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Sir Peter Ustinov wusste zu sagen: “Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen. Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, dass die Zelle anständig möbliert ist.“
So sei mir der Gedanke flapsig entwischt, welcher da behaupten mag; das Möbelar im geistigem Hause des deutschen Allgemeinbürgers kommt über Apfelsinenkisten nicht hinaus, bitte – dieses will vorerst in Anlehnung der derzeitigen Guttenberg-Bild-Historie verstanden werden!
Ein Manko ist es allemal, dass in den Schulen kein Platz zur Förderung des „Selbständigen Denkens“ von dem heranwachsendem Menschen zu finden ist, der da ein vollwertiges und eigenständiges Mitglied der Gesellschaft werden will. Und, just zeigt uns auch die derzeitige Regierungskoalition , in Kooperation mit Bild & Co., dass dieses auch nicht gewollt ist und im Geringsten in der Zukunft seine Subventionen erfahren wird, denn wo bliebe dann die Manipulation, welcher sich das Volk so bereitwillig ergibt und unterwirft?
Da wird die Epoche geselliger Bildung nach Goethe, die Vereinigung aller gebildeten Kreise, die sich sonst nur berührten, aber sich just in Petitionen zusammenfinden, weiterhin unter sich bleiben.
Es schlummert da aber schon ein bisschen Undankbarkeit, wenn der Student und das akademische Völkchen für und mit der Allgemeinheit auf die Straße geht und sich, in idealistischer Manier, für eine bessere Welt, ein besseres Leben für die breite Masse einsetzt und diese wiederum als Retour zu einem monarchischen Festakt zur Krönung von und zu Guttenberg einlädt.
Wer ist eigentlich die „Breite Masse“, welche sich in "zu Guttenberg" verliebt hat?
Doch sicherlich nicht, wie „Pro“ in dem wundervollem Text „Das Guttenberg-Syndrom oder wieso die Masse den Plagiator liebt“ (www.pushthebutton.de/2011/02/22/das-guttenberg-syndrom-oder-wieso-die-masse-den-plagiator-liebt/) schon erwähnte, die Verkäuferin, welche ein “Brötchen” für 1,50 Euro aß und nicht bezahlte oder die Kassiererin, welche einen Pfandgut-Bon nicht ordentlich verbuchte und beide dafür entlassen wurden! Oder?
In seiner Vorlesungen über die Ästhetik „Die Kollision“ verkündet Hegel: […] „Erstens muss das Individuum mit seinen geistigen Qualitäten die Naturschranke, deren Macht seinen Wünschen und Zwecken weichen soll, bereits wirklich überstiegen haben, sonst wird seine Forderung ebenso sehr wieder eine Torheit.“
Und leider ist unser heutiges Bildungssystem derartig ausgerichtet das junger Mensch, welche von Haus aus keine Bildungsförderung zuteil wird, immer noch, so Hegel „... das Interesse und Bedürfnis, welches an solcher Schranke zugrunde geht, aufgeben und so das Unüberwindliche mit dem stillen Mut der Passivität und Duldung ertragen“ ... muss!
Wen darf es da wundern, wenn die Regierung wohl in der Bildzeitung auf Rekruten-Jagt geht, wo sie mit Sicherheit regierungstreue und zum stillschweigen gewillte, angehende Berufssoldaten findet!
Bildung ist das revolutionärste Instrument, welches das Volk seiner Entmündigung enthebt und das Megafon der gemeinsamen Verständigung und Zielsetzung; will das Gerüst sein, auf welcher die Aufklärung klettert, um als Erkenntnis dem Gebäude der menschlichen Evolution den richtigen Anstrich zu geben und auf einem festen Fundament den Innenraum zu einer gemeinsamen und erstrebenswerten Zukunft erbaut.
So mag ich an dieser Stelle eine Abmahnung in Richtung England senden, wo Studiengebühren das Studieren zum Luxusgut degeneriert haben und eine hohes Lob und absolute Wertschätzung an Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen, welche jene Studiengebühren abgeschafft haben!
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Ein sehr guter Beitrag.
Leider ist ein Großteil der Bevölkerung bereits so konditioniert, dass man am Primat aus BILD und DödelSatProRTL gar nichts mehr auszusetzen hat. Im Gegenteil, das Volk schreit förmlich nach Tribunen, je billiger im Glanze und ärmlicher in der Substanz, je lieber. Und so einem modernen "Optimaten" wie KT kann es ja schon gar nicht widerstehen, erinnert der Herr doch mit seinem vorgetragenen "Frei" an die gute, alte Zeit. Brot-Chips und Handy-Spielchen, das ist der gesellschaftliche Querschnitt und das Maß der Mitte. Bildung stört da nur. |
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@ conni stefanski
Ihr Blog zum Thema Bildung hat mich doch etwas zum Schmunzeln gebracht. Das Bildungsideal, das Sie hochhalten, ist sicher ein schönes Ding. Nur hat das ganze etwas den Beigeschmack von " Wieso kann eigentlich nicht jede/r so gebildet sein wie ich und dabei noch so schön Hegel zitieren." Was wollte Hegel uns damit eigentlich sagen? Ach so, ja, Bildung ist wichtig. Dem ist ja eigentlich kaum etwas entgegen zu setzen. Es ist nur eine berechtigte Frage, wie die Demokratisierung der Bildung, die Diffusion der geistigen Freiheit von der Elite in die Allgemeinheit nun vonstatten gehen könnte. Und wie eine solche Gesellschaft von lauter Bildungsbürgern wohl funktionieren würde. Der Allgemeinbürger hat ja leider seine Geistesinhalte in Apfelsinenkisten verpackt, stets bereit weiter zu ziehen, als ein geistiger Nomade sozusagen sucht er Unterschlupf bei der BLÖD-Zeitung. Der undankbare Pöbel fährt dazu auch noch voll auf diesen adeligen Polit-Star ab, wie hieß er noch gleich, Guttenberg oder so. Er wartet irgendwie anscheinend gar nicht so sehnsüchtig darauf seiner Entmündigung enthoben zu werden. Das kann einen von der Warte der priviligierten Philosophenkönigin dann doch schon etwas irritieren. Das Humboldsche Bildungsideal war wahrscheinlich nur eine sehr kurze Zeit eine reale Möglichkeit und dann auch nur einer auserwählten Schar von Menschen zugänglich. Das ist ein Grund betrübt zu sein. Und die Hoffnung, dass die Gesellschaft trotz gegenläufiger Trends, vielleicht irgendwann doch einmal in irgeneiner Formzu einer Demokratisierung der Geistesaristokratie finden wird, sollten wir nicht aufgeben. |
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Fürwahr, Ihr *Schmunzeln* freut mich sehr, da es gerne mit einem Lächeln verdaut werden darf, was da so über meine Tastatur via Netz seine Weg findet! Gezielt mochte ich darauf hineisen, was da wahrhaft von, zumindest der jetzigen, Regierung, an Bildung gewollt ist?! Es scheint mir fast so,als ist es bewusst gewünscht, eine neue Generation Lohnarbeiter ..., der Ausdruck sei mir nun verziehen, herangezüchtet. Ein Freund auf facebook reagierte auf meine Zeilen gerade wie folgt - Andreas Mac: "Seit den 90er Jahren gibt es eine gezielte Politik der verelendung eines großen Teils der Bevölkerung. Wir halten immer noch an einem Schulsystem fest welches seine Ursprünge bei Friedrich II. von Preussen hat. Dem war wichtig das seine Sol...daten Lesen und Schreiben konnten um Befehle der Offiziere zu verstehn ..." [...]
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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