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Skizzen der Kultur des Alltags

28.10.2010 | 13:36

Tag 8 – Ein Buch, das dich an einen Ort erinnert

Ich erinnere mich oft nur noch bruchstückhaft an den Inhalt der Bücher, die ich gelesen habe. Deshalb nehme ich, nachdem ich die Bilder für diesen Beitrag aufgenommen, und diesen Satz geschrieben habe, das Buch noch einmal in die Hand, das mich dazu brachte, zwei Tage fast ausschließlich im Bett oder dem Buchladen ganz in der Nähe zu verbringen, und lese hinein - und im Klappentext nach.

Der sagt, das Buch handle von den jüdischen Kindern Ada und Harry, die sich in Kiew kennen lernen und sich später im Paris der 20er Jahre wiedersehen. Und von der Liebesbeziehung zwischen den beiden, die „an den gesellschaftlichen Verhältnissen zu scheitern droht“. Denn Ada ist Malerin und arm, Harry hingegen hat in die französische Bourgeoisie eingeheiratet.

Irène Némirovsky. Die Hunde und die Wölfe

Was der Klappentext nicht sagt, ist, dass Irène Némirovskys Roman Die Hunde und die Wölfe zu einem gewissen Teil auch von der Beziehung zwischen Ada und Ben handelt, der doch keine Chance bei ihr hat.

Während ich so blättere und lese, fällt mir an der hinteren Klappe des Umschlags ein Buch der Autorin auf, das ich ständig lesen wollte, und es doch nie tat, es nicht einmal kaufte. Anstatt Suite française hatte ich andere Bücher Némirovskys gelesen, eines auch gehört, die mich eigentlich viel weniger bis gar nicht interessierten. Sie machten die Autorin für mich sogar uninteressant.

Damals aber, es war wohl in meinen ersten oder zweiten Semesterferien, vielleicht auch nur in der freien Zeit nach Weihnachten, hatte mich Némirovskys Art zu erzählen in ihren Bann gezogen. Ich hatte für die Uni nichts zu tun – oder redete es mir ein – und lag zwei Tage lang im Bett meiner Freundin, das mittlerweile nicht mehr ihres ist, und las. Es waren fünf oder sechs Bücher und ein weiteres darunter war die Némirovskys Novelle Herbstfliegen. Was die anderen Bücher waren, kann ich nicht sicher sagen. Ihre Leidenschaft von Veronique Olmi war wohl dabei. Beide Bücher hatte ich mir spontan gekauft um meinen kurzfristig aufgetretenen Lesehunger zu stillen.

Es war schön, eine Zeit lang einfach nichts zu tun, als zu lesen. Ich sehne mich ein bisschen, nach dieser Zeit im Bett, was man auch bei Tag 1 nachlesen kann.

 
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