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Blog von chrislow

30.12.2011 | 16:30

Introspektiver Neglect

Introspektiver Neglect

.... ist eine besondere Begebenheit, an der mutmaßlich alle Menschen leiden. Eigendlich leiden sie nicht, denn es ist ihnen nicht bewusst, dass ein Mangel vorliegt. Introspektiver Neglect ist wissenschaftlich nicht eindeutig festgestellt oder als ein Mangel besprochen, sondern nur eine philosophische Ausgeburt angesichts der Krankheit Neglect. Dabei ist der Neglectbetroffene durch eine einseitigen Gehirnschädigung nicht in der Lage einen Bereich in seinem Umfeld wahrzunehmen, der sich auf der gegenüberliegenden Seite einer Hirnschädigung befindet. Dabei ist das Auge dieser Seite organisch vollständig intakt, jedoch die Verarbeitung im Bewusstsein ist nicht möglich und alles auf dieser Seite ist im Bewusstsein des Betroffenen nicht vorhanden. Das alles klingt schon sehr sonderbar - kann sie nicht davon ausgehen, dass etwa ein Teller Rund sei und eben eine andere Hälfte hinzu denken? Schaut die Person den Bereich mit dem Auge auf der Seite der Schädigung an, so kann sie auch die Bereiche bewusst wahrnehmen. Es fehlt der attentionale Zugriff - die Fähigkeit die Aufmerksamkeit in einen Bereich möglichen subjektiven Erlebens zu lenken.

Introspektiver Neglect also ist dann das eingeschränkte Bewusstsein bezüglich der internen Wahrnehmungsfähigkeit. Eine Aufmerksamkeitsstörung für Teile des inneren Selbstbildes.  Das dies derzeit wohl nur eine Theorie ist, kann eigendlich nur daran liegen, dass auch die Wissenschaftler an Introspektiven Neglect leiden. Oder sie sind sich darüber einfach noch zu unsicher. Deutliche Anzeichen für ein solches Krankheitsbild gibt es aber haufenweise. Jedermann ist täglich gezwungen sein Selbstbild zu reduzieren, um den Alltag zu bestreiten. In der Folge und unklaren anderen Gründen kann es dann sicher möglich werden, dass einem die Vervollständigung des inneren Selbstbildes nicht mehr gelingt. Dies auch, weil auch dafür inzwischen alle Informationen entweder abhanden gekommen sind oder niemals vorlagen. Bedeutet, dass dafür niemals genügend Bewusstsein und Gehirnkapazität entwickelt wurde oder verloren ging.

Beim Negllect ist die Wahrnehmung in der Weise nicht vorhanden, als wenn man einen normalen Menschen fragen würde, wo denn sein dritter Arm sei und der nicht weiß, wovon die Frage handelt - der Arm ist und war nie da und fehlt vollständig in der Wahrnehmung und Bewusstsein. Was da alles beim Introspektiver Neglect fehlen kann, mag man sich anhand der Interpretationsunterschiede der vielen selbstbilder von dritten gut vorstellen. So, wie man sich ein Selbstbild bei einem Gegenüber vorstellt, so braucht es auch beim eigenen Selbstbild die Vorstellung von möglichen Bestandteilen, die aufgrund der Gegebenheiten möglich wären ein Selbstbild wahrnehmen zu lassen. Auf etwas das ich wegen Unwissenheit meine Wahrnehmung nicht richte, das existiert auch nicht im Bewusstsein, sodass es auch nicht zum Selbstbild gehören kann.

Umgekehrt ... ist zu bemerken, dass es Teile im Selbstbild geben kann, die eigendlich aufgrund der Begebenheiten nicht in dasselbe gehörten. Im Allgemeinen ein Symptom der Selbstüberhöhung - der Überschätzung seiner eigenen Existenz. Ob man hier eine Verbindung legen kann, sollte man unbedingt mal bedenken, denn es liegt recht nahe. Ausserdem könnte es Indizien zu weiteren Ursachen solcher Verwerfungen liefern, wenn man bekannte Bedingungen aus beiden bisher getrennt betrachteten Erscheinungen einmal im Kontext auswertet.

Info auch hier:

Philosophie des Geistes 7 - Thomas Metzinger

www.youtube.com/user/xknowledgeisfreex?feature=watch#p/c/C7532C401C8EA082/11/5-S8h3QB_a0

Neglect im Wikipedia

 
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