cms

Skizzen der Kultur des Alltags

17.01.2011 | 20:14

Tag 11 – Ein Buch, das du mal geliebt hast, aber jetzt hasst

Ich dachte, es gäbe kein solches Buch. Ich habe schon einen kleinen, wenig aussagen Text geschrieben, der mit den Worten enden sollte: „Punktum, es gibt kein solches Buch.“

Doch als ich diesen Satz gerade tippte, viel mir eines ein, das wenigstens ein kleines bisschen passen würde, acuh wenn es von den Begriffen Liebe und Hass weit entfernt ist. Es enthält keine Lyrik oder Prosa. Es ist ein Band mit Fotografien. Er heißt „Münchner Elegien“ und enthält Fotografien von Christopher Thomas.

Die Bilder faszinieren mich, auch heute noch. Es sind Schwarzweißfotos von München, auf denen keine Menschen zu sehen sind, nur Orte. Aufgenommen mit einer Großformatkamera und langen Belichtungszeiten, so dass sich bewegende Personen oder Gegenstände auf dem Negativ nicht mehr wahrnehmbar sind.

Die Bilder habe ich mir auch einmal in einer Ausstellung angesehen. Sie wirken, wie aus einer anderen Zeit. Das ist es, was die Faszination daran ausmacht.

Erst ein Forenbeitrag im Internet über seinen zweiten Bildband „New York Sleeps“, der nach demselben Muster fotografiert ist, hat mich angestoßen, noch näher über die Bilder nachzudenken, und mich nicht auf meine Faszination zu verlassen. Was genau in diesem Beitrag stand, weiß ich nicht mehr. Aber er kritisierte, glaube ich, das Rückwärtsgewandte, das in diesen Bildern steckt. Sie rufen eine Art Melancholie und Sehnsucht nach der angeblich nicht so schnelllebigen Vergangenheit in mir hervor. Und das finde ich fragwürdig.

Ich bleibe aber gespalten. Denn muss eine meiner Meinung nach definitiv in den Bildern zu findenden Kritik an der Schnelllebigkeit unserer Zeit auch gleich rückwärtsgewandt sein?

 
Senden Bookmarken Drucken
cms
Studierter Philosoph, freier Journalist, Gelegenheitsphotograph, Gelegenheitsmusiker.
Ort:
München
Mitglied seit:
3 Jahre 14 Wochen
Zuletzt aktiv:
09.04.2012
Status:
Blogger
Aktivität:
Beiträge: 34
Kommentare: 302
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
03:06
mcmac hat gerade einen Blogbeitrag erstellt.
03:05
weinsztein hat gerade einen Kommentar geschrieben.
02:56
freedom of speech? hat gerade einen Kommentar geschrieben.
02:39
Anchesa hat gerade einen Kommentar geschrieben.
02:36
Georg von Grote hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG