23.03.2009 | 17:54

Femmes Fatales

Marlene Dietrich im “blauen Engel” (1930) war eine. Marilyn Monroe in “Niagara” (1953). Natürlich Sharon Stone in “Basic Instinct” (1992). Eine Femme Fatale. Ihre Geschichte geht zurück bis zur biblischen sagenumwobenen Salomé, Tochter des Herodias, die den Kopf Johannes des Täufers kostete. Mit Mata Hari, Tänzerin und Spionin im Paris des ersten Weltkriegs, kehrte die Femme Fatale wieder in die Moderne zurück.

Die Bad Good Girls waren die zentralen Frauenfiguren des amerikanischen Film Noir der 40er Jahre. Des Gangster- und Detektiv-Genres. Sie waren ihren männlichen Gegenspielern auf Augenhöhe ebenbürtig. Oft sogar überlegen. Während die harten Jungs ihre Kanonen entsicherten, spielten sie gezielt ihren Charme aus und setzten raffiniert ihre erotischen Waffen ein. Und waren oftmals gefährlicher und erfolgreicher damit. Ein sehr emanzipierter und moderner Typ Frau. Das Gegenteil einer Femme Fragile, die als “Frauchen” ihre Ziele beim anderen Geschlecht zu erreichen versucht. Femmes Fatales sind Täter, keine Opfer.

Eine Femme Fatale beherrscht das Spiel der erotischen Ambivalenz zwischen Nähe und Distanz perfekt. Den Wechsel zwischen Andeutung und Entschiedenheit. Das Spiel zwischen Moral und Amoral. Zwischen Kontrolle der Situation und bewusstem Kontrollverlust. Verführung und Verhängnis. Sie überschreitet Grenzen und ignoriert Normen. Wenn sie es will. Wann sie es will. Sie erscheint inkonsistent, ist aber komplex. Eine Femme Fatale ist intelligent und zeigt ihre Gefühle selten. Sie nimmt und geniesst. Und lässt geniessen. Sie ist nicht wahllos, sondern weiss ganz genau, was sie will und wann sie es will. Sie ist nicht einfach ein Man-Eater. Ganz im Gegenteil.

Es ist auch ein Machtspiel. Raffinierte Manipulation. Zwischen Frau und Mann. Das klassische Spiel zwischen beiden, aber überhöht. Manchmal bis zum Exzess. Zur Obsession. Ein gefährliches Spiel. Für beide. Es ist der Archetyp des
Geschlechterspiels. Wie der Flamenco zwischen Carmen und Don José in Carlos Sauras Tanzfilm zur Oper. Das macht den Reiz aus. Für den Mann, wenn er es spielen kann. Wenn er stark und selbstbewusst genug ist. Er muss gewähren lassen können. Ihren Spielraum.

Das macht sie interessant. Die verhängnisvollen Frauen.
 
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Kommentare
Tessa schrieb am 23.03.2009 um 18:34
Es freut mich zwischen oftmals sehr politischen Texten auch so etwas hier zu lesen. Doch welche Lehren ziehen wir nun aus der Definition der Femme Fatale? Und wo finden wir sie heute? "Es ist auch ein Machtspiel. Raffinierte Manipulation" - das klingt fast ein bißchen politisch. Aus meiner Sicht sehen die poltisch mächtigen Frauen es hierzulande dennoch als unvermeidbare Strategie, sehr viel Weiblichkeit abzulegen und sich dem männlichen Führungsstil zu nähern, anstatt die gegebenen Qualitäten gekonnt zu nutzen.
cemb schrieb am 23.03.2009 um 18:42
Femmes Fatales gibt es natürlich heute auch noch. In verschiedenen Schattierungen. Eher auf der Bühne als in der Politik. Aber manche gibt sie auch im Leben.

Ich ja für den Geschlechterkampf. Aber mit dem Florett ausgefochten, spielerisch und mit Respekt. Nicht mit dem Degen oder gar Hackebeil.
Magda schrieb am 25.03.2009 um 20:25
Das sind die Nachteile der Blogs, dass sich auch respektlose Leute rumtreiben und gern Schabernack treiben. Vor allem bei einem Text, der so eklatant aus Fertigteilen besteht. So ein Text ist die blanke Nötigung, der schreit nach Werbeunterbrechungen.

Was platzieren wir denn da schönes?

Zitat: Natürlich Sharon Stone in "Basic Instinct" (1992). Zitatende

Wer hat denn das gebucht? Ah ja, Slip und Slop.
Die Basics dieser Tage bekommen Sie bei Slip und Slop - immer passend, auch für den outdoor- Einsatz.

Zitat Mit Mata Hari, Tänzerin und Spionin im Paris des ersten Weltkriegs, kehrte die Femme Fatale wieder in die Moderne zurück.Zitatende

Da bringen wir den Kunden von der Detektei unter:
Spyware for Women - auch nützlich im Ehekrieg.

Zitat:Sie ist(hier fehlt ein "s"- Magda) nicht wahllos, sondern weiss ganz genau, was sie will und wann sie es will. Sie ist nicht einfach ein Man-Eater. Ganz im Gegenteil.Zitatende

Das ist schwer. Was ist das Gegenteil von Man-Eater .Was verzehrt die stattdessen. O.K. da machen wir ne Wurstwerbung hin.

Wer nicht wahllos Männer essen will, sollte unsere Currywurst probieren. (Augustine Ziervogel-Bratwurtsfabrikantin) Männer erhöhen ohnehin den Cholesterinspiegel.

Zitat:Er muss gewähren lassen können. Ihren Spielraum.Zitatende

Gewährleistungspflichten gerichtlich erstreiten - fragen Sie unsere Spezialisten bei der Rechtsverdreher-Plattform. Jeder Spielraum ein Fall fürs Gericht .

Na, wem darf ich die Rechnung schicken?

Es verballhornte für Sie
Magda (Textverfremdung und -veredelung )
Gern auch Schmähverse und Dekonstruktionen aller Art.

@ Tessa - so etwas findet sich in jeder guten Parfümpackung.
tmpaca schrieb am 15.07.2009 um 14:56
Magda hat lange Weile
cemb
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