte.

Diese Helden haben alle eine Reset-Taste bei Fehlfunktion und einen Level-Wahl-Schalter für die Tagesform in der man den Held ertragen kann.

Und sie grinsen - die Helden, den ganz lieben langen Tag lang ohne zu wissen warum. Ich mache jetzt mal das Licht aus, dann sehe ich es nicht.
Titta schrieb am 15.02.2010 um 14:12
Hallo Cassandra,

was, glaube ich, den Kritikern deines Textes fehlt, ist der Gedanke, daß Unannehmlichkeiten und auch Widerwärtigkeiten ganz einfach zum Leben dazugehören, und daß es eben genau die Widerstände sind, an denen man als Persönlichkeit wächst. Ohne diese Apekte kann ein Text wie deiner leicht larmoyant wirken.

Mir ist klar, daß du keine nach Ideal verlaufende Kindheit und Jugend von deinen Eltern erwartet hast, aber der Text klingt etwas danach. Deine Eltern haben sich um dich gesorgt und um dich bemüht, und diese Tatsache ist nicht so selbstverständlich, wie du sie vorauszusetzen scheinst.

Herzlich
Titta
Cassandra schrieb am 15.02.2010 um 14:25
Titta, darum ging es in dem Text nicht. Deswegen fehlt es auch. Dafür kann ich aber nichts: Wem es fehlt, der suche sich einen Text, der dieses Thema - oder den 68er Komplex - behandelt.

Liebe Grüße,
Cassi

PS. Karl-Heinz fehlt.
Titta schrieb am 15.02.2010 um 15:14
Stimmt, du schreibst selber, daß der Text nicht fertig ist. Aber das, was fehlt, wird offensichtlich auch so empfunden: als Lücke.
Cassandra schrieb am 15.02.2010 um 15:36
Das hatte ich vergessen herauszunehmen. Der Text ist fertig. Aber ich werde ihn nicht klassifizieren. Er ist genau so richtig, wie er da steht. Es gibt keine Lücke.
Uwe Theel schrieb am 15.02.2010 um 18:20
@ Cassandra

Wenn es stimmen soll, dass Dein Text fertig ist und keine Lücke aufweist, dass er also weder eine Anklage gegen die Unfähigkeit der eigenen Eltern(generation) (= konkret persönlich, autobioprahischer Anlaß), noch eine Klage über ein nicht anstrengungslos zu lebendes Leben (= ziemllich abstrakt existenzieller Ansatz) sein soll , dann bleibt nur der Gedanke, der pauschalen Abrechnung mit 68 oder was Du dafür hältst aus vorurteilsbeladener, ideologischer Position heraus, wie ich sie schon einmal am Beispiel Götz Ahlys oder auch Wolgang Krausshaars hier anführte.

Nenne den Anlaß, die Stoßrichtung Deines Textes! Er selber verbirgt jede substantielle Konkretion, sowohl in der Begründung seiner Klage, als letztlich seiner Stoßrichtung und erinnert zusehr an den Ausdruck der Frustration des "begabten Kindes" (Alice Miller), das sich keinen wirklichen Reim auf die Welt machen kann, bei aller Brillianz ratlos bleibt und letztlich nur die geweinten tränen glänzen.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 19.02.2010 um 01:06
"[…]und erinnert zusehr an den Ausdruck der Frustration des "begabten Kindes" (Alice Miller), das sich keinen wirklichen Reim auf die Welt machen kann, bei aller Brillianz ratlos bleibt und letztlich nur die geweinten tränen glänzen."
hm. glänzen verweinte tränen auch hinter rosaroten brillen derjeniger, die miller nicht verstanden haben? und warum eigentlich brilliant bzw. 'brillianz', so als deutschlehrer (oder hab' ich da wat falsch überflogen?) sollte man doch mal besser das 'i' weglassen, denn es heißt doch ganz einfach nur brillant und mehr nicht? warum ein solches wort noch unnötig aufmotzen?
Deaktivierter Nutzer schrieb am 19.02.2010 um 01:19
"Außerdem - ist zwar nicht wichtig, aber hat gewisse Bedeutung - Deutschlehrer bin ich unter anderem selber und eine solche Aufgabenstellung wie o. sieht zwar aus wie eine, würde mir aber nicht mal auf Grundkursniveau über den Tisch gehen."
selber?
oranier schrieb am 19.02.2010 um 02:02
@ Reflexione galore

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Fehlern ist "selber" korrekt, auch wenn mein Wörterbuch es als umgangssprachlich ausweist.

Schlimmer finde ich seine schreckliche gestelzte Sprache an der Grenze der Lesbarkeit, zumal seine Schachtelsätze, von denen ich nicht verstehe, was Titta ihnen abgewinnen kann. Und wenn schon, sollte man die Regeln der Interpunktion kennen und beachten, damit die einzelnen Gliedsätze in dem jeweiligen Satzgefüge klar erkennbar werden.

Noch schlimmer ist allerdings der Inhalt seiner Darlegungen. Cassandra hat ihm da aber m.E. die richtige Richtung gewiesen.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 19.02.2010 um 02:31
@oranier: ja, sagte man mir vor einiger zeit mal, mit dem 'selber'. ich finde, es hört sich blöd an, deshalb hacke ich gerne darauf herum.

mich nervt es zusätzlich im gesamtkontext, kann es gar nicht oft genug schildern: ständig wird schreibern hier beim freitag inkompetenz (oft auch durch das aufbauschen der äußeren form) unterstellt, um sich selbst höher zu positionieren - es kotzt mich mitlerweile nur noch an. ebenso wie weitere ferndiagnosen. leider schaukelt sich sowas dann manchmal auf.

btw., tipp für einige: 'deutsch für profis' von wolf schneider. dort wird beschrieben, wie's auch präzise ohne langes herumschwurbeln und ohne sich einen dicken wolf zu schreibseln funktionieren kann.(obwohl ich den sonst nicht so toll finde.)

gude!
oranier schrieb am 19.02.2010 um 02:44
Hallo Reflexione galore,

ist das gegen ich bzw. meinen Kommentar gerichtet?

Grüße
oranier
Titta schrieb am 19.02.2010 um 20:47
@flexi & oranier

Selber ist korrekt, ja, ja, sagt mein Wörterbuch auch so. Deshalb ja die so beliebte Formulierung:

Duden, sind Sie sich Ihrer selber so sicher?
oranier schrieb am 15.02.2010 um 16:17
Goethe und Schiller treten auf Denkmälern gewöhnlich gemeinsam auf. Auf dem Schillerdenkmal in Marbach ist jedoch nur Schiller zu sehen. Daraus folgert man, dass es sich bei dem Fehlenden um Goethe handelt.
(Aus dem Abituraufsatz von Arnold Hau)
Titta schrieb am 16.02.2010 um 13:20
Ein Loch ist da, wo etwas nicht ist.

Das Loch ist ein ewiger Kompagnon des Nicht-Lochs: Loch allein kommt nicht vor, so leid es mir tut. Wäre überall etwas, dann gäbe es kein Loch, aber auch keine Philosophie und erst recht keine Religion, als welche aus dem Loch kommt... Kurt Tucholsky, weiterer Text unter:
www.textlog.de/tucholsky-psychologie-1931.html

(Den Link hatte mir mal jemand geschickt;-)
Cassandra schrieb am 16.02.2010 um 14:25
Außerdem fehlt natürlich, dass die Erde sich um die Sonne dreht, Menschen aufrecht gehen, wir im sattgefressenen Deutschland leben und Angela Merkel heute Bundeskanzlerin ist. All dies hat bei genauerem Überlegen irgendwie Auswirkungen auf meinen Text.

Hilfe, was tu ich bloß? 3000 Seiten anfügen? Oder mir doch lieber überlegen, was ich sagen will und den Rest einfach weg lassen? hm?
oranier schrieb am 16.02.2010 um 15:01
"dass ... Angela Merkel heute Bundeskanzlerin ist ... hat bei genauerem Überlegen irgendwie Auswirkungen auf meinen Text."

Deswegen also der wahrgenommene weinerliche Ton?
Cassandra schrieb am 16.02.2010 um 15:21
Das wird es sein! Herzlichen Dank, oranier, mir fällt ein Stein vom Herzen. Jetzt weiß ich endlich, was mein Problem ist.
SiebzehnterJuni schrieb am 16.02.2010 um 16:26
seit Tagen geht mir Dein Text im Kopf herum, formuliere ich irgendetwas im Geiste, bereite Verteidigungsworte vor, weil der Text mir sehr nahe geht, sehr schön ist und eine entsprechende Antwort verdient. Aber das Entsprechende bereitet sich noch in meinem Kopfe vor.

Abgelenkt bin ich durch den unsäglichen Westerwelle, der mich unendlich aufregt.

Aber, ich werde noch schreiben, da ich ja leider vor 1978 geboren bin
Cassandra schrieb am 17.02.2010 um 02:12
Danke für den Kommentar, dann bin ich ja mal gespannt, was du mir sagen wirst.

Bis dahin erstmal ein bisschen Musik.

SiebzehnterJuni schrieb am 17.02.2010 um 06:51
wunderbar, diese Musik!! Ich bin begeistert! Jetzt muss ich mal sehen, was es von dem noch so alles gibt! Spannend!

Hier zwei meiner musikalischen Augenblicksfavoriten zwischen denen ich auch so geschmacklich pendele:



Cassandra schrieb am 17.02.2010 um 18:57
Al di Meolaist klasse. Ich war im September 2008 auf seinem seiner Konzerte; ich finde: muss man erlebt haben.

Danke für die musikalische Erwiderung - ganz schöne Bandbreite, gefällt mir...
SiebzehnterJuni schrieb am 17.02.2010 um 21:41
Danke für Deine Worte. Ich bin wirklich irgendwie doch nicht so in diesem "Community-Talk" zuhause, da ich jetzt erst begriffen, d.h. gesehen habe, dass Dein Artikel hier die Antwort auf "Streifzug" ist. Nach der Lektüre "Vor 1978" bin ich nun auf dem Stand und kann Deine Dynamik und den Tonfall verstehen, nachvollziehen. Gerade habe ich Deine Zeilen jemandem vorgelesen - auch vor 1978 geboren - sie war begeistert und hat aus vollem Herzen gelacht..
Tja, nun bin ich wohl dran, mich zu äußern...
SiebzehnterJuni schrieb am 18.02.2010 um 20:09
Hallo Cassandra, es zieht sich, as you see! Wenn Dumeinen Schreibtisch sähest, er quillt über vor lauter 68er Zeugs, 2 dicke DINA4 Ordner mit Zeitungsartikeln aus meiner Heidelberger Studienzeit,und schließlich eine Schwarte von der 68er Ausstellung in Frankfurt 2008 und ich kriegs nicht aufs Papier, was ich sagen will. Nur so viel schon jetzt: als ich die Ausstellung in Frankfurt gesehen hatte und auch die von Dutschke in Luckenwalde, wusste ich plötzlich, dass ich kein reinrassiger 68er bin. Und war und bin doch verblüfft, warum ich mich immer persönlich angegriffen fühle, wenn mal wieder die Rechten auf die 68er eindreschen. Aber ich schreibe noch mehr, keine Sorge...
merdeister schrieb am 18.02.2010 um 20:26
Wie waere es, wenn Du ein eigenes Blog daraus machtest. Es scheint einiges an Arbeit darin zu stecken und hier ginge es irgendwie unter. Cassi hat ihren Blog ja auch als Antwort geschrieben. Ich bin auch schon gespannt ;)
SiebzehnterJuni schrieb am 18.02.2010 um 20:47
Mann, oh mann, ich habe ne 4 in Deutsch im Abi gehabt ..Und sehe hier um mich herum nur Sprachkünstler und Dichter...
Titta schrieb am 18.02.2010 um 22:12
Eigener Blog für den Text von SiebzehnterJuni, bin ich auch für!!

Und eine 4 in Deutsch ist doch kein Hinderungsgrund. Selbst so einer wie der Streifzug wird doch hier gnädig geduldet und kriegt zur Not die Streudose mit den Kommata gereicht ;-) Und JA erst, der Chef höchstselbst...
Also: wir warten auf den Blogbeitrag.
Cassandra schrieb am 18.02.2010 um 23:07
Da sind die anderen in meinem eigenen Blog eher zu Haus als ich, wie's scheint :)

Jetzt kann ich nichts machen als wiederholen...

- und eine Deutsch-Vier - na und? Noten sagen nicht unbedingt etwas über die Fähigkeiten des Schülers aus. Finde ich. Uwe Theel wird mir da gewiss widersprechen.
Uwe Theel schrieb am 18.02.2010 um 23:41
Liebe Cassandra,

warum reizt es Dich so, dass ich Dir in allem und jedem widerspäche, bloß weil ich Deinen Text kritisierte?

Warum sollte ich Deinem Satz

"Noten sagen nicht unbedingt etwas über die Fähigkeiten des Schülers aus"

auch widersprechen. Es ist tatsächlich so, dass Noten nicht unbedingt etwas über die Fähigkeiten eines Schülers ausssagen. Ein paar Bedingungen müssen da schon erfüllt sein, soll`s funktionieren. (Das Thema wäre auch einen eigenen Blog wert.)

Gleichwohl stellen Noten ein mögliches Werkzeug in der Hand des Lehrers dar, wenn der sein Lehren zuvor angemessen erledigt hat. Das nur negative Reden der Nichtlehrer über Noten, bloß weil sie selbst einmal Schüler waren und vielleicht sogar objektiv ungerecht benotet wurden, kommt mir immer so vor, als wollte der Laie beurteilen, ob der Engländer, den der Klempner benutzt nun ein qualitativ hochwertiges Werkzeug oder ein billiges Stück aus dem Baumarkt sei, bzw., ob der Kratzer an der Muffe durch die Minderwertigkeit des Werkzeugs oder das Unvermögen des Klempners beim Umgang mit dem guten Werkzeug erfolgt ist, oder ob das beste Werkzeug und das beste Handwerkervermögen am Kalk im Gewinde der Muffe scheitert.

Fazit: Der gute Lehrer wird in der Regel gerechte Noten geben und damit im Vergleich zu anderen Schülern auch dessen Fähigkeiten richtig einstufen. - Schlechte Klempner und zu fest sitzende Muffen gibt es auch.
Uwe Theel schrieb am 18.02.2010 um 23:45
Sorry für den übermäßigen Fettdruck

in Uwe Theel am 18.02.2010 um 23:41

Nach "Lehren" fehlte mir ein Schrägstrich im Html-Tag

Setzen "sechs"
merdeister schrieb am 18.02.2010 um 23:55
Aber nur in "Schrift und Form".

Und wieso gleich eine "sechs", war doch ein Folgefehler...
oranier schrieb am 18.02.2010 um 23:59
@
iebzehnterJuni

"Mann, oh mann, ich habe ne 4 in Deutsch im Abi gehabt ..Und sehe hier um mich herum nur Sprachkünstler und Dichter..."

Ein anderer Mann, oh Mann, nämlich Thomas, hatte auf dem Mittlere-Reife-Zeugnis immerhin 'ne drei in Deutsch, bis zum Abitur hat er es nicht gebracht.

Das Blog-Gedächtnis ist leider kurz, und die Motive der Kritiker geraten leicht in Vergessenheit. Vor längerer Zeit hat mal jemand ähnliche Selbstzweifel geäußert wie du. Daraufhin schrieb ich:

"Bei Gelegenheit sollte man hier
vielleicht mal den einen oder anderen Text von Professionellen
verreißen, damit normale Blogger die Ehrfurcht vor ihnen verlieren."

Also sag' bitte gerne Bescheid, wenn dich z.B. die Texte von Journalisten oder Deutschlehrern schrecken, dem kann bei Bedarf abgeholfen werden.

Grüße
oranier
Cassandra schrieb am 19.02.2010 um 00:07
Sorry, Uwe Theel, war 'nen Scherz.
SiebzehnterJuni schrieb am 19.02.2010 um 04:36
Photobucket

(Kleiner Druckfehler: mein Geburtstag ist der "Siebzehnte JUNI")

Ich sehe gerade in dem neuen Freitag, dass ich wirklich aufpassen muss, was ich schreibe! Ich bin regelrecht erschrocken!!
oranier schrieb am 16.02.2010 um 19:54
Wenn ich mir die sprachlich windungsreichen und gedanklich erfindungsreichen Kritiken des Uwe Theel ansehe, kann ich in Bezug auf den kritisierten Blogtext auch ungelesen im Umkehrschluss nur zu einem Urteil gelangen: Der Text muss gut sein.
Titta schrieb am 16.02.2010 um 22:09
Lieber oranier,

ungelesen? Da kann schon mal was schief gehen.
Und bei Umkehrschlüssen auch, denn daß die Straße naß ist, ist noch lange kein Beweis dafür, daß es geregnet hat. In diesem Sinne:

Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinguckt, so kann freilich kein Apostel herausschauen.
Georg Christoph Lichtenberg

>Du kannst mich einfach nicht verstehen<, spricht da ein Buch allen aus der Seele, die sich nicht verständlich machen können.
Eva Gesine Baur über ein Buch, in dem sich eine Autorin über unverständige und damit beziehungsunfähige Männer ausweint.
Cassandra schrieb am 17.02.2010 um 02:04
richtig, liebe titta. zur kommunikation gehören immer zwei.
Uwe Theel schrieb am 17.02.2010 um 18:18
@ oranier ff

... immerhin "erfindungsreich" - danke.

aber abgesehen davon, dürfte ich die noch Anwesenden mal fragen, was an Cassandras Text, der ohne Streifzugs Vorlage gar nicht existierte, denn hier diskutiert werden könnte, außer seiner - für mich - anti68er-Botschaft, bzw. seinem Kunstcharakter, besonders, wenn die Autorin das eine (schweigend) leugnet und ihr das andere egal zu sein scheint?

Ich habe ein paar etwas längere Sätze darauf verwandt, Cassandras Text dahingehend als von mir Verstanden zu zeigen, dass ich weder auf der formal-stlistischen Ebene dem Text etwas abgewinnen kann (Dem, das Erleben einer Kindheit erfolgreich darstellenden Text (Streifzug) wird dessen platte Umkehrung gegenübergestellt (Cassandra), die aber keinerlei autobiographischen Hintergrund habe - (so cassandra selbst) - und für mich so nur mechanische Textproduktion bliebe, höchstens schlechte Parodie. Gute Parodie würde dem Leser eine Alternative zur Ausssage des Originals vorstellen.

So leit es mir tut, aber der weinerliche, Bedauern am eigenen (Er)Leben ausdrückende Ton des Textes von Cassandra verheißt mir da nichts Gutes und die eingestreuten Sätze der Abrechnung mit 68 können mir nur signalisieren, das genau das die Absicht des Textes ist.

Solange Cassandra zum eigenen text nur schweigt, oder andere fragt, was sie antworten solle, ohne die Antwort wirklich zu erwarten, wir also nicht wissen, was Cassandra wirklich zu dieser Abrechnung trieb, kann man nur vermuten (ich vermutete ein unglückliches Elternhaus, von dem Cassandra selbst schrieb), oder schlicht davon ausgegehen, dass hier, aus welchen schlechten Gründen auch immer der gängige Zeitgeist in diesen Dingen sich ausdrückt.

Der Rest ist Drumherumgerede, dann geht es hier im Blog nicht mer um den Text, sondern "irgendwie" um den/die, der/der hier schreibt, aber dann wird`s persönlich. Das geht im virtuellen Raum selten gut.

Also lasse ich Cassandra`s Text, da jetzt mal stehen.
Cassandra schrieb am 17.02.2010 um 18:41
öh, werden meine Kommentare und Antworten auf Uwe Theel nur mir angezeigt? ;)
Cassandra schrieb am 17.02.2010 um 18:51
Ich mache mir wirklich Sorgen, dass dem so sein sollte. Ich kopiere also mal was hier rein, ja?

Cassandra schrieb am 16.02.2010 um 15:18
Uwe Theel,

ich scheine dE ja nicht in der Lage zu sein, deine Frage zu beantworten und weiß auch nicht, was der Sinn meines Textes ist.

Wieso also nicht bei der Meinung bleiben und erst gar nicht versuchen meine Erwiderungen auch nur zu bedenken? Cassandra sei Alice Millers "begabtes Kind", das sich verzweifelt gegen die Ausbeutung der bösen, bösen Elterngeneration richtet und nichts auf die Reihe bekommt, da ihr Leben aus nichts anderem besteht als "Negation". Dieser Text als auch die Kommentare wären ergo symptomatisch für alles, was ich weiterhin schreiben und tun werde.

Deine und Streifzugs Kindheit war also nur positiv. Und meine nur negativ; darüber definiere ich mein Sein. Was soll ich dazu denn bitte sagen? "Ich hasse meine Eltern"? "Die 68er (die Zahl kommt übrigens nur ein einziges Mal vor) sind alle blöd"? Wenn du das lesen willst: Sehr schön. Dann tu das. Leider wanderst du dabei in die entgegensetzte Richtung, die ich beabsichtigt hatte.

Nur frage ich mich: Wieso forderst du mich dann dauernd auf, deine Frage doch zu beantworten? Das ist längst geschehen. Wenn du meinen Text nicht mit einem ironischen Augenzwinkern lesen kannst, weil du meinst, das gäbe er nicht her, dann akzeptiere ich das gern und ich werde mir Gedanken darum machen, warum dem so ist. Alles andere - deine drei Lösungsmöglichkeiten, die du als die einzig möglichen statuierst - ist Humbug.

Nochmal, nur für dich, auch, wenn es oben schon ein paar Mal steht: Generationsgeschwafel ist mE in dem Maße Quatsch. Von dieser meiner Position aus gesehen ist es haltlos, dass Streifzugs Text von einer verweichlichten Airbag-Generation spricht, genauso wie von den "coolen" vor 78ern. 68 hat auch (sic) seine FDP-Wähler, wie meine Altersklasse auch (sic) Leute aufweist, die ihre Meinung am linken Rand platziert haben. Dies könnte man im Folgenden auch an Kaugummi, Fahrrad und Schuhen festmachen. Daher heißt der Text eine mögliche Antwort auf Streifzug.

Wie viel dieses Textes autobiographisch ist, spielt daher keine Rolle.

PS. Ja, stehen lassen musst du ihn wohl, ob mit Deppen-Apostroph oder ohne: Löschen kann nur ich (und Tessa und JJK).
Uwe Theel schrieb am 17.02.2010 um 18:52
@ Cassandra
Cassandra am 17.02.2010 um 18:41

"öh, werden meine Kommentare und Antworten auf Uwe Theel nur mir angezeigt? ;)"

... ich weiß nicht, ich sehe diesen, direkt unter meinem vom 17.02.2010 um 18:18
Uwe Theel schrieb am 17.02.2010 um 19:27
@ Cassandra am 17.02.2010 um 18:51

... ein bisschen viel Fettdruck, aber sei`s drum und Entschuldigung für den falsch platzierten Sächsischen Genitiv (wieso gleich Deppen-Apostroph?), ich hatte vorher eine Weile was in Englisch geschrieben, dann kommt sowas mal vor. Ich denke auch nicht, dass wir hier im Blog dazu das ind, den anderen die Tippfehler vorzurechnen.

Zur Sache: Ich habe soviel nachgefragt, weil ich eben nicht einfach "nur" auf meiner ersten Meinung "bestehen" wollte, ohne darüber mit Dir hier diskutiert zu haben. Dazu mußte ich sie aber erst einmal in den Raum stellen. - Wozu stellst Du hier Deine Texte ein?

"Zugeben" mußt Du gar nichts, aber etwas zu deinem Text erzählen, wenn Du zu Deinem Text etwas gefragt wirst, das könntest Du schon - wenn Du willst. So inhaltslose Zurückweisung macht keinen Spaß, finde ich.

Verzeihe mir, wenn ich Deine Ironie nicht ganz nachvollziehen kann, deckt sie sich doch allzusehr mit den üblichen, mir falschen Bildern von 68, außerdem kommentierst Du Deine eigene Ironie sehr deutlich und eindeutig, was Ironie gewöhnlich überflüssig macht.

Streifzug reflektiert glückliche Momente ihrer/seiner Kindheit. Sie/er und auch ich haben nicht behauptet, dass deswegen unsere ganze Kindheit nur glückliche Momente gehabt habe. Aus Streifzugs Text kann ich aber als Summe eine glückliche Kindheit ablesen, in der sie/er bestimmt auch oft Grund hatte, zu Weinen, während mir dies bei Deinem Text nicht möglich ist. Du beschreibst schlicht das Gegenteil.

Die Haltung, die Du für die "78er" aus Deinem Text sprechen läßt, - falls Du diese Idee überhaupt in Betracht ziehen kannst - hat Streifzug jedenfalls in seinen unkommentiert eingestreuten Watschen an diese getroffen. - Deine Kommentare für 68er halte ich nicht für diese Generation "typisch".

Falls Dir auch das hier nur wieder "(Generationen)Geschwafel" ist, lass meinen Text auch einfach so stehen.

Jetzt geh ich erst mal Abendbrot kochen.

ut
Cassandra schrieb am 17.02.2010 um 19:44
Ich glaube, wir kommen langsam auf einen Nenner :)

Dann höre ich auch direkt mal mit dem albernen Fehler-Aufzählen auf...

Ich denke darüber nach. Weiß nicht, wann ich zu einer Antwort komme, bis dahin wünsche ich guten Appetit.
Uwe Theel schrieb am 17.02.2010 um 21:04
@ Cassandra

Prima!

Ich freue mich darauf.
born2bmild schrieb am 16.02.2010 um 21:17
Vorweg, ein literarisches Kunstwerk ist der vorliegende Artikel meiner Meinung nach nicht. Sollte er gewiss auch nicht sein. Nach der Durchsicht einiger Kommentare der letzten Tage kam mir dennoch ein Gedicht von Robert Gernhardt in den Sinn:

Was ist Kunst

Hab'n Sie was mit Kunst am Hut?
Gut.
Denn ich möchte Ihnen allen
etwas auf den Wecker fallen.
Kunst ist was?
Das:
Kunst, das meint vor allen Dingen
andren Menschen Freude bringen
und aus vollen Schöpferhänden
Spaß bereiten, Frohsinn spenden,
denn die Kunst ist eins und zwar
heiter. Und sonst gar nichts. Klar?
Ob das klar ist? Sie ist heiter!
Heiter und sonst gar nichts weiter!
Heiter ist sie! Wird es bald?
Heiter! Hab'n Sie das geschnallt?
Ja? Dann folgt das Resümee;
bitte sehr:
Obenstehendes ist zwar
alles Lüge, gar nicht wahr,
und ich meinte es auch bloß
irgendwie als Denkanstoß -
aber wenn es jemand glaubt:
ist erlaubt.
Mag ja sein, daß wer das mag.
Guten Tag.
Cassandra schrieb am 17.02.2010 um 02:01
ganz recht. das sollte es nicht sein. danke.
oranier schrieb am 17.02.2010 um 10:34
Also wird jetzt hier noch die Kunstdebatte eröffnet.
Aber ob das ein Kunstwerk ist oder nicht, liebe Cassandra, ist ja nicht davon abhängig, was du wolltest:

"Kunst kommt von können und nicht von wollen, sonst müsste es ja Wunst heißen. (Karl Valentin)
born2bmild schrieb am 17.02.2010 um 10:41
Keine Kunstdebatte. Sollte es nicht sein,
Kunst. Also Sunst.
Umsunstdebatte.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 19.02.2010 um 13:38
Im Dunste meiner Künste
koch ich grad zwei Wünste
Hoff, später, ich weiß, was ich ess,
sonst: ich vergess´s!

Dieses Gedicht heißt: Kochwunst
Katharina Körting schrieb am 19.02.2010 um 14:42
Hallo,
beim Lesen des Textes (gut zu lesen!) hatte ich auch den Eindruck, dass er etwas wehleidig klingt, vorwurfsvoll, nicht kindisch, aber ein bisschen kindlich vielleicht. Streifzugs Text, genauso einseitig natürlich, macht sich weniger angreifbar, weil er vor allem von Glück und Gutgewordensein spricht, als hätte da jemand die Richtigkeit noch im Schlechten für sich draus gezogen. Also: reif. Dieser Text wirkt anders, trauriger, aber auch weniger verklärend. Fatalistisch? Das klingt manchmal auch witzig, aber wenn das ironisch sein soll, versteckt sich die Ironie manchmal so gut, dass sie kaum erkennbar ist.

Ich bin nach 78 geboren und kann das meiste von dem hier beschriebenen für mich nicth entdecken, ein paar materielle/sicherheitstechnische Dinge in Bezug auf die eigenen Kinder kommen zum Teil hin, aber keineswegs so in Bausch und Bogen wie hier behauptet. Das kommt dann doch arg auf die Schichtzugehörigkeit an, darauf, ob man Stadt oder Land wohnt, darauf, WANN genau nach 1978 geboren (was ist mit 1977?) etc. Aber klar: War ja eine Antwort auf Streifzugs Text.

Von einer Kindergärtnerin, die auf dem Land wohnt und arbeitet, höre ich übrigens paradoxerweise, dass die Kinder dort viel unbeweglicher und steifer sind als die Stadtkinder, mit denen sie vorher zu tun hatte: Offenbar haben die Landeltern so viel Panik, ihre Kinder etwas versuchen und riskieren zu lassen, dass sie gar nichts dürfen und deshalb nicht mal rückwärts laufen können. Deprimierend... Da haben sie die Wiesen und das Grün vor der Nase und werden gegängelt von überbesorgten Eltern...

Mal sehen, vielleicht schreib ich noch was dazu, als Antwort auf die Antwort auf die Antwort

Gruß
katharina
Streifzug schrieb am 19.02.2010 um 14:57
Hallo katharina

nach 78 geboren? Ein junger Hüpfer noch.
Katharina Körting schrieb am 25.02.2010 um 08:09
nein, hab mich verschrieben (sonst wär's ja unlogisch): vor 78 geboren. Sorry.
SiebzehnterJuni schrieb am 01.03.2010 um 16:54
Photobucket

Cassi, schau mal, was Du mit Deinem Blog ausgelöst hast!!!!!!!!!!!!
SiebzehnterJuni schrieb am 07.03.2010 um 16:31
Heute 17.30h Feature WDR3 - Dutschkes Geburtstag!! Auch für nach 1978 Geborene!!
Cassandra
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