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Seit einer Minute steht es fest: Markus Dröge ist der nächste Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).
Der Rheinländer setzte sich im 4. Wahlgang mit exakt der notwendigen Zweidrittelmehrheit von 82 gegen 36 bei 4 Enthaltungen gegen seine noch verbliebene Mitbewerberin aus Bayern durch. Außer dem Koblenzer Superintendenten hatten der Direktor der Evangelischen Akademie zu Berlin, Rüdiger Sachau, und die Erlanger Theologieprofessorin Johanna Haberer für das höchste geistliche Amt in der EKBO kandidiert. Die drei Bewerber/innen waren in einem 10-monatigen Findungsprozess vom Bischofswahlkollegium ausgesucht worden und hatten sich jeweils mit einer Predigt, einem Vortrag und im Gespräch mit den Gottesdienstbesuchern der Berliner Marienkirche im vergangenen März vorgestellt.
Vor seiner Wahl hatte sich der künftige Bischof auf der Synode dazu bekannt, dass der notwenige Strukturwandel "so solidarisch wie möglich" gestaltet werden soll. In Zeiten, in denen Diakonie immer wichtiger werde, müsse Kirche "glaubwürdiger Anwalt für die Ausgegrenzten sein", wofür er durch die Berliner Armutskonferenz im Februar wichtige Einsichten erhalten habe. Gesellschaftliches Engagement und Spiritualität gehörten für ihn zusammen: "Nur eine Kirche, die ihre Kraftquellen kennt, kann auch im Sinne Dietrich Bonhoeffers Kirche für andere sein." Einfluss auf das positive Wahlergebnis könnte auch die Einschätzung der letzten Kirchenzeitung "Die Kirche" gehabt haben. Danach stünde seine Wahl für einen gewollten Wandel von der medienwirksamen Akademiker-Kirche zurük zur dienenden Samaritergemeinschaft vor Ort.
Der Nachfolger von Wolfgang Huber wird im Herbst in sein Amt eingeführt.|
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Hallo Christian,
da bist du ja schneller als mein kirchlicher Online-Pressedienst! Du hast geschrieben >Der Nachfolger von W.H. wird im Herbst in ihr Amt eingeführt.< Hättest du gerne eine Nachfolgerin gehabt? Nur zur Info: hier in Westfalen ist W.H. (persönliche Einschätzung!) nicht sonderlich beliebt. Wie sieht das denn in Berlin aus? Liebe Grüße Titta |
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Ja, das wüsste ich auch gern. Huber wirkt doch eher wie ein Manager. Aber das wird ChristianBerlin nicht verraten. Bestimmt nicht. Wetten?
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@Magda
Na ja, an mir ist es diesmal nicht gescheitert, das war wohl eher mein Chef, der das nicht wollte. Oder die Technik des Freitag. Was ich dazu geschrieben hatte, sollte hier jedenfalls nicht zu lesen sein. ;) |
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Hallo Magda,
da hast du wohl leider recht behalten! LG Titta |
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@Titta und Magda
Ihr könnt es doch nicht lassen ... ;-) Also muss ich nachgeben. [Zitat Titta]hier in Westfalen ist W.H. (persönliche Einschätzung!) nicht sonderlich beliebt. Wie sieht das denn in Berlin aus?[/Zitatende] Dass Markus gewählt wurde, wird eigentlich einhellig als Zeichen gedeutet, dass man es hier mit der sog. "Huberei" satt hatte. Das steht in meinem Beitrag schon sehr deutlich lesbar in folgender Passage: [Zitat CB]stünde seine Wahl für einen gewollten Wandel von der medienwirksamen Akademiker-Kirche zurük zur dienenden Samaritergemeinschaft vor Ort.[/Zitatende] In den Privatgesprächen auf der Synode verglich man: Huber hatte genau ein Jahr Gemeindeerfahrung (als Pfarrer), dann wurde er schon zu Höherem berufen. Ähnlich steil verliefen die Karrieren von Rüdiger und Johanna. Markus dagegen war 25 Jahre einfacher Gemeindepfarrer und ist erst seit drei Jahren Superintendent. So jemanden wollte man. Was nützt es, hieß es, mit einem Promi-Bischof dauernd im Fernsehen zu sein, wenn die Gemeinden immer leerer werden? [...] |
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[...]
Hubers Brillianz war seine Stärke und Schwäche zugleich. Johanna versuchte sie - so empfand ich es - nachzuahmen und mit Mutterwitz zu toppen, kriegte aber nicht die überzeugend gelassene Instinktsicherheit von W.H. hin, sondern war viel zu aufgeregt. Rüdiger brillierte mit seiner Intelligenz und Gelassenheit. Doch beide waren innerlich auf der falschen Veranstaltung, weil sie - didaktisch klug - Fragen in den Raum stellten, wo Markus Antworten gab. Das konnte Huber ja auch - nur kamen seine Antworten oft zu schnell und zu glatt rüber. Markus kann das ebenfalls und scheint für die Medien sogar eine Spur glaubwürdiger zu sein: [Zitat Berliner MoPo] "Wir müssen Brücken des Gesprächs bauen", sagte Dröge und machte deutlich, dass die Synode der Landeskirche da gerade einen liberalen und weltoffenen Mann gewählt hatte. All die Fragen direkt nach seiner Wahl beantwortete er nicht vorsichtig oder gewunden, sondern frei und mutig. [/Zitatende] (sein Zitat bezieht sich auf Atheisten und Muslime). www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1093868/Markus_Droege_steht_fuer_Dialog_und_Vielfalt.html Das mit den Muslimen war übrigens ein Ball, den ich ihm während der PK zugespielt hatte, ebenso das mit Kermani. Huber hatte die gleiche Chance vorher unter vier Augen von mir bekommen - sie aber erst einen Tag später genutzt, als sein Nachfolger mit seinem Eintreten für Kermani schon in den Medien stand (z.B. Welt online). Das zeigt für mich, dass die Berliner Evangelen eine gute Wahl getroffen haben - oder nicht? |
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Vielen Dank,
das war doch jetzt sehr erhellend! So, wie du es schilderst, kann ich die Wahl in Berlin gut nachvollziehen. Von den kirchlichen Managertypen, die so angesagt sind, hat man auf allen Ebenen auch in Westfalen allmählich die Nase voll. Ist natürlich nur meine persönliche Einschätzung! Liebe Grüße und Gute Nacht Titta |
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Psssssssssssssssssssssssssst !
Sollen unsere Kritiker mitkriegen, dass es in unserem Laden eine feinliche Übernahme gab? Lässt sich aber kaum noch verheimlichen, die Zeitungen haben uns das im Zusammenhang mit dem Überraschungssieg von Markus ja gerade wieder aufgetischt - u.a. jetzt auch Claudia Keller im Tagesspiegel von morgen: [Zitat Claudia Keller, nächster TSP]Dröge plauderte, hörte zu, sagte dann: Nein, er habe keine fertigen Rezepte in der Tasche. Viele empfanden dies als einen wohltuenden Kontrast zu Wolfgang Huber, der immer genau wusste, wo es langgeht und dies anderen auch nicht verheimlichte. Bei allem, was er tue, sagte Dröge, gehe er von der Wirklichkeit in den Gemeinden aus, von da aus entwickle er Reformkonzepte. Bischof Huber sei den umgekehrten Weg gegangen, habe als Professor für Sozialethik Konzepte entwickelt, die er dann als Bischof umsetzen wollte. [...] Solche Sätze hören Pfarrer gerne, die sich von Huber mit „Taufquoten“, Leistungsstandards und Managementprinzipien traktiert fühlten.[/Zitatende] www.tagesspiegel.de/berlin/Markus-Droege;art270,2799719 Insgesamt ein schöner Artikel und nur leicht übertrieben. ;-) |
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Psssssssssssssssssssssssssst !
Sollen unsere Kritiker mitkriegen, dass es in unserem Laden eine feinliche Übernahme gab? Lässt sich aber kaum noch verheimlichen, die Zeitungen haben uns das im Zusammenhang mit dem Überraschungssieg von Markus ja gerade wieder aufgetischt - u.a. jetzt auch Claudia Keller im Tagesspiegel von morgen: [Zitat Claudia Keller, nächster TSP]Dröge plauderte, hörte zu, sagte dann: Nein, er habe keine fertigen Rezepte in der Tasche. Viele empfanden dies als einen wohltuenden Kontrast zu Wolfgang Huber, der immer genau wusste, wo es langgeht und dies anderen auch nicht verheimlichte. Bei allem, was er tue, sagte Dröge, gehe er von der Wirklichkeit in den Gemeinden aus, von da aus entwickle er Reformkonzepte. Bischof Huber sei den umgekehrten Weg gegangen, habe als Professor für Sozialethik Konzepte entwickelt, die er dann als Bischof umsetzen wollte. [...] Solche Sätze hören Pfarrer gerne, die sich von Huber mit „Taufquoten“, Leistungsstandards und Managementprinzipien traktiert fühlten.[/Zitatende] www.tagesspiegel.de/berlin/Markus-Droege;art270,2799719 Insgesamt ein schöner Artikel und nur leicht übertrieben. ;-) |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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