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Sie sei stolz auf ihre Tochter, sagt die Mutter dem Kamerateam; stolz, dass die 15-Jährige eine so reife Entscheidung getroffen habe. Diese »reife Entscheidung«, von der die Mutter in der RTL-Sendung »Die Ausreißer« spricht, ist der Entschluss, abzutreiben. Denn die Jugendliche ist im zweiten Monat schwanger.
Ich weiß, ich bewege mich auf äußerst dünnem Eis, wenn ich als Mann über Abtreibung schreibe. Ich kann mich – wenn überhaupt – nur bedingt in eine solche Lage hineinversetzen, denn ich werde sie nie am eigenen Leib erfahren.
Dennoch will ich eine – zugegeben rhetorische – Frage stellen: Ist es, egal ob von einer 15- oder einer 40-Jährigen, reifer, sich für eine Abtreibung zu entscheiden, als dafür, ein Kind auf die Welt zu bringen – sei es, um es selbst groß zu ziehen, sei es, um es zur Adoption freizugeben?
Um Missverständnissen vorzubeugen: Es liegt mir fern, zu fordern, Abtreibung gesetzlich zu verbieten. Ich bin fest davon überzeugt, dass keiner das Recht hat, einer Frau an diesem Punkt ihres Lebens vorzuschreiben, was das Richtige ist. Jede Schwangere muss die Entscheidung über einen Abbruch selbst treffen – und ich beneide sie nicht darum, denn an dieser Entscheidung hängt auch das zumindest mögliche Leben eines werdenden Kindes. Wie man den Status des Embryos letztlich beurteilt, hängt immer auch zu einem gewissen Grad von der eigenen Weltanschauung ab. Dieser Entschluss muss deshalb unbedingt nach reiflicher Überlegung und vor allem bewusst getroffen werden. Und ebenso wie niemand das Recht zu einem Verbot hat, darf kein Außenstehender eine Abtreibung als reifer, oder objektiv richtiger darstellen. Denn mit den Folgen des Eingriffs, wie auch immer diese aussehen – ob positiv oder negativ –, muss vor allem eine zurechtkommen: die Abtreibende.
Diesen Beitrag habe ich am 7. Januar um 0.11 Uhr noch einmal geändert.
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Wenn das so ausgeht, darfst du dich von mir aus gerne öfter auf dünnes Eis begeben.
Ich frage mich, wenn die Mutter die Entscheidung so gut findet - anders kann ich die Aussage nicht bewerten -, wie frei war dann die Schwangere, überhaupt eine andere zu treffen? Es ist selbst bei Frauen, die nicht mehr 15 sind, eine Entscheidung, die selten ohne Außeneinfluss getroffen wird, denke ich - in einem Fall wie diesem möchte ich wissen, was alles auf sie eingeprasselt sein mag. Fragen würde ich mich auch, warum wird ein Mädchen mit 15 schwanger ... aber ich werde wohl off topic, man möge es mir verzeihen. |
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Erstmal danke.
Zum Thema wie frei Sie war: Ich bin mir nicht ganz sicher. Am einfachsten wäre, du schaust es dir unter rt-now.de selbst an und urteilst, wenn dich dieser eine Fall speziell interessieren sollte. Der Anfang der Sendung ist für das Thema Uninteressant. So etwa in der Mitte gehts dann mit der Schwangerschaft los, glaube ich. |
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Danke für den Tipp - funktioniert aber nicht, rtl-now lässt sich von hier aus nicht abspielen. Ist aber nicht weiter schlimm.
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Oh...wo ist denn "von hier aus", wenn ich fragen darf?
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um deine immer noch gestellte frage zu beantworten: das kommt darauf an. was daran liegt, dass es eine höchstpersönliche ENTSCHEIDUNG ist - im gegensatz zu so mancher zeugung, welche nach dem alten vers geschah: ein mal rein, ein mal raus, fertig ist der kleine Klaus.
davor allerdings täte mich interessieren, wie du von "reife Entscheidung" zu dem folgenden kommst: "Und ebenso wie niemand das Recht zu einem Verbot hat, darf kein Außenstehender eine Abtreibung als reifer, oder objektiv richtiger darstellen." könnte es sein, dass dir da einiges an gespräch im verlauf eines entscheidungsprozesses und an anteilnahme an dessen schwierigkeiten und respekt für eine entscheidung durch die lappen gegangen ist? dazu "Dieser Entschluss muss deshalb unbedingt nach reiflicher Überlegung und vor allem bewusst getroffen werden." sag ich ja nur noch: ja, großer meister, und danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast, denn von alleine wäre ich darauf im leben nicht gekommen! |
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Meisterfalk trifft das, was ich meinte teilweise recht gut. Mir ist einfach sehr übel aufgestoßen, wie die Mutter das sagte. Der nächste Satz war, die Tochter wäre durch das alles Erwachsener geworden. Sie klang, als sie das gesagt hat, für mich erstens extrem so, als meine sie das eben nur, weil die Tochter die Entscheidung getroffen hat, die in ihren (der Mutter) Augen, die beste war. Und zweitens störe ich mich einfach am Begriff. Welche Entscheidung letztlich getroffen wird, hat in meinen Augen nichts mit Reife zu tun. Reif ist doch wenn dann der Prozess der Entscheidungsfindung.
Und "reifer" und "objektiv richtiger" habe ich deshalb nebeneinander gestellt, weil ich mit dem Begriff der "Reife" einen gewissen Allgemeingültigkeitsanspruch verbinde, als auch über die Situation einer einzelnen Person hinaus. Übrigens ist die Sendung momentan noch online bei rtl-now.de |
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was ist denn rtl-now.de? das ist die eine frage.
die andere ist die, wie es kommt, dass eine aussage in einer fernsehsendung zum thema schwangerschaft-teenager-schwangerschaftsabbruch (? oder was sonst?) dir so sauer aufstößt, dass du gleich ein paar ganz prinzipielle tendenziell entmündigende sätze loslassen mußt. - das nämlich ist mir sauer aufgestoßen! |
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In wie fern empfindest du denn, was ich gesagt habe, als entmündigend? Nur damit wir hier nicht aneinander vorbei reden.
Und rtl-now ist eine Online-Plattform von RTL, bei der man einige Sendungen nachträglich (teilweise kostenlos) noch einmal (oder zum ersten Mal) anschauen kann. |
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hab ich doch schon! dein satz "Dieser Entschluß muß..." - ja? muß er wirklich? - kann auch sein, dass es einen unterschied zwischen entschluß und entscheidung gibt. was meinst du?
übrigens, gestern nacht fand ich deinen ausgangstext noch viel meine haare sträubender. also ging ich lieber Pamuk. |
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Erstmal vorweg: Das ist sicherlich Meinung und das hätte ich wohl klarer herausstellen sollen. Meiner Meinung nach (bzw. meiner weltanschaulichen Überzeugung nach) sollte (ja, das ist jetzt eine schwächere Formulierung) man sich erst darüber im klaren sein, wie man die, nennen wir es mal, Zellansammlung in einem denn einstuft und damit verbunden, wie man eine mögliche Abtreibung einstuft. Denn erstens kann man es hinterher nicht revidieren und zweitens: Wenn man die Zellansammlung als (mehr oder weniger) eigenständiges Lebewesen einstuft, dann hat es in meiner Weltanschauung auch ein Recht auf Leben. Ja, das ist jetzt sehr Subjektiv. Deshalb war es glaube ich auch ein Fehler, es im Text so Oberlehrerhaft zu formulieren.
Danke für die Kritik! |
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hm. mach doch mal einen versuch. schreib doch dein posting von 11:43 mal in die/eine weibliche form um. und überleg dir dabei, wo dann die weltanschauliche frage nach zellhaufen wie lange und ab wann mensch vorkommen könnte. schlußendlich versuche dann, das ergebnis für ein weibliches/schwangeres subjekt zu formulieren.
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Ich versuche es, auch wenn ich glaube, dass ich das oben schon weitgehend versucht habe (wenn auch nicht nach außen hin sichtbar). Und sicher: Ich weiß nicht, was ich in dieser Situation wirklich machen würde, denn ich bin nicht in dieser Situation. Und eine nicht schwangere Frau kann, wenn auch besser als ich, sich auch nur bedingt in diese Situation hinein versetzen, glaube ich.
Ich denke, dass ich, stünde ich jetzt vor diesem Problem, in einem starken Zwiespalt wäre. Einerseits, meine (momentanen) ethischen Vorstellungen und, so wie ich mich als schwangere Frau selbst einschätzen würde, die Vorwürfe die ich mir machen würde (und ich spreche jetzt natürlich nur von mir), würde ich es abtreiben. Im zweiten Monat wäre ich mir sicherlich noch nicht vollkommen bewusst, was ich da in mir hätte, u.a. weil die Schwangerschaft mich noch nicht so stark beeinträchtigt wie bspw. im neunten, und weil die Schwangerschaft auch nach außen hin (auch für mich selbst) nicht so auffällig ist. (Berichtige mich bitte, wenn ich irgendwo falsch liege.) Eine Abtreibung würde mir zu diesem Zeitpunkt sicher wesentlich leichter fallen als später. Ich glaube trotzdem nicht, dass ich diesen Entschluss fassen würde, wenn ich denn wüsste, dass es Menschen gibt, die mich und mein Kind später unterstützen. Aber ich weiß eben, dass meine Familie mich unterstützt. Diesen Halt hat sicher nicht jede. Eine Adoption würde mir übrigens von den drei in meinem Blogbeitrag geschriebenen Möglichkeiten sicher am schwersten fallen. Würde das doch bedeuten, mein Kind 9 Monate in mir getragen zu haben, und in dieser Zeit wahrscheinlich eine Beziehung zu ihm aufgebaut zu haben. |
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na, ich denk mal, dass eine nicht-schwangere weibliche das (ds sich hinein-versetzen) immer noch anders kann als ein nicht-schwangeres männliches. denn auch die nicht-schwangere hat ab der menarche diese möglichkeit in sich drin, so irgendwie in mehr oder weniger schöner regelmäßigkeit. mir geht an dem punkt die männliche erfahrung ab - die weibliche sagt mir, dass ich nie ausblenden kann, auch weiblicher körper zu sein.
allerdings, dies körper-sein ist nicht alles, nicht das ganze leben. dazu gehört noch etwas mehr. und das möchte, auch bei einer fünzehn-jährigen, zusammengehören. in der erinnerung, in der vorschau, im entwurf, im gelebten leben. ich denke (heute), einer fünfundzwanzig-jährigen, welche die schwangerschaft nicht abbrechen aber mit dem geborenen kind nicht es großziehend zusammenleben möchte, täte ich raten, es statt in die babyklappe dem erzeuger vor die tür zu legen. wohlverpackt, versteht sich. |
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Da kann ich nur aus vollster Überzeugung zustimmen, in allen Punkten.
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Na, die Einschätzung 'reif' stammt von der Mutter. Viele, wohl die meisten Eltern nennen es reif (oder mit anderen Worten positiv), wenn ihre Kinder 'freiwillig' das tun, was sie, die Eltern, für richtig halten.
Die Alternative wäre, mit dem Mädchen sprechen, ihm alle Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen seiner Entscheidung anzubieten, und es dann seine Entscheidung treffen lassen... |
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meisterfalk - mach dich bitte nicht lächerlich!
dieses "mit dem Mädchen sprechen, ihm alle Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen seiner Entscheidung anzubieten, und es dann seine Entscheidung treffen lassen..." tun mütter nie?! da ich die sendung nicht gesehen habe: keine ahnung, wie's da möglicherweise war. aber weshalb soll ich immer gleich das schlimmste annehmen? nämlich dass mütter genauso paternalistisch seien wie väter? |
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schrieb am
07.01.2010 um 08:37
Na, ich sprach von den Eltern, nicht nur von Müttern. Ich sprach auch nicht von allen, immerhin aber von den meisten. Das ist natürlich anmaßend, schließlich kenne ich die meisten gar nicht. Zu meiner Ehrenrettung kann ich vielleicht anführen, dass ich doch recht viele kenne, selber Töchter habe, die seit recht früher Jugend sexuell aktiv sind, darüber hinaus viele Jugendliche als Freunde meiner Töchter kennenlerne. Und da sind schon einige darunter, die gucken lassen, dass sie sich zu Hause auch eine etwas offenere Atmosphäre im Verhältnis zwischen ihnen und ihren Eltern wünschen.
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stimmt, du sprachst von eltern.
und deine ehre haste gerettet. wie viele hast du denn? töchter meine ich. nicht ehren. und diese gratwanderung - die kenne ich auch. bis hin zu: mamma! ich glaub, ich bin schwanger! |
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schrieb am
07.01.2010 um 09:21
Zwei, und beide zerschmelzen beim Anblick kleiner Kinder. Die kleine muss noch Abi machen, die große studiert in der Welt rum und hat große Pläne...
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ich auch zwei. sie zerschmelzen nicht mehr so ganz ohne weiteres, sondern erlauben sich ab und zu auch den ausruf, aus tiefstem herzen: ich hasse kinder!
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Das eine kann so unreif sein, wie das andere.
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Ausgabe 07/12
16.02.2012
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