Columbus

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28.04.2011 | 15:14

Die neuen Vordenker der SPD. Politische Taliban auf dem Vormarsch

Man muss sich das gut durch den Kopf gehen lassen. In der einberufenen Ethikkommission zur Kernenergie und zum schnellen Ausstieg aus derselben, vertritt Klaus Dohnanyi, in Zeiten als er was zu sagen hatte, ein Entscheider mit ewigen Bauchschmerzen, die ihm aber in Wahrheit nur seine eitle Erinnerung  einflüsterte, die SPD. Währenddessen darf  Thilo S., der rosarote „Stinker“, weiterhin prominent in Talkshows und sonstigen medialen Auftritten, als Traditionsmitglied der SPD gelten.

Beide werden ja mittlerweile wesentlich häufiger zu Shows und anderen medialen  Publikumspredigten eingeladen, als jedes andere prominente SPD-Mitglied!

Steinmeier der privat menschliche, außenpolitisch harte Hund, hat nun Maschmeyer am Bein. Gabriel, der vor Monaten brilliant auf Sarrazin antwortete, zieht sich mit seiner Generalsekretärin auf das taktische Parkett der Politik zurück, die wohl Verfahren kennt, in Gremien die Kühe reihenweise vom Eis zu tagen, beständig zu sagen, man habe alles nicht so gemeint, sei falsch interpretiert und falsch verstanden worden, müsse die Verhältnisse und Opportunitäten der politischen und medialen Gegebenheiten eben jedes Mal und hauptsächlich berücksichtigen.

Ich glaube, so langsam verstehen die Bürger, was damit seitens der rosaroten Berufspolitik wirklich gemeint ist: "Uns interessieren erste, zweite und dritte Plätze in Wahlen oder die klare Erkennbarkeit anhand von Themen nicht mehr, solange noch genügend Funktionärsplätze und Regierungsbeteiligungen übrig bleiben und wir irgendwie doch gebraucht werden." 

Ob die SPD so noch zu retten ist? Wohl nur, wenn, wie in Hamburg geschehen, die anderen Parteien größere Fehler machen. Wohl nur, wenn andere eine Agenda setzen, die die SPD dann dekonstruieren und obstruieren kann. Anders ist der Ausfall Gabriels gegen den designierten B-W-MP Kretschmann nicht zu verstehen. Anders ist auch der mut- und kraftlose, zumal völlig inhaltleere Wahlkampf um den Bürgermeisterjob in Berlin nicht zu interpretieren. Es genügte ein Plakat aller Aspiranten, auf dem groß steht, "Ich kann es besser, aber keinesfalls will ich es irgendwie anders machen." - Nur Hüte, Schals oder sonstige Accessoires tragen sie noch nicht in Einheitsfarbe und es wachsen auch noch keine langen Frauen- und Männerbärte bis zum Boden. Wie sähe das marketingtechnisch auch aus?

Am Ende präsentiert uns die SPD vielleicht nur noch, was sie in langjähriger, mühevoller und gut gepflegter Tradition an komplexen Vereins- und Parteisatzungen zusammen brachte, die aufgrund ihrer verwirrenden Mehrdeutigkeit eben jedes Resultat zulassen, welches im Ausschuss abgestimmt wurde. Ich glaube, dass so etwas die Traditionsfahne ansengt und verbrennt, und sie kaum in frischem Winde wehen lässt.

Christoph Leusch 

 

 
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Kommentare
www.raumgewinner.blog.de schrieb am 28.04.2011 um 15:45
Sie haben da ganz recht, lieber Herr Leusch, die rote SPD-Fahne haengt verschlissen im Wind und die blassroten provisorisch aufgenaehten Flicken sind deutlich zu erkennen.

Dabei haette man denken koennen, die Partei sei grade dabei, sich vom Rekordtief zu erholen. Aber dann wurde nicht viel anders gemacht, die Partei blieb mehr oder weniger Steinmeier, der Lautsprecher Gabriel wurde etwas mehr ins Blickfeld gerueckt, bevor man sich entschied, Scholz als charisma-unverdaechtige, aber effektive Politmaschine ins Bild zu setzen. Hat nicht so gut geklappt.

Nun also weiterhin die Causa Sarrazin. Selbiger bleibt in der Partei und ploetzlich gewinnt er, warum auch immer, statt dem Verfemten-Status das Ansehen einer (politisch noch nutzbar zu machenden) Galionsfigur eines wie auch immer gearteten neuen Kurses der Partei. Mancher vermeint nun: der Mann bleibt nicht trotz, sondern wegen seiner konservativen Meinung(en) in der SPD.
Wenn diese sich also nun derart von den Gruenen in Sachen Profil abgrenzen moechte: au weh...

SPD reimt sich nicht nur lautlich auf FDP...da geht noch was in Sachen Selbstabschaffung...
Columbus schrieb am 28.04.2011 um 17:02
Lieber Raumgewinner,

Es heißt nun weiter in jedem Medium, Sarrazin, das langjährige, hochrangige SPD-Mitglied. Der Asse-Dohnanyi, langjähriger, auch verdienter, keine Frage, und medial präsenter SPD-Altpolitiker, entwickelt die Zukunft der SPD-Haltung zu den Schicksalsfragen der Nation, im Schulterschluss mit Thilo S. Frau Nahles blättert derweil in der Geschäftsordnung. Herr Gabriel urlaubt und verweist auf seine brillianten Reden. Beschämend.

Ich muss mich allerdings ein weng korrigieren. Auch der honorige, aber medial eher wenig auffällige Volker Hauff, er hat meist früh und kontinuierlicher an die Zukunft gedacht als andere, jedoch lang schon und selten Gelegenheit gehabt, sie länger politisch mit zu gestalten, ist bei der Ethik-Kommission dabei.

LG
Christoph Leusch
Fro schrieb am 28.04.2011 um 17:40
Sehr gut getroffen. Die einzige Chance für die SPD sehe ich in einer demokratisch organisierten Übernahme der Partei durch eine Mitgliedschaft, die sich an die alten Ideale der SPD erinnert und auch Lust hat sie zu verwirklichen: Freiheit, Demokratie, Solidarität, Frieden, besonderes Engagement für die Benachteiligten, Wohlstand für alle, Lobbyistenunabhängigkeit....
Man soll die Hoffnung nie aufgeben...
Passiert das allerdings nicht, dann werden Leute wie Steinmeier und Nahles die Partei bis in die „5%-Zone“ wurschteln - wo sie bei mir gefühlt auch schon angelangt ist. Parteien können heutzutage im Nu verschwinden...
miauxx schrieb am 28.04.2011 um 17:47
Ob die "SPD noch zu retten" ist? Mir egal. So eine brauch' ich nicht.
Oder anders - ich führe mal Fro's Satz zu einem anderen Ende:
Die einzige Chance für die SPD sehe ich in einer demokratisch organisierten Übernahme der Partei durch Die Linke. Denn die sind mittlerweile nämlich die eigentlichen Sozialdemokraten.
Aber gut geschrieben der Artikel!
Nur ein kleiner Meckerer: Taliban ist bereits der Plural von Talib
Fro schrieb am 28.04.2011 um 18:14
Die Linke muss sich auch erstmal finden bzw erfinden...
Dann sollte man die SPD lieber in die Hände der NGOs geben – vielleicht können die etwas damit anfangen – das natürlich nur, wenn die SPD-Mitglieder ihre Partei aufgeben. ;-)
Fro schrieb am 28.04.2011 um 18:27
Das wäre dann eine offene Partei, in der NGOs die Politik der Partei bestimmen. Kann ja auch was sein.
Es wäre nicht viel Aufwand für die Mitglieder der SPD, die Partei in einer Urabstimmung an die NGOs zu übergeben.
Columbus schrieb am 28.04.2011 um 20:17
Taliban ist schon der Plural, völlig richtig. Danke, Miauxx.

Die Wiedervereinigung mit der Linken. - Ja, ich glaube davon träumen insgeheim so manche SPDler und auch viele bei der Linken. Aber die Basis dafür wäre ja, dass in beiden Parteien an der Spitze mehr und offen, nicht öffentlich (!), geredet würde und dann auch mehr Loyalität existierte.

Aber die SPD ist in sich nicht mehr sehr loyal und sie hat bisher nicht den Mut, dieses Faktum für sich intern zu thematisieren und auszudiskutieren, damit man wieder Land sieht. Es wird, das kommt durch die Ergebnisse solcher Formalitäten und eigentlichen Lappalien ans Licht der Öffentlichkeit (z.B. Sarrazin mit Dohnanyi als Verteidiger im Tandem), innerparteilich nicht mehr offen diskutiert.

Die Konsequenz: Man fasst Beschlüsse für die Kameras und die medialen Statements, man lässt Vorsitzende ins offene Messer rennen (nun Gabriel) und gibt das auch noch als professionelle Geschäftspolitik aus. Man hält, nach einer vernichtenden Wahlniederlage trotzdem an dem alten Personal in wichtigen Programmgremien und in der BT-Fraktion fest und gestattet diesem Personal, die Grabenkämpfe weiter zu führen und sogar die Richtung zu bestimmen. Das lassen sich diese alten Hasen, es sind meist Männer, nicht zweimal sagen. Sie tun es.

Ganze Mannschaften und Frauschaften in der SPD gehen hinterher ihre höchst eigenen Wege und die Presseverlautbarungen der SPD nähern sich mittlerweile dem abgründig floskelhaften Niveau, das die CDU Zentrale seit geraumer Zeit schon kennzeichnet. - Leider kann man der SPD offenbar nicht mehr sagen, sie solle doch nicht zwanghaft eine zweite, schwächere CDU ausbilden.

Umgekehrt hält sich ja die CDU/CSU mit ihrem populären Opportunismus schon recht erfolgreich und sei es, um Angela Merkel bald wieder zu wählen.

Bei der Linken fehlt es ebenso an einer internen Offenheit, die dann überhaupt erst gemeinsames Auftreten möglich machte, ohne jedes prominente Mitglied in der Öffentlichkeit beständig zur Absonderung von Protokollsätzen (politischen Nullaussagen) zu verpflichten.

Die Medienpräsenz, -leider heute eine der wichtigsten Größen-, der SPD bewegt sich kontinuierlich gegen eine glatte Null. Nirgendwo hat die Partei noch ein Feld, bei dem sie wirklich die Agenda setzte und ihre Persönlichkeiten wirken eher durch Privatereignisse noch ein wenig, als durch lange durchdachte und dann auch durchgehaltene Projekte.

Wird sie, die SPD, medial verteten, dann spielen alte Seilschafter, so gut sie auch taktisch sein mögen, und ein paar radikale Randverteter der rechten SPD, oder gar gleich ganz ehemalige SPDler und Parteihistoriker eine gewichtigere Rolle als jeder aus dem aktuellen Parteivorstand und der aktuellen Parteispitze.

Hermann Scheer starb und die SPD hatte außer ein paar Kondolenzen nicht viel zu ihm zu sagen. - Da kann man noch so stolz auf diesen Vordenker sein, wenn sein Erbe nirgendwo prominent und dynamisch verteten wird, gibt es dafür keine politischen Punkte mehr. Für die Tradition mit Willy und Helmut kann sich auch keiner mehr was kaufen und ob im Hannöverschen die Äcker noch neue Polittalente so schnell nachproduziert, wie sie in der SPD
verbraten werden, wage ich doch zu bezweifeln.

Bei der SPD ist das Maß bald voll. Ich mag hier nur an die traurige und auch schäbige Abhalfterung Kurt Becks erinnern, dem ich zwar bundespolitisch nicht nachweine und nachtrauere, der aber in einer höchst dubiosen konzertierten Aktion nach Rh.-Pf. zurück geschickt wurde. Dazu durften SPD-Mitglieder und SPD-Intellektuelle ihn als Pfälzer Waldschrat verunglimpfen. Ich könnte fortsetzen.

Schade ist es z.B. um Leute in dieser Partei, die z.B. bezügl. des Lobbyismus nicht nur Kenntnisse haben, sondern auch noch jung genug wären, ein paar Gesetze dagegen aktiv durch den BT zu bringen und es auch noch politisch zu überleben.

Schade ist es auch um die Grundprinzipien der Sozialdemokratie, die mittlerweile parteiintern massiv beschädigt werden.

LG
Christoph Leusch
miauxx schrieb am 28.04.2011 um 23:23
Na, entweder Partei oder NGO - beides geht ja nicht.
Aber, schon recht: Die, die es noch ernst meinen, könnten wechseln; ob in Die Linke oder zu einer NGO.
Ein paar kräftige Parteiaustritte (mehr noch, als jetzt in Folge der Sarrazin-Entscheidung), täten der SPD vielleicht ganz gut - quasi als Katharsis.
Die Rechten können ja zur Union gehen.
Fro schrieb am 29.04.2011 um 01:21
Man kann es durchaus trennen, Miauxx. Die SPD als Dienstleistungsorganisation der NGOs die Inhalt und Personal (mit)bestimmen ansonsten aber ihre Arbeit wie bisher machen, nur dass sie dann auch einen parlamentarischen Ausdruck findeen... bevor die Mitglieder ihre Partei dem Untergang preisgeben.... Zugegeben eine noch etwas unausgegorene Idee..;_)
Die Erneuerungswilligen echten Sozialdemokraten sollten eine kluge Machtprobe wagen und falls die Mitglieder weiterhin in Apathie verharren wollen, ein Betätigungsfeld in der Linken oder den NGOs suchen.
Achtermann schrieb am 28.04.2011 um 18:10
Wenn diese Partei (mit)regierte, wurde fast immer das Führungspersonal vom rechten Flügel als ministrabel rekrutiert. Es mag wenige Ausnahmen gegeben haben, etwa Willy Brandt. Doch dieser stand durchgehend unter innerparteilichem Druck von rechts - bis er schließlich aufgab. Auch Oskar Lafontaine hat den Löffel hingeschmissen, weil, wie er sagte, unter starkem Druck der Marktöffner stand. Keine andere Partei als die der Sozialdemokraten konnte den Sozialabbau ohne größeren Widerstand durchsetzen, weil sie das Image hatte, mit den sozial Schwachen solidarisch zu sein. Dieses Image ist wohl ausgelutscht und mit dem aktuellen Personal nicht mehr glaubwürdig vermittelbar. Eine andere Frage ist, weshalb die Linkspartei diesen auf theoretischer Ebene für sie günstigen Umstand nicht zu nutzen weiß.
paulart schrieb am 28.04.2011 um 18:50
________________Fast eine Traueranzeige ___________________

Auch ich würde so gerne etwas Positives, Angenehmes und Schönes über die sozialDemokratische Partei zum besten geben. Allein - mir fällt nicht viel ein.

Die, an die ich denke, sind abgehalftert, haben die Partei verlassen, sind tot oder krank, sind sehr alt oder laufen gerade in eine Sackgasse. Willy Brandt, Hermann Scheer, Karl-Heinz Hansen, Ottmar Schreiner, Egon Bahr und noch ein paar.

Und die anderen? Sie sind froh, dass sie mehr als 20 Prozent Wählerstimmen bekommen haben. Das ist doch was!

Ja, was ist das denn? Willy Brandt hatte 1972 fünfundvierzigkommaacht Prozent! 45,8%! Und heute ist man mit der Hälfte schon gut bedient - und wurde so zum Juniorpartner der Grünen in Baden-Württemberg.

Wenn diese Lage daraus resultieren würde, dass die Sozis ein paar heisse Eisen angepackt hätten, könnte man darüber hinweg sehen. Aber ihre herausragende Aufgabe war es zuletzt, den Thilo Sarrazin durch die Tür nach draussen zu schieben. Aber weil ihm Klaus von Dohnanyi auf der anderen Seite des Raumes wieder eine Tür öffnete, ist dieser gen-manipulierte Sozi wieder mittendrin. Ja, Herr Gabriel - und sonst? Und Frau Nahles? Verkrümelt sich, weil sie die Siegertorte nicht finden kann.

www.youtube.com/watch?v=bGhJbr7DMmg

Eigentlich war die SPD immer auch eine Partei der Schmuddelkinder. Aber seit ein paar Jahren zieht man den feinen Zwirn und die dicke Zigarre vor. Jammerschade...
__________________________________________________________
miauxx schrieb am 28.04.2011 um 23:18
Den letzten Kommentaren - Columbus, Achtermann, paulart - ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
Gut herausgearbeitet v.a. die Darstellung der Selbstdestruktion der SPD von Columbus (aber können Sie sich, Hr. Leusch, nicht in den Kommentaren mal etwas kürzer fassen. Diese sind ja immer ganze Artikel für sich :-o)
Und ja, auch Die Linke ist derzeit nicht gut dabei, als konzentrierte Kämpferin ihrer formulierten Ziele durchzugehen...
Columbus schrieb am 29.04.2011 um 01:06
Lieber Miauxx,

Kürzer fassen überlasse ich anderen. Das geht bei mir nicht gut, obwohl ich die Ermahnung nicht das erste Mal höre und auch annehme. Betrachten Sie es einfach als eingefleischt und sehen Sie darüber hinweg.
Ich nehme Hinweise dazu allerdings auch nicht übel, und lege dafür Schweigepausen und längere Schreibpausen ein.

ad Paulart:

Ja, alte Zeiten, linde Trauer. Die SPD glaubt immer noch, dass es besonders viele Wählerstimmen in Niedersachsen, Bayern und vor allem Baden-Württemberg
bringt, wenn man "autokanzlert". Schließlich sind viele potenzielle Genossen Gewerkschaftler. Die wählen aber längst schon Grün, Schwarz oder die Linke, weil sie sich über die inflexible rosa Partei ärgern. Am Band oder in der Montagegruppe stehen sie mit Italienern, Türken (mehr als die Hälfte hat ´nen deutschen Pass) und anderen ehemaligen Gastarbeiter-Kollegen (m/w) und wissen was die tun und schaffen. Sie gehen vorzüglich mediteran essen und kaufen Gemüse bei den letzten, 24- Stunden offenen und ganz leidenschaftlich-familiären Einzelhändlern der Republik. Da passt der Thilo S. nicht mehr so ohne Erklärung ins Programm! Man sollte ihn einmal nach seinem Familiensinn befragen. Aber, weil er ein lauter Thilo ist und vor allem älteren Leuten die nötige Furcht vor den unbekannten Fremden einjagen kann, ist er das prominente Grauhaar der SPD in der Fernseh-Abendunterhaltung. Dem Hamburger Polit-Hochadel geht es nur um die späte Rache an der Rot-Grünen-Koalitionsoption. Die feinen Töne, letztlich eine Beleidigung für alles Linke in der SPD, kennt man seit Jahr und Tag.

ad I.D.A.Liszt:

Stimmt und stimmt auch wieder nicht. Denn wiewohl die SPD weitgehend therapieresistent dahintrudelt, die zaghaften, "Wir haben verstanden!" klingen, Mitkommentatoren haben es schon aufgespießt, fast wie von der FDP, die sich dazu sogar reimt, schaffen es die Rosaroten immer noch, teilweise aus purem Verdruss über die schlechte Plazierung, der rechten Konkurrenz in den Sattel zu helfen.

Nebenbei, -auch das ist kein Spezifikum der SPD, aber doch eher ein Ausweis für abgehalfterte Parteien-, heißt es dann immer, die persönliche Chemie habe nicht gestimmt. - Ich denke, immer wenn das angeführt wird, hat die Parteiung die das sagt, eigentlich nichts Inhaltliches, Ernsthaftes und Wesentliches auf der Pfanne.

Daher ist auch ein wenig Greinen angebracht, denn allein mit der Linken (zu schwach und selbst ein wenig angeschlagen) oder mit Grün (Lead, oder als Junior)+ Schwarz, gibt es keinen wesentlichen Politikwechsel mehr.

Gute Nacht
Christoph Leusch
Joachim Petrick schrieb am 29.04.2011 um 02:06
@Columbus

"....dem Hamburger Polit-Hochadel geht es nur um die späte Rache an der Rot-Grünen-Koalitionsoption. Die feinen Töne, letztlich eine Beleidigung für alles Linke in der SPD, kennt man seit Jahr und Tag."

Zur Rache sind solche Leute wie Klaus von Dohnanyi gar nicht fähig,sie finden nun in den Medien nur das Echo für das, was sie schon immer betrieben, als Nadder an der Brust der SPD der SPD nicht nur den Atem sondern auch femdgesteuert die Basis zu nehmen.

Auch wenn ich Herbert ehner durchaus im krisitischen Lichte sehe, so hat er doch irgendwie was seismografisch richtig am gehabe und Gelabe des herrn von Dohnayi versürt, wenn er diesem a capella cora Publikum der SPD Fraktion aufgebracht zurief:

"Sie da, mein Herr hören Sie auf zu doynanieren!"
Joachim Petrick schrieb am 29.04.2011 um 02:09
korrigiert:

Zur Rache sind solche Leute wie Klaus von Dohnanyi gar nicht fähig,sie finden nun in den Medien nur das Echo für das, was sie schon immer betrieben, als Nadder an der Brust der SPD der SPD nicht nur den Atem sondern undercover auch fremdgesteuert die Basis zu nehmen.

Auch wenn ich Herbert Wehner durchaus im kritischen Lichte sehe, so hat er doch irgendwie was seismografisch richtig am Gehabe und Gelabe des Herrn von Dohnayi verspürt, wenn er diesem a capella, cora Publikum der SPD Fraktion aufgebracht zurief:

"Sie da,
mein Herr hören Sie auf zu doynanieren!"
I.D.A. Liszt schrieb am 29.04.2011 um 00:05
Meine Güte! Da wird der SPD schon wieder hinterhergeweint! Warum nur?

Was erwarten sich alle die Weiner von dieser Partei?
Sie ist so, wie sie seit Jahren geworden ist.

Darüber zu reden ist genauso nutzlos wie über die Hochzeit von Little Willie und dieser Frau da.
Schweigen wäre angemessener.
Fro schrieb am 29.04.2011 um 02:24
Ich wundere mich auch manchmal über mein Engagement für eine SPD-Erneuerung. Eine Erklärung ist wahrscheinlich, dass meine Familie seit Generationen überwiegend ihre Hoffnung in die SPD, zwischenzeitlich allerdings auch in die heute verbotene KPD gesetzt hat. Etwas Nostalgie, aber auch die Einsicht, dass ein Politikwechsel mit den „geläuterten“ Parteien: SPD, Grünen und Linken einfacher wäre. Letztlich muss allerdings die Erneuerungspower von der aufgeklärten Bürgerschaft ausgehen. Man darf die Parteien nicht einfach machen lassen, was sie wollen - sie sollen Dienstleister aller Bürger sein - und müssen in die Pflicht genommen werden.
Ich bin nahe dran die SPD aufzugeben – bedauerlicherweise hat die Linke noch nicht das Format für eine Volkspartei, obwohl sie programmatisch das Potenzial dafür hätte. Da kommt irgendwie kein schlauvisionärer Spirit rüber ...
Lafontaine sollte mal eine Frischzellenkur machen – aber vielleicht gibt’s ja auch in der „jungen Garde“ Leute die das bringen.
Die SPD aufgeben hieße, für eine parlamentarische Option EchtRot/Grün zu werben - warum nicht?
claudia schrieb am 29.04.2011 um 09:25
>>Ich wundere mich auch manchmal über mein Engagement für eine SPD-Erneuerung.<<
Nicht grämen, Fro.
Ich wundere mich auch, dass ich 1969 in die SPD eingetreten bin und dann erst mal ein paar Lernprozesse durchmachen musste.
Eigentlich hätte ich gleich Kommunistin werden können.
Aber ich tröste mich mit dem Gedanken, dass jede/r anständige Kommunist/in früher mal SPD-Mitglied war, sogar Rosa Luxemburg...
Joachim Petrick schrieb am 29.04.2011 um 01:55
@Columbus

Klaus von Dohnanyi (K.v.D), der feinsinnig stirnig antanzende Wadenbeißer, der unter dem Martin Walser Kümmerer Hütchen, schon mal den Ignaz Bubis 1998 weggebissen, nachdem er 1981/82 den einzigen prominenten AKW- Gegner in der SPD Nomenklatur in Amt & Würden, den damaligen Regierenden Bürgermeister Hans- Ulrich Klose, unter befeuernden Rufen des damailgen Bundeskanzlers Helmut Schmidt, amtsmüde gebissen, um mit Hilfe von Willy Brandt in die Hamburger HEW- AKW- Steigeisenbügel in der Hafenstraße zu treten.

Jener K.v.D. dem der Sinn nach vielen Sarrazins in der SPD auf ein "Thilo geht noch " steht, bis anderen Genossen/nnen der Mitgliedshut hochgeht, der aus dem medialen Gewese & Getöse des Sigmar Gabriel
"Thilo Sarrazin muss weg" ,
gelungen, als Gabriel Abrissbirne eine Windbeutel Nummer macht, ist nun das Nonplusultra, der letzte Aufschrei, der letzte Heuler, Brüller de SPD, dem das Berliner NISM Ohr der Bundeskanzlers Angela Merkel hörig?
Columbus
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