Contentman

Blog von Contentman

11.02.2009 | 10:26

Braucht diese Welt so viele Nachrichten?

Zoomer macht dicht, Freitag macht auf - wir werden schauen, ob das hier klappt. Jedenfalls ist im News-Business der Spiegel Marktführer und Bild.de hat erstmals 1 Milliarde Seitenaufrufe gemeldet. 1 Milliarde! Wer war das denn alles?

Während  im Web 2.0 jeder seine Duftmarke dort setzen kann, wo er möchte und aus jeder Seite sehr viel Meinung, Textmüll und halbwahre Infos quellen, sind es halt doch die, die man kennt, die eine Chance haben.

Warum? Weil es gerade im Internet immer deutlicher wird, dass eine Nachricht aus zwei Teilen besteht: Aus der eigentlichen Nachricht UND dem Überbringer. Ist in China ein Sack Reis umgefallen, kann ich das auf 100.000 Blogs, Newsportalen, Kommentaren und sonstwo lesen. Wenn der Spiegel aber darüber berichtet, ahne ich, dass das irgend ein wichtiger Sack gewesen sein muss. Und wenn ich das auf bild.de lese, wird wohl 'ne nackte Frau oder Franjo Poth drin gewesen sein. Das meine ich gar nicht mal kritisch, das ist halt einfach so.

Warum schreibe ich hier darüber und nicht bei susis-newsportal oder auf einem StudiVZ-Dingens? Nicht, weil mich der Name "Freitag" überzeugt, nicht weil, hier eine Community gebaut werden soll oder weil das Layout hier (tatsächlich) ziemlich nett ist. Nein, ich bin hier, weil "Jakob Augstein" ein Name ist, der hoffen lässt. Bei Zoomer habe ich nie verstanden, wieso ein alter Mann die Jugend mobilisieren soll...

Ob ein junger Augstein nun die seriöse Nachrichtenwelt revolutioniert, werden wir sehen....
 
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Kommentare
Spiegelfechter schrieb am 11.02.2009 um 13:16
Lieber Contentman (netter Nick),
es geht ja eben darum, dass der umgefallene Sack auch ohne Springer, SPON und Co. wichtig wird. Die Herren und Damen in den dortigen Chefredaktionen haben eine sog. Gatekeeper-Funktion - sie entscheiden, was "wichtig" ist. Ziel des Freitags ist es diese Gatekeeper-Funktion ein wenig zu demokratisieren. Wenn das Konzept ernst genommen wird - was nach einer Ausgabe natürlich noch nicht klar ist -, entscheidet auch der User durch seinen Mausklick, was in die Print-Ausgabe und was auf die Portalseite kommt, oder - um in Deiner Metapher zu bleiben -, welcher Sack Reis wichtig ist. Das ist schon ein Unterschied zu Zoomer, Facebook und Co., da es nicht nur um communityinterne Dinge geht, sondern um Print-Journalismus.
Contentman
Nun, man versucht halt sich zu informieren.
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paulart hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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