Conni Stefanski

Blog von Conni Stefanski

22.04.2011 | 16:58

KEINE feste Fehmarnbeltquerung: Karfreitags-Demo an der L 181

 

An mehreren Stationen besetzten Bürger, Initiativen und Parteien am Karfreitag den Straßenrand der Landstraße 181 von Ratekau nach Timmendorfer Strand und demonstrierten gegen die umstrittene und extrem kostenintensive „Feste Fehmarnbeltquerung“.

Reisende Autofahrer wurden schon an der Autobahnabfahrt Ratekau von Bürgern und der Umwelt- u. Naturschutzinitiative Ratekau mit einem Flyer begrüßt, auf welchem klar erläutert wird, dass Ostholstein und die Ostsee durch die geplante Beltquerung und dem Ausbau der Schienentrasse, bedroht sind. Wenn alle sechs Minuten ein Güterzug durch Ostholstein rattert, wird Erholung nicht mehr zu finden sein! Hier werden funktionierende und ausbaufähige Verkehrswege aufgegeben und statt dessen 1, 7 Milliarden Euro Steuergelder in einem Milliardengrab versenkt werden.

Höhe Timmendorfer Strand/Hemmelsdorf stehen weitere Demonstranten, welche sich wehren, gegen ein Projekt, welchen es an Bedenklichem nicht zu mangeln scheint. „Die geplante Hinterlandanbindung bringt uns und unseren Gästen Lärm und zerstört wertvolle Natur. Wir lehnen dieses unsinnige Projekt ab“, sagt Dr. Felix Benary, Vorsitzender der Timmendorfer GRÜNEN.

Peter Ninnemann von der SPD und Sprecher der Initiative Tourismusort- statt Transitort stellt fest: „Die geplante Feste Maut – Querung/Hinterlandanbindung, ist für das vorhandene Verkehrsaufkommen völlig überdimensioniert. Eine Querung zwischen zwei Rapsfeldern..., 6-8000 Fahrzeuge täglich über die Feste Beltquerung reichen nicht aus, um in Schleswig-Holstein eine Orts-Umgehungsstraße zu genehmigen.“

Und es spricht noch vieles mehr, gegen eine feste Fehmarnbeltquerung:

Das BVU - Gutachten des Berliner Verkehrsministeriums zum Nutzen - Kostenverhältnis (NKV) wird wegen zweifelhafter Bewertungskriterien zur Zeit vom Bundesrechnungshof überprüft. Wir haben, so die Sprecher der Allianz, seit vielen Jahren eine zuverlässige schwimmende Brücke - Scandlines - nach Scandinavien. Nur zu 40% ausgelastet. Mit 600 festen dauerhaften Arbeitsplätzen und ca. 1.400 beschäftigten Menschen bei den Zulieferbetrieben.

Der Lübecker Hafen wird, lt. LHG-Geschäftsführung, Nachteile erleiden müssen, die Umwelt, der Tourismus, Arbeitsplätze werden lt. Kreis Ostholstein - Gutachten v. 24.8.2010 (HTC) -"bedroht". Die EGOH - Entwicklungsgesellschaft Ostholstein - hat mit dem Gutachten von Georg & Ottenströer festgestellt, dass für den Tourismus keine Vorteile, eher Nachteile entstehen werden. Die IHK-Lübeck hat mit einem Gutachten von HTC, Hamburg, ebenfalls keine Vorteile herausstellen können und fordert eine völlig neue Trasse zwischen Bad Schwartau und Neustadt/Holstein und eine teilweise Neutrassierung zwischen Neustadt und Fehmarn.

Die Finanzierung, lt. Bundesrechnungshof werden Kosten von 1,7 Milliarden EUR (+) kalkuliert, steht in den Sternen. Der Ausbau von A20 und Elbquerung etc. sind lt. ADAC durch die Kosten und Bindung des Etats für die Hinterlandanbindung gefährdet. Der EUR kann nur einmal ausgegeben werden. 60 Millionen EUR will das mit 25 Milliarden EUR hoch verschuldete Schleswig-Holstein für den Ausbau beisteuern. Finanzierung völlig unklar. 275 Millionen EUR werden lt. BRH notwendige neue kreuzungsfreie Bahnübergänge zwischen Fehmarn und Hamburg kosten. Hiervon müssen lt. Eisenbahnkreuzungsgesetz die verschuldeten Gemeinden 1/3 aufbringen. Gleichzeitig werden von der Landesregierung selbst bei den Schwächsten (Blindengeld) Einschnitte im Sozialetat vorgenommen.

Inzwischen haben sich 11 Bürgerinitiativen aus allen Schichten/Parteien von Fehmarn bis Hamburg formiert. 150 Km Widerstand. Erst wenn die endgültige Bahntrasse und die Lärm-Belastungen für die Menschen VOR ORT feststehen, kann aus dem lauen Lüftchen schnell ein Sturm des Widerstands werden, so die Sprecher der Bürgerinitiativen in der Allianz. Vor der nächsten Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2012 werden die Trassenpläne sicher nicht veröffentlicht...

Jetzt möchten Hausbesitzer an der zukünftigen Güterzugtrasse, mit täglich/nächtlich 100 db(A) Lärm von 80 Taktungen, gern ihr Haus mit Querungsbefürwortern tauschen. Eine einmalige Chance für verkehrsgünstiges Wohnen.....
Leider hat bisher kein Befürworter sein Haus zum Tausch an der Bahntrasse angeboten.

Text: Conni Stefanski/Peter Ninnemann

 

 

 


 
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Kommentare
hadie schrieb am 22.04.2011 um 17:37
Kürzer wäre es schon in die dänische Hauptstadt-Region und als Tunnel auch umweltschonender. Klar, dass der Tourismus auf Fehmarn leiden würde und die Trassen-Anwohner St.-Florians-Diskussionen führen. Besser, die Milliarden werden für soetwas ausgegeben, als für blutige Raubzüge in aller Welt.
Conni Stefanski
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Logbuch
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