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Blick-Winkel

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Ein Platz für Ethik

Politik | 27.04.2009 | 13:00 Michael Jäger
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28.04.2009 | 09:20 copland
"Es bleibt trotz allem ein ungutes Gefühl zurück. Denn wer aus dem Berliner Pro Reli-Streit den Eindruck gewänne, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Ethik für ein hohes Gut gilt, läge ganz falsch." Wohl wahr, aber das käme ja auch der Verwechselung eines Schulfaches, das den Namen Ethik trägt, mit der Sache selbst gleich. Ethik und Moral können nur Handlungsbegründungen in den gesellschaftlichen Zusammenhängen liefern, denen sie zugehörig sind - da ist es in dieser Gesellschaft auch nur "gerecht", wenn "militärische Menschenrechtsinterventionen" "ethisch" begründet werden. Die Auschwitz-Lüge des Joseph Fischer zur Begründung der Teilnahme deutschen Militärs am Aggressionskrieg gegen Jugoslawien zeigt nur, dass man misstrauisch werden muss, wenn "ethisch" argumentiert wird. Das Schulfach Ethik liefert Jugendlichen vor allem die Einsicht, dass wir hier in der besten aller möglichen Geselschaften leben und man sich im 1.-Klasse-Abteil des Krisenexpresses auch anständig benehmen muss. Zumindest, wenn man da vorn sitzen bleiben will. Vorn krachts beim Crash zwar besonders kräftig, aber bis dahin fährt sichs ganz angenehm. Darum freilich ging es beim Pro-Reli-Volksentscheid nicht . Mir ist auch kein ethisch gutes Gewissen geblieben - Michael Jäger ja auch nicht - mir ist nur der Ärger geblieben, dass der "Wahlbürger" die sogenannte "direkte Demokratie" nur praktizieren darf, wenn es um abgehalfterte Flughäfen und das Begehren der Kirchen geht, ihren schwindenden Einfluss mit Staatshilfe und mit noch mehr Staatsknete vor allem in dern Schulen wieder zu stabilisieren ("Lasset die Kindlein zu mir kommen"). Und geblieben ist das Wissen, dass an Ethik und Moral immer appelliert wird, wenn das System wackelt. Insofern kam der "Kulturkampf" grad zur rechten Zeit.
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Das Vergehen der Bier-Boheme

Kultur | 20.04.2009 | 12:55 Annett Gröschner
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21.04.2009 | 10:49 copland
Liebe Annett Gröschner, danke für den Artikel - obwohl es der Ausstellung wohl nicht bedurft hätte, um die soziale und kulturelle Zerstörung, die durch "behutsame Stadterneuerung" am Kollwitzplatz verursacht wurde, zu verdeutlichen. Man muss der "Bier-Boheme" nicht nachtrauern, um zu sehen, dass der Kollwitzplatz und viele andere Ecken in der alten Ost-Berliner Mitte längst zu Raumschiffen einer Schicki-Micki-Gesellschaft und zur Touristenattraktion verkommen sind. Im Friedrichshain wandert die "Szene" - immer vor den Sanieren her. Egal, ob behutsam saniert wird oder nicht, die Miete ist anschließend deutlich höher. Die Realitätsverweigerung der "Kollwitzer" brachte ein affektives Beharren ("Wir bleiben alle") hervor, das dem Zwang der "neuen Verhältnisse" nicht stand halten konnte. Die Trauer der Ureinwohner (die in ihrer Mehrheit ja auch "Zugereiste" sind) über den Verlust "ihres" Berlins ist das unreflektierte Unbehagen an der zeitlich nachlaufenden kulturellen Plattmache, die der Kapitalisierung und In-Wert-Setzung von Lebenswelten folgen muss.
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Einen anderen Kuchen backen.

24.02.2009 | 14:06 copland
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07.04.2009 | 19:10 Michael Jäger
Lieber Copland, vielleicht habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt. Was ich sagen wollte, ist, daß das mit dem Wachstum von jemandem in meinen Text hineingeschrieben worden ist und ich es erst ...
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09.04.2009 | 14:06 copland
Lieber Michael Jäger, da verstehe ich Ihr Erschrecken, wenn ein anderer in Ihrem Text "herumschreibt". Bitte keine Entschuldigung für Polemik als solche, die gibt doch oft die eigentliche Würze und manchmal auch erst die Klarheit - nur deswegen will ich hier jetzt mal nachhaken, damit wir beide nicht in einem Missverständnis, das dann offensichtlich mindestens häftig auf meine Rechnung geht, erliegen. Ich folge Ihnen völlig, dass man den Kapitalismus mit Ideen konfrontieren muss, die ihn in die Enge treiben. Das Problem - oder vielleicht auch unser Dissens - liegt nicht in dieser Fragestellung, sondern in der Beschaffenheit der Ideen. Ideen, die den Kapitalismus in die Enge treiben, sind - nach meinem Dafürhalten - Ideen, die ihn in seinen Grundkategorien (Warenproduktion, abstrakte Arbeit, Wert und Geld als dessen Erscheinungsform) kritisieren und in Frage stellen. Umverteilungsideen jeglicher Art laufen letztendlich nur auf eine Teilhabe am Mehrwertkuchen hinaus und setzen damit stillschweigend das Funktionieren des Systems voraus. Folgerichtig ist die Linke derzeit ja auch mehr mit Reparaturvorschlägen als mit transzendierenden Ideen befasst. Freilich: "Er stützt sich nämlich nicht primär auf Waffengewalt, sondern auf den Glauben einer großen Zahl von Menschen in den Metropolen, es gäbe zu ihm keine Alternative." Aber die Sache ist noch verzwickter. Der Kapitalismus (oder die Wertvergesellschaftung) funktioniert vor allem als ein gesellschaftliches Fetischverhältnis: der Wert bestimmt alle Bewusstseinsformen - d.h. der Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse ist immer schon in Wertkategorien vorgeprägt - was der eigentliche Grund dafür ist, dass eine große "Zahl von Menschen in den Metropolen (glaubt), es gäbe zu ihm (dem Kapitalismus) keine Alternative". Hier ist kein Platz, das auszuführen - ich empfehle Ihnen, ohne Sie auch nur irgendwie "belehren" zu wollen einen Text von Robert Kurz, der zwar auch schon vor einigen Jahren geschrieben wurde, aber dieses Kernproblem auf den Punkt bringt und auch unseren Dissenz, oder unseren unterschiedlichen Blickwinkel, erklärt: www.exit-online.org/suchenlink.php?tab=schwerpunkte&kat=Der%20doppelte%20Marx%20-%20Kritik%20des%20Traditionsmarxismus&ktext=Subjektlose%20Herrschaft&suchtext=Subjektlose%20Herrschaft Nö, meine Oppositionsrolle muss ich nicht verteidigen. Oppsoition verweist auf politische Formen, und Politik gehört in den kategorialen Zusammenhang der Wertvergesellschaftung, ist also systemimmanent und nicht in der Lage, das herrschende Fetischverhältnis zu durchbrechen. Da bedarf es schon anderer Formen, die noch nicht gefunden wurden. Der Kapitalismus muss nur bestehen bleiben für die "Kritiker" und "Oppositionellen", deren Ideen letztendlich nur auf eine systemimmanente Widerspruchsbearbeiten hinauslaufen... Entschuldigen Sie die kleine Polemik :)
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Einen anderen Kuchen backen.

24.02.2009 | 14:06 copland
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06.04.2009 | 13:31 Michael Jäger
Lieber Copland, ich hoffe, dieser Kommentar erreicht Sie noch. Ich bin gestern ganz zufällig auf Ihre Seite geraten, im Dschungel dieser Community findet man sich ja nicht zurecht. Und ich traute dann...
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07.04.2009 | 14:12 copland
Lieber Michael Jäger, na klar erreicht mich Ihr Kommentar. Wieso "noch"? Ein Dschungel ist die Community wirklich - da haben es die Autoren in der Print-Ausgabe einfacher :) "In vorkapitalistischen Zeiten verfügten alle arbeitenden Gesellschaftsmitglieder über ihre eigenen Produktionsmittel. Heute sind diese bei den Unternehmen konzentriert. Das ist eine Spezialisierung, die der ganzen Gesellschaft nützt, weil sie zu Wachstum führt." Das stammt nun wörtlich und ohne Auslassungen aus Ihrem Artikel, sicherheitshalber paste and copy. Und das ist aus meinem Text, auch paste and copy: "Die Vormoderne („vorkapitalistische Zeiten“ M.J.) charakterisiert er als eine Gesellschaft, in der „alle arbeitenden Gesellschaftsmitglieder über ihre eigenen Produktionsmittel (verfügten)“. Soweit, so gut. Und setzt fort: „Heute sind diese bei den Unternehmen konzentriert. Das ist eine Spezialisierung, die der ganzen Gesellschaft nützt, weil sie zu Wachstum führt.“ Da kann ich nun keine Felinterpretation fest stellen. Ich hoffe, das können Sie mir zugestehen. Warum Sie einen Bogen um die andere Gesellschaft machen, die sie da in der Tat beschreiben, weiß ich auch nicht. Die fehlende Wahrheit ist die: Im Kapitalismus sind Ihre guten Ideen nicht umsetzbar. Und das darf man auch einmal aussprechen. Es freut mich ja, wenn wir uns ansonsten einig sind - und ich hoffe, ich finde auch noch spannende Ansatzpunkte in Ihrem Theorie-Blog. Beste Grüße copland
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Bedingungsloses Grundeinkommen? Ohne mich

22.03.2009 | 21:35 Twister
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23.03.2009 | 15:00 copland
Ich gönne jedem sein BGE, wenn es denn käme. Und ich würde es ohne Rücksicht auf den "Sozialneid" anderer in Anspruch nehmen, wenn ich darauf angewiesen wäre. Aber aus zwei Gesichtspunkten heraus halte ich diese "feine Idee", wie Stoppok singen würde, nicht für gut: 1. setzt das BGE (ganz gleich in welchen Konstruktionen) immer voraus, dass es nur von einer Minderheit in Anspruch genommen wird - kämen Mehrheiten oder fast alle auf die Idee, bei einem entsprechend bemessenen BGE (das nicht nur das nackte Überleben, sondern gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht) lieber in materieller Beschränkung, aber dafür selbstbestimmt leben zu wollen, bräche doch das ganze System zusammen. Die Befürworter des BGE gehen also mit ihrer Idee davon aus, dass sich große Mehrheiten aus rein materiellem Interesse (lieber BMW statt Fahrrad) dauerhaft den Zwängen der Verwertung (genannt Lohnarbeit oder Job) unterwerfen. Da scheint die "morlaische Überlegenheit" der BGE-Befüworter doch durch alle Knopflöcher. Und 2. setzt das BGE (ganz gleich in welchen Konstruktionen) immer voraus, dass es mit dem Kapitalismus immer schön weiter geht - sonst wäre das BGE schlichtweg nicht finanzierbar. Der BGE-Befürworter muss also schon von der Sache her die bestehenden Verhältnisse aufrecht erhalten. Emanzipation von den Verhältnissen? Transformation der Verhältnisse? Fehlanzeige. So Recht Du hast, Twister, dass der Fetisch Arbeit wie auch das ganze Fetischverhältnis der Wertvergesellschaftung durchbrochen und aufgehoben werden muss - das BGE ist dazu nicht geeignet, denn es "verurteilt" die "Anderen" dazu, so weiter zu wursteln wie bisher und alle, am Bestehenden festzuhalten.
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Opel, die Staatsgrenze und ein Grenzhüter

27.02.2009 | 20:35 copland
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01.03.2009 | 22:42 Jakob Augstein
... lieber copland, wenn ich das geschrieben hätte, hätte man mich wieder als neolib in die große ideologie-tonne getreten ;) (Und zum irdischen Problem: Wenn wir schon gegen die weltweiten Umbrüche ...
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23.03.2009 | 14:31 copland
vielleicht, lieber Jakob Augstein, da ist ein Zeitschriften-Eigentümer halt verdächtiger als ein Blogger :). Meine Kritik an Deinem Artikel richtete sich ja nicht gegen die "Staatsgrenze", die ich hier ja auch "aufrufe" (wenn auch aus meinem Blick-Winkel), sondern gegen Scheinalternativen innerhalb des "Betriebssystems" - siehe auch und viel besser Robert Kurz im aktuellen Freitag auf Seite 1. Die "Gesellschaft" läuft doch nach den gleichen Prinzipien, die die Krise hervorgebracht haben. Wenn wir weiter in der Box oder Matrix (oder im "Verblendungszusammenhang" - Adorno) der Werttvergesellschaftung denken, werden wir immer nach "Lösungen" im Kapitalismus suchen statt nach tatsächlichen Alternativen. Ich verstehe ja den Eigentümer einer Zeitschrift, die sich - auch wenn sie der Freitag ist - halt verkaufen muss. Ich glaube aber nicht, dass angesichts seiner Leserschaft der Freitag verlieren würde, wenn er sich konsequenter radikalen, eben an die Wurzel gehenden Ansätzen öffnen würde. Und die gibt es ja. Ratlos bis wütend macht mich immer wieder, wenn so getan wird, als hätte noch niemand über Transformationsmöglichkeiten nachgedacht und die dafür als Voraussetzung unverzichtbare Kritik an den Kategorien der Wertvergesellschaftung entwickelt. Siehe zum Beispiel exit-online.org/ Dass Robert Kurz hier im Freitag schreibt und schreiben kann, ist sehr gut, aber die zusammenfassenden Interviews, die mehr Zusammenhänge liefern, werden offensichtlich immer nur von Zeitungen in Lateinamerika oder - Ausnahme - mal von Heises Teleopolis geführt. Wäre doch mal ein Thema für den Freitag... Herzliche Grüße
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Wo ist eigentlich die Linke?

14.03.2009 | 09:28 Robert Zion
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18.03.2009 | 16:34 copland
"Werlche Wirtschafts- und Sozialordnung haben wir eigentlich nach der Krise?" Die gleiche wie vorher: Kapitalismus, nur noch mehr auf Krücken als vorher. Die "zwei Milliarden Menschen (in) üebrhaupt nicht mehr ... funktionierenden staatlichen Strukturen" sind Ergebnis und Voraussetzung der Einlösung des Versprechens "Wohlstand für alle" für Wenige. "im linken Lager" gibt es keine "große Erzählung" - weil das "linke Lager" bis heute stets nur um Teilhabe an "Wohlstand für alle" kämpft und Wertverhältnis und Warenproduktion (auch Kapitalismus genannt) gar nicht mehr überwinden will. Selbst die größten und einsehbarsten Ideen aus linker und/oder ökologischer Ecke werden von deren Autoren selbst zerstört mit dem immerwährenden Schlusssatz: "Aber es muss natürlich bezahlbar sein". Dass es auch ohne Geld (und Wert und Ware) gehen könnte, taucht im Gedankenhorizont der "Linken" nicht mehr auf. Das Theoriedefizit der Linken ist vor allem gewollte Theorieblindheit. Die radikalen und aktuellen Fragen werden von der Wertkritik längst gestellt. Und von den "Linken" konsequent ignoriert. Weil: Dann müsste man sich in seiner derzeitigen Verfasstheit selbst in Frage stellen. So bleibt den "Linken" nur, den Vorgaben der Politik hinterherzuhecheln und alles ein bisschen "gerechter" und "demokratischer" zu erbitten. "Absolute Demokratie": Demokratie habe ich bisher als die dem Kapitalismus am besten entsprechende Verfasstheit einer bürgerlichen Gesellschaft erlebt. Nun zum endlich absoluten, weil globalen Kapitalismus die absolute Demokratie?
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Der Kapitalismus muss aufhören, er selbst zu sein

Positionen | 12.03.2009 | 05:00 Daniela Dahn
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18.03.2009 | 15:41 copland
Der Kapitalismus muss aufhören... zu sein. Wären nicht unsere verbrannten Finger, scheuten wir nicht so ängstlich das Feuer der Utopie. So verbrennen wir langsam im Feuer des Alten.
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An der Staatsgrenze

Positionen | 26.02.2009 | 14:30 Jakob Augstein
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27.02.2009 | 18:48 copland
Da kann ich denoc nur zustimmen (kleine Ausnahmen: Vergesellschaftung hat mit Verstaatlichung nun gar nichts zu tun - diesem "freundlichen Missverständnis" unterlagen ja zumindest die herrschenden Eliten der DDR, da kommt bestenfalls Staatskapitalismus bei raus; außerdem verstand schon Marx unter Privateigentum immer nur das an den Produktionsmitteln, für ihn war Eigentum eine ökonomische Kategorie, das persönliche Eigentum des Einzelnen kommt darin gar nicht vor. O.k. aber diesen Irrtum haben Sie geschenkt, den teilen ja fast alle, einschließlich Frau Belloc und Jacob Augstein). Ich habe die neue Ausgabe des Freitag zwar noch nicht komplett gelesen, aber mir ist vieles "aufgestoßen": Der "Leitartikel" von Jakob Augstein - nochmal Zustimmung zu denoc - insbesondere; wenn das die Ausrichtung des Freitag wird, dann ärgere ich mich jetzt schon über meinen Vertrauensvorschuss in Form eines Jahresabos, noch mehr aber, dass diese Zeitschrift nun auch ins "linksliberale" absinkt. "Im Zweifel links" - ja wenn doch Jakob Augstein mal zweifeln würde, wenn schon nicht am Kapital, dann wenigstens an seiner Selbstgewissheit, dann kämen ihm solche Artikel nicht aus der Feder oder den Tasten. Freilich, herrlich pragmatisch: Das System droht gerade den Bach runter zu gehen, dann kann es nur um Rettung des Systems gehen – alles andere ist indiskutabel. Wenn solche Pragmatik auch noch im Freitag regiert, braucht es diese Zeitschrift nicht. Und dazu passt auch die Inhaltsleere der neuen Ausgabe – es gibt genug kritische Autoren, die der Krise nicht nur an der Oberfläche zu Leibe rücken, sondern tiefer graben. Warum haben die keinen Platz im Freitag? Und am Rande: Vier Seiten sind nach wie vor verplempertes Papier, die „Chronik“ (Nachtrab einer Woche, ich schlafe doch nicht zwischen den Erscheinungstagen des Freitag), A-Z (Freitag als Webkatalog?), die Feuilletonauszüge (lasst das mal den Perlentaucher machen) und die ganzseitige Eigenwerbung für die Online-Ausgabe. Aber das ist dann auch schon egal. Schade, der Freitag verkommt zum Verschiebebahnhof linksbürgerlicher Beliebigkeiten. Eine freundliche Übernahme kann eben auch in eine Pleite führen.
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Neues von der Freitag-Baustelle

25.02.2009 | 17:46 Der Freitag
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25.02.2009 | 18:35 copland
Liebe Tessa, liebe Peggy, das sind ja gute Nachrichten - dann wird es etwas leichter werden, sich im Irrgarten der Community zurecht zu finden. Aber: Könnt Ihr denn die ganze Obline-Präsenz nicht wenigstens ein bissschen schneller machen? Manchmal denke ich, der Seite wäre abgestürzt - irgendwann kommt dann doch noch ein Seitenwechsel... das nervt. Trotzdem Danke für das bisher schon Geleistete. LG copland
copland
Berlin, Freitag-Leser, als der Freitag noch ohne "der" auskam und auch schon, als der Freitag noch ein Sonntag war.
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