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Skizzen der Kultur des Alltags

27.10.2010 | 19:34

Tag 7 – Ein Buch, das dich an jemanden erinnert

Ich habe lange überlegt. Es gibt tatsächlich nichts anderes, was mir einfällt. Möchte ich doch nichts schreiben wie: "Dieses Buch haben mir meine Eltern geschenkt." Und so recht zufrieden bin ich auch nicht, mit dieser Auswahl. Obwohl sie doch ganz gut hierher passt.

Maike hatte in ihrem Aufruf geschrieben, aus den Antworten auf die Buchfragen könne man viel über den Schreibenden erfahren. Und genau so geht es mir hier, wenn ich die Beiträge verfolge. Und genau so ging es mir auch bei einer Mitschülerin in der ich-weiß-nicht-mehr-wie-vielenten Klasse.

Ich weiß auch nicht mehr wieso, aber sie stellte im Unterricht ein Buch vor, das mich sofort begeisterte. Vielleicht begeisterte mich noch mehr die Art, wie sie von dem Buch erzählte. Dass ihr als Kind daraus vorgelesen worden sei. Dass sie seitdem immer wieder darin lese – wahrscheinlich tut sie das noch heute. Und wie viel ihr das Buch bedeute.

Es hatte mich so sehr beeindruckt, dass ich, als ich im Buchladen stand und das Buch nicht vorfand, einfach eine andere Geschichtensammlung kaufte. Statt Peter Bichsels Kindergeschichten kaufte ich also sein Buch Eigentlich wollte Frau Blum den Milchmann kennenlernen. Ich denke, ich war damals ein bisschen enttäuscht, fehlt den Geschichten doch die kindlich-naive Herangehensweise, die die Kindergeschichten unter anderem auszeichnet, die einfache Annahme: Was wäre wenn...? Doch berühren mich die Geschichten nichtsdestotrotz. Wie auch die Kindergeschichten, von denen ich schon an Tag 5 ein wenig erzählt habe, ohne ihren Namen zu nennen, und von denen ich doch eigentlich erst an Tag 26 mehr erzählen wollte.

Sie habe ich dann aus versehen gleich zwei Mal gekauft. Ein Mal als Taschenbuch. Und als ich es später als gebundenes Buch sah, kaufte ich es wieder, weil ich dachte, ich hätte es nie gekauft.

Die Mitschülerin hatte damals eine Kindergeschichte kopiert, die wir dann gemeinsam lasen, vielleicht auch interpretierten. Der Mann, der nichts mehr wissen wollte heißt sie und ist, wenn ich nicht irre, die letzte Geschichte in dem kleinen Band. Und sie beginnt in etwa so: "Der Mann der nichts mehr wissen wollte, sagte: 'Ich will nichts mehr wissen.'"

 
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Kommentare
seering schrieb am 27.10.2010 um 21:16
ja, geht mir hier auch so, wie über ein buch erzählt wird, ist entscheidend.
so hätte ich z.b. nie gedacht, dass enid blyton mich berühren könnte.
cms schrieb am 28.10.2010 um 12:21
Schon verrückt, ja. Gut, dass man sich überzeugen lassen kann.
hibou schrieb am 28.10.2010 um 08:51
Bichsel? jaja. Ich las eher Muschg
cms schrieb am 28.10.2010 um 12:22
Ich habe mal Sutters Glück von Adolf Muschg angefangen. Fand es eigentlich gut, habe es aber irgendwie doch nie fertig gelesen. Weiß gar nicht warum. Manchmal bleiben Bücher einfach liegen.
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