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Natürlich läuft in der Schule alles falsch
und muss dringend reformiert werden. Die Leistung der Lehrer muss gesteigert werden, ihr Selbstverständnis ist völlig außerhalb der Zeit, ihre Praxis sowieso, die Performance der Schüler ist viel zu lahm, der Lernertrag ist viel zu gering, einem chinesischen Bauern gelang es zur Zeit der großen Kulturrevolution, das Gras dazu zu bringen, schneller zu wachsen, indem er jede Nacht jeden einzelnen Halm evaluierte und ihn, wenn das Ergebnis nicht genügte, mit einer individualisierten Ziel- und Leistungsvereinbarung etwas zupfte, so konnte die Ernte ein ganzes Schuljahr früher eingefahren werden.
Mit kräftigem Druck, kräftig Moral und hinterher der Drohung, wenn Ihr das nicht so macht, dann verachtet Euch die Welt, geht das alles!
Oder auch nicht.
Ich nehme mal ältere Kritik der Schule aus der Zeit, bevor man die Leistungen mit dem Zentimetermaß erfasste. (In Wagenschein-Art)
(Obwohl: Ich habe gerade mal solche Testerei als Lehrer begleitet: Unsere Schüler nahmen die Testbögen, füllten sie huschhusch aus, ließen sich nicht davon abhalten, dabei laut zu klönen, in der Hälfte der Zeit waren sie fertig, und, wenn das Ergebnis rauskommt, werden sie trotz allem im Spitzenfeld liegen, das war immer so. Würden sie sich anstrengen wie bei einer Klassenarbeit, das Ergebnis wäre top besser, aber davon haben diese dauergetesteten Schüler ja nichts. Ihnen ist das also egal, nur die Lehrer sollen nicht geärgert werden. Mir scheint, mehr als äußerst pauschale Aussagen sind diesen Tests nicht zu entnehmen. Jeder fleißige Oberschulrat alter Art hätte das mit einem Besuch auch wissen können...)
Also von der älteren Kritik an der Schule:
1. Ein Unterricht, in dem der Schüler nicht versteht. Ihm wird das Wissen der Wissenschaften in deren Systematik eingetropft. Vielleicht wird an Vorverständnis angeschlossen, aber dieses Vorverständnis nicht ins Verhältnis zur Genese des Wissenschaftswissen gesetzt, es vielmehr zur bloßen Anknüpfung, zum bloßen Anlass abgestuft. Danach kommt das erwachsene Wissen, das eigentliche Wissen. Das Verhältnis von exemplarischem und orientierendem Unterricht ist nicht geklärt. Damit dauernd störende Überschneidungen im Fachunterricht.
2. Ein Unterricht, in dem es keine Zeit zum Denken gibt. Abgetaktet in 45 Minuten, dann Wechsel von Physik zu Religion zu Französisch zu Musik zur Antarktis und am nächsten Tag dasselbe zurück. Keine Zeit zum Nachdenken.
3. Ein Unterricht, in dem es keine Zeit zum Staunen und sich Wundern gibt: Warum ist das so? Das Problem kann nicht begriffen werden, huschschnell durch, es ist ja nur das Vorspiel zur längst geahnten Lösung, man muss es nicht beachten, denn die Lösung macht es überflüssig. Der Gedanke hat keine Bewegung, sie verschwindet im Resultat.
4. Ein Unterricht, der keine Strukturen erkennen lässt: Ist in der Hektik der 45 Minuten ist das Problem verschwunden, weil nur die Lösung zählt, gibt es nur noch Richtigkeiten, die nicht mehr begründet werden können. Wer es nicht glaubt, der lasse mal Oberstufenschüler begründen, warum die Ansage richtig ist, dass die Erde um die Sonne kreist. Oder warum ein Stein nach unten fällt, wenn man ihn los lässt. Er wird sich wundern.
5. Ein Unterricht, der nicht zum Gespräch führt, weil der Lehrer ja immer die Richtigkeiten schon kennt und bald sagt, es muss ja gesagt werden, sonst kommt der Unterricht ja nicht weiter. Und weil der Schüler das weiß, beteiligt er sich gar nicht erst am Gespräch. Und ein Gespräch zwischen den Schülern gibt es erst recht nicht.
6. Damit verfehlt die Schule ihre Aufgabe, Wissensnetze beim Schüler aufzubauen, sie wird langweilig, weil sie unverstanden bleibt.
7. Die Vorstellung, der Lehrer könne allein am Schreibtisch sich in einem kreativen Anfall die Unterrichtseinheit ausdenken - gelernt in der 2. Examensarbeit - und er könne allein jeden Tag seinen Unterricht für den nächsten Tag kreativ schaffen, wobei ihm dann der Verlauf eines ganzen Vormittags von 6 Stunden vorab in all seinen Varianten mit all seinen Reaktionen klar sein muss, möglichst alle Gespräche und ihre Wendungen im Klassenzimmer, eine unmöglich zu leistende Aufgabe, führt notwendig zum Pfusch. Deshalb ist Unterricht bei uns so oft unter den Möglichkeiten: Einer, der kein Genie ist, soll über 6 Stunden fast jeden Tag ein Feuerwerk und sich selbst abbrennen, Harald Schmidt hatte für eine paar Stunden die Woche vor einem heiteren Publikum eine ganze Mannschaft zu seiner Unterstützung und trotzdem wurde es gegen Schluss doch etwas, ja reichlich langweilig. Unterricht dagegen ist unterausgestattet, das wird aber gar nicht mehr wahrgenommen, weil der Mangel als das Normale gilt, als gar kein Mangel. Dieser Mangel geht weit über die berechtigte Unterfinanzierungsklage hinaus, es ist eine kulturelle Blindstelle.
(Es gab natürlich auch noch eine andere Kritik: Die Schule lasse den Schüler mit dem Seinen nicht zu Wort kommen.)
Daraus ergaben/ergeben sich Reformforderungen:
1. Ein anderer Unterricht: Anregend, langsam und gründlich gleichzeitig. Also ein schwierig Ding, das keineswegs von einem Tag zum andren zu machen ist. Eine neue Kultur der Schule, ein neues Verständnis von Unterricht, das einen Bruch mit lang Eingewöhntem verlangt.
2. Zunächst eine andere Lehrerbildung: Nicht mehr nur ein Halb-Diplomer, sondern eine besondere Fachwissenschaft für Lehrer, orientiert an der Entstehung des Wissens, damit der Lehrer Genese und Begründung des Wissens zur fachlichen Grundlage seines Unterrichts machen kann.
3. Dann eine andere Unterrichtsentwicklung: Nicht mehr das Lehrerlein mit einer Aufgabe, die er allein nur zufällig nicht dilettantisch löst, hoffentlich hat er ein intelligentes Schulbuch zur Hand, sondern Gruppen von Lehrern, die zunächst gemeinsam planen, durchführen, auswerten, neu planen, bis der Unterricht eine Qualität erreicht hat, die an andere Lehrer mit gutem Gewissen weiter gegeben werden kann, damit Standards von Unterricht enstehen, ein "So macht man das." (Natürlich gibt es da die Gefahr des Schematismus, des Übersehens der lerngruppenspezifischen Besonderheiten. Darüber ist aber erst dann nachzudenken.) Die Methoden dieses Unterrichts kommen dabei vom Gegenstand, nicht aus Prinzipien, die sich einer zum guten Unterricht ausgedacht hat.
4. Eine veränderte Rolle des Lehrers im Verhältnis zum Schüler: Natürlich bleibt er der, der das, was zu lernen ist, schon durchdacht hat. Aber genau davon muss er sich im Unterricht im Gespräch immer wieder distanzieren können. Er exponiert das Problem, den zu verstehenden Sachverhalt. Natürlich stellt er dabei immer wieder Fragen, deren Antworten er schon zig Mal im Kopf hatte, und dennoch müssen sie mit Bedacht in jeder Lerngruppe neu gestellt werden, damit diese Lerngruppe sie als Teil ihrer Fragen an den Gegenstand erkennen kann. Natürlich führt er die Regie, aber so, dass das Gefälle der Unterrichtseinheit als vom Sog der Fragen erzeugt erscheint. Aber der Lehrer bleibt Lehrer, Coach und Moderator ist zu wenig, verkennt das pädagogische Verhältnis. Und der Schüler bleibt Schüler, im Gespräch zwischen Lehrer und Lerngruppe, Schüler und Schüler werden die Fragen geklärt.
5. Eine andere Unterrichtsorganisation: Epochenunterricht.
Der Unterschied zu anderen Kritiken und Reformwünschen:
Hier sollen Lehrer, Schüler und Gegenstand ins Verhältnis gesetzt werden, aus diesem Verhältnis heraus die Änderung bestimmt werden. Füller nimmt, was er als moderne Methodik gesehen hat, zum Maßstab, BW den Lehrer in einem Unterricht, der keinen Gegenstand zu haben scheint, in dem der Gegenstand deshalb keine Logik seiner Erschließung hat, die das Verständnis von Gegenstand und Fachwissenschaft eröffnet. Beide greifen deshalb ganz intensiv - zu kurz. Methode alleine ergibt keine Zugänge zum Gegenstand, wer mal den Methodenzauber von Lehreranfänger gesehen hat, weiß, wie die Schüler dann verwirrt zurückbleiben. Und den Lehrer gibt es gar nicht ohne seinen Gegenstand, denn er ist oft genug der Text des Gegenstandes selbst. Über Lehrer ohne Gegenstand nachzudenken, ist deshalb gerade für den Lehrer, der sein Verhalten im Unterricht verändern/verbessern soll, schlicht sinnlos. (So sinnlos, wie die Forderung, der Schüler möge das Lernen lernen, kann er das doch nur an einem Gegenstand lernen. Schaut man auf die Broschüren zu diesem Lernen des Lernens, findet das seinen Gipfel dann ja auch regelmäßig in der Heftführung.) So wie niemand durch die Lektüre didaktischer Werke allein ein besserer Lehrer wird, so auch nicht über Tugendkataloge für den guten Lehrer. Kein Lehrer kann so allein vor seiner Klasse mit solchen Ratschlägen und Forderungskatalogen was anfangen. Erst wenn diese Änderungen in eine plausibles Reformkonzept von Unterricht übersetzt werden, das alle Elemente von Unterricht berücksichtigt - Schüler/Gegenstand/Lehrer - und dieses dann auch organisatorisch auf eine lange Schiene gesetzt wird, kann eine andere Schulkultur erreicht werden. Vielleicht.
Dass mit diesem Konzept nicht andere in die Schule hineinwirkende Miseren beseitigt werden, wie zb die der Massenarbeitslosigkeit und die des schlichten Verkommens, besser Verkommenlassens ganzer Teile der Bevölkerung, wie vielleicht angemerkt werden wird, sei schon jetzt zugegeben. Die Schule ist nun mal kein System, das mit seinen Bordmitteln von außen reindrückende Probleme lösen kann. Das müssen andere mit ihren Mitteln außerhalb der Schule machen. Und dann kann die Schule ihren Teil leisten.
HL
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Gut, dass du dich mit einem eigenen Beitrag aktiv einmischt, nicht "nur" abwehrend kommentierst.
Dreiviertel deines Beitrags beschreibt allgemein und weitgehend zustimmungsfähig die Notwendigkeit von Schulreformen.Klar dürfte sein, dass es eben nicht um technokratische Scheinlösungen, begleitet von ausufernder Testeritis, Evaluationen, Schulinspektion, PISA-Eindimensionalität oder abgehobenen Organisationsdebatten mit zermürbenden Kontroll- und Dokumentationsverfahren etc. schwerpunktmäßig gehen kann. Im letzten Viertel willst du dann ans Eingemachte ran. Zuerst verkürzt du Füller auf "moderne Methodik" (was ich für nicht haltbar ansehe, dazu soll er aber selbst etwas sagen) und dann mich (Bildungswirt)auf den guten Lehrer im Zentrum. Du schreibst: "BW den Lehrer in einem Unterricht, der keinen Gegenstand zu haben scheint, in dem der Gegenstand deshalb keine Logik seiner Erschließung hat, die das Verständnis von Gegenstand und Fachwissenschaft eröffnet. Beide greifen deshalb ganz intensiv - zu kurz." Mit Verlaub, das ist doch Unsinn. Schau dir noch einmal meine "10 Prüfsteine zu gutem Unterricht" an, da ist doch das didaktische Dreieck Ich - Du/Wir - Sache/Lerngegenstand drin. Fähigkeiten bilden sich in der Beschäftigung mit Lerngegenständen aus; es geht aber in erster Linie um Fähigkeiten (competence, skills) und erst in zwiter Linie um die nahezu unendlichen Gegenstände. Kurz: es "scheint dir" eben so, ist aber nicht. "in dem der Gegenstand deshalb keine Logik seiner Erschließung hat" - nein hat er nicht, es gibt keine dem Gegenstand immanente Logik, das sind unsere Zuschreibungen, Beobachtungen, Perspektiven, Qualifizierungen, Bezeichungen, die wir an ihn herantragen. Notwendige Illusionsbildungen, die wir durch ständige Wiederholung für "Wahrheit" halten. Frage: Heißt es als "Logik des Gegenstands" - gemeiner Löwenzahn, Unkraut oder Pusteblume? - welche Logik greift hier aus dem Gegenstand selbst? Soweit erstmal Gruß BW Ich schlage vor, dass wir in Kommentierungen durch die einzlnen Blogs springen. Bei "Selbstreflexionen eines Lehrers" sollten wir auf jeden Fall unser Metapherspiel noch fortsetzen ...auch Blogger Micha74 hat gerade einen Beitrag zu "Freie SChulen" veröffentlicht. |
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@BW ich hätte wohl das Letzte weglassen sollen, dann wäre das mir Wesentliche anders rüber gekommen. Und ob Du diesem Wesentlichen zustimmst?
Für mich sind Lehrer, Massenberuf, eben auch Massenhandwerker. Und brauchen eine handwerkliche Ausbildung, aber es gibt keine Tradition des Handwerks. Stattdessen werden neuerdings Tugendkataloge formuliert. Sowas www.hh.schule.de%2Fg19%2Fdownload%2Fkmk_aufg.doc&ei=Kc-rSoaQCJqc_AbamuHFBg&usg=AFQjCNExu___wbShVZOojIEaWIHoTrGCOg&sig2=A8jOUKbu822IMyP_CGymcA Das ist zwar sparsam, bringt aber nicht viel. Das ist so ein Teil der Nach-PISA-Pseudoschnelligkeit, die im Vergleich mit meiner Werkstattlangsamkeit überhaupt nicht vorwärts kommt. Und die Logik des Gegenstandes? Lernen ist Nachvollzug von Entdeckung, Erfindung, darin taucht der Gegenstand in den menschlichen Horizont, Entdeckung und Erfindung sind aber meist nicht zufällig so und nicht andersherum gelaufen. Heinrich Roth: "Alle methodische Kunst liegt darin beschlossen, tote Sachverhalte in lebendige Handlungen rückzuverwandeln, aus denen sie entsprungen sind: Gegenstände in Erfindungen und Entdeckungen, Werke in Schöpfungen, Pläne in Sorgen, Verträge in Beschlüsse, Lösungen in Aufgaben, Phänomene in Urphänomene. ... Das schulmäßige Lernen besteht in der Aufgabe, Erkanntes, Erforschtes, Geschaffenes wieder nacherkennen, nacherforschen, nachschaffen zu lassen, und zwar durch den methodischen Kunstgriff, Erkanntes wieder in Erkennen, Erfahrungen wieder in Erfahrnis, Erforschtes wieder in Forschung, Geschaffenes wieder in Schaffen aufzulösen, nicht wie der Forscher und Schöpfer selbst, sondern wie ein wahrhaft Verstehenwollender, Nachdenkender und Nachschaffender tut." Der Gegenstand heißt nicht a2+b2=c2, sondern "wie ist man drauf gekommen, dass..." Und das selber machen, nicht vorne an der Tafel der Lehrer allein und dann abschreiben... Wie macht man das Selbermachen(Lassen)? Das geht wohl nur über gemeinsam geteilte Erfahrung. Und, wie gesagt, nicht über Tugendlisten. (Und ob Füller mitliest...?) HL |
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@chryselers
KMK-Papier mit Zustimmung der Gewerkschaften kenne ich. Gilt das übliche Verfahren: gelesen, gelacht, gelocht - fürchterlicher Sprachduktus mit Pseudoanerkennung des Lehrberufs.Ein typischer Präämbeltext. Die KMK-Praxis spielt zudem noch ganz andere Flöten. Demnächst gibt es von mir auch einen Beitrag zur KMK - oder willst du zuerst? Meine "10 Prüfsteine für guten Unterricht" und die "Fragen zur Selbstreflexion" sind bewusst so angelegt, dass sich Oberstufenschüler, junge Erwachsene in Ausbildung, Eltern ein klares Bild machen können, worum es geht.DArum geht es mir auch im Freitag vgl. Anspruch) Ich habe aber nichts gegen eine Verbesserung durch andere. Heinrich Roth als Essenz ist gut. Auf den letzten Absatz meiner Entgegnung bist du nicht eingegangen. Das ewar aber dein Kernstück "gegen" mich. "Massenhandwerker"? Nein. "Didaktischer Kunsthandwerker" war hingegen meine Formulierung - das jeweils Eigene, der Eigensinn, die Subjektivität sollte durchs Kunsthandwerk hindurchscheinen. Originale, keine Kopien. Gruß BW |
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@ BW Deine 10 Ansagen über den Unterricht enthalten keine Aussagen über das Verhältnis von Lehr-Lernstruktur einerseits, Thema/Gegenstand andererseits. Da geht es nur um das Verhältnis des Lehrers zu sich selbst/zu den Schülern. Von Roth ist da nichts drin, noch nicht mal in Erinnerung, die sich verselbständigt hätte. Im zweiten Text geht es dem Lehrer nur um sich selbst im Verhältnis zu anderen. Von gemeinsamer Erfahrung ist da nichts drin.
Reformpädagogik kannte noch ein am Thema/Problem/Gegenstand orientiertes Artikulationsschema; sie hatte das der Herbartianer nur umgebaut, aber keineswegs verlassen, wie sie meinte. Du hast da aber nichts mehr. Damit ist alle Didaktik verlassen, alle Regeln klugen Verhaltens im Klassenzimmer sind verabschiedet. Und was dann fehlt, das bürdest Du dem Lehrer auf, er muss zum Genie der Situation werden. Beiden Texten ist da eine ähnliche Schieflage gemeinsam, das didaktische Dreieck ist nicht etwa deshalb nicht ausgesponnen, weil es nicht zum Thema gehört, das wäre ja noch verständlich, sondern weil gar nicht drin ist, dass Unterricht nur mit Gegenstand gedacht werden kann, denn er soll ja an den Gegenstand und über den Gegenstand an die Welt heranführen. Das mag zwar oft nur exemplarisch möglich sein, aber auch das Exempel muss eines sein. Denn die Fähigkeiten bilden sich am Gegenstand, nicht in der bloßen Bewegung, das kann nicht gegeneinander ausgespielt werden, ohne dass entweder der Schüler in sich selbst verkümmert oder dass er halt nichts weiß, blind durch die Welt der Gegenstände läuft. Kunst kommt, wie man hört, von Können. Käme sie vom Wollen, hieße sie anders... Wenn Du da unter Kunsthandwerk das Durchblitzenlassen des Eigenen verstehst, dann schau Dich mal in einem katholischen Devotionalienladen um: Viel Handwerk, dass sich an Kunst orientiert, aber der Kunst anderer, die nur nachgemacht, nachempfunden wird. Sowas muss es wohl auch geben. Also nichts mit dem Eigenen, das stört an dieser Stelle bloß. Vielleicht bei der Volkskunst ist es anders, da mag sich einer in vorgegebenen Mustern sein eigenes weben, aber nur vorsichtig, denn sonst wird sein Stück nicht mehr als zugehörig erkannt. (Ich habe mal einen Kurs Ikonenmalen mitgemacht, das ist ein Heilmittel für die Seele: Langsame meditative Genauigkeit, nach Regeln, an denen ein Rubljow gearbeitet hat. Die Welt ist immer noch auf göttlichem Goldgrund, und alles kann vertraut gemacht werden. Was durchblicken lassen, das dürfen nur die ganz, ganz großen Meister.) Unterricht ist vielleicht Kunst im Sinne von Buchdruckerkunst, da kann einer aus Überblick und Erfahrung, wie es läuft, einen ansehnlichen Text setzen, er kann dann auch seinen eigenen Akzent geben für sein eigenes Publikum, und, kann er das, dann kann er auch variieren, auch etwas Neues schaffen. Aber doch immer nur auf der Basis der Handwerklichkeit, nach oben sei alles möglich, unten jedoch eben Solidität im kollegialen Lernen am Werkstück/Lehrstück. Wie gesagt, Du bist mir viel zu schnell. HL |
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Hallo Chryselers,
eine "Schieflage" erkenne ich durchaus in der Diskussion. Ständig willst du zeigen, was fehlt, betonst die Lerngegenstände ... bist aber auf meine Kritik deiner gegnstandlogik nicht eingegangen. Nochmal allgemein: Niemand kann bezweifeln, dass es Lerngegenstände (besser gefällt mir der altwürdige Begriff der Bildungsgüter) sind an denen "gelernt" wird. Dennoch sind diese nahezu unendlich - folglich geht es mehr um Fähigkeiten der Menchen, vor allem Probleme zu lösen, Anknüpfungspunkt zu finden. Genau dehalb verfügen sie über unterschiedliche Wissenarten, verügen über ein differnziertres Sprachvermögen als DIE Hintergrundqualifikation etc. etc. Ich schrieb: "Bildung zeigt sich daher in einer umsichtigen, weltoffenen und wertsensiblen Haltung mit geschärftem Bewusstsein. Sie ermöglicht dem Subjekt, das eigene und gesellschaftliche Handeln zu reflektieren und an der Gestaltung der Gesellschaft verantwortungsvoll teilzunehmen. Bildung mündet ein in umfassende Urteilskraft, in sensible Akte der Wahl-Entscheidungen für ein gewolltes Leben. Bildung erschließt, bewahrt und schafft „kulturelles Gedächtnis“, steht zugleich für Tradition und Innovation. Das Subjekt entwickelt im Bildungsprozess die Fähigkeit, eigenständig zu urteilen und zu entscheiden, um nicht von der Deutungsmacht und Interpretationskraft Anderer und heteronomer Mächte maßgeblich abhängig zu sein. Das Subjekt verknüpft und gewichtet damit unterschiedliche Wissensarten – vor allem praktisches Wissen, strukturelles Wissen, Metawissen, Orientierungswissen, sensitives Wissen - zur bewussten Gestaltung von individueller und gesellschaftlicher Lebenspraxis." Halst du das überlesen? Weiter: "3. wer Themen und Inhalte seines Unterrichts auf die Erfahrungen und die Interessen der Lernenden zu beziehen vermag 7. wer Lernende motiviert, sich mit den Grenzen ihres Vorwissens und ihrer Wissensinteressen zu beschäftigen" (Auszug 10 Prüfsteine) Das "geschärfte Bewusstsein" bildet sich selbstverständlich an Gegenständen/Widerständen und in dialogischen Situationen. "Themen und Inhalte seines Unterrichts" - damit betone ich die grundlegend wichtige Funktion des Lehrers auch in der Auswahl der Bildungsgüter etc.etc. Gruß BW |
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Hallo BW,
(ich finde dieses Freitag-Diskussionsystem blöd, da kann man nicht ordentlich zitieren, deshalb kann man nicht präzise sein;-(( Selbst XING ist da besser.) #eine "Schieflage" erkenne ich durchaus in der Diskussion. Ständig willst du zeigen, was fehlt, betonst die Lerngegenstände ... bist aber auf meine Kritik deiner gegnstandlogik nicht eingegangen.# Ich habe es nur nicht gesagt, dass ich mich gerade damit beschäftige: Das alles mit Roth, das war es. Der Unterrichtende verwandelt den Gegenstand in eine Frage, und zwar in jene Frage, deren Antwort die wesentlichen Ansagen zum Gegenstand schuf, damit wird er zum Thema, die mögliche Hauptrichtung der Frage stammt von Roth, Wagenschein hat es genauso gesehen, und Berg hat daraus eine bestimmte Didaktik gemacht, www.sowi-onlinejournal.de/2004-1/lehrkunst_berg.htm, dort insbesondere die 10 Thesen. Aber das geht auch sonst im Unterricht ganz gut, man muss da nicht bis zur Lehrkunst, einem Feiertagsunterricht, kommen. #Nochmal allgemein: Niemand kann bezweifeln, dass es Lerngegenstände (besser gefällt mir der altwürdige Begriff der Bildungsgüter) sind an denen "gelernt" wird. Dennoch sind diese nahezu unendlich - folglich geht es mehr um Fähigkeiten der Menchen, vor allem Probleme zu lösen, Anknüpfungspunkt zu finden. Genau dehalb verfügen sie über unterschiedliche Wissenarten, verügen über ein differnziertres Sprachvermögen als DIE Hintergrundqualifikation etc. etc. # Das ist wohl etwas spitz gesagt, das mit dem unendlich: Nimmt man jene Bildungsgüter, auf die sich immer wieder bezogen wird, dann wird das schon weniger, jenes Bildungsgut, dessen Kenntnis man von einem anderen erwartet, wenn man erfolgreich mit ihm reden will, das zugleich Aufschluss gibt über wichtige kulturelle Bereiche. Ansonsten ist eh klar: Über die Inhalte von Bildung wird entschieden, Wenigers Lehrplantheorie, über die Fähigkeiten aber auch, die gewünscht werden, das gibt sich an dieser Stelle nichts. Dennoch ist richtig, eine plausible Theorie solcher Lehrplan-Entscheidungen fehlt bislang, es gibt da was von Klafki zu, aber das würde hier zu weit führen. Aber zu Deinem Anliegen über das Verhältnis von Inhalt und Kräften würde ich immer noch auf Klafkis Aufsatz zur kategorialen Bildung von 1959 verweisen, in seinen Studien zur Bildungstheorie. #Ich schrieb: "Bildung zeigt sich daher in einer umsichtigen, weltoffenen und wertsensiblen Haltung mit geschärftem Bewusstsein. Sie ermöglicht dem Subjekt, das eigene und gesellschaftliche Handeln zu reflektieren und an der Gestaltung der Gesellschaft verantwortungsvoll teilzunehmen. Bildung mündet ein in umfassende Urteilskraft, in sensible Akte der Wahl-Entscheidungen für ein gewolltes Leben. Bildung erschließt, bewahrt und schafft „kulturelles Gedächtnis“, steht zugleich für Tradition und Innovation. Das Subjekt entwickelt im Bildungsprozess die Fähigkeit, eigenständig zu urteilen und zu entscheiden, um nicht von der Deutungsmacht und Interpretationskraft Anderer und heteronomer Mächte maßgeblich abhängig zu sein. Das Subjekt verknüpft und gewichtet damit unterschiedliche Wissensarten – vor allem praktisches Wissen, strukturelles Wissen, Metawissen, Orientierungswissen, sensitives Wissen - zur bewussten Gestaltung von individueller und gesellschaftlicher Lebenspraxis." Halst du das überlesen?# Überhaupt nicht, nur sind solche Plakataktionen für den Unterricht einigermaßen nutzlos, wenn ihnen nicht gleich die Organisation auf den Fuß folgt: 1. Wie macht der Lehrer denn das? Gibt es dafür Prinzipien, gibt es dafür Kunstregeln? (Etwa das Wagenschein'sche genetisch-exemplarisch-sokratisch?) 2. Kann man das lehren, wie er das macht? Kann man das lernen, wie er das macht? Hilft ihm einer, kann er bei anderen nachfragen? (Etwa Lehrerwerkstätten) 3. Wie ist das Verhalten des Schülers im Unterricht dabei gedacht? Wie muss der Gegenstand in den Unterricht kommen, damit der Schüler von ihm angeregt wird? Wie geschieht denn "Verküpfen und Gewichten" im Unterricht? 4. Gibt es dabei für den Unterricht bestimmte Schrittfolgen? Gibt es dabei für das Lernen bestimmte Schrittfolgen? Du musst Deinen Bildungsbegriff erst einmal in Rothscher Weise in ein Problem zurückverwandeln, auf das er antworten soll, und dann, da kommt das Problem, für die Antwort eine Artikulationsstruktur im Klassenzimmer jeden Tag neu entwickeln, sonst bleibt das alles ein Text aus der Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat. Erst dann kannst Du Auskunft geben über das, was der Lehrer da bildend tun soll, tun kann, das fällt ja nicht zusammen. '"3. wer Themen und Inhalte seines Unterrichts auf die Erfahrungen und die Interessen der Lernenden zu beziehen vermag 7. wer Lernende motiviert, sich mit den Grenzen ihres Vorwissens und ihrer Wissensinteressen zu beschäftigen" (Auszug 10 Prüfsteine)# Und da ist von Gegenstand/Thema/Frage nur das Wort dabei. Aber das Wort gibt noch keine Auskunft über seinen Inhalt, sein Problem. Da fehlt jeder Kontext, der das verständlch machen könnte. Denn der Gegenstand muss so in ein Thema übersetzt werden, dass er taxifahrerdidaktisch - abholen kann, wo einer ist - anküpft, aber so, dass er damit auch beim Gegenstand ist und nicht beim WünschDirWas-IchHabMalGesehen des Schülers, das ist ja gerade das Problem. Das löst sich nicht mit Verhaltensregeln für Lehrer im Umgang mit den Schülern und sich selbst. Dafür ist das bei den vielen Dingen, mit denen man sich im Unterricht beschäftigt, viel zu viel. (Nach 10 Jahren alleinArbeit kann ich das inzwischen in einem meiner beiden Fächer an einigen Themen, im anderen fast nicht, da fehlen mir die Gesprächspartner.) Deshalb: Gibt es dafür Kunstregeln? Das muss geübt werden, Handwerk. Und dann tauchen genau wieder meine obigen 4 Fragen auf, eine nach der anderen. #Das "geschärfte Bewusstsein" bildet sich selbstverständlich an Gegenständen/Widerständen und in dialogischen Situationen. "Themen und Inhalte seines Unterrichts" - damit betone ich die grundlegend wichtige Funktion des Lehrers auch in der Auswahl der Bildungsgüter etc.etc.# Aber sehr wichtig scheint Dir das Ganze nicht zu sein, denn dann würdest Du nach den Kriterien fragen, die er, der Lehrer, (oder der Lehrplanschreiber) denn anwenden soll. Da ist viel Unterholz, da ist viel Gestrüpp, da sind viele Schneisen zu schlagen. Das geht nicht mit "der Lehrer", "der Unterricht" und dann Thesen. Das ist dann doch zuviel Deklamation, wenn nicht der konkrete Weg folgt. Oder hast Du ihn und ich rede mir den Mund bei einer Sache fusselig, die Du schon längst geklärt hast? HL |
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@chryselers
Diese Art Kommunikation ist zu umständlich. Vieles, was du ansprichst ist eine Problemstellung der jeweiligen Fachdidaktiken. Es sollte allerdings das Übergeordnete der Allgemeinen Didaktik verstanden worden sein. "Da ist viel Unterholz, da ist viel Gestrüpp, da sind viele Schneisen zu schlagen. Das geht nicht mit "der Lehrer", "der Unterricht" und dann Thesen. Das ist dann doch zuviel Deklamation, wenn nicht der konkrete Weg folgt. Oder hast Du ihn und ich rede mir den Mund bei einer Sache fusselig, die Du schon längst geklärt hast?" Viele neue Fäden spinnen, Netze bauen, Rhizom machen - ja, ich habe da sehr viel Erfahrung und eine gute Erfolgsbilanz, sowohl bei Schülern als auch in der Lehrerfortbildung. In den letzten Jahren wurde jedoch in Hessen die Lehrerfortbildung systematisch durch die CDU zerschlagen - jetzt sind das nur noch 1-Tages-Häppchen mit gemindertem Erfolg. Noch bis in die 90er konnte mal auch mal 3 oder 4 Tage am Stück sich systematisch austauschen, neue Ideen und Unterrichtseinheiten kreieren, etwa ausprobieren, Immer wenn's "konkret" wird, zeigt sich das Können. Bedenke: Wir schreiben im Freitag, deshalb die gewählte Textsorte. Da muss in einem Außriss-Beitrag auch mal deklariert werden, worin die Reise gehen sollte. Kein Fachchinesisch, keine difizilen fachdidaktischen Überlegungen. |
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@BW Keineswegs Fachdidaktik, das Schöne an der Bergschen Didaktik ist, dass sie als Anfang eines Allgemeiner Grundriss von Fachdidaktik verstanden werden kann, ihm selbst gefiele das nicht so toll, weil es ihm zu schnell wäre, ist es doch in jedem Gegenstandsbereich eigen zu klären.
Aber daraus lassen sich dann mindestens die Nachfragen an den Lösungen ableiten, die so angeboten werden. Natürlich ist es richtig, dass sich das Können konkret zeigt. Das ist so richtig wie inhaltsfrei. Die wesentliche Frage ist, wie verallgemeinert man das Können, und zwar so, dass das Können auch wirklich allgemein ist und nicht nur bei diesem und jenem Lehrer zu finden ist. Bis dahin müssen Ansagen über den Unterricht vordringen: Eine Kunstlehre des Unterrichts, ausgewiesen an Exempeln des Unterrichts, die dem Fachlehrer zugänglich sind. HL |
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Ich lese die Beiträge und bin etwas erstaunt. Erstaunt über die Dimension der Gedanken, die sich um einen Begriff wie ‚Gegenstand’ legen und im Gewerbe des Unterrichts zum ‚Lerngegenstand’ verdichtet werden. Liest sich gut. Dem Educanten steht etwas entgegen, das er durchdringen und sich aneignen soll. Und da scheint dem Lehrer die Aufgabe zuzukommen, der Lerngruppe, die oft aus 30 Individuen besteht, didaktisch zur Seite zu stehen. Andererseits lese ich etwas über den getakteten Unterricht, in dem in sechs Varianten am Vormittag unter Beteiligung von mitunter sechs unterschiedlichen Persönlichkeiten Lerngegenstände serviert, also Widerstände angeboten werden, die die Schülerschaft überwinden soll, um das Entgegenstehende sich in die eigene Lebenswelt einzuverleiben.
Ich sehe das profaner, vermittelt durch meine Kinder, die um 14 Uhr nach über einer halben Stunden Fahrt in einem überfüllten Bus von der Schule kommend nach spätestens einer Dreiviertelstunde bei den Hausaufgaben sitzen und oft zwei bis drei Stunden sich damit beschäftigen, das vom Unterricht Ausgelagerte abzuarbeiten. Das Dumpfe der Unterrichtsgegenstände, z.B. das Lernen der Vokabeln zweier Sprachen, das Pauken von Flussnamen und das Zuordnen zu den einzelnen Bundesländern, das etwa überlässt man getrost der Heimarbeit, und zwar oft unter Beteiligung der Eltern, die drohende und tröstende Zuwendung einbringen müssen. Denn ein zentrales pädagogisches Mittel ist die HÜ, die sogenannte Hausaufgabenüberprüfung, die unangekündigt über die Pennäler hereinbrechen kann. Danach müssen die Schüler die letzten beiden Unterrichtsstunden des Faches parat haben und in einen Fragebogen ihre Antworten hineinpressen können, zumindest gilt diese Regel in Rheinland-Pfalz. Die Lust, den ‚Lerngegenstand’ sich zueigen zu machen, wird durch dieses Damoklesschwert eher nicht gesteigert. In der Tat müsste die Aufgabe der Schule anders diskutiert werden, nicht mehr zusehr in die Richtung des Verwertungsprozesses von Wissen. Der Entschleunigung, wie sie von Chryselers angedacht wurde, kann ich einiges abgewinnen. Doch diese würde die gesamte Entwicklung, die sich in den letzten Jahren im Unterrichtswesen angebahnt hat, um fast 180 Grad wenden. |
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@Achtermann: Entschleunigung ist mein Sinn. Und auch viel weniger Stoff. Und eine 180°-Wende auch. Und Hausaufgaben kann ich kaum leiden, denn ich war auch Fahrschüler. Und nachmittags gehören die Kinder zu ihren Freunden, auf den Acker, zum Drachensteigenlassen. Und nicht hinters Vokabelheft.
HL |
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@achtermann
"Denn ein zentrales pädagogisches Mittel ist die HÜ, die sogenannte Hausaufgabenüberprüfung, die unangekündigt über die Pennäler hereinbrechen kann. Danach müssen die Schüler die letzten beiden Unterrichtsstunden des Faches parat haben und in einen Fragebogen ihre Antworten hineinpressen können, zumindest gilt diese Regel in Rheinland-Pfalz. Die Lust, den ‚Lerngegenstand’ sich zueigen zu machen, wird durch dieses Damoklesschwert eher nicht gesteigert." DAs ist eine Pädagogik des Drills oder umgekehrt Bulimielernen - kotz aus zum rechten Zeitpunkt und kassier die Note. @chryselers So einig waren wir uns noch selten. Bis auf eine Kleinigkeit. Lass doch den Menschen ihre unterschiedlichen Geschwindigkeiten trotz Wertschätzung der "Entdeckung der Langsamkeit". Gruß BW |
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@BW Bei den vielen einzelnen Sätzen dessen, was jeder von uns schreibt, können wir sicher schnell Einigkeit bekommen, nur nicht im Stellenwert dieser Sätze in einem Konzept, in ihrer Wichtigkeit.
Ich könnte mich gut mit dem anfreunden, was Du schreibst, wäre es eine Hinzufügung zu einem Konzept, das Schulreform vor allem als Unterrichtsreform begreift: Und das ist auch noch ganz wichtig! (Ist es ja.) Da müssen wir auch noch drauf achten! (Muss man ja auch.) Aber ob wir an dieser Stelle Einigkeit erzielen? HL |
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@chryselers
Ich mach mal ne Pause, Entschleunigung.Da hast du doch sicher Verständnis als Lehrer der Langsamkeit. Habe in den letzten Monaten über 40 Beiträge und über 1000 Kommentare allein im Freitag geschrieben, andere Aktivitäten und Medien vernachlässigt. Übrigens: Du bist am selben Tag wie ich, 13.02., in die Community eingetreten. Die Alten hätten gesagt: Schicksal. Blogger Columbus hat bei mir auf dem Blog einen lesenswerten ausführlichen Kommentar gechrieben. Kommt dann zuerst dran ... Bis bald BW |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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