Schlechter oder eher gar kein Journalismus. Das Telemedienrauschen ersetzt das sachliche Urteil
T-Online versorgt seine Kunden, aber auch ein Masse Gäste mit einem Potpurri aus Trivia und dann mit einem Konglomerat an zusammengeschnippselten Agenturmeldungen. Das ist Telemedien-adäquat. Um echten Journalismus handelt es sich, trotz des Rückgriffs auf die "Buketts" der Agenturen, dabei nicht.
" Jeder Deutsche verfügte demzufolge im letzten Jahr über Ersparnisse von rund 57.900 Euro - 600 Euro mehr als ein Jahr zuvor.", liest man auf der Nachrichtenseite des Webproviders.
Bei der flachen Denktiefe, die für uns gemeine Nutzer eher häufiger als zu selten, vorweg schon angenommen werden muss, weil eben Hirne an Feierabenden und unter der einprasselnden Alltagsrealität sowieso auf Sparflamme arbeiten, wirken solche Sachen 100- fach sicherer und glaubwürdiger, als z.B. die redlich- nachdenklichen, aber selten gelesenen, "Nachdenkseiten":
altersvorsorge-rente.t-online.de/buerger-bauen-trotz-krise-mehr-vermoegen-auf/id_53415868/index
Ca. 57.000 Euro Geldvermögen sammelt sich, nach Auskunft der Agenturen und ihrer Botschafterin T-Online, pro Kopf der Bevölkerung auf der hohen Kante. Wie sich dieses Vermögen real wirklich verteilt, dazu steht bei den Onlinern nichts.
Dabei wäre es leicht, auch hier ein Nachrichten-Bukett anzuzapfen und es dann neben die Presseagenturmixtur zu schreiben.
DER SPIEGEL-Online liefert, worauf es wirklich ankommt, nämlich die reale Vermögensverteilung, wenn auch mit dem Stand 2007: www.spiegel.de/thema/vermoegensverteilung_deutschland/ .
Christoph Leusch