chrislow

Blog von chrislow

24.01.2012 | 17:01

Determination durch Gesundheitssystem

Was ist ein System?

Was ist Gesundheit?

Und wozu sind diese beiden Begebenheiten derart verbunden?

Um Gesundheit auf organischer Ebene herzustellen, benötigt niemand ein System, sondern eine gescheite Ausbildung. Das System hingegen durchkreuzt eine entsprechende Ausbildung, indem sie determiniert, was zu tun ist, wenn was als Grundlage vorliegt. Es ist das Gleiche, wie heute etwa in KFZ-Werkstädten Autos repariert werden. Es werden Teile getauscht, bis das Gerät wieder funktioniert. Teiletauscher.... Und der Arzt ist ebenso Komponentenmanipulator geworden. Anstatt sich den Grundlagen der organischen Gesundheit direkt zu widmen, funktioniert "Heilung" heute im Baukastensystem, dass nicht umgehbar ist und regelmässig vorgeben soll, nicht nur was geheilt wird, sondern auch was nur diagnostiziert werden kann ...

Die individuelle Symptombeschreibung findet nicht mehr statt, sondern es wird beim Patienten diese abgefragt und passende zu den möglichen Diagnosen sortiert - das Ergebnis ist per System vorprogrammiert und bedarf keinerlei kognitive Leistung. Der Fachmediziner erfragt und ersucht die katalogisierten Symptome ab und diagnostiziert daraufhin per Liste.

Der Mensch als Komponentensumme. Vom "System" Auto nicht zu unterscheiden.

Auch die "Heilung" sei also inzwischen am Fließband angekommen. Es werden dort komplett vorgefertigte Symptome erwartet und zudem grundsätzlich nur diese direkt therapiert. Ist eines entdeckt, besteht aber leider die Wahrscheinlichkeit, dass es dann mit einer weiteren Suche essig ist und somit eine vorschnelle Diagnose entsteht. Das Individuelle Problem ist nicht mehr existent. In der modernen Lebensumgebung scheint keinerlei Abweichung vom System mehr erwartet zu werden - wenn doch vorhanden, dann Einzelschicksal. Kann man nichts machen. Besonders seitdem es alles schön nach Liste  (DSM/ICD) funktioniert. Was da nicht enthalten ist, kann auch nicht diagnostiziert werden. Was darin enthalten ist, muß nicht einer "Diagnose" genügen - einzelne Symptome reichen ja absolut aus und die "Krankheit" braucht einen Namen, wie jedes Kind auf dieser Welt.

Macht ja auch nichts, dass man mit den neuen Errungenschaften in der Medizintechnik  wahrhaftig beinahe jedes Molekül des Menschen auf seine reguläre Funktion erforschen kann - hier wird interdisziplinär organisiert, Nämlich unter Einbeziehung von Wahrscheinlichkeitsberechnungen und Statistik, welche aussagen, welcher Art Symptome eben zu erwarten sind und nicht welche sich tatsächlich am Objekt erkennen liessen. Als einzig mögliche Erkenntnis aus solchen Begebenheiten muß man befürchten, dass es Krankheiten gibt, die es gar nicht gibt. Und diese Befürchtung ist nicht nur reine Stochastik!

Was wundere ich mich also, das mein Arzt  mir irgendwann seine Homöopathie kostenlos hinterherschmiss. Er steht selbst Mittellos da - und die beste Zeit des Erkenntniswillens scheint eh schon lang vorbei. Wer kann sich schon ein ganzes Leben gegen ein "System" entgegenstämmen. Geld gibts nur, wenn der Diagnoseschlüssel aus der Liste stammt. Und das viele Nachdenken erspart es einem dann ja auch.

 
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