chloevomsee

SpreeSee

06.02.2009 | 18:06

Sportschuhe sind keine Schuhe!

Wer wie Chloe den schwarzen Gürtel für Qualität inne hat, der weiß auch dieselbigen zu organisieren! Ihre Accessoires sind daher alle prozessorientiert nach dem First in - Last out-Verfahren (FILO) im Flur angesiedelt. Für den normalen Anwender wie folgt zu merken: Tret ich herein, leg ich zuerst ab. Tret ich heraus, leg ich zuletzt an. Ferner ist mein offenes FILO-Regalsystem ganz nach den Leitfäden des visuellen Managements gestaltet. Auf einen Blick erschließt sich der Garderoben-Projektmanagerin - nachdem sie zur Sicherheit noch ihr Weather-Pixie zu Rate gezogen hat - die Match-Plantechnik.

Ob Handschuh, Regenschirm, Gürtel, Handtasche oder Schuhe: alles kann blitzschnell der Damenoberbekleidung zugeordnet werden. Die Reduzierung der Durchlaufzeiten ist höchstes Prozessziel! Dadurch schaffe ich mir mehr Freiräume für Telefonate, Make up und Leibesübungen. Zum Glück kann ich meine 5 S auch morgens um 5 im Schlaf sowie anderen betäubten Zuständen aufsagen:

Seiri (Sortieren: Jahreszeit ferne Handschuhe werden eingemottet)
Seiton (Systematisieren: Schuhe werden nach Absatzhöhe und Farbe abgelegt)
Seisō (Säubern: Das Regal wird stets um alte Saisonmodelle und -farben bereinigt)
Seiketsu (Standardisieren: Handtaschen immer mit der Öffnung nach vorne aufstellen)
Shitsuke (Selbstdisziplin (engl.: MONK): Erhaltung der Ordnung, Sauberkeit und Einhaltung der Standards)

Wenn nun ein Mann zum ersten Mal die Wohnung dieser Total Quality Woman betritt, könnte er von Chloes bis zur Perfektion angewandten Kaizen-Methoden schon etwas verunsichert sein. Um meine Dates nicht weiter zu irritieren, habe ich daher vorerst von einem Kanban-System im Schuhregal abgesehen. [Anmerkungen des Über-Schuhs: Zu gerne würde ich bei jedem Kauf eines neuen Paar Schuhe die Mindestabsatzhöhe ermitteln, um eine Just-in-Time-Besohlung in Auftrag zu geben]. Zwangsneurotische Abgründe beiseite... wieder zum Wesentlichen: in puncto Handtaschen wissen männliche SpreeSee-Leser bereits, wie sie Maya manisch und mich cholerisch werden lassen. Aufpassen, Jungs! Nun wieder Notizblock und Stift zum Thema No Gos beim ersten Date zücken. Einen wahren Trampel erkennt man am folgenden Satz: Du hast aber viele Schuhe! ICH habe keinen Schuhtick! Männer können einfach nicht zählen. Das ist alles. Laut meiner für Chloe typischen 5-Sekunden-Recherche besitzt eine Frau im Durchschnitt knapp 14 Paar Schuhe. Da liege ich sogar drunter!

Denn, nun an alle Männer, hier der wesentliche Tipp zur Schuhrechnung des Fußwerks: Sneaker sind keine Schuhe, Kletterlatschen sind keine Schuhe, Wanderstiefel sind keine Schuhe, Adiletten sind keine Schuhe, FlipFlops sind keine Schuhe, Gummistiefel sind keine Schuhe und meine Joggingschuhe erst recht nicht! Warum? Weil der Kauf dieser Schuhe mit keinem Glückshormon oder hysterischem Schrei verbunden ist. Weil der Kauf dieser Schuhe uns in den Rande des Wahnsinn treibt. Weil: "Iiiiiihhhhh, das ist so hässlich, das kann ich niemals tragen!!!" Am Samstag durchlief ich ganz München mit meiner lieben Freundin und bekannten SpreeSee-Chefkommentatorin nach einem beschissenen Paar Indoor-Sportschuhen. Zwei Kriterien waren lediglich zu beachten: helle Sohle und Funktion. Ich konnte mich dennoch nicht überwinden, über die altbackene Optik hinwegzuschauen. Und jeder Versuch gewisser Brands, ihren Hallenschuhen etwas Pepp zu verleihen, war einfach nicht Ernst zu nehmen:

sportschuh 



Ja, wir Frauen geben gerne mal 300 Euro für einen Hauch von Leder aus. Aber bei 125 Euro für nen Sportschuh, den ich gerade mal zwei Stunden in der Woche hinter vier geschlossen Turnhallenmauern trage, weicht die Kaufsucht der Nüchternheit. Ja, liebe Männer: Wo die Rationalität anfängt, hört der Schuh auf, Schuh zu sein ! Am Schluss kaufte ich nix. Schob das Problem auf bzw. warte immer noch auf Mayas Hilfe!! Du kannst mich doch nicht so fahrlässig hässlich meine Sportdates... äh Matches antreten lassen! Wo bleibt Dein Mode-Altruismus??
 
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Kommentare
merdeister schrieb am 09.02.2009 um 07:56
Das ist gar kein Hallenschuh...
chloevomsee schrieb am 17.02.2009 um 09:14
Ups, wie Du siehst, scheine ich völlig überfordert zu sein... wo zieht man denn das Monstrum an? Beim Joggen im Wald? Armer Unterholz-Bewohner. Für die Tierchen muss das fast Diskofeeling sein, wenn jemand in den Farben vorbeirennt.
merdeister schrieb am 16.05.2009 um 12:28
....Monate später:

Zum Joggen zieht man das an. Aber nur wenn man wirklich unkonventionell ist :-) und mindestens vier Dekaden auf diesem Planeten verbracht hat.
Dann schaut man die ganze Zeit auf seine Füße und fährt einen Trip. Laufrausch.
chloevomsee
Chloe und Maya, die eine macht Karriere an einem See in Sueddeutschland, die andere hat sich als ewige Studentin in Berlin niedergelassen, halten ihre Freundschaft ueber all die Kilometer durch regen Austausch aufrecht, gemeinsam sind sie SpreeSee.
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