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Klaus von Dohnanyi, Heckenspringer des Tabubruchs
Wie das Denken unter die Räder gerät, wenn es dezisionistische Denker und Lenker in Haft nehmen, und welche Folgen das zeitigen kann.
Stellenbeschreibung: Anwalt, selbsternannt, denkt was sein unfreiwilliger Mandant denkt
Alt-SPDler zieht unaufgefordert in den Kampf für den ebenso starrstolzen Thilo S., unseren aktuellen Sozialfall unter den wichtigsten Gelehrten und sonstigen Geisteselitikern des Landes. - So könnte man Klaus von Dohnanyis Angebot zur Hilfe und Verteidigung auf allen Ebenen, vor allem natürlich in den Print-, noch viel lieber in den Fernsehmedien, einordnen.
„Ich will für dich kämpfen.“, das ist die Botschaft des Hamburger Hochnas, der früher, als er noch Ämter bekleidete, von der absolut sicheren Asse zu künden wusste, obwohl ihn doch schon gewaltige Bauchschmerzen plagten. Ein Mensch, der sich selbst den Elitestatus einräumt und daraus ableitet, nun wieder fleißig mit selektieren zu dürfen.
In der Süddeutschen Zeitung wird Dohnanyi deutlicher und ausführlicher („Feigheit vor dem Wort“, SZ, 05.09.2010, www.sueddeutsche.de/politik/2.220/debatte-um-thilo-sarrazin-feigheit-vor-dem-wort-1.996129 ). Er erhält Zeilenplatz, den er mit Sicherheit einfach der Tatsache verdankt, dass man ihn dort namentlich kennt. Man weiß wer er ist und dann darf er eben schreiben. Seine innige Verbindung zur INSM und Bertelsmann, das Buch der Bücher stammt aus der Konzernschmiede, halfen sicherlich auch noch ein wenig. - Es ist überhaupt erschreckend, dass in einem 80 Millionen Volk bei bestimmten Reizthemen immer das gleiche Dutzend miteinander bestens vernetzter Aufmerksamkeitsjunkies (H.O.Henkel ist z.B. ein weiterer Problemfall) das uferlose Rede- und Schreibrecht erhalten.
Sicherlich hätte von Dohnanyi gerne Sarrazins Buch gleich zum Erscheinungstermin vorgestellt und verteidigt. Gerne hätte er in seinem Terminkalender die dann sofort eintrudelnden Einladungen Beckmanns, Illners und Wills, Plasbergs und Co. angenommen. So ein Pech, Necla Kelek kam ihm zuvor, sie passte besser.
Das ist die Dame, die nun auch in Duisburg-Marxloh (18.000 Einwohner) unter und hinter die Brautkleider der türkischen, kurdischen und arabischen Brautmoden-Einzelhändler schauen möchte, die derzeit einen wirtschaftlichen Boom erleben, hinter deren schier unendlicher Auswahl an Spitze, Posamenten und Textilien aller Art, sie aber das böse System des Islams verborgen sieht (Jüngst bei Frau Will im Abendprogramm für gute Deutsche). - Da fordern wir doch gleich Überwachungskameras in türkischen Einzelhandelsläden für unser liebes Ordnungsamt und die innere Sicherheit.
Unter Korsagen, steifen Röcken und farbenfrohen Feierkleidern, hinter allen bunten Rüschen und den Puffärmeln schöner Kleider, ist immer eine böse Koran-Sure und ein Hadith eingenäht, die Unterdrückung der Frau und ein menschenverachtendes System lauern schon in der Anprobekabine. Verdammt noch mal, die migrantischen Hochzeitsgesellschaften sollen doch gefälligst bei Karstadt....
Willy Brandt als geistiger Vorreiter sozialdemokratischer Rassenkunde?
Was hat Klaus von Dohnanyi uns nun mitzuteilen? - „Also bitte keine Feigheit mehr vor Worten wie Rasse, Juden, Muslime. Es gibt sie. Man darf über sie nachdenken, man darf sie benutzen. Nicht gedankenfeige sein! Aber nie rassistisch!“ - Das Willy Brandt es gut gefunden hätte, wenn Begriffe wie Rasse, Ethnie, Schicht und Volkscharakter bei uns wieder, gängig dahingesprochene Münze werden, ist völlig unglaubwürdig. Auf so etwas kann höchstens Herr Dohnanyi und vielleicht noch die Frau Seebacher kommen. - Diese postume Einvernahme Brandts ist genau so schäbig, wie die Unterstellung, in anderen Ländern ginge man mit den Begriffen längst unbefangen um.
Genau das Gegenteil ist der Fall, ob in Nigeria, in Indien oder in den USA, ob in Kanada oder in Schweden. Wer sich einmal auf dieses Geschwätz einlässt, der verfängt sich darin und beschwört offenen und gewaltsamen Konflikt.
Eine globalisierte und zivilisierte Welt erkennt wissenschaftlich den Stammbaum der ganzen Menschheit und hat seit Cavalli-Sforza, das ist nun mindestens 30 Jahre her, den Rassebegriff aufgegeben, - Die genetische und die paläologische Anthropologie betätigen gerade den genialen italienischen Wissenschaftler, dem nur Kulturzeugnisse, die Sprachen und Statistiken zur Verfügung standen, weil die Genetik noch nicht so weit war. -, predigt und lebt die Multikulturalität. Da will der alten Herr aus Hamburg zu einer Unbefangenheit und Monotonie zurück, die auch sachlich und faktisch eine Katastrophe für uns Deutsche wäre.
Was soll man Indern noch sagen können, wenn für sie die Gesellschaft nach Kasten eingeteilt ist? Was, weißen Fanatikern in den USA, wenn es wieder einmal billig ist Schwarze und Mexikaner für den Untergang der von Gott erwählten Nation verantwortlich zu machen? -Wir stünden da als Hinterwäldler, die immer noch an Blut und Boden glauben und sich bisher nur schämten, die Tabus endlich zu brechen, um in den alten Jargon der Uneigentlichkeit und des zwanghaft autoritären Charakters zurück zu fallen. - In der Sprache Wolfgang Bosbachs (CDU), ist jeder Vorfall in Neukölln der Anlass für Innenpolitik, der Anlass für ein neues Gesetz, zumindest für die TV-Rhetorik dazu.
Welcher Gott schützt Deutschland vor solchen, das elitäre nur als Prominenz durch die Gegend tragenden, Selbstdarstellern mit Missionierungsauftrag? - Der Gott der Protestanten und Katholiken, der Gott Israels, Allah sicherlich nicht allein, denn auch alle diese Religionen haben sich als sehr anfällig für Gesten der Überlegenheit und Unterlegenheit, für Verfahren der Auswahl und Einteilung der Menschheit erwiesen.
Rund um den Globus versuchen die vernünftigen Anhänger der großen Glaubensgemeinschaften mit dem ganz Anderen, in allen Religionen vorhandenen Liebes- und Friedensgebot beharrlich entgegen zu wirken.
Sarrazin, der Walser der politischen Betrachtung?
Eine zweite Einvernahme folgt auf dem Fuß. Sarrazin sei eher ein profaner schreibender, aber eben tabubrechender Martin Walser, der neue Prosaiker des politischen Feuilletons und der Volksaufklärung par excellence.
Auch diese Vereinnahmung ohne Nachfrage ist trübsinnig dumm, denn Walser wehrte sich ja gerade gegen das soziokulturelle und geistige Stigma, gegen die beständige Vorhaltung, alles was Deutsch sei, einschließlich der Kultur und Politik nach dem Kriege und die ganze Geschichte davor, müsse irgendwie immer auf dem Hintergrund einer grausamen und katastrophalen Nazi-Geschichte verstanden werden.
Das ist das genaue Gegenteil dessen, was Sarrazin und Dohnanyi uns nun im Umgang mit der Migration anempfehlen möchten, die nämlich wieder Gebotsschilder und Erlaubnisstempel zu verteilen gedenken und von Kultur-, Mentalitäts-, Charakter- und Erbanlageunterschieden faseln, obwohl sie weder wirkliche Kenntnisse, noch stichhaltige Belege vorweisen können.
Walser forderte damals einen vorurteilsfreien Blick, ab von der Vorstellung, das deutsche Wesen, die deutsche Kultur sei angenagelt ans historische Teufelskreuz mit den vier Haken und führe unweigerlich in Abgründe, wie den der Nazi-Herrschaft. Er wehrte sich gegen die Erbschuld- und die Erbsünde in den Gedanken und sprach für Verantwortung. Wenn ihm das auch damals nicht gut gelang, vergleichen lässt sich das keineswegs mit Sarrazins Auftritt und dessen Forderungen.
Dohnanyi liest Sarrazin
Dohnanyi zitiert die ihm wichtigen Kern- und Glaubenssätze Sarrazins, die er nur unterschreiben und verteidigen könne, wenn auch das Mandat des aktuellen Hauptdarstellers wohl noch nicht an den, sprichwörtlich ins Bild drängenden Anwalt aus Hamburg vergeben wurde.
>>„Mit Lenin'scher Klarheit "Was tun" heißt es dort auf Seite 326: 1. Jeder ist willkommen, der bereit ist, Deutsch zu lernen, zu arbeiten, Bildungsehrgeiz zu entfalten und sich Sitten und Gebräuchen anzupassen. 2. Man sollte mindestens für die Kinder anstreben, Deutsche zu werden. 3. Muslime, Heiden oder Christen haben dieselben Rechte und Pflichten. 4. Wer will, dass er und seine Kinder Türken oder Araber bleiben, wäre im Herkunftsland besser aufgehoben; wir wollen keine nationalen Minderheiten (andere sagen: "Parallelgesellschaften"). Wer nur am deutschen Sozialstaat interessiert ist, ist nicht willkommen. So weit Sarrazin und gängige Praxis in anderen Ländern. Hier soll das alles falsch sein? Alles "rassistisch“. <<
So schön verknappt und verkappt, erhält man den ganzen Sarrazin derzeit noch selten präsentiert.
Schon mit "Sitten und Gebräuchen" hat es es so seine besondere Bewandtnis. Denn weder kennt das Grundgesetz Bekleidungs-, noch kennt es Sitten- und Gebrauchsvorschriften. Auf das Grundgsetz bleiben wir alle verpflichtet, ebenso auf das europäische Vertragswerk und die Charten der Vereinten Nationen.
Ansonsten hat der Staat nur dann das Recht zusätzliche Forderungen zu erheben, haben die Mitbürger das Recht etwas von Minderheiten zu verlangen, wenn Gesetze gebrochen und die Würde des Menschen verletzt wird. - In 100 Jahren werden sicherlich deutsche Menschen ganz anders beten, wenn sie es überhaupt noch tun, anders gekleidet sein und in Haaren und Häuten anders aussehen als derzeit, aber das Grundgesetz wird ihnen Orientierung für ein gutes und vor allem soziales Leben bieten, wenn sie es ernst nehmen. - Die Tabuverletzung dieses Satzes Eins, die aber, ist Denken im reinsten Vorurteil und widerspricht unserer Verfassung.
Bei Dohnanyi und Sarrazin spürt man den Einbildungsergeiz, der auch bei Frau Kelek so unvorteilhaft zu Tage tritt, und alles überdeckt, was in Details auch richtig sein mag.
Zum Punkt Zwei lässt sich kurz und bündig antworten, dass der Wunsch Deutscher zu werden, so wie der US-Amerikaner zu werden, nicht hauptsächlich davon abhängt ob er existiert, sondern ob damit verbunden ist, in diesen Gesellschaften als türkischstämmiger, kurdischer oder russischer Deutscher akzeptiert zu werden.
Keiner muss dafür Sitten und Gebräuche, oder seine Herkunftssprache, aufgeben, bis auf das, was ihn womöglich dort schon einengte und zwängte, ihn zur Intoleranz gegen andere zwang, und er muss eine neue Sprachem, die Deutsche, flüssig lernen.
Im Gegenteil, unsere Gesellschaft profitiert von Kenntnissen und Kulturvertrautheiten, auch von der Beibehaltung der Mutterspachkompetenz, wenn diese als Bereicherung und positive Eigenschaften verstanden werden.
Millionen Mexikaner und andere Lateinamerikaner wurden ohne Vorbedingungen US-Amerikaner. Nach einer gewissen Zeit legalisierte man die Illegalen und wird bald wieder Millionen legalisieren, weil sie kommen. Sie müssen trotzdem nicht anfangen den Yankee doodle zu singen. Weil das so ist, können heute z.B. orthodoxe jüdische Amerikaner und schwarze Amerikaner stolz auf ihre Heimat, die USA, sein.
Punkt Drei klingt neutral und unverbindlich. Die Konsequenz aus dem richtigen Satz lautete aber auch, ein sichtbarer Islam in Deutschland, europäische Muslime, Moscheen und etwas andere Vorstellungen, wie man in der Öffentlichkeit in Erscheinung tritt, gehören selbstverständlich dazu.
Punkt Vier: Der Satz, „Wir wollen keine nationalen Minderheiten (andere sagen: Parallelgesellschaften)“, der ist sehr verfänglich.
Was wäre denn, wenn statt der derzeit gerne als abschreckende Beispiele vorgeführten Vierteln und Straßen Kölns, Duisburgs und vor allem Berlins, jüdische Schtetl der 30er Jahre, ethnische Viertel in New York oder entsprechende Quartiere in Mumbay, Bangalore oder Kalkutta gezeigt würden?
Dem Geist unserer Verfassung, diesem vorurteilsfreien, daher auch so anziehenden Versprechen der Deutschen an die Welt nach dem Kriege, entspräche eine ganz andere Botschaft. Nämlich, nationale Minderheiten, die es geben muss, -kein Weg führt in einer modernen, weltoffenen Gesellschaft daran vorbei-, dazu zu bringen, sich als respektierte und vor allem teilhabende Bestandteile der deutschen Gesellschaft zu betrachten, nicht als Verschiebemasse (Holen bei Bedarf, Abschieben bei Bedarf), nicht als Projektionsfläche für Vorurteile (weniger leistungsfähig, womöglich kulturell und genetisch-biologisch am Fortkommen gehindert), nicht als Kinderlieferanten, die dafür ihre Herkunftsidentität aufgeben müssen, damit sie hier endlich ankommen.
Fazit: Die Rattenfänger sind voran gekommen und es wird eine intellektuelle Anstrengung aller gesellschaflicher Gruppen notwendig sein, eine mit absoluter Sicherheit sozial- und gesellschaftsschädliche, ganz primitive Denkweise zurück zu drängen, die selbst den Effizenz- und Leistungsbegriff, das ethisch hohle Prunkstück vermeintlich deutscher Kultur, so pervertiert, dass Selektionisten wieder Macht und Einfluss in der Öffentlichkeit erlangen.
Christoph Leusch
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"Fazit: Die Rattenfänger sind voran gekommen..": So ist es. Danke für den klug argumentierenden Beitrag.
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schrieb am
07.09.2010 um 20:21
"dezisionistische Denker und Lenker": ein guter Beginn, ein guter Verlauf: zustimmend gelesen.
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Hans Marosch aus G. will auch für Sarrazin kämpfen. Genaue Hintergründe ergeben sich dann morgen. Freuen wir uns auf 5 neue Einträge zu Sarrazin und eine Verlinkung auf www.meine-heimatzeitung.de .
Manche gießen ja ihren Tee auch mehrfach auf. Da hilft nur eine kaputte Teekanne. "Rattenfänger"... hätten ... wollten ... sollten wir eigentlich überwunden haben. Thilo - der Themenspender für eine öde Zeit. |
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schrieb am
07.09.2010 um 20:51
"Themenspender" ist auf jeden Fall ein schönes Wort.
"Tafel" auch, die Spender frohlocken, die, die müssen, nicht. Prekär: die Situation! |
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Danke für diesen Beitrag zur Klärung mitschwingender Hintergründe gezielter Meinungsmache und populistischer Vereinfachung.
Ach, die Dohnanyis und Bertelsmänner-Seilschaften - sie können es nicht lassen, sie glauben immer noch, dass ohne sie das Volk gegen die Wand laufen würde. Vielleicht haben sie nur die falsche Optik und bräuchten einen Brillenwechsel? Nur wer will das durchsetzen in dieser weitgehend aufgeteilten und gezähmten Medienlandschaft? Die postume Vereinnahmung Willy Brandts für Sarrazin-Thesen ist geradezu obszön. |
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"...mitschwingender Hintergründe gezielter Meinungsmache und populistischer Vereinfachung..."
Diese gingen vor allem von vielen Medien (und den nicht wenigen Linken Feinden Sarrazins) aus, die in verkürzten Darstellungen und bewußten Auslassungen ein Klima der Hetze erzeugten (schon bevor das Buch überhaupt erschienen ist). Das sollte das eigentliche Thema sein! Eine wirkliche inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Buch darf man mit der Lupe suchen, auch hier in der Freitag-Community, mit Ausnahme des Blogs von mh ! www.goowell.de/wordpress/2010/08/29/mh-las-thilo-sarrazin/ www.freitag.de/community/blogs/mh120480/sarrazin-der-offenbarungseid-eines-landes www.faz.net/s/Rub268AB64801534CF288DF93BB89F2D797/Doc~E8263E3ECE7D04FE491A22CC348AADD20~ATpl~Ecommon~Scontent.html www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,715836,00.html "...Vielleicht kommen sogar die Redaktionen des Landes eines Tages dahin, wo die britischen Kollegen längst sind: wie man frei und ohne Scheuklappen und Sprachregelungen Debatten führt." Matthias Matussek |
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Bildungswirt: "Die postume Vereinnahmung Willy Brandts für Sarrazin-Thesen ist geradezu obszön."
Zitate von Willy Brandt: "Wo die Zivilcourage keine Heimat hat, reicht die Freiheit nicht weit." „Wenn eine Diskussion um die ernstesten Dinge für das Schicksal des Landes eröffnet wird, so muß man sofort und ohne zu zögern auf den Kern der Sache zugehen.“ "Man kann heute nicht Demokrat sein, ohne Antikommunist zu sein." "Perfektionismus ist ein schreckliches und nicht nur deutsches Laster." "Wir wollen mehr Demokratie wagen. Wir wollen eine Gesellschaft, die mehr Freiheit bietet und mehr Mitverantwortung fordert." „Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten.“ "Niederlagen stählen, aber eben nur, wenn es nicht zu viele werden." "So wie die Freiheit eine Voraussetzung für die Demokratie ist, so schafft mehr Demokratie erst den Raum, in dem Freiheit praktiziert werden kann." "Es hat keinen Sinn, die Mehrheit für die Sozialdemokratie zu erringen, wenn der Preis dafür ist, kein Sozialdemokrat mehr zu sein." |
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Lieber B.V.,
Ich bin ein relativ nüchterner Mensch und dazu auch langatmig. Das wird mir hier auch manchmal vorgeworfen, weil ich Argumente ausführe, was naturgemäß Zeilen kostet. Ich habe auch nichts dagegen, wenn Sie an die Stichhaltigkeit der Thesen und Inhalte in Sarrazins Buch glauben. Ich glaube nicht und weiß hingegen, dass er ganz bewusst falsche und pseudowissenschaftliche Grundlagen verwendete, die er zudem nicht aus den Texten der Wissenschaflter selbst, aus den Studien, sondern aus Tageszeitungen entnommen hat. Daher auch die Beschwerde der Wissenschaftler über ihre Einvernahme. - So machen das Rechte eben, ob sie in der SPD oder sonstwo sind. Es steht Ihnen aber frei, einmal bei den oben von mir genannten Thesen, dem Zitat aus Sarrazins Buch, zu einer These eine haltbare, vor allem verfassungskonforme Begründung zu liefern. - Bitte schreiben Sie oder lassen Sie Mh schreiben, wenn Sie von dessen Blog überzeugt sind! Selbst die Thesen zur Jugendkriminalität und migrantischen Kriminalität sind ja mittlerweile überpfrüft und es stellt sich heraus, die Gruppe die dort besonders hervor sticht, eine sehr kleine Gruppe von libanesischen Clans, hat mit dem von Sarrazin angegangenen Hauptteil der Migranten vorwiegend den ca. 16,4 % Anteil an allen Migranten aus allen Ländern bilden, die aus der Türkei und dort auch aus den Kurdengebieten kommen, überhaupt nichts zu tun. Desweiteren finden 80 % der Straftaten innerhalb und unter den immer gleichen, relativ kleinen und organisierten Gruppen statt, die zudem überhaupt keine religiöse Bindung aufweisen. Die meist jugendlichen (Mehrfach)-Straftäter, aufällig zwischen 14 und 28 Jahren, werden zu mehr als zwei Dritteln im Erwachsenenalter nicht mehr aufällig, es sei denn, man behandelt sie nach dem Erwachsenenstrafrecht und sichert damit zu 2/3 ihren Übergang in die Berufskriminalität. - Das sind kriminlogische Fakten und Realitäten. Zu Mh gibt es nur so viel zu sagen, dass er sich gerne mit kurzen Bemerkungen über die Unfähigkeit und "Miesheit" anderer Forenteilnehmer zu Wort meldet, ich aber von ihm bisher in diesen Fragen, aber auch zu anderen, bis auf Details zur Wirtschaftsentwicklung, keine sachlichen Beiträge lesen konnte. Helfen Sie mir bitte! Sie können davon ausgehen, dass ich Statistiken lesen und interpretieren kann. Sarrazin hat nicht nur ein paar Statistiken in seinem Buch ausgewertet, er hat, es kann ja hier angesichts des begrenzten Raumes nur um Hinweise gehen, bezüglich der sozialen, der ethnischen und der biologischen Bezüge, ganz bewusst Fakten manipuliert und die Ergebnisse der Wissenschaft bewusst verdreht. Er stellt Prognosen ohne sichere Basis und behauptet ohne Belege. Er hat selbst Berechnungen durchgeführt, die von Grundannahmen ausgehen, die kein Wissenschaftler zu Thema vertritt. Er hat seinem Buch, ganz ohne Not, eine Note gegeben, die schon im Titel zum Ausdruck kommt und in den o.g. Thesen mündet. - Das hat ebenfalls mit Zivilcourage und notwendigem Tabubruch nichts zutun. Es sei denn, man möchte, weil die eigene Realität aus ganz anderen Gründen sozial und ökonomisch nicht gut aussieht, an die Wiederkehr von Sündenböcken glauben. Am Ende leitet er Maßnahmen ab, die seiner Ansicht nach eingeleitet werden müssen. Diese Maßnahmen sind nicht nur falsch, sondern auch unvereinbar mit der Verfassung (s.o.). Noch zu den Brandt- Zitaten. In keinem dieser Zitate steht irgendwo drin, Brandt, selbst Immigrant und Emigrant, befürworte nur eine einzige These Sarrazins oder hätte ähnliche Thesen zu Lebzeiten vertreten. - Bringen Sie doch mal eine Brandt-Quelle, in der er sich diesbezüglich auslässt. Auch Zivilcourage ist etwas ganz anderes und hat mit dem Buch Sarrazins überhaupt nichts zu tun. Er erhielt einen hoch bezahlten Schreibtisch in der Bundebank und tat, was er aus seiner Überzeugung heraus tun musste. Die Überzeugung hatte er schon länger, den Mutwillen zur Tat auch. Kommunismus und Antikommunismus finden sich ebenfalls nicht in diesem Thema. Mehr Demokratie wagen geht nicht ohne Minderheitenschutz. Die anderen Sätze, alle gut und schön, haben mit dem Thema ebenfalls wenig bis nichts zu tun. Liebe Grüße Christoph Leusch |
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Lieber C.L.,
"Ich bin ein relativ nüchterner Mensch und dazu auch langatmig. Das wird mir hier auch manchmal vorgeworfen, weil ich Argumente ausführe, was naturgemäß Zeilen kostet." Das ist in Ordnung, damit habe ich keine Probleme. "Ich habe auch nichts dagegen, wenn Sie an die Stichhaltigkeit der Thesen und Inhalte in Sarrazins Buch glauben." Dazu kann ich gar nichts sagen, weil ich das Buch noch gar nicht gelesen habe. Ich warte darauf das es mit der Post kommt. Was ich bisher diskutiert habe waren der mediale und öffentliche Umgang mit Sarrazin und Stellungnahmen zu Interviews (u. a. mit Buschkowsky), sowie Kommentare zu subjektiven Meinungsäußerungen in diversen Blogs hier. Ansonsten waren es von mir Stellungnahmen zum Thema Integration, was man auch unabhängig von Sarrazin tun kann. ;-) Was die Brandt-Zitate angeht haben sie natürlich recht, da gehen auch einige über das Thema hinaus. MfG B.V. |
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P.S.
C.L.:"In keinem dieser Zitate steht irgendwo drin, Brandt, ... befürworte nur eine einzige These Sarrazins oder hätte ähnliche Thesen zu Lebzeiten vertreten.. ." Nun die Ausgangslage war ja auch eine andere als heute. In Bezug auf Sarrazin hatte von Dohnanyi nur das berühmte Brandtwort "zuerst die Freiheit" in die Diskussion geworfen, was sich auf den Ausschluß aus der SPD bezog. Es sei noch der Hinweis gestattet, das unter der Regierung Brandt die weitere Anwerbung von sog. "Gastarbeitern" abgeschafft wurde und man davon ausging das diese überwiegend in ihre Heimatländer zurückkehren würden und man dafür auch finanzielle Hilfen bereit stellte. Diese Rechnung ging bekannter maßen nicht auf, da viele fürchten nie wieder nach Deutschland einreisen zu dürfen um dort zu arbeiten. Statt dessen begann man die Familien nach zu holen... Ansonsten habe ich am liebsten in m.h.´s Blog diskutiert, weil dieser mir der seriöseste zum Thema hier erscheint. P.P.S An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen und einigen Verschwörungstheoretikern hier sagen, die mir per PN zu verstehen gaben, das es sich bei mh und B.V. wohl um ein und die selbe Person handele, das ich dem leider nicht beipflichten kann, da mein finanzökonomisches Wissen leider nicht so ausgereift ist wie bei mh, ich aber von seinen Beiträgen diesbezüglich doch viel lernen konnte. :-) |
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Lieber B.V.,
Wir leben derzeit gerade wieder in einer Gezeitenwelle vermeintlich notwendiger Tabubrüche. - Jeder Tabubruch hat eine Absicht und der schlimmste Fauxpas für sachliche Glaubwürdigkeit ist der, wenn man hinterher erklären muss, man habe vieles nicht so gemeint, man müsse Zitate, ganze Kapitel, -oben im Text, steht ein Originialzitat Sarrazins mit vier Handlungsanweisungen- , ab oder zurechnen, um dann zu den nackten Zahlen zu kommen, die doch alle angeblich stimmten. Stimmt der Kontext und stimmen die Ableitungen, das ist hier die Frage und nicht, ob die Statistiken der verschiedenen Bundesämter und selbst gefertigte Produkte im Buch auftauchen. Exkurs: Derzeit probt gerade Frau Steinbach, ganz unverbunden und sicher nicht gelassen, Polens Teilmobilmachung, übrigens auf so niedrigem Niveau, dass noch Reservisten eingezogen wurden, als der Krieg schon verloren war, übrigens nach mehrmonatigem deutschen Propagandafeuerwerk, morgen kommen wir und holen uns, was uns gehört, sei eine Mobilmachung gegen Deutschland gewesen, als neuen Tabubruch der Sorte, "Man wird es doch einmal sagen dürfen." - Typische Spießerhetorik, die immer so auftritt, als verkünde sie ganz bewusst nun die Wahrheit. Es gibt keine Sachinformation und keine Wertung ohne Interessen und Absichten. Wie Steinbach wirkt und was dabei heraus kommt, nämlich nicht nur neue Geschichtsklitterung, sondern auch Hass, das kann man hier verfolgen: www.pommern-preussen.de/die-geschichte-des-reiches-f12/die-polnische-generalmobilmachung-t385.htm Keine Angst, das ist sozusagen noch die milde Form, es geht noch Hausnummern schlimmer. Unterstellt also, Community-Partner Mh habe das Buch der Bücher gelesen, so steht eben nicht die Botschaft drin, die von ihm nun als eigentliches Ziel Sarrazins ausgemalt wird. Das Gegenteil ist der Fall und wird so z.B. nun vom Bundesamt für Migration, vom Bundesamt für Statistik, in den Endthesen, von ganz verschieden Zeitungen wortwörtlich zitiert und dann kritisiert. Inhalt und Form, auch die von Ihnen vorgenommene Abspaltung, der genetische Teil, sei nur ein Ausrutscher, eine Nebensache, sind, wie Aussagen zur Jugendkriminalität und zum sozialen Status der Migranten, sind bei Sarrazin stark gefärbt von einer höchst eigenwilligen Selbsteinschätzung, zu der er auch noch eigenwillige demografische Berechnungen anstellt. - Sie sehen es daran, dass Sarrazin in fast jedem Interview nun Aussagen relativiert und zurück nimmt, weil ihm die angeblich gefragten oder gelesenen Wissenschaftler widersprechen. Er hat nämlich überwiegend die Zeitung(en) ausgewertet, und da nur das, was ihm passte. Tatsächlich ist die Welt Sarrazins unterkomplex, gerade auch, was z.B. Aussagen zur Kultur, und zur deutschen Kultur ganz besonders, angeht. Sie können ja gerne einmal auf die vier Thesen Sarrazins, genannt in meinem Beitrag zu Dohnanyi, eine logische, sachliche und vor allem grundgsetzkonforme Antwort formulieren. Das läse ich dann auch mit Gewinn. Ich bin aber überzeugt, damit verkaufte sich sein Buch nicht mehr. Was wirklich bleibt, aber eben schon lange ein Problem des deutschen Bildungsektors ist, also nicht bei Sarrazin erstmals breite Erwähnung findet, ist die offensichtlich mangelnde Fähigkeit der deutschen Schule und Erwachsenenbildung, sich ohne neue und deutliche Anstrengung so zu strukturieren, dass die erheblichen Sprachkompetenz-Probleme der Migranten, hier vor allem türkischer älterer Frauen, polnischer Männer und insgesamt türkischer und kurdischer Kinder und Jugendlicher gelöst würden. Deutsche Schulen sind, verglichen mit ausländischen Schulen vergleichbarer Staaten, zumeist sozial selektiv, schichtselektiv, nicht zielorientiert den Begabungen und Neigungen der individuellen Schüler zugewandt und haben dazu noch die Tendenz, Probleme auf andere Schulformen, Hauptschulen und vor allem Sonderschulen mit Lernförderungsschwerpunkt, abzuschieben. Das läuft bei uns diametral anders, als in anderen Ländern, die mehr gute Ergebnisse bei der allgemeinen Bildung, aber auch in der Leistungsspitze in den Bildungstests erbringen. - Das wissen wir doch. Ehrlicherweise muss auch gesagt werden, dass auch 30% der sozialdemokratischen Wähler jemanden der das so sagt, nicht wählen würden, sondern lieber an Selektion, Auswahl und strenge Gesetze für die vermeintliche Konkurrenz und die "Faulen" glauben. Das ist übrigens ein weiterer Meilenstein in Sarrazins Kalkül. Er behandelt Immigration als Auslese und Auswahlprozess. Wenn sie das nicht sei, scheitere sie, bzw. müsse abgestellt werden. - Bisher hat aber noch nie ein solches Auswahlsystem dauerhaft und sinnvoll funktioniert. Im Gegenteil, so etwas untergräbt die Moral und Ethik selbst der besten denkbaren Gesellschaft, die in ihrer Verfassung Jedermanns Glück und Verwirklichung im Auge hat und dabei keiner individuellen Merkmale kennt, die Jedermann ausschlössen. Eliten zu requirieren, die schon Elite sind, ist mühsam und kostspielig, weil da erst einmal dafür bezahlt werden muss, dass solche Leute die weit verbreitete, oberflächliche Xenophobie hier (Haare, Haut und Augenform, Kleidung und Sprachfärbung spielen eine zentrale Rolle für Wohnung und Arbeit) ertragen. Elitenauswahl oder Suche in fremden Ländern ist schon deshalb ein Schlag ins Wasser, weil Eliten da bleiben, wo die Vorteile für sie besonders groß sind. Inder und Chinesen mit zunehmend guter Bildung werden nicht kommen, oder höchstens kommen um zu kopieren und wieder zu gehen, -Lieber gehen sie in (noch) tolerantere Länder, z.B. in die USA und bleiben dort (brain drain).-, weil ihr Status zu Hause ihnen mehr bringt und sie sich nicht mit der unterschwelligen Farben-und Kleidungslehre hier herumschlagen müssen. Und Afrikaner, bzw. Muslime aus den arabischen Staaten "wollen wir" nicht, von wegen der "Sitten und Gebräuche". Tatsache ist aber, wir brauchen jeden Menschen der nach Deutschland kommt und natürlich vor allem jeden jungen Menschen und jedes Kind das hier geboren wird. Wenn wir das vermitteln, dann schaffen wir auch den Rest, nämlich eine Integration ohne Monotonie in Sitten und Gebräuchen. Das Hindernis sind nicht die Menschen, Arbeit gibt es genug. Das eigentliche Hindernis ist der Glaube an ein Wirtschaftsystem, das auf billige Reserven, Arbeit auf Staatskosten für privat und eine Absicherung des privaten und privatwirtschaftlichen Risikoverhaltens für Investoren setzt, während es eine Masse Niedrigverdiener, die Arbeitslosen und Kranken (bedenken Sie, das im Heer der "Faulen" Menschen mit Süchten, psychischen Erkrankungen und eingeschränkt körperlich leistungsfähige, etc. ebenfalls stecken), die Alleinerziehenden und Migranten als ökonomisch uneffizient stempelt, die gefälligst sich gegenseitig angiften und bekämpfen sollen. Geschickt hat es die Wirtschaft ja schon verstanden, reguläre Arbeitsplätze so zu gestalten, dass der Staat Ausfallrisiken (Kurzarbeit) und Aufstockung übernehmen muss. - Wer steckt sich den ökonomischen Gewinn aus dieser Art Marktwirtschaft ein? Wo wird er wieder resozialisiert? Nirgendwo! Hauptdilemma der Integration ist das fehlende frühzeitige Angebot von Ganztagsbetreuung und speziellen Hilfen (KIGA-Pflicht, bzw. Grundschul-Kompetenz-Vorbereitungskurs), die fehlende Einbindung in Freizeiteinrichtungen und soziale Netze, in denen Deutsch die Verkehrsprache ist und ein mangelndes Training der Verschriftlichung in deutscher Sprache. Das ist alles lösbar und kein Weltuntergang, insbesondere droht nicht das Ende Deutschlands. Wer aber mit Sensation auftritt und laut mit Buchtiteln ruft "Deutschland erwache", dem muss man noch viel entschiedener ans geistige Schienbein treten und sich nicht dauernd auf eine Diskussion einlassen, die da lautet, aber eigentlich hat er (sie) auch richtige Sachen gesagt. Das ist ganz sicher die falsche Strategie und zu viel Nachgeben gegnüber dem schlechten, weil populistischen Grundton, derzeit hier in unserem Lande. Liebe Grüße Christoph Leusch |
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@ Columbus schrieb am 09.09.2010 um 21:07
Lieber Christoph, ich unterschreibe jeden Satz den Sie schrieben, besonders auch die zur Schule, nur den einen "Tatsache ist aber, wir brauchen jeden Menschen der nach Deutschland kommt und natürlich vor allem jeden jungen Menschen und jedes Kind das hier geboren wird." den wollte ich ändern in Tatsache ist aber, wir können mit jeden Menschen der nach Deutschland kommt leben und natürlich auch vor allem mit jedem jungen Menschen und jedem Kind das von solchen Eltern hier geboren wird. Das "brauchen", das gefällt mir nicht so. lg ut |
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Absolut Herr Theel, ich schrieb zu schnell. "Brauchen" ist kein gutes Wort. Ich hoffe aber, der Kontext macht klar was ich denke und sagen wollte.
Grüße Christoph Leusch PS: Wie Goch schon anmerkte, Furcht und Zittern vor der Machtergreifung des dräuenden Populismus treibt selbst Praktiker an, die Umverteilung nur immer im Rahmen der staatlichen Sozialausgeben zu betrachten. Auch wären für die wenigen Krisenherde in den Städten nicht 16 Milliarden Euro erforderlich. Schon gar nicht das Kindergeld. - Reichen täten locker 5 Milliarden Euro aus einer Vermögenssteuer oder einer Einkommenssteuerreform an der Spitze, plus ein zielgerichtetes und nicht flächendeckendes Bildungsprogramm. Grüße auch an Ruhrrot und Emma. - Es gab auch Bankiers, die ein Bewusstsein für soziale Zusammenhänge entwickeln und aus der eigenen, nicht fehlerfreien Lebensgeschichte lernten. Schade, die bräuchten wir heute wieder. |
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@ Columbus
... natürlich war es klar, aber man kann heute gar nicht klar genug sein, wenn`s donnert und die Luft trotzdem nicht klar wird. lg ut |
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Wirklich lesenswert, wie alles von Herrn Leusch.
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@Columbus:Fazit: Die Rattenfänger sind voran gekommen und es wird eine intellektuelle Anstrengung aller gesellschaflicher Gruppen notwendig sein, eine mit absoluter Sicherheit sozial- und gesellschaftsschädliche, ganz primitive Denkweise zurück zu drängen, die selbst den Effizenz- und Leistungsbegriff, das ethisch hohle Prunkstück vermeintlich deutscher Kultur, so pervertiert, dass Selektionisten wieder Macht und Einfluss in der Öffentlichkeit erlangen.
Das ist vermutlich der wichtigste Grund, warum solch ein Hype in den Medien um Sarrazin veranstaltet wird: Es geht um das Zurückdrehen des gesellschaftlichen Diskurses über Integration und neue emotionalisierende Argumente , um den repressiven Umgang mit Minderheiten vorzubereiten und zu rechtfertigen. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise ist der Rechten ein Stück Hegemonie-Argumentation (Arbeitslose sind selbst Schuld an ihrer Situation - zu faul, etc.) abhanden gekommen, was mit der Sarrazin-Diskussion wieder auf den Rechten Weg gebracht wird. |
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P.S. Vielen Dank für den anregenden Beitrag.
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Grad gelesen: Buschkowsky will Kindergeld halbieren.
Ging doch schnell mit der Adaption Sarrazinscher Politik. |
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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