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In wenigen Minuten, um 22:30 h, beginnt die Austrahlung einer Sendung mit diesem Titel im ZDF-Infokanal. Sie steht mit heutigem Datum auch in der ZDF-Mediathek (Dank an Calvani für den Hinweis).
Auszug aus der Programm-Ankündigung:
"Wie tickt Jakob Augstein?"
Der Verleger über Medien im Internet-Boom ( Dokumentation, Deutschland )
Wie ticken sie, die deutschen Meinungsführer? Sie beeinflussen unser Denken, haben Verantwortung und Macht. Die wichtigsten Persönlichkeiten aus Medien, Politik, Kultur, Religion oder Wirtschaft prägen unsere Gesellschaft. Manche agieren auf großer Bühne, andere eher im Hintergrund.Was treibt diese Menschen an? Welche Ziele verfolgen sie? Wie genau nehmen sie Einfluss? Der Verleger Jakob Augstein spricht über Medien im Internet-Boom.
Ob der Inhalt eine Diskussion lohnt, wissen wir vielleicht, wenn wir uns das angesehen haben. Dieser Blogbeitrag ist reiner Programmhinweis.
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Ich fürchte mal, dass nicht.
Etwas wirklich Neues, was wir hier noch nicht wussten, habe ich nicht gehört. Lamby ist leider ein Lahmi, der fasste seine Gäste nur mit Samthandschuhen an, dann plaudern sie leichter. Um das Internet ging es nur am Rande, dafür um so mehr um Persönliches und Biografisches. Ziemlich ungreifbar waren dabei die konzeptionellen Erläuterungen. "Die Grenze zwischen Redakteur und Leser auf Null reduzieren", passt zwar als Beschreibung einer wichtigen Besonderheit der FC aber inhaltlich enttäuschten JAs Definitionen von "Ideologie" (große Ziele haben wie Kohl mit Europa?) und von "links" ("im Zweifel für die Schwachen"?). Seine Äußerung: "Pastor kam für mich nicht in Frage", erklärt das vielleicht. Als Theologe kann sich nämlich keiner wachsweiche Thesen oder Begriffe leisten, wenn er nicht als guter Mensch vom Dienst belächelt werden will, der sich intellektuell übernimmt, ohne das selbst mitzukriegen. Solche leicht zu unterschätzenden Theologen gibt es, und es sind nicht mal wenige. Das Problem ist m.E., dass sie oft sehr wohl die entscheidenden Zusammenhänge durchschauen, aber zu behutsam sind, um anderen ihre Einsichten nachdrücklich aufs Auge zu drücken. Und dann gibt es den anderen Typ, den evangelikalen, charismatischen Prediger, der eher überschätzt wird, von Anhängern wie Gegner. Der tritt immer mit glasklaren Thesen und Definitionen auf. Ob sie stimmen oder sie die Zusammenhänge mehr verschleiern als erhellen, steht auf einem anderen Blatt. Ganz ähnlich scheint die Rollenverteilung bei "Augstein & Blome" zu funktionieren. Wenn man den Ton wegmacht, sieht es rein körpersprachlich so aus, als würde immer Blome das Rededuell gewinnen. Schaltet man ihn ein, wird man - zumindest als Freitag-Leser - dagegen eher Augstein folgen. Als Freitag-Leser und -Blogger wünscht man sich deshalb, dass JA nicht nur das Richtige will, sondern auch mit etwas mehr Sendungsbewusstsein auftritt, einem von seiner Mission nach innen wie nach außen hin Überzeugten werden auch Argumente und Schlüsselbegriffe klarer und pointierter geraten. Mit der Sache, dem Freitag, braucht er sich ja nicht zu verstecken. LG Christian |
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Ich fand das vor allem journalistisch nicht überzeugend gemacht. Was sollte das sein? Ein biografisches Portrait? Macht sich schlecht, wenn jemand (absolut verständlich) nicht über Privates reden mag. Und dann fragt man nicht nur nach dem Vater, sondern auch der Mutter, gerade in dem Fall wär das ja interessant. Die blieb aber ganz außen vor. Offenbar war das ja nicht vorher abgesprochen, sonst wäre es auch nicht zu dem blöden Herumreiten auf den beiden Vätern gekommen, wenn gleich klargestellt worden wäre: Nichts Privates.
Dann hätte man das ganz anders angehen müssen und viel mehr auf Inhalte / Überzeugungen eingehen müssen - Rudolf Augstein stand da viel zu sehr im Mittelpunkt, auch in Dingen, die nicht essentiell wichtig waren. Und eben auch sinnlos, wenn man bei der familiären Prägung (die ja durchaus wichtig ist dafür, wie ein Mensch sich entwickelt und wo seine Überzeugungen herkommen) nicht auf die Mutter / andere stark prägende Personen eingeht. Das war nichts Halbes und nichts Ganzes. Der Interviewer hat auch überhaupt keinen Draht zu seinem Interviewpartner gefunden, jedenfalls wirkte das auf mich so, nicht in der Art und nur in seltenen Momenten über die Fragen (was eher Augsteins verdienst war). Aber Danke für den Tipp, Christian. |
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Warum nicht auch nach der Mutter, also den Eltern insgesamt gefragt wurde, habe ich auch überlegt.
Es ist absolut in Ordnung, bei bestimmten Themen Grenzen zu ziehen, aber wer nicht über seine Biografie und seine Prägungen reden will, sollte nicht in einem solchen Sendungsformat auftreten. Schon gar nicht als Mann vom (Medien-)Fach. Mich persönlich öden Talkshows an, in denen Journalisten und Gäste immer nur Smalltalk veranstalten und in denen nicht kritisch nachgefragt wird. Lambys konzentrierte, nüchterne, vielleicht ein wenig eisige Art fand ich daher gar nicht so schlecht. |
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Ja, ok, das muss man dann im Vorfeld klären - vielleicht haben die das auch gemacht, weshalb weder Mutter noch Frau und Kinder eine Erwähnung fanden. Ich finde, das hätte kurz in die Vorstellung reingehört und dann gar nichts mehr zu Privatem, wenn er da die Grenze ziehen möchte (was ich völlig legitim finde). Ein paar Fragen zu Augstein senior vielleicht, weil der ja nun eine sehr öffentliche Person war plus was sehr ähnliches gemacht hat - da muss er mit leben - aber nicht so zentral, wie es hier der Fall war (und besonders unproportional, weil ja alles andere Private wegfiel).
Ich bin ja nicht so die große Fernseh- / Talkshowguckerin, ich fand den Interviewer recht steif und verklemmt und irgendwie passte das nicht. Er hat Augstein (nach meinem Eindruck) auch gar nicht "gekriegt", was ja eigentlich in einem wirklich guten Interview so sein sollte. Ist natürlich auch schwer bei jemandem, der das genau weiß und auf der Hut ist. Aber das ist dann eben die Kunst. |
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Wie gesagt, ich finde es auch legitim, nicht über alles reden zu wollen, und weiter unten habe ich ja auch geschrieben, dass mir diese "Ihr Vater, Ihr Vater"-Leier auf den Keks gegangen ist. Aber ich meine, Lamby hat Augstein gerade mit seiner nüchternen Art "gekriegt". Er hat Augstein keine Chance gegeben mit Charme zu punkten und auszuweichen. Mir hat das gefallen.
Ob ich privat gerne mit Lamby befreundet wäre, das steht auf einem anderen Blatt... |
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Ok, das sein Charme völlig an ihm abgeprallt ist, ist ein Argument, da haste Recht - das wäre aber nur cool gewesen, wenn er dann auch gute Fragen gestellt hätte - dann hätte er ihn auch "gekriegt", und zwar zu seinen Konditionen. Das wär dann die hohe Schule gewesen ;)...
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Vor allem, wenn man bedenkt, dass er ja selbst vor ca. 3 Jahren öffentlich gemacht hat, wer sein leiblicher Vater ist (und dafür von seiner Mutter einen Rüffel kassiert hat). Seinerzeit hatte er auch erläutert, wie er es herausgefunden hat: bei einem Besuch der mit Augsteins befreundeten Familie Walser sei ihm da (wen wundert´s) eine gewisse optische Ähnlichkeit aufgefallen, woraufhin er dann mal bei Muttern nachgehakt habe. Diesen Fehler wollte er wohl bei Lamby nicht wiederholen.
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Das war nach meiner persönlichen Einschätzung kein Fehler, sondern Kalkül...
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@Calvani
Glaube ich eher nicht, weiß man aber nur mit letztendlicher Sicherheit, wenn man JA heißt, und selbst dann nicht unbedingt. Aber das ist auch egal - außer der Benennung des Faktes hat das in einem Porträt, wo das Private ausgeklammert wird, auch nichts weiter zu suchen. |
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Vielleicht habe ich mich mal wieder zu kryptisch ausgedrückt? Ich meinte, damals die leibliche Vaterschaft auszuplaudern, war Kalkül. Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, wusste Augstein es zu diesem Zeitpunkt schon eine ganze Weile. Da liegt die Vermutung nahe, dass der Plauderzeitpunkt irgendwie strategisch gewählt war, v.a. wenn Augstein sonst lieber nicht über Privates redet - was absolut okay ist, aber er kann ja von Auftritten in solchen Formaten Abstand nehmen.
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"Ich meinte, damals die leibliche Vaterschaft auszuplaudern, war Kalkül."
Habe ich verstanden, aber ist mir nicht ersichtlich, was er davon hätte. Wichtig machen? Mit dem Namen kaum nötig. Endlich in die Klatschspalten? Sieht nicht aus, als ob er da scharf drauf wäre... Ich weiß nicht, wie das Format angelegt ist - aber um einen Medienmacher mit seinen Ideen vorszustellen braucht man nicht privat werden. Und wenn man privat werden möchte, gehört auch ein gewisser Charme dazu, jemanden dazu zu bewegen, etwa szu erzählen. Wenn biografisches Porträt, würde ich ja Augstein gern mal bei Bettina Rust in der Hörbar bei Radio Eins haben. Die macht das wirklich charmant, klug und insgesamt klasse, ohne billig zu werden. Die hat bisher auch die sprödesten Interviewpartner/innen dazu bekommen, ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern - nur mit Blixa Bargeld (der aber auch den entsprechenden Ruf hat, eine Superdiva zu sein), hat sie sich mittelschwer angezickt. Sie schafft es wirklich, in zwei Stunden auf interessante, sympathische Art, einem eine öffentliche Person rundum in ihrer Arbeit / als Mensch nahe zu bringen, ohne auf Gala-Niveau herabzusteigen. www.radioeins.de/archiv/podcast/hoerbar_rust.feed.podcast.xml |
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Was genau der Grund war, weiß ich nicht, muss ich auch nicht wissen, aber er hätte damals einfach den Mund halten können. Dass er das nicht getan hat, wird einen Grund haben. Und dass er darüber jetzt nicht mehr sprechen will, obwohl er es selbst früher - für mich aus heiterem Himmel - getan hat, auch.
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Er hat ja auch früher keine ausführlichen *Details* zu seiner Beziehung zu Walser von sich gegeben, soweit ich weiß (also ich lese jetzt nicht Gala oder sowas, vielleicht habe ich ja was verpasst?)- er hat das nur auf Nachfrage bestätigt und nicht darüber nachgedacht, wie sich das klatschhungrige Volk darüber hermacht und sich das Maul zerreist. Soddom und Gomorra.
Aber ich sehe gerade, in der Ankündigung hieß es: "Der Verleger Jakob Augstein spricht über Medien im Internet-Boom." - irgendwie kam davon nicht wirklich viel rüber, und das lag deutlich weniger an Augstein als an dem - sorry - dämlichen Interviewer. Der hätte, wie es hier schon einige vermutet haben, wohl lieber Walser oder Augstein Senior interviewt und JA gar nicht so für voll genommen. Ganz schlechter Stil - erinnert mich an eine Radiosendung mit Donovan, wo der Moderator eigentlich Dylan-Fan war und ihn die ganze Zeit penetrant mit Dylan genervt hat, den Donovan zudem noch nicht mal ausstehen kann. Der wurde immer einsilbiger und ist dann irgendwann aus dem Studio gegangen. Der Moderator hat Null gecheckt, wo das Problem lag. |
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schrieb am
10.10.2011 um 13:45
@Calvani
"Wie gesagt, ich finde es auch legitm, nicht über alles reden zu wollen." Also, wenn hier einer den größten Plappermund im Thread hat, dann wohl Du, Calvani. Wer bezahlt Dich eigentlich? Diese nervtötenden Wiederholungen, die solltest Du Dir richtig entlohnen lassen. Oder brummt Dir noch nicht der Schädel? |
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Zunächst einmal verbitte ich mir Ihr plumpes Geduze, cityboyaaa. Wenn ich Ihre unqualifizierten Kommentar lese, dann brummt mir in der Tat der Schädel, ja, ganz eindeutig. Deshalb werde ich das in Zukunft nicht mehr tun und Sie schlichtweg ignorieren.
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@cityboyaaa
Ich war leider verhindert und hatte das auch weiter unten gesagt und damit indirekt andere aufgefordert, hier die Moderation zu übernehmen und die Diskussionsfäden zusammenzubinden. @Calvani gehört zu denen, die sich dieser Sache angenommen und das Gespräch hier in Gang gehalten haben. Ich finde, dass beispielsweise auch @Popkontext, @Sisindi und @Uwe Theel versucht haben, immer wieder auf den Punkt zurückzukommen. Dagegen versuchen @JA und @Columbus uns weiter unten klar zu machen, dass so ein Punkt gar nicht existiert und die Kritik an oder wegen der Sendung im Wesentlichen gegenstandslos und unbegründet ist (JA einmalig, Christoph dagegen permanent). Gehört alles dazu zu einer guten Diskussion. Wobei noch besser wäre, wenn diese zwei Seiten sich mal ein wenig aufeinander zu bewegen könnten, ohne die Punkte, die ihnen wichtig sind dabei zu vernachlässigen. Mal sehen, ob das noch gelingt. LG CB |
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Lieber Christian,
Du fährst von hoher Warte aus, auf steiler Abschussfaht eiskalte Hänge hinab, mit Jakob Aigstein nach Deinem Gusto Schlitten, als seiest Du mit Jakob Aigstein aus Versehen als Sponti Monti in den Heiligen Stand der Ehe geraten, ihn bei Deinen Schlitten Touren im "Sitzen statt Schwitzen" nach Deinem BILDE, endgültig wohlgeraten, auf Ewig in Holz zu schnitzen, Vielleicht lehrt uns Jakob Augstein, da ganz Blome, auch auf unbekannten wie bekannten Terrain freimütig nach eigenem Gusto lustvoll frischwärts drauflos einen eigenen Schlitten zu fahren!? Übgrigens scheint mir, anders als der In- Fighter Blome, wenn Jakob Augstein sich denn mit seiner argumentativ längeren Reichweite traute, ein echter Konterer mit gewaltigem Punsch zu sein. Bei seiner Moderation des Freitags Salon läßt Jakob Augstein seinen Punsch, ohne Pult und doppelten BILD Bogen, im Berliner Maxim Gorki Theater Korso schon eher heraus, wenn Du verstehst, was ich meine? tschüssi Jochen |
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Wie tickt der und der finde ich persönlich vermessen formuliert. Wie tickt Christian Berlin? Wie tickt Tycho (schöne Schalliteration ;)
War jetzt die Frage, wer wie den Daumen drauf hält? |
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Jakob Augstein
versteht sich als Journalist, genauer als Reporter, ist dabei am liebsten Verleger. Der stehe mit seinem Blatt als Fremder der Politik gegenüber, kritisiere diese systemisch und sei damit im "Zweifel links", d.h. auf der Seite der Schwachen. Das Blatt sei damit ein Meinungsblatt und vertrete dabei die Ideologie, die der Politik, den Herrschenden fehle, die nur Mainstream seien, da dort nur noch alles pragmatisch sei und auf Machbarkeit im Interesse der Mächtigen geprüft und durchgeführt werde, wo die doch nicht in einem Boot säßen mit den Schwachen, auch wenn sie es sagten. Der Mann JA kommt damit ziemlich sympathisch rüber, man glaubt ihm auch jedes Wort. *ironiefrei* Die Kapitel(inhalte) zu dieser überschrift überprüfe man am gedruckten Wort des Freitag, vorzugsweise dem, das Augstein selber führt. P.S.: Sein Traum von der Verschmelzung von Print und Online, den die Macher der Frankfurter Rundschau mindestens formal übrigens identisch träumen, den laß ich mal außen vor. Bis jetzt jedenfalls hat noch kein Blogger gleichberechtigt mit einem Redakteur einen Artikel und das jede Woche geschrieben; umgekehrt gilt das gleiche. Oder anders: Den Tenor des Blattes bestimmt die JA/Redaktion/JA, nicht die FC. - On verra |
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@Uwe Theel
Lieber Uwe, danke für den Kommentar und Deine Zusammenfassung. Der Mann JA kommt damit ziemlich sympathisch rüber, man glaubt ihm auch jedes Wort. Das ist ja das Problem. Man glaubt es ihm als seine persönliche, subjektive Wahrheit, so wie man einem frommen Pastor glaubt, dass er glaubt, was er verkündet - ohne es deswegen selbst zu glauben. Mehr gepunktet hätte er und hätten wir in solchen Interviews, wenn Zuschauer mitkriegen, dass er mit seinem Begriff von "links" auch eine glaubwürdige Message verkörpert, die man sogar verstehen und sich merken oder anderen erklären kann. LG Christian |
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@ ChristianBerlin schrieb am 08.10.2011 um 10:35
"Das ist ja das Problem. Man glaubt es ihm als seine persönliche, subjektive Wahrheit, so wie man einem frommen Pastor glaubt, dass er glaubt, was er verkündet - ohne es deswegen selbst zu glauben." Lieber Christian, Deine o. zitierte Passage birgt eine interessante Ambiguität: Wenn Du schreibst "ohne es selbst zu glauben" dann kann sich das, so wie Du schriebst, sowohl auf den "Frommen Pastor" aka "JA" beziehen, als auch auf dessen gläubige Gemeinde aka "FC". D.h. im ersten Fall glaubt der Pastor selbst nicht an das was er sagt, im anderen Fall glaubt die Gemeinde wider anderen Wissens oder Glaubens dem nur frommen Pastor. Ich will jetzt nicht vorab spekulieren, aber vielleicht kannst Du Dich ja doch genauer erklären? Da wir aber im vorliegenden fall ziemlich einer Meinung zu sein scheinen, möchte ich den Vorschlag machen vielleicht einen Blog aufzumachen, der unter meiner Zsammenfassung unsere gemeinsame Frage an JA persönlich stellte: "Butter bei die Fisch, bitte!" Aber vielleicht kommt er ja doch selbst mal hier vorbei. Ich käme locker ohne Bezugnahme auf den Vater, der nicht einmal der einzige wäre, aus. Liebe Grüße Uwe |
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Wie ticken sie, die deutschen Meinungsführer?
Was treibt diese Menschen an? Vermutlich Geld und Macht! Für Medienprofis ist deshalb eine hohe Einschaltquote/Auflage wichtig! Die Inhalte sind überhaupt nicht wichtig, wie man bei der BLÖD oder bei RTL sehen kann. |
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@arno schmidt
Vermutlich Geld und Macht! Für Medienprofis ist deshalb eine hohe Einschaltquote/Auflage wichtig! Die Inhalte sind überhaupt nicht wichtig, wie man bei der BLÖD oder bei RTL sehen kann. Auf andere mag das zutreffen. Bei JA ist aber offensichtlich das Gegenteil der Fall. Richtig ist, dass er 2008 den Freitag gekauft hat, um damit Millionen zu machen. Die haben allerdings ein Minuszeichen. Lamby hat dafür nach einer Erklärung gesucht und dabei die Vater-Theorie im Kopf gehabt. So hat er jedenfalls seine Fragen gestellt. Mehr dazu gleich in Angelias Thread in Reaktion auf @dame.von.welt. |
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schrieb am
08.10.2011 um 11:11
ChristianBerlin schrieb am 08.10.2011 um 10:44
Auf andere mag das zutreffen. Bei JA ist aber offensichtlich das Gegenteil der Fall. Richtig ist, dass er 2008 den Freitag gekauft hat, um damit Millionen zu machen. Die haben allerdings ein Minuszeichen. Das ist m. E. kein Widerspruch! Gerade wenn er sich finanziell sanieren will, muß er für eine höhere Auflage sorgen. Dass er mit dem Kauf einer linksliberalen Zeitung wahrscheinlich Minus machen wird, hätte ich ihm allerdings bereits 2008 prophezeien können. Ich glaube überdies, dass man auch heute noch mit einer tatsächlich überparteilichen Zeitung Geld verdienen könnte. Der Verdruß auf die Politik und deren verbandelten Mainstream-Medien ist zu Recht sehr groß! Es fehlt eine Zeitung, die das Volk aufklärt über Politiker, welche sich über die Volksmeinung hinwegsetzt. Z. B. zu den Themen der Finanzwirtschaft/Schuldenkrise, der unqualifizierten Zuwanderung, der verbrecherischen Machenschaften zu Pfründen, welche sich die Politik selber genehmigt (Diäten, Altersversorgung), der Korruption etc.. |
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@arno schmidt
Und wer würde in einer solchen Zeitung Anzeigen schalten? |
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@Achtermann
Im lokalen Bereich hab ich das mal hingekriegt. Da hatten die Mittelständler erstens den Rücklauf auf ihre Inserate und zweitens politisches Interesse an kritischer lokaler Berichterstattung und politischer Entfilzung des überlebten ancien regime. Potenzielle Inserenten von arno schmidts Zeitung wären z.B. NGOs und andere Fundraiser, Unternehmen des 3. Sektors, Green Technology Anbieter. Die würden dort ihre Zielgruppe finden und haben auch ein Interesse an politischer Veränderung. Meine Fragen wären eher, ob da das Rad nicht neu erfunden wird, weil es schon genug gibt, was mit diesem Anspruch zumindest mal gestartet ist oder ihn auch noch vor sich her trägt. Das Alleinstellungsmerkmal des Freitag in diesem Segment kam in der Sendung eigentlich gut raus: Die Begegnung zwischen Redakteur und Leser auf Augenhöhe, das Mittun von Hinz & Kunz, das nicht irgendwo verpufft. Das wäre an bestimmten Stellen noch weiter ausbaufähig, ist in seinem Potenzial längst noch nicht ausgeschöpft. LG Christian |
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schrieb am
08.10.2011 um 15:59
Achtermann schrieb am 08.10.2011 um 12:23
@arno schmidt Und wer würde in einer solchen Zeitung Anzeigen schalten? Ich und gleichgesinnte Leser. Was aber wahrscheinlich nicht ausreichen würde. Zugegeben, dass ist ein Problem! Falls sich aber genug Leser (Auflagenhöhe) einstellen sollten, kämen die Aufträge von Anzeigen von selbst. Der Marketing-Markt würde auch hier wirken! :-) |
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Kann es sein, dass die Chemie zwischen Lamby und Augstein nicht so wirklich stimmte?
Herr Augstein vermittelte mir jedenfalls den Eindruck frei nach dem Motto: " Ich bleib´dann mal lieber irgendwie im Ungefähren" Ich dachte immer Haltung und Ideal ließen sich locker und klar ausdrücken und vermitteln, wenn man so was verinnerlicht hat. Na ja, vielleicht lag es an der Chemie. |
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schrieb am
08.10.2011 um 10:14
Herr Augstein vermittelte mir jedenfalls den Eindruck frei nach dem Motto: " Ich bleib´dann mal lieber irgendwie im Ungefähren"
Wenn es denn der Auflage und dem Profit dient, soll es schon recht sein! |
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Na ja, vielleicht lag die (spätestens dann nicht mehr passende) Chemie daran, daß Lamby offenbar lieber Rudolf Augstein interviewt, mindestens aber allzu Privates erfahren hätte. Was für ein schlechter Stil!
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@dame.von.welt
daß Lamby offenbar lieber Rudolf Augstein interviewt, mindestens aber allzu Privates erfahren hätte. Meine Vermutung dazu ist, dass er eine bestimmte - auch wirklich sehr nahe liegende - Theorie im Kopf hatte und von daher seine Fragen vorbereitet hatte. @Arno Schmidt hat weiter oben noch mal gesagt, was Lamy elaborieren will: Wie ticken sie, die deutschen Meinungsführer? Was treibt diese Menschen an? Bei JA ist sicher, dass es Geld nicht sein kann. Davon scheint er, was er auch bestätigt hat, mehr als genug zu haben, aber geerbt und nicht zusammengescheffelt, sodass er nicht diesen Geld-und-Macht-Erhaltungs-oder-Vermehrungs-Instinkt haben muss, ohne den sich niemand selbst ein dauerhaftes Imperium aufbauen kann. JA kann es sich leisten, den bei ihm hilfesuchend anklopfenden Freitag zu retten und dabei Unsummen zu verlieren. Der Deal ist trotzdem ein fairer: Weniger Geld, aber mehr Geltung. Ich glaube nicht, dass JA ohne den Freitag so schnell ein Top-Journalist geworden und in den Presse-Club eingeladen worden wäre. Journalist des Jahres, Leads-Award - das ging ja alles sehr schnell. Lamy vermutete dahinter wohl den Antrieb, dem Über-Vater mit dieser Blitzkarriere noch mal posthum etwas zu beweisen. Fast ein bisschen freudianisch gedacht - und nicht zwingend richtig. Wenn es aber stimmt, läge hier natürlich DIE Antwort auf die Ausgangsfrage (was JA antreibt). LG Christian |
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Na ja, lieber ChristianBerlin - dann stellt sich mir die Frage, warum Lamby Augstein nicht mehr oder minder unverblümt nach schnellem Reputationsgewinn via Übervater gefragt hat, statt nach JAs erster Absage (daß er über seine Väter nicht vor einer Kamera sprechen möchte, mir mühelos nachvollziehbar) unbedingt mit seinem Freud ein zweites Mal Gassi gehen zu müssen, auf die gleiche distanzlose, gefühlige Gala-Tour. Ich bleibe bei lausiger Stil.
Wissen Sie, wen ich schmerzlich als Interviewer vermisse? Lutz Bertram. www.zeit.de/1995/03/Ein_schraeger_Vogel_stuerzt_ab 'Huhu liebes Radiovolk' bit.ly/oDyoSJ Bei dem hatte nichts 'irgendwie Ungefähres' auch nur eine blasse Chance. Ich finde eigentlich, daß Jakob Augstein ein Gegenüber auf Augenhöhe verdient hätte. Zumal, um auf eine so persönliche Frage zu antworten, was ihn tatsächlich antreibt. Grüße zurück! |
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@dame.von.welt
Den kann er doch haben, liebe dame.von.Welt, nicht für Lamys Sendung oder festen Formaten, aber bei Sondersendungen kann man verhandeln, wer einen befragen darf. Er kann ihn aber auch zum freien Mitarbeiter des Freitag machen. Oder der Romeo macht sich selbst dazu, kreiert einen Video-Blog und verabredet wieder Telefoninterviews mit wem er möchte, stellt sie z.B. bei Youtube ein und bindet sie hier ein. Geld hat er angeblich ebenfalls genug, so dass er sich diesen Auftritt just for fun ebenso leisten könnte wie JA. LG Christian |
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schrieb am
09.10.2011 um 11:38
dame.von.welt schrieb am 08.10.2011 um 12:51
"Zumal, um auf eine so persönliche Frage zu antworten, was ihn tatsächlich antreibt." Ich bin mir sehr sicher, Augsteins mittelfristiges Ziel ist es, d e r Chef des SPIEGEL zu werden, egal was da komme. Was es dann jeweils zu bespiegeln gibt. werden die Verhältnisse zeigen und letztlich ist diese Frage auch zweitrangig für Augstein. Augstein wird in die Fußstapfen treten wollen - und zwar voll und ganz -, in die bisher noch keiner zu treten wagte |
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"Wie tickt Jakob Augstein?"
... geht mir .. ..... vorbei... Inhaltlich ist es mir nicht egal "Papa ist der Beste" ist der beste Blog, wie man es nicht machen sollte... aber es gibt auch gute Beispiele: "Israels verpasste Chance", "Der Kampf der Bösen", "Erhöht die Steuern!" kann man annehmen, aber die Befindlichkeit solcher Schreiber interessiert mich GAR nicht... |
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@tlacuache
Lieber tlacuache, nach meiner Einschätzung sind diese Fernsehauftritte von JA eine ganz andere Front als seine eigenen Blogs oder Artikel. Da schauen auch viele rein, weil sie den Namen Augstein lesen, an das Medien-Imperium des Papas denken und wissen wollen, was der Sohnemann draus macht. Als alter Missionar [ ;) ] weiß ich, dass man in solchen Augenblicken gewinnen oder verlieren kann. Die Testfrage ist: Würde jemand, der den Freitag nicht kennt, ihn sich online mal ansehen, wenn er dieses Interview gesehen hat? Erst wenn diese Hürde genommen ist, kommt es auf seine BlogBeiträge (oder Deine oder meine) an. LG über den großen Teich hinweg Christian |
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Hallo Christian,
..."Sein Traum von der Verschmelzung von Print und Online (& MACHT)... Zu den Erben sag' ich mal gar nix, in so Laendern wo ich mich rumtreibe, gibt es ohne Vaters Arbeit keinen annehmbaren gutbezahlten Job... Das ist leider, wenn's so weitergeht, auch in Deutschland und Resteuropa bald ueblich (siehe Spanien, Portugal und Griechenland), und dann hinterher nicht flennen, "wenn wieder Blut auf den Strassen ist" (Rotschild)... LG |
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@tlacuache
Das ist leider, wenn's so weitergeht, auch in Deutschland und Resteuropa bald ueblich Dazu gab es in Deutschland meiner Meinung nach zu viele Brüche. Nach dem Zusammenbruch durfte Dein Vater keinen zu guten Job vor dem Zusammenbruch gehabt haben, sonst drohte der Bildungsabstieg wie bei meinem biologischen Vater. Der musste das Gymnasium, auf das ich später bis zum Abi besuchen konnte, mittendrin verlassen, weil unter den Alliierten das Schulgeld auch für kinderreiche Familien wieder eingeführt außerdem sein Vater durch die Entnazifizierung erst mal seinen Job beim Finanzamt verlor. In Ostdeutschland wurden zudem durch 40 Jahre DDR fast alle Erb-Eliten ausgelöscht und die neue Elite der DDR-Funktionärsschicht wiederum durch die Wende ihres Elitedaseins beraubt. Richtig ist aber, dass der Bildungsstand und das Vermögen der Eltern über den Zugang zu bestimmten elitären Bildungseinrichtungen mit entscheiden. LG |
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ChristianBerlin schrieb am 09.10.2011 um 00:35
Sorry fuer spaete Meldung: Die "Brueche" waren in Deutschland, im Gegensatz zum Rest der Welt ab neunzehn46 MARGINAL. In (Ost) -Deutschland, wer wirklich was hatte 18fuffzig - 19sechsunvierzich... , hatte auch schon sein Geld "diversifiziert"... Der Rest waren Dummdeppen die aristokratische Nachgelder aus dem Fenster - in den Puff - in's Casino verpleppert haben... RICHTIG ist aber, dass schlaue Familien, seien es Christen, Juden, Atheisten etc. immer in die Bildung ihrer Kinder investier(t)en, was sowohl in meiner wie in vielen anderen Familien NICHT passiert ist. MICH hat der STAAT gerettet 1972 - 1989 und nicht die Familie. Wenn man aber die Vorraussetzungen der heutigen Kinder/Jugendlichen ansieht, und deren Chancen im STAAT, ist die Kacke am dampfen, und da hilft auch ein Gutmensch wie Du nicht mehr, das sind strukturelle Probleme, wie man in einer Gesellschaft die Welt von Morgen nicht mehr organisieren (WILL), weil heute, der Politiker, der noch Bafög kassiert hat um aus dem Lehm rauszukommen nur noch dran denkt wo er seinen Piccolo saufen kann... herzliche Gruesse |
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@tlacuache
An Deiner Argumentation ist auf jeden Fall sehr viel dran. Ich glaube, da stimmt jedes Wort. Ich glaube auch, das JA zu denen gehört, die gegen diese Dekadenz etwas tun wollen und viel bessere Chancen hätten, nicht nur Einzelfälle zu lindern, sondern - wenn es richtig angegangen wird - die strukturellen Probleme so klar zu benennen, das wieder andere sie lösen könnten. Nochmal Grüße aus Strasbourg Christian |
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"Wie tickt Jakob Augstein?"
Mir fällt jedenfalls auf, dass er sich für mich in Widersprüche verwickelt. Er verfolgt ein theoretisches Konzept (nennen wir es mal "kritische Neutralität"), was sich mit "Idealen und Überzeugungen" nicht vereinbaren lässt. Entweder mische ich mich ein und dies geht nur mit Standpunkten oder ich bleibe bei dem Pragmatismus, den er ja auch bei Merkel und der Mainstreampresse (Leerstelle) kritisiert. Man kann einen reflektierten Standpunkt einnehmen und ständig darauf achten, dass man sich nicht von der Politik oder Lobbyisten vereinnahmen lässt. Aber ich bin trotz allem kein neutraler Beobachter, der diese Welt wie von außen betrachtet. Wenn ich z.B. eine dezidierte Meinung zum Grundgesetz habe, vor allem zur Aussage der menschlichen Würde, dann muss ich dies mit Leben füllen. Jakob Augstein sagt es ja auch, dass er eher für die Schwachen der Gesellschaft eintritt. Dies nehme ich ihm ab, aber hier kann er sich meines Erachtens klarer positionieren und Linie behalten. Und dann nicht einmischen? "Dreimal nein!" Hier kann ich nicht mehr folgen. Investigativer Journalismus will doch gerade gesellschaftliche Skandale, schreiende Ungerechtigkeiten aufdecken. Ist das keine Einmischung? Hier soll eine Position aufrecht erhalten werden, die in sich widersprüchlich ist. Darüber würde ich gerne vertieft diskutieren. Soll hier weiter diskutiert werden? Paul |
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@ pleifel schrieb am 08.10.2011 um 18:09
Soll hier weiter diskutiert werden? Eine sehr gute Frage, wie auch die inhaltlichen Fragen zuvor an JA - sehr gut. Ich glaube nur, die FC würde sich in beiden Bereichen schnell, auch konkret sehr einig. Von daher wäre diese dann inhaltliche Diskussion nur wirklich interessant, wenn JA sich an dieser beteiligte, und zwar ausführlich und eben inhaltlich konkret beteiligte. Ein "frommer" Wunsch? |
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@Paul
Soll hier weiter diskutiert werden? Mit mir immer, solange meine Zeit das erlaubt, bin ich dabei. Wir werden sicher auch noch ein paar andere Stimmen hören. Ob die von JA dabei sein wird? Das halte ich eher für unwahrscheinlich. Es sei denn, er hat gute Laune, Die beobachteten Widersprüche könnte er zumindest schnell aufklären. LG Christian |
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@ pleifel
Exakt! Deshalb bin ich anders als die meisten hier nicht der Meinung Lamby habe einen schlechten Job gemacht. Im Gegenteil! Lediglich diese "Ihr Vater, Ihr Vater"-Leier ist mir auf die Nerven gegangen, davon abgesehen hat es Lamby mit nüchternen Fragen geschafft, Augstein den Zahn zu ziehen, an dem nach meiner Meinung der Freitag und die Community kranken: Wasch mir den Pelz, aber mach' mich nicht nass! Das Gleiche gilt für die publizistische Leerstelle, die Augstein ausfüllen will, aber nicht benennen kann außer mit "anders sein". Als Lamby dann konkret nachfragt, was denn an seinen Positionen anders sei, schaut Augstein betreten auf seine Hände um dann zu konsternieren, er sei kein Politiker und darum, anders zu sein ginge es nicht... |
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schrieb am
08.10.2011 um 18:31
Ich glaube Jakob Augstein versucht eine Position einzunehmen, die nicht möglich ist. Daher kommt es vielleicht zu seinen Schwankungen in Positionen, die schon von den Nachdenkseiten kritisiert wurden.
Ist es ihm vielleicht nicht bewusst? |
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schrieb am
08.10.2011 um 18:31
Ich glaube Jakob Augstein versucht eine Position einzunehmen, die nicht möglich ist. Daher kommt es vielleicht zu seinen Schwankungen in Positionen, die schon von den Nachdenkseiten kritisiert wurden.
Ist es ihm vielleicht nicht bewusst? |
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@ ChristianBerlin schrieb am 08.10.2011 um 18:22
Das halte ich eher für unwahrscheinlich. Es sei denn, er hat gute Laune, Die beobachteten Widersprüche könnte er zumindest schnell aufklären. Lieber christian, Dein erster Satz zeugt von Realitätsbewußtsein, der zweite räumt JA Privilegien des ancien régime ein und der dritte widerspricht Deiner Einschätzung im ersten Satz. So stehen wir hier ziemlich bedröppelt. Lieber Gruß Uwe |
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schrieb am
08.10.2011 um 18:41
@christian
Augstein hat in dem Film die Bedeutung der Online-Community hervorgehoben. Nun, wenn er sich schon auf solch ein Interview einlässt, sollte er auch zu seinen Aussagen stehen. Folglich wäre es nur logisch und wichtig, wenn er sich die Zeit für Beiträge (Antworten) geben würde. LG Paul |
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Schwankungen in Positionen?
Ich bitte Sie, Paul, jetzt machen Sie hier keinen Rückzieher! Schwankungen unterliegt jeder Mensch, aber im Zweifel für die Schwachen zu sein, ohne sich einmischen zu wollen, das ist wohlfeile Beliebigkeit! |
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@ ChristianBerlin schrieb am 08.10.2011 um 18:22
"Die beobachteten Widersprüche könnte er zumindest schnell aufklären." Dieser Sazu muß heißen: "Die beobachteten Widersprüche muß er zumindest schnell aufklären." Der Satz muß deswegen so lauten und an JA gerichtet und von ihm antwortend aufgenommen werden, wenn wir JA wirklich abnehmen sollen , dass er die Verschmelzung von Print-Redaktion und Online-Community wirklich wirklich verwirklichen will. Dies übrigens unabhängig von den Inhalten seiner Antwort, wenn er denn über die Überschriften seiner Interviewäußerung hinausgehen würde. Ich müßte den Freitag anschließend nicht weiterlesen müßen. |
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@Uwe Theel
In freier Auslegung kannst Du meine Satz gerne so wiedergeben. Ich hatte nur die Sorge, wenn ich das so hart formuliere, kommt jemand und sagt: JA hat das Recht, zu antworten, wem er will Das ist so selbstverständlich, wie nur was. Jeder kann und wird heutzutage tun, was er/sie will. Ob's logisch wirklich zusammenpasst, ist aber eine andere Frage und darf - nein muss! - auch hin und wieder thematisiert werden. Aber gleich mit dem Nicht-mehr-Lesen des Freitag zu drohen, ist, na ja, schon fast die Ankündigung eines Selbstmordattentats. Schließlich wollte ich zumindest erreichen, dass JA die Zuschauer so überzeugend finden, dass sie den Freitag anschließen weiterlesen müssen. Wenn Du jetzt schon verrätst, dass es auch ohne geht, kann das nix werden. LG Christian |
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@Calvani
Liebe Calvani, im Zweifel für die Schwachen zu sein, ohne sich einmischen zu wollen, das ist wohlfeile Beliebigkeit! Auf jeden Fall kommt das so rüber. Und ich wollte eigentlich hier nicht für JA in die Bresche springen und zu erklären versuchen, was er vermutlich statt dessen meinte. Da ich selber noch immer Verbandsmitglied bin, habe so eine vage Vorstellung, dass er in einem sehr saloppen Deutsch vom journalistischen Rollenverständnis redete und sich lediglich etwas ungeschickt ausdrückte. Ich hätte vielleicht Lamby geantwortet: Das kommt drauf an, was Du mit "einmischen" meinst. Regenten den Spiegel vorzuhalten, wie es der Hofnarr tut, kann eine Einmischung sein, das ist auch Sache des Journalisten. Das Zepter selbst in die Hand zu nehmen, muss er sich indes versagen. Das Beispiel der Sendung für so einen realsatirischen Missgriff war die Umgehungsstraße für Rheda-Wiedenbrück, die der JAs Papa einst den Rheda-Wiedenbrückern als Bundestagsabgeordneter verkaufen wollte. Aber wer weiß, vielleicht meinte JA ja auch, was er statt dessen sagte. LG Christian |
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@Calvani
... hat es Lamby mit nüchternen Fragen geschafft, Augstein den Zahn zu ziehen, an dem nach meiner Meinung der Freitag und die Community kranken: Wasch mir den Pelz, aber mach' mich nicht nass! Das Gleiche gilt für die publizistische Leerstelle, die Augstein ausfüllen will, aber nicht benennen kann außer mit "anders sein". Als Lamby dann konkret nachfragt, was denn an seinen Positionen anders sei, schaut Augstein betreten auf seine Hände um dann zu konsternieren, er sei kein Politiker und darum, anders zu sein ginge es nicht... Ich muss mir diesen Teil der Sendung noch mal ansehen. War das wirklich so? Wenn ja, hast Du unseren Freund und Pelzträger wieder mal bei der Trockenwäsche erwischt. |
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@ ChristianBerlin am 08.10.2011 um 21:04
Lieber Christian, verzeih dem alten Logiker in mir. Ich habe JA seinen Anspruch in der eigenen Logik und Konsequenz vorgehalten. Diesen Anspruch kann er in jeder Form mit jedem Inhalt einlösen oder nichteinlösen, wie er es will. Dagegen hielt ich meine Logik, dann seine Zeitung in Ansehung seiner Antwort entweder weiter zu lesen oder auch nicht. Da ist nirgends Drohung sondern nur die Aufforderung, nachzudenken und entsprechend zu handeln. Das gilt für uns Beide, also JA und mich. Wir gehen beide ein Risiko ein. Da will ich auch nicht aufrechnen. Und natürlich ginge es für auch ohne Freitag. Ich war schon links, da wußte ich nicht einmal, dass es den Freitag in der DDR als der Morgen schon gab. Ein Verlust wäre es für mich freilich schon, aber ich habe auch die Frankfurter Rundschau nach rund dreißig Jahren verlieren müssen und es gibt einen Zeitung gleichen Namens immer noch. Was ich mit von JA und dem Freitag wünsche ist wohl klar, dass ich dessen Erfüllung mir durch den Freitag vorstellen kann auch, und mitarbeiten tue ich jetzt seit einem Jahr und 35 Wochen und es war bei Gott nicht immer einfach; vom Publizisten habe ich es bisher zum Blogger gebracht ;-). LG Uwe |
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Das habe ich mir ganz sicher nicht ausgedacht, passiert alles in den ersten 6-7 Minuten.
Für meinen Geschmack hat Lamby Augstein als Floskelschwinger entlarvt. Und als Augstein das merkt, v.a. bei der Frage nach seiner persönlichen, journalistischen Ideologie, da schert Augstein wieder aus, auch körperlich wie bei Augstein&Blome und zieht theatralisch eine Schnute. Unter uns Gebetsschwestern: Augstein sieht mit dieser Schnute wirklich süß aus, das hilft in der Sache aber nicht. Das Thema Rollenverständnis der Journalisten sehe ich natürlich unter dem Eindruck der Openleaksgeschichte und kann nur noch mal auf meine Kommentare und Wolfgang Michals Blogbeitrag dazu verweisen. Insbesondere der Abschnitt "Will man Medium sein oder Akteur? Und lässt sich beides sauber trennen?" ist in dem Kontext, dass der Freitag Openleaks-Partner ist, von Interesse. Aber vor dieser Debatte, die Grundsätzliches in Frage stellt und die ich gerne geführt hätte, hat Augstein ja gekniffen und stattdessen lieber was über Checks&Balances geschrieben. Floskelschwinger, ich sagte es schon. |
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Plattitüdenschleuder..genau.
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@Calvani
"Für meinen Geschmack hat Lamby Augstein als Floskelschwinger entlarvt." Naja, ich habe auch schon bessere Antworten von ihm auf ähnliche Frage gehört. Er hat manchmal inhaltlich geschwächelt in Punkten, die er an anderer Stelle durchaus mit Substanz beantwortet hat. Ich hatte den Eindruck, er fühlt sich nicht wohl und hatte ein bisschen Angst davor, selber als Person im Mittelpunkt zu stehen. Er steht ja auch unter einem sehr hohen Druck, sehr starken Erwartungshaltungen - das ist eben die Schattenseite davon, wenn man eine öffentliche Person ist, dazu noch Sohn eines "Übervaters", auch wenn das auf der anderen Seite viele Wege geebnet hat (also das soll jetzt kein Mitleid sein, ich tausche sofort). |
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Leider bestätigen Augsteins Antworten und sein Verhalten in diesem Interview meine subjektiven Eindrücke von ihm aus anderen Zusammenhängen (Openleaks, Frauenförderung, etc. pp.).
Dass er sich nicht wohl fühlte, kann gut sein, aber Lamby hat Augstein einfach nur beim eigenen Wort genommen, er ist ihn nicht angegangen, nicht laut geworden, seine Nachfragen waren rein sachlicher Natur und er hat Augsteins Charmeattacken, denn Charme hat Augstein ja, abblitzen lassen - damit kam Augstein nicht zurecht. Und dieses Muster erkenne ich auch bei Augstein&Blome. Darüber haben wir beide auch schon mal diskutiert. Wenn es brenzlig wird, agiert Blome zentriert und bringt sich in Position - er ist Gegenwind offenbar gewohnt, Augstein schweift dann ab - inhaltlich und körperlich, er weicht aus. Genau das hat er bei Lamby auch versucht, als es z.B. um die Ideologie ging. Da hat sich Augstein nämlich selbst in Widersprüche verstrickt. Erst will er keine Ideologie haben, dann kurzzeitig doch, nämlich die der journalistischen Herrschaftskritik (wieder so eine Floskel, wie ich finde), dann fragt Lamby nach und dann will Augstein - eine Schnute ziehend und die Arme reckend und streckend (Ich hab's mir vor diesem Kommentar extra noch mal angeguckt, 6. Minute, typisch!) - doch lieber wieder keine Ideologie mehr haben, die sollten nur Politiker vertreten. Ach so. Ne, ne, das war nicht gut. Süß fand ich den "Gelegenheitsverleger" und "Ich bin von der Presse, ihr müsst mit mir reden".-Damit ich hier nicht nur meckere, sondern auch mal lobe, ich kann ja auch nett sein. Aber in der Sache, da bleibe ich hart. Und noch mal (s.u.): Vorm Schreibtisch oder auf dem Sofa sagt und schreibt sich Vieles leicht... |
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Naja, ich finde Augstein ist am besten, wenn er sich frei fühlt - mit einem gleichwertigen, humorvollen, entspannten, ihm zugetanen Gegenüber, wenn er über ein Thema reden kann, womit er sich gerade beschäftigt und woran ihm etwas liegt. Er mag es auch, wenn sein Charme ankommt, was er wahrscheinlich auch gewohnt ist - klar irritiert es ihn, wenn er damit aufläuft.
Nun, er ist nicht Noam Chomsky, der mal aus dem Stehgreif eine halbe Stunde die Geschichte der US-amerikanischen-mexikanischen Beziehungen logisch aufgebaut und nachvollziehbar referiert und zum Schluss genau auf die Punkte hinauskommt, die er eigentlich nennen wollte, und vorher noch sagt, er das sei gerade nicht sein Spezialgebiet, eigentlich sei seine Tochter die Expertin dafür. Aber wieviele Menschen in dieser Welt können das (vor allem, wenn sie noch anderes zu tun haben, als den ganzen Tag über sowas nachzudenken). Und er war auch offensichtlich gehemmt, weil er eben alles Private ausklammern will, und offenbar nicht gern über sich als Person spricht, sondern über seine Projekte / bestimmte Themen, die ihn interessieren. Nur das hat eben der Interviewer furchtbar ungeschickt gefragt und die Sachen gefragt, über die Augstein aus *legitimen* Gründen nicht sprechen wollte, schon gar nicht in der Situation. Augstein sagte ja auch: Das erzähl ich ihn gern bei einem Bier, aber nicht öffentlich. Möglicherweise spielt da auch die Erfahrung aus der Walser-Geschichte rein, wo ihm mE die Tragweite nicht klar war. |
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Er ist doch Medienprofi, oder?
Meiner Meinung nach will er sich an der Politik nicht die Hände schmutzig machen, dabei sind die journalistischen Entscheidungen darüber, ob über einen Sachverhalt berichtet wird und wie berichtet wird, in der Summe höchst politisch. Der Freitag wirbt sogar damit, dass Journalismus nur aus einer klaren Haltung heraus möglich sein soll - das sehe ich übrigens genau so. Dass Augstein als langjähriger Journalist und inzwischen unabhängiger Verleger seine Haltung nicht ohne Widersprüche benennen kann und die politische Tragweite seiner Entscheidungen nicht anerkennen will, ne, also, das lässt tief blicken. Und dieses Manko zeigt sich dann eben auch in der Berichterstattung bei den exemplarisch genannten Themen. "Journalisten müssen Fremde sein", sagt er hier (Floskel!) und im Zusammenhang von Openleaks schreibt er, es sei unmöglich, sich als Journalist nicht mit einer Sache gemein zu machen. Was denn jetzt? Das halte ich für eine ungeheuer wichtige Debatte (s.o.). |
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Ich sehe da gar nicht so viele Floskeln. Dass er nicht zugestehen wollte, dass man als Journalist, der sich zu politischen Themen äußert sehr wohl politischen Einfluss hat fand ich auch problematisch. Ist ihm das nicht bewußt? Das kann ich mir schlecht vorstellen, weiß aber auch nicht, warum er das nicht zugestehen wollte.
Seine Antwort auf die Frage "was ist links" kann ich verstehen, so ähnlich würde ich das spontan auch sagen. Allerdings sollte er sich vielleicht in seiner Rolle doch eine differenziertere Antwort parat legen, weil das ja eine recht naheliegende Frage ist. "Journalisten müssen Fremde sein" ist auch keine Floskel, da steht ja viel mehr dahinter. Aber das hätte er auch genauer umreißen / erklären müssen. |
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Das mit der Open Leaks Geschichte habe ich nicht im detail verfolgt - aus Zeitgründen, aber auch weil ich das Grundsätzlich problematisch fand, dass die sich da so öffentlich reingehängt haben. Kann ich aber im Detail nicht beurteilen.
Ich bin übrigens auch der Meinung, ein/e Journalist/in muss eine Haltung haben, darf sich aber nicht von irgendwelchen Ideologien (=geschlossene Denksysteme) abhängig machen, oder gar Parteien. Es / sie müssen immer neugierig bleiben, zuhören und (bis zu einem gewissen Grad) offen. |
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...bleiben...
Warum hat der interviewer ihn eigentlich nicht zu solchen Themen gefragt, sondern mit Walser genervt? |
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Die Vater-Leier war überflüssig und kontraproduktiv, da sind wir uns einig.
Wie man "Fremder" sein und gleichzeitig Medienpartner werden kann, ohne sich einmischen zu wollen, das weiß ich nicht. Aber darauf ist Lamby eingegangen, nicht konkret zum Thema Openleaksn, sondern indem er mehrmals danach gefragt hat, warum Augstein meint, dass er sich als Journalist und Verleger nicht einmische und das auch nicht wolle. |
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Mit dem "Fremder sein" hatte ich so verstanden, dass man nicht Teil dessen ist, worüber man schreibt, sondern Außenstehender. Deshalb kann man doch eine generelle Haltung haben. Passtfür mich zusammen.
Was meinst du mit "Medienpartner"? Den Begriff kenne ich jetzt nur aus dem Kontext, dass man bestimmte Veranstaltungen präsentiert - über sie schreibt, sie im eigenen Medium bewirbt und dafür im Programm erwähnt wird / Banner aufhängt etc. Das hat weniger mit journalistischer Arbeit zu tun als mit (gegenseitiger) Werbung füreinander. |
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Der Freitag war oder ist Medienpartner von Openleaks. Deshalb frage ich ja: Wie kann man Fremder sein und Partner zugleich?
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Hier ist die offizielle Ankündigung.
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Naja, Medienpartner sein ist Marketing, und recht üblich. Wenn man sich allerdings zu stark mit einem Projekt identifiziert, besonders wenn es politisch ist, ist es problematisch - dehalb hatte ich wahrscheinlich instinktiv Bauchschmerzen, als ich das las und wollte es gar nicht so genau wissen, weil ich Böses ahnte ;)....
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Ja, sieht für mich nach einem unüberlegten Schnellschuß aus. Dazu kommt, dass bei DDB Diva- / Starallüren schon länger zu befürchten waren, bevor es jetzt tatsächlich geknallt hat. Mit Augsteins Menschenkenntnis ist es nach meinem Eindruck allgemein nicht so wahnsinnig weit her...
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Ich habe dazu eine völlig andere Theorie, die ich aber schon an anderen Stellen, insbesondere in Streifzugs Blog (längst wieder "depubliziert") kund getan habe, deshalb und weil das jetzt zu weit führen würde, will ich das im Detail nicht noch mal wiedergeben. Nichtsdestoweniger gehören diese Geschichte, ihre Darstellung und Entwicklung zu den Gründen, die Augstein für mich als "Floskelschwinger" erscheinen lassen.
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Naja, ich habe mich damit nicht genauer beschäftigt wie gesagt. Ich habe nur den Eindruck, dass Herr Augstein viel aus dem Bauch raus macht und nicht immer ein gutes Händchen dabei hat.
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CHARME... ist ein sehr gutes Stichwort, die Energie, die Augstein darauf verwendet charmant zu sein und die Wirkweise des Charmes zu testen könnte er auch darauf verwenden eben nicht ungeschickt aus dem Bauch zu agieren, sondern sich tiefergehend mit Sachen zu beschäftigen. Den Rest kann er in seiner Freizeit gerne veranstalten. Das würde seinem Ruf und Beruf gut tun, und dem Freitag auch.
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Oh, Charme ist heutzutage schon ein wichtiges Kapital, um sich Netzwerke zu erschließen. Also nichts dagegen, noch weniger, wenn er einigermaßen echt ist und nicht vorgespielt (habe ich leider auch schon erlebt - wenn die Leute dann hintenrum Ratten sind kann das langfristig auch rufschädlich sein).
Und mit "aus dem Bauch raus" meinte ich strategische Entscheidungen, nicht die Inhalte. Wie gesagt kann man da von einem Journalisten nicht erwarten, dass er auf allen Gebieten Experte ist, das ist nicht sein Job. |
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Interessante Sendung.
Wenn auch die Aussagen, was einen Journalisten bzw. einen guten Journalisten ausmache, eigentlich nur fundamentale Aussagen aufzeigten: Fremder sein, Herrschaftskritik üben oder Ideale und Überzeugungen besitzen. Weiterdenkend stellen Aufmerksame sich die Frage, ob diese journalistische Basis noch Handwerkszeug ist oder mittlerweile zur 'Dekoration' verkommen ist, um sie nur zu bestimmten 'Anlässen' wieder hervorzuzaubern. Clever finde ich die Antwort auf die Zynikerfrage: Augstein definiert mal schnell, dass ein Zyniker ein enttäuschter Moralist sei. Nein, er sei kein Zyniker [nach dieser Defi]. Wie easy das dann klingt! ;-) M.E. ist Augstein ab und an doch ein Zyniker i.S. eines Kynikers, der heute den Machtmissbrauch der Mächtigen kritisiert, was auch in dem Wort "Herrschaftskritik" (und nicht Regierungskritik) deutlich wird, und zudem auch zu beißendem Merkel-Spott fähig ist. Widersprüchlich finde ich Augsteins Haltung hinsichtlich des Pragmatismus bei aktueller Kritik des zu späten Handelns bzw. Handlungslosigkeit von Merkel bezügl. der Euro-EU-Griechenland- und was weiß ich -Krise. Gerade in diesem Kontext habe ich mir von Lamby ein gezielteres Nachhaken gewünscht: Welche Denkweisen, die nicht mehr vorkommen würden, sind gemeint? Ein Hinweis auf eine Lücke oder fehlende abweichende Stimme sind zu vage, auch wenn dann endlich eine unterhöhlte politische Meinungsbildung genannt wird. Mich interessieren immer noch die fehlenden Denkweisen. Hat dazu jemand eine Idee? |
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@Frau Smilla
Hat dazu jemand eine Idee? Ich hab bestimmt eine, aber heute nicht mehr. Muss morgen früh raus und nach Strasbourg fahren, da wird das frühestens was gegen Abend. Aber erst mal danke für den anregenden Kommentar! LG und GN Chrsistian |
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Jens Berger:
"Der einzige Kolumnist, der hin und wieder Meinungen publiziert, die nicht auf SPIEGEL-Linie sind, ist der SPIEGEL-Mitinhaber Jakob Augstein. Er schreibt zwar viele vernünftige Sachen, schreibt aber auch viel Unfug und ist dabei ungefähr so systemkritisch wie die SPD. Mal drischt er in bester BILD-Manier auf die Linkspartei ein, mal verteidigt er einen nicht ideologischen Neoliberalismus, ohne dem Leser Antwort zu geben, was das eigentlich sein soll, mal bejubelt er die katholische Kirche. Es scheint eher so, als sei Augstein selbst die fleischgewordene Meinungspluralität. Für den SPIEGEL ist er kaum mehr als ein mehr oder weniger linksliberales Feigenblatt. Selbst seine besseren Artikel gehen in der täglichen Flut der Meinungsmache in diesem Medium unter." Herrschaftskritik: Jugend forscht:Stiftung Neue Verantwortung |
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sozusagen..
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schrieb am
09.10.2011 um 01:52
Warum stellen Sie diese Berger-Kritik ohne Ihre eigenen Anmerkungen dazu hier rein?
Berger kritisiert m.E. oberflächlich, da aus seiner Kritik kein prüfendes Durchleuchten ersichtlich ist, bzw. dass er der Bedeutung der Kritik (= griech., kritike techne, Kunst der Beurteilung) gerecht wird. VG |
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@FR.Smilla.Bergers Kommentar bedarf keiner weiteren Erläuterung. Ich stell hier noch was ohne Anmerkung rein.
Die Rolle der Bertelsmann Stiftung beim Abbau des Sozialstaates und der Demokratie: "Der Bertelsmann AG gehören 74,9 Prozent des größten europäischen Magazinhauses Gruner + Jahr. Über 14.400 Mitarbeiter erreichen mit mehr als 500 Magazinen und digitalen Angeboten Leser und User in 30 Ländern. Zudem hält G+J zusammen mit der Bertelsmann-Tochter Arvato je eine 37,45-Prozent-Beteiligung an Europas größtem Tiefdruck-Konzern Prinovis und besitzt mit Brown Printing eines der größten Offsetdruck-Unternehmen in den USA. Gruner + Jahr hat mit 25,25 Prozent eine Sperrminorität im SPIEGEL Verlag." Wie Jacob Augstein tickt werden wohl nur die wissen, die ihn persönlich kennen. Auf mich wirkt er, auch in der ZDF Sendung, dandyhaft, widersprüchlich (siehe Anmerkung von pleifel), vermutlich doch ein Zyniker, der auf Phoenix und im Spiegel das "linke" Feigenblatt mimt. Aber ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen. |
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Dank Christian Berlins Hinweis, habe ich mir das Interview angesehen und fand J. A. ausgesprochen klar und eindeutig in seinen Antworten.
1) Stephan Lamby (der das gar nicht schlecht machte, aber eben eine Masche hatte) konfrontierte ihn mit dem nun wirklich übergroßen Vorbild des Vaters und Augstein tat, was ganz vernünftige Leute tun sollten. Nämlich zu viel Aussagen zu einem Leben, das eben auch zu großem Teil Schicksal und nicht nur Geschick ist, und unbedingt den Schutz des Privaten braucht, abzuwehren. Liebevoll: Vater ein Vorbild in seinem Tun als Verleger, "hätte gerne seinen Rat noch eingeholt". Gut von Lamby, dass er nicht auch noch mit Walser anfing. Mir aber sehr sympathisch, ist jene eingestandene, gewisse Unsicherheit. Ich mag Menschen, die ihre Skrupel zugeben, öffentlich immer sagen zu müssen, "So und nicht anders ist es!" 2) Augstein bekennt sich als Reporter-Journalist und hat, hier auch wieder sehr geschickt, klug und einfühlsam, auf den Einspieler mit seinem Vater als BT-Abgeordneter reagiert, dass dies nicht seine Rolle sein könne und auch sein Vater das als einen "Ausflug" in die Fremde betrachtete. Sehr gut gefiel mir diese Haltung, sich gegenüber einer neuen Situation erst einmal zum Fremden zu machen. Das ist produktiv, weil man dann nur schaut, nur hört, nur riecht und schmeckt, nur fühlt, was denn da in der Fremde, zu 99% ist uns doch die Welt fremd, vor sich geht. Da kommt man doch anders bepackt zurück, als wenn man schon alles vorher weiß. Lamby fragte ja ganz konkret. "Wollen Sie politisch wirken?" Die Antwort Augsteins (sinngemäß), von einem Top-Journalisten hätte ich es nicht anders erwartet: "Das ist nicht die Berufsrolle, meine Berufung, mit der ich mich wohl fühle, um in meinem Beruf wie ein Fisch im Wasser schwimmen zu können, die zu mir passt." Das war auch ein Statement, gegen den Kampagnenjournalismus, der versucht Wahlen durch Artikel und TV mit gewinnen zu helfen und gegen diese ganze Vorschlagsrhetorik, die z.B. eines H.U. Joerges und er ist noch einer der Besseren, oder z.B. viele ZEIT- und Spiegel-Autoren, sowie die Talks so sehr kultivieren, gerichtet. Aber es war nicht gegen die Kampagnen gerichtet, die sich um ein Thema ranken: Rückzug aus Afghanistan, z.B. - Wer erinnert sich noch an die Portraits der Afghanen, oder jetzt, diese wundervolle 9-11-Ausgabe des dF. 3) Sehr gut, denn Spieß umzudrehen und auf den absoluten Mangel an durchdachten Vorschlägen aus der Politik hinzuweisen. Das Arbeiten von Tag zu Tag schmilzt die Demokratie selbst bei den wichtigsten Richtungsthemen zu einem Einheitsbrei. Das kann auf Dauer nur schief gehen. 4)Der Streit um Standpunkte, die Betonung dieser Eigenschaft der Presse, die ja auch den Raum für diesen Streit möglichst bereitstellen muss, was soll daran schlecht sein? Zumal bei Augstein dieser beständige Zweifel hinzu kommt, und auch sichtbar wird, dass er aus seinen Aussagen kein Dogma werden lässt. 5)Das klare Bekenntnis zu einer Öffnung des Pressemediums dF selbst. - Kritik könnte hier ansetzen, denn die Verschmelzung bleibt da auf einer Stelle hängen. - Aber, das ist nun auch eine wirklich gewagte Sache, es auf der Print-Seite zu weit zu treiben und könnte leicht sogar Augsteins Möglichkeiten überfordern. Daher sehe ich das eher als Selbstschutz, nicht das Risiko zu weit zu erhöhen. 6) Die Sendung spielt ja beständig darauf an, man interviewe und spreche die Mächtigen und wolle heraus bekommen wie sie "ticken". - Augstein antwortete eher in die Richtung, sich gar nicht so viel Macht zuzusprechen. Das kommt der Wahrheit doch sehr nahe, selbst bei einem durch Erbe und Beteiligung (vier Geschwister) reichen Mann, der Journalist ist und Verleger, aber weder die Republik maßgeblich beeinflusst, noch die Medienwelt. - Das Beste daran, er will es auch gar nicht, sondern bleibt frei und vielleicht im Zweifel immer ein Linker. Der größte Zweifel und auch die Anerkenntnis der normativen Verhältnisse unserer momentanen Realität: Einem Tanker wie dem "Spiegel", ist es auch aus ökonomischen Gründen gar nicht möglich, eine radikalere und eindeutigere Position einzunehmen, weil er sein Geschäft mit ca. einer Million Käufern machen muss, die nicht unbedingt wie Augstein "ticken". - Mehr Ehrlichkeit, zumal eben nur ein Anteil am Spiegel der Erbengemeinde gehört, geht nicht. Liebe Grüße Christoph Leusch |
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"Einem Tanker wie dem "Spiegel", ist es auch aus ökonomischen Gründen gar nicht möglich, eine radikalere und eindeutigere Position einzunehmen, weil er sein Geschäft mit ca. einer Million Käufern machen muss, die nicht unbedingt wie Augstein "ticken"."
Worin besteht die Radikalität des Spiegels ? Warum sollten Spiegelleser hochwertigen Journalismus nicht kaufen wollen, wo sie doch jede Woche 4 Euro für weichgespülte Meinungsmache hinblättern ? |
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schrieb am
09.10.2011 um 01:37
Aha Gold Star, Sie sind der Übeltäter und drucken fleissig 4-Euro-Scheine! Kein Wunder, dass die EU pleite ist... :-D
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Weil wir beide das doch, so hoffe ich, nicht tun, aber ich zu meiner Schande gestehen muss (;-), ein Verbrechen ist es ja nicht), viele Menschen zu kennen, die ganz viel Weichspüler in die Kammer ihrer Waschmachine füllen, und eben auch jeden Montag den Spiegel kaufen.
Sie tun es und eine Änderung bei dieser Größe geht nur über Publikumsreaktionen, die aber nicht ausreichend gegeben sind. Bei der ZEIT läuft das auch in Etappen und ist Leserweite abhängig. Und so lange die Zahlen nach oben weisen, geht es in der vorgegebenen Richtung weiter. Leser und durch Wahlen stärker geänderte Machtverhältnisse ändern die Richtung, nicht unbedingt den Stil der Blätter. Paradigmatisch in GB: Da konnte Murdochs Presse mit Tony Blair, dem entlarvten Lügner, und auch wieder mit seinem konservativen Nach-Nachfolger. Nur den wenig medialen Schatzkanzler und Zwischen-Premier Gordon Brown, den mochten sie nicht. Blair hatte den besten Freund auch so lange abgekocht, bis keine eigene Farbe mehr an ihm war. Liebe Grüße Christoph Leusch |
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Spiegelleser sind eh Abonnenten, die brauchen meine Scheine nicht.
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jakob augstein ist nett. und nett ist der kleine bruder von...
so. das klingt jetzt furchtbar böse, so ist es nicht gemeint. aber wirklich ernst nehmen kann ich JA nicht. dafür ist er meines erachtens zu unreflektiert. er sagt viele schöne sätze, denen man vielleicht zustimmen kann, aber er sagt genauso viele sätze, die diesen schönen sätzen dann widersprechen oder einfach inhaltsleeres geschwurbel sind. er sagt diese sätze und hat sie aber nie hinterfragt. JA ist kein kritisch denkender, auch kein kreativ denkender. bestes beispiel dafür auf spon sein geschwurbel über den papst (ich fasse kurz zusammen: die kirche verdient unseren respekt, weil es gibt sie länger als die abtreibungsdebatte oder die homoehe und sie hat ein patent auf die beschäftigung mit dem mysterium menschliche existenz, sie hats erfunden! deshalb, füße küssen und vor den alten autoritäten buckeln!). das ist so sinnfrei! null historisches wissen. null logik. und so kommt es mir oft vor, wenig durchdacht, viel blabla. am anfang war ich wirklich enttäuscht, wenn ich gelesen habe, was JA schrieb, ich hatte mir anderes erwartet, mittlerweile tue ich das fast nicht mehr, also, lesen und wenn, dann hoffe ich eigentlich mehr darauf, dass nichts arges dabei ist, wo ich den reflex verspüre, mir ans hirn zu hauen. ich musste lachen, als ich hörte, JA wünsche sich politiker mit ideologien bzw. visionen, denn ich glaube, ein bubi braucht sowas natürlich. jemand, ders ihm vorkaut und sagt wos lang geht, selber denken und sich positionieren is nich. womit ich wieder beim widersprüchlichen wäre, denn schaut man sich augstein und blome an, dann ist das ja bloßes wenig fundiertes kundtun von meinungen und jemand, der sich "raus halten will" und nur journalistisch neutral sein will, informieren will, und dann gleichzeitig so in so einem format auftritt, tja, dem muss ich unterstellen, dass er entweder nicht weiß, was "neutral" oder "information" ist oder so ganz generell keinen plan hat und der fokus eben auf "seht ihr mich denn auch alle? seh ich in dem licht gut aus? ich bin wicht---äh--verleger!" gerichtet ist. da ist mir trotz der vertretenen meinung blome lieber, der wirkt wenigstens nicht so, als ob er die aufmerksamkeit und die anerkennung unbedingt brauchen würde, bzw. dass es ihm ob bewusst oder unbewusst ausschließlich darum gehen würde, dass er danach ein leckerli bekommt und ihm wer den kopf tätschelt. warum regt mich das so auf? weil es im zweifel nicht reicht, links zu sein. denn im zweifel ist ein kritischer verstand nötig, um überhaupt zu merken, wer denn jetzt der schwache ist, es nützt nichts, wenn man die bestehenden glaubensgrundsätze, die man so mitbekommen hat von den berühmten vätern, nicht hinterfragt, sondern nur nachplappert. im zweifel plappert man dann nämlich vielleicht rechte sätze nach. |
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@ kamunar
ich musste lachen, als ich hörte, JA wünsche sich politiker mit ideologien bzw. visionen, denn ich glaube, ein bubi braucht sowas natürlich. jemand, ders ihm vorkaut und sagt wos lang geht, selber denken und sich positionieren is nich. Ganz so ist es nicht, wie Du das darstellst, weil Du den Kontext der Aussage vorenthältst. Gemünzt war diese Äußerung auf die pragmatischen Sachwalter der Politik, die nur von einem Problem zum nächsten schreiten, es scheinbar lösen, jedoch ohne eine Vorstellung von gesellschaftlichem Zusammenleben entwickelt zu haben und damit opportun, oder, um es schärfer zu formulieren, opportunistisch ihr Tagesgeschäft verrichten. Was wir als Bürgerinnen und Bürger, eigentlich sind wir das nur noch der Form nach, präsentiert bekommen, sind keine zweifelnden Politiker sondern immer solche, die angeblich wissen, wie die anstehenden Probleme zu lösen sind. Das Symptom dieser Haltung lässt sich auf einen Satzanfang reduzieren, den die politisch Handelnden stets von sich geben: "Ich bin der festen Überzeugung, dass…". Mehr kriegen wir von den Herren und Damen als Begründung nicht zu hören, die sich in den Parlamenten tummeln und diese immer häufiger als Sprungbrett für ihre angestrebte Karriere im nachparlamentarischen Dasein betrachten. Dieser Misere stellt Augstein den Politiker mit Ideologie bzw. mit Vision gegenüber, der sein Handeln an tiefergehenden Gedanken orientiert als am Alltagspragmatismus. |
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schrieb am
09.10.2011 um 20:54
@achtermann
ach! und wer sind diese politiker? und wie kommen sie in die position, in der sie sich befinden? sind das aliens, die vom mars angeflogen sind? oder, ein verwegener gedanke, sind es eventuell menschen, die von menschen gewählt wurden? und reagieren diese politiker eventuell in ihrer "marketingstrategie" auf die wähler, wie eben ein JA auch auf die leser/ zuschauer, wenn er zwecks der leichteren vermarktbarkeit ein absolutes billigformat an meinungsblabla heraus gibt, anstatt die ursachen, für so eine politik anzugehen: die strukturen, die da wären, dass die menschen es gewohnt sind, das irgendwer seine meinungsblase abläßt und man dann "jawohl" sagen kann. anstatt sich mal mit der sache auseinanderzusetzen und selber zu denken, anstatt diesen prozeß anzustoßen oder zu fördern, in dem man mal tatsächlich zu informieren versucht? sollte ich JA unrecht tun und augstein und blome ist als informationsveranstaltung konzipiert gewesen? pruhahahaha - ernsthaft? es ist so oberflächlich, "die sollen da mal wieder überzeugungen entwickeln, die in der politik!" jawohl! so wie kohl! weil JA weiß natürlich, dass kohl übrzeugungen hatte, vermutlich sogar welche, die im zweifel links gewesen sind? ERNSTHAFT!? # wie konstruktiv. jeder schiebt den schwarzen peter weiter, einer anderen gruppe zu. keiner sagt mal, ok, gehen wirs an, ich fange bei mir an, jetzt. nein, es sind die anderen. ich bin kein fan von jan fleischhauer, aber langsam überkommt mich der gedanke, dass fleischhauer vielleicht unter den "linken" so leute wie JA versteht und dann wird seine kritik für mich plötzlich verständlich. denn für mich ist dieser typ links der weichspüllinke. fühlt sich so gut an, diese sätze zu sagen und man kann sich in der anerkennung der anderen sonnen, weil man sich ja auf der richtigen seite verortet und anstrengend ist es natürlich auch nicht, denn man kann es ja beim schöne sätze sprechen belassen, muss nichts hinterfragen, denn die überzeugungen, die müssen die anderen entwickeln. |
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Ich würde diese Sendung als nicht sonderlich geglücktes Selbstmarketing abhaken. Was letztendlich auch daran liegt, dass Lamby, so mein Eindruck, JA als Individuum und Kollegen nicht wirklich ernst nahm. Lamby hat JA zum einen als von seinen berühmten Eltern selbstständigen Charakter einfach nicht sonderlich gut aussehen lassen.
Zum anderen liegt es in der Natur einer stetig neu reflektierenden, nicht zementierten Haltung, dass man scheinbar vage, positions- haltungslos rüber kommt. Denn genau eine nicht in Stein gemeißelte, aber keineswegs Wertesystem freie Haltung ist die Ausgangsposition. Eine Position also, die sich quasi fundamental von der Haltung der Nachdenkseiten oder auch der sogenannten “echten Linken” unterscheidet. Das geht so: Die sogenannten “echten Linken” meinen genau zu wissen, was gerecht ist, was Freiheit ist, was Linkssein ist und wie die Dinge zu laufen haben. Immerhin haben sie ihre Bibel, sprich Manifeste, die ihnen zweifelsfrei, Richtung, Definition und Inhalt geben. Hier muss um den richtigen Weg, die richtige Ansicht gar nicht mehr gestritten, sprich gerungen werden. Man ist im Besitz der Wahrheit. Wenn also z.B. Religion, Kirche und Papst als schädlich ausgemacht, definiert wurden, dann ist das nicht nur so, sondern bleibt auch so und alle Argumentation läuft ausgehend von der einmal zementierten Ansicht auf genau das zementierte Ziel hinaus. Die Frage, was ist eventuell gut an xyz oder was steckt eigentlich genau hinter einer anderen Ansicht, was könnte ggf. der Sache wegen in mein Denken einfließen, dialektisch verarbeitet werden, stellt sich naturgemäß gar nicht. Hier wurden Ideen von Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Demokratie, Fairness, Gleichberechtigung usw. einfach in einen theoretischen Überbau, als ein in sich geschlossenes System, sprich Ideologie, einbetoniert. Und, was noch viel schlimmer ist, die Ideen von einer möglichen idealen Form werden so ad absurdum geführt, weil man die Freiheit des stetigen neu Denkens, Definierens und neu Hinterfragens, schlicht in das geschlossene System eingesperrt hat. ( Ich bekomme im Angesicht des eingesperrt seins gerade akute Luftnot.) Der Witz an der Sache ist dass, so z.B Humberto Maturana, (er war´s glaube ich) wir alle quasi unser Flugzeug im Blindflug nur anhand unserer Messinstrumente durch den Nebel steuern. Wir nehmen die Außenwelt gar nicht wahr. Der Unterschied ist nur, und jetzt kommt´s, die Wenigsten sind sich dessen bewusst. “Wir wissen nicht, wir raten nur.” (und das meistens gar nicht mal schlecht) (sinngemäß Popper) ist eine Erkenntnis, die bei den Meisten schlicht noch nicht stattgefunden hat. Aus diesem Grund kann man auch diejenigen nicht erkennen, die die Erkenntnis schon hatten. Wenn ich JA richtig verstehe, bzw. einschätze, ist es genau die Haltung: “ Wir wissen nicht, wir raten nur.” die mit “anders sein” gemeint ist. Was JA´s Engagement für die Kirche betrifft - dies speiste sich m.E. aus der Hysterie rund um den Papstbesuch und war keinesfalls ein unreflektiertes Bekenntnis zur Religion/Papst/Kirche. An dieser Stelle hat er eine klare Gegen-Position bezogen. (Huch, nur gefiel die einigen nicht, weil die krass spiegelte und diametral zum eigenen Denken stand) Diese Hysterie entstand m.E nämlich aus genau der oben beschriebenen unreflektierten Haltung der Ablehnung aus Prinzip. Man muss sich mal überlegen wie dumm es wäre, würden Frauen Aristoteles, Schopenhauers, Nietzsches Gedanken prinzipiell verwerfen, statt es ggf. in ihr Denken einfließen zu lassen, nur weil die drei es nicht so mit Frauen hatten. Anbei möchte ich noch erwähnen, dass ich nicht zweifelsfrei ausschließen kann, hier lediglich meine Vorstellungen vom Denken und von Haltung auf Jakob Augstein projiziert zu haben. Ja Herr Augstein, dass auf ihre Kosten nun Prinzipielles zur Sprache kommt, tut mir zwar leid, aber das werden Sie, der Sache wegen, vielleicht einfach aushalten können. So lange Sie nicht mitdiskutieren, was Sie nicht müssen, redet man dummerweise halt leider exemplarisch über Sie, statt mit Ihnen. |
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Liebe Angelia,
schöner Kommentar, wenn ich dir auch in der Sache widersprechen möchte. Augstein hat eben nicht gesagt: "Wir müssen unsere Positionen immer neu austarieren und hinterfragen." Und er sagt es nicht nur nicht, der Freitag handelt oftmals auch nicht, als sei das seine Maxime. Das ist primär meine Kritik, nicht nur an diesem Interview, sondern allgemein am Freitag und der Community. Grundsätzliches in Frage zu stellen (s. mein Kommentar oben), statt machtpolitische Strategien auf ausgelatschten Pfaden zu beschreiten (wie aktuell wieder bei Augstein&Blome), das wünsche ich mir von einem angeblich kritischen Medium. Mir fallen dazu aus den vergangenen Monaten spontan die Behandlung der Themen Wiki-/Openleaks, Fußball WM und Charlotte Roche ein. Was die mangelnde Eigenständigkeit und Unabhängigkeit des Sohnes gegenüber dem Vater Augstein angeht, bin ich deiner Meinung. Christian hat dazu oben einen einleuchtenden Erklärungsansatz geliefert, aber auch das ändert nichts daran, dass Lamby in diesem Punkt keine gute Figur gemacht hat. Wobei es natürlich sehr einfach ist, vom Schreibtisch oder Sofa aus wissen zu wollen, wie andere ihre Sache besser machen könnten und sollten. Das gilt sowohl für Augsteins wie für Lambys Arbeit. Und natürlich auch für Kritiker wie mich. |
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Hallo Angelia, ich will auf deinen Punkt der echten Linken eingehen, den ich ganz anders sehe. Die im Herzen und im Verstand echten Linken predigen eben keine Manifeste, sondern sind in erster Linie Humanisten mit messerscharfem Verstand, das sind keine Ideologiereiter, es sind Menschen wie Hessel. Der tut auch mal weh, der Verstand wenn er andere trifft, aber eine Geburt tut auch weh und danach hat man Erdenglück.
Das bringt die Überleitung zu Augsteins Aussage mit der fehlenden Lücke. Da hat er recht. Wenn es in Deutschland an etwas mangelt dann an wahrhaft und mutigen Verstand ohne Klientelpolitik, ohne Parteienzugehörigkeit, ohne Dominanz von Eigeninteressen, aber mit viel Arsch in der Hose. So, füllt Augsteins Zeitung diese Lücke nun aus, füllt sie diesen Anspruch aus? Füllt die FC diese Lücke aus? Nein! Ein Beispiel Literatur: Nach Matussek wurde Roche gelesen, ausgerechnet. Eine Erklärung warum fiel nicht wirklich auf, auch nach Nachfragen. Dagegen wurden kritische Stimmen von den FC-Betreuern abgewiegelt. Das neue Wochenthema klingt so schön, "Die Wütenden", aber was erwartete mich, eine lange Reklame für offenkundige herzige Bande, die Tatsache, dass die dort angepriesenen Autoren vorher nicht schon en masse Preise erhielten wurde auch noch dreisterweise von der Autorin darin begründet die Preisverleiher seien eben Spiesser. Auf der anderen Seite muss ich einen unerträglichen Text, eine Anleitung für alle Handke-Hasser finden, der an Hass kaum noch zu übertreffen ist. Soll das eine kritische, unabhängige Aussage (Augseins, Grassmanns, Kabischs) sein? Beispiel 2: Wenn echtes Linkssein das oben beschriebene ist, wie kann es ein, dass sich die Zeitung so offenkundig für eine Partei stark macht? Beispiel 3: Wenn es Anlass gab nach dem Verstand der deutschen Wähler zu fragen dann nach dem Ergebnis der Berlin-Wahl, wo eine Partei ohne Positionen gehypt wird. Auch das wird nicht genutzt, im Gegenteil, es wird auch noch supportet ohne Kritik, ohne Nachfragen. Entweder haben die Mitarbeiter des Freitag eine beliebige Definition, eine abhängige Definition von links und kritisch und messerscharf, oder sie wissen nicht was sie tun. |
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@ Angelia
Man kann seine Meinung als die richtige auch konstruieren, indem man beispielsweise Begriffe wie "echte Linke" verwendet, die die Linke nie verwenden würde, weil sie dem Eigenverständnis widerspricht. Du willst das am Beispiel der katholischen Kirche exemplifizieren und der "echten Linken" folgendes Denken unterstellen: Wenn also z.B. Religion, Kirche und Papst als schädlich ausgemacht, definiert wurden, dann ist das nicht nur so, sondern bleibt auch so und alle Argumentation läuft ausgehend von der einmal zementierten Ansicht auf genau das zementierte Ziel hinaus. Ich weiß nicht, ob Du christlich bist, aber die kirchliche Lehre hat sich in den letzten zwei Jahrtausenden doch am geringsten verändert, gerade wenn man auf die demokratischen Strukturen dieser Organisation rekurriert. Und gerade aus Poppers Lehre vom Nichtkennen des archimedischen Punktes der Erkenntnis, hat sich eine sinnvolle Dogmenkritik entwickelt, bei der die hierarchisch denkenden auf ewige Gewissheiten sich berufenden Funktionäre der römisch-katholischen Kirche nicht besonders gut wegkommen. Insofern halte ich die Kritik an Religion und Papst als konsequent und notwendig und kein gutes Beispiel, das vermeintlich primitive Denken "echten Linken" entlarven zu wollen. |
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Zum Thema Lücke in der Medienlandschaft ausfüllen: Vor ziemlich genau einem halben Jahr hat Augstein als Reaktion auf meinen Beitrag, in dem ich bemängelt hatte, dass zu wenig Frauen auf der Liste der Top Blogs stehen, hier gelobt, sich dafür einzusetzen, das zu ändern. Nun, ich habe mir die aktuelle Top Blog Liste gerade (Stand 14 Uhr) noch mal angeschaut: Von den ersten dreißig sind vier (!) Top Blogs von Frauen. Zur Erinnerung: Damals waren es fünf von dreißig.
Vielleicht meint Augstein das mit "sich für Schwache (d.h., hier konkret Unterrepräsentierte) einsetzen, ohne sich einzumischen"? |
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schrieb am
09.10.2011 um 21:04
@angelia
JA will politiker mit überzeugung, d.h. er ist eben noch nicht dort angekommen, dass es heute bei reflektierten menschen keine solchen überzeugungen mehr geben kann, weil keiner mehr so arrogant ist, für sich in anspruch zu nehmen, er wüßte, was richtig und was falsch ist FÜR ALLE ANDEREN - oh, halt! außer der papst, der weiß das nämlich schon und das verkündet er auch in regelmäßigen abständen. nun JA klingt für mich so: jemand, der gerne hätte, dass seine meinung endlich von anderen mit überzeugung vertreten wird. nix empowerment des individuums. genau das gegenteil von dem, was du ausführst, geht aus dem, was JA schreibt und sagt hervor. |
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Hallo Achtermann
ich habe echte Linke in "" gesetzt und es ging mir im Kontext um die Ablehnung aus Prinzip, nicht um Kritik an Kritik. Popper betrieb übrigens eher Kritik an der Wissenschaftsgläubigkeit.. |
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Hallo memyselfandi
Ich würde einen Linken auch eher so beschreiben wollen wie du und das echt würde ich gar nicht benutzen. Übrigens wedelte Augstein so ziemlich als erster mit dem Heft von Hessel vor Blomes Nase und in die Kamara. Ich denke auch nicht, dass Menschen mit wahrhaft und mutigen Verstand ohne Klientelpolitik, ohne Parteienzugehörigkeit, ohne Dominanz von Eigeninteressen, aber mit viel Arsch in der Hose, zwangsläufig Journalisten sein müssen. Ich schätze Journalisten als Beobachter und Beobachter anderer Beobachter, die beobachten ob der Beobachter auch richtig beobachtet, sprich berichtet hat. Damir ich mir dann selbstständig meine Meinung bilden kann. Verleger und Zeitungen können scharfsinnigen Intellektuellen oder normalen mutigen Bürgern eine Plattform bieten. Ich habe übrigens beide Bücher, Matussek und Roche hier mitgelesen. Ich fand es erholsam. :-) Ansonsten kann die Community doch selbst einen Lesezirkel einrichten. Es besser machen. Einige werden sich doch sicher ein Buch auch kaufen können, um es gemeisam zu lesen und zu besprechen. Ich kann mir auch vorstellen, dass Meike Hank dafür sicher eine Spalte einrichten würde. Was würdest du denn lesen und besprechen wollen? |
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nun JA klingt für mich so: jemand, der gerne hätte, dass seine meinung endlich von anderen mit überzeugung vertreten wird
hmmm, ich fühle mich da eher von anderen regelrecht meinungsdrangsaliert. So und nun Ende und Aus. |
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Wenn man sich J. Augsteins Beiträge in der Community anschaut, dann hat er sich im Laufe von fast drei Jahren doch beachtlich eingebracht.
Jetzt geht es aber um seine eigene Person, genauer ums seine verlegerischen Antriebe, die er mit dem Freitag zur Geltung bringt. Wie ich im Beitrag vom 08.10. um 18:41 angemerkt habe, erwarte ich von J. Augstein, dass er sich in diesen Blog einbringt! Da wäre mir gleich noch eine Sache wichtig (mir nicht bekannt), ob der Freitag ein Redaktionsstatut hat. Wenn der Freitag sich schon den Anspruch gibt, "Leerstellen" im Blätterwald des Marktes abzudecken, dann sollte er auch seine eigene journalistische Basis auf dieser Ebene stärken. Dies hat insofern mit dem Film zu tun, da die Meinungsfreiheit ja ein besonders wichtiges Element linker (humanistisch denkender) Menschen ist (ok, sagen die Liberalen auch, aber dies wäre ein eigenes Thema). @Calvani Im Blog von Augstein: "Raushalten geht nicht" hast Du Dich ja als Fan von Jakob gezeigt. Da soll es ja noch mehr von geben. Ja und in diesem Blog wurde auch über die Antwortzeiten geschimpft. Dem kann ich nur zustimmen. Es gibt kaum Seiten im Netz, die sich da so schwer tun. Dazu kommt dann noch, dass man sich nicht immer sicher ist, ob nach Betätigung des OK-Buttons der Text unterwegs ist. Hier wäre echter Verbesserungsbedarf. Entweder liegen hier Serverschwächen vor oder hier haben sich Programmierer "vergalloppiert" (war zeitweise selber einer). Paul |
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"Im Blog von Augstein: "Raushalten geht nicht" hast Du Dich ja als Fan von Jakob gezeigt. Da soll es ja noch mehr von geben."
Da hast du mich aber missverstanden! Ich habe die Darstellung der "Openleaksgeschichte" beim Freitag aufs Schärfste kritisiert und an meiner Haltung hat sich nichts geändert. Ein Fan von Augsteins Engagement war und bin ich dagegen im Rahmen des Themenkomplexes "Tagesschau App". Vielleicht hast du das durcheinander gebracht. |
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schrieb am
09.10.2011 um 15:30
wie das? Ist die glühende Romanze mit Jakob vorbei, seit wann und warum?
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schrieb am
09.10.2011 um 15:35
@ Calvani
Da lass ich Dich doch mit deinen eigenen Worten sprechen: am 10.08.2011 um 13:38 Interessant! am 31.08.2011 um 21:12 Da haben Sie aber einen Coup gelandet, Jakob! Jetzt nur nicht nervös werden, keine Panik! Einfach aussitzen! Wie gut Sie das können, merken wir hier ja schon. Sie Tausendsassa, Sie! am 31.08.2011 um 21:34 Ich wiederhole mich nur ungern, aber Sie sind wirklich ein Tausendsassa. Die NYT! Toll! 07.09.2011 um 19:26 Um noch mal auf das eigentliche Thema zurück zu kommen: Mit jedem Artikel, den ich hier zur Sache lese, wachsen mein Unverständnis und mein Ärger. Leider sind meine letzten diesbezüglichen Kommentare der Depublizistik zum Opfer gefallen, ich will sie dennoch nicht erneut wiedergeben. Sollte das alles feinsinnige Ironie gewesen sein? Meine Anmerkung war nur als kleine Spitze gedacht und mehr nicht. |
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schrieb am
09.10.2011 um 15:42
....oder hat Dich etwa JA am ausgestreckten Arm mit offenen Manschetten verhungern lassen?
Nur mal so gefragt. |
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schrieb am
09.10.2011 um 15:49
"Sollte das alles feinsinnige Ironie gewesen sein?"
Kommt drauf an, was man unter feinsinnig versteht... |
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Wenn ihr es unbedingt wissen wollt: Augstein konnte meine konsequente Kritik nicht mehr ertragen. Und bei mir kommen nur die Harten in den Garten...
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schrieb am
09.10.2011 um 16:37
"konsequente Kritik"...... so habe ich das bisher noch gar nicht gesehen, na dann.
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@der Mensch einer
Sonst keine Probleme? Oder zu viele, die kompensiert werden müssen? |
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schrieb am
10.10.2011 um 22:48
nichts von Allem bei mir, aber bei Calvani dürfte alles zutreffen.
Zumindest hat sie mit ihrer ungemessenen persönlichen Kritik an Jakob Augstein mir diesen deutlich sympathischer gemacht als er vorher war..... |
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@der Menschen einer
Mir ist JA sympathisch, seit er mir das erste Mal widersprochen hat. Das war ganz am Anfang. Es ging um Fragen der Nettiquette und der Grenzen der Kritik und er meinte: Das muss man aushalten. Da wurde mir klar: Der hat nicht nur als gutherziger reicher Mensch ein linkes Blatt übernommen, er bringt auch die richtige Einstellung dazu mit. Ich halte ihn übrigens für so kritikfähig, dass auch er sich sympathischer wird durch Kritik von Calvani und anderen Kritiker hier, denen die Unterstützung seiner Person und seines Vorhabens durch kritische Begleitung so wichtig ist, dass sie dafür sogar Deine Gegenkritik in Kauf nehmen. LG Christian |
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"Ein wahrer Freund erdolcht dich von vorn."
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Ich habe mir dieses Interview angesehen.
Der Interviewer tickt nicht ganz richtig. Dieses penetrante Gefrage Richtung Sohn von ist unerträglich. Jakob Augstein ist Jakob Augstein ist Jakob Augstein. Ende. Jakob Augstein streitet gerne? Bestens. Michael Douglas ist richtig gut, seit er auch den Bösewicht spielt. Dann los. Immer voll rein in die publizistische Leerstelle. |
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Davon mal abgesehen hat JA wirklich ein glückliches Händchen. Erst eine Papierzeitung, die nur noch Nostalgiker lesen (Als erste Zeitung des Landes plant das Traditionsblatt France Soir nach übereinstimmenden Medienangaben vom Dienstag die Einstellung seiner Printausgabe, um ab Dezember nur noch als elektronische Version zu erscheinen.). Dann als Verleger, während etliche Autoren darüber nachdenken, ob es nicht auch ohne Verlag ginge.
Wie wäre es mit einer Investition in Elektro-Fahrräder? Damit kommt der moderne Reporter immer ans Ziel. |
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Nun, zunächst einmal glaube ich nicht, dass man anhand eines Interviews herausfinden kann, wie ein Mensch wirklich tickt. Es ist bereits vieles in den Kommentaren geschrieben worden, dem ich teilweise zustimme und teilweise nicht. Was fiel mir bei dem Interview auf?
JA ist mit Leib und Seele Journalist. - Verleger wurde er dadurch, dass er zum einen darauf angesprochen wurde und nachdem er über das nötige Kleingeld verfügte, den Verlag gleich kaufen konnte. Das nennt man auch Selbstverwirklichung per Schicksal. Es widerspricht auch dem Klischee, dass Linksintellektuelle grundsätzlich arm sein müssen. JA hat den Verlag nicht aus Renditegesichtspunkten gekauft, sondern weil er für ihn das Verlegertum die höchste Form der Journalismus darstellt. - Als Journalist versteht er sich als Betrachter von außen, weil er zutiefst davon überzeugt ist – und das kaufe ich ihm ab – dass er das politische System nur dann wirkungsvoll kritisieren kann, wenn er diese Außensicht konsequent beibehält und nicht Teil des Systems wird. Er wird damit leben müssen, dass diese Verhaltensweise bei vielen seiner Sympathisanten auf Kritik stößt. - Interessant ist die Tatsache, dass er das, was er an der Politik kritisiert, als Journalist niemals für sich in Anspruch nehmen würde. Hier geht es in erster Linie um die Frage der Ideologie. Ideologiefrei bedeutet für ihn aber nicht, dass er keine Ideale oder Überzeugungen hat. - Was ihn mit der Politik verbindet, ist das Frage der Streitkultur und zwar im Sinne „um den richtigen Weg“ zu streiten. Das ist aber in weiten Teilen der Politik nicht mehr der Fall. Die etablierten Parteien verschwimmen im Einheitsbrei der politischen (Nicht)Inhalte und verspielen den letzten Rest an Glaubwürdigkeit. - Er versteht sich im Rahmen seiner journalistischen Funktion als Interessenvertreter der Schwachen. Seine Beiträge, auch im Spiegel deuten darauf hin. Es hat völlig damit Recht, dass es Interessenskonflikte zwischen denen gibt, die aktuell an den Schalthebeln der Macht sitzen und denjenigen, bei denen das nicht der Fall ist. Besitzstände werden nun mal mit allen Mitteln verteidigt. Dabei muss auch ihm klar sein, dass sich solche Konfliktbewältigungen revolutionär oder evolutionär vollziehen können. Dies hängt vom emotionalen „Aggregatszustand“ der Bevölkerung ab, in der das Durchschnittsalter eine wichtige Rolle spielt. - Fragen zu seiner Privatsphäre blockt er konsequent ab, obwohl es der Interviewer geschickt verstand, ihm einiges, was seinen juristischen Vater betrifft, zu entlocken. - JA fiel mir in den politischen Diskussionen immer positiv auf. Man weiß, wo er steht und sein Engagement für die „Schwachen“ bringt er sachlich fundiert zum Ausdruck. - Ein bisschen mehr Emotionalität würde JA guttun, weil er dann nicht so abgehoben wirken würde, obwohl es das gerade auf jeden Fall vermeiden will. Empathie will gelernt sein. |
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schrieb am
09.10.2011 um 16:39
@blog1
Emotionalität: Um mit dem letzten Satz zu beginnen, ja dem stimme ich ganz zu. "Als Journalist versteht er sich als Betrachter von außen, weil er zutiefst davon überzeugt ist – und das kaufe ich ihm ab – dass er das politische System nur dann wirkungsvoll kritisieren kann, wenn er diese Außensicht konsequent beibehält und nicht Teil des Systems wird." Nun so mag er sich verstehen, aber er ist Teil des Systems. Nicht in dem Sinne, dass er sich korrumpieren lässt, aber es gibt keine neutrale Stellung, nur in der Theorie. Dies ist längst gängige wissenschaftliche Erkenntnis. Wenn ich eine gerechtere Gesellschaft will, muss ich meine Grundpositionen (Vorstellungen, Ideen) haben, die ich zu Papier bringe. Wenn ich dies tue, bin ich involviert. Wie sonst kann es so viele unterschiedliche Gerechtigkeitsstreitpunkte geben, wenn es an die Umsetzung geht. "Für soziale Gerechtigkeit ist wohl jeder" (hat er irgendwo im Interview gesagt), aber wo bleibt die Umsetzung?" Auf das Wort Ideologie möchte ich mich nicht einlassen, denn sie führt nicht weiter. Starke Überzeugungen sind bei "Verhärtungen" schnell im Selbigen. Wenn ich für Linke Grundsätze die Worte "menschliche Würde" in jeglicher Form zu gewährleisten, setze und dafür in der Gesellschaft friedlich kämpfe, dann kann sich Jakob Augstein ruhig als Außenstehender betrachten, wenn er diesen Kriterien folgt. Dann bin ich dabei! Paul |
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Liebe Leser,
also ich habe mir das eben erst angeguckt. Ich gestehe, dass ich ein bisschen Angst davor hatte und das deshalb hinausgezögert habe. Aber - ich finde das gar nicht so schlecht. Ich glaube, ich bin im Wesentlichen mit mir einer Meinung und stimme mir eigentlich in allem zu, was ich gesagt habe. Das erleichtert mich. Könnte ja auch anders sein. Dass man irgendwelchen Quark erzählt, der einem nachher total peinlich ist. Das war, ehrlich gesagt, meine Angst. Ist aber nicht passiert. Uff. Ich verstehe darum auch die Kritik oder die Fragen in diesem thread nicht so richtig. Ihr meint nicht im Ernst, dass ich eine geschlossene politische Ideologie vertreten soll, oder? Damit Jens Berger und die Müller-Sprecherin Fr Gorges mir nicht immer vorwerfen, dass ich tatsächlich hin und wieder Meinungen vertrete, die von der reinen Lehre abweichen? Hilfe! Da kann ich nur sagen: Langweilig ist schon das Fernsehprogramm. Oder dass ich sagen soll, ich wolle politisch wirksam werden? Hihi. Geht's noch? Das erinnert mich an das tolle Gespräch zwischen Harald Schmidt, Günther Jauch und einem Interviewer, der fragt, ob sich die beiden auch als Politiker hätten vorstellen können - und Jauch nimmt die Frage total ernst und antwortet stundenlang, warum er sich anders entschieden hat. Schmidt sagt dann nur: Ich hätte mir Dich auch als Bundespräsident vorstellen können. Mit diesem Satz wird die ganze Absurdität der Frage und Jauchs Antwort entlarvt. Nee, nee. Mein Berufsbild ist da ein anderes. Beste Grüße, JA |
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Sie sollen nicht sagen, dass Sie politisch wirksam werden, sondern sich der Tatsache bewusst werden, dass Sie es als Medienmacher sind.
Ansonsten soll man sich als Journalist ja besser mit keiner Sache gemein machen... habe ich mal in einem Poesiealbum gelesen. |
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schrieb am
09.10.2011 um 16:48
verschmähte Liebe macht auf Dauer hässlich........... habe ich mal in einem Poesiealbum gelesen.
Erste Anzeichen sehe ich bereits. |
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@ der Menschen einer
Ja, du baggerst ja ziemlich an mir rum... und wenn ich mir dein Avatar angucke, naja, besonders schön bist du wirklich nicht... Aber Schwamm drüber, sag' doch endlich mal was zum Thema! |
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Jakob Augstein schrieb am 09.10.2011 um 16:28
Ach, die sind alle nur neidisch, weil die selber ins Fernsehen und beim Spiegel Papstsatiren schreiben wollen. |
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schrieb am
09.10.2011 um 16:55
keine Sorge @Calvini, ich wollte Dir nur mal (für kurze Zeit) nacheifern......
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@Jakob Augstein
Das erinnert mich an das tolle Gespräch zwischen Harald Schmidt, Günther Jauch und einem Interviewer, der fragt, ob sich die beiden auch als Politiker hätten vorstellen können - und Jauch nimmt die Frage total ernst und antwortet stundenlang, warum er sich anders entschieden hat. Schmidt sagt dann nur: Ich hätte mir Dich auch als Bundespräsident vorstellen können. Mit diesem Satz wird die ganze Absurdität der Frage und Jauchs Antwort entlarvt. Obacht, Herr Augstein. Wir wissen alle, daß Ronald Reagan Präsident war und Arnold Schwarzenegger Gouverneur. Was die meisten womöglich nicht wissen ist, daß der Fernsehkomiker Jón Gnarr Bürgermeister von Reykjavik ist. de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B3n_Gnarr Dem Vernehmen nach soll er seine Sache sehr gut machen. seefahrer.blog.de/2011/04/15/buergermeister-reykjavik-brueskiert-deutsche-marineoffiziere-11010405/ Ciao Wolfram |
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schrieb am
09.10.2011 um 17:20
Lieber Herr Augstein,
danke, dass Sie in den Blog eingestiegen sind! "Ich verstehe darum auch die Kritik oder die Fragen in diesem thread nicht so richtig. Ihr meint nicht im Ernst, dass ich eine geschlossene politische Ideologie vertreten soll, oder? Damit Jens Berger und die Müller-Sprecherin Fr Gorges mir nicht immer vorwerfen, dass ich tatsächlich hin und wieder Meinungen vertrete, die von der reinen Lehre abweichen? Hilfe! Da kann ich nur sagen: Langweilig ist schon das Fernsehprogramm." Ich erwarte keine "geschlossene politische Ideologie". Aber Ihre Standpunkte im Film hängen doch nicht im luftleeren Raum. Warum diese "Eierei?" Sie müssen doch eine "innere Leitlinie" haben, ansonsten geht es doch nicht. Dass man an dieser Leitlinie (Richtschnur) arbeite, halte ich für selbstverständlich! Die Kritik der Nachdenkseiten fand ich übrigens nicht oberflächlich. Den alten Freitag haben viele kritische Artikel (für mich) ausgezeichnet, die ich manchmal im neuen Freitag vermisse (Schärfe). Er ist zwar viel bunter geworden, aber mich interessieren die Texte. Siehe die Konstanz der "Blätter für deutsche und internationale Politik". Dass Sie als Verleger in den Freitag eingestiegen sind, halte ich trotzdem für gut. Allein schon die Tatsache hier mit Ihnen im Blog zu diskutieren. Also, ich wünsche mir einen Verleger mit Grundsätzen, für die er auch kämpft. Für mich ist dies nicht einseitig, sondern glaubwürdig und schon gar nicht langweilig! Beste Grüße Paul |
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schrieb am
09.10.2011 um 17:21
Lieber Herr Augstein,
danke, dass Sie in den Blog eingestiegen sind! "Ich verstehe darum auch die Kritik oder die Fragen in diesem thread nicht so richtig. Ihr meint nicht im Ernst, dass ich eine geschlossene politische Ideologie vertreten soll, oder? Damit Jens Berger und die Müller-Sprecherin Fr Gorges mir nicht immer vorwerfen, dass ich tatsächlich hin und wieder Meinungen vertrete, die von der reinen Lehre abweichen? Hilfe! Da kann ich nur sagen: Langweilig ist schon das Fernsehprogramm." Ich erwarte keine "geschlossene politische Ideologie". Aber Ihre Standpunkte im Film hängen doch nicht im luftleeren Raum. Warum diese "Eierei?" Sie müssen doch eine "innere Leitlinie" haben, ansonsten geht es doch nicht. Dass man an dieser Leitlinie (Richtschnur) arbeite, halte ich für selbstverständlich! Die Kritik der Nachdenkseiten fand ich übrigens nicht oberflächlich. Den alten Freitag haben viele kritische Artikel (für mich) ausgezeichnet, die ich manchmal im neuen Freitag vermisse (Schärfe). Er ist zwar viel bunter geworden, aber mich interessieren die Texte. Siehe die Konstanz der "Blätter für deutsche und internationale Politik". Dass Sie als Verleger in den Freitag eingestiegen sind, halte ich trotzdem für gut. Allein schon die Tatsache hier mit Ihnen im Blog zu diskutieren. Also, ich wünsche mir einen Verleger mit Grundsätzen, für die er auch kämpft. Für mich ist dies nicht einseitig, sondern glaubwürdig und schon gar nicht langweilig! Nachtrag: Die Antwortzeiten (des Systems) sind schlimm! Beste Grüße Paul |
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Lieber JA, Sie sollen keine geschlossene politische Ideologie vertreten, aber Sie sollen, wenn Sie Lob oder Kritik verteilen, dies fundiert tun. Und nur über Dinge reden oder schreiben, über die Sie sich gründlich informiert oder Kenntnis haben, und nicht unreflektiert irgendwelche Feld-, Wald- und Wiesenansichten bzw. Allgemeinplätze verbreiten (nein, ich rege mich jetzt nicht mehr über Ihre Kritik an der Papstkritik usw. auf)
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@sisindi
Das mit dem Papst war aber auch ein totaler Ausreißer - das muss irgendwas Persönliches sein, oder wirklich momentane Verwirrung, woran man heutzutage noch glauben soll. Ansonsten kann man von einem Journalisten zwar erwarten, dass er grundsätzlich weiß, worüber er redet, und sich in Themen einarbeitet, zu denen er sich äußert. Aber es geht bei dem was JA macht ja nie darum, wirklich *Experte* dafür zu sein - das kann ein Mensch in so einem breit gefächerten Gebiet gar nicht leisten - und es ist wie gesagt auch nicht die Aufgabe eines Journalisten. |
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"Ihr meint nicht im Ernst, dass ich eine geschlossene politische Ideologie vertreten soll, oder? Damit Jens Berger und die Müller-Sprecherin Fr Gorges mir nicht immer vorwerfen, dass ich tatsächlich hin und wieder Meinungen vertrete, die von der reinen Lehre abweichen? "
Das mit der reinen Lehre hab ich doch gestern erst irgendwo gelesen..ach ja...Josef Joffe rechtfertigte die Ermordung von Anwar al-Awlaki: " Ja: Der Kampf gegen den Terror findet in einer Grauzone statt. Die reine Lehre des Rechts hilft da wenig." Apropos: Gab es im Freitag eine Auseinandersetzung zu diesem erneuten Tabubruch der US-Außenpolitik ? Das würde mich jedenfalls mehr interessieren als Augsteins Loblied auf die katholische Kirche im Spiegel. |
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@Jakob Augstein
Lieber JA, an dieser Stelle erst mal mein Dank und mein Respekt, dass Sie sich dieser Diskussion hier stellen! Meine Kritik daran, wie Sie das tun, folgt irgendwann zu einem späteren Zeitpunkt. Liebe Grüße aus Strasbourg vom Badischen/Eslaß-Lothringischen gemeinsamen Pfarrertag CB |
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@Calvani
Calvani schrieb am 09.10.2011 um 15:56 Wenn ihr es unbedingt wissen wollt: Augstein konnte meine konsequente Kritik nicht mehr ertragen. Woher weißt Du das? Hat er Dich sperren lassen? Und bei mir kommen nur die Harten in den Garten... ... und nur die Härteren bekomm'n die Gärtnerin. ;) |
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Man nehme Augsteins Voraussetzungen, denke anschließend rational über die Verführungen des Lebens nach und überlege sich dann noch einmal ganz genau, ob man selbst auch den Mut gehabt hätte, sich überhaupt in der Nähe des linken Spektrums zu positionieren. Tausende Erben mit Gelpanzern auf dem Kopf und Versace-Emblem vor dem Schniedel, treiben die Egomanie ihrer Vorgängerausbeuter bis zum Exzess. Da sollte auch der hochgeschätzte Jens Berger, sich einmal in seiner subjektiven Fundamentalkritik etwas zügeln.
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@Lemmansky
Du hast Recht, schon das hebt ihn ab. Aber das ist nicht alles, der Mann kann mehr. Warum nur stellt er in solchen Bild-Ton-Formaten sein Licht so schnell unter den Scheffel, wenn Gegenwind kommt? Will er es da in Schutz nehmen, um keine Perlen vor die Säue zu werfen? Fragen, die man ruhig mal stellen darf, ja stellen muss, wenn man von seinem Potenzial eigentlich überzeugt ist und mehr von ihm erwartet. LG Christian |
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"Wir wollen das modernste Medium sein, was die Verbindung von Online und Print angeht und wir wollen im publizistischen Spektrum den linksliberalen Rand besetzen. Und natürlich wollen wir auch wirtschaftlich erfolgreich sein. Denn das hier ist für mich kein Goodwill-Projekt. Es gab Leute, die mir geschrieben haben: „Danke, dass Sie den Freitag unterstützen“. Denen habe ich geantwortet: Entschuldigung, aber das ist ein Missverständnis. Ich unterstütze den Freitag nicht. Ich investiere!"
Quelle |
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@Calvani
Und natürlich wollen wir auch wirtschaftlich erfolgreich sein. Denn das hier ist für mich kein Goodwill-Projekt. Bei Bewertung dieser Äußerung ist zu berücksichtigen, dass das kapitalistische System ihm kaum eine andere Möglichkeit lässt, als sich mit ihm in der Weise gemein zu machen, dass er dieses Profit-Interesse zumindest behauptet. Würde er es negieren und den Idealisten an dieser Stelle nicht widersprechen, würde diese Verweigerung des kapitalistischen Grundbekenntnisses zum ethischen Materialismus sofort bestraft, indem die Verluste nicht mal steuerlich absetzbar wären von dem, was er anderweitig an Zuwächsen erzielt. Mit fremden Kapital von Koinvestoren wird es dann auch sofort schwieriger. Das System lässt ethischen Idealisten nur die Möglichkeit, dann wie unsereins zu werden und die Gemeinnützigkeit zu beantragen, die zu subversiven Projekten aber auch gerne mal vom Finanzamt verweigert wird (Beispiele bei Bedarf). Gerade in solchen Grenzfällen wäre das schwierig. Dazu müsste er das Profitinteresse umgekehrt geradezu ausschließen können. JA hat sich für das Bekenntnis zum Profit entschieden und ist damit zumindest erst mal steuerlich auf der sicheren Seite. Ob dem der Profit auch auf dem Fuße folgt und wie lange er durchhält, sich das selbst vielleicht sogar zu glauben, ist eine andere Frage. Ich weiß (aus Erfahrung), dass dazu drei Bedingungen erfüllt sein müssen. 1. Ein Medium muss so relevante Beiträge zu aktuellen Themen liefern, dass möglichst viele aus einer Zielgruppe A Meinung sind, es kennen zu müssen, um mitreden zu können, weil es die anderen auch kennen. (Soviel haben selbst Fachzeitschriften mit BILD gemeinsam.) 2. Aufgrund von (1) sind entweder die Angehörigen der Zielgruppe A bereit, sich die Kenntnisnahme des Mediums nicht nur Zeit, sondern auch Geld kosten zu lassen, oder eine Zielgruppe B, die ein wirtschaftliches oder anders definiertes handfestes Interesse am Erreichen der Zielgruppe A hat, nutzt das Medium dazu, das der Zielgruppe B dazu passende Angebote macht. 3. Das Gesamtmangement steuert mittelfristig den Punkt an, wo die Kosten von (1) und die Selbstkosten von (2) niedriger sind, als die aus den Zielgruppen A und B erzielten Einnahmen. Wenn das zutrifft, dann m u s s (sorry, Papa von @Angelia) der Freitag und muss JA an nichts mehr interessiert sein, als an einem repräsentativen, ungeschönten Leser-, User- und Werbekunden-feedback. Dabei muss nicht jedes schlechte Argument sofort eingesehen werden. Dass da auf ehrliche Kritik ehrliche Zurückweisung kommt, lässt mich noch nicht am feedback-Interesse und damit am Profit-Interesse zweifeln. Zweifel kämen mir, wenn die Abwehr oder Ignoranz Kritik über dieses immer sinnvolle Maß hinausginge. Selbst wenn das menschlich verstehbar ist, Ignoranz und Abwehr dienen, solbald sie feedback-Potenzial vernichten, statt es gewinnbringend auszuwerten und seine Artikulation zu fördern, nicht dem Profitinteresse, sondern lediglich dem Selbsterhalt von, die leider zu schwach sind, um Kritik als wichtigste Nahrung nutzen zu können. LG Christian |
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Du spielst auf die sog. Liebhaberei an, also den Mangel an Gewinnerzielungsabsicht. Darauf will ich hier jetzt nicht näher eingehen, das ist hier ja kein Steuerseminar, aber dass deine Interpretation das alleinige Motiv der Aussage ist, bezweifle ich genau so, wie deine verkürzte steuerrechtliche Einschätzung.
Zum Thema Feedback gebe ich mich auch weniger Illusionen hin als du, obwohl ich vor gar nicht allzu langer Zeit noch anders dachte und genau wie du argumentiert habe. Zeiten ändern sich - manchmal rasant. |
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naja, also mal ganz ehrlich: ohne "Sohn von" wäre JA jetzt nicht da, wo er jetzt ist. Ohne das finanzielle Erbe hätte er wohl kaum den Freitag kaufen können und würde vermutlich noch als Gerichtsreporter o.ä. vor sich hindümpeln. Dann hat er sich den Freitag gekauft, um eine journalistische Heimat zu haben ("da hab ich was eigenes, da hab ich mein Jodeldiplom").
Schön ist, dass er uns hier diese Plattform zur Verfügung stellt. Er sagt zwar, er streitet gerne, aber meint wohl eher, er diskutiert gerne. Er ist kein Harter (für Calvanis Garten). Er hat das ja ganz anschaulich beschrieben, wie er sich sieht: als Reporter, also mal unverbindlich irgendwohin gehen und neutral fragen: "Was macht ihr da?" Er ist Zuschauer und Berichterstatter und kritisiert mal hier, mal da, nicht mehr, nicht weniger. Für mich sehr aufschlussreich waren seine Überlegungen zum Berufswunsch: "Pfarrer nein (dazu hat Christian ja schon Stellung genommen), Arzt nein, Anwalt nein." Dies sind nämlich Berufe, in denen man Stellung beziehen muss. Man muss für seinen Mandanten, für seinen Patienten kämpfen (idealiter sc.) und man wird mit menschlichem Elend konfrontiert und am Ende kann die ganze Müh vergeblich gewesen sein. Dies verlangt also Einsatz und birgt Frustpotential. Dafür ist JA nicht gebaut. Ich vermute mal, dass er in seinem Leben auch noch nie um irgendetwas kämpfen, sich angestrengt bemühen musste. Er hat aufgrund seiner Verhältnisse wohl eher eine spielerische Einstellung zum Leben. Ihm fehlt der gewisse Impetus. Er könnte auch nie das schaffen, was seine beiden Väter geschaffen haben. Weder den Aufbau eines Medienimperiums noch hat er das literarische Talent von Martin Walser geerbt. Er kommt sympathisch rüber, höflich, aufrichtig, ohne Hintergedanken. Und er erinnert mich immer wieder an einen Konfirmanden. Mehr können wir wohl von ihm nicht erwarten. |
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schrieb am
09.10.2011 um 17:34
@sisindi
Man oh man. War das notwendig so persönlich zu werden? Die Zeiten für die Neugründung eines Medienimperiums sind nicht mehr. Und Romane soll er ja auch nicht schreiben. Davon haben wir schon mehr als genug. |
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Es ist vielleicht unangenehm für Augstein und seine Sympathisanten, sisindis Kommentar zu lesen, aber völlig unanbhängig davon wie ich oder andere darüber denken, schreibt sisindi ihre Meinung und ihr Kommentar enthält keinen einzigen persönlichen Angriff oder eine Beleidigung.
Ne, ne, wer ein Meinungsmedium betreibt und sich angeblich gerne streitet muss das aushalten können. |
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Die Frage lautete doch: "Wie tickt Jakob Augstein?"
Und das war der Versuch einer Diagnose. Weiter nichts. |
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Und da der Mensch das Produkt seiner Erbanlagen und seiner Umwelt ist, muss man daher darauf eingehen.
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Naja, aber wenn jemand nicht über Privates reden will muss man das akzeptieren - dann stellt sich natürlich die Frage, warum er a) eingeladen wurde und b) warum er es angenommen hat. Wenn man ein trotzdem ein biografisches Porträt hatte machen wollen, hätte man eben die Leute, über die er nicht reden will soweit noch am Leben entweder selbst fragen müssen (und die hätten im zweifel abgesagt, nicht nach dem Motto: Ich bin Presse, Sie *müssen* mit mir reden.) Und dann hätte man halt ein anderes Format nehmen müssen (wie ich oben schon schrieb).
@sinindi Natürlich hatte er eine priviligierte Ausgangsposition, die er ja auch reflektiert und um die er nicht gebeten hat. Er hat da mal im gegensatz zu den meisten von uns einfach mal Glück gehabt und das Beste draus gemacht, auch mit harter Arbeit (auch wenn er in manchen Sachen vielleicht tatsächlich ein Spielkind ist, aber da ist er auch nicht allein, er hat nur mehr Raum dafür als andere). Deshalb klingt mir das hier doch gerade in dem Fall sehr ungerecht, fast neidisch: "Ich vermute mal, dass er in seinem Leben auch noch nie um irgendetwas kämpfen, sich angestrengt bemühen musste." |
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Um es nochmals klarzustellen, meine versuchte Diagnose Augsteins Persönlichkeit ist völlig frei von Emotionen, also auch von Neid. Aber er ist nun mal kein Kämpfer, das muss ja nichts Negatives sein, es ist nur eine Feststellung.
Nur nebenbei: es muss nicht unbedingt Glück bedeuten, ein Vermögen zu erben. |
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Genau auf letzteres wollte ich auch hinaus: Ein Vermögen (und auch die entsprechenden Netzwerke) zu erben ist schon eine schicke Sache, und macht mE. vieles einfacher als für den "Normalbürger" - aber man ist eben auch viel höheren Erwartungshaltungen ausgesetzt, besonders wenn man auch Ansprüche an sich selbst hat und mehr sein will als Sohn und Erbe. Das bedeutet auch kämpfen und hart arbeiten.
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@Calvani
Hat sich "wer", der "ein Meinungsmedium betreibt", über sisindis Kommentar beschwert? Und: Jaja, freilich kommt sisindis Kommentar ohne Beleidigungen aus und klingt wohlwollend. Kern desselben sind aber Unterstellungen, die einzig von der Tatsache, das JA Geld hat und nicht wie ein abgekämpfter Idealist erscheint, abgeleitet werden. Ich denke mal, in erster Linie sollte wichtig sein, was JA tut bzw. wie das Ergebnis dessen, was wir etwa in Form des Freitag wahrnehmen, aussieht. Wie JA dabei, wortwörtlich, aussieht, ob er im TV vielleicht nicht die schneidensten Argumente gefunden hat oder dass er sich bitteschön doch zu seinen Familienverhältnissen zu äußern habe, wenn er schon im Fernsehen ist ... also bitte - das sollte doch wohl von sekundärem Interesse sein! Oder sind wir hier bei der BILD oder Gala für Irgendwie-Links? |
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Was soll das denn, miauxx?
Noch mal: Sisindis Meinung ist nicht zwangsläufig meine, aber sie kann sie doch hier äußern, oder? Jedenfalls im Anschluss an eine Sendung, die Augsteins "Ticken" zum Gegenstand hat. Schließlich ist "wer" vom (Medien-)Fach? Oder ist er in die Sendung genötigt oder gar gezwungen worden? Sollte dem so sein, nehme ich alles zurück! Und ob wir hier bei der Bild Zeitung oder der Gala sind, hach, das habe ich mich in letzter Zeit schon häufiger gefragt z.B. im Zusammenhang mit Openleaks oder als ich als Frau hier Tipps bekam, mit welchen Klamotten ich beim Slutwalk auflaufen könnte. Schwarzer BH und Netzstrumpfhose wurden mir damals vom Freitag ans Herz gelegt, wenn ich mich richtig erinnere... |
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"Sisindis Meinung ist nicht zwangsläufig meine, aber sie kann sie doch hier äußern, oder?"
Das ist ja noch mal die gleiche Frage, wie schon im obenstehenden Kommentar; sie schlägt gegen das selbe Phantom. Keiner, schon gar nicht der, der das Meinungsmedium macht, hat sisindi angegriffen. Es ist jetzt auch ein bißchen hinfällig; hat selbige doch in diesem Kommentar ihren vorherigen als gegenstandslos erklärt. Und willst du jetzt sagen, dass sich bitte JA über Intimes zu äußern habe, weil auch du "vom Freitag ans Herz gelegt" bekamst, so oder so beim Slutwalk aufzulaufen? Wovon du da jetzt sprichst, weiß ich nicht und muß ich auch nicht wissen. Was mich aber immer wieder hier stört, ist der Drang zur Vereinnahmung der Person JA. Mein Geschmack ist die Note Ich und JA jdf. nicht. |
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Wenn ich hier in diesem Kommentarstrang was von Augstein will, dann ist es das, was ich jetzt schon x-mal geschrieben habe, nämlich dass er die politische Dimension anerkennt, die journalistische Entscheidungen haben. Ob und wie über einen Sachverhalt berichtet wird, ist nämlich höchst politisch (s.o.). Und wenn Augstein als Verleger in einer Sendung auftritt und diesen Zusammenhang abstreitet - wie er es in seinem heutigen Kommentar ja auch wieder getan hat - und ich das kritisiere, dann ist das keine Vereinnahmung seiner Person, sondern eine sachliche Auseinandersetzung mit seiner Profession.
"Wie tickt XY" ist ein persönliches Format, wer das nicht sehen oder diskutieren will, lässt es eben bleiben. |
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Dass JA vermögend ist und sich nicht als Idealist abkämpft, ist doch gar nicht des Pudels Kern, sondern das, was wir doch hier schon öfters zu "Augstein und Blome" bemängelt haben:
Dass er hohe Ideale propagiert und einfordert, aber de facto nichts Konkretes vorträgt oder sich widerspricht. Der tut doch nix, der will doch nur spielen. |
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Naja, die Sendung weiß offenbar selber nicht was sie will (bzw. die, die sie konzeptionieren):
info.zdf.de/ZDFde/inhalt/26/0,1872,8350810,00.html?dr=1 Klingt mir alles verdammt affektiert, passend zur pseudo-coolen Kameraführung, die ich völlig nervig fand. Für persönliche Interviews ist der Typ auch viel zu spröde - für harte in der Sache hakt er zu wenig nach (und wenn, falsch an den falschen Stellen)... |
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Mein lieber sisindi
Langsam reicht es mit Beleidigungen und Diffamierungen. Die Tatsache, dass es Ihnen JA ermöglicht, sich Sie hier als Verbalprolet betätigen zu können, müsste Sie eigentlich nachdenklich stimmen. Gegen sachlich vorgetragene Beiträge, die vor allem nicht die Herkunft bzw. die Erbanlagen der Person JA betreffen, ist ja nichts einzuwenden. Es ist leider in Mode gekommen, persönliches und privates miteinander zu vermischen. JA hat, wie alle anderen auch, eine Privatsphäre, die er als geschützten Raum betrachtet. Er hat sich im Interview explizit dazu geäußert und sich dagegen verwahrt, solche Einblicke gewähren. Aus ihren Worten spricht der blanke Neid, dass es so "einer" zum Verleger gebracht hat, wo doch so viele Talente auf der Strecke bleiben. Wie armselig. |
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Sie sollen nicht sagen, dass Sie ... sondern sich der Tatsache bewusst werden ...
Sie sollen keine geschlossene politische ... aber Sie sollen ... Du liebe Güte. Hoffentlich kriegt meine Mutter, Gott hab sie selig, das nicht mit. Sonst wirbelt sie wahrscheinlich vor Empörung ihr frisch gestaltetes Urnengrab um. Wie kann man sich denn erdreisten, einem erwachsenen Menschen zu sagen, was er tun und lassen soll? Obenrein noch einem Intelligenten? Und mein Vater würde sich wahrscheinlich ob der Keckheit der Mädels amüsiert kaputtlachen. Beide würden aber sagen, meine Mutter empört, mein Vater vor lachen auf dem Boden liegend: “Man muss erst mal rein gar nichts sollen! Man muss nur eines, sterben und sonst nix.” “Man sollte aber trotzdem immer genau das sagen und tun, was man für richtig hält!” würde mein eher rebellischer Vater wie immer in solchen Situationen noch anmerken. “Ja, nur erst bitte denken und dann reden” würde meine Mutter noch seufzend und mit Blick auf meinen Vater augenverdrehend hinzufügen. Mal eine Frage, wer von den “Versuchern einer Diagnose“ hat Psychologie studiert? Übrigens man diagnostiziert lediglich Krankheiten oder Defekte. Ansonsten übt man sich als Humanist im verstehen und begreifen von Menschen. So Küchenpsychologie hat immer so was von: ich hab zwar keine Ahnung, tue aber mal so als ob und verkünde, dass ich Menschen gut bewerten kann. Du liebe Güte, von sowas geht die humanistische Bildung in A.. |
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@ Angelia
"Sie sollen nicht sagen, dass Sie ... sondern sich der Tatsache bewusst werden ..." Ich finde es ein bisschen kleinlich sich lediglich an dem Verb "sollen" abzuarbeiten, statt auf den Inhalt der Kritik, nämlich die Zurückweisung jeglicher Verantwortung für die Konsequenzen der publizierten Meinungen und Sachverhalte einzugehen. Hinter meiner Formulierung verbirgt sich der konstruktive Ansatz, der jede Kritik erst zu einer ernst zu nehmenden Sache macht. Ich kann es aber auch galanter formulieren, da hast du Recht, Angelia, also: Es wäre schön, wenn sich Augstein der politischen Tragweite seines Handelns bewusst werden und ihr entsprechend handeln würde. P.s.: Interessant ist, wie Patricia Riekel bei "Wie tickt Patricia Riekel" die Fragen nach Macht und Einflussnahme beantwortet, obwohl sie ja "nur" Chefredakteurin eines "Klatschblattes" ist. |
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@sisindi am 09.10.2011 um 17:15
Pofalla? Bist Du's? |
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Calvani
keine Sorge, ich habe deine Kritiken aufmerksam gelesen und habe nach reiflicher Überlegung beschlossen, dass mein Kommentar passt wie die Faust auf´s Auge. Wenn du´s wenigstens besser könntest, aber so... |
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"Wenn du's wenigstens besser könntest, aber so..."
Das kann ich jetzt genau so zurückgeben und wundere mich, dass du offenbar ernsthaft meinst, deine Kritik an der Kritik sei besser. Aber nun gut. |
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@Angelia
“Man muss erst mal rein gar nichts sollen! Man muss nur eines, sterben und sonst nix.” Was Väter alles so sagen. Vor kurzem hat einer das genaue Gegenteil gesagt, dazu noch ein Heiliger und das im Deutschen Bundestag. Und JA höchstselbst hat ihm auch noch zugestimmt. LG Christian |
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Da kann ich nur sagen, Sie haben rein gar nichts begriffen, und beleidigend sind Sie ("Verbalprolet").
Da kann ich nur sagen, bei Ihnen mangelt es am Empfängerhorizont, und das können Sie jetzt deuten, wie Sie möchten. |
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@sisindi
Ich verstehe den Zusammenhang nicht. Wenn ich manchmal verbal in volkstümliche Register greife, hängt das vielleicht mit der sozialen Randgruppenarbeit zusammen, da ist das ab und zu notwendig, um sich verständlich zu machen. Ich glaube aber nicht, dass ich dadurch in einem justiziablen beleidigend werde, ich versuche zumindest, auf die Verhältnismäßigkeit meiner Reaktionen zu achten, auch um die Spannung nicht durch Übertreibungen zu zerstören. |
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@ChristianBerlin
Sorry, das ging nicht an Sie, sondern an "Blog1" um 19.48 h weiter oben, der mich völlig grundlos beschimpft hat, aber das System hat es hier igendwie falsch eingefügt. |
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@Blogi
@Sisindi Wenn ihr wirklich meint, dass die Grenze zum Beschimpfen oder gar zum Beleidigen überschritten wurde, solltet ihr die Beiträge melden, das entlastet dann die Diskussion hier, weil das relativ schnell und klar von der Community-Leitung entschieden wird. Natürlich darf man sich und andere schützen, wenn angegriffen wurde. Aber das gelingt am besten, durch sachliche Auseinandersetzung mit den echten oder unechten Argumenten, oder zumindest in Verbindung mit deren Widerlegung. Bloße Unwert-Urteile ohne nachvollziehbar gehaltene Begründung polarisieren meistens nur, ohne die Diskussionen nebenher mit voranzubringen. Das ist nicht als Unwert-Urteil über eure Diskussionbeiträge gemeint, sondern nur eine Optimierungsbitte, die vor allem die Klarheit der Bezüge betrifft. LG CB |
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Lamby ist so verkehrt nicht. Man muss schon genauer hinschauen, um zu erkennen, dass er hinter seinem Pokerface und seinen knappen Fragen ganz genau weiß, was er will bzw. mehr über den Interviewpartner weiß, als er diesen im Zeitpunkt der Fragestellung merken lassen will....weil ich schon dabei war, hab´ich mir dann auch noch das Interview mit Patricia Riekel gegeben und ich fürchte fast, diese Frau hat mehr Einfluss als JA.
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Ich guck mir gerade das mit dem Typ von Jung von matt an - der tritt halt souveränder auf, weil er abgefuckter ist. Nach Familie wurde er bisher noch nicht befragt - nur nach seiner kommunistischen Überzeugung...
"dass er hinter seinem Pokerface und seinen knappen Fragen ganz genau weiß, was er will bzw. mehr über den Interviewpartner weiß, als er diesen im Zeitpunkt der Fragestellung merken lassen will" Das sind Grundlagen guter Interviewführung. Er wirkt aber verklemmt dabei, nahezu schmierig an manchen Stellen, und hat bei Augstein ein paar mal richtig doof gefragt, unprofessioniell. |
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Er ist auch auf Augsteins Persönlichkeit / Art null eingegangen - für biografische Interviews ganz schlecht.
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Natürlich ist Augstein in dem Format auch völlig falsch aufgehoben, wenn er *gar nicht* von sich erzählen will.
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Für gute biografische Interviews kann ich immer nur wie oben schon Bettina Rust empfehlen - allerdings auch nichts für jemanden, der NICHTS Persönliches erzählen mag oder Angst vor sich selbst hat, dass er dann Sachen sagt, die er eigentlich nicht preisgeben will:
www.radioeins.de/archiv/podcast/hoerbar_rust.feed.podcast.xml |
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Ich fand das Interview mit Jung wesentlich aussagekräftiger. Der hat sich auch nicht so verkrampft, über sein Privatleben zu sprechen, dass er seinen Kompagnion dadurch kennengelernt hat, dass er dessen Exfrau geheiratet hat, dass er drei kleine Kinder hat, welche Hobbys er hat. Auch zu beruflichen Fragen kamen konkrete Aussagen. Ich habe Respekt vor solchen Machertypen, die es aus eigener Kraft zu Erfolg gebracht haben. Vielleicht sollte JA seinen Freitag mal bei Jung von Matt bewerben lassen, damit die Auflagenzahlen steigen.
Und: Auch er trug weißes Hemd zu dunkelblauem Anzug, eben Hamburger Oberschicht, quod erat demonstrandum, |
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aussagekräftiger,wesentlich aussagekräftiger ...vor allem,wenn man gerne Bild am Sonntag,GALA und BUNTE liest.Der Augstein sollte es eigentlich zulassen,dass man eine Homestory bei ihm macht,so a la.. R.Scharping...einen Teich hat er ja....Wer tickt hier eigentlich nicht richtig?!...
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Der Jung ist ein ganz anderer Typ als Augstein - der hat gelernt, dass man sich nie in Frage stellen darf und schon gar nicht öffentlich. Der ist völlig von sich und seinen Ansichten überzeugt. Augstein stellt sich ständig in Frage und ist nach meinem Eindruck auch so erzogen worden, dass das wichtig ist - und ich persönlcih mag solche Leute tausendmal lieber als solche wie den Jung, auch wenn er jetzt wie er sich gegeben hat nicht richtig ekelig war (seine Ansichten latent schon).
Der Jung hat das Format souverän für sich als Plattform genutzt, hat den Interviewer für sich instrumentalisiert und sich von den Fragen nicht irritieren lassen wie Augstein z.T. Er hat die Sachen erzählt, die er erzählen wollte. Die eine Privatgeschichte mit der Frau hat er dem Typ förmlich aufgedrängt, damit war auch das Thema Privatgeschichten erledigt. Das passte auch mit dem Interviewer vom Typ viel besser zusammen, weil der sich ja so latent unterwürfig und anbiedern gibt und der Jung das wahrscheinlich normal findet, dass man so mit ihm umgeht, während ich bei Augstein eher annehme, dass er zwar schon gern das letzte Wort hat und der Supertyp ist (geht uns das nicht allen so?), aber gern mit einem gleichwertigen Sparringpartner redet, der ihm auch mal widerspricht und seine Aussagen in Frage stellt. Das mag ich auch. Vor allem macht er sich mit seiner Art auch viel angreifbarer und muss deshalb ein viel dickeres Fell entwickeln, wiel das viel mehr inneres Stärke verlangt als sich nach außen unfehlbar zu geben - vielleicht ist das auch der Grund, warum er jetzt nicht noch sein Privatleben entblössen will. Vielleich legen aber auch z.B. seine Mutter und seine Frau auch Wert darauf, dass er nicht über sie in der Öffentlichkeit quatscht (kann mir gut vorstellen, dass erstere wegen der Walser-Geschichte ziemlich angepisst war, weil es ja auch sie betrifft). Das muss man dann alles respektieren - er müßte sich nur einen souveräneren Umgang damit angewöhnen. "Ich habe Respekt vor solchen Machertypen, die es aus eigener Kraft zu Erfolg gebracht haben." Wie gesagt würde ich mal behaupten, dass auch Herr Augstein hart arbeitet und finde es echt daneben, ihm ständig vorzuwerfen, dass er - ohne es sich aussuchen zu können - nun mal in besseren Verhältnissen geboren wurde. Das würde ich ihm vorwerfen, wenn er arrogant gegenüber Leuten wäre, bei denen das nicht der Fall war, aber er bemüht sich ja explizit darum, das nicht zu sein. Und solche "Machertypen", die sich hochgearbeitet haben, haben notwendiger Weise auch ein paar unangenehme Eigenschaften, die sich Augstein leisten kann nicht zu haben. Das ist auch sehr angenehm und gut, wenn mal jemand, der nicht so drauf ist, was zu melden hat. Ich bin übrigens froh, dass der Freitag nicht Jung & Mattmäßig drauf ist - genau das Image ist mir sympathisch, auch wenn es sicher auf anderen Ebenen durchaus Verbesserungspotential gibt. |
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Schön, dass J.A. selbst noch ein paar Worte sagte. Er braucht sich wirklich, weder für dieses Interview, noch für seine bekundeten Absichten zu schämen.
1) Die Sendung heißt ja, "Wie tickt XYZ?" - Aber viel mehr bekommt man für sich selbst heraus, wenn man fragt, wie ticke ich eigentlich, wenn ich einem Menschen mit Beruf und Familie, mit eigener Lebensgeschichte, ständig einen anderen Verwandten vorhalte und zwei Bilder zwanghaft in eine Deckung bringen möchte, die mehr mit Schicksal und Zufall, wenn auch sehr wahrscheinlich in diesem Falle mit einem gütigen und guten, zu tun haben. Hochachtung für diese Konsequenz, das Private auch privat sein zu lassen. - Freundliche Abfuhr für solche Penetranz, das war die einzig passende Antwort. 2) Viele verwechseln den Herausgeber und Verleger mit der Redaktion, die zu Recht sachlich gezwiebelt gehört, wenn sie es dauerhaft und manchmal sogar mit Absicht, so macht, wie die Mainstream-Medien. Maximale Personalisierung (z.B. mit Polemik), Feuilleton und Gesellschaftsberichtung entlang der Charts der öffentlichen Aufmerksamkeit, z. B. Roche, Matussek. Allerdings nicht ohne den Hinweis, dass an dieser Art Fliegenfänger-Persönlichkeitsthemen sogar so ein alter Sack wie ich manches Mal hängen bleibt, der doch weiß wie das gespielt wird und schon zigtausende Zeitungs- und Buchseiten wendete oder auf zig Pages des WWW anstarrte, weil Gossip selbst den bräsigsten und gelangweiltesten Menschen eben magisch anzieht. - Nur sollte man sich das, gerade bei einer Sendung, die Menschen "ticken" sehen möchte, öfter einmal klar machen. Herausgeber und Verleger können zwar grob lenken und steuern und vor allem durch ihren nimmermüden Enthusiasmus und das liebe Geld Dinge am Leben halten, aber unsere Presse hat nicht ohne Grund einen Aufbau, der die Redaktionen zwar nicht unabhängig macht, aber dem einzelnen verantwortlichen Redakteur doch viel Raum gibt. Da entsteht dann eine Bandbreite, die man im dF deutlich spürt, ganz ohne Wertung, die in anderen Blättern, bei denen viel mehr Eingriffe schon durch die Art und Weise der Schreibe erkennbar werden, nicht gegeben ist. Kleine Redaktionen haben in der Not und der damit immer verbundenen Kreativität, daher nicht immer diesen Einheitsblattcharakter, auch nicht immer und durchgängig die gleiche qualitative Höhe. Es geht einfach nicht. Wer wollte wirklich, dass Michael Jägers lange Wellen so daher kommen, wie Maxi Leinkaufs Alltag? Bei der ZEIT oder auch beim Spiegel ist doch auffällig, und das drückt sich sogar in der Schreibe der Redakteure und Autoren, mit wenigen Ausnahmen, aus, wie da so eine unausgesprochene Hausordnung herrscht. - Kommt also des dF-Redaktionsvielfalt (Angele und Grassmann, Maike Hank oder Frau Baureithel, es liegen doch Welten dazischen) schon als Haltungslosigkeit herüber? Daneben liegend, ist jedoch jeder Kommentar, der in die Richtung geht, J.A. persönlich habe nicht die Stamina, sei ein unentschlossener Mensch (So einer bindet sich das durchaus gewagte Zeitungsprojekt ans Bein?), habe keine Haltung! Mir wird der Mensch Augstein, mit dem Wenigen das zu Recht öffentlich sein soll und kann, eigentlich immer sympathischer und glaubwürdiger, weil das bei ihm eben nicht ausschließt, sachliche Kritik anzunehmen. Aber aus Presseinterviews Charaktereigenschaften und persönliche Wertungen abzuleiten und die dann hier absolut hinzuschreiben und anzuhängen, das ist grundsätzlich falsch und bringt doch auch überhaupt nichts für das Medium dF, außer, dass man am Ende selbst ein wenig dumm da steht, weil man schon wieder auf die Masche des Mainstreams herein gefallen ist. Für den Freitag, so möchte ich behaupten, ist die Prominenz, die Jakob Augstein nun einmal, fast mit der Geburt schon hatte, -Was soll er wohl dagegen tun?-, ein Segen. Denn, obwohl eher Rand, achtet man auf das Blatt und im Erscheinungsbild ist es neben den Breitflächnern doch auch immer gut sichtbar. Das geht medientheroretisch, wenn man nicht die Schulmädchen-Medienwissenschaften anwenden will, nun wirklich nicht anders. Was sind den Grundsätze, die der dF pflegt, die aber gar nicht so ankommen, bei uns so diksussionswütigen Kommentaristen und freiwilligen Mitarbeitern am dFC-Teil?: Klare Position in Gender-Fragen (die mir z.B., manches Mal zum Halse raus hängen); klare Position in Sachen Krieg und Frieden, während doch der Mainstream (TV+Presse) versucht, die Regierungs-Oppositions-Großmehrheit der politischen Entscheider, diese riesengroße, ungewählte Parlaments-Parteien-Einheitsmeinung, uns zu erklären und vor uns zu rechtfertigen; klares Bekenntnis z.B. zu Kleinverlagen, alternativen Verlagen, auch wenn die Chart-Stücke und deren Aufmerksamkeit erst einmal eine andere Vermutung nahe legen. -Da habe aber wir Blogger und Kommentatoren auch einen Anteil! - Honigwasser zieht an, auch wenn es kein eingesammelter Nektar oder Pollen aus der Wildwiese ist. Der dF geht eine Partnerschaft mit Openleaks ein. Das ist mutig, auch wenn ich persönlich und viele andere, das für eine Totgeburt halten, weil eben DOMB nichts Bedeutsames mehr leaken wird und veröffentlichen kann. Ich könnte noch einige Zeit so weiter machen, spare mir das aber, weil ja nun genügend Beispiele hier genannt sind. Mein Wunsch wäre, die Kritik sachlich und gerecht an jene zu adressieren, die z.B. für ein "Buch" im dF verantwortlich sind. Mein zweiter Wunsch wäre, J.A. bei dem Versuch, ich unterstelle das jetzt einmal, Julian Assanges ideale Differenzierung, Privates interessiert uns nicht, wenn es privat bleibt und nicht wichtige öffentliche Probleme tangiert, auch im Journalismus wieder mehr Geltung zu verschaffen, ein wenig zu unterstützen. Gute Nacht und gute Woche Christoph Leusch |
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"Klare Position in Gender-Fragen (die mir z.B., manches Mal zum Halse raus hängen);" - klar, betrifft dich ja nicht, zumindest nicht offensichtlich (indirekt schon)...
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Christoph,
da Sie exemplarisch die Buchkritik ansprechen: Haben Sie vielleicht mal verfolgt, wie viel Gezeter und Gezänk nötig war, um eine klitzekleine Stellungnahme zur Frage, warum Matussek in der FC gelesen wird, zu bekommen? Woher sollen die User hier überhaupt wissen, wer für welche Entscheidung verantwortlich ist? Jeden "Chef", um es mal undogmatisch auszudrücken, treffen Organisations- und Auswahlverpflichtungen. Die Entscheidungen, die er nicht in persona trifft, fällt eine von ihm dazu ausgewählte und befugte Person. Die Aufteilung der Verantwortung zu recherchieren, um Kritik zu üben, ist mir eine viel zu große Hürde, um sie den Usern aufs Auge zu drücken. Der oder die Verantwortliche/n haben im Zweifel in Ausführung einer Anweisung oder eines Auftrags gehandelt - weshalb der "Chef" immer der richtige Ansprechpartner für Kritik ist. "Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen" - das ist kein irgendwie linker Leitsatz und deshalb auch nicht meiner. Gute Nacht |
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Haha, Columbus, Sie haben doch schon mal verkündet Augstein sei ein normaler Mensch mit durchschnittlichem Intellekt, und nun reden Sie von einem Segen. Was denn nun?
Augstein hat einem mehr als durchschnittlichen Intellkt, auch wenn Ihnen das nicht gefällt, da Sie sich selbst für einen Journalisten halten, er macht nur nicht immer Gebrauch davon, darum gehen hier User an die Decke. Und wenn ich mir das mal erlauben darf: Wenn Sie schon imer schleimen und schreiben bis die Tastatur glüht, dann reflektieren Sie doch wenigstens und geben nicht immer so einen beliebigen Wisch ab, davon hätte Augstein auch mehr. |
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Die Wichtigkeit, die die Frage Lambys nach der Rolle Josef Augsteins im Leben von Jakob Augstein gespielt hätte und die Zurückweisung dieser Frage durch den Befragten in der hiesigen Diskussion gewinnen ist äußerst fragwürdig:
Gerade weil Jakob Augstein mit gutem Recht diese Frage zurückwies, hat er sich verpflichtet zu seiner Arbeit, zu seinen Grundsätzen in konket politischer Weise eindeutig zu werden. Dann hätte er offenbart, wie er als Verleger "tickt" und würde nicht Tür und Tor für Spekulationen geöffnet haben, die Calvanis und sisindis Kritik als nur zu berechtigt erscheinen lassen. Auch halte ich Jakob Augsteins bisher einzigen Kommentar hier für keinen Diskussionsbeitrag, sondern für den mißglückten Versuch sich mit sehr selbstgefällig klingenden Allgemeinplätzen aus der Affäre zu ziehen, ganz ähnlich wie er es, nur eben da nicht selbstgefällig, sondern demütiger wirkend im Interview mit Lamby tat. Eine Diskussion besteht nicht nur aus einem Einwurf. Wer von anderen (der Politik) Ideologie fordert - die er selbst nicht einmal definiert - erklärt, er wolle das, was da anstelle sei, in seiner Zeitung kritisieren, der kann dies ja wohl nicht ohne eigene Ideologie tun, will er nicht so beliebig sein wie der Gegenstand seiner angeblichen Krtik. Kritik ist konkret und sie äußert sich am Einzelfall, um den Charakter dieses Falles, seine Wurzeln zu offenbaren. Ein ein wenig präziserer Umgang mit dem Begriff Ideologie, der auch eben falsches Bewußtsein der Politik meinen könnte, dem man nur fundierte Ideologiekritik entgensetzen kann, wäre schließlich auch angebrachter. Niemand, auch Lamby nicht, hat verlangt, dass Jakob Augstein selbst Politiker werden sollte. Für mich war die Frage Lambys danach nur der Wink mit dem Zaunpfahl, dass sich Augstein seiner politischen Verantwortung als Kritiker der Mächtigen bewußt sein sollte, in dem Sinne, dass er nicht nur ein Weiser vom Berge, bzw. der gebildete Gärtner im eigenen Garten sei, sondern selbst Agens in den Verhältnissen, die er jenseits des Gartenzauns mit Recht kritisiert. |
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Die Wichtigkeit, die die Frage Lambys nach der Rolle Josef Augsteins im Leben von Jakob Augstein gespielt hätte und die Zurückweisung dieser Frage durch den Befragten in der hiesigen Diskussion gewinnen ist äußerst fragwürdig:
Gerade weil Jakob Augstein mit gutem Recht diese Frage zurückwies, hat er sich verpflichtet zu seiner Arbeit, zu seinen Grundsätzen in konket politischer Weise eindeutig zu werden. Dann hätte er offenbart, wie er als Verleger "tickt" und würde nicht Tür und Tor für Spekulationen geöffnet haben, die Calvanis und sisindis Kritik als nur zu berechtigt erscheinen lassen. Auch halte ich Jakob Augsteins bisher einzigen Kommentar hier für keinen Diskussionsbeitrag, sondern für den mißglückten Versuch sich mit sehr selbstgefällig klingenden Allgemeinplätzen aus der Affäre zu ziehen, ganz ähnlich wie er es, nur eben da nicht selbstgefällig, sondern demütiger wirkend im Interview mit Lamby tat. Eine Diskussion besteht nicht nur aus einem Einwurf. Wer von anderen (der Politik) Ideologie fordert - die er selbst nicht einmal definiert - erklärt, er wolle das, was da anstelle sei, in seiner Zeitung kritisieren, der kann dies ja wohl nicht ohne eigene Ideologie tun, will er nicht so beliebig sein wie der Gegenstand seiner angeblichen Krtik. Kritik ist konkret und sie äußert sich am Einzelfall, um den Charakter dieses Falles, seine Wurzeln zu offenbaren. Ein ein wenig präziserer Umgang mit dem Begriff Ideologie, der auch eben falsches Bewußtsein der Politik meinen könnte, dem man nur fundierte Ideologiekritik entgensetzen kann, wäre schließlich auch angebrachter. Niemand, auch Lamby nicht, hat verlangt, dass Jakob Augstein selbst Politiker werden sollte. Für mich war die Frage Lambys danach nur der Wink mit dem Zaunpfahl, dass sich Augstein seiner politischen Verantwortung als Kritiker der Mächtigen bewußt sein sollte, in dem Sinne, dass er nicht nur ein Weiser vom Berge, bzw. der gebildete Gärtner im eigenen Garten sei, sondern selbst Agens in den Verhältnissen, die er jenseits des Gartenzauns mit Recht kritisiert. |
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@Uwe Theel
Lieber Uwe, das ist hart, aber dass trifft es m.E. Dann hätte er offenbart, wie er als Verleger "tickt" und würde nicht Tür und Tor für Spekulationen geöffnet haben, die Calvanis und sisindis Kritik als nur zu berechtigt erscheinen lassen. Mein Problem war, dass ich mir einzelne Äußerungen erst "übersetzen" musste, damit sie eindeutig und nicht missverstehbar wurden. Dass und wie man sie missverstehen kann, belegt u.a. diese Diskussion. Beispiel: ein wenig präziserer Umgang mit dem Begriff Ideologie Was er meinte, was JA an Politik und Medien heute kritisieren wollte, ist mir, glaube ich, klar. Aber da muss man erst mal drauf kommen. LG Christian |
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*Ärger*
Bin zu sehr im Stress, um das hier ordentlich zu machen. Das treffende Kernz-Zitat aus Deinem Beitrag sollte sein: Gerade weil Jakob Augstein mit gutem Recht diese Frage zurückwies, hat er sich verpflichtet zu seiner Arbeit, zu seinen Grundsätzen in konket politischer Weise eindeutig zu werden. Da hatte ich falsch geklickt ohne mitzudenken, sorry. LG CB |
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Ad Calvani schrieb am 10.10.2011 um 02:31
Ad memyselfandi schrieb am 10.10.2011 um 10:27 Ad sisindi (Das Produkt aus Erbe, Umwelt und, leider von Ihnen vergessen, einem Selbst, das sich entwirft und dazu auch ein Recht hat, sogar indirekt dazu aufgefordert ist) Cal.: „Es ist absolut in Ordnung, bei bestimmten Themen Grenzen zu ziehen, aber wer nicht über seine Biografie und seine Prägungen reden will, sollte nicht in einem solchen Sendungsformat auftreten. Schon gar nicht als Mann vom (Medien-)Fach.“ - Eine Behauptung die nicht stimmt. Augstein definiert sehr genau, in welcher Rolle er sich sieht und was ihn prägt. Er ist Journalist, speziell Reporter, und dann Verleger, wobei die letzte Rolle auch viel mit Lebensschicksal (JA gibt da klar Auskunft) zu tun hat. Das Ethos der Reporters ist, sich fremd zu machen. Ein Aufnahmemedium zu sein und dafür die Sprache zu entwickeln. Der Verleger Augstein betreibt und erhält ein Blatt und einen Verlag und möchte Projekte fördern, die sich so nicht in den anderen Medien finden. Dazu ist er im Zweifel immer links. Er sagt, das Maß an Einfluss (geringer als ihm unterstellt), das er einsetzen kann, will er für die sonst medial schwach in Erscheinung tretenden Gruppen und Personen, vor allem aber für Gegenpositionen einsetzen. - Das ist ein Anspruch, den man überprüfen und auch kritisieren kann. - Tue ich, bei Gelegenheit, höflich, und nach eigenen Möglichkeiten, sachlich abwägend. Sie handeln das ja noch mehrfach im Thread ab. - Wer soll das Recht über seine Familiengeschichte zu reden in der Hand haben, der Interviewte oder der Interviewer? Viel wichtiger ist aber, was denn sachliche Kritik an der Tätigkeit der Verlegers oder Journalisten Augstein mit seiner Familie zu tun haben soll? Was hat die Kritik an tatsächlich schlechten Artikeln, wir schreiben doch ständig auch schlechte Kommentare und hier z.B. auch abgrundtief dumme und persönlich beleidigende Wertungen, mit Augsteins Mini-Biopic zu tun? Was sollte es zu tun haben? Popkontext schreibt zu Recht, der Befrager habe, sogar gegen den Aufmacher der Sendung, das passiert aber auch bei der Print-Presse, auch hier beim dF und vor allem in der dFC ständig, den Fokus auf „Vater-Sohn“ gelegt. Die Diskussion um journalistische Formate im dF, die ist wichtig und notwendig. Es fehlt, wie schon häufig bemerkt, das „Buch Wirtschaft“, anders gestaltet und orientiert als in den Mainstream-Blättern. Es fehlt, Pleifel schrieb am 08.10.2011 um 18:09, ein investigativer Journalismus im dF. - Aber, das ist a) extrem teuer, b) haben selbst Wochenblätter, die sich mehr investigativ betätigen wollten und viel größer sind, die besten Journalisten wieder verloren (wie und auf welche Art auch immer, z.B. bei der ZEIT, Florian Klenk, mit seinem Spezialgebiet Justiz und Stafvollzug, Behandlung von Minderheiten, Korruption). Dazu kommt: Was einmal investigativ war, das kann schnell, wie z.B. bei der SZ, zum Ausruhen auf den Lorbeeren führen. Eine ideologische Zeitung, das geht aber nicht. Wer da die Ränder kennen lernen will, der soll dann eben Bayernkurier, Junge Freiheit, Junge Welt lesen und/oder sich mit der Konkret zum Ablachen in die Nische setzen. Cal: „Meiner Meinung nach will er sich an der Politik nicht die Hände schmutzig machen,...“ - Das ist negativ ausgedrückt. Das können Sie so sagen. Ich halte das für ganz falsch! Tiefer Graben zwischen Politik und Presse, der erst einmal ausgehoben werden muss: Es muss ein ganz tiefer Graben zwischen Journalismus und Politik herrschen, will der Journalist eigenständig bleiben und eben nicht mit, „Das haben Sie gut gemacht.“ oder für allzu viel Servilität, in den Think tanks der Außenpolitik oder der Sicherheitspolitik, oder beim Bertelsmann-Buchklub landen und dann so quatschen, wie die 75-80% Mehrheit im Parlament. Wer den Graben pflegt, der muss auch nicht über Modelleisenbahnen schreiben und nicht in die Grillhaxn beißen um einen Tag mit Kanzlers verbringen zu dürfen. Sisindi: „Für mich sehr aufschlussreich waren seine Überlegungen zum Berufswunsch: "Pfarrer nein (dazu hat Christian ja schon Stellung genommen), Arzt nein, Anwalt nein." Dies sind nämlich Berufe, in denen man Stellung beziehen muss. Man muss für seinen Mandanten, für seinen Patienten kämpfen (idealiter sc.) und man wird mit menschlichem Elend konfrontiert und am Ende kann die ganze Müh vergeblich gewesen sein. Dies verlangt also Einsatz und birgt Frustpotential.“- Nein, da versuchen Sie einfach ihre Projektion auf die Aussage Augsteins. Abgesehen einmal, von der gewissen Selbstüberhöhung, die Christian Berlin mit seiner Stellungnahme dazu auch zum Ausdruck bringt und dann auch noch die Pfarrwelt, wie der liebe Herrgott selbst teilt („Seine Äußerung: "Pastor kam für mich nicht in Frage", erklärt das vielleicht. Als Theologe kann sich nämlich keiner wachsweiche Thesen oder Begriffe leisten, wenn er nicht als guter Mensch vom Dienst belächelt werden will, der sich intellektuell übernimmt, ohne das selbst mitzukriegen.“- Als Theologe übernimmt man sich doch beständig, sonst geht doch weder Seelsorge, noch Theologie und nach allen Seiten ist der Glaube wachsweich, sonst wäre er ja schier unerträglich. - Gipfel ist dann der Augstein&Blome Vergleich.), sollte Augsteins Satz nur sagen, das diese Berufe für ihn möglich waren. Der Anwalt muss für seinen Mandanten kämpfen und das sogar dann, wenn der Schlechtes tat und lügt, dass sich die Balken biegen. Dazu muss man tatsächlich in der Lage sein und es bleiben lassen, wenn man so weit nicht gehen will. NB: Juristen arbeiten auch noch in anderen Zusammenhängen. Und Ärzte sind, zum Glück, nicht frei zu tun was sie allein für richtig halten, sondern müssen sich an Standards, an Regeln halten und die Wünsche des Pat. berücksichtigen. Dazu gilt noch das Gebot, möglichst nicht dem einzelnen Fall zu schaden. - Das ist auch eine sehr intrinsische Rolle, die kaum einmal einen Überblick zulässt. - Das persönliche Frustpotential von Journalisten, Ärzten und Juristen dürfte aber annähernd gleich groß sein. Als Arzt büßt man nur in anderer Weise für eigene Fehler und Fehleinschätzungen und das nagt unter Umständen auch mehr am eigenen Gewissen, weil es manchmal um mehr als nur die Wahrhaftigkeit geht. Der Rest ist nicht nur großer Quark, sondern auch, ganz im Gegensatz zu Calvanis Meinung, einfach eine unqualifizierte Pöbelei, lieber Sisindi. Schade, dass Sie noch einen drauf setzen, und das als „Diagnose“ verkaufen wollen, zu der Sie weder in der Lage, noch berechtigt sind. „Um es nochmals klarzustellen, meine versuchte Diagnose Augsteins Persönlichkeit ist völlig frei von Emotionen, also auch von Neid.“ - Frei von Emotionen bei der „Persönlichkeitsdiagnostik“ entlang von Artikeln und Interviews, oh Mensch, das kommt doch sehr nahe an das Verhalten von tatsächlich ein wenig derangierten Leuten. Calvani schrieb am 10.10.2011 um 02:31: Ich schreibe meinen Senf zum Sachverhalt (Lit.Kritik). Das bekommt dann der Autor oder der /die RedakteurIn ins Stammbuch, die aber deshalb nicht zum Unmenschen, Trotteln oder Berufsnarren, etc. werden. Persönliche Kritik bringt nichts. Rumreiten auf Werturteilen zu Personen verwandelt nur das ganze Web und sogar ganze Zeitungslandschaften in eine Kampfzone. Unproduktiv und, weil es die niederen Instinkte kitzelt, auch eher was für die Revolver-Presse, die Stänkerblogs und die 100% Ideologen. Ad memyselfandi schrieb am 10.10.2011 um 10:27 „Haha, Columbus, Sie haben doch schon mal verkündet Augstein sei ein normaler Mensch mit durchschnittlichem Intellekt, und nun reden Sie von einem Segen. Was denn nun?“ - Leider geht es im Niveau nicht rauf, beim Kommentar. Ja, ein ganz normaler Mensch, so wie Sie und ich. Und mir ist sehr wichtig, dass J.A. sich dazu bekennt, ganz normal zu sein. Deshalb sollte, das wäre mein Rat an Sie, klar sein wie man in den Wald hinein ruft, in dem kein Monster haust. Lesen können Sie ja. Segen ist, was er mit seiner medialen Bekanntheit anfangen kann, als Verleger des dF, für das Medium und für sich selbst. - Ich kann Sie nicht davon abhalten, weiter mit Vokabeln herum zu werfen, die eigentlich gar nichts bedeuten, aber keinesfalls als sachliche Kritik oder gar reflektierte Meinung daher kommen. Jetzt reicht es aber in diesem Thread. Mahlzeit Christoph Leusch |
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"Cal.: „Es ist absolut in Ordnung, bei bestimmten Themen Grenzen zu ziehen, aber wer nicht über seine Biografie und seine Prägungen reden will, sollte nicht in einem solchen Sendungsformat auftreten. Schon gar nicht als Mann vom (Medien-)Fach.“ - Eine Behauptung die nicht stimmt. Augstein definiert sehr genau, in welcher Rolle er sich sieht und was ihn prägt. Er ist Journalist, speziell Reporter, und dann Verleger, wobei die letzte Rolle auch viel mit Lebensschicksal (JA gibt da klar Auskunft) zu tun hat. "
Ja, partiell erklärt er das - und seine Erklärungen sind erschreckend. Er sieht sich als Reporter, der keine Verantwortung dafür trägt, was er schreibt, denn agiert haben nach seiner Vorstellung andere, er schreibt es nur auf. Deshalb noch einmal, obwohl ich mich langsam anhöre wie eine kaputte Schallplatte: Ob und wie über einen Sachverhalt berichtet wird, ist eine höchst politische Entscheidung. Ein Besipiel: Statt darüber zu schreiben, dass Assange Augstein an irgendeinem Abend mal angerufen hat, und was Domscheit-Berg Assange vorwirft und umgekehrt, hätte der Freitag der Frage nachgehen können, welche Rolle Whistleblowerplattformen in der demokratischen Ordnung der BRD spielen könnten und sollten. (Informations-)Medium oder (Informations-)Akteur? Und wo verläuft die Grenze? Kritischer Journalismus geht weit über die Reporterrolle, die Augstein einnehmen will, hinaus. "Ich frage mal, was die so machen und schreibe das auf" - Nein, das ist kein kritischer Journalismus. Diesen prägen erstens Recherche, zweitens Zusammenfassung und drittens - ganz wichtig! - die Bewertung und Einordnung des Recherchierten. Und gerade mit dem letzten Schritt wird deutlich, wo man als Journalist steht, deshalb ist eine eigene klare Haltung ja so entscheidend. "Sie handeln das ja noch mehrfach im Thread ab. - Wer soll das Recht über seine Familiengeschichte zu reden in der Hand haben, der Interviewte oder der Interviewer? Viel wichtiger ist aber, was denn sachliche Kritik an der Tätigkeit der Verlegers oder Journalisten Augstein mit seiner Familie zu tun haben soll?" Ich kann mir nicht vorstellen, lieber Christoph, dass Sie nicht gelesen haben, wie daneben ich die Vater-Leier fand, mir zu unterstellen, ich hätte unbedingt etwas über Augsteins Familiengeschichte erfahren wollen, ist daher völliger Quatsch. "Der Rest ist nicht nur großer Quark, sondern auch, ganz im Gegensatz zu Calvanis Meinung, einfach eine unqualifizierte Pöbelei, lieber Sisindi. Schade, dass Sie noch einen drauf setzen, und das als „Diagnose“ verkaufen wollen, zu der Sie weder in der Lage, noch berechtigt sind." Nun, auch eine Quark-Meinung ist eine Meinung - das unterscheidet die Tatsache von der Meinung. Solange eine Meinung keine Beleidigungen enthält, spricht es gerade für dieses Forum, auch solche Meinungen zuzulassen. "Calvani schrieb am 10.10.2011 um 02:31: Ich schreibe meinen Senf zum Sachverhalt (Lit.Kritik). Das bekommt dann der Autor oder der /die RedakteurIn ins Stammbuch, die aber deshalb nicht zum Unmenschen, Trotteln oder Berufsnarren, etc. werden. Persönliche Kritik bringt nichts. Rumreiten auf Werturteilen zu Personen verwandelt nur das ganze Web und sogar ganze Zeitungslandschaften in eine Kampfzone. Unproduktiv und, weil es die niederen Instinkte kitzelt, auch eher was für die Revolver-Presse, die Stänkerblogs und die 100% Ideologen." Was hat diese Replik noch mit meinem Kommentar vom 10.10.2011 um 02:31 zu tun? Sie schreiben wie der Blinde von der Farbe. Als es um Matussek ging, war es Maike Hank, die dazu aufrief, sich am Lesen&Bloggen zu beteiligen, und sie war dem ganzen Unbill darüber ausgesetzt. Später stellte sich heraus, dass die Idee, Matussek zu lesen, auf Angeles Mist gewachsen war. Meine Vorstellung von irgendwie links, irgendwie für die Schwachen zu sein, liegt v.a. darin, nicht die Kleinen zu hängen, sondern die Großen. Und der Große kann dann die Kritik weitergeben und ggf. umdisponieren. Warum Maike Hank ihren Kopf für eine Entscheidung herhalten soll, die Angele getroffen hat, bloß weil es ihr Job war, den Aufruf zu starten, das sehe ich gar nicht ein. Und zu recherchieren, wer was entschieden hat, um meine Kritik loszuwerden und um dabei nicht ungerechtfertigterweise auf die Kleinen einzudreschen, sehe ich auch nicht ein. Der Fisch stinkt vom Kopf her. |
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Augstein heißt aber weder Angele, noch Maike Hank, und eine Redaktion ist eine Redaktion, nicht etwa des Verlegers Spielmaterial. Da, zu Michael Angele, gehört dann die Kritik dann auch hin, wenn er gesagt hat, "mach´ mal!"
Die sachliche Kritik an Augsteins Artikeln ist eine andere Sache. Da schreibt er Kolumnen. Als Verleger des dF, als SPON-Kolumnist. Was fehlt wäre dann die Frage, ob Verlegerstätigkeit Platz lässt für den Reporter-Augstein (Frage die nicht gestellt wurde!). Aber die Haltung nehme ich ihm ab. Vor allem gerade das sich zum Fremden machen. "Der Fisch stinkt vom Kopf her.", ihr harsches Urteil! Und nun? - Da geht es doch überhaupt nicht mehr rational weiter, wenn Sie das so hin schreiben, dann ist wirklich alles, was Sie sich so denken, gesagt. - Da kann eigentlich auch kaum noch Augstein dazu direkt oder indirekt antworten. Aber vielleicht haben Sie ja Glück und der gammelige Fischkopf antwortet Ihnen, weil sie ihn dazu erklärt haben, ihn so auslegen. Wer weiß? Grüße und Kopfschütteln Christoph Leusch |
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@Calvani
"Der Fisch stinkt vom Kopf her." Naja, da müsste man aber auch wissen, wie die Entscheidungen beim Freitag gefällt werden. Es ist anzunehmen, dass Augstein neben seiner Rolle als Aushängeschild des Blattes sich vor allem um strategische Entscheidungen kümmert, die im Idealfall in der Redaktion besprochen werden, und er nur das letzte Wort hat. Für das Tagesgeschäft dürfte eher Chefredakteur Philip Grassmann zuständig sein - fürs Rumsitzen wird er sicher nicht bezahlt, auch wenn er weniger flamboyant im Auftreten ist und so nicht das öffentliche Gesicht das Blattes. Ich bin auch der Meinung, dass die sich mal zusammen setzen sollten und sich die Kritik aus der Community anschauen und überlegen, was sie verbessern können - was vernünftig und was leistbar ist. Möglicher Weise machen sie das aber schon. |
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Christoph, also, wirklich, ich bitte Sie! "Der Fisch stinkt vom Kopf her" bedeutet nichts anderes als auf die Organisationstruktur abzustellen, und die obere Etagen für Ihr (Organisations-)Handeln verantwortlich zu machen. Dass ich Augstein für einen Fischkopf halte, habe ich nicht gesagt und auch nicht sagen wollen. Und eifersüchtig bin ich obendrein, denn das zwischen Ihnen und Augstein, das muss Liebe sein!
Was ich Ihnen mit dem Matussek-Beispiel habe sagen wollen, wollen Sie offenbar nicht verstehen, denn dass Sie es nicht verstehen können, kann ich mir nicht vorstellen. Ich kann nicht hinter jedem Thread oder Artikel herlaufen und fragen, wer konkret diesen oder jenen in Auftrag gegeben und zu verantworten hat. Mal anders gefragt: Warum loben Sie hier in diesem Thread die angeblich klaren Positionen des Freitags? "Klare Position in Gender-Fragen (die mir z.B., manches Mal zum Halse raus hängen); klare Position in Sachen Krieg und Frieden(...)" Machen Sie das doch unter den jeweiligen Artikeln! Aber, ne, loben darf man den großen Augstein persönlich für das, was seine Mitarbeiter tun, kritisieren dagegen nicht. Hängen Sie nur weiter die Kleinen und lassen die Großen laufen, nein, küssen Sie den Großen auch weiterhin die Füße. Dass ich da nicht mitmache, wissen Sie ja längst. |
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@Calvani
Als Hamburger findet Augstein "Fischkopf" sicher nicht beleidigend ;)... |
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@ Popkontext
Dann ist ja gut! "Naja, da müsste man aber auch wissen, wie die Entscheidungen beim Freitag gefällt werden. Es ist anzunehmen, dass Augstein neben seiner Rolle als Aushängeschild des Blattes sich vor allem um strategische Entscheidungen kümmert, die im Idealfall in der Redaktion besprochen werden, und er nur das letzte Wort hat. Für das Tagesgeschäft dürfte eher Chefredakteur Philip Grassmann zuständig sein - fürs Rumsitzen wird er sicher nicht bezahlt, auch wenn er weniger flamboyant im Auftreten ist und so nicht das öffentliche Gesicht das Blattes." Genau damit beschreibst du Organisationshandeln. Ergänzend: Wer das letzte Wort hat, trägt auch letztendlich die Verantwortung. "Ich bin auch der Meinung, dass die sich mal zusammen setzen sollten und sich die Kritik aus der Community anschauen und überlegen, was sie verbessern können - was vernünftig und was leistbar ist. Möglicher Weise machen sie das aber schon." Dein Wort in Gottes Ohr! |
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Darüber geht gar nichts mehr. Auf eine solche Feststellung gibt es keine rationale Antwort.
Christoph Leusch |
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@sisindi
"ich habe da einfach mehr Menschenkenntnis als Sie" Das dachte ich auch erst. Glücklicherweise haben Sie es jetzt widerlegt. |
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@Columbus
Lieber Christoph, ich finde, Du hast hier einen wertvollen Hinweis beigesteuert, der mir sehr entgegenkommt. Ich wollte gern JA's Auftritt in der Sendung (die ich selbst noch nicht gesehen hatte) in der Community zur Diskussion stellen, aber nicht zur Blatt- oder Community-Leitungs-Kritik einladen. Zumindest muss beides klar unterschieden werden. Ein Zusammenhang ergibt sich daraus, dass man natürlich prüfen kann, ob das, was JA in der Sendung den Zuschauern erzählt, auch der Realität des Freitag standhält. Wo hat er Recht, wo verspricht er zuviel? Dieser Bezug geht aber schnell verloren, wenn es statt dessen um die Frage der Verantwortlichkeit für bestimmte Defizite beim Freitag geht, das hat dann eigentlich mit der Sendung und der Frage, was JA oder Lamby hätten besser machen können, nur noch entfernt zu tun. Natürlich kann in der Diskussion das Thema auch wechseln, aber als Autor oder Initiator ist man naturgemäß an einem Ergebnis hinsichtlich der Fragen interessiert, um die es ursprünglich ging. Ich habe aber auch nach diesem Lob eine Kritik, dafür mache ich gleich einen zweiten Kommentar. |
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Jetzt meine Kritik. Hat zunächst nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun.
Was mich erschüttert, ist der Zynismus, mit dem Du das Berufsethos eines Anwalts oder eines Theologen ins Gegenteil umdefinierst. Der Anwalt muss für seinen Mandanten kämpfen und das sogar dann, wenn der Schlechtes tat und lügt, dass sich die Balken biegen. Dazu muss man tatsächlich in der Lage sein und es bleiben lassen, wenn man so weit nicht gehen will. Einspruch Euer Ehren! Mit Deiner These ist bereits Gorgias in Athen aufgetreten, bis Sokrates ihn in die Mangel nahm und dem Rhetor die rhetorischen Argumente ausgingen. Wir müssen diese Diskussion jetzt nicht wiederholen. Sei lieber froh, dass ich diese Bezichtigung eines ehrbaren Berufsstandes als unehrenhaften Beruf, der von Lug und Trug lebt, nicht an die Anwaltkammer weitermelde. ;) Im Ernst: In Deutschland gilt ein Anwalt als "Organ der Rechtspflege", er darf deshalb die Dinge gar nicht tun, von denen Du forderst, dass er sie können muss. In den USA ist das anders, da ist so etwas legal, weshalb die amerikanischen Anwaltwitze auch anders sind als die deutschen (Beispiele und Gegenbeispiele bei Bedarf). Als Theologe übernimmt man sich doch beständig, sonst geht doch weder Seelsorge, noch Theologie und nach allen Seiten ist der Glaube wachsweich, sonst wäre er ja schier unerträglich. - dto. Wie bei den Anwälten wird hier - ohne einen Gegebenbeweis zuzulassen - ein ganzer Berufsstand per se zu Scharlatenen erklärt, mit einem etwas dünnen Argument. Einen nicht vorhandenen Glauben oder ein unechtes Ethos zu verkünden oder gar zu leben, das ist unerträglich und führt logischerweise dazu, dass man die wachsartige Aufweichung in seiner Verkündigung gleich mitliefert, um das ganze wenigstens halbwegs redlich und erträglich zu gestalten. Du unterstellst aber, dass diese Scharlatanerie alternativlos ist, und da liegt ein Fehler. Ich biete als Gegenbeweis Bonhoeffer an. Erkläre mir bitte, wo Du meinst, dass er sich übernommen hat, theologisch, politisch, menschlich oder existenziell. Ich bin wirklich gespannt, ob Du auf diese Frage fundiertere Angriffe zu bieten hast als heiße Luft oder die berühmte Ausnahme, die angeblich immer die Regel bestätigt. Auf den ersten Blick ist das offtopic, aber es führt uns zur Frage nach JAs Ernsthaftigkeit bei seinem Vorhaben zurück. Auch Journalisten sind nämlich nicht per se Phrasendrescher, mit solchem Betrug würde ich mich genausowenig zufrieden geben wie bei Theologen oder Anwälten. LG Christian |
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Genau. Und ein An-Walt (das kommt von "Walten") muss Partei ergreifen, er darf nicht neutral sein wie ein Richter. Und da J.A. keine Partei ergreifen will, kam also der Beruf eines Anwalts nicht in Frage.
Ich weiß nicht, warum diese sachliche Ansage hier soviel Polemik aufkommen lässt. Allerdings meinte er salopp, er hielt diesen Beruf für nicht spannend genug....das kommentiere ich jetzt nicht. |
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Lieber Christian Berlin,
Ich habe mit keinem Wort Theologen, Anwälte und Ärzte zynisch zu Scharlatanen erklärt. Mein kleiner Exkurs war nur gegen Ihre Formulierung gerichtet, man könne sich als Theologe ("Seine Äußerung: "Pastor kam für mich nicht in Frage", erklärt das vielleicht. Als Theologe kann sich nämlich keiner wachsweiche Thesen oder Begriffe leisten,....") nur klare Begriffe und Thesen leisten. Ich bin da anderer Meinung. In keinem der angeführten Berufsfelder geht es wirklich ohne Durchlässigkeit, Offenheit und eben eine große Unschärfe (die größter Unschärfe überhaupt, nach meiner Meinung, ist die Feindesliebe), weil sonst weder das Mandat, noch die Seelsorge, noch der ärztliche Rat, bzw. das Handeln, vernünftig funktionieren. Vor allem aber, gibt es keine logische oder rationale Begründung, diesen Berufen einen grundsätzlichen moralischen oder ethischen Vorteil, z.B. gegenüber Journalisten zu attestieren. Mit keinem dieser Berufe, wird man qua Berufsrolle zu einem guten Menschen und auch nicht, aus der Art der Berufsrolle, z.B. bezogen auf Rationalität und Sachlichkeit, erhoben über andere. Ich weiß ja, Sie sehen das gar nicht anders. Nur in diesem Argument klang das nicht fair gegenüber J.A. und dem Beruf des Journalisten. - Ich finde ja, Journalisten sollten ruhig ein wenig stolz auf ihren freien Beruf sein. Vielleicht ist es ihr größtes Manko, dass sie die große Freiheit zwar nutzen, aber häufig darüber die Verantwortung vernachlässigen. Die so produzierten, enttäuschenden Ergebnisse erzeugen so viel Frust, dass eine Abwehrhaltung gegen Kritik und andererseits dieses besondere Leiden am schlechten Image entsteht. Aber die Reporterhaltung, die Augstein geradezu klassisch vortrug, sie ist nicht nur legitim, sondern als eine wichtige Basis des guten Journnalismus unbedingt notwendig! Sie sehen das ja, am relativen Defizit solcher Reportage in den Redaktionen. Ich spielte darauf an, mit dem Hinweis auf die Modelleisenbahn, usw. und den investigativen Journalismus, z.B. eines Florian Klenk (ZEIT, heute wieder beim Falter (Ö.)). Die Frage, ob er persönlich sein ganz offensichtlich geliebte Berufsrolle als Reporter noch ausleben kann, die wurde ja, leider nicht gestellt. Es bleibt aber diese grundsätzliche Einstellung, sich gegenüber einem Thema oder einer Person zunächst einmal als Fremder zu sehen. Die ist Gewinn bringend, ob als Journalist oder auch in anderen Berufen. Ich könnte auch hinschreiben Rezeptivität ist eine Grundtugend, aber das klänge viel geschwollener, als Augsteins kurze Ansage im Interview. Bisher, darauf hat ja auch Sisindi hingewiesen, muss und will der deutsche Anwalt noch nicht an der Überführung des Mandanten als Täter mitwirken. Gut für uns, gut für die Rechtspflege, dass er Partei ist. Gut für den Journalismus, wenn er keine Partei hat, aber im Zweifel für die medial und öffentlich Schwachen und für die Linke, die eher öffentlich schwach ist, Partei ergreift, vor allem aber auch Themen aufgreift, die sonst kein Gehör finden. - Hier kann und muss sich JA, aber auch die Redaktion fragen lassen, kritisieren lassen. Die poisitiven Seiten habe ich genannt. Die negativen, nicht verschwiegen (Da, wo nur Chart-Journalismus betrieben wird, da, wo vor allem personalisiert wird) Bonhoeffer ist doch ein gutes Beispiel: Trost spenden, inmitten der Hoffnungslosigkeit, Handeln, auch wenn die Chancen gegen einen stehen und das eigene Leben und derer die mit einem handeln gefährdet oder beeinträchtigt sein könnte. Zu dem stehen, was man sagt und tut. Das erfordert in finsteren und guten Zeiten, sich zu übernehmen, über sich hinaus zu wachsen. Bonhoeffer wäre ja nicht vorbildlich, wenn ihm das nicht gelungen wäre. Ich habe die Zahlen nicht im Kopf, aber das Verhältnis der Pfarrer im Widerstand zu denen, die sich Hitler als Führer gut vorstellen konnten, und den Protestantismus als Staatskriche (auch Teile der bekennenden Kirche und des Pfarrernotbundes wollten von der Staatsnähe nicht Abstand nehmen), war wohl irgendwo bei 3 zu 97. Bei diesen Kirchenwahlen waren die Deutschen Christen mit sehr großer, ich glaube, einer fast 2/3 Mehrheit die beherrschende Gruppe. Usw. Liebe Grüße und gute Nacht Christoph Leusch |
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@Columbus
Lieber Christoph, Das erfordert in finsteren und guten Zeiten, sich zu übernehmen, über sich hinaus zu wachsen. "Sich übernehmen" hätte und hatte ich ohne Übersetzung mit "über sich hinaus wachsen" leider ganz anders verstanden, eher als das Gegenteil, als vorprogrammiertes Versagen oder Scharlatanerie. Wenn statt dessen "Über sich hinaus wachsen" gemeint war, ist das nicht zynisch, sondern im Gegenteil idealistisch und für Anwälte, Ärzte und Theologen eher ehrenvoll als vernichtend. Genau das - über sich hinaus wachsen - ist m.E. die große Chance für JA, aber auch der Imperativ an ihn im Kontext seines mutigen Experimentes. Ich habe die Zahlen nicht im Kopf, aber das Verhältnis der Pfarrer im Widerstand zu denen, die sich Hitler als Führer gut vorstellen konnten, und den Protestantismus als Staatskriche (auch Teile der bekennenden Kirche und des Pfarrernotbundes wollten von der Staatsnähe nicht Abstand nehmen), war wohl irgendwo bei 3 zu 97. Bei diesen Kirchenwahlen waren die Deutschen Christen mit sehr großer, ich glaube, einer fast 2/3 Mehrheit die beherrschende Gruppe Zur indirekten Frage nach den Fakten (aus meiner Erinnerung): Vermutlich geht es um die Kirchenwahlen im Sommer 1933? Das war ein politischer Coup, auf den die Ev. Kirche nicht vorbereitet war, bei dem u.a. das Kirchenamt der Deutschen Evangelischen Kirche (DEK), dass sich den Manipulationen vor Ort entgegenstellte, kurzerhand von der SS besetzt wurde. Wie bei allen PR-Aktionen gingen die Nazis schnell und konsequent und mit Täuschungen allererster Güte vor. Hitler hatte seinem evangelischen Berater, Wehrkreispfarrer Ludwig Müller, für ein paar Wochen seine gesamte Partei-Organisation für den kirchlichen Wahlkampf ausgeliehen, mit dem Ziel, mit geheuchelten Wiedereintrittsaktionen die noch nicht ausgetretenen NSDAP-Wähler zu bewegen zur Kirchenwahl zu gehen (wo sonst nur Gottesdienstteilnehmer mitwählen), mit dem klaren Ziel, Müller als Reichsbischof gegen Bodelschwingh durchzusetzen und so eines der letzten potenziellen Widerstandsnester, das Staat im Staate werden könnte, von vornherein durch Gleichschaltung von oben zu neutralisieren. Der Pfarrernotbund hatte an diesen Wahlen 1933 keinen Anteil, weil er sich erst Ende des Jahres spontan gründete, nachdem Ludwig Müller (inszwischen Reichsbischof) ankündigte, den Arierparafen ins Kirchenrecht zu übernehmen. Das war bekenntniswidrig und führte dazu, dass 1934 immerhin zwischen 6.000 und 7.000 Pfarrer dem Notbund beitraten. Richtig ist auch, dass von Bonhoeffer abgesehen nur sehr wenige damals schon klar gegen Hitler waren. Sie waren nur gegen eine bekenntniswidrige antisemitische Veränderung des Kirchenrechts. Die gerade vom Volk demokratisch gewählte Regierung meinte die Mehrheit der Pfarrerschaft als solche akzeptieren zu müssen. Überlegungen zu einem Putsch oder Attentat kamen unter bekennden evangelischen Christen erst 1937/8 auf, als klar war, dass man Hitler anders nicht wieder abwählen kann und außerdem die Kriegsgefahr für Europa immer offensichtlicher wurde. Soviel zur Faktenlage, die ich aus meiner Erinnerung also im Wesentlichen bestätigen kann. Was bedeutet das im Zusammenhang der Ausgangsfrage nach Bonhoeffer oder JA? Für Bonhoeffer folgt daraus nicht, dass sein evangelischer Glauben durch dieses quantitative Argument widerlegbar wäre. Auch die Mathematik wird schließlich nicht dadurch widerlegt, dass in Klassenarbeiten zuweilen 97 Prozent der Mathematikschüler falsche Lösungen anbieten. Am Ende der Stunde wurden darauf die Rechentaflen umgekehrt; die von Gauss mit einer einzigen Zahl lag oben und als Büttner das Exempel prüfte, wurde das seinige zum Staunen aller Anwesenden als richtig befunden, während viele der übrigen falsch waren und alsbald mit der Karwatsche rectificirt wurden. Quelle Falschprofeten und irrende Theologen werden nach eigener Überzeugung irgendwann mit der Karwatsche des Weltgerichts rectifiziert werden, dies kann aber auch schon durch die Weltgeschichte passieren. JA tritt zum Glück nicht als Falschprofet auf, in diesem Punkt ist seine Zurückweisung der Kritik hier im Blog berechtigt, insbesondere wenn ihm Verschlimmbesserungsvorschläge gemacht werden, die seines Erachtens in diese Richtung gingen. Das hatte ich aber schon drin in meiner Argumentation, indem ich auf den überzeugenden Charismatiker verwies, der mit inhaltlichen Klarheiten auftritt, die aber gar keine sind. Dass er das nachmacht, erwarte ich keinesfalls von JA, und doch erwarte ich mehr, als in der Sendung zu hören und zu sehen war. Es gibt noch was dazwischen, das erkennt hier, meine ich, sogar eine Mehrheit. Von deren Kritik kann der Freitag durchaus profitieren, auch wenn er in Fernsehformaten durch JA repräsentiert wird. Journalist kann wie Theologe, Jurist oder Mediziner außer einem Beruf auch eine Berufung sein, und der Anspruch des Freitag legt nahe, dass darum geht. Da sind wir prinzipiell unter Kollegen. Nur ist er als Medienmacher medial präsenter ist als ich, wie Wolfgang Huber das als Theologe war. Der eine wie der andere muss(te) dafür mit meinen Erwartungen, Hoffnungen, Wünschen oder Enttäuschungen leben und dass ich offen sage oder schreibe, wenn sie hinter meinen Erwartungen zurückbleiben - was alles nur beweist, dass mir eigentlich an überzeugenden Auftritten von ihnen gelegen ist. Und das geht offenbar nicht nur mir so. Liebe Grüße und gute Nacht Christian |
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Kann ich fast alles unterschreiben.
Aber wäre es nicht besser, den dF und hier Augstein, formstützend zu kritisieren, und vor allem Augstein nicht als Überjournalisten zu überfordern? Die Zeitung ist klein und J.A., soweit ich das überhaupt überschauen kann, in der publikumswirksamen Medienlandschaft unseres geliebten Landes ziemlich allein (z.B. in der Frage Krieg und Frieden, wo er zwar die Meinung der Mehrheit im Volke trifft, aber eine übergroße Mehrheit der Medien und der Politik, aus welchen Gründen auch immer, gegen sich hat). Ich hatte das einmal an anderer Stelle angeführt. Es gibt einen Haufen im Zweifel Linker in der zweiten und dritten Reihe der Medien, die man aus den Sendern und Zeitungen nicht weg bekommt, weil sie einfach die ganze Sacharbeit machen und meist mehr auf dem Kasten haben. Aber als Front End ist es der fast sichere Karrieretod und allenfalls der Weg in das mediale Narrentum (Albi- und Sitzgruppen-Linke), wenn man sich in diesem Lande als dezidiert Linker präsentiert. Grüße und weiter, weiter Christoph Leusch |
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@Columbus
Lieber Christoph, danke, danke, und ebenfalls weiter! Aber wäre es nicht besser, den dF und hier Augstein, formstützend zu kritisieren, und vor allem Augstein nicht als Überjournalisten zu überfordern? Ich hab eigentlich nur eine Forderung: Das er hält, was er verspricht, dass er macht, was er angekündigt, dass er Erwartungen, die er weckt, auch bedient. Schließlich fordern wir ihn hier nicht nur, wir fördern ihn auch, mit unser aller Gehirnschmalz und und und Schwarmintelligenz. Dafür dürfen wir schon erwarten, nicht als Deppen vorgeführt und bloßgestellt zu werden (was manchmal leider passiert und hier schon einige vertrieben hat). Dieses Erwartung gilt noch mal in besonderer Weise für unsere Kritik am Vorhaben selbst. JA und dF mit kritischem feedback zu begleiten ist Teil der Abmachung. Dass es dazu wiederum Gegenkritik gibt, gehört ebenso dazu. Was jemanden nicht überzeugt, darf er offen zurückweisen, das ist nur fair. Diesen Teil von JAs Replik hier fand ich auch von der Art her akzeptabel. eine geschlossen politische Ideologie vertreten oder politisch wirksam werden und zwar - wichtig - als Politiker lehnt JA aus gutem Grund und mit Fug und Recht als Verschlimmbesserungsvorschläge ab. Aber hat das hier denn wirklich jemand verlangt? Und selbst wenn das jemand hier wirklich so meinte und das nicht nur das übliche Aufbauen Abschießen eines gegnerischen Popanz war: Waren diese zwei absurden Vorschläge wirklich alles, was hier an Kritik kam? Ich finde damit z.B. meine Forderung noch nicht entkräftet, seine "Mission" bei solchen Auftritten müsste die Werbung für dF und sein Anliegen im politischen Journalismus sein, die politische Message dF müsste deshalb deutlich und überzeugend kommuniziert werden. Vor lauter Angst, Müll zu erzählen, Dass man irgendwelchen Quark erzählt, der einem nachher total peinlich ist. Das war, ehrlich gesagt, meine Angst. scheint mir JA hier lieber gar nichts gesagt zu haben, jedenfalls nichts Greifbares, Handfestes, Belastbares, zu Ende Denkbares, wo man merkt, er steht dahinter, weiß, was er will. Zwar sagt er in seiner Replik, dass er hinter allem steht, was er gesagt hat: Ich glaube, ich bin im Wesentlichen mit mir einer Meinung und stimme mir eigentlich in allem zu, was ich gesagt habe. das kann aber auch der sagen, der es vermeidet, sich in irgendeiner Richtung aus dem Fenster zu lehnen. Ein Sich nicht Hinauslehnen funktioniert auch in der Form, dass man Dinge sagt und sie gleich wieder zurücknimmt. Ich stimme ihm zu, dass mir eine solche Vermeidungshaltung jedenfalls weniger Schaden anrichtet, als der Müll, den andere Journalisten in solchen Sendungen manchmal mit dem Brustton der Überzeugung verbreiten, der umso mehr anschwillt, wenn ohne diesen Ton selbst dem letzten Zuschauer auffallen müsste, was für ein Müll da geredet wird. Aber gibt es da nicht noch was dazwischen? Wäre einer, der das hinkriegt, überzeugend zu reden und zu argumentieren und dabei eine vernünftigen, aber vom Mainstream abweichende Perspektive zur Sprache zu bringen deshalb zwangsläufig entweder ein "Ideologe" oder "Politiker" oder als Journalist ein "Überjournalist"? Ich wünsche mir jedenfalls, dass da noch mehr drin wäre, und ich glaube nach wie vor, dass das so ist, bei JA wie beim Freitag. Und wenn die beiden schlau sind, entnehmen sie der hier aus der Community geäußerten Kritik auch etwas, was beide weiterbringt. LG Dein Christian |
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@ J.A.
Um noch mal auf den Beitrag von J.A. zurückzukommen: "Ich glaube, ich bin im Wesentlichen mit mir einer Meinung und stimme mir eigentlich in allem zu, was ich gesagt habe. Das erleichtert mich." Da können wir doch zufrieden sein. Er hat zwar eine Wochenzeitung, die sich "Das Meinungsmedium" nennt, aber mir scheint dies dann doch eher im spielerischen Sinn der Unverbindlichkeit. Er nimmt zwar keinen politischen Einfluss, hat keine Ideologie (man würde sich da festlegen), kann aber kritisieren. Im Übrigen versteht er ja die Diskussion im Blog nicht so richtig, was wir von ihm erwarten. Also, ohne eine Konkretisierung von J.A. werde ich meine Zeit nicht mehr verschwenden. Womit ich nicht sagen will, dass (Eure) Gedanken nicht Wert sind, gelesen zu werden! Paul |
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wie sagt man so schön: dem schließe ich mich vollinhaltlich an
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Als Fremder von außen...
"Daneben gibt es einen weiteren Mediensektor, nämlich die Elitemedien, die manchmal auch als die trendbestimmenden Medien bezeichnet werden, weil sie über die größten Mittel verfügen und den thematischen Rahmen abstecken, an den alle anderen sich halten müssen. Das sind Unternehmen vom Kaliber der New York Times und von CBS. Sie bedienen zum größten Teil die privilegienen Schichten. Leute, die die New York Tirnes lesen, also Leute mit einem gewissen Einkommen oder Angehörige dessen, was manchmal als die politische Klasse bezeichnet wird, sind tatsächlich auf beständiger Basis am politischen System beteiligt. Sie gehören zur Managerschicht. Dabei kann es sich um Politiker, Wirtschaftsmanager wie die Topleute der Großkonzerne, akademisches Führungspersonal wie Universitätsprofessoren oder auch um Journalisten anderer Medienunternehmen handeln, die sich ebenfalls damit befassen, das Denken und die Weltsicht der Medienkonsumenten zu beeinflussen." Quelle: zmag.de/artikel/Warum-die-Mainstreammedien-Mainstream-sind |
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schrieb am
11.10.2011 um 15:18
Nachtrag
Diese Passage aus Chomsky`s Arbeit möchte ich gesondert hervorheben >Die Massenmedien im eigentlichen Sinn haben im wesentlichen die Funktion, die Leute von Wichtigerem fernzuhalten. Sollen die Leute sich mit etwas anderem beschäftigen, Hauptsache, sie stören uns nicht (wobei "wir" die Leute sind, die das Heft in der Hand halten). Wenn sie sich zum Beispiel für den Profisport interessieren, ist das ganz in Ordnung. Wenn jedermann Sport oder Sexskandale oder die Prominenten und ihre Probleme unglaublich wichtig findet, ist das okay. Es ist egal, wofür die Leute sich interessieren, solange es nichts Wichtiges ist. Die wichtigen Angelegenheiten bleiben den großen Tieren vorbehalten: "Wir" kümmern uns darum.< Quelle: s.o. |
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siehe dazu:
www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/jakob-augstein-streitbar-hurtig-unterwegs Jakob Augstein „streitbar hurtig unterwegs Jakob Augstein im Takt der Meinungsfreiheit “ Jakob Augstein, der streitlustige „Freiheitshirte“ im Freitags- Hutewald |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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