Columbus

Händler&Helden mbH

13.05.2011 | 13:38

Gelbsucht, Farbberatung zu einem politisch-ideologischen Nichts

Die FDP in allen Farben und Formen,  ein (un)freiwilliges Parteimarketing der Medien?

Ganz langsam sickert es ins Gehirn ein. Die Deutsche Presse ist gelb und blau, und dazu noch völlig lenatisch, vom Norden bis in den tiefen Süden.

Sonst wäre es doch vollkommen unerklärlich, warum die eitelsten Journalisten der drittwichtigsten Wirtschaftsnation dieser Erde seitenweise tiefsinnige Grübeleien abliefern, zum Umbau und Schicksal einer Partei, die nachher genau das selbe Gelbe sagen wird wie vorher.

Trotzdem wird dieser Partei ein kostenloses Marketing zuteil, wie es derzeit nur noch für das Unternehmen "Lena-Raab Inc.", aus undefinierbaren Gründen und ganz freiwillig, so geschieht. 

Ausgerechnet jenes Gewächs in der Parteienlandschaft, das im Grunde seit den späten 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ohne tiefsinnige Programmatik, dafür aber mit den Farben Gelb und Blau bei Pullundern und Krawatten, sowie mit einer innigen Verankerung in den ökonomischen Wohlfühlsphären der Republik, Politik macht, erhält hier eine künstliche Beatmung.

Die Presse schreibt blattübergreifend, als ginge es nur noch um Personaltrends für die Einstellung jugendlicher Besserverdiener. Gleichzeitig dient der so freigiebig und schnell fabrizierte Glanz der Bewertungen und Wertungen über Persönliches  als geheime Gartenlaube für die Aufschauenden, damit die wissen, wie es beim Contest zugeht und welches Kostüm gerade angesagt ist.

Die FDP  ist nun eine Boygroup mit älterem Impressario, der vor allem, und ewig lange schon,  sagt, "die Wirrschaft iss´ wischig". Mit diesem Satz absoluten Rechthabens ist auch das politische Feuilleton Deutschlands weitestgehend zufrieden, wie die Musikkritik  mit der im Jahrgang gereiften Lena, die weiterhin nicht singen und nicht tanzen kann.

Christoph Leusch

 

 

 
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Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 13.05.2011 um 16:52
Welche Medien genau meinen Sie denn oder meinen Sie wirklich alle? ( P.S. Rösler mit einem S )
Baphomed schrieb am 13.05.2011 um 20:20
sorry ich lese dich ja gerne aber das war ein griff ins klo
Popkontext schrieb am 14.05.2011 um 12:42
So unterschiedlich sind die Aufassungen: Ich finde den Text zwar recht kurz und einfach, aber gelungen.
hardob schrieb am 14.05.2011 um 09:28
Der FDPler neuer Generation gibt den Auftrag: Seine Truppe aus Schülern, Migranten und Rentnern soll gegen kleinen Lohn ("kaum der Rede wert") Prospekte verteilen.

Zuhause klebt der den "Keine Werbung"-Button auf seinen Briefkasten. So sorgt er für Arbeitsplätze und tut was für die Umwelt.
Columbus schrieb am 16.05.2011 um 12:41
Ja, ich gebe es zu. Keine Quellen, einfach ´mal losgerotzt, Lena und FDP verquirlt, bloß kein wirklich ernsthaftes Thema. Krasse Urteile, glatte Ungerechtigkeiten überall, fast auf dem Niveau des Vorwurfs, bei den Gelben gebe es nur noch bürgerliche Kinderschänder, sprich Leute, die sich über den gemeinen Bundesbürger, eine kindlich-naive Seele, eher lustig machen.

Eigentlich schrieb ich so, wie viele Blogs sein wollen. Nah am Klo, da schreibt man so.

Man kann sich natürlich auch die Wasserstandsmeldungen beim SPIEGEL reinziehen: Da werden "Minutenprotokolle" ( www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,762382,00.html ) angeboten und "Rösler an die Spitze gewuchtet", „Die FDP hofft auf den Rösler -Ruck“, usw. usw., dazu, Online eine saftige Bildstrecke in blau-gelb, so als habe die FDP eine Agentur beautragt Fotos zu schießen. Zum Einstieg und Überblick: www.spiegel.de/

Die ZEIT bietet: „Rösler beweist Führung-vorerst“ (www.zeit.de/politik/deutschland/2011-05/fdp-parteitag-roesler-westerwelle ). Mit dem herrlichen Hinweis, nun „beginnt die Arbeit“.

„Jetzt geht’s vielleicht los“, analysiert Peter Blechschmidt in der Süddeutschen und attestiert dem neuen Parteichef, der gerade das Ministerium, in dem er doch grundlegende Reformgedanken durchsetzen wollte, abgab, -es gilt als schwierig und dessen Materie als unübersichtlich-, „Hinter der Fassade des netten jungen Mannes verbirgt sich die knallharte Entschlossenheit, die eigenen Vorstellungen durchzusetzen.“ ( www.sueddeutsche.de/politik/fdp-sucht-den-neuanfang-jetzt-gehts-vielleicht-los-1.1097286 ).

So etwas kann man, angesichts der Beliebigkeit von Posten und Ämtern, nirgendwo einer der aus Überzeugung Fachpolitiker ist, wirklich nicht mehr glauben. Keiner bei der FDP hat ein Projekt, eine Sache, die er lange schon voran bringen will. Man(n) selbst und dann, ganz weit hinten, vielleicht eine Parteifarbe, das sind die Projekte. Bitteschön, aber so bekommt man nur Politiker, die auf begrenzte Sicht und nach Erfolg fahren und sich vermarkten.

Nach anderthalb Jahren ist Rösler aus seinem Wunschministerium, bei dem er ja auch Wissen und Kenntnisse hätte einsetzen können, in eines gewechselt, das mehr Ansehen und wenig Konflikt verspricht, das mehr flockige Reden vor Verbänden und bei Messen ermöglicht, bei dem sich keiner mehr später daran erinnert, ob er nun für deutschen Wein oder für die Zukunft des Automobils geworben hat. Dabei ist doch Gesundheit eine der größten und wichtigsten Dauerbaustellen, während das Wirtschaftsministerium schon länger zu einer Art Industrie- und Gewerbebegleitung, einer staatlichen Lobby, umfunktioniert wurde.

Ad Lenaticum: Halbkritisch heißt es z.B. „Tagebuch des Wahnsinns“. Aber in Hans Hoffs tagelanger SZ-Berichterstattung überwiegt ein eher unkritischer Ton, der sich mehr um die Chancen für Lenas Titelverteidigung dreht ( www.sueddeutsche.de/medien/eurovision-song-contest-tagebuch-des-wahnsinns-1.1097183 ).

Ich könnte fortfahren, verweise aber stattdessen lieber auf den Jahrmarkt der Neuigkeiten und den Wanderpokal der Woche, also auf Augstein&Blome und Grummeln&Schmachten von Herrn Rehberg, hier beim „dF“. Die beweisen nicht meinen kapitalen Fehler, ganz ohne Belege, einfach so, ´mal was hin zu schreiben, sondern eher, wie sehr zutrifft was ich da aufschrieb. - Jakob Augstein, so nehme ich doch aus tiefster Sympathie und Überzeugung an, gestaltete das Wochenendfazit wenigstens mit dem Twinkle in the eye, -Herrn Blomes Ironie versteckt sich hinter dem BILD-Jargon der großen Sprüche-, Lena und die FDP passten gut in eine Kategorie. Douze points, zéro où nul contenu.

Die Presse ist schon ein komisch´ Ding.

Liebe Grüße
Christoph Leusch
Columbus
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